{"id":9075,"date":"2011-09-29T22:13:40","date_gmt":"2011-09-29T20:13:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9075"},"modified":"2011-09-29T22:13:40","modified_gmt":"2011-09-29T20:13:40","slug":"literaturhausfeiern-iii-iv","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9075","title":{"rendered":"Literaturhausfeiern III &#8211; IV"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/26\/literaturhaus-feiern\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/26\/literaturhaus-feiern\/\">Literaturhausfeiern <\/a>gehen weiter, den gestrigen Sozialschwerpunkt bzw. Literaturhausf\u00fchrung habe ich vers\u00e4umt, bzw habe ich ich mich in die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/28\/lesespuren-spurenlese\/\">Rathausfeste und in die Spurensuche<\/a> begeben. Heute begann es um vier mit einem Exilschwerpunkt, die 1974 in Grosny geborene Tschetschenin Maynat Kurbanova , die seit sechs Jahren in Deutschland lebt und derzeit &#8220;Wien als Zufluchtsstadt&#8221;-Stipendiatin ist, erz\u00e4hlte \u00fcber Leben und Schreiben im Exil.<br \/>\nAls ich kurz vor vier im Literaturhaus eintraf, war es in der Bibliothek noch ziemlich leer, die Autorin ist mit ihrer Tochter vor mir hineingegangen, Gerhard Ruis und Robert Huez standen im Eingangsbereich, ein paar Leute hatten auf den Sitzgelegenheiten Platz genommen.<br \/>\nSchade, da\u00df das Nachmittagsprogramm so wenig Anklang findet, die Veranstaltung war n\u00e4mlich \u00e4u\u00dferst interessant. Gerhard Ruis leitete ein und hatte mir schon vorher ein wenig \u00fcber das Writers in exil Programm erz\u00e4hlt und, da\u00df Maynat Kurbanova, die in Grosny Journalistin war, sich einen Ort w\u00fcnschte, wo sie l\u00e4nger bleiben kann.  Maynat Kurbanova, die kleine Tochter ist neben mir gesessen, erz\u00e4hlte dann \u00fcber Tschetschenien und das ist sehr interessant, habe ich ja einige Jahre intensiv Asylwerberdiagnostik gemacht, ein bi\u00dfchen was \u00fcber die tschetschenischen Fl\u00fcchtlinge gelernt und f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">&#8220;Radiosonate&#8221;<\/a> habe ich auch die Figur des tschetschenischen Musikehrers Boris Alkemirov erfunden.<br \/>\nMaynat Kurbanova ging weit in die Geschichte zur\u00fcck und erz\u00e4hlte, da\u00df die Tschetschenen schon seit Ivan dem Schrecklichen verfolgt w\u00fcrden, sp\u00e4ter wurden sie von Stalin nach Sibirien verbannt, dann haben die Russen  die Stadt Grosny zerst\u00f6rt und wieder aufgebaut. Sie erz\u00e4hlte auch ein bi\u00dfchen was von dem Leben, das es heute in Tschetschenien gibt. Die Tschetschenen waren immer Rebellen und wollten sich nicht versklaven lassen, sie hat von ihrer Mutter ein Kinderm\u00e4rchen eines Wolfs erz\u00e4hlt bekommen, hat in Grosny als Journalistin gearbeitet und inzwischen sehr gut Deutsch gelernt. Eine bildende K\u00fcnstlerin fragte, wie patriachalisch die Tschetschenen sind? Jetzt wieder sehr, darf man als Frau ohne Kopftuch derzeit die Uni nicht betreten, w\u00e4hrend die Frauen unter den Russen sehr fortschrittlich waren und als sich die M\u00e4nner vor Verfolgung verstecken mu\u00dften, die Familie ern\u00e4hrten. Interessant etwas \u00fcber das Writers in Exil Programm und \u00fcber die tschetschenische Literatur zu erfahren.<br \/>\nDann gab es einen Themenwechsel n\u00e4mlich eine Stunde \u00fcber die K\u00fcnstlerpensionsversicherung, die mich nicht sehr betrifft, bin ich zwar seit man das mu\u00df eine neue Selbst\u00e4ndige, verdiene mir das Geld zum Leben aber  durch meine psychologisch-psychotherapeutische Praxis, so da\u00df ich den Zuschu\u00df zur Pensionsversicherung nicht beantragen kann. Das tun aber ohnehin nur 2,6% der Autoren und da ist es noch schwierig seine Autorent\u00e4tigkeit nachzuweisen, da das ja ein Beruf ist, den man bis vor kurzem nicht studieren konnte.