{"id":92902,"date":"2020-12-02T00:38:20","date_gmt":"2020-12-01T23:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=92902"},"modified":"2020-12-02T00:38:20","modified_gmt":"2020-12-01T23:38:20","slug":"in-den-corona-advent","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=92902","title":{"rendered":"In den Corona-Advent"},"content":{"rendered":"\n<p>Der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/02\/advent-advent\/#comment-56540\">Advent<\/a> oder der Monat Dezember ist f\u00fcr mich, obwohl ich ja nicht katholisch bin, immer ein besonderes Event. Punschtrinken, Kekse essen, die Weihnachtsdekoratonen aus dem Keller r\u00e4umen, die Adventkalender aufstellen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/01\/mr-holmes-krimi-adventkalender\/\">Weihnachtsb\u00fccher<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/23\/weihnachten-in-der-wundervollen-buchhandlung\/\">lesen<\/a> und im Blog auch dar\u00fcber berichten und heuer in diesem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">verflixten Corona-Jahr<\/a>, wo wir uns ja noch im sogenannten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\">&#8220;Lockdown zwei Ausgabe hart&#8221;<\/a> befinden und statt den Punschst\u00e4nden und den Weihnachtsm\u00e4rkten, die Leute massengetestet werden, damit sie, wenn negativ ihrer Oma, wenn sie sie auch vorher \u00f6fter sehen, m\u00f6glichst mit Mundschutz und Handschuhen ein Geschenk \u00fcberbringen k\u00f6nnen und wenn positiv, alleine in der Quarant\u00e4ne sitzen m\u00fc\u00dfen, wird alles anders sein. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich so weit wie m\u00f6glich nicht, denn da ich mich ja weder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/20\/maskenlos\/\">maskieren<\/a> noch<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/25\/abgesagt-abgesagt\/\"> registrieren<\/a> will, befinde ich mich ohnehin im Dauerlockdown und die Weihnachtsdekorationen kann ich auch so aus dem Keller holen.<\/p>\n\n\n\n<p> Die Hilfsorganisationen verschicken Weihnachtskarten und kleine Geschenke und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/17\/weihnachten-mit-maigret-und-kaffeehausratsel\/\">Weihnachtsb\u00fccher<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/07\/holidays-on-ice\/\">habe<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/20\/auch-engel-lachen-gerne\/\"> ich<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/15\/es-begab-sich-aber\/\"> ja<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/24\/das-weihnachtsbuch\/\">ohnehin<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/21\/o-du-morderische\/?preview=true\"> schon<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/06\/kusse-unterm-weihnachtsbaum\/\">seit <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/24\/der-24-dezember\/\">Jahren<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/07\/weihnachtserzahlungen\/\">gesammelt<\/a>. Der Wunsch sie den ganzen Demzember lang zu lesen, wird angesichts meiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/leseliste\/\">\u00fcberlangen Leseliste, <\/a>die wieder weit in den J\u00e4nner reichen wird, auch dieses Jahr ausfallen. Da bin ich selber schuld, ich wei\u00df, einen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/23\/bucheradventkalender\/\">B\u00fccheradventkalender<\/a>, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/24\/ein-buecherchristbaum\/\">Weihnachtschristbaum<\/a> f\u00fcr jeden Tag ein Buch, in das ich auch kurz hineinschauen werde, wird es aber geben, die Weihnachtsfeiern fallen aus. Daher auch, wie ich es in den letzten Jahren gerne machte, das Adventkalenderfenster aus der &#8220;Nika&#8221;, bei den Lesungen, im &#8220;Doml&#8221; beispielsweise oder wo ich sonst