{"id":93149,"date":"2020-12-24T09:36:25","date_gmt":"2020-12-24T08:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=93149"},"modified":"2020-12-24T09:36:25","modified_gmt":"2020-12-24T08:36:25","slug":"kerzen-killer-krippenspiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=93149","title":{"rendered":"Kerzen, Killer, Krippenspiel"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf die Idee im Advent Weihnachtsb\u00fccher zu lesen hat mich, glaube ich &#8220;Leselustfrust&#8221; gebracht, die hat 2010 glaube ich ein Adventspecial ausgerufen und dann allm\u00e4hlich mit dem Nloggen aufgeh\u00f6rt, ich habe mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/17\/weihnachten-mit-maigret-und-kaffeehausratsel\/\">dem Weihnachtsbuch<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/07\/holidays-on-ice\/\">lesen<\/a> angefangen, was damals noch leicht m\u00f6glich war, die im Laufe des Jahres gefundenen Sch\u00e4tze aus den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">B\u00fccherschr\u00e4nken<\/a> aufzulesen, dann wurde die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> aber l\u00e4nger und sp\u00e4testens seit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/09\/deutscher-buchpreis\/\">Buchpreisbloggen<\/a> habe ich die aufgeschriebenen Weihnachtsb\u00fccher ungelesen wieder ausgetragen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht vorgenommen, aber das n\u00e4chste Jahr und weiter gesammelt und einmal war auch ein Adventkalender dabei, vierundzwanzig T\u00fcrchen. Eins f\u00fcr jeden Tag, der kugelt auch irgendwo ungelesen herum. Daf\u00fcr gibts aber den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/05\/vorschau-auf-nika-weihnachtsfrau-oder-ein-dezember\/\">eigenen Adventkalender<\/a>, den ich ja auch irgendwann <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/13\/nika-weihnachtsfrau\/\">zu planen<\/a> und<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/21\/der-advent-war-im-november\/\"> 2015 zu schreiben<\/a> angefangen habe und im Vorjahr gab es dann ein t\u00e4gliches <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/24\/erst-1-dann-2-dann-3-dann-4\/\">Adventkalenderfensterlesen<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>Richtig der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/01\/mr-holmes-krimi-adventkalender\/\">&#8220;Holmes-Adventkalender&#8221;<\/a> war auch einmal dabei, den gibts in Fortsetzungen, aber einmal habe ich ihn nicht bestellt, das n\u00e4chste Mal dann nicht bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Weihnachtsb\u00fccher und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/23\/bucheradventkalender\/\">Buchadventkalender<\/a> gibts zum Gl\u00fcck zu Hauf, ist Weihnachten ja ein wichtiges Fest, was heuer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">Corona bedingt<\/a> ohnehin <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\">ein wenig flachzufallen scheint <\/a>und das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/09\/punschtrinken-und-neuntes-adventkalenderfenster\/\">Punschtrinken <\/a>mehr oder weniger illegal und kommt die Polizei, mit dem Becher schwupps um die Ecke, was zwar f\u00fcr nicht <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Corona-Erleber ein wenig makaber klingen mag<\/a>, aber zu den Weihnachtskrimis f\u00fchrt und da habe ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/21\/o-du-morderische\/?preview=true\">einmal einen gelesen <\/a>und Krimiadventkalender scheint es auch in Serie zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen habe ich dieses Jahr gefunden auf meine Liste geschrieben und