{"id":86626,"date":"2020-07-12T10:18:06","date_gmt":"2020-07-12T08:18:06","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=86626"},"modified":"2020-07-12T10:18:06","modified_gmt":"2020-07-12T08:18:06","slug":"im-stein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=86626","title":{"rendered":"Im Stein"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/09\/das-wetter-vor-funfzehn-jahren\/\">Weiter <\/a>geht es mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/23\/das-fuenfte-buchpreisbloggen\/\">Buchpreisbacklistlesen<\/a> und zwar mit einem<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/12\/kurze-liste-und-leo-perutz-preisverleihung\/\"> Shortlist Buch des Jahres 2013<\/a> und das warein sehr interessantes Jahr, denn da habe ich mich ja schon sehr f\u00fcr den dBp interessiert, habe begeistert von den wenigen B\u00fcchern, die ich gelesen habe, meine Prognosen abgegeben und kann mich erinnern, da\u00df ich am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/14\/long-list-thoughts\/\">Morgen der Longlistverk\u00fcndung<\/a> mit dem Rad in Traisen war, dann zur\u00fcckkam, um mir die Ll durchzusehen und da hat ja Buzzaldrin mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/09\/deutscher-buchpreis\/\">Buchpreisbloggen<\/a> beziehungsweise der Aktion &#8220;Vier lesen f\u00fcnf oder f\u00fcnf lesen vier&#8221; begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da hat es mich das erste Mal gejuckt mitzumachen, mich das dann  nicht getraut, mir aber<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/24\/berlin-liegt-im-osten\/\"> Nella Veremejs &#8220;Berlin liegt im Osten&#8221;<\/a> bestellt, sowie das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/25\/die-longlist-leseproben\/\">Leseprobenb\u00fcchlein und \u00fcber das dann gebloggt<\/a>, da\u00df, das nicht geht, beziehungsweise ich weder einen Eindruck noch Prognosen aus ein paar Seiten Text erstellen kann, habe ich bald erkannt und inzwischen auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/01\/die-sonnenposition\/\">schon <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/19\/f\/\">vier<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/07\/21\/soutines-letzte-fahrt\/\">B\u00fccher<\/a> von der Longlist gelesen, drei weitere  habe ich inzwischen irgendwo gefunden oder aus der Abverkaufskiste gezogen, eines ist davon das Shortlist-Buch des 1977 in Halle an der Saale geborenen und in Leipzig lebenden Clemens Meyer, der bestimmt ein literarischer Au\u00dfenseiter ist,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/27\/von-der-leipziger-messe\/\"> Absolvent des Literaturinstituts<\/a>, glaube ich, auch und Tr\u00e4ger des &#8220;Leipziger Buchpreises&#8221;,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/16\/die-nacht-der-lichter\/#commentshttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/16\/die-nacht-der-lichter\/#comments\"> &#8220;Die Nacht,  die Lichter&#8221;<\/a> habe ich gelesen, beim Bloggen aber, glaube ich, &#8220;der Lichter&#8221; geschrieben, was den Autor zu einem heftigen Kommentar veranla\u00dfte und irgendwo habe ich dann auch geh\u00f6rt oder gelesen, da\u00df er damals im &#8220;R\u00f6mer&#8221; bei der Buchpreisverleihung, wo <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/08\/in-frankfurt-und-in-wien\/\">Terezia Mora<\/a> gewonnen hat, l<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/13\/aus-frankfurt\/\">aut mit den T\u00fcren knallend das Geb\u00e4ude verlie\u00df.