geladen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Blog nat\u00fcrlich nicht. Da werde ich auf die schon vorhandenen Fenster hinweisen und wenn es angesichts der Lockdownzeiten mehr L\u00fccken, als fr\u00fcher gibt, auch neue Fenster einstellen und beispielsweise gleich damit beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorher noch ein Hinweis, wenn ich in die N\u00e4he eines<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\"> B\u00fccherschrankes <\/a>komme und nicht vergessen sollte, werde ich den gesamten Advent eines meiner<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\"> B\u00fccher hineinlegen<\/a>, ob es immer    die &#8220;Nika&#8221; sein wird, wei\u00df ich nicht, da mu\u00df ich vielleicht ein bi\u00dfchen sparen, habe aber in diesem Jahr <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fruehlingserwachen.html\">drei <\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fraeulein_no.html\">neue<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_literaturgefluesterbuch_2.html\">B\u00fccher <\/a>herausgegeben und ja noch an die f\u00fcnfundvierzig andere, wo es noch Restexemplare gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Also die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/04\/ein-adventkalender-im-august\/\">&#8220;Nika&#8221;<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sommer.html\">Teil<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_selma.html\">drei<\/a> meiner sogenannten &#8220;Fl\u00fcchtlingstrilogie&#8221; im Jahr 2015, wo es keine Pandemie aber die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/16\/ein-abend-zum-thema-flucht-und-migration\/\">sogenannten Fl\u00fcchtlingswelle<\/a> gab,, geschrieben und da denke ich, ist es vielleicht interessant, sich in diesen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Corona-Jahr, <\/a>wo es vielleicht keine Weihnachtskm\u00e4rkte und keine Weihnachtsfeiern gibt, in das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Jahr 2015<\/a> zur\u00fcckzubeamen und nachzuschauen was es da auf der Mariahilferstra\u00dfe vor den gro\u00dfen Kaufh\u00e4usern gegeben haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Also hier die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/05\/vorschau-auf-nika-weihnachtsfrau-oder-ein-dezember\/\">Vorschau<\/a>  und das <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">Probekapitel <\/a>plus Lesungsbericht aus der &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/13\/nika-weihnachtsfrau\/\">Nika Weihnachtsfrau&#8221;<\/a>, das <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">Probekapitel <\/a>ist der Beginn und dann geht es gleich zweiten Dezember und richtig, ehe ich es vergesse, einen Krimiadventkalender wird es, damit nicht alles nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/16\/corona-gedichte\/\">Corona<\/a> ist, auch noch geben.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Mittwoch 2. Dezember&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Heute war es ihr gelungen,  p\u00fcnktlich zu sein, dachte   Nika stolz, als sie eineMinute vor neun, den vollgef\u00fcllten Jutesack schnappte ihn \u00fcber die rotsamtene Schulter warf und die M\u00fctze keck ins Gesicht schob.Sie war superp\u00fcnktlich und das w\u00fcrde sie auch Widerlng Seidler vermelden, der nat\u00fcrlich mit Herrn Jovanovic vor der Damengarderobe stand, als ob er auf sie gewartet h\u00e4tte. Rade Jovanovic im grauen Maginazineurmantel. Mister Widerling trug einen scharzen Anzug, sein B\u00fcro Outfit hchstwahrscheinlich. Dazu hatte er eine knallgelbe Krawatte um den Hals gebunden und grinste sie so unversch\u00e4mt an, als wolle er ihr diese um den Hals ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Guten Morgen, meine Herren! Ausgeschlafen?