{"id":8882,"date":"2011-09-23T01:01:20","date_gmt":"2011-09-22T23:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8882"},"modified":"2011-09-23T01:01:20","modified_gmt":"2011-09-22T23:01:20","slug":"unterm-messer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8882","title":{"rendered":"Unterm Messer"},"content":{"rendered":"<p>Eva Rossmann greift in ihren j\u00e4hrlichen Krimi immer aktuelle Themen auf. In &#8220;Unterm Messer&#8221; geht es um Sch\u00f6nheitsoperationen oder, um viel viel mehr und so hetzen wir uns auch durch durch die zweihundertsiebzig Seiten.<br \/>\nEs beginnt ganz harmlos und doch spannend, wie meistens in einem Mira Valensky Krimi. Mira, die Chefreporterin vom Magazin f\u00e4hrt ins steirische Vulkanland in die Sch\u00f6nheitsoase des Professor Gr\u00fcnwalds und soll \u00fcber seine Beautyfarm berichten. Eigentlich ist das ein Wellnesshotel, man kann sich aber auch seine Nasen, Busen und Penise richten lassen.<br \/>\n&#8220;Nein, die nicht!&#8221;, beteuert Professor Gr\u00fcnwald, der eigentlich kein richtiger ist, sondern ein gew\u00f6hnlicher Wald und Wiesen Dermatologe, denn laut Nachrichten wissen wir, da\u00df sich in \u00d6sterreich jeder Arzt Sch\u00f6heitschirurg nennen darf und, da\u00df das der Gesundheitsminister \u00e4ndern will.<br \/>\nMira steht also auf der ersten Seite im oder vor dem OP und sieht zu, wie einer Patientin Salzs\u00e4ure ins Gesicht gespritzt wird. Die will sich versch\u00f6nern lassen, Mira graust, so hetzt sie aufs Klo und ver\u00e4rgert etwas sp\u00e4ter den Professor beim Professor Dinner, bei der Frage, wie oft er sich schon operieren hat lassen? Was den Star- und Sch\u00f6nheitsguro in Verlegenheit bringt, so verl\u00e4\u00dft Mira den Speisesaal, kommt aber wegen ihres schlechten Orientierungssinn in den Keller, wo ihr eine alte Nonne gegegnet, die in der Sauna eine ihrer j\u00fcngeren Ordensschwestern tot aufgefunden hat.<br \/>\nManchmal wird meiner Meinung nach die freundliche engagierte Eva Rossmann etwas makaber, in diesem Buch an der Stelle, wo der Gerichtsmediziner die Leiche anfassen will und Mira schreit &#8220;Halt,sie ist niedertemeraturgegart!&#8221;<br \/>\nMira, die K\u00f6chin wei\u00df das von ihren Steaks, die Leute im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/21\/von-der-nationalbank-zur-kriminacht\/\">Cafe Museum<\/a> am Dienstag lachten an der Stelle und mir ist eingefallen, da\u00df mir in &#8220;Kaltes Fleisch&#8221; nicht gefallen hat, da\u00df eine der Personen, so einfach in der Tiefk\u00fchltruhe verschwunden ist.<br \/>\nMira wird indessen zuerst in ihrem Zimmer eingesperrt, dann aus dem Sch\u00f6nheitshotel geworfen, sie kommt aber mit ihrer Freundin Vesna wieder und schlecht sich nachts durch die H\u00fcgeln von der anderen Seite in den Keller, wo sie ein geheimes Labor mit M\u00e4usen entdeckt.<br \/>\nEva Rossmanns Spezialit\u00e4t ist die Fragestellung. So hantelt sie sich von Frage zu Frage und Mira Valensky kurbelt die Handlung durch ihre Phantasien und ihr Mi\u00dftrauen an. Sie hat in Wien eine Katze und ihren Mann Oskar Kellerfreund, der sie in fr\u00fcheren Krimis schon mal betrogen hat. Jetzt bandelt Mira ein wenig mit dem Gerichtsmediziner Karl Simatschek an und lernt die achtzigj\u00e4hrige Nonne, Schwester Gabriela, die eigentlich Medizin studiert hat und sehr kritisch ist, n\u00e4her kennen. Die erz\u00e4hlt ihr, da\u00df  Schwester Cordula, die  Biologin war vom Kloster weg wollte, weil ihr die Sch\u00f6nheitsoperationen nicht mehr gefallen haben und schickt Mira zu einer Genforscherin, die fr\u00fcher in Gr\u00fcnwalds Labor gearbeitet hat. Inzwischen wird der derzeitige Forschungsleiter ermordet. Schwester Gabriela trotz ihres Ordenskleides und ihrer achtzig Jahre verd\u00e4chtigt, so da\u00df die sich in einen religi\u00f6sen Wahn fl\u00fcchten mu\u00df und st\u00e4ndig zu beten beginnt, w\u00e4hrendessen Mira weiterforscht und vom hundersten ins tausensten kommt.<br \/>\nEs bewegen sich in Gr\u00fcnwalds Hotel und Forschungsfirma n\u00e4mlich verd\u00e4chtige S\u00fcdamerikaner, die einer rechten Partei angeh\u00f6ren. Wollen die menschliche Kampfmaschinen z\u00fcchten? Und hochgez\u00fcchtete Schafe gibt es auch in einem Bauernhof und Athleten, die zuerst alle ReKorde schlugen, sp\u00e4ter dann an Krebs erkrankten, denn Professor Gr\u00fcnwald begn\u00fcgte sich nicht mit Sch\u00f6nheitsoperationen. Er will durch Genmanipulationen an das ewige Leben und zur ewigen Jugend kommen, landet schlie\u00dflich selbst am Operationstisch und bekommt vom M\u00f6rder Botox gespritzt, so da\u00df ihn Mira, obwohl sie ihn  nicht leiden kann, letztendlich rettet und daf\u00fcr  eine kleine Portion Salzs\u00e4ure ins Gesicht gespritzt bekommt.<br \/>\nEnde gut, alles gut, am Schlu\u00df sitzen alle in Miras Wohnung. Mira serviert ihren Gerichtsmediziner die k\u00f6stliche mexikanische Mole und sagt &#8220;Kann schon sein, da\u00df wir ohnehin ewig leben, eine unme\u00dfbare Anzahl von Augenblicken lang.&#8221;<br \/>\nEva Rossmann ist eine flei\u00dfige Schreiberin, hat sie jetzt ja schon dreizen Krimis geschrieben, die alle spannend sind und die ich auch alle lese, obwohl ich dann immer wieder von dem Muster schreibe, nach denen die Romane gestrickt sind und sie sind auch ein wenig \u00fcbertrieben. Die Handlung wird vorangetrieben, w\u00e4hrend auf der anderen Seite dann wieder nicht so viel passiert. Obwohl zwei Morde gibt es in &#8220;Unterm Messer&#8221; schon und ganz besonders interessant, um Sch\u00f6nheitsoperationen geht es dabei fast gar nicht, obwohl das ja ein derzeit aktuelles Thema ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eva Rossmann greift in ihren j\u00e4hrlichen Krimi immer aktuelle Themen auf. In &#8220;Unterm Messer&#8221; geht es um Sch\u00f6nheitsoperationen oder, um viel viel mehr und so hetzen wir uns auch durch durch die zweihundertsiebzig Seiten. 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