{"id":92504,"date":"2020-11-22T18:28:36","date_gmt":"2020-11-22T17:28:36","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=92504"},"modified":"2020-11-22T18:28:36","modified_gmt":"2020-11-22T17:28:36","slug":"30-jahre-kraft-der-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=92504","title":{"rendered":"30 Jahre Kraft der Literatur"},"content":{"rendered":"\n<p>Der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\"> Lockdown zwei hart<\/a>, l\u00e4\u00dft sich, kann ich empfehlen sehr gut literarisch n\u00fctzen und so bin ich an diesem Wochenende mit einem ganzen Programb\u00fcndel auf meinen Zweitwohnsitz gefahren und da kam es wieder  anders, als man denkt, hatte ich doch vor, neben dem Korrigeren, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/16\/rohtext-fertig-2\/\">&#8220;Mathilde&#8221;, da bin ich ja seit Montag mit den f\u00fcnfzigtausend Worten und dem Rohtext fertig<\/a>, habe die schon wieder hinunterkorrigiert und dem Lesen, da wollte ich ja meine  E-Books, die ich habe <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/leseliste\/\">auflesen<\/a>, damit ich keine B\u00fccher mitschleppen mu\u00df, werde aber, wie es scheint, wohl nicht einmal mit dem Lesen von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/22\/von-vierjahrzehnten-freibord-zur-ak-debutpreislesung\/\">Leander Fischers &#8220;Forelle<\/a>&#8221; fertig werden, weil Literatur, Literatur und da habe ich am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/01\/leerer-november-und-achter-nanowrimo\/\">ersten November von einem leeren November geschriebe<\/a>n, die Livestreams machen es m\u00f6glich, sich trotzdem ins literarische Geschehen zu st\u00fcrzen. Sie erm\u00f6glichen sogar viel <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/30\/kleiner-ausflug-nach-salzburg\/\">mehr<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/08\/der-achtundzwanzigste-open-mike\/\">als <\/a>nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/02\/in-memorian-und-zweiter-nanotag\/\">Literaturhaus<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/17\/herbert-j-wimmer-und-peter-pessel-in-der-as-peter-rosei-in-der-gesellschaft\/\"> &#8220;Gesellschaft&#8221; und &#8220;Alte Schmiede&#8221;<\/a>, wenn auch, was ich auch diese Woche merkte, die Tonqualit\u00e4t manchmal etwas schwierig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Freitag habe ich also gesehen, werden im Literaturhaus die Sieger des &#8220;Fm4-Wortlaut&#8221; vorgestellt und das ist ja, kann man sagen, der \u00f6sterreichische Anf\u00e4ngerpreis der Autoren, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/08\/lyrik-am-frauentag\/\">Cornelia Travnicek <\/a>in die H\u00f6he geschwellt haben, auch andere, aber durch sie bin ich damit in Kontakt gekommen, war ein paar Mal im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/26\/tod-des-autors-und-fm4-preis\/\">&#8220;Phil&#8221;<\/a>, wo die Texte  pr\u00e4sentiert wurden, habe mich da schon<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/08\/nobelpreis-und-fm4-anthologie\/\"> 2009<\/a>, habe mir ein  paarmal, die Anthologien schenken lassen, in der letzten Zeit mich aber wenig damit besch\u00e4ftigt. Jetzt aber gesehen, die Veranstaltung gibts im Literaturhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Fein, nat\u00fcrlich, obwohl da ja der Livestream der &#8220;Literatur im Herbst&#8221; nicht aus dem Odeon, wie gewohnt, sondern aus der &#8220;Alten Schmiede&#8221; mit der Er\u00f6ffnung beginnt und dann habe ich noch auf der Hauptverbandseite gelesen, die &#8220;Europ\u00e4ischen Literaturtage&#8221;, die es auch schon zw\u00f6lfmal oder zw\u00f6lf Jahre in Krems gibt, kann man sich auch online geben.