<br \/>\nDie Runde der Zuh\u00f6rer war auch recht klein, Nils Jensen und Gabriele Petricek und noch ein paar andere K\u00fcnstler sind aber gekommen, darunter auch eine Dame, die ich, glaube ich, bei dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\">Sprachkunstsymposium<\/a> im J\u00e4nner kennenlernte und die auch am Montag und am Dienstag bei den Veranstaltungen war.<br \/>\nDann ging es in den Veranstaltungsraum hinunter und zu Literaturhaus online, wurden da ja die vier K\u00fcnstler, die f\u00fcr die<a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=9144\"> Auftritte<\/a> ausgew\u00e4hlt wurden, pr\u00e4sentiert. Anna Weidenholzer, Bernhard Strobel, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/29\/waltraud-haas-und-robert-prosser\/\">Robert Prosser<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/11\/lisa-spalt-und-elfriede-czurda\/\">Lisa Spalt<\/a> haben da ja im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/08\/auftritte-i\/\">Juni<\/a> an zwei Abenden gelesen und haben nun ihren Auftritt auf der Hompage mit einer Fotoleiste von Lukas Dostal, dem Literaturhausfotografen der auch die Ausstellung gestaltet hat, einem Text, einem Essay und einem Video von der Lesung.<br \/>\nJetzt sollten die vier Autoren mit der Autorengruppe &#8220;8-Uhr&#8221;, das sind f\u00fcnf junge Leute, die sich am Germanistischen Institut bei einem Schreibworkshop getroffen haben und sich jeden Mittwoch um acht treffen, um einander ihrer Texte vorzulesen, \u00fcber Chancen und Gefahren f\u00fcr junge Schreibende diskutieren.<br \/>\nAnne Zauner hat das On line-Projekt vorgestellt und erz\u00e4hlt, wie sie zu diesen vier Autoren gekommen sind, sie haben die literaturinteressierten Mitarbeiterinnen gefragt.  Robert Prosser, Lisa Spalt und Bernhard Strobel waren auch da, Anna Weidenholzer ist, glaube ich, noch in der <a href=\"http:\/\/schloss-wiepersdorf.de\/index.php?id=259\">K\u00fcnstlerkolonie in Wiepersdorf<\/a>, wo sie gemeinsam mit Cornelia Travnicek ein oder zwei Monate verbringt.<br \/>\nDie Diskussion mit den vier jungen M\u00e4nnern und Esther Topitz war auch sehr interessant, erstens sind das lauter <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/19\/unter-dreisig\/\">unter Drei\u00dfigj\u00e4hrige<\/a>, zweitens sind sie vielleicht die jungen Autoren von morgen und dritten stellten sie interessierte Fragen an die Auftrittsautoren, wie sie schreiben, was sie vom Lektorat halten und wie das ist, wenn man mit einem Kurzgeschichtenband zu einem Verlag kommt? Man merkte, die jungen Leute hatten ihr Handwerk studiert und stehen noch am Anfang. Das Publikum, das waren dann auch \u00c4ltere und Literaturhausmitarbeiter durfte ebenfalls Fragen stellen und Alexander Muth, das ist der Herr mit den ich mich am Diestag intensiv mit Elfriede Haslehner unterhalten habe, stellte auch die Frage, warum die jungen Autoren nicht politisch sind?<br \/>\nDas stimmt so nicht, zumindestens nicht ganz, habe ich mir gedacht, denn die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/16\/ein-fest-fur-ernst-jandl\/\">Slam Szene<\/a> ist ja zumindestens zum Teil sehr politisch aktiv, andererseits ist das ja genau die Generation Praktikum und auch die, die gelernt hat, da\u00df, wenn man sich besipielsweise f\u00fcr ein Studium f\u00fcr Sprachkunst bewirbt, von hunderten zehn ausgew\u00e4hlt werden, klar, da\u00df man dann seine Mappe und seinen Internetauftritt hat und schaut, da\u00df seine Lyrik und Prosa sch\u00f6n glatt und stimmig ist, damit man damit vielleicht einmal in Klagenfurt lesen darf. Allerdings haben die Hochschulproteste vor zwei Jahren, glaube ich, auch engagierte Literatur hervorgebracht, w\u00fcrde <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/28\/du-blutest-du-blutest\/\">Michaela Falkner<\/a> in diese Schiene einreihen und Yasmin Hafdeh, die engagierte Slamerin sowieso und auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/17\/zwanzig-jahre-rund-um-die-burg\/\">Robert Prosser<\/a>, der ja, wenn ich mich nicht irre und nichts