{"id":88936,"date":"2020-09-18T00:46:02","date_gmt":"2020-09-17T22:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=88936"},"modified":"2020-09-18T00:46:02","modified_gmt":"2020-09-17T22:46:02","slug":"ich-an-meiner-seite","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=88936","title":{"rendered":"Ich an meiner Seite"},"content":{"rendered":"\n<p>B<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/27\/serpentinen\/\">uch<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/09\/aus-der-zuckerfabrik\/\">sieben<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/08\/31\/der-halbbart\/\">der<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/deutscher-buchpreis\/\">deutschen<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/08\/18\/die-neue-deutsche-buchpreisliste-2\/\"> Buchpreisliste<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/12\/allegro-pastell\/\"> und<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/08\/17\/triceratops\/\">der <\/a>erste oder zweite Roman der 1985 im Pongau geborenen Birgit Birnbacher, die Soziologe studierte, als  Sozialarbeiterin gearbeitet hat und  2019 den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/30\/wieder-einmal-bachmannpreis-2\/\">&#8220;Bachmannpreis&#8221; <\/a>gewonnen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Debut <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/03\/wir-ohne-wal\/\">&#8220;Wir ohne Wal&#8221; <\/a>mit dem sie auch f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/02\/alpha-literaturpreis-an-marie-luise-lehner\/\">&#8220;Alpha&#8221;<\/a> nominiert wurde und auf das ich durch den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/bloggerdebutshortlist\/\">&#8220;Bloggerdebutpreis&#8221;<\/a> aufmerksam geworden bin, habe ich gelesen und hatte meine Schwierigkeiten, weil ich so schnell von einer Geschichte oder Kapitel nicht zum n\u00e4chsten springen konnte und daher den Romaninhalt nicht ganz erfa\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bachmanngeschichte der &#8220;Schrank&#8221;hat mir aber sehr gefallen und, ich glaube, ich habe beim Publikumsvoting auch daf\u00fcr gestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich an meiner Seite&#8221; wurde auch bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/30\/wieder-bei-den-o-tonen\/\">O-T\u00f6nen<\/a> vorgestellt und da mu\u00dfte der Moderator die Autorin nach dem realistischen Thema, es geht ja um einen Haftentlassenen fragen und wunderte sich dar\u00fcber, da\u00df eine Soziologin Romane schreibt oder so und das ist glaube ich, auch das Dilemma des Romanes, beziehungsweise der Birigit Birnbacher oder des Anspruches, da\u00df vielleicht nur dann etwas als literarisch gilt, wenn es sehr abgehoben ist und damit habe ich ja, die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">realistisch schreibende erfolglose Autorin<\/a> meine Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Lesung bin ich auch nicht ganz mitgekommen, was ja nat\u00fcrlich ist, wenn man aus einem Buch nur Ausz\u00fcge h\u00f6rt und jetzt, denke ich, da\u00df es sehr schwer und wahrscheinlich unm\u00f6glich ist, auf eine literarisch anerkannte Art, die Geschichte eines Haftenlassenen zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p> Da geht es mir dabei wahrscheinlich \u00e4hnlich wie bei<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/05\/blauschmuck\/\"> &#8220;Blauschmuck&#8221;<\/a> wo ich ja auch dachte, so spricht eine t\u00fcrkische Unterschichtfrau nie im Leben bei &#8220;Ich an meiner Seite&#8221; ist es noch viel viel schwieriger, da Birgit Birnhaber meiner Meinung nach hier zu oft von einem Stil und einer Zeitebene zur anderen hinundherpendelt, obwohl das Buch von der Kritik  sehr gelobt wird und es vielen auch sehr gefallen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Birigt Birnbacher erw\u00e4hnte bei den O-T\u00f6nen noch, da\u00df ihr Arthur