{"id":95092,"date":"2021-01-09T00:55:13","date_gmt":"2021-01-08T23:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=95092"},"modified":"2021-01-09T00:55:13","modified_gmt":"2021-01-08T23:55:13","slug":"drei-fliegen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=95092","title":{"rendered":"Drei Fliegen"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt die ideale Buchbegleitung zum neuen Romanschreibjahr, n\u00e4mlich Nico Bleutges &#8220;Drei Fliegen &#8211; \u00fcber Gedichte.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;In seinen  Essays und Skizzen taucht Bleutge  in die Sprachwelten anderer Dichter und Dichterinnen ein und bringt dabei zugleich Gedanken \u00fcber das eigene Schreiben an die Oberfl\u00e4che&#8221;, steht auf einem beigelegten Zettel des bei C.H. Becks erschienenen Bandes und ich habe den 1972 in M\u00fcnchen geboren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/09\/jahrbuch-der-lyrik-2020\/\">Nico Bleutge<\/a> 2012 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/25\/erich-fried-preis-an-nico-bleutge\/\">in Wien kennengelernt, als der Erich Fried-Preis bekommen hat<\/a> und da hat seine Dankesrede den Titel &#8220;Drei Fliegen&#8221; gehabt, die wahrscheinlich im &#8220;Standard&#8221; aber auch in den &#8220;Akzenten&#8221; 2014, herausgekommen sind. Jetzt ist es der Titel des Buches \u00fcber Gedichte, das aus Essays und Skizzen in  sechs Kapitel besteht und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">die erfolglose Schreiberin<\/a>, die sich wieder zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/30\/ideen-fuer-das-romanjahr-2019\/\">wiederholten Male <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/01\/06\/zum-neuen-romanschreibjahr\/\">in einem Schreiblernkurs<\/a> versucht in die sch\u00f6ne Sprache einf\u00fchrt, k\u00f6nnte man so sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schreibe ja keine Gedichte, keine wirklichen und ankerannten jedenfalls, denn ind den <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/buecher.html\">&#8220;Wiener Verh\u00e4ltnissen&#8221;<\/a>, ist eines vorhanden, ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/16\/corona-gedichte\/\">Corona-Gedicht<\/a> habe ich heuer an das Literaturcafe geschickt, eines \u00fcber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/25\/weihnachten\/\">Weihnachten 2000<\/a> ist in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft zu dieser Zeit entstanden und in meinem zweiten<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/19\/vorschau-auf-ein-braunrot-kariertes-notizbuch\/\"> Corona-Buch<\/a> das demn\u00e4chst erscheinen wird, gibt es angeregt von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/14\/doris-kloimsteins-sechzigster-geburtstag-und-vierzehntes-nika-fenster\/\">Doris Kloimstein<\/a> auch immer wieder ein paar Gedichtzeilen, aber jetzt mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/22\/open-mike-on-tour\/\">Nico Bleutge<\/a>, den ich<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/30\/grundgedichte-der-oesterreichischen-literatur\/\"> inzwischen \u00f6fter in Wien gesehen <\/a>habe, in die sch\u00f6ne Sprache eintauchen und herauszufinden, was er \u00fcber das Schreiben denkt und wie er sich sprachlich damitauseinandersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das beginnt schon im ersten Kapitel mit dem Wort &#8220;Muschelkalk&#8221; das ihm am Flughafen Tempelhof, den er dann erforschte, begegnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8220;Drei Fliegen&#8221; sind dann auch in dem Kapitel erhalten. Er liest die Fried-Werkausgbe, tut sich schwer dabei, beobachtet dabei eine Fliege und kommt dann zu dem Buben, der sie auf dem Pingpongtisch aufspie\u00dft. Er hat als Kind auch Fliegen beobachtet, aber nicht get\u00f6tet und eine Fliegengeschichte von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/25\/musils-moerder\/\">Robert Musil <\/a>gibt es auch dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Kapitel beginnt Bleutge mit den Erinnerungen beziehungsweise mit einem Bild von sich als kleinen Buben, das sein Vater einmal von ihm mit der Kulisse von Venedig nach einem Italienurlaub malte. Dann bleibts in der Vergangenheit und es geht an die Erinnerungen an die Gro\u00dfmutter, an ihren Balkon, Lift und ihr Stiegenhaus und &#8221; Das Treppenhaus&#8221;, schreibt <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/28\/stern-111\/\">Lutz Seiler<\/a> einmal, geh\u00f6rt zu den magischen Orten der Kindheit.