durcheinanderbringe, als er bei Rund um die Burg in der Erotiknacht gelesen hat, sagte, da\u00df er gerade aus Armenien zur\u00fcckgekommen ist und da hat er f\u00fcr seinen neuen Roman recherchiert, in dem es auch Personen und vielleicht eine Handlung geben wird und das wird dann vielleicht so politisch werden, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/23\/essays-reportagen-feuilletons-von-joseph-roth\/\">Joseph Roths Sozialreportagen<\/a> in den Drei\u00dfigerjahren, die Alexander Muth einforderte. Der wollte, da\u00df sich die jungen Leute mit der Olah-Affaire und mit der Kronenzeitung besch\u00e4ftigen, aber ich glaube, die prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse und der nicht mehr vorhandene freie Hochschulzugang schaffen andere Probleme und wenn dann nicht nur die Uni, sondern vielleicht auch die Vorst\u00e4dte brennen, weil die Jugend keine Perspektiven sieht, sind wir schon sehr politisch, obwohl es schon stimmt, da\u00df sich die unter Drei\u00dfigj\u00e4hrigen, die beim Hochschullehrgang aufgenommen und in Klagenfurt lesen wollen, vordergr\u00fcndig vielleicht angepasst geben.<br \/>\nLisa Spalt, die experimentelle Dichterin, die ich schon lange vom fr\u00f6hlichen Wohnzimmerumkreis kenne und der es mit ihrem letzten Buch gelungen zu sein scheint, in den Literaturparna\u00df aufzusteigen, in Rauris hat sie, glaube ich, auch einmal gewonnen, sagte, da\u00df sie keine Handlung hat und nicht realistisch schreibt und Bernhard Strobel, der das sehr wohl tut, erw\u00e4hnte, da\u00df er vorl\u00e4ufig bei seinen Erz\u00e4hlungen bleibt, da\u00df es manchmal schwierig ist, weiterzuschreiben und er sich sehr lange mit seinen Texten qu\u00e4lt und er gerne im Kaffeehaus schreibt.<br \/>\nIch habe Sabine Schuster, die sich ja einmal sehr f\u00fcr meine <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus.at\/index.php?id=8381\">&#8220;Sophie Hungers&#8221;<\/a> eingesetzt hat und die einmal im Jahr eine Rezension von mir im Literaturhaus bringen will, kennengelernt und mir von Anne Zauner erkl\u00e4ren kann, wie man auf die Auftritte-Homepage kommt, die gerade online gegangen ist.<br \/>\nSehr interessant von der jungen Literaturgruppe zu erfahren, w\u00e4hrend sich Alexander Muth mehr f\u00fcr die Literatur der Arbeitswelt interessierte, die es ja noch immer gibt, es gibt das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/04\/linke-worter\/\">Volksstimmefest <\/a>und das Linke Wort und dann den Poetry Slamer Christian Schreibm\u00fcller, der mich  schon lange f\u00fcr den 17. Oktober mit der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">&#8220;Sophie Hungers&#8221;<\/a> zu einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\">Lesung ins Cafe Amadeus <\/a>eingeladen hat.<br \/>\nEs gibt also sehr viel und die Literatur ist eine sehr lebendige Sache. Morgen geht es weiter mit einem \u00dcbersetzertag, da werde ich in meiner Praxis sitzen und meine Abrechnung machen und am Samstag mit einem gro\u00dfen Fest. Da wollte ich eigentlich hin, durch &#8220;Rund um die Burg&#8221; und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/25\/poet-night-2\/\">&#8220;Poet Night&#8221;<\/a>  bin ich schon lange nicht mehr in Harland gewesen und da will ich ja eigentlich jedes zweite Wochenende hin, also habe ich mir gedacht, da\u00df ich nicht auf jedes Fest gehen mu\u00df. Der Alfred will aber auf den Hochschwab, also werden wir vielleicht, da das Wetter ja sehr sch\u00f6n ist, uns auf das Schiestlhaus begeben, w\u00e4hrend im Literaturhaus die Literats rocken und Ilse Kilic, Hanno Millesi et al ihre Video und Austellungsinstallationen machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Literaturhausfeiern gehen weiter, den gestrigen Sozialschwerpunkt bzw. Literaturhausf\u00fchrung habe ich vers\u00e4umt, bzw habe ich ich mich in die Rathausfeste und in die Spurensuche begeben. 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