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch habe ich mir bei einem<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/25\/vom-mandelbaum-verlag-in-die-alte-schmiede\/\"> &#8220;Morawa-Abverkauf&#8221; um drei Euro gekauft<\/a> und wollte es eigentlich schon vor drei Jahren lesen, aber dann hat mir Meredith Winter ihre <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/08\/blutpsalm\/\">zwei<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/05\/blutroter-frost\/\">B\u00fccher <\/a>zugesandt und  es ist sich nicht mehr ausgegangen, weil ja schon bald die neue <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/15\/vier-und-zwei-aus-zwanzig\/\">Buchpreisliste<\/a> kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt h\u00e4tte ich eigentlich zuerst den &#8220;Pianisten&#8221; aus lauter Angst, da\u00df ich dann nicht mehr dazu komme gelesen, aber der war in Wien und ich brauche f\u00fcr Harland Lesestoff und schleppe mich sehr langsam durch das fast sechshundert dicke Seite Buch, von dem die &#8220;Amazon-Rezensenten&#8221; schreiben, da\u00df es schwer zu lesen ist, dabei habe ich ja damals mit den vier oder f\u00fcnf um &#8220;Buzzaldrin&#8221; dar\u00fcber diskutiert, wie schwer und unverst\u00e4ndlich, ein anderes Shortlistbuch, n\u00e4mlich der Reinhard Jirgl ist. Von der Unlesbarkeit des Clemens Meyers wurde damals nicht viel diskutiert, zumindestens kann ich mich nicht daran erinnern, zumindest scheint  das Thema, das Rotlichtmilieu im Osten von der Wende bis zur Gegenwart,  interessant und es ist wieder, was, glaube ich, auch nicht thematisiert wurde, kein Roman, obwohl das draufsteht, sondern ein Kalaidoskop oder  Szenenbild der Nacht des dunklen oder auch hellen Gewerbes der Prostiution und das zieht sich, vielleicht \u00e4hnlich, wie &#8220;Manhatten Transfer&#8221; durch das Buch.<\/p>\n\n\n\n<p> Es sind einzelne Geschichten, die sch\u00f6ne Titel tragen, k\u00fcrzer oder l\u00e4nger sind und manchmal auch in mehreren Teilen,  erz\u00e4hlt werren, beinahe namenlose Gestalten, aber auch Figuren, die immer wieder auftauchen und mehr oder weniger  poetisch, die gar nicht so poetischen brualten Nachtgeschichten erz\u00e4hlen und dabei einen mehr oder weniger deutlichen Handlungsrahmen haben, der das Ganze dann vielleicht doch wieder zu einem unchronologischen Roman zusammenf\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p> Da gibt es, die M\u00e4dchen, die Frauen, die an den zur Tagesmiete geheuerten Zimmern am Fenster stehen, der alte Jockey, der seine Tochter sucht, den, derdavon lebt, da\u00df er die Zimmer zu den Tagesmieten, an die Frauen vermietet, die von dem alten Polizisten, der Betablocker nimmt und morgens um acht zu einer fetten Hure geht, die ihm fr\u00f6hlich mit einem Glas Sekt und &#8220;Guten Morgen, du Lieber!&#8221;, begr\u00fc\u00dft. Dann geht er ins Moor und denkt an seine Leichen, die er jemals dort gefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt den  Ecki Edelkirsch, der im \u00c4ther oder Internet \u00fcber die Vorz\u00fcge der meist aus Ungarn stammenden &#8220;Grabennympfen&#8221; in den &#8220;Wohnungen der Nacht&#8221; reimt und in &#8220;Den City&#8221;, in dem es auch einen Naschmarkt gibgt, wohl ein Synomym f\u00fcr das Rotlichtmilieu agiert.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Sch\u00f6n bid du meine Freundin ja, du bist sch\u00f6n!&#8221; und dann den Mister Orpheus, den Herrn des Ganzen dar\u00fcber interviewet, ob er Zwangsprostiution, beziehungsweise Sklavenhandel mit siebenzehn bis achtzehn Stunden Arbeitszeit betreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>In &#8220;Am Grenzflu\u00df&#8221; f\u00e4hrt ein &#8220;Graf&#8221; genannter Macher der Nacht gegen Osten, um sich dort mit einem Oberst zu treffen  und einiges zu erleben und der taucht in den anderen Geschichten auch immer wieder auf, da gibt es den Hans, den Nachtclubbesitzer, der in den Achtzigerjahren, in die Gro\u00dfstadt kommt, versucht es seinen Damen recht zu machen, dann pl\u00f6tzlich, weil in Diamantengesch\u00e4fte verwickelt, wo wir schon eine Anspielung auf den Romantitel haben, eine andere sind wohl die steinernen Katakomben, auf denen Eden City oder die Stadt der Engeln des Rotlichtmilieus erbaut wurde, einem Erpresser gegen\u00fcber steht und eine Leiche zu versorgen hat.  