&#8221;, rief sie trotzdem fr\u00f6hlich. Schaute noch einmal auf die Uhr und nickte ihnen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Punkt neun! ich mu\u00df auf die Stra\u00dfe, um nicht zu sp\u00e4t und keinen schwarzen Punkt auf Ihre gelbe Krawatte gemalt zu bekommen!&#8221;, \u00e4tzte sie und lief ins Erdgescho\u00df, an der Handschuh- und Lederwarenabteilung, wo vielleicht Jessicas Mutter ihre Waren ordnete, vor\u00fcber auf die Stra\u00dfe, die sich langsam zu f\u00fcllen begann.<\/p>\n\n\n\n<p>Mister Widerling konnte ihr nichts Schlechtes nachsagen, obwohl sie nat\u00fcrlich geblufft hatte. Sie war nicht so munter, wie sie vorgab und auch lange nicht so gut aufgelegt. Denn das Gespr\u00e4ch mit ihrer Schwester, die sie gestern mit Vera Mosebach in deren Lieblingspizzeria getroffen hatte, war sehr ernst gewesen. Schlie\u00dflich hatte ein Toter in Veras Klientenklo gelegen und ihre Putzfrau Jovanka Siblinski, die drei Mal in der Woche die Praxis um sieben Uhr fr\u00fch betrat, um Staub zu wischen und zu saugen, hatte ihn gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Peter Kronauaer hei\u00dft er, Schwesterchen!&#8221;, hatte Ruth, die sch\u00fctzend ihre Hand auf ihre Freundin gelegt hatte, w\u00e4hrend sie mit ihren Chiantigl\u00e4sern angesto\u00dfen hatten, erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Peter Kronauer, siebenundf\u00fcnfzig Jahre alt und ein Mi\u00dfbrauchst\u00e4ter! Das kann f\u00fcr die liebe Vera, die so politisch offen ist, da\u00df sie alle Klienten gleich und ohne Ansicht der Diangose behandelt, verdammt unangenehm werden! Denn Mi\u00dfbrauchst\u00e4ter sind in der \u00d6ffentlichkeit h\u00f6chst unbeliebt! Die  meisten Therapeuten weigern sich auch sie zu behandeln! Die liebe Vera ist da toleranter, wollte ihm eine Chance geben und hat nun wahrscheinlich den Scherben auf dem Kopf, statt den Spatz in der Hand!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wie bitte?&#8221;, hatte Nika eingeworfen und Vera Mosebach fragend angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Er hat seine inzwischen f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Stieftochter Andrea mehrmals vergewaltigt. Von ihrem achten bis dreizehnten Lebensjahr scheint er das getan zu haben! Die liebe Mami hat zugeschaut, beziehungsweise scheint sie sich gegen ihren Traummann nicht aufzumucken getraut zu haben. Mit Dreizehn ist es der Tochter zu bunt geworden. Sie hat sich zuerst einer Freundin, dann der Religionslehrerin anvertraut, die Anzeige erstattete. Peter Kronauer, ein bisher unbescholtender Bankbeamter, wurde zu einigen Jahren bedingt mit der Auflage sich regelm\u00e4\u00dfiger Psychotherapie zu unterziehen und so habe ich ihn genommen! Auch T\u00e4ter brauchen eine Chance und au\u00dferdem ist es im Sinn der Opfer, wenn er seine Triebe kontrollieren lernt! Das ist meine Ansicht, Ruth, du wei\u00dft es, auch wenn du das vielleicht ein bi\u00dfchen anders siehst! Ich stehe dazu und die Therapie war auch sehr erfolgreich! Am Montag um f\u00fcnf hatte er seine Stunde. Es war Meine und auch seine Letzte. Er hat sich verabschiedet. Ich bin noch    Dokumentationspflicht nachgekommen und dann gegangen, ohne auf dem     Klo nachzuschauen, ob dort ein Toter liegt. Das mache ich nie und so hat die gute Frau Sibelinski gestern einen geh\u00f6rigen Schock bekommen, als sie sich mit K\u00fcbel  und Schrubber, der Toilette n\u00e4herte und dort den toten Peter Kronauer am Boden fand. Sie hat zuerst zu schreien begonnen, dann die Polizei und sp\u00e4ter mich verst\u00e4ndigt. Der Amtsarzt, der ihn untersuchte, hat einige Prellungen und Plessuren an ihm festgestellt, von denen er behauptet, da\u00df sie nicht auf nat\u00fcrlichen Weg zustande gekommen sind!