{"id":9160,"date":"2011-10-06T23:22:28","date_gmt":"2011-10-06T21:22:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9160"},"modified":"2011-10-06T23:22:28","modified_gmt":"2011-10-06T21:22:28","slug":"nobelpreisraten-und-islandschwerpunkt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9160","title":{"rendered":"Nobelpreisraten und Islandschwerpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Die Verleihung des Literaturnobelpreises ist ja eine Sache die mich sehr interessiert, am ersten oder zweiten Donnerstag im Oktober wird um dreizehn Uhr der Name des oder der Erw\u00e4hlten, meistens sind es ja M\u00e4nner, bekanntgegeben und um halb eins wird dieser oder diese vom Vorsitzendenden des Kommitees angerufen und davon informiert. Das sind so die Informationen, die zu mir durchsickerten. Da\u00df es eine Long und eine Shortliste gibt und da\u00df man auf letzterer mindestens zweimal stehen mu\u00df, um gew\u00e4hlt zu werden, damit nicht eine Eintagsfliege, wie angeblich einmal Pearl S. Buck, den Preis bekommt und nicht jedermann oder jede Frau ihren oder seinen Vorschlag nach Stockholm schicken kann. Das d\u00fcrfen nur Auserw\u00e4hlte, Universit\u00e4tsinstitute und fr\u00fchere Nobelpreistr\u00e4ger, die IG Autoren sind, glaube ich, auch dazu befugt und die schlagen Jahr f\u00fcr Jahr Friederike Mayr\u00f6cker vor, diesmal stand auch Peter Handke als \u00d6sterreicher auf der Liste. Die Amerikaner tun das wahrscheinlich f\u00fcr Philip Roth und der geht dann an diesen Donnerstagmittagen angelblich nicht aus dem Haus, damit er den Anruf nicht vers\u00e4umt.<br \/>\nDiese Listen sind angeblich auch geheim, sickern aber immer wieder durch. So gibt es eigene Wettb\u00fcros und \u00d61 verk\u00fcndet die Namen, die hoch auf dieser Liste stehen. In den letzten Tagen steht meistens ein Name  hoch im Kurs und der bekommt den Preis oder auch nicht. Vor zwei Jahren wurde so im Morgenjournal die Biografie Herta M\u00fcllers ver\u00f6ffentlicht und es hat gestimmt, w\u00e4hrend ich im vorigen Jahr verwirrt war, als ich am Morgen pl\u00f6tzlich von Haruki Murakami h\u00f6rte. Mario Vargas Llosa ist es dann geworden und heute Morgen stand Bob Dylan sehr hoch auf dieser Liste, der libanesisch syrische Dichter Adonis, wieder Haruki Murakami und ein schwedischer Lyriker namens Tomas Transtr\u00f6mer, von dem ich noch nie etwas h\u00f6rte, der aber auch als ewiger Favorit zu gelten scheint.<br \/>\nIm Mittagsjournal interviewte G\u00fcnter Kaindlsdorfer eines der Kommiteemitglieder und Kristina Pfoser erz\u00e4hlte, da\u00df Bob Dylan in den letzten Minuten von diesem achtzigj\u00e4hrigen Lyriker, der schwer krank ist, seit einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt und nicht mehr sprechen kann, verdr\u00e4ngt wurde. F\u00fcr das Mittagsjournal ging sich die Namensnennung nicht mehr aus, diesmal wurde es aber in &#8220;Von Eins bis Zwei&#8221; von Mirjam Jesser bekanntgegeben. Wenn ich Donnerstag nicht in der Klinik bin, habe ich mir die Namen in den letzten Jahren ergooglet, diesmal war ich aber in der K\u00fcche, bin aber trotzdem noch vor der Radioverk\u00fcndigung darauf gekommen, da\u00df wir wieder einen Nobelpreistr\u00e4ger haben, den ich nicht kannte. Bei Jean Marie Gustave le Clezio vor drei Jahren war das ebenso, inzwischen habe ich von ihm <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/25\/das-protokoll\/\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/11\/wuste\/\">B\u00fccher<\/a> gelesen. Ob ich an Tomas Transtr\u00f6mers Gedichte komme, wei\u00df ich nicht. In der Biografie gibt es es \u00c4hnlichkeiten, zwar schreibe ich keine Lyrik, der alte Mann, der, wie ich sp\u00e4ter h\u00f6rte, zu den bekanntesten Lyrikern z\u00e4hlt, hat aber als Psychologe gearbeitet und einige Gedichtb\u00e4nde von ihm, habe ich inzwischen ergooglet, sind auf Deutsch erschienen.<br \/>\nEr soll sich, wie seine Frau erz\u00e4hlte, sehr \u00fcber die Auszeichnung gefreut und nicht mehr damit gerechnet haben. Sie ist sicher verdient und kommt wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt, wo er das Geld nicht mehr ausgeben kann und viele Leute werden jetzt wahrscheinlich wieder sagen &#8220;Tomas wer?