<\/p>\n\n\n\n<p> Also habe ich damit Donnerstagabend angefangen und hatte vor, mich  am Abend ins Literaturhaus zu begeben, aber da gibt es derzeit keine Veranstaltungen, nur ein Video von den drei Siegertexten des &#8220;Fm4 Wettgewerbs&#8221; von Zita Bereuter vorgestellt, die da Elisabeth Etz, Johanna Hieblinger und Matthias Gruber waren und das Thema lautete passend zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Corona<\/a> &#8220;Kontakt&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt interessant, aber Videos kann man sich ja immer anschauen, also doch zur Er\u00f6ffnung, in den &#8220;Schmiedessal&#8221;, da waren drei gro\u00dfe Metallfische aufgestellt, die offenbar die Kraft der Phantasie symbolisieren sollten. Walter Famler sa\u00df im Hintergrund und erkl\u00e4rte, was wahrscheinlich ohnehin jeder wu\u00dfte, heuer ist alles anders und online. Obwohl es ja ein besonderes Fest zu feiern g\u00e4be, n\u00e4mlich drei\u00dfig Jahre &#8220;Literatur im Herbst&#8221; und da habe ich die Anf\u00e4nge wahrscheinlich wegen meines Geburtstagsfestes, das oft gleichzeitig war, vers\u00e4umtund bin glaube ich auch erst hingekommen, als das Gastland oder Thema Bulgarien war. Vorher hat es die &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221; gegeben, die wurde durch den &#8220;Herbst&#8221; im Odeon ersetzt und da waren einmal <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/17\/ukrainisches-wochenende\/\">alle<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/08\/jugoslavija-revisited-iii\/\">osteurop\u00e4ischen<\/a> L\u00e4nder dran, dann wars mal den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/17\/gender-tun-und-lassen\/\">Frauen<\/a> gewidmet, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/19\/letzte-textvorstellungen-mit-angelika-reitzer\/\">Angelika Reitzer<\/a> hat da kuratiert und in den letzten Jahren ging es um den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/25\/der-utopische-raum\/\">utopischen Raum<\/a>, der  <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/26\/dialektik-der-befreiung\/\">sehr wichtig ist<\/a>, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/10\/ins-erzaehlen-fluechten\/\">Kraft des Erz\u00e4hlen<\/a>, was das heurige Thema ist, aber auch und das ist ja eines, das mich, ebenfalls sehr besch\u00e4ftigt, denn ich erz\u00e4hle, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/23\/corona-tagebuch\/\">blogge<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/08\/13\/corona-texte\/\">schreibe<\/a> etcetera, ja auch in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/06\/gelbgefarbter-corona-ampeltag\/\">Zeiten von Corona <\/a>besonders viel<\/p>\n\n\n\n<p>Die Er\u00f6ffnungsrede von Veronica Kaup-Hasler wurde von Walter Famler vorgelesen und dann kam der 1949 im Drautal geborene Alois Hotschnig auf die B\u00fchne von dem ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/14\/leonardos-hande\/\">&#8220;Leonardos H\u00e4nde&#8221;<\/a> gelesen und &#8220;Die Kinder ber\u00fchrte das nicht&#8221; einmal bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; gewonnen habe, daber noch nichtgelesen habe, weil Erz\u00e4hlungen und Erz\u00e4hlungen interessieren m<em>i<\/em>ch ja nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Er er\u00f6ffnete eher leise und nicht so besonders <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/16\/zum-writers-in-prison-day\/\">gut zu verstehen<\/a> \u00fcber seine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/23\/warum-ich-lese\/\">Lesegeschichte <\/a>und die ist ja interessant und bei jedem Menschen wahrscheinlich anders. Da findet man B\u00fccher, er hat, glaube ich, die Kinder geschichten von Peter H\u00e4rtling erw\u00e4hnt, die einem ber\u00fchren, kam zu Viktor Frankl,  der vielleicht nur deshalb das KZ \u00fcberlebte, weil er    dachte, da\u00df er das mu\u00df, um nachher erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, wie es war. Ein alter Mann kam vor, der sagte &#8220;Ich bin schon \u00fcber achtzig, wann h\u00f6rt mir endlich mal wer zu?&#8221; und einer, der den Namen seiner in Hartheim ermordeten Verwandten Jahre sp\u00e4ter auf das Familiengrab einritzen lie\u00df, die  der tats\u00e4chch dort Liegenden waren schon verblichen und der in den Neunzehnvierzigerjahren Verstorbenen stach heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das ist aber eine Geschichte, die erst geschrieben werden mu\u00df!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Daran folgte dann das Gespr\u00e4ch mit dem Mitkurator Ilija Trojanow ,von dem ich ja erst sein Longlistbuch des heurigen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/\">&#8220;\u00d6sterreichischen Buchpreises&#8221;<\/a> glesen habe. Dann war  eine kleine Pause &#8220;Laufen Sie nicht davon!