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Was hei\u00dft das?&#8221;, hatte Nika wissen wollen und die Psychotherapeutin fragend angeschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Da\u00df die Polizei von einem Mord ausgeht und Vera unter die Tatverd\u00e4chtigen eingereiht!&#8221;, stellte Ruth lakonisch fest und strich der Freundin \u00fcber die Stirn.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ganz so schlimm ist es nicht, obwohl ich kein Alibi habe oder doch eines, weil mich ein Patient des Zahnarztes, der meiner Praxis gegen\u00fcber ordiniert, beim Verlassen der meinen gesehen und gegr\u00fc\u00dft hat! Ich bin f\u00fcnf vor sechs gegangen. Das wei\u00df ich genau, denn ich habe auf die Uhr geschaut. Der Amtsarzt meint, da\u00df der Tod zwischen sechs und halb sieben eingetreten sein d\u00fcrfte.  Also habe ich eine Gnadenfrist von f\u00fcnf Minuten, wenn mir die Polizei nicht nachweist, da\u00df meine Uhr falsch geht! Sie scheint mir auch zu glauben, hat mich aber genau nach Peter Kronauer befragt und obwohl ich mich auf meine Schweigepflich ausgeredet habe, auf die schon bekannte Aktenlage hinwies und erw\u00e4hnte, da\u00df ich mit dem Therapieverlauf sehr zufrieden bin und es in der letzten Stunde in keiner Weise zu einem Streit gekommen ist. Er hat sich im Gegegenteil gut gelaunt von mir verabschiedet und ich hatte keine Ahnung, da\u00df er, statt zu gehen, auf dem Klo verschwunden ist, sind die Zeitungsfritzen offenbar anderer Meinung und haben &#8220;Mord in pschotherapeutischer Praxis!&#8221;, in ihren Morgenausgabe auf das Cover gesetzt!&#8221;, hatte Vera eingeworfen und ein Exemplar der Kronenzeitung auf den Tisch geknallt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Vergewaltiger tot auf Therapeutenklo gefunden!&#8221;, stand da zu lesen und Vera erkl\u00e4rte  Nika, da\u00df der Reporter sich heftig \u00fcber Peter Kronauers Tat ausgelassen und auch nicht damit gespart hatte, zu outen, da\u00df Frau Dr. M. eine praktizierende Lesbe sei und offenbar eine von den Gutmenschen, die sich nicht zu schade f\u00e4nden, auch T\u00e4ter zu therapieren, obwohl dessen Familie und vor allem die inzwischen f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Andrea sehr dagegen waren!   Mutter und Tochter wurden ebenfalls in der Zeitung interviewt und erkl\u00e4rten beide, da\u00df sie kein Mitleid mit dem Verwaltiger h\u00e4tten und nicht verstehen k\u00f6nnten, da\u00df sich jemand freiwillig mit der Psyche eines so verqueren Menschen, die, wie man immer h\u00f6rte, ohnehin nicht therapierbar sei, besch\u00e4ftigen w\u00fcrde!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Eingesperrt geh\u00f6ren solche T\u00e4ter und nicht auf freien Fu\u00df mit einer w\u00f6chentlichen Alibistunde Psychotherapie gesetzt, die noch dazu auf Steuerkosten finanziert wird!&#8221;, lautete die Meinung des Reporters, der kein gutes Haar an Verla lassen wollte und auch bei Ruth angerufen hatte, um sie zu interviewen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich habe ihn selbstverst\u00e4ndlich abgewimmelt!&#8221;, hatte die Schwester erkl\u00e4rt und einen Schluck aus ihrem Chiantiglas genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Und Auskunft \u00fcber mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, da\u00df Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, da\u00df sie warme Kleider zu den Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen, die jetzt in Scharen aus S<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Und Auskunft \u00fcber mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, da\u00df Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, da\u00df sie warme Kleider zu den Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen, die jetzt in Scharen aus Syrien oder dem Irak zu uns kommen, auf den Westbahnhof bringt und sie kostenlos ber\u00e4t, liiert ist, die im f\u00fcnften Monat schwanger ist. &#8220;Aber vielleicht!