{"id":8831,"date":"2011-09-18T16:42:35","date_gmt":"2011-09-18T14:42:35","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8831"},"modified":"2011-09-18T16:42:35","modified_gmt":"2011-09-18T14:42:35","slug":"literatursplitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8831","title":{"rendered":"Blaues Sofa und andere Literatursplitter"},"content":{"rendered":"<p>Ich sitze bei dem wundersch\u00f6nen Sp\u00e4tsommerwetter auf der Terrasse und h\u00f6re Ex-Libris, wo gerade Michael Stavarics &#8220;Nadelstreich und Tintenzisch&#8221;, besprochen wird und habe mich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/17\/zwanzig-jahre-rund-um-die-burg\/\">dieses Wochenende<\/a> ja wieder einmal \u00e4u\u00dferst intensiv mit der Literatur besch\u00e4ftigt. So habe ich gestern, als ich um etwa sechs nach Hause gekommen bin, meinen Blogeintrag geschrieben und mich dann, weil die anderen Blogs davon berichtet haben, mit der neuen Literatursendung des ZDFs dem <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/9\/0,1872,8350825,00.html?dr=1\">&#8220;Bauen Sofa&#8221;<\/a>, das Wolfgang Herles pr\u00e4sentiert und das am Freitag sp\u00e4t am Abend, wie bei Literatursendungen \u00fcblich, das erste Mal gesendet wurde, besch\u00e4ftigt. Zumindestens bei den Blogs, die ich lese, zum Beispiel, dem literaturcafe. de wird das ja als gro\u00dfe Sensation bewertet und ich w\u00fcrde sonst nichts dar\u00fcber wissen, denn ich fernsehe ja nicht und Freitag um elf, war ich im Zelt. Aber Dank Internet kann ich es nachsehen und das war interessant, denn auch dar\u00fcber lassen sich literarische Betrachtungen anstellen.<br \/>\nSo gab es ja bis vor einigen Jahren, die sehr erfolgreiche Literatursendung &#8220;Lesen&#8221; in Deutschland von Elke Heidenreich, die sich dar\u00fcber mokierte, da\u00df das Fernsehen die Literatur so sp\u00e4t ansetzt. Sie wurde entlassen, ist mit ihrer Sendung ins Internet abgewandert und hat nach einem Jahr damit aufgeh\u00f6rt, weil es  offenbar nicht so viele Leute gab, die die Sendung abgerufen haben. Das ZDF kreierte dann die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/07\/12\/vorleser-in-der-sommerfrische\/\">&#8220;Vorleser&#8221;<\/a>, die inzwischen auch eingestellt wurde. Ich habe mich schon damals \u00fcber den elit\u00e4ren Anspruch die diese Sendung hatte, mokiert.<br \/>\n&#8220;Bitte keine unverlangten Buchsendungen! Nur wir w\u00e4hlen aus was genommen wird!&#8221;<br \/>\nUnd das ist bei neunhunderttausend j\u00e4hrlichen Neuerscheinungen sehr schwer, drei vier B\u00fccher auszuw\u00e4hlen und die Moderatoren werden wahrscheinlich sehr umworben und agieren entsprechend selbstbewu\u00dft. So ist das auch bei Wolfgang Herles, den ich vom Blauen Sofa von Leipzig und von Frankfurt kenne und da man sich diese halbst\u00fcndigen Buchpr\u00e4sentationen im Internet abrufen kann, ist mir das blaue Sofa sehr vertraut. Das neue blaue Sofa hat ein etwas antikeres Design und wurde zum Beispiel auf einen Gletscher hinaufgekarrt, weil Wolfgang Herles dort <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/05\/eistau-zum-saisonstart\/\">Ilija Trojanow<\/a> interviewte. Au\u00dferdem k\u00fcndigte er vorher an, da\u00df es in seiner Sendung Verisse geben w\u00fcrde. So geschehen bei Ferdinand von Schirachs &#8220;Der Fall Collini&#8221;, da steht dann Wolfgang Herles mit gl\u00e4nzenden Augen und erhobenen Zeigefinger da und sagt emp\u00f6rt &#8220;So geht das nicht!&#8221;<br \/>\nWieso wei\u00df er das so genau? Kann er ja nur seine subjektiven Eindr\u00fccke wiedergeben und entm\u00fcndigt er damit nicht die Leute, die sich um dreiundzwanzig Uhr am Abend vor den Fernseher setzen um Literatursendungen anszuschauen? Denn die wissen wahrscheinlich selber, ob das Buch gelungen ist oder nicht. Und warum mu\u00df es eigentlich Verisse geben? Wolfgang Herles sagt in dem Trailer, wo er \u00fcber die B\u00fccher spricht, die es gerade nicht in seine Sendung geschafft haben, so zum Beispiel den neue Haslinger, da\u00df er das nur bei einem Erfolgsautor machen w\u00fcrde, aber warum mu\u00df er das \u00fcberhaupt tun? Reicht es nicht, auf die B\u00fccher hinzuweisen und die Leute selbst entscheiden zu lassen ob es ihnen gef\u00e4llt oder nicht?