p\u00fcnktlich am ersten Dezember mit dem Lesen der ersten Geschichte begonnen. Ein Deutschlandkrimiadventkalender, den es auch in Serien zu geben scheint und jeden Tag ist ein anderer Ort dran, was inZeiten der Reisebeschr\u00e4nkungen, wo man seinen Advent ja h\u00f6chstens Indoor feiern kann, vielleicht auch ganz passend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;24 Weihnachtskrimis vom Nordseestrand zum Alpenrand&#8221;, steht am Cover, unsere<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/09\/mit-eva-rossmann-geburtstag-essen\/\"> Eva Rossmann<\/a> kann ich gleich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/09\/13\/ueber-das-spoilern\/\">spoilern <\/a>und damit die deutsche Grenze sprengen ist auch dabei und beginnen tuts p\u00fcnktlich am Ersten in Sylt. Die lehrerin Gisa Pauly hat &#8220;Familiengrufti&#8221; geschrieben und da geht es h\u00fcbsch makaber zu. N\u00e4mlich um ein Familiengrab in dem nur mehr ein Platz frei ist und in das nun alle hineinwollen. Die alte Dora, die von ihrer Schwester gepflegt wird, denn die will auch hinein, tut das und w\u00fcnscht sich nur noch einmal Sylt im Schnee zu sehen und dann abzukratzen. Ein Wunsch, der von Neffe und Nichte, die die zweihunderttausend im Testament vorgesehen Euro erben wollen, zu erf\u00fcllen versucht wird. Mit Kunstschnee rasen sie heran und zaubern vor Doras Fenster ein Schneeparadies, die will aber ins Wohnzimmer hinunter, um auch den Garten zu sehen. Gerda versucht es zu verhindern. Die Nichte rollt den Kunstschnee aus und der Neffe, der vom Apotheker schon das Gift besorgen wollte, rutscht auf seinem Motorrad dann auf diesen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Am zweiten Dezember gehts wieder auf eine Nordseeinsel, n\u00e4mlich langeoog. Nie geh\u00f6rt, denn dahin hat sich eine Oma nach dem Tod des Opas zur\u00fcckgezogen und sich seltsam ver\u00e4ndert. Die Enkeltochter wird zu Weihnachten hingeschickt und erlebt ein total geschm\u00fccktes Haus. Im Wohnzimmer sitzt eine Hippiefrau. In der K\u00fcche steht die Oma und b\u00e4ckt Pl\u00e4tzchen und bis zum Weihnachtstag kommen alle Weihnachtsm\u00e4nner auf der Insel um. Sie rutschen im Schnee aus, so da\u00df am n\u00e4chsten Tag drei Weihnachtsfrauen durch den Ort huschen und die Pl\u00e4tzchen an die Kinder verteilen. Apropos <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">Weihnachtsfrau<\/a>, die gibts nat\u00fcrlich auch bei mir und das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/02\/in-den-corona-advent\/\">zweite T\u00fcrchen<\/a> ist auch schon ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Am dritten Dezember bleibts noch in Ostfriesland, denn dort, in Ostermoordorf wird ein Weihnachtsmann gesucht. Christiane Franke hat die Geschichte von dem Herbert, der sich um Weihnachtsmann zu werden einen Bauch angefressen hat und auch alles tut, um den sich ebenfalls bewerbenden Nachbarn auszuschalten, geschrieben. Nur leider bekommt er zu dem Zeitpunkt, als die Polizei erscheint, einen Herzinfarkt, denn der Nachbar ist schlauer gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am vierten Dezember gehts nach Hamburg in die Elbphiloharmie. Da soll sich ein Sologeiger bei einem Konzert beweisen, hat aber einen Zwillingsbruder, der ihn erpre\u00dft. Der liegt jetzt als Engel vor ihm, scheint vom Himmel gefallen, hat aber vorher LSD ins Glas gemischt bekommen. Also mu\u00df man seine Leiche beseitigen, die &#8220;Orchestervioline namens Swantje, die auch gern Solo spielen will, hilft ihm dabei, nur leider ragen die Fl\u00fcgel aus dem Wasser, also springt der Violinist hinein und Swantje kann f\u00fcr