{"id":9067,"date":"2011-09-28T22:59:37","date_gmt":"2011-09-28T20:59:37","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9067"},"modified":"2011-09-28T22:59:37","modified_gmt":"2011-09-28T20:59:37","slug":"lesespuren-spurenlese","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9067","title":{"rendered":"Lesespuren &#8211; Spurenlese"},"content":{"rendered":"<p>Von den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/26\/literaturhaus-feiern\/\">Literaturhausfeiern<\/a> nun zur Wien Biblithek, denn da bekomme ich, seit ich mich, als es das gro\u00dfe Fest oder die Umsiedlung in die neuen R\u00e4ume gegeben hat, in den Verteiler eingetragen habe, die Einladungen zu den Veranstaltungen und gelegentlich gehe ich auch hin, das letzte Mal war das, glaube ich, bei dem Joe Berger Symposium <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/23\/hirnhausl\/\">&#8220;Hirnh\u00e4usl<\/a>&#8220;, ein Artikel der immer wieder gerne aufgerufen wird und jetzt gibt es etwas zu &#8220;Lesespuren &#8211; Spurensuche&#8221; oder &#8220;Wie kommt die Handschrift ins Buch?&#8221; und das ist ein Thema, das mich interessiert, denn ich bin ja eine, die in regen Austuausch zu ihren B\u00fcchern tritt. Zu ihren, aber ja, denn eine Bibliotheksleserin war ich nie, ich sammle ja und horte und gebe das, was ich habe, nicht gerne her. Seit es die B\u00fccherschr\u00e4nke gibt, ist ein Gro\u00dfteil meiner neuen B\u00fccher aber ein Zweit oder Drittbesitz und da ist und dar\u00fcber habe ich noch nicht geschrieben, die psychologische Seite interessant. Kann man ja davon ausgehen, da\u00df ein Teil der B\u00fccher aus Nachl\u00e4\u00dfen stammen und selbst, wenn der Vorleser sie nur so hergegeben hat, ist es interessant zu fragen, wer hat sie vorher besessen, welche Geschichte hat das Buch zu erz\u00e4hlen? Meistens erz\u00e4hlt es nichts. Manchmal ist ein Name oder ein Stempel darin zu finden, manches wurde auch aus Bibliotheken ausger\u00e4umt, so hat die Nationalbank ihre ausrangierten B\u00fccher in die Zieglergasse getragen und das ist interessant, denn der Bibliothekar von dort, wohnt bei mir im Haus. Manchmal schreiben die Leute auch Anmerkungen hinein, aber nicht sehr oft, ich zitiere das dann immer, beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/06\/das-wittgensteinprogramm\/\">&#8220;Wittgenstein-Programm&#8221;<\/a> war das der Fall und bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/14\/kurz-nach-4\/\">&#8220;Kurz nach 4&#8221;<\/a>. Meistens wei\u00df man nichts vom Vorbesitzer und kann dar\u00fcber phantasieren und ich bin eine, die die B\u00fccher, die sie nicht mehr hergibt, gebraucht. Das hei\u00dft, ich schreibe hinein. Als Studentin habe ich regelrechte Anmerkungen gemacht, jetzt streiche ich mir meistens nur die markanten S\u00e4tze an, weil ich mir einbilde, da\u00df ich das f\u00fcr das Besprechen brauche, aber meistens schaue ich dann gar nicht mehr soviel hinein, nur nach den Namen suche ich nat\u00fcrlich, um sie richtig zu schreiben und manchmal zitiere ich ja auch. Ich streiche mit Bleistift an, lasse es dann aber stehen, ich radiere nicht hinaus, da\u00df man das tun kann oder soll, habe ich erst w\u00e4hrend der Veranstaltung von Clemens J. Setz erfahren.<br \/>\nAuf dem Weg zum Rathaus bin ich \u00fcber ein paar Polizeiautos und Absperrungen gestolpert, die das Rathaus betroffen haben, denn dort hat im Hof gerade ein Fest der FP\u00d6 stattgefunden. Viele W\u00e4chter am Eingang, die einen aber passieren lie\u00dfen, als ich aber am Arkadenhof schon vorbei war, die Wien Bibliothek befindet sich  bei der Stiege sechs hinten, stand ein solcher am Weg und wollte mich irgendwo herausleiten und irgendjemand sagte in der Wien-Bibliothek, da\u00df das Tor geschlossen wurde.<br \/>\nDie Wien-Bibliothek hat aber ihr eigenes Publikum und ihr eigenes Programm. So er\u00f6ffnete die Direktorin Sylvia Mattl-Wurm und erz\u00e4hlte, da\u00df eigentlich ein der Band 12\/13 der &#8220;Sichtungen&#8221;, der gemeinsam mit der Nationalbibliothek herausgeben wird, pr\u00e4sentiert wird. Sie erl\u00e4uterte den Sinn dieses Periodikums ganz genau, es ist ein Projekt von Volker Kaukoreit, den ich von der Erich Fried Gesellschaft, bzw. einem Interview, das ich einmal mit ihm gemeinsam in Radio Orange machte, kenne, das er inzwischen mit Marcel Atze macht.