<br \/>\nLiteratursendungen sind elit\u00e4re Angelegenheiten, das habe ich schon begriffen, sie werden aber meistens sehr schnell eingestellt, ob das damit zusammenh\u00e4ngt? Die Sendungen werden selber meistens zerissen. So ist das <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/das-blaue-sofa-im-zdf-den-alten-mann-bitte-nicht-mehr\/\">literaturcafe<\/a> z.B. gar nicht damit eingefallen und ich habe, abgesehen davon, da\u00df mir die autori\u00e4re Haltung des Moderators nicht gefallen hat, erfahren, da\u00df Wolfgang Herles Judith Schalanskys &#8220;Der Hals der Giraffe&#8221; sehr gut gefallen hat. Ich w\u00fcrde das Buch auch sehr gern lesen, wartete aber immer noch auf Peter Roseis &#8220;Geld&#8221;, denn am Montag ist zwar ein B\u00fccherpackerl gekommen, aber da stand &#8220;Grosses Finale f\u00fcr Novak&#8221; darauf und das habe ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/12\/grosses-finale-fur-novak\/\">besprochen<\/a>. Da ich das Buch zur\u00fcckschicken wollte, habe ich es nicht gleich aufgemacht und bin ich jetzt erst darauf gekommen, da\u00df der Rosei dabei war. So kann ich es paralell mit der Pr\u00e4sentation am Dienstag in der Nationalbank lesen, gleichzeitig kann ich mich mit den Ohrenschmaus-Texten besch\u00e4ftigen, die auch gekommen sind.<br \/>\nBei der eigenen Korrekturarbeit halte ich wieder bei der Szene sechs und der Alfred beginnt jetzt seine Korrekturen in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/13\/friedhof-ungelesener-bucher\/\">&#8220;Zwillingswelten&#8221;<\/a> einzuarbeiten.<br \/>\nAnsonsten raucht mir der Kopf von den vielen Neuerscheinungen. Ein vierundzwanzig Stunden Literaturfestival ist ja sehr beeindruckend, au\u00dferdem sind die Feuilletons von Presse und vom Standard voll von den Neuerscheinungen und Josef Winklers Post aus Indien &#8220;Sonnenk\u00f6nig auf der Bierkiste&#8221;.<br \/>\nWir hatten heute ein fast literarisches Mittagessen mit dem Karli auf der Terrasse, der mir erz\u00e4hlte, da\u00df er gerade den &#8220;Hasen mit den Bernsteinaugen&#8221; gelesen hat, ein Buch, das ebenfalls in Ex Libris besprochen wurde und ich werde nachsehen gehen, ob das Sturmfest im Margaretner Planquadrat heute ist, bevor ich  die Zeitungsfeuilletons lese, die Shortlist des Fm4-Preises wurde jetzt auch bekanntgeben und am Freitag wird die Zirkusanthologie im Phil vorgestellt.<br \/>\nAnsonsten geht bei den B\u00fccherblogs die <a href=\"http:\/\/zwillingsleiden.blogspot.com\/2011\/09\/my-week-37.html\">Diskussion um die Rezensionsexemplare<\/a> weiter, beziehungsweise die Emp\u00f6rung dar\u00fcber, da\u00df die Verlage dazu \u00fcbergehen, die elektronisch zu verschicken, was eine Entwicklung ist, die mir logisch erscheint, aber sicher gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist. Da\u00df die Blogger schreiben, da\u00df sie das nicht wollen, kann ich auch verstehen, weniger, da\u00df die Bloggerszene \u00fcber diese Blogger herf\u00e4llt, meint, da\u00df sie froh und dankbar sein und sich die B\u00fccher kaufen sollen und, da\u00df sich die dann noch bei den Verlagen entschuldigen&#8230;<br \/>\nMein B\u00fccherstand w\u00e4chst munter weiter, so habe ich mir am Donnerstag bei Reichmann auf der Wiedner Hauptstra\u00dfe, der immer noch abverkauft, aus der Ein-Euro-Kiste vier Taschenb\u00fccher gezogen, darunter Thomas Bernhards &#8220;Ein Kind&#8221; und Erich Hackls &#8220;Auroras Anla\u00df&#8221; und bei Fix Poetry habe ich H.G. Adlers &#8220;Gesammelte Gedichte&#8221; gewonnen, was ich auch fast \u00fcbersehen h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze bei dem wundersch\u00f6nen Sp\u00e4tsommerwetter auf der Terrasse und h\u00f6re Ex-Libris, wo gerade Michael Stavarics &#8220;Nadelstreich und Tintenzisch&#8221;, besprochen wird und habe mich dieses Wochenende ja wieder einmal \u00e4u\u00dferst intensiv mit der Literatur besch\u00e4ftigt. 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