ihn spielen. Mit LSD sieht man aber alles anders und spielt wahrscheinlich auch falsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Am f\u00fcnften Dezember geht es nach Berlin in das noble Viertel Grunewald. Da steht Alice mit einer Weihnachtsm\u00fctze in ihrer feudalen Villa und setzt sie einer Marmorstatue auf. Die ist, erfahren wir bald, ihr Ehemann, denn der hat im letzte Jahr das gew\u00fcnschte Collier seiner Sekret\u00e4rin statt ihr geschenkt. Jetzt ist er eben verschollen. Alice mu\u00df auf seinen Totenschein warten. Da ruft die beste Freundin an und schluchzt ins Telefon, denn ihr Mann, der Kompagnon von Alice Albert hat dessen Sekret\u00e4rin \u00fcbernommen und will ihr nun ein Schmuckst\u00fcck schiken. Das geht doch nicht und so beginnt Aice zu routieren und nach Kapstadt fliegen. Ein paar Briefe werden noch aufgegeben und am Ende hat sie dann einen Diamanten, der einmal die Sekre\u00e4trin war, um den Hals. Ein bi\u00dfchen makaber k\u00f6nnte man meinen. Die Story wurde aber von Profis geschrieben. N\u00e4mlich Saskia und Veit Etzold und die ist Fach\u00e4rztin f\u00fcr Rechtsmedizin,  ihr Mann Autor von spekul\u00e4ren Todesf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am sechsten Dezember bleibt es in Berlin und es geht von Andreas G\u00f6\u00dfling geschrieben, zu einem Luk oder einem Krippenspiel. Der ist zweiundvierzig und seine Mutter Elsa liegt tot im Bett. Wie sie dort hingekommen ist, wei\u00df man nicht, nur da\u00df sie in einer Schuhschachtel eine Menge Euroscheine hat. Die nimmt das S\u00f6hnchen nun und geht dorthin, wo Berlin schon etwas sch\u00e4big wird. Da wird ein Krippenspiel aufgef\u00fchrt. DerJosef gef\u00e4llt ihm nicht, der m\u00f6chte er selber sein. So verteilt er die Scheine. Nimmt dann den Engel mit nach Haus und stellt ihm die ganze Schuhschachtel hin, nur leider hat der einen Penis und am Ende fliegt Luk selbst als &#8220;Engelchen, flieg!&#8221;, aus dem Fenster hinaus und ich bleibe am Nikolaustag etwas verwirrt zur\u00fcck. Denke, es gibt schon merkw\u00fcrdige Adventgeschichteoder wenn ich wieder an den Anfang gehe, wo es ja ein abgewandeltes &#8220;Von drau\u00df vom Walde komm ich her&#8221; gibt das mit &#8220;nun wertet das nachfolgend Geschriebene aus eurer Sicht. Sind gute Gschicht, sinds b\u00f6se Gschicht?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Am siebenten Dezember geht es nach Bielefeld, obwohl die Geschichte von Mechthild Borrmann &#8220;Einmal \u00c4gypten&#8221; hei\u00dft, denn das ist der Traum eines Ehepaares, einmal dorthin zu reisen. Daf\u00fcr spart der Mann seit er einen Herzinfarkt erlitt und daher Fr\u00fchrentner ist, aber die Tochter ist geschieden und braucht mal eine Waschmaschine oder Sachen f\u00fcr die Kinder. So ist das Konto bald leer und \u00fcber die Bank mu\u00df er sich auch \u00e4rgern. Da mu\u00df man alles selber machen und die Angestellten sind unfreundlich. Da spuckt ihm der Automat aber einmal eine Zinsnachzahlungvon f\u00fcnfunddrei\u00dfigtausend Euro aus und alles \u00e4ndert sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am achten Dezember gehts auf einen Weihnachtsmarkt. Eine Kommissarin f\u00e4hrt dort hin, denn dort gibts eine Leiche und Harald Gilbers spart in &#8220;Ein M\u00f6rder sieht rot-gr\u00fcn&#8221; auch nicht an Kunstkritik. Denn da inszeniert ein verhinderter Schauspieler ein Weihnachtsst\u00fcck und einer. der eigentlich farbenblind ist und als Buchhalter arbeitet, tr\u00e4umt von der K\u00fcnstlerkarriere, aber leider will keiner seine Fig\u00fcrchen kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am neunten Dezember geht es in den Harz und da vorerst in eine Kirche, dort sprechen die Damen den Gemeindemitarbeiter Markus Draugard an und wollen ihn tr\u00f6sten, weil seine Frau ihn verlassen hat. Er will aber nur in den Wald hinaus, um sich an seiner Schwiegermutter zu r\u00e4chen, was aber nicht so wie geplant gelingt.