<br \/>\nHerrn und Frau Lunzer habe ich im Publikum gesehen. Clemens J. Setz und Peter Rosei, die Beitr\u00e4ge in dem von Preasens herausgegeben Band haben, haben gelesen und Marcel Atze hat eine virtuelle F\u00fchrung durch die Ausstellung, die es zus\u00e4tzlich zum Buch im Ausstellungskabinett gibt, gemacht und da wurde offensichtlich eine breite Themenvielvalt angerissen.<br \/>\nN\u00e4mlich die Bibel ausgestellt, in die Jeannie Ebner ihre handschriftlichen Notizen machte, es gibt aber auch B\u00fccher die f\u00fcr Anmerkungen von Schauspielern und Regisseure vorgesehen sind und B\u00fccher in die leere Seiten hineingeschossen werden, damit man sich seine Anmerkungen machen kann. Hannah Arendt hat mit G\u00fcnter Anders gemeinsam Kant gelesen, Peter Handke hat seine B\u00fccher kommentiert, bzw. sich ge\u00e4rgert, als er einen Fehler darin entdeckte.<br \/>\nZus\u00e4tzlich wurden noch einige Autoren, wie z.B. Peter Rosei und Clemns J. Setz gefragt, einen Artikel dazu zu schreiben. Clemens Setzs Artikel hei\u00dft &#8220;Bitte verlassen Sie Ihre B\u00fccher so, wie Sie sie vorgefunden haben!&#8221;, da hei\u00dft er h\u00e4lt sie gerne so sauber, wie ein Hotelzimmer und wenn er doch was hineinschreibt, radiert er es hinaus. Da\u00df man das nicht soll, wurde in der Diskussionsrunde erl\u00e4utert. Da erz\u00e4hlte der Literaturwissenschaftler Walter Hettche aus M\u00fcnchen, der offenbar gerne bei Antiquaren kauft, da\u00df ein Kollege einmal etwas ausradieren wollte und sich dann \u00e4rgerte, da\u00df er eine Handschrift Hoffmannsthal vernichtete und Volker Kaukoreit erz\u00e4hlte, da\u00df ihm die Pfandbriefwerbung in den alten rororo Taschenb\u00fcchern so \u00e4rgerte, da\u00df er sie gern hinausgerissen h\u00e4tte. Seltsam, die habe ich interessant gefunden und die alten rororo Taschenb\u00fccher sind \u00fcberhaupt wundersch\u00f6ne Sammelst\u00fccke, aber ich bin eine Gebrauchsleserin, die gar nicht auf die Idee kommt ihre Anmerkungen auszuradieren.<br \/>\nNachher gab es Brot und Wein, man konnte sich die Ausstellung ansehen und die Ausstellungsbesucher beobachten. Clemens J. Setz \u00fcberreichte seinen Freunden die Taschenbuchausgabe von den &#8220;Frequenzen&#8221;. Claudia Erdheim war da und noch einige andere Bekannte.<br \/>\nEs gibt zu diesem Thema  auch ein \u00e4lteres Buch von Evelyne Polt-Heinzl &#8220;B\u00fccher haben viele Seiten&#8221; aus dem Sonderzahlverlag, das weniger wisschenschaftlich ist, da geht es glaube ich auch um Eselsohren und Tintenflecken und man mu\u00df wahrscheinlich den gew\u00f6hnlichen Leser von den Anmerkungen Hofmannsthal, Anders etc unterscheiden.<br \/>\nIch finde es aber spannend zu lesen, was der Vorleser vermerkte und gelegentlich erwischt man auch ein angeschriebenes Rezensionsexemplar, das ist dann  besonders interessant.<br \/>\nLeselustfrust hat einmal ein Buch verliehen und sich \u00fcber die Eselsohren mokiert, die es beim Zur\u00fcckgeben hatte, aber ich denke B\u00fccher sind Gebrauchsgegenst\u00e4nde und hinterlassen Spuren und das soll auch so sein, kann man ja ganze B\u00fccher dar\u00fcber schreiben und Ausstellungen veranstalten, die exquisit zelebriert werden, w\u00e4hrend unten im Arkadenhof die FP\u00d6 ihre Feste feiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den Literaturhausfeiern nun zur Wien Biblithek, denn da bekomme ich, seit ich mich, als es das gro\u00dfe Fest oder die Umsiedlung in die neuen R\u00e4ume gegeben hat, in den Verteiler eingetragen habe, die Einladungen zu den Veranstaltungen und gelegentlich &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9067\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9067","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9067"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9067\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}