&#8221;, hat derZeitungsheini  geh\u00f6hnt &#8220;handelt es sich hier um ein sogenannes Retortenbaby, damit die beiden Lesben Muttergl\u00fcck spielen k\u00f6nnen!&#8221;,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Handelt es sich nicht, denn Zoe-Philipas Vater hei\u00dft Joe Prohaska!&#8221;, hatte Ruth noch hinzugef\u00fcgt und sich bei dem Kellner, einem feurigen Italiener, der sehr auff\u00e4llig versucht hatte, seinen weiblichen G\u00e4sten, die ohne M\u00e4nnerbegleitung zu Abend a\u00dfen, in den Ausschnitt zu schielen, f\u00fcr die Pizza bedankt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Joe Prohaska, den ich die Ehre hatte, bei einem Konzert, das ich, ich gebe es zu, auf Vatersuche, frequentierte, kennenzulernen und ihm bereitwillig in seine Wohnung folgte. Damit habe ich gedacht, w\u00e4re es erledigt! Denn ich gebe seinen Namen nicht an und klage auch keine Alimente bei ihm ein! Aber so einfach ist es nicht! Denn der Typ scheint sich in mich verliebt zu haben! Hat irgendwiemeine Telefonnummer herausbekommen und ruft nun t\u00e4glich an! Seit er erfahren hat, da\u00df ich schwanger bin, will er sich partout als Vater zur Verf\u00fcgung stellen und dr\u00e4ngt mich ihn zu treffen! Also ist es ohnehin schon schwierig, ihn loszuwerden und jetzt kommt noch der Tod von Veras Klient und dieser Zeitungsartikel daher!&#8221;, hatte sie ver\u00e4rgert gesagt. Dann hatte sie noch einen Schluck Wein getrunken, ein St\u00fcck von ihrer &#8220;Quattro Statione&#8221; gegessen, tief durchgeatmet und &#8220;Die Pizza schmeckt wenigstens gut!&#8221;, gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Vielleicht sollten wir uns entspannen, die Polizei den T\u00e4ter suchen lassen, denn, da\u00df  Vera in Streit mit Kronauer geraten ist und ihm einen Leuchter auf die Stirn gesto\u00dfen hat, wird die Polizei nicht wirklich glauben! Daf\u00fcr ist sie viel zu gutm\u00fctig! Ein paar Artikel \u00fcber zwei lesbischen Frauen werden wir  wahrscheinlich noch aushalten m\u00fcssen! Dann findet die Polizei den T\u00e4ter! Vielleicht war es trotz der blauen Flecken auf seiner Stirn und Schulter doch ein Schlaganfall oder der gute Peter Kronauer ist nur ungl\u00fccklich auf einen Leuchter gefallen, der zuf\u00e4lligerweise auf der Toilette stand, obwohl Vera behauptet, keine Ahnung von einem solchen zu haben!&#8221;, hatte Ruth gesagt, dann ihre Schwster angesehen und gefragt, wie ihr erster Arbeitstag als Weihnachtsfrau verlaufen sei?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Gut!&#8221;, hatte Nika gantwortet und Widerlich Seidler verdr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt hatte sie auch vor trotz des Schmn\u00e4hartikels der Kronenzeitung, denen \u00e4hnliche in der Gratiszeitung &#8220;Heute-\u00d6sterreich&#8221;, die sie vorhin in der U-Bahn gelesen hatte, gefolgt waren, sich die Laune nicht verderben zu lassen. Denn wenn auch Ruth und Vera ihr mangelnde politische Korrektheit vorwarfen, tat ihr der der toteMi\u00dfbrauchst\u00e4ter nicht besonders leid! Sie hatte zwar nichts dagegen, da\u00df Vera versucht hatte,  ihm die Beherrung seiner Triebe beizubringen. Ihr Mitleid mit ihm hielt sich aber in Grenzen und, da\u00df Ruth und Vera als T\u00e4terinnen in Frage kamen, glaubte sie keine Sekunde. Das entsprach h\u00f6chstens der  Phantasie der Zeitungsreporter, die sich nicht entbl\u00f6deten, solches anzudeuten, aber nicht ihrer Meinung, deshalb hatte sie die Zeitungen in den Spind eingesperrt und w\u00fcrde sie dort liegenlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Hallo Frau Weihnachts mann! Hast du f\u00fcr mich etwas S\u00fc\u00dfes?