<\/p>\n\n\n\n<p>In &#8220;Bert-Bernd der Engel und ich&#8221; zeigt Rudi Jagusch am zehnten Dezember, wie man perfekt die Genres mischen kann. Da geht es zuerst in den Ungl\u00fcckstag eines erfolglosen Detektiven, der statt vom Gerichtsvollzieher den Besuch eines Engels bekommt. Der hei\u00dft Angela, ist eine ehemalige Schulkollegin und will, da\u00df er ihr hilft ihren mann zu ermorden. Er macht nat\u00fcrlich f\u00fcr Geld und Sex alles und am Schlu\u00df stehen alle am Weihnachtsmarkt und trinken Punsch, was man jetzt wahrscheinlich in K\u00f6ln, wo die Geschichte spielt, auch nicht darf. Bert-Bernd, der Engel, die Schulklasse und auch noch die Sekret\u00e4rin und in den Dom geht es Schlu\u00df auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Am elften Dezember geht es nach Bonn am Rhein, ins Beethoven-Haus und zu einer erfolgreichen Jungunternehmerin \u00fcber f\u00fcnfzig, die b\u00e4ckt die ber\u00fchmten Elisen-Lebkuchen, denn ihr Herbert hat sie verlassen. Jetzt ist er das Backtriebmittel f\u00fcr ihre Lebkuchen und da sie immer positiv denkt, verschluckt sich auch ihre Rivalin an den lebzelten, beziehungsweise bekommt sie eineAllegie davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Am zw\u00f6ften Dezember geht es in das kleine D\u00f6rfchen Vogelsberg und zu einem Weihnachtsmann, der auf seiner Tour alle seine Kumpels, die er verd\u00e4chtigt mit seiner Frau geschlafen zu haben, umbringen will. Am Ende erwartet ihn die Frau, serviert nach Mandeln schmeckenden Weihnachtsstollen, erkl\u00e4rt, sie hatte nie mit den Kollegen etwas, aber jetzt wird sie ihn verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am dreizehnten Dezember f\u00fchrt uns Katja Bohnet nach Gie\u00dfen und da kommen zwei Polizisten zu einer Leiche die an einem Feuerwehrschlauch aufgeh\u00e4ngt ist und deren die F\u00fc\u00dfe fehlen. Einer der Kommissareist ein Turgenjews Spezialist und zitiert mehrmals &#8220;Die V\u00e4ter und S\u00f6hne&#8221; und der Tote bekommen wir heraus, war ein Autoh\u00e4ndler, der seine Schwiegertochter, die die M\u00f6rderin war, im Fu\u00dfballspielen trainierte und das Ganze ist wohl auch, als eine gewisse Ironie auf das Krimigenre zu interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In Limburg an der Lahn verpackt Oma Rotraud sorgf\u00e4ltig den Adventkalender mit der Giftpraline, die f\u00fcr den Nachbar bestimmt ist, der sie aus der Wohnung ekeln will. Dann geht sie die Werkzeuge entsorgen und als sie zur\u00fcckkommt ist der kalender verschwunden. Der Enkel der zur Weihnachtsfeier mu\u00df, hat sich ihn ausgeborgt. Sie hetzt zum Schlo\u00df um das St\u00fcck zu holen. Der Chef erwischt sie, l\u00e4dt sie ein und verteilt dann auch noch die Pralinen. In letzter Sekunde kann Rottraud sie sich noch schnappen. Nur um vom Enkel am n\u00e4chsten Tag zu erfahren, da\u00df er die Kalender ausgetauscht hat, weil er schon abgelaufen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Wem die bisherigen Adventkrimis, Mann will seine Rivalen ermorden und kommt selbst dabei um, zu banal waren, den kann ich am f\u00fcnfzehnten Dezember in die Stadtbibliothek von Bayreuth verweisen. Denn da ist schon das zweite Wort <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/21\/thomas-bernhard-als-graphic-novel\/\">Thomas Bernhard<\/a>, denn Thomas Kastura, der Autor hat