Sp\u00e4ter f\u00e4hrt er dann im schwarzen Anzug zum Begr\u00e4bnis seines Vaters und trifft eine Jugendfreundin wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Im &#8220;Kongre\u00df der Huren&#8221; berichtet eine solche von den Schwierigkeiten mit dem neuen Prostiutinsgesetz und eine \u00e4ltere F\u00fchrerscheinlose, die aus dem Osten kommt resumiert \u00fcber ihr bisherigen Leben, w\u00e4hrend sie zur Arbeit f\u00e4hrt oder auf das Klingeln wartet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dann wird sehr eindrucksvoll offensichtlich von Kindesprostitution erz\u00e4hlt, in dem Walt Disney Figuren auftanzen, von einem Herr Duck und einem Bertel die Rede ist und am Schlu\u00df ganz lapidar geschrieben steht, &#8220;da\u00df die Wohnung in der Mecklenburgerstra\u00dfe im M\u00e4rz 1993 ger\u00e4umt wurde und da\u00df der Betreieber zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Osten, der Untergang der DDR und die Ver\u00e4nderung zur Marktwirtschaft mit ihren n\u00e4chtlichen oder Nachtclubthemen wird thematisiert, etcetera.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Arnold Kraushaar, der mit den Wohnungsvermietungen und Freund vom Hans und anderen Protagonisten, auch AK genannt, was mich immer an die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/10\/23\/vierte-debutpreislesung\/\">Arbeiterkammer <\/a>erinnert, f\u00e4hrt in &#8220;Tokio im Jahre Null&#8221; fast surreal nach Japan, trifft dort die alte wei\u00dfhaarige Frau Sansuri, die gut Deutsch spricht, Heine zitiert und trotzdem eine Gesch\u00e4ftskollegin ist, geht ins Kabuki-Theater etcetera.<\/p>\n\n\n\n<p>In &#8220;Import\/Export 90&#8221; denkt der alte Randy an seine Zuh\u00e4lterkarriere zur\u00fcck, wie das war wie er mit der Claudi und der Rosie mit dem Pommeswagen des Kuchenklaus in das Land der gefallenen Mauer gefahren ist und dort seine Dienste angeboten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht leicht zu lesen, wirklich nicht, dieser nicht chronologische,  Geschichtenroman,in dem man erst sp\u00e4t in Verwicklungen der handelnden Prtagonisten AK, Hans  Pieszeck hineinkommt  aber eine sch\u00f6ne Sprache, ein sch\u00f6ner aber auch harter Sound, der wohl, als die Meyerische Spezialit\u00e4t gerechnet wird, die sich durch das Buch zieht, das eine Welt beschreibt, die den meisten Lesern von &#8220;Buchpreisromanen&#8221; wohl eher unbekannt ist, aber dennoch \u00e4u\u00dferst faszinierend ist und wof\u00fcr Clemens Meyer, wenn schon nicht den dBp, dann doch den &#8220;Bremer Buchpreis bekommen  hat und 2020 auch den &#8220;Klopstock-Preis&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit hat das Buch trotz seiner teilweisen Unverst\u00e4ndlichkeit weswegen ich auch sehr lange zum Lesen brauchte, gut gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob es den DBp verdient h\u00e4tte, kann ich nicht sagen, habe ich von der LL- 2013 bis jetzt ja nur f\u00fcnf B\u00fccher gelesen, der &#8220;Fr\u00fchling der Barbaren&#8221; von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/10\/ins-erzaehlen-fluechten\/\">Jonas L\u00fcscher<\/a>,  k\u00e4me jetzt als n\u00e4chstes dran, da jetzt aber die Neuerscheinungen kommen und mir <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/23\/marktbesuch-in-der-zombie-apokalypse\/\">Doris Kloimstein<\/a> k\u00fcrzlich den &#8220;Corona Fehlalarm?&#8221;  von dem Ccorona kritischen Arzt Sucharit Bhakadi brachte, der mich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">themenbedingt<\/a> nat\u00fcrlich sehr interessiert, wei\u00df ich aber nicht, wann ich dazu komme.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit Buchpreisbacklistlesen und zwar mit einem Shortlist Buch des Jahres 2013 und das warein sehr interessantes Jahr, denn da habe ich mich ja schon sehr f\u00fcr den dBp interessiert, habe begeistert von den wenigen B\u00fcchern, die ich &hellip; 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