{"id":9280,"date":"2011-10-13T22:22:09","date_gmt":"2011-10-13T20:22:09","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9280"},"modified":"2011-10-13T22:22:09","modified_gmt":"2011-10-13T20:22:09","slug":"alltag-stimmung-spharen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9280","title":{"rendered":"Alltag, Stimmung, Sph\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal Textvorstellungen moderiert von Angelika Reitzer in der Alten Schmiede, wo sie wieder drei starke j\u00fcngere Frauenstimmen, geboren 1967, 1980 und 1985 vorstellte. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/04\/die-welt-ist-uberall-anders\/\">Ich<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/05\/die-welt-hat-ihre-erinnerung-verloren\/\">verfolge<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/03\/meine-welthier-war-immer-schon-jetzt\/\">die<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/09\/wilde-landschaften\/\">Angelika<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/25\/sujet-hybris-und-referenz\/\">Reitzer<\/a>  Veranstaltungen schon von Anfang an und war auch bei fast allen, so da\u00df ich Valerie Fritsch durch sie kennenlernte, Sandra Gugic weiterverfolgen konnte, etc.<br \/>\nJetzt habe ich zwei neue Autorinnen kennengelernt, da ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/04\/linke-worter\/\">Nadine Kegele<\/a> schon beim letzten Volksstimmefest h\u00f6rte und die Veranstaltung sozusagen als Abwechslung zum intensiven Buchmessensurfen, das ich dieser Tage intensiv betreibe, betrachtet.<br \/>\nChristl Greller habe ich gleich beim Eingang gesehen, ansonsten vorwiegend junge Leute, die glaube ich, haupts\u00e4chlich aus dem Bekanntenkreis Nadine Kegeles stammten, die ihnen die Str\u00e4nge aus dem Romanprojekt, aus dem sie zu lesen plante, erkl\u00e4rte.<br \/>\nAngelika Reitzer begann mit einem Zitat von Wilhelm Genazino zu Kleidern und erkl\u00e4rte, da\u00df das auch sehr gut zu den Texten der drei Frauen passen w\u00fcrden, die sie alle durch eine Publikation in der Rampe, die sie gemeinsam hatten, kennenlernte.<br \/>\nBegonnen hat die \u00c4lteste der drei, die 1967 in Linz geborene Wirtstochter Karin Peschka, mit drei Texten von denen der erste &#8220;Fr\u00e4ulein Luise oder der kleine L\u00e4rm&#8221; von der Geruchsbel\u00e4stigung durch eine Sandlerin handelte, die sich in einem aufgelassenen Ein Euro Shop auf Gratiszeitungen mit ihren Billasackerln ausbreitete und dabei den Tetrapack Wein verkonsumierte.<br \/>\nSehr poetisch eine Sandlerin &#8220;Fr\u00e4ulein Luise&#8221; zu nennen. Das war auch der ganze Text und der zweite mit dem Titel &#8220;Donauwalzer&#8221;, aus einem Zyklus, wo zwei Frauen miteinander tanzen, w\u00e4hrend sich ihre M\u00e4nner \u00fcber ihren Hintern unterhielten.<br \/>\nDer dritte war noch ungew\u00f6hnlicher in unserer Zeit, wo man konkret, poetisch oder h\u00f6chstens realistisch aber auf gar keinen Fall &#8220;altmodisch&#8221; schreiben darf. War doch die Familiengeschichte des Mariechens, das mit seinen K\u00e4fern spielt, bei der Mutter Bindfaden aus dem Mund kommen sieht und den Tod schlie\u00dflich aus dem Zimmer der Gro\u00dfmutter vertreibt, sehr m\u00e4rchenhaft.<br \/>\nOder war es doch die magische Phase des Kindes?  Karin Peschka hat, wie sie sagte, auch als Sozialarbeiterin gearbeitet, daher sind ihr alle Schichten vertraut, die Gro\u00dfmutter, die sich zum Sterben aber ein Kreuz mit schwarzen H\u00fchnerfedern w\u00fcnscht, hat offenbar ihre magischen Gaben an die Enkeltochter weitergegeben, w\u00e4hrend sich die Mutter ausgeschlossen f\u00fchlt und zwar &#8220;Vater&#8221; zum Gro\u00dfvater sagt, von diesem aber nur mit &#8220;Hey du!&#8221; angesprochen wird.<br \/>\nInteressant und ungew\u00f6hnlich und sehr poetisch, dann kam die 1980 in Vorarlberg geborene Nadine Kegele, die ich wie schon beschrieben,  beim letzten Volksstimmefest h\u00f6rte, die im Literaturinstitut in Leipzig aufgenommen wurde und nun aus einem sehr neuen Romanprojekt las, das sie f\u00fcr ein Stipendium einreichte, das wie sie meinte, aber noch sehr unfertig sei und das war ein rasanter Reigen von Beziehungen, die durch das Leben rasten, ein Michael, ein Alex, ein Gregor, eine Caro und noch ein paar andere kamen vor.<br \/>\nNachher wurde diskutiert, ob das als Episodenroman zu verstehen sei und es eine Handlung gibt? Angelika Reitzer erw\u00e4hnte noch etwas von Sprichw\u00f6rtern, die sie in den Texten gefunden h\u00e4tte.<br \/>\nDie dritte Leserin, die 1985 ebenfalls in Linz geborene, Marianne  Jungmaier, auch eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/19\/unter-dreisig\/\">unter Drei\u00dfig<\/a>, die Film studierte und die Leondinger Akademie des Schreibens absolvierte, \u00fcberraschte ebenfalls mit einem sehr poetischen Text &#8220;Wintersonnenwende&#8221;, die Geschichte einer Frau, die sich pl\u00f6tzlich im Hause eines Jakobs und seiner Mutter befindet, von ihr gefragt wird, ob sie Kinder mit ihm haben will, danach die Mutter pflegt und schlie\u00dflich Jakob, nachdem sie seine, ihre und die W\u00e4sche der Mutter gewaschen hat, wieder verl\u00e4\u00dft.<br \/>\nDann kam noch ein Reisetext, der sich mit Marianne Jungmaiers Tr\u00e4umen vermischte, zu dem sie R\u00fcckmeldung w\u00fcnschte.<br \/>\nTr\u00e4ume haben auch in der ersten Geschichte eine Rolle gespielt, tr\u00e4umt doch die Ich-Erz\u00e4hlerin vom Tod ihrer Mutter.<br \/>\nSehr poetisch  die Alltagsph\u00e4rengeschichten der drei jungen Frauen, poetisch und doch auch realistisch, zumindestens die Personen von Karin Peschka, die Knechte und die Sandlerinnen und keine Intellektuelle, wie Angelika Reitzer in der Diskussion anmerkte und dann wieder magisch m\u00e4rchenhaft.<br \/>\nWieder bin ich sehr gespannt, was und wieviel ich von den Autorinnen noch h\u00f6ren werde und jetzt werde ich die junge Poesie der Alten Schmiede wieder verlassen und mich f\u00fcr den Rest der Woche zu den gro\u00dfen Stimmen, die sich in Frankfurt auf das blaue Sofa setzen oder sich von 3SAt bzw. ARD interviewen lassen, begeben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal Textvorstellungen moderiert von Angelika Reitzer in der Alten Schmiede, wo sie wieder drei starke j\u00fcngere Frauenstimmen, geboren 1967, 1980 und 1985 vorstellte. 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