Germanistik studiert und so schickt er einen erfolglosen Autor zu einer Adventlesung, wo sein Rivale der sehr bekannter Krimiautor Gratasch auftreten soll. Er hat vorgesorgt und aus dem Darknet einen Auftragsm\u00f6rder bestellt, der ihm den Kopfschu\u00df geben soll. Eine sch\u00f6ne Gratasch-Verehrerin setzt sich neben ihm und ber\u00fchrt ihn an der Schulter, was bei Thomas Kastura zu k\u00f6stlichen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/28\/die-forelle\/\">Bernhard-Passagen<\/a> bewegt, denn der ist ja ein Autor den man herrlich nachahmen kann. Also gibt es &#8220;sentimentalit\u00e4tsdurstige Beamtenweiber und fr\u00fchpensionierte Krankenschwestern&#8221; etcetera.  Und w\u00e4hrend er in Worten wie &#8220;Gratasch-Salat&#8221; und &#8220;Gratasch-Verhinderer&#8221; schwelgt, wird das akademische Viertel \u00fcberschritten und statt dem ber\u00fchmten Autor tritt nur eine verlegene Bibliothekarin auf, die von einer Verhinderung des Autors spricht. Aber es gibt ja Ersatz, die sch\u00f6ne Nachbarin hat sie darauf aufmerksam gemacht, da\u00df ja noch ein Autor im Publikum sitzt, den sie bitten, w\u00fcrde, etwas was ich mir ja auch schon gew\u00fcnscht habe und w\u00e4hrend ich noch dachte &#8220;Uje, jetzt kann er nicht auftreten!&#8221;, schwelgt er in seinem Gl\u00fcck, bis er dann den Kopfschu\u00df sp\u00fcrt und ich kann noch verraten, da\u00df ich jetzt endlich verstehe, warum man keine Genre mischen soll, denn ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/16\/recherchetag-und-bernhard-fritsch-briefwechsel\/\">Thomas Bernhard <\/a>Verschnitt in Krimimanier klang wenigstens f\u00fcr mich am Schlu\u00df unertr\u00e4glich und die Krimileser werden wohl auch nicht soviel von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/15\/bernhard-und-handke-in-der-osterreichischen-literatur\/\">Thomas Bernhard<\/a> lesen wollen und dessen Anh\u00e4ngern sind Krimis wahrscheinlich sowieso viel zu banal.<\/p>\n\n\n\n<p>Am sechzehnten Dezember geht es ins Mittelalter. Denn da reitet eine gescheite Frau mit ihren drei T\u00f6chtern von N\u00fcrnberg in ein Kloster. Aber leider liegt zu viel Schnee, so m\u00fc\u00dfen sie bei einem Ritter \u00fcbernachten. Der ist ein ungeselliger Kerl, serviert schlechtes Fleisch, seine zwei Neffen und zwei seltsame Nonnen sitzen mit am Tisch und am n\u00e4chsten Morgen ist er tot und blutige Mistelzweige gibt es als Aufl\u00f6sungshilfe auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Am siebzehnten Dezember wird in Karlsruhe eingebrochen und zwar immer in H\u00e4usern oder Wohnungen, wo vorher der Nikolaus bei den Kindern war. Ein pensionierter Polizist verdingt sich auch als solcher. Der ist einsam und erz\u00e4hlt seine Erlebnisse in einer Kneipe und ein Freund oder Bekannter, der Besitzerin geht dann einbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am achtzehnten Dezember geht es in den schw\u00e4bischen Wald und zur &#8220;M\u00fchlenweihnachten&#8221;, denn da holt ein M\u00fcller eine Agnieszka vom Bahnhof ab, die bei ihm einziehen soll. Die scheint offenbar besser Deutsch zu sprechen, als sie vorgibt und dem Sex weicht sie auch aus. Schickt ihn dagegen ins Gasthaus einen trinken w\u00e4hrend sie sich alles genau anschaut. Die M\u00fchle l\u00e4\u00dft sie sich auch vorf\u00fchren, dann schenken sie sich B\u00fccher. Er bekommt den &#8220;Max und Moritz&#8221; denn f\u00fcr Bildb\u00e4nde \u00fcber M\u00fchle interessiert er sich, sie &#8220;Shades of grey&#8221;. Dann versuchen sie das in Echt zu praktizieren. Sie legt sich auch im Slip aufs Bett. Schnallt sich die Handschnellen aber nicht an, sondern haut ihm mit dem Baseballschl\u00e4ger eine \u00fcbern Kopf bevor sie dann an ihm das praktiziert, was er einmal bei ihrer Schwester tat.