&#8221;<br \/>\nSo sorgt diese Nobelpreisnominierung f\u00fcr Spannung und es trifft immer den Falschen so richtig die Entscheidung auch ist, weil nat\u00fcrlich soviele andere \u00fcberbleiben, die auch darauf warten und sich nicht spazierengehen trauen.<br \/>\nF\u00fcr Interessierte hier mein Nobelpreisarchiv <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/09\/preisverleihungen\/\">2008<\/a>,<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/08\/nobelpreis-und-fm4-anthologie\/\"> 2009<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/07\/frankfurt-und-nobelpreis\/\">2010<\/a><br \/>\nAnsonsten war der Donnerstag wieder ein Tag der Terminkollisionen, wo ich nicht wu\u00dfte, ob ich in die Alte Schmiede oder in die Gesellschaft f\u00fcr Literatur gehen soll und schlie\u00dflich im Literaturhaus gelandet bin. Das habe ich auch \u00d61 zu verdanken und der Frankfurter Buchmesse, die n\u00e4chste Woche beginnt und als Gastland Island hat. \u00d61 hat diese und auch vorige Woche einen Island Schwerpunkt, berichtet vom Bankencrash, von der Edda und der isl\u00e4ndischen Literatur und am Samstag gab es in den H\u00f6rbildern eine Sendung von Johann Kneihs, der ein halbes Jahr in Bildungskarenz in Island verbrachte und dort \u00fcber seine Gro\u00dfeltern Victor und Melitta Urbanic forschte, das sind ein Komponist und eine K\u00fcnstlerin, die 1938 von Graz nach Reykjavik emigrierten und das Kulturleben Islands nachhaltig pr\u00e4gten.<br \/>\nEr war dort Musikdirektor und hat Bach aufgef\u00fchrt, sie hat gedichtet, Skulpturen gemacht, \u00fcbersetzt und Bienen gez\u00fcchtet. Rudolf Habringer hat einen Roman dar\u00fcber geschrieben und am Donnerstag wird im Literatur eine Ausstellung der Exilbibliothek er\u00f6ffnet, sagten sie im Radio, als wir gerade in Richtung Hochschwab fuhren und da mich das interessiert, bin ich heute ins Literaturhaus gegangen.<br \/>\nVorher habe ich die Brigitte in der Galerie im Park getroffen, von der ausstellenden K\u00fcnstlerin ein Glas Wein offeriert bekommen und ihr die Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben und als ich das Literaturhaus erreichte war es sehr voll.<br \/>\nElfriede Haslehner habe ich getroffen, weil sie eine der Urbanic T\u00f6chter von ihren Ch\u00f6ren kennt und die Familie gesehen. Ursula Seeber hat eingeleitet. Es gab Lieder von Victor Urbanic zum Teil mit Texten seiner Frau und die Tochter Sibyl erz\u00e4hlte, da\u00df ihre Mutter den ganzen Tag gedichtet hat. Sie war auch mit Erika Mitterer befreundet und mit Friedrich Gundolf vom George Kreis. Es gab eine Diskussion mit der Tochter, Rudolf Habringer und einer Islandforscherin. Rudolf Habringer, mit dem ich, 2007 glaube ich, einmal in der Alten Schmiede gelesen habe und der bei Picus verlegt, las eine Stelle aus seiner &#8220;Island Passion&#8221;, wo er das Schicksal Victor Urbanics fiktiv erz\u00e4hlt und Originalaufnahmen mit der Stimme Melitta Urbanics. Am Schlu\u00df f\u00fchrte Ursula Seeber durch die Ausstellung und erkl\u00e4rte die Bilder und Schriften in den sieben Vitrinen. Es gab Wein und die B\u00fccher und die Noten zu kaufen. In einem neuaufgelegten Lyrikband gibt es auch ein Gedicht Melitta Urbanics zu finden, von der sonst, wie Ursula Seeber betonte, noch viel zu entdecken ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verleihung des Literaturnobelpreises ist ja eine Sache die mich sehr interessiert, am ersten oder zweiten Donnerstag im Oktober wird um dreizehn Uhr der Name des oder der Erw\u00e4hlten, meistens sind es ja M\u00e4nner, bekanntgegeben und um halb eins wird &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9160\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9160","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9160"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9160\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}