{"id":8699,"date":"2011-09-11T00:05:51","date_gmt":"2011-09-10T22:05:51","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8699"},"modified":"2011-09-11T00:05:51","modified_gmt":"2011-09-10T22:05:51","slug":"gedanken-zu-nine-eleven","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8699","title":{"rendered":"Gedanken zu nine eleven"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Was haben Sie am elften September 2001 gemacht?&#8221;, lautet derzeit<br \/>\n\u00fcberall die Frage und im Mittagsjournal gab es vorgestern wissenschaftliche Untersuchungen, die belegten, da\u00df das die Leute gar nicht so genau wissen, sondern nur zu wissen glauben.<br \/>\n&#8220;Ich wei\u00df es, glaube ich, denn ich habe einen meiner letzten Sommerspazierg\u00e4nge gemacht, den ich schon am Vormittag abgebrochen habe, vor einer B\u00fccherkiste einer der zwei Buchhandlungen auf der Wiedner Hauptstra\u00dfe stehenblieb, John Irving &#8220;Pension Grillparzer&#8221;, um damals wahrscheinlich zehn Schilling in der Hand hielt,  \u00fcberlegte und doch nicht kaufte.<br \/>\nEs war bewegter Sommer, den ich, glaube ich, in Wien verbrachte. Im Juni wurde das Museumsquartier er\u00f6ffnet, da kam die Elke zur Anna nach Wien, mit ihr sind wir mit den Hundertmarks eine Woche in ein Ferienh\u00e4uschen nach D\u00e4nemark gefahren, wo ich die Geschichte &#8220;Mowenflug ode Sedelmayers Erz\u00e4hlungen&#8221; schrieb, deren Elemente auch in &#8220;Besessen oder das literarische Leben der Dora Faust&#8221; enthalten ist und das, mein erstes oder zweites Buch, das ich mir bei Novum drucken lie\u00df, habe ich in diesen Herbst geschrieben und vorher im Sommer, den wir, glaube ich, in Wien verbrachten, mit Richard Miklins &#8220;Literarischen Stadtf\u00fchrer&#8221; ausf\u00fchrliche Spazierg\u00e4nge durch Wien gemacht. Elf gibt es darin, die von der Inneren Stadt bis nach Grinzing f\u00fchren und dabei habe ich auch die Figur der amerikanischen Lehrerin Suzie Holland, die von ihrer j\u00fcdischen Tante, die aus Wien emigirieren mu\u00dfte, eine Reise dorthin geschenkt bekam und Dora Faust im Kaffeehaus trifft, erfunden und habe mich in ihre Person hineinversetzt. Die in im Holiday Inn in der Margaretenstra\u00dfe wohnt, am Abend zum Opernkonzert am Rathausplatz geht, etc, einer der letzten Spazierg\u00e4nge, das habe ich auch in ein kleines B\u00fcchlein aufgeschrieben, war am 11. 9., da hatte ich am Nachmittag eine Kinderstunde, dazwischen habe ich telefoniert und die Anna hat mir gesagt, das World Trade Center ist eingest\u00fcrzt und da habe ich zuerst an Wien gedacht. Am Abend bin ich etwas durcheinander zu einem Galerierundgang aufgebrochen und habe am n\u00e4chsten Tag bei einer Supervion viel dar\u00fcber gesprochen, dann kam die Medienberichterstattung und seither hat sich die Welt ver\u00e4ndert. Ist viel sicherer oder auch unsicherer geworden, ich bin seither nicht mehr geflogen, weil ich mich nicht durchsuchen und durchscannen lassen will und es sind was das Literarische betrifft, B\u00fccher seither entstanden. Manche meinen ja, ich schreibe zu viel, ich glaube das nicht unbedingt und, um die Zeit des elften Septembers, die ja in Wien eine sehr kulturbewegte war, kann ich mich auch auf eine F\u00fchrung durch die Studios des ORFs und das Radio Kulturhaus in der Argentinierstra\u00dfe erinnern und an die Er\u00f6ffnung des Mumoks im Museumsquartier, da gab es Gratisf\u00fchrungen durch das Haus und das ist mir eingefallen, weil es am Samstag auch so war, auch das Mumok, feiert sein Jubil\u00e4um, bzw. \u00fcberhaupt seine Neuer\u00f6ffnung mit der neuen Direktorin Karola Kraus  und da gab es, entnahm ich dem  Standard mit dem &#8220;Museum der W\u00fcnsche&#8221;, ein gro\u00dfes Fest, beziehungsweise einen Tag der offenen T\u00fcr mit Gratisw\u00fcrsteln und st\u00fcndlichen F\u00fchrungen. Die hat es 2001 auch gegegeben und seit war ich auch immer wieder im Mumok, in New York, seit wir 1997 zwei Wochen dort waren, nicht mehr, aber Dieter Schrage, der am 29. Juni gestorben ist, f\u00fchrte regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr den Augustin