{"id":9030,"date":"2011-09-27T23:39:28","date_gmt":"2011-09-27T21:39:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9030"},"modified":"2011-09-27T23:39:28","modified_gmt":"2011-09-27T21:39:28","slug":"verlagsvertrag-verlag-eigenverlag-selbstzahlerverlag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9030","title":{"rendered":"Verlagsvertrag, Verlag, Eigenverlag, Selbstzahlerverlag"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/26\/literaturhaus-feiern\/\">Literaturhausfeiern<\/a> gingen weiter mit einem Rechtsschwerpunkt am Nachmittag: Literaturhaus sozialrechtlich, steuerrechtlich, urheber- und vertragsrechtlich.<br \/>\nDa sa\u00df ich in meiner Praxis, machte meine Stunden und bin erst am Abend zur Literaturhausdiskussion &#8220;Ich zahl f\u00fcr mein Buch? &#8211; Verlagsvertrag, Verlag, Eigenverlag, Selbstzahlerverlag&#8221; mit Sandra Czillag von der Literar Mechana und Benedikt F\u00f6ger vom Hauptverband des \u00f6sterreichischen Buchhandels, moderiert von Gerhard Ruiss gegangen.<br \/>\nEin wichtiges Thema, weil es viele Vorurteile trifft und da kann ich mich, um wieder aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen meines Ged\u00e4chtnisses zu plaudern, an eine Veranstaltung in der Alte Schmiede vor drei\u00dfig oder so Jahren, als die noch im zweiten Stock in dem Hof stattfanden, der inzwischen wahrscheinlich eine Garage ist, erinnern, als ein Autor eine selbstgemachte Brosch\u00fcre pr\u00e4sentierte und Kurt Neumann erkl\u00e4rte, da\u00df so was keine Chance im Literaturbetrieb hat. Mein erster Kontakt mit diesem Thema, sp\u00e4ter las ich dann in Zeitschriften, da\u00df man seine Sachen nicht selber machen darf, weil man dann weder in den Pen noch sonst wohin kann, weil solches als unseri\u00f6s gilt. Damals hatte ich zaghaft meine F\u00fchler nach der Verlagslandschaft ausgestreckt und 1989, die &#8220;Hierarchien&#8221; an zweiundvierzig Verlage geschickt und zweiundvierzig Absagen bekommen. Da habe ich schon damals, dem damaligen Chef der BUMUK-Literaturabteilung Ministerialrat Unger einen Brief geschickt und um f\u00fcnfzehntausend Schilling Zuschu\u00df gebeten, damit ich es selber machen kann und das am n\u00e4chsten Tag Jack Unterweger geschrieben. Der mir daraufhin sofort ein Formular schickte, da\u00df er es in der Edition Wortbr\u00fccke machen wird. Dann kam das Buch mit einer ISBN-Nummer in einer f\u00fcnfhundert St\u00fcck Auflage, die Schachteln habe ich noch immer in Harland, weitere Jahre der vergeblichen Verlagssuche, irgendwann wollten Valerie Szabo, Elfriede Haslehner Hilde Langthaler und ich ein Vier-Frauenbuch machen. Elfriede Haslehner schrieb einen Kremser Kleinverleger an, der mehrere tausend Schilling von jeder haben und sich die Subvention als Lektoratshonorar verrechnen wollte. Das ist an meiner Absage gescheitert. Inzwischen kam langsam das Book on Demand auf. 2000 schenkte mir Alfred &#8220;Die Wiener Verh\u00e4ltnisse&#8221; in f\u00fcnfzig St\u00fcck zum Geburtstag, die er bei Digibuch\/Melzer drucken lie\u00df.<br \/>\nDann gab es eine von Gerhard Ruis veranstaltete Diskussion \u00fcber Book on Demands im Literaturhaus und 2005 machte ich, als ich das noch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">durfte<\/a>, dort eine Diskussion und Lesung &#8220;Selbstgemacht &#8211; Die Literatur neben dem Literaturbetrieb&#8221;, mit Uwe Bolius, der ein oder mehrere B\u00fccher bei BoD herausgab, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/03\/flaschenpost-an-josy\/\">Margot Koller<\/a>, die selbst verlegt, <a href=\"http:\/\/www.donauliteratur.at\/\">Ruth Asp\u00f6ck mit ihrem Kleinverlag die Donau hinunter<\/a> und mir, die ich die f\u00fcnfzig B\u00fccher, die ich mir jeweils drucken lasse, f\u00fcnfundzwanzig gibt es,<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/buecher.html\"> glaube ich jetzt schon<\/a>, Digitaldruck nenne und mich weigere mich als Eigenverlegerin zu bezeichnen.<br \/>\n&#8220;Wow!&#8221;, habe ich beim ersten Buch gedacht.<br \/>\n&#8220;Wie sch\u00f6n, wie schnell, wie billig!&#8221;<br \/>\nIst es auch, das Problem ist nur die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/10\/warum-wird-mein-manuskript-nicht\/\">Ignoranz des Literaturbetriebs und die Vorurteile<\/a>, die es immer noch dar\u00fcber gibt, da\u00df man dann nicht in den PEN eintreten darf, was ich ohnehin nicht kann, weil ich aus der GAV nicht austrete oder nie  mehr von einem Verlag genommen werden wird, etc.