{"id":92459,"date":"2020-11-22T12:11:02","date_gmt":"2020-11-22T11:11:02","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=92459"},"modified":"2020-11-22T12:11:02","modified_gmt":"2020-11-22T11:11:02","slug":"europaische-literaturtage-und-literatur-im-herbst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=92459","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Literaturtage  Online"},"content":{"rendered":"\n<p>Die europ\u00e4ischen Literaturtage, die in Krems stattfinden und die es seit zw\u00f6lf Jahren gibt, sind bisher an mir vorbeigegangen, weil Zeitgleich mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/25\/der-utopische-raum\/\">&#8220;Literatur im Herbst&#8221;<\/a>, aber heuer ist alles anders, weil in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">Corona-Zeiten <\/a>ohnehin nur alles online stattfindet und da hat mich die Hauptverbandseite auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht, die man diesmal ohne Karten zu bestellen, wie das offenbar sonst \u00fcblich ist per Livestream verfolgen kann. Das ist der Vorteil des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\">Lockdowns<\/a>, man kann sich Sachen anschauen, zu denen man sonst nicht hink\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nachteil ist, manche Livestreams sind nicht sehr gut, so hatte ich ja am Montag mit der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/16\/zum-writers-in-prison-day\/\"> &#8220;Writers  in Prison-Veranstaltung&#8221;<\/a> ziemliches Pech, weil einfach nicht zu verstehen, da\u00df ich nicht wu\u00dfte, wer ist jetzt wer und wer liest was?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem scheint behoben zu sein, denn am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/17\/herbert-j-wimmer-und-peter-pessel-in-der-as-peter-rosei-in-der-gesellschaft\/\">Dienstag war der Ton in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; sehr gut<\/a> und das &#8220;Pen-Team&#8221; hat mir auch die Programmfolge geschickt, so da\u00df ich, w\u00e4hrend ich jetzt in Harland sitze mich in ein \u00fcbervolles Literaturwochenende hineinzoomen kann und am Sonntagabend wird dann auch noch die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/28\/bloggerdebuthortlist-2019\/\">Bloggdebutshortlist <\/a>diesesmal auch per Zoom bekanntgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Also sehr viel auf einmal und die europ\u00e4ischen Literaturtage werden von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/28\/vom-open-house-zu-walter-grond\/\">Walter Grond<\/a> organisiert und am Donnerstagabend ging es los mit der Er\u00f6ffnung.<\/p>\n\n\n\n<p> Ein Problem der Livestream-Veranstaltungen ist zwar, da\u00df man oft abgelenkt wird, so habe ich zwischendurch mit der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/14\/doris-kloimsteins-sechzigster-geburtstag-und-vierzehntes-nika-fenster\/\"> Doris Kloimstein<\/a> telefoniert,  mit ihr \u00fcber die &#8220;Writers in Prison-Veranstaltung&#8221; diskutiert und dabei einiges von dem Vortrag Ariadne von Schirach zum Thema &#8220;Wildnis&#8221;, das ist das allgemeine Festivalmotto vers\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p> Mitbekommen habe ich aber, da\u00df Walter Grond allen versichert, da\u00df alle negativ getestet wurden und dann trat schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/09\/deutscher-buchpreis-fuer-robert-menasse\/\">Robert Menasse<\/a> auf, ob live in Krems oder aus Wien zugeschaltet, habe ich nicht ganz mitbekommen, dessen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/01\/die-hauptstadt\/\">Hauptstadtbuch<\/a> auch prominent im Raum stand und disktierte mit der 1978 in M\u00fcnchen geborene Philosophin \u00fcber dieses Thema und da war interessant, da\u00df Robert Menasse, den Widerstand gegen die Corona-Ma\u00dfnahmen und die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/01\/fakten-statt-panik-demo-statt-skriptorium\/\"> Demonstrationen<\/a>, die ja in Deutschland viel st\u00e4rker als bei uns stattfinden, als den Wunsch der Leute nach mehr Wildnis wahrscheinlich mit mehr Freiheit gleichzusetzen, interpretierte. Sie wollen keine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/20\/wiedereinfuhrung-der-maskenpflicht\/\">Masken<\/a> tragen und keine Motorradhelme, etc, was ich f\u00fcr eine interessante Interpretationsm\u00f6glichkeit fand.