{"id":9452,"date":"2011-10-19T00:45:11","date_gmt":"2011-10-18T22:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9452"},"modified":"2011-10-19T00:45:11","modified_gmt":"2011-10-18T22:45:11","slug":"drei-bucher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9452","title":{"rendered":"Drei B\u00fccher"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Morgen weckten mich die Kulturnachrichten im Morgenjournal, mit dem Hinweis, da\u00df ein neues Buch des letzten Nobelpreistr\u00e4gers Mario Vargas Llosa erschienen ist, was ich schon vom blauen extra Sofa wu\u00dfte, weil ich ja eine eifrige <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/17\/buchmessen-surfing\/\">Buchmessensurferin<\/a> bin und, da\u00df um zw\u00f6lf Uhr Mittag in der Hauptb\u00fccherei das zehnte &#8220;Eine Stadt.Ein Buch&#8221;, n\u00e4mlich Mario Vargas Llosas &#8220;Der Geschichtenerz\u00e4hler&#8221;, verteilt wird. Was ich ebenfalls schon wu\u00dfte und den zw\u00f6lf Uhr Termin in meinen Kalender eingetragen hatte. Vorher erwartete ich noch eine Klientin, die nicht kam und hatte eine Befundbesprechung, die etwas l\u00e4nger dauerte, so da\u00df die Er\u00f6ffnungszeremonien schon vor\u00fcber waren, als ich um halb eins die Hauptb\u00fccherei erreichte und mir die Menschen entgegen kamen, die ein, zwei oder vielleicht sogar mehr Exemplare ergattert hatten. Ein junger Mann mit wahrscheinlichen Migrantenhintergrund, lief sogar darin lesend an mir vorbei und unser B\u00fcrgermeister kann sich freuen, da\u00df es ihm gelungen ist, die Wiener Bev\u00f6lkerung zum Lesen zu bringen.<br \/>\nIch stehe dieser Aktion ja etwas skeptisch gegen\u00fcber, obwohl ich mir alle B\u00fccher geholt habe und mich einmal auf der Buchwoche mit den Veranstaltern gestritten habe, weil sie es nicht vorher hergaben, sondern man auf den B\u00fcrgermeister warten mu\u00dfte. Der B\u00fcrgermeister h\u00e4lt ja viel von dem p\u00e4dagogischen Aspekt eine Stadt mit einem Buch zu beschenken und es ist auch ein erhebender Gedanke sich vorzustellen, da\u00df jetzt eine Weile lang die Wiener und Wienerinnen Varga Llosas lesend in den U- und Stra\u00dfenbahnen sitzen.<br \/>\nIn der Realit\u00e4t spielt es das wahrscheinlich nicht so und es gibt auch einen Film der Werkstatt f\u00fcr Kunstberufe, wo sie den Weg von Nick Hornby &#8220;Fever Pitsch&#8221; bis zu den Flohm\u00e4rkten bzw. zu den E-bay Verk\u00e4ufen verfolgten. Da bin ich auch wieder skeptisch und denke, da\u00df das Buch f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre wahrscheinlich unverk\u00e4uflich ist, sehe die bisherigen B\u00fccher aber regelm\u00e4\u00dfig im B\u00fccherschrank und fand sie auch schon in so mancher Flohmarktkiste.<br \/>\nOb die Wiener dadurch mehr lesen, wei\u00df ich nicht. Ich denke, das Lesen geht ohnehin zur\u00fcck und wenn ich an die zwanzig Prozent sekund\u00e4ren Analphabeten denken, die unsere Schulen so verlassen, ist diese Aktion sicher l\u00f6blich. Allerdings k\u00f6nnte einem auch die Zumutung st\u00f6ren, da\u00df die Wiener so arm oder kulturell uninteressiert sind, da\u00df sie sich ohne &#8220;echomedia&#8221;  keine B\u00fccher leisten k\u00f6nnen oder wollen.