am Freitagnachmittag durch das Haus, einmal haben wir den Nitsch bei einer  seiner Ausstellungen dort getroffen und eine eine F\u00fchrung im Rahmen der Aktion &#8220;Hunger auf Kunst und Kultur&#8221; gab es auch einmal. So ist mir das Haus und seine Sammlungen, obwohl ich ja nicht unbedingt eine Anh\u00e4ngerin der konkreten oder der Konzeptkunst bin,  auch wenn ich regelm\u00e4\u00dfig zu den Vernissagen des Herrn Linders in die Schmalzhofgasse gehe, aber ein wei\u00dfer W\u00fcrfel ist f\u00fcr mich ein wei\u00dfer W\u00fcrfel und nicht unbedingt Kunst, tut mir leid,-vertraut und ich bin am Vormittag, nachdem ich meine K\u00e4sekrainer verzehrt hatte, auch \u00fcber zwei Stunden durch das Haus marschiert und habe immer wieder den F\u00fchrungen zugeh\u00f6rt. Da gab es zwei F\u00fchrer, einen Mann und eine Frau, die Frau f\u00fchrte sachlich durch die S\u00e4le, nannte die Name der Werke und der K\u00fcnstler und erkl\u00e4rte was dazu, der Mann hielt philosophische Votr\u00e4ge, ob eine Pfeife auf einem Bild die Wirklichkeit oder nur deren Abbild darstelt und was wir sehen, wenn wir eine Schachtel oder eben den wei\u00dfen Kubus betrachten, sehr interessant und um wieder zu nine elefen und New York, das ich seither nicht mehr gesehen habe, zur\u00fcckgekommen.<br \/>\nLiterarisch hat mich der elfte September sicher auch gepr\u00e4gt, obwohl die Dora Faust au\u00dfer h\u00f6chsten in der Person der amerikanischen Deutschlehrerin mit den Wiener Vorfahren nichts damit zu tun hat. Einige Satiren sind aber entstanden, in denen ich mich damit besch\u00e4ftige, wie man friedlich auf solche Terroranschl\u00e4ge reagieren kann, wie zum Beispiel &#8220;Realistisch betrachtet oder WVBHSG&#8221;, das ich beim Volksstimmefest gelesen habe und das auch in einer der Anthologien abgedruckt ist und die Weltverbesserungsgruppe des Max gibt es  in der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_glueck_in_der_nische.html\">&#8220;Globalisierungsnovelle&#8221;<\/a> zu finden und ist im Prolog nachzulesen.<br \/>\nDieses Wochenende ist der Standard voll mit Berichten \u00fcber den 11. September und es gibt auch viel Literatur dar\u00fcber. So hat sich Kathrin R\u00f6ggla. glaube ich, damit besch\u00e4ftigt und war auch zu dieser Zeit in New York und mir hat sich der Vormittag des 11. Sepember, als ich vom letzten Sommerspaziergang zur\u00fcckgekommen bin und mir kurz \u00fcberlegte, ob ich nicht vielleicht doch die &#8220;Pension Grillparzer&#8221; kaufen soll, auch eingepr\u00e4gt. Am Freitag darauf gab, es glaube ich, &#8220;Rund um die Burg&#8221; und da haben sich die Veranstalter entschuldigt und \u00fcberlegt, ob sie absagen oder abhalten sollten, ich habe glaube ich diese Nacht nicht dort \u00fcbernachtet, aber Daniel Kehlmann mit seinen &#8220;Fernsten Ort&#8221; geh\u00f6rt und der war dann auch in der Alten Schmiede und wurde von einigen Studenten kritisiert, wor\u00fcber sich ein Mann mit braunen Anzug und roten Kopf mokierte und Kurt Neumann die Diskussion abbrach, eine Stelle, die man in ver\u00e4nderter Form, auch in der &#8220;Dora Fraust&#8221; finden kann.<br \/>\nSeither sind zehn Jahre vergangen, das Museumsquartier feiert  sein Jubil\u00e4um, ich habe viel geschrieben, die Welt ist viel sicherer oder auch unsicherer geworden, es gibt Naktscanner, Fingerprints und andere Kontrollma\u00dfnahmen, es gibt Facebook, Twitter und alle haben inzwischen Handies, New York ist wieder im Hochsicherheitzustand und viele Krisen und einige Regierungswechsel haben wir seither auch erlebt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Was haben Sie am elften September 2001 gemacht?&#8221;, lautet derzeit \u00fcberall die Frage und im Mittagsjournal gab es vorgestern wissenschaftliche Untersuchungen, die belegten, da\u00df das die Leute gar nicht so genau wissen, sondern nur zu wissen glauben. &#8220;Ich wei\u00df es, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8699\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-8699","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8699\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}