&#8221;, stand, glaube ich, dann auf dem Bildschirm. Wahrscheinlich wurde wieder desinfiziert und dann kam wieder Walter Famler mit dem 1953 geborenen Dzevad Karahasan,der in Graz und Sarajevo lebt und einen Geschichtenband geschrieben hat &#8220;Ein Haus derM\u00fcden&#8221; mit f\u00fcnf Erz\u00e4hlungen, wo die erste in Sarajevo 1914 beginnt, wo Briefe geschrieben werden, die nie oder wo anders ankommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann h\u00e4tte noch Monika Helfer aus ihrer<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/13\/die-bagage\/\"> &#8220;Bagage&#8221;<\/a> lesen sollen, zumindest stand das auf dem gedruckten Programm, wo noch das &#8220;Odeon&#8221; als Ort vermerkt ist. Aber diese Familiengeschichte kenne ich ja schon und die Soiree der europ\u00e4p\u00e4ischen Literaturtage mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/27\/von-der-leipziger-messe\/\">Olga Grjasnova<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/07\/fremdes-licht\/\">Michael Staravic<\/a> und, ich glaube, auch ein Konzert habe ich vers\u00e4umt, aber alles kann man ja nicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Samstag ging es mit Marlene Streeruwitzs Covid-19 Roman <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/06\/online-corona-romane-zur-recherche\/\">&#8220;So ist die Welt&#8221;<\/a> geworden&#8221;, aus dem sie schon vor kurzem in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/12\/literarische-praxis-in-zeiten-der-pandemie-und-zwolfter-nanotag\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/11\/koenigin-der-berge\/\">Daniel Wisser<\/a> diskutierte. Jetzt las sie ein St\u00fcck aus der dritten Season oder, wie das hei\u00dft und wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/03\/von-marlene-streeruwitz-vorlesung-zum-dicht-fest-fragment\/\">Marlene Streeruwitz <\/a>erl\u00e4uterte den Fernsehserien nachempfunden ist, eine Szene die zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/30\/pfingsten-zu-corona-zeiten\/\">Pfingsten<\/a> spielt und da wird auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/24\/uber-hilde-spiel\/\">Marcel Reich Ranicki<\/a> angespielt und ein Erlebnis das Marlene Streeruwitz offenbar einmal mit dem Literaturpapst hatte. In der Diskussion  erkundige sich dann Walter Famler, ob die Betty Marlene Streeruwutzs Alter Ego w\u00e4re und die Diskussion war wieder sehr politisch und schwierig zu verstehen, ging sie ja bis in die 1960-Jahre zur\u00fcck. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=sebastian+ferien+im+kanzleramt\">Kanzler Kurz<\/a> wurde aber auch thematisiert und die sehr entmenschtlichte Sprache, die in Covid-Zeiten angewandt wird und die mich auch sehr st\u00f6rt, das &#8220;Absondern&#8221;, das &#8220;Isolieren&#8221;,die &#8220;Massentests&#8221;, wo bleibt da das Individduum? Da f\u00fchrt wohl der zweite oder auch der erste Lockdown dazu, wo dann alle als &#8220;brav&#8221; gelobt werden, wenn sie zu Hause bleiben und bei &#8220;Oe 24&#8221; anfragen, ob sie ihre Freundin besuchen d\u00fcrfen?<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6rperliche Eingriffe, wie Zwangsimpfungen und Zwangstests d\u00fcrfen nicht sein, sagte Marlene Streeruwitz &#8220;Da m\u00fcssen wir eingreifen und wieder revolutionieren!&#8221; und erkl\u00e4rte auch, da\u00df sie, wenn jetzt kein Lockdown w\u00e4re, gar nicht in Wien, sondern in New York w\u00e4re, um die F\u00fcllung f\u00fcr den Thanksgiving-Truthahn einzukaufen. Eine H\u00e4uslichkeit, die Walter Famler wieder sehr erstaunte. Marlene Streeuwitz aber nicht als Widerspruch gelten lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gings mit dem &#8220;Wespennest Nr 179 &#8211; Viele Sprachen -eine Sprache&#8221; weiter, wo die Wespennest- Mitarbeiterin<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/18\/50-jahre-wespennest-und-achtzehnter-nanotag\/\"> Andrea Zederbaue<\/a>r ein vorlas.vorlas.Gespr\u00e4ch mit dem 1961 geborenen Jose F. A. Oliver, der als Gastarbeiterkind im Schwarzwald aufwuchs, \u00fcber die die zweisprachigkeit und wie sein Deutsch seine spanische Sprache ver\u00e4nderte, f\u00fchrte und Texte aus dem Heft  und seinen B\u00fcchern, darunter seine Lorca-\u00dcbersetzungen las.  <\/p>\n\n\n\n<p>Dann h\u00e4tten Yvonne A. Owuor aus Nairobi und William T. Vollmann aus Sacramento USA kommen sollen und ich habe mir schon gedacht, wie das passiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Angek\u00fcndigt wurde es und auch kein Bildschirm zu sehen, denn <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/20\/doppelte-spur\/\">Ilija Trojanow<\/a> sa\u00df mit  einem Sto\u00df B\u00fcchern allein am Vortragstisch und sagte &#8220;Leider, leider, da h\u00e4tten Sie jetzt zwei wunderbare Autoren kennengelernt, aber so mu\u00df ich Ihnen ihre B\u00fccher vorlesen!&#8221;, und stellte dann die 1968 kenianische Autorin und ihren Roman &#8220;Das Meer der Libellen&#8221; vor, das von einem M\u00e4dchen namens Ayaana handelt, das sich einen Matrosen als Vaterersatz aussucht und sp\u00e4ter nach China reist, weil sie chineschische Wurzeln hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1959 in Los Angeles geborene William T. Vollmann, hat wie Ilija Trojanow erkl\u00e4rte schon genre\u00fcbergeifend viele B\u00fccher geschrieben, von denen nur wenige auf Deutsch \u00fcbersetzt sind. Er hat ihn durch ein besonders Dickes kennengelert aus dem jetzt ein Auszug, ein Text \u00fcber den Tod im &#8220;Wespennest&#8221; erschienen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann stellte Ilija Trojanow auch die anderen B\u00fccher, zum Beispiel das im Programm angek\u00fcndigte &#8220;Arme Leute&#8221; vor vor  und las ein paar Thesen aus dem Buch &#8220;Wie man schreiben soll?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Matinee mit Jabbar Abdullah und Abbas Khider \u00fcber &#8220;Literatur und Flucht&#8221; ausgefallen ist und ich mich zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/22\/europaische-literaturtage-und-literatur-im-herbst\/\">Matinee und Preisverleihung nach Krems switschen konnte<\/a>, ging es mit einem sehr verk\u00fcrzten Programm am Sonntagnachmittag weiter und zwar sprach da der ehemalige ORF Journalist Friedrich Orter mit dem schon am Freitag aufgetreten Dzevad Karahasan, den ich, wie ich darauf gekommen bin, schon einmal in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/04\/14\/reisen-und-erinnern-bei-der-21-literatur-und-wein\/\">G\u00f6ttweig <\/a> aus seinem Buch lesen h\u00f6rte, \u00fcber Literatur und Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Es h\u00e4tte auch der syrische Autor Khaled  Khalifa mitdiskutieren sollen, aber  nur ein Duett und Friedrich Orter stellte an Dzevad Karahasan gleich die provokante Frage, ob der Autor vom Krieg gewinnen w\u00fcrde?<\/p>\n\n\n\n<p> Wenn er dar\u00fcber schreibt und das Buch ein Bestseller wird, ja wahrscheinlich, aber wahrscheinlich f\u00e4ngt er es nicht mit dieser Absicht an und w\u00fcnscht sich den Krieg auch deshalb nicht herbei, sondern verarbeitet dadurch seine Traumen und der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/10\/10\/nobelpreis-an-peter-handke-und-olga-tokarczuk\/\">Nobelpreistr\u00e4ger aus Griffen<\/a> wurde nat\u00fcrlich auch erw\u00e4hnt und die Frage, ob er den zu Recht bekommen hat und wie kann man nur einseitig f\u00fcr die Serben sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Das m\u00fc\u00dfte man ihn wahrscheinlich selber fragen. Aber ich kann mich erinnern, da\u00df <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/01\/zwischen-peter-handke-und-jochen-jung\/\">Handke<\/a> schon einmal Gegenstand der &#8220;Literatur im Herbst&#8221; war, wahrscheinlich war das damals als <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/08\/jugoslavija-revisited-iii\/\">&#8220;Jugoslawia revisited&#8221;<\/a> das Thema war und da hat ihn Erich Kein, glaube ich, &#8220;Kasperl&#8221; genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ging aber in der &#8220;Schmiede&#8221; weiter. Da\u00df Devad Karahasan in Sarajewo einmal B\u00fcchners &#8220;Woitzek&#8221; inzenierte, was ein gro\u00dfer Erfolg gewesen war und die Leute B\u00fcchner f\u00fcr einen zeitgen\u00f6\u00dfischen bosnischen Autor hielten, war er, glaube ich, nicht und Susan Sonntags  &#8220;Warten auf Godot-Inszenierung&#8221; wurde als zynisch kritisiert.<\/p>\n\n\n\n<p> Das kann ich nicht beurteilen, habe von Dzevad Karahasan auch noch nichts gelesen, aber vielleicht komme ich einmal an eines seiner B\u00fccher, um mich in sein Werk einzulesen.