<br \/>\nStimmt  nicht, wie Beispiele, wie z.B. <a href=\"http:\/\/www.neleneuhaus.de\/ueber_mich.php\">Nele Neuhaus<\/a> <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/erfahrungsbericht-wie-aus-einem-stapel-gemalter-bilder-ein-kinderbuch-wurde\/\">und<\/a> <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/sachbuch-vergesst-print-on-demand-und-pfeift-auf-verlage-selbst-ist-der-autor\/\">anderen<\/a> beweisen, die ihre B\u00fccher bei BoD machen und durch gro\u00dfe Eigenwerbung, viel verkauften oder sogar irgendwann bei Ulstein landeten und die Sache mit den <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/e-books-selbst-verlegen-stolperfallen-und-denkfallen\/\">e-Books<\/a>, die ja jeder selbst bei Amazon einstellen kann, macht das Ganze noch einmal anders. Vorurteile gibt es aber immer noch und wie meistens bei solchen Veranstaltungen ein volles Literaturhaus, denn es gibt ja sehr viele Leute die schreiben und nicht alle finden ein Verlag.<br \/>\nSo hat mir gleich Elfriede Haslehner zugefl\u00fcstert, da\u00df sie gerade \u00fcber meine B\u00fccher gesprochen hat, Margit Heumann hat mir zugewinkt und es waren glaube ich, mehrere Selbstverleger oder Verlagssucher im Publikum. Gerhard Ruis stellte das Podium vor und begann gleich mit einer Frage zu den Verlagsvertragen, auf was man achten mu\u00df und was einen seri\u00f6sen Verlag ausmacht?<br \/>\nDas ist ganz einfach, ein seri\u00f6ser Verlag verlangt kein Geld, hat ein Lektorat und einen Vertrieb und macht f\u00fcr das Buch auch Werbung. Das Problem ist nur, er ist nicht nur in Zeiten, wie diesen mit den t\u00e4glich zwei bis drei unverlangten Zusendungen \u00fcberfordert und nimmt einen nicht, wenn er einen nicht kennt und weil da  einige \u00fcberbleiben hat sich der Gesch\u00e4ftszweig der sogenannten Selbstzahler und Zuschu\u00dfverlage herausgebildet, die auf die psychologische Schiene aufspringen und das Manuskript erst einmal loben. Sie machen es, wenn man so und so viele tausend Euro daf\u00fcr zahlt. Da mu\u00df man dann einen Vertrag unterschreiben, wo man alle Rechte verkauft und sich vielleicht verpflichtet sein Leben lang dem Verlag alle B\u00fccher anzubieten und von der Literaturwelt erntet man Spott und Hohn, kein Rezensent bespricht einen, man darf nicht im Literaturhaus lesen etc.<br \/>\nEine miese Sache, die abgelehnten Autoren scheinen sich trotzdem darum zu rei\u00dfen und fahren ein, was mir unverst\u00e4ndlich ist, da man es mit BoD oder mit der n\u00e4chsten Druckerei viel schneller und billiger machen kann.<br \/>\nDa\u00df man damit auch ein bi\u00dfchen Spott und Hohn ernten kann, erlebe ich gelegentlich im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">Literaturgefl\u00fcster<\/a>. F\u00f6rderung, Buchpr\u00e4mien und wahrscheinlich Preise lassen sich damit auch nicht bekommen. In der Autorensolidarit\u00e4t gibt es aber eine Portraitreihe, wo ich einmal pr\u00e4sentiert wurde, das Resultat war Streit mit der B., die ihren Ruf gef\u00e4hrdet sah, weil sie auf einem Foto mit mir abgelichtet war.<br \/>\nSo schlimm ist es zum Gl\u00fcck nicht, habe ich mit der Sophie Hungers ja sogar eine <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=8381\">Literaturhausrezension<\/a> bekommen und auch in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/06\/sophie-hungers-in-der-alten-schmiede\/\">Alten Schmiede<\/a> gelesen.<br \/>\nDie Vorurteile halten aber lang und manche Autoren scheinen auch wirklich so  unerfahren zu sein, da\u00df sie bei einem der Zuschu\u00dfverlage bezahlen. Ich denke mir, da\u00df sich das \u00e4ndern kann, wenn die Leute \u00fcber die Bods aufgekl\u00e4rt werden und habe das auch in die Diskussion eingebracht.<br \/>\nBenedikt F\u00f6ger erz\u00e4hlte auch von einem Nachbarn Thomas Bernhards, der ein Buch \u00fcber den gro\u00dfen Meister schrieb, es selbst ver\u00f6ffentlichte und daran so gut verdiente, da\u00df er es gar nicht mehr bei einem Publikumsverlag machen wollte.<br \/>\nDas gibt es also auch, obwohl sich das Dilemma zeigte, in der die Sache steckt. Denn ein Zuschu\u00df- und ein Publikumsverlag sind zwei verschiedene Dinge, der erstere ist ein Dienstleister und verkauft den Autoren B\u00fccher, der andere kauft sie ihnen ab. Wenn das Erstere seri\u00f6s geschieht ist nichts dagegen zu sagen, tut es derzeit offenbar nicht, obwohl der Novum Verlag, bei dem ich mir zw\u00f6lf B\u00fccher drucken lie\u00df und lange damit zufrieden war, bis mir der Digitaldruck.at ein Gratisbuch in Aussicht stellte, einen Wirtschaftspreis bekommen hat, weil er Autoren f\u00f6rdert und Arbeitspl\u00e4tze schafft.