<br \/>\nSei es wie es sei, ich habe mir jedes der B\u00fccher geholt, auch Toni Morrisons &#8220;Sehr blaue Augen&#8221;, obwohl ich das schon gelesen hatte und habe alle gelesen, auch Nick Hornbys <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/10\/lesen-und-schreiben-personlich\/\">&#8220;Fever Pitsch&#8221;<\/a>, das aber sehr ungenau, da ich Fu\u00dfball ja nicht so mag. Also wieder ein neues Buch, von dem ich nicht wei\u00df, in welche meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leselisten<\/a> ich es stellen soll, die von 2011 ist ja schon ziemlich voll und 2012 auch schon zur H\u00e4lfte verplant. Lesen werde ich es bestimmt, denn ein Nobelpreistr\u00e4ger interessiert mich ja. Und der war vorige Woche in Frankfurt, weshalb das Buch wahrscheinlich jetzt und nicht erst zur Buch Wien verteilt wird und hielt am Abend eine Lesung in der Fernw\u00e4rme, ein gro\u00dfe Konkurrenz zu den anderen literarischen Veranstaltungen und dort wird es wahrscheinlich auch sehr voll gewesen sein, da man sich ja gleich ein Autogramm holen konnte. In den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/11\/und-nietzsche-weinte\/\">letzten<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/30\/balzac-und-die-kleine-chinesische-schneiderin\/\">beiden<\/a> B\u00fcchern, habe ich eines, denn die wurden ja in der Buch-Wien vorgestellt und bei &#8220;Fever Pitch&#8221; war ich zwar bei der Lesung im Rathaus, aber da bin ich ganz vorne, wieder neben Peter Henisch gesessen und hatte kein Buch dabei und hinauszugehen, um mir eines zu holen, konnte ich nicht, denn dann w\u00e4re nicht mehr hinein gekommen. Bei Frederic Morton war ich vor zehn Jahre in der Volkshochschule Brigittenau, ob ich mir das Buch unterschreiben habe lassen, m\u00fc\u00dfte ich erst nachsehen, aber diesmal hatte ich nicht vor mich bei der Fernw\u00e4rme, einem der Sponsoren, zu dr\u00e4ngen, sondern wollte eigentlich ins Amerlinghaus, wo die Anthologie &#8220;Weg-Kreuzungen&#8221; vorgestellt wurde, wo Emily Walton einen Text hat. Dann habe ich aber ins Programm der Gesellschaft f\u00fcr Literatur geschaut und umdisponiert, denn da wurden zwei B\u00fccher aus dem Haymon Verlag n\u00e4mlich Irene Pruggers &#8220;Letzte Ausfahrt vor der Grenze&#8221; und Wolfgang Hermanns &#8220;Die Augenblicke des Herrrn Faustini&#8221; vorgestellt. Wolfgang Hermann habe ich zwar schon bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; aus seinem dritten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/17\/zwanzig-jahre-rund-um-die-burg\/\">&#8220;Faustini&#8221;-Roman<\/a> lesen h\u00f6ren. Irene Pruggers &#8220;Letzte Ausfahrt vor der Grenze&#8221; interessiert mich aber sehr, so habe ich umdisponiert und bin in die Herrengasse gegangen. Da war es dann sehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/18\/solo-lesung\/\">tr\u00f6stlich<\/a> f\u00fcnf Minuten vor sieben zu erscheinen und auch nur eine Handvoll Zuh\u00f6rer zufinden. Insgesamt habe ich, glaube ich, zehn Personen gez\u00e4hlt. Christl Greller, die auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin ist, war da. Helmuth A. Niederle hat eingeleitet und Wolfgang Hermann entschuldigt. F\u00fcr ihn hat eine Burgschauspielerin gelesen, aber zuerst kam die 1959 geborene Tiroler Autorin an die Reihe und stellte ihren Geschichtenband vor. Sechzehn Erz\u00e4hlungen, die wenn ich Helmut A. Niederle richtig verstanden haben, von der Liebe und vom Tod handeln, aber alle Erz\u00e4hlungen tun das ja und so lobte er besonders die Pruggerische Sprache und erw\u00e4hnte, da\u00df die Geschichten an besonderen Orten, wie in einer Therapiestunde, in einem Thermalbad ect spielen. Irene Prugger las drei Geschichten an, die erste hei\u00dft &#8220;Die Therapiestunde&#8221;, da geht ein Paar in Paartherapie, weil es mehr Zeit f\u00fcr einander haben will, aber sonst ist es eigentlich ohnehin sehr gl\u00fccklich und verliebt, was die Therapeutin, die selbst nicht so eine gute Beziehung hat, ein bi\u00dfchen verwirrt, so da\u00df sie nach den Drops auf ihren Tisch greifen mu\u00df und am Ende stellt sich noch heraus, das Paar ist zwar verheiratet, aber nicht miteinander.