&#8221;, h\u00f6rte sie eine helle Kinderstimme an ihr Ohr dringen, schaute in ihren Sack, holte ein Schokoladenst\u00fcck heraus und hielt es  es einem kleinen Buben hin. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nat\u00fcrlich, selbstverst\u00e4ndlich und f\u00fcr die Mama habe ich ein Prospekt, damit sie wei\u00df was man alles kaufen kann! Was w\u00fcnschtst du dir zu Weihnachten?&#8221;, fragte sie dann noch, weil sie dachte, da\u00df das Klaus Seidler so w\u00fcnschte und sie das auch einmal in einem amerikanischen Weihnachtsfilm den Santa Claus so tun hatte sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ein Rennauto und einen Playmobilkasten! Aber das bringt der Weihnachtsmann und kauft nicht die Mama! Wei\u00dft du das nicht Frau Weihnachtsmann? Oder bringst du es mir? Dann mu\u00dft du mit in die Spielzeugabteilung, damit ich dir zeigen kannn, was ich m\u00f6chte und du es f\u00fcr mich reservierst!&#8221;, antwortete der vorwitzige Kleine mit einem pfiffigen Grinsen, so da\u00df sich Nika nicht sicher war, ob er sie auf den Arm nahm oder wirklich an das Christkind glaubte, wickelte das &#8220;Naps&#8221; aus seiner Umh\u00fcllung, steckte die Schokolade in den Mund und erkundigte sich grinsend, ob er noch ein St\u00fcck haben d\u00fcrfe?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nat\u00fcrlich !&#8221; antwortete Nika und l\u00e4chelte der Mutter beruhigend zu, die ihn an der Hand nahm und wegzuziehen versuchte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;In die Spielwarenabteilung mu\u00dft du schon mit deiner Mama gehen und ihr deine W\u00fcnsche verraten, die sie dann dem Weihnachtsmann oder der Weihnachtsfrau \u00fcbermitteln kann! Denn ich bin hier besch\u00e4ftigt und kann nicht weg! Wollen doch die anderen Kinder auch ein &#8220;Naps &#8221; oder ein &#8220;Stollwerck&#8221; aus meinem Sack!&#8221;, zwinkerte sie ihm zu und versuchte ein verschw\u00f6rerisches Gesicht zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Okay!&#8221;, antwortete er mit demselben Grinsen und wandte sich zu seiner Mutter, die die ganze Zeit &#8220;Komm Philip, wir m\u00fcssen weiter und d\u00fcrfen die Weihnachtsfrau nicht l\u00e4nger st\u00f6ren! Du siehst doch, sie hat zu tun!&#8221;, mahnte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Dann gehen wir in die Spielzeugabteilung! Die Mama kommt nachher zu dir und verr\u00e4t dir meine W\u00fcnsche, damit du mir die Sachen am vierundzwanzigsten unter dem Christbaum legen kannst, versprochen!&#8221;, plapperte er weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Oder der Weihnachtsmann!&#8221;, antwortete Nika leicht verlegen. Wollte sie den Kleinen doch nicht entt\u00e4uschen und auch nicht anl\u00fcgen. Ihm keine sentimentale M\u00e4rchenwelt vort\u00e4uschen, von der sie gar nicht sicher war, ob erdaran glaubte. Der Job einer Weihnachtsfrau war  war offenbar doch nicht so einfach auszu\u00fcben, wie sie gedacht hatte. Der kleine Philip war aber schon aus ihrem Gesichtsfeld entschwunden, daf\u00fcr fiel ihr Blick auf einen Bekannten, der mit seinem Parka und der Decke, die er wieder um seine Schultern gewickelt hatte, beim Kaufhauseingang kauerte und sie neuerlich unverhohlen anstarrte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wollen Sie heute ein Zuckerl oder ein St\u00fcck Schokolade?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Fl\u00fcchtling mit einem St\u00fcck Schokolade oder einem &#8220;Stollwerck&#8221; abzuspeisen. Ein F\u00fcnfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich l\u00e4nger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre S\u00fc\u00dfigkeiten und Fl<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Fl\u00fcchtling mit einem St\u00fcck Schokolade oder einem &#8220;Stollwerck&#8221; abzuspeisen. Ein F\u00fcnfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich l\u00e4nger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre S\u00fc\u00dfigkeiten und Flyer an poetentelle Kaufhauskunden zu verteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wollen Sie ein Zuckerl oder ein St\u00fcck Scholokade?