<\/p>\n\n\n\n<p>An Freitag ging es dann mit der &#8220;Wildnis&#8221; im ersten Panel &#8220;Was suchen wir dort?&#8221; weiter und da sa\u00df in Krems Veronika Treibel, w\u00e4hrend dann per Vido Rosie Goldsmith aus london zugeschaltet war, die mit der die 1968 in Toronto geborenen und in Schottland lebenden Polly Clark diskutierte und ihren, auch auf Deutsch erschienen Roman &#8220;Tiger&#8221; vorstellte, wo eine Tierpflegerin offenbar wirklich in  die Wildnis, n\u00e4mlich nach Sibirien geht und der 1982 in Wales geborene Dan Richards  las  aus seinem Buch &#8220;Outpost- A journey to the wild Ends of the Earth&#8221;, das es glaube ich noch nicht auf Deutsch gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ging es mit der interesanten Frage, ob die Wildnis von Fu\u00dfg\u00e4ngern, Tr\u00e4umern oder Gl\u00fccklichen bewohnt wird?, weiter, wo wieder von Rosie Goldsmith den im Tessin lebenden, 1972 geborenen Fabio Andina, dessen &#8220;Tagemit Felice&#8221; auf Deutsch erschienen sind und die niederl\u00e4ndische Autorin Miek Zwamborn, die ihren Roman  &#8220;Wir sehen uns am Ende derWelt&#8221; vorstellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gings zu den &#8220;Eroberern, Forscher und Fl\u00fcchtlinge, n\u00e4mlich zu der 1971 in Rhodesien geborenen Petina Gappah, die in Graz Rechtswissenschaften studierte und aus ihrem Buch &#8220;Out of darkness shining light&#8221; las und dem ungarischen Autor Gergely Peterfy, 1966 in Budapest  geboren, der 2016 \u00fcbersetzt von Gy\u00f6rgy Buda einen Roman \u00fcber Angelo Soliman geschrieben hat. Dann wurde \u00fcber die &#8220;Black lives matter- Bewegung&#8221; und dar\u00fcber diskutiert, ob ein wei\u00dfer Mann einen Roman dar\u00fcber schreiben kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Soiree habe ich dann ausgelassen und bin mit einem Umweg \u00fcber das Literaturhaus nach Wien in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; zur &#8220;Literatur im Herbst&#8221; gegangen, um mich am Samstag wieder nach Krems oder in die weite Welt zu switschen, in normalen Zeiten w\u00fcrde ich in Wien bleiben und nur die Autoren pendeln wahrscheinlich, wenn sie bei beiden Festivals auftreten, wie m\u00f6glichwerweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/21\/doppelte-spur\/\">Ilija Trojanow<\/a> hin und her und am Samstag ging es um zehn bei den euop\u00e4ischen Literaturtagen auch, um das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/25\/vom-gehen-und-vom-reden\/\">Gehen<\/a> oder was man daraus lernen kann? <\/p>\n\n\n\n<p>Da  stellte der Literaturwissenschaftler R\u00fcdiger Wischenbart, die neuen B\u00fccher von Edo Popovic und Matthias Politycki vor, die beide das Gehen praktizieren oder in ihren B\u00fcchern beschrieben haben.<\/p>\n\n\n\n<p> Edo Popovics Buch, von dem ich schon zwei in den Regalen habe und der zuerst als kroatischer Popliterat, dann als Kriegsbeichterstatter galt, hei\u00dft &#8220;Anleitung zum Gehen&#8221; und betrifft da den kleinen Raum. Er geht spazieren und entschleunigt sich dabei. Etwas, was ich auch betreibe oder besser betrieben habe, denn derzeit gehe ich ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">coroanabedingt <\/a>nicht soviel aus dem Haus, w\u00e4hrend der 1955 geborene Matthias Politycki ein gro\u00dfer Reisender ist, der offenbar schon die ganze Welt bereiste und sich dabei auch sehr heraussfordert.