<\/p>\n\n\n\n<p>Am neunzehnten Dezember sind wir in Stuttgart auf dem Weihnachtsmarkt. Da soll ein Posaunenchor ein Konzert geben. Aber der dicke Willi mit der Tuba ist nicht da. Der wird dann sp\u00e4ter tot in der Kirche aufgefunden und eine junge Komissarin kl\u00e4rt das Ganze auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Am zwanzigsten Dezember f\u00fchrt und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/09\/06\/eva-rossmamanns-netzwarnung\/\">Eva Rossmann<\/a> dann ins Weinviertel nach Treberndorf, denn da lebt eine syrische Fl\u00fcchtlingsfrau bei einer Maria, einer Weinbauerin, tr\u00e4gt Dirndl und hilft am Weihnachtsmarkt. Ha\u00dfpostings gegen den B\u00fcrgermeisger und gegen die Windm\u00fchlenbef\u00fcrworter oder ihre Gegner gibt es auch und als Lilia am Ende einen Aufsatz \u00fcber ihr Weihnachten schreiben soll, gibt ihn ihr die Lehrerin kopfsch\u00fcttelnd zur\u00fcck. Zwar keine Fehler und die richtige Grammatik, aber Themenverfehlung, denn so l\u00e4uft das deutsche oder \u00f6sterreichische Weihnachten ja nicht ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Am einundzwanzigsten Dezember sind wir in M\u00fcnchen, beziehungsweise in einem Gef\u00e4ngnis, wo ein Schriftsteller namens Bronsky, so steht auch \u00fcber der &#8220;Mangoldtrag\u00f6die&#8221;, auf Seite dreihundertneunundachtzig und bei den Lebensl\u00e4uften, da\u00df Max Brosky ein Pseudonym f\u00fcr Franz-Maria Sonner, von dem ich, wenn  ich mich nichts irre, schon was gelesen habe, den Weihnachtsglocken lauscht und erz\u00e4hlt, wie es ist in einer Kleinstadt zu leben, wo man vom Feinkosthandel total \u00fcberwacht wird, so da\u00df es schlie\u00dflich zum Blasphemievorwurf kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am zweiundzwanzigsten Dezember f\u00fchrt uns Su Turhan in den &#8220;D\u00f6nersquare&#8221;, das ist eineKebab-Bude in M\u00fcnchen und w\u00fcnscht uns &#8220;Mutlu Noeller!&#8221;, also &#8220;Frohe Weihnachten!&#8221; auf t\u00fcrkisch. Denn da hilft Yusuf, was ja Josef hei\u00dft, dreimal in der Woche aus. Der war mal im Gef\u00e4ngnis, holt also gleich das Messer, als Meryem, also Maria mit dem schwangeren Bauch, die aus Sofia eingeflogen kam, nicht zahlen will. ein Drogenfahnder sucht auch nach ihr, der wird aber von Albert, der in Afghanistan seinen Arm verloren hat, ruhig beziehungsweise auf Schnaps gestellt. Ein t\u00fcrkisches P\u00e4rchen zahlt die zeche und das Christkindlein wird dann am Klo geboren. Herbergssuche im Multikultiland. <\/p>\n\n\n\n<p>Am dreiundzweanzigsten Dezember gehts in den Allg\u00e4u aber eigentlich zur\u00fcck zum Nikolaustag, vielleicht h\u00e4tte man die Geschichten besser ordnen sollen, denn ich habe ja schon welche, die am Weihnachtstag  spielen, gelesen. Egal, denn der ber\u00fchmte Kommissar Kluftinger der Autorengruppe Kl\u00fcpfel und Kobr von der ich schon viel geh\u00f6rt, aber, glaube ich, noch nichts gelesen habe, mu\u00df einen Fall aufkl\u00e4ren, wo Diebsgut vielleicht in einem Knderheim versteckt ist. Wie bekommt man das heraus? In dem man sich als Nikolo und Krampus verkleidet, bei den gelangweilten Kindern und Jugendlichen eine Show abzieht und sie ein bi\u00dfchen traumatisiert und dann auch noch den Rivalen verpr\u00fcgeln l\u00e4\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Am vierundzwanzigsten Dezember geht es in die Schweiz, zu Tom Zai, den W\u00f6lfen und zu einem Wildh\u00fcter, der  Drohbriefe bekommt, weil er W\u00f6lfe in sein Revier angesiedelt