<\/p>\n\n\n\n<p> Dagegen habe ich in meinen Regalen zwei B\u00fccher des 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider stehen, der jetzt, glaube ich, in Berlin lebt und auch nicht kommen konnte, der aber sein &#8220;Museum der Miserablen&#8221; schon beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/14\/leipziger-onlinemessentage\/\">Leipzig Online Tag <\/a>vorstellte. Jetzt las Ilija Trojanow daraus und erw\u00e4hnte lobend &#8220;Die Orangen des Pr\u00e4sidenten&#8221;, das war, glaube ich, einmal  in einer &#8220;Thalia-Abverkaufkiste&#8221;und von &#8220;Deutsch f\u00fcr alle&#8221; habe ich irgendwann einmal eine Leseprobe bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kam der ebenfalls schon aufgetretene Jose F. Oliver, nat\u00fcrlich auch wieder allein, beziehungsweise mit dem Debutroman der 1982 in Caracas geborenen Karina Sainz Borgo &#8220;Nacht in Caracas&#8221;, die heute in Madrid lebt und deren Buch schon in zweiundzwanzig Sprachen \u00fcbersetzt wurde und, wie in der Beschreibung steht, ein virtuoses Portrait eines untergehendes Landes schildert.<\/p>\n\n\n\n<p>Adelaida steht am Grab ihrer Mutter, beziehungsweise erz\u00e4hlt sie der toten Mutter von dem Tag, an dem sie Tomaten kaufen sollte, nicht nach Hause kommen wollte, weil sie von der dort zubereitenden Schildkr\u00f6tenpastete nicht essen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Jose F. A. Oliver las mit sehr beindruckender Stimme ein St\u00fcck auf Spanisch und dann die Fragen, die er an Karina Sainz Borgo gestellt h\u00e4tte, wenn sie hier gewesen w\u00e4re und ihre m\u00f6glichen Antworten, wovon das Buch handelt, etcetera.<\/p>\n\n\n\n<p> Das war sehr spannend, nur leider brach der Stream mittendrin ab, so da\u00df ich Walter Famlers Schlu\u00dfabsage, wo er sicher auf das Lesen der B\u00fccher hingeweisen h\u00e4tte, vers\u00e4umte und nun, wie schon beschrieben ein sehr literaturintensives Wochenende, wenn auch ein, Corona bedingtes, sehr verk\u00fcrztes &#8220;Literatur  im Herbst- Festival&#8221; erlebte, was mich vielleicht wieder an das Wort skurril, das mich in den letzten Tagen ja sehr besch\u00e4ftigt, denken und sich fragen, wie skurril abgespeckte Online-Festivals wahrscheinlich sind?<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten von Corona aber nicht anders m\u00f6glich und nat\u00fcrlich gut, da\u00df es sie gibt und w\u00e4hrend OE 24-TV, das ich w\u00e4hrend der Literatursessions immer wieder h\u00f6rte, sich \u00fcber die Leute \u00e4rgerte, die auf den Stra\u00dfen spazieren gingen, statt brav zu Hause zu bleiben, damit nach dem sechsten Dezember der Lockdown wieder beendet und ein halbwegs normales Weihnachtsfest g\u00e4ben, kann man sich damit besch\u00e4ftigen, was wahrscheinlich  ein wenig dystopisch und unvollkommen ist, man kann aber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/26\/lesen-in-corona-zeiten\/\">nat\u00fcrlich lesen<\/a> und das w\u00e4re ja das traditonelle, was man ja im Winter auch gerne tat und da das Festival Corona bedingt, viel fr\u00fcher als erwartet endete, habe ich auch Zeit mich demn\u00e4chst in eine &#8220;Zoom-Konferenz&#8221; zu begeben, wo die f\u00fcnf Shortlist-B\u00fccher des heurigen Bloggerdebutpreises bekannt gegeben werden und bin bis dahin gespannt, ob Leander Fischers &#8220;Forelle&#8221; darunter sein wird?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lockdown zwei hart, l\u00e4\u00dft sich, kann ich empfehlen sehr gut literarisch n\u00fctzen und so bin ich an diesem Wochenende mit einem ganzen Programb\u00fcndel auf meinen Zweitwohnsitz gefahren und da kam es wieder anders, als man denkt, hatte ich doch &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=92504\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[199,2063,3610,3633,3685],"class_list":["post-92504","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-alte-schmiede","tag-fmw-wortlaut","tag-literatur-im-herbst","tag-literaturfestival","tag-livestream"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92504"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92504\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}