<br \/>\n&#8220;Welche Ehe wollen Sie retten?&#8221;<br \/>\n&#8220;Alle drei!&#8221;<br \/>\nDie zweite Geschichte war die, die in Thermalbad handelte, da schwimmt ein Aal im Naturbasin und die M\u00e4nner trennen sich von den Frauen, jagen ihn, w\u00e4hrend sich die Frauen mit einem Oberstudienrat vergn\u00fcgen, eine sehr erotische Geschichte und so blieb es auch, denn die letzte Erz\u00e4hlung handelt von vier Morden und den Messern, die die Geliebte, dem Geliebten, sich selbst oder seiner Frau ins Herz sticht.<br \/>\nDann folgte die Burgschauspielerin mit dem &#8220;Herrn Faustini&#8221;, die ja auch bei einer Therapeutin, n\u00e4mlich Angela Nu\u00dfb\u00e4chle, beginnt. Herr Faustini entdeckt bei sich einen Ri\u00df, f\u00e4hrt nach Dornbirn ins Therapeutenhaus und erz\u00e4hlt der Therapeutin so lange davon, bis die auf Urlaub f\u00e4hrt, worauf sie beschlie\u00dft, da\u00df er sich selber helfen mu\u00df. Er f\u00e4hrt dann auch auf Urlaub. Bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; hat Wolfgang Hermann die Stelle gelesen, wo er sich von einer Telefonistin die beste Zugsverbindung nach Edenkoben, den Ort, den er  mit dem Finger auf der Landkarte gefunden hat, erkl\u00e4ren l\u00e4\u00dft und am Bahnhof eine Frau mit einem wundersch\u00f6nen Gang trifft. Die Schauspielerin hat von einem kleinen Mann mit roter Jacke, den Faustini in einem Supermarkt trifft, gelesen, der dort ungl\u00fccklich herumsteht, weil es nichts zu essen gibt, weil ja alles vakuumverpackt und tiefgek\u00fchlt und dann noch eine Stelle, wo beide Lottospielen.<br \/>\nEs ist schon der dritte &#8220;Faustini&#8221;-Roman, den Wolfgang Hermann geschrieben hat. Und weil ich mich viel im Literaturbetrieb herumtreibe und mich fr\u00fcher auch um den Siemens Literaturpreis beworben habe, habe ich auch den Vorl\u00e4ufer Faustini kennengelernt, mit dem Wolfgang Hermann 2002 bei Siemens gewonnen hat.Dann ist &#8220;Herr Faustini verreist&#8221; und &#8220;Herr Faustini und der Mann im Hund&#8221; erschienen. Alles schrullige Geschichte um einen schrulligen Mann, mit einer sprachlichen Genauigkeit und einer gro\u00dfen Naivit\u00e4t erz\u00e4hlt, die eine k\u00f6stliche Satire auf dieses Leben geben. Bei ein paar <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/08\/lese-auslese-statt-angriff-auf-die-freiheit\/\">Wolfgang Hermann<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/28\/alte-schmiede-und-mehr\/\">Lesungen<\/a> bin ich schon gewesen.<br \/>\nNachher gabs ein Glas Wein und eine interessante Diskussion, weil man in der kleinen Runde schnell ins Gespr\u00e4ch gekommen ist. Irene Prugger hat Christl Greller und mich von den GAV- Sitzungen erkannt und eine andere schreibende Dame gab es auch, die erz\u00e4hlte, da\u00df sie zwar mehr an der franz\u00f6sischen Literatur interessiert ist, aber viel Intimes vom Literaturbetrieb zu berichten wu\u00dfte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Morgen weckten mich die Kulturnachrichten im Morgenjournal, mit dem Hinweis, da\u00df ein neues Buch des letzten Nobelpreistr\u00e4gers Mario Vargas Llosa erschienen ist, was ich schon vom blauen extra Sofa wu\u00dfte, weil ich ja eine eifrige Buchmessensurferin bin und, da\u00df &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9452\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9452","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9452\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}