hat, deshalb hat er seine Frau vernachl\u00e4\u00dfig und will zur Vers\u00f6hnung in der Weihnachtsgeschichte, die auch zu Nikolo spielt mit ihr in ein Superrestaurant gehen. Dann kommt die Nachricht, die W\u00f6lfe sind ausgebrochen, beziehungweise wurde sie von den Gegnern in eine Falle gelockt und seine frusterierte Frau droht zu allem \u00dcberflu\u00df sich von den Maffia-Russen in ihr Hotelzimmer entf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>So das wars mit den vierundzwanzig Weihnachtskrimis und f\u00fcr die, die es weniger kriminell haben wollen, verlinke ich noch einmal zur <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">&#8220;Nika, Weihnachtsfrau&#8221;<\/a>, die habe ich heuer trotz meines Versprechens nicht in die B\u00fccherschr\u00e4nke gelegt, war auch nur einmal im &#8220;Wortschatz&#8221; und habe das <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fruehlingserwachen.html\">&#8220;Fr\u00fchlingserwachen&#8221; <\/a>hineingelegt. Jetzt radle ich noch einmal nach Altmannsdorf und da habe ich ja die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/19\/jack-unterweger-film-und-open-hause\/\">&#8220;Hierarchien&#8221; <\/a>zur Auswahl, die<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sommer.html\"> &#8220;Sommerelebnisse&#8221;,<\/a> die zwar nicht zur Jahreszeit passen, gibt es auch zur Auswahl und jetzt w\u00fcnsche ich ein frohes Fest und hoffe ihr habt euch alle brav durchgetestet, das Corona-Weihnachtsm\u00e4rchen gibts dann \u00fcbermorgen!<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/02\/in-den-corona-advent\/https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/02\/in-den-corona-advent\/\">2<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/05\/samstag-5-dezember\/\">5<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/07\/anton-blitzsteins-geburtstag-mit-nika-lesung\/\">7<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/08\/dienstag-8-dezember\/\">8<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/tag\/weihnachtsfrau\/\">9<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/10\/philosophisches-forum-und-zehntes-adventkalenderfenster\/\">10<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/14\/doris-kloimsteins-sechzigster-geburtstag-und-vierzehntes-nika-fenster\/\">14<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/19\/vierter-adventsamstag\/\">19<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/20\/zwanzigster-dezember\/\">20<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/23\/weihnachtsstimmung-in-harland-und-in-wien\/\">23<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/24\/weihnachtsreatreat\/\">24<\/a> 25 29 30<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die Idee im Advent Weihnachtsb\u00fccher zu lesen hat mich, glaube ich &#8220;Leselustfrust&#8221; gebracht, die hat 2010 glaube ich ein Adventspecial ausgerufen und dann allm\u00e4hlich mit dem Nloggen aufgeh\u00f6rt, ich habe mit dem Weihnachtsbuch lesen angefangen, was damals noch leicht &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=93149\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,18],"tags":[105,6153],"class_list":["post-93149","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-uncategorized","tag-adventkrimis","tag-weihnachtsspezial"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=93149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93149\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=93149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=93149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=93149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}