nach einem realien Vorbild geschrieben wurde und ich mu\u00df sagen, das Buch hat mich sehr verwirrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es beginnt mit einer Fahrt von St. P\u00f6lten nach Wien, da f\u00e4hrt Arthur auf die Universit\u00e4t und traut sich dann nicht hinein, weil er hat ja eine Haft hinter sich und das darf er den Mitstudenten nicht verraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es zur\u00fcck oder nach vor. Das Buch wechselt, wie schon geschrieben, sehr oft die zeitlichen Ebenen. Da ist jedenfalls Arthur zweiundzwanzig, der eine drei j\u00e4hrige Haftstrafe hinter sich hat. Man erf\u00e4hrt lange nicht, das wurde auch bei den O-T\u00f6nen thematisiert, warum er gesessen ist,<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat jedenfalls einen Bew\u00e4hrungshelfer oder komischen, sprich unkonventionllen Therapeuten namens Dr. Vogl genannt Bird, der an ihm ein besonderes &#8220;Starring&#8221; genanntes programm ausprobieren will, wo er in &#8220;Schwarzschrift&#8221; alles aufschreiben soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Sigmund Freud hat, das glaube, ich freies Assoziieren genannt. Aber bei Birgit Birnbacher ist alles komplizierter und Arthur schreibt auch alles sch\u00f6n auf und da erfahren wir teilweise ganz realistisch und das fand ich sehr gut, den Lebenslauf des Arthur, auch wenn der wieder ganz sch\u00f6n verwirrend ist.<\/p>\n\n\n\n<p> Er ist in Bischofshofen in einer Eisenbahnsiedlung aufgewachsen, hat einen Bruder, der Vater hat die Mutter bald verlassen und er sollte eigentlich auch Mario hei\u00dfen. Die Mutter fand dann bald einen anderen Freund und ging mit ihm und den Kindern nach Andalusien, um dort ein luxus Sterbehospitz zu gr\u00fcnden, was auch schon mal ganz ungew\u00f6hnlich ist, das von einer Eisenbahnsiedlung aus zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p> Es gibt dann einen Freund und eine Freundin und einen Unfall, die Freundin ertrinkt, Arthur f\u00fchlt sich an ihrem Tod schuldig und kehrt kurz nach der Matura nach \u00d6sterreich zur\u00fcck. Dort hat er kein Geld und kommt so in den Betrug hienein, der ihn drei jahre ins Gef\u00e4ngnis bricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist er entlassen und soll resozialisiert werden, hat den schon erw\u00e4hnten Bew\u00e4rungshelfer, wohnt in einer betreuten WG und soll Bewerbungsschreiben schreiben und Praktika machen.<\/p>\n\n\n\n<p> Da\u00df ein Haftentlasser in der Gesellschaft wie dieser, seine Schweirigkeiten hat, ist auch sehr realistisch und Birgit Birnbacher versucht auch, glaube ich, mit dem Buch das aufzuzeigen, warum dann eine alte Exschauspielerin die an einer unhelbaren Kranheit leidet und Patientin in dem elterlichen Hospitz war, Arthur nach Wien mit ihren vierundzwanzig Stunden Betreuerinnen ins Hotel Bristol folgt, um ihn zu helfen, ist wahrscheinlich nicht ganz realistisch und warum sie nicht, wenn sie das schon tut, ihn nicht unter die Arme greift, sondern ihn seiner seltsamen Therapie und dem \u00e4hnlich seltsamen Wohnheim \u00fcberl\u00e4\u00dft, ist auch nicht klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Buch das &#8220;Jung und Jung&#8221; und auch der Literaturkritik gef\u00e4llt, bei &#8220;Amazon&#8221; schreiben die Leser, das Strafentlassene bisher eher etwas Fremdes f\u00fcr sie waren und ich bin nicht ganz sicher, ob man dem Thema nach diesem Buch wirklich n\u00e4her gekommen ist und auch nicht, ob das Leben des Vorbildes wirklich so wiederspr\u00fcchlich war, wie Birigt Birnhaber es in ihrem Roman schildert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch sieben der deutschen Buchpreisliste und der erste oder zweite Roman der 1985 im Pongau geborenen Birgit Birnbacher, die Soziologe studierte, als Sozialarbeiterin gearbeitet hat und 2019 den &#8220;Bachmannpreis&#8221; gewonnen hat. 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