<br \/>\nF\u00fcr B\u00fccher zahlt man nicht, man bekommt f\u00fcr sie bezahlt, ist das Argument. Nur was tut man, wenn man, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, keinen Verlag findet und trotzdem schreiben will?<br \/>\nDa sind die Bods und der Digitaldruck ein wahrer Segen, finde ich. Mit der H\u00e4me mu\u00df man umgehen lernen und die Fragen aus dem Publikum zeigten, da\u00df ich nicht die einzige verlagslose Schreiberin bin. Soll man es nicht mit einer Agentur versuchen? Klar, nur die seri\u00f6sen Agenturen suchen einen genau, wie die Verlage aus und nehmen nicht jeden, die schlechten veranstalten Preisausschreiben, wo ich einmal ein Stipendium mit <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">&#8220;Tauben f\u00fcttern&#8221;<\/a> gerade nicht gewonnen habe. Weil mein Text aber so &#8220;gut&#8221; war, ihn um neunhundert statt um zweitausendf\u00fcnfhundert Euro lektorieren lassen h\u00e4tte k\u00f6nnen und weil ich das nicht wollte, einen kostenlosen Agenturvertrag bekam, nur im Erfolgsfall w\u00e4ren f\u00fcnfzehn Prozent zu zahlen gewesen. Ich bekam auch ein Angebot eines Renaissance-Verlags. Ich glaube, ich h\u00e4tte viertausend Euro f\u00fcr tausend oder so B\u00fccher zahlen m\u00fc\u00dfen. Im <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_rosenwuchs.html\">&#8220;Wilden Rosenwuchs&#8221;<\/a> habe ich dar\u00fcber geschrieben und das Buch bei der &#8220;Grundeinkommendiskussion&#8221;, die ich nicht mehr im Literaturhaus machen durfte, im Amerlinghaus vorgestellt.<br \/>\nSo ist der Stand der Dinge ein wenig hatschert, denn es schreiben offenbar mehr Leute, als die Verlage Kapazit\u00e4ten haben und die Zuschu\u00dfverlage gelten nicht als Dienstleister, sondern als Verlage, sind also  Mitglied beim Hauptverband und haben, weil sie an ihren Autoren viel verdienen, gro\u00dfe St\u00e4nde in Leipzig, Frankfurt und bei der Buch-Wien. Fangen die Autoren, die mit ihren Manuskripten dort herum gehen auch gleich ein oder verteilen gro\u00dfe Plastiktaschen, von denen ich einge zu Hause habe.<br \/>\nEine L\u00f6sung konnte die Diskussion nicht bringen. Irgendwie scheinen die erfolglosen Autoren \u00fcberzubleiben, die Literarmechana kann sie nur beraten, die IG Autoren ihre B\u00fccher nicht in ihren Katalog aufnehmen, allerdings wurde ein Ehrenkodex beschlossen, den Hauptverband, Literarmechana und IG-Autoren herausbringen wollen.<br \/>\nNachher gab es Wein, Knabbergeb\u00e4ck und Small talk zum Thema. Ich habe mich mit Helga Schwaiger, Elfriede Haslehner und einem Lyriker unterhalten, der auch gestern bei der Bibliotheksf\u00fchrung war und die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">&#8220;Absturzgefahr&#8221;<\/a> einige Male herumgezeigt. Am meisten \u00e4rgert mich da, wenn die Leute &#8220;sch\u00f6n&#8221; sagen, ohne in das Buch hineinzusehen. Denn wenn man das nicht tut, wei\u00df man nicht was drinsteht. Wenn man es nicht kaufen will, heute habe ich geh\u00f6rt, da\u00df Eigenverleger ihre B\u00fccher verkaufen d\u00fcrfen, w\u00e4hrend Gerhard Ruis fr\u00fcher sagte, da\u00df das den Autoren eigentlich verboten und es eine Grauzone ist, wenn sie sie auf Lesungen mitnehmen, kann man auf meiner <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">Homepage<\/a> nachsehen und Probelesen. Im Literaturgefl\u00fcster gibts den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/30\/vorschau-absturzgefahr\/\">Entstehungsbericht.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Literaturhausfeiern gingen weiter mit einem Rechtsschwerpunkt am Nachmittag: Literaturhaus sozialrechtlich, steuerrechtlich, urheber- und vertragsrechtlich. Da sa\u00df ich in meiner Praxis, machte meine Stunden und bin erst am Abend zur Literaturhausdiskussion &#8220;Ich zahl f\u00fcr mein Buch? &#8211; Verlagsvertrag, Verlag, Eigenverlag, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9030\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9030","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9030\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}