&#8221;, wiederholte sie trotzdem und hielt ihm beides hin. Was kein Erfolg war, denn er griff nicht nach den s\u00fc\u00dfen Sachen, sondern starrte weiterhin ausdruckslos vor sich hin. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;H\u00f6chstwahrscheinlich traumatisiert!&#8221;, w\u00fcrde ihre Schwester, die sich derzeit intensiv mit der Fl\u00fcchtlingshilfe besch\u00e4ftigte oder ihre Freundin Sandra Winter sagen, die drei Jahre j\u00fcnger war und wenn sie sich nicht irrte, seit kurzem eine junge Syriererin bei sich wohnen hatte, die aus Damaskus geflohen war, weil die IS ihren Bruder erschossen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Hallo Weihnachtsfrau, vergeude deine S\u00fc\u00dfigkeiten nicht an obdachlose Sandler, sondern gib uns, den echten Wienern, etwas davon!&#8221;, murrte nun ein \u00e4lterer Mann in einem Lodenmantel, den sie als FP\u00d6-W\u00e4hler einordnen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Daf\u00fcr stellt dich die Gesch\u00e4ftsleitung bestimmt nicht ein!&#8221;, \u00e4tzte er,  was sie vorhin selbst gedacht hatte. So griff sie in den Sack und zog einen Flyer heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Der ist f\u00fcr Sie! Die S\u00fc\u00dfigkeiten f\u00fcr das Publikum unter zw\u00f6lf, wie mir die Gesch\u00e4ftsleitung einbleute und vielen Dank, da\u00df Sie meinen Ausrutscher nicht verraten werden!&#8221;, grinste sie ihn ein wenig hinterh\u00e4ltig an, der das Flugblatt nahm und verschwand, so da\u00df sie, um sich von dem jungen Fl\u00fcchtling oder Obdachlosen abzulenken, auf die andere Seite sah und prompt zusammenzuckte. Was war das? Das gab es doch nicht! Ihre Tr\u00e4ume wurden lebendig, kam doch ihr Wuschelkopf von vorgestern Nacht  h\u00f6chstpers\u00f6nlich auf sie zu und sprach sie an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Frau Horvath?&#8221;, wollte er von ihr wissen, was ihm als Mann ihrer Tr\u00e4ume selbstverst\u00e4ndlich bekannt sein sollte. Aber er wollte offenbar genau sein, hielt er ihr doch einen Presseausweis unter die Nase und stellte sich, als Harald Schwabeneder vom &#8220;Standard&#8221; vor.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich recherchiere im Mordfall Kronauer! Das ist der Tote, der auf der Toilette der Freundin ihrer Schwester gefunden wurde und die Kollegen von der Kronenzeitung und &#8220;Heute-\u00d6sterreich&#8221; versuchen ihr, beziehungsweeise ihrer Schwester, den schwarzen Peter aufzudr\u00fccken und weil man objektiv sein soll, habe ich mir gedacht, ich komme zu Ihnen und Sie erz\u00e4hlen mir etwas \u00fcber Ihre Schwester, so da\u00df ich qualit\u00e4tsvoll berichten kann! Wann haben Sie denn Mittagspause? W\u00e4re es sehr unversch\u00e4mt, wenn ich Sie bitten w\u00fcrde, mir f\u00fcr ein halbes St\u00fcndchen in eines der Schnellrestaurants zu folgen? Ich lade Sie auch gern auf ein Cola oder einen Caffe Lagtte ein!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>So das wars. Die folgenden Fenster gibt es schon:<\/p>\n\n\n\n<p>  5 7 9 10 14 19 20 23 24 25 29 30<\/p>\n\n\n\n<p>Das ganze Buch kann man bei mir bestellen oder wenn man Gl\u00fcck hat vielleicht im &#8220;Wortschatz&#8221; finden finden.<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Advent oder der Monat Dezember ist f\u00fcr mich, obwohl ich ja nicht katholisch bin, immer ein besonderes Event. 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