<\/p>\n\n\n\n<p> Sein neues Buch hei\u00dft &#8220;Das kann uns keiner nehmen&#8221; und da geht es offenbar um einen Linken und einen Rechten oder einen harten inkorrekt wirkenden Burschen, die sich am Kilimandscharo treffen und dort zueinanderfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach ging es wieder zu Ariadne von Schirach und dem Biologen Andreas Weber und zur Diskussion \u00fcber das &#8220;Fre\u00dfen und Gefressenwerden&#8221; beziehungsweise, was man im Sinne der Klimakrise ver\u00e4ndern mu\u00df, um wieder zu einem guten Leben zu kommen. Dann wirds noch mit einem weiteren Panel weitergehen, wo unter anderem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/06\/28\/zweimal-veraenderung-in-der-alten-schmiede\/\">Daniela Emminger<\/a>, die auch f\u00fcr das Festival ein Tagebuch f\u00fchrt, das ich wegen der &#8220;Literatur im Herbst&#8221; und der &#8220;Kraft der Literatur&#8221; vers\u00e4umte und erst  zur Soiree zurechtgekommen bin, wo gerade der Schauspieler Johannes Silberschneider aus dem Roman des isl\u00e4ndischen Autors Sjon &#8220;CoDex 1962&#8221; las, das laut Beschreibung eine &#8220;isl\u00e4ndische Wundert\u00fcte an &#8220;Tausend und eine Nacht Geschichten&#8221; ist. Dann folgte noch ein Konzert von Ernst Molden, dem Sohn des Verlegers <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/11\/besetzer-toren-biedermanner\/\"> Fritz Molden<\/a> und Enkel von Paula von Preradovic, dessen Konzerte ich schon bei der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/13\/literatur-in-gottweig-und-krems\/\">&#8220;Literatur und Wein&#8221;<\/a> und ihn als er noch Romane geschrieben hat, in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; h\u00f6rte und Maria Petrovna, die f\u00fcr Ursula Strauss eingesprungen ist,  das aus einem  Heurigenzimmer gesendet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Sonntagsmatinee in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; ausgefallen ist, konnte ich mich noch einmal nach Krems switschen, weil dort ja schon zum vierten Mal, glaube ich, der &#8220;Friedenspreis f\u00fcr Toleranz im Denken des Hauptverbands, diesmal an die schottische Autorin A. L. Kennedy von der ich, glaube ich, ein paar B\u00fccherbesitze, aber noch nicht gelesen habe,  verliehen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p> Vorher wurde der immer im Rathaus zuerst im Rahmen der Buchwoche dann der &#8220;Buch-Wien&#8221; vergeben und ich war auch ein paarmal dabei. Diesmal sa\u00dfen Benedik F\u00f6ger, der Pr\u00e4sident des Hauptverbandes und Walter Grond, der k\u00fcnstlerische Leiter in der Minoritenkirche vor einem B\u00fccherregal. Gru\u00dfbotschaften wurden verlesen, darunter die der Demo &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/01\/ohne-kunst-wirds-still\/\">Ohne Kunst wirds still&#8221;<\/a>, ein Konzert gab es auch und Rosie Goldsmith interviewte nach der Laudatio, die von M\u00fcnchen aus gehalten wurde, die Autorin.<\/p>\n\n\n\n<p> Das war es, jetzt ein kurzer Mittagsschlaf, manche meiner Leser werde das vielleicht skurril finden, da\u00df ich sowas banales schreibe, aber das &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; ist mein pers\u00f6nliches Tagebuch \u00fcber mein literarisches Leben und dann wieder zur &#8220;Literatur im Herbst&#8221;und f\u00fcr die, die ein Resumee von mir wollen. Es war ein feines, dicht gef\u00fclltes Wochenende, das ich mit ein paar sehr kurzen Radfahrten in Harland an der Traisen verbracht habe und habe mich dabei nicht nur in die &#8220;Alte Schmiede&#8221;, sondern unter sicher ungew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden in die weite Welt geklickt.<\/p>\n\n\n\n<p> Skurill und ungew\u00f6hnlich sicherlich, wenn man unter anderen Umst\u00e4nden aufgewachsen ist, aber eigentlich sehr bequem. Man liegt im Bett oder sitzt am Sofa, das Glas Wein kann man sich ja daneben stellen und hat die ganze Welt im Haus.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> Anziehen, hinfahren und wieder zur\u00fcckkehren, mu\u00df man dabei auch nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ischen Literaturtage, die in Krems stattfinden und die es seit zw\u00f6lf Jahren gibt, sind bisher an mir vorbeigegangen, weil Zeitgleich mit der &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, aber heuer ist alles anders, weil in Corona-Zeiten ohnehin nur alles online stattfindet und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=92459\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[1868,2183,4380,6270],"class_list":["post-92459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-europaeische-literaturtage","tag-friedenspreis-des-oesterreichischen-buchhandels","tag-online-literaturveranstaltungen","tag-wildnis"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}