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p> Das kann ich so zwar nicht best\u00e4tigen, aber Nico Bleutge nimmt immer wieder Bezug zu seinen Schriftstellerkollegen auf. Dann gehts zu den Tr\u00e4umen beziehungsweise zum Schlaf, denn das hat er als Kind nicht wollen, die Mutter hat ihm da immer ein Liedchen vorgesungen und das f\u00fchrt zu dem &#8220;Bucklichen M\u00e4nnchen und zu Walter Benjamin beziehungsweise zu Joseph von Eichendorff, der sich auch darauf bezogen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dawzischen werden noch zwei Gedichte analysiert,  n\u00e4mlich die &#8220;Dunklen Augen von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/17\/livestream-statt-punsch-und-kekse\/\">Marcel Beye<\/a>r und das des schwedischen Dichters Gunnar Ekel\u00f6f &#8220;Klima&#8221;, den Nico Bleutge sehr zu verehren scheint.gehe<\/p>\n\n\n\n<p>Um drei Fliegen geht es im dritten Kapitel, wo es unter anderen um die Sprache der Tiere geht, noch einmal. Her handelt es um ein Bild des niederl\u00e4ndischen  Malers Jaques de Gehyn, das Nico Beutge in einer Ausstellung entdeckt und den Text 2019 geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vierten Kapitel gehen wir zuerst  zu der 1959 geborenen Barbara K\u00f6hler und durch deren B\u00fccher, dann folgt die  B\u00fcchner-Preistr\u00e4gerin Elke Erb, sehr ausf\u00fchrlich besch\u00e4ftigt sich Nico Bleutge mit dem &#8220;Alphabet&#8221; der 1935 geborenen und 2009 verstorbenen d\u00e4nischen Autorin Inger Christensen und kommt dann zu Zsuzsanna Ghase von der ich schon einiges <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/18\/zsuzsanna-gahses-stadtlandschaften\/\">geh\u00f6rt<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/03\/zsuzsanna-gahse-mal-zwei\/\">gelesen<\/a> habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1835 in Warmbronn geborene Christian Wagner ist 1895  &#8220;auf eine kleine Reise nach Italien&#8221; aufgebrochen und berauschte sich dort in einem Wirtshaus am Klang der italienischen Sprache und war froh dar\u00fcber, da\u00df er den &#8220;Klatsch&#8221; um den es dort wahrscheinlich ging, nicht verstanden hat.  In einem weiteren Kapitel besch\u00e4ftigt sich Bleutge sehr ausf\u00fchrlich mit den Wiederholungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiges Element des Gedichts, so lesen manche Dichter, wie etwa <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/22\/leipzig-liest\/\">Reiner Kunze<\/a>, ihre Gedichte oft zweimal. Im Wiegenlied gibt es Wiederholungen, die die Kinder beruhigt einschlafen lassen und<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/16\/ein-fest-fur-ernst-jandl\/\"> Ernst Jandl<\/a> hat seine Mutter fr\u00fch verloren. Das war wahrscheinlich plus seiner Kriegserfahrungen sein Trauma, das  zu seiner speziellen Sprache f\u00fchrte. Bleutge erw\u00e4hnt ein altes Fotos. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/03\/michelangelo-und-ernst-jandl-show\/\">Jandls<\/a> Vater hat seine Familie k\u00fcnstlerisch fotografiert,  was zu<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/06\/sprachenkuenstler-jandl\/\"> Jandls<\/a> Familienfoto&#8221; f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;der vater h\u00e4lt sich gerade\/ die mutter h\u00e4lt sich gerade, der sohn h\u00e4lt sich gerade\/die tochter h\u00e4lt sich gerade&#8221; und interessant finde ich dabei da\u00df es in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/15\/laut-und-luise-als-funftausendste-veranstaltung\/\">Jandls<\/a> Familie f\u00fcnf S\u00f6hne  und zwei T\u00f6chter gibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Fliegen kommen im f\u00fcnften Kapitel ein drittes Mal vor, da murmelt Bleutge &#8220;im zimmer, drin ich schlafe&#8221; und bezieht sich auf Rilkes &#8220;Herbstfliegen&#8221; im &#8220;Malte Laurids Brigge&#8221;, den ich nicht gelsen habe und noch einmal auf Jandl.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt ein prosaischer text \u00fcber seine ambivalente Beziehung zu den Gro\u00dfeltern, den Bleutge mit einem Roman von Wolfgang de Bruyn verkn\u00fcpft. Ja das gibt es in einem Essayband \u00fcber Gedichte auch. Der unbekannte Dichter Wilhelm Klemm, der 1881 in Leipzig geboren wurde, wird erw\u00e4hnt und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/30\/dichterloh\/\">Thomas King<\/a>, der obwohl, das Kapitel so beginnt, glaube ich, kein Romantiker ist, aber wie Bleutge betont keine Wasserglaslesungen mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein interessantes Buch aus dem die, deren Sprchw ja immer sehr bem\u00e4ngelt wird &#8220;Sie schimpfen sich Dichterin?&#8221;, tue ich nicht, nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">schreibende Frau<\/a> und das bin und tue ich auch, sehr viel lernen kann. die Achtsamkeit bez\u00fcglich Sprache etwa oder  erfahren kann, wie Sprachk\u00fcnstler zu ihren Gedichten kommen. Einige der Texte wurden extra f\u00fcr das Buch geschrieben, andere sind, wie schon der erste Fliegen-Text Laudatios oder Dankreden.  So hat er etwa eine Laudatio f\u00fcr Zsuszanna ghase gehalten oder eine Dankrede zum Eichendorff-Preis, f\u00fcr Barbara K\u00f6hler hat er eine Laudatio gehalten und den &#8220;Christian Wagner-Preis&#8221; hat er auch bekommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt die ideale Buchbegleitung zum neuen Romanschreibjahr, n\u00e4mlich Nico Bleutges &#8220;Drei Fliegen &#8211; \u00fcber Gedichte.&#8221; &#8220;In seinen Essays und Skizzen taucht Bleutge in die Sprachwelten anderer Dichter und Dichterinnen ein und bringt dabei zugleich Gedanken \u00fcber das eigene Schreiben &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=95092\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,18],"tags":[1012,1847,2280,4284],"class_list":["post-95092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-uncategorized","tag-c-h-beck","tag-essayband","tag-gedichte","tag-nico-bleutge"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95092\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}