{"id":953,"date":"2009-03-10T10:31:58","date_gmt":"2009-03-10T09:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=953"},"modified":"2009-03-10T10:31:58","modified_gmt":"2009-03-10T09:31:58","slug":"frauentag-und-frauenlesungsvorbereitungstreffen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=953","title":{"rendered":"Frauentag und Frauenlesungsvorbereitungstreffen"},"content":{"rendered":"<p>Das Harlander Wochenende war ein bi\u00dfchen hektisch.<br \/>\nWeil seit Donnerstag Nachmittag gabs in Wien keinen Internetanschlu\u00df und ich wollte ja die Frauenlesung vorbereiten.<br \/>\nAlso alle Unterlagen nach Harland schleppen und dabei die Kitab-Verlagsadresse prompt verlieren und dort gleich aufgeregt, weil Janko Ferks Anmeldung f\u00fcr den &#8220;Tag der Freiheit des Wortes&#8221; offenbar verloren gegangen ist, er sehr beharrlich reagierte und es mich immer sehr verunsichert, wenn etwas schiefl\u00e4uft oder nicht klappt.<br \/>\nDann die Frauen und die Medien angeschrieben, einen vorl\u00e4ufigen Blogeintrag mit der Radiosonatenank\u00fcndigung verfa\u00dft und mit dem vollgef\u00fcllten Auto auf die Baumgartner H\u00f6he gefahren um f\u00fcr den &#8220;Haus&#8221; Umschlag zu fotografieren.<br \/>\nDabei war Frauentag und da hat Ruth Asp\u00f6ck in der Galerie NUU eine Veranstaltung organisiert.<br \/>\nZuerst wollte ich nicht kommen, dann dachte ich, es geht sich aus, weil wir am Nachmittag  ohnehin nach Wien zur\u00fcckfahren.<br \/>\nAlfred hat mich mit dem Auto hingebracht und ich bin gerade zu Ruth Asp\u00f6cks Lesung zurechtgekommen und  habe von dem ersten, von der Grazer Autoren Versammlung veranstalteten Block, die Lesungen der Salzburger Autorinnen Bettina Balaka und Margret Kreidl vers\u00e4umt.<br \/>\nEs war sehr voll, ich habe gerade weit hinten einen Platz bekommen.<br \/>\nNach der Pause wurde es leerer und ich konnte mich in einen bequemen Fauteuil weiter vorne setzen und die bekannten und auch unbekannten Gesichter studieren.<br \/>\nDas Wiener Lesetheater, bzw. Christa Nebenf\u00fchr, Andrea Pauli, Judith-Gruber-Rizy und Ruth Asp\u00f6ck lasen aus einem Essay von Heidi Pataki &#8220;Fluchtmodelle: Zur Emanzipation der Frau&#8221;, der 1972 bei Jugend und Volk erschienen ist und es war sehr spannend, die Ver\u00e4nderungen zu \u00fcberlegen.<br \/>\nWas hat sich seit damals, seit den frauenbewegten Siebzigerjahren, in denen ich zu studieren begonnen habe, getan?<br \/>\nSehr viel hoffe ich, au\u00dfer, da\u00df wir \u00e4lter geworden sind.<br \/>\nOder auch nicht, denn der freie Hochschulzugang, auf den wir ja so stolz waren, ist inzwischen zu einer Farce geworden und ich habe in der n\u00e4chsten Pause mit Robert Egelhofer und einer nicht sehr ausl\u00e4nderfreundlichen Frau \u00fcber den Vorschlag der Frau Unterrichtsminister, da\u00df die Lehrer zwei Stunden l\u00e4nger unterrichten sollen, diskutiert.<br \/>\nEs gab Gew\u00fcrztee, Reis, Linsen und rote R\u00fcben, die diesmal  zu bezahlen waren, nur die mit Marzipan gef\u00fcllten Datteln waren umsonst, so da\u00df ich mich damit vollstopfte,  Wasser trank und auf den Film wartete, der vor dem Frauenfest gezeigt werden sollte.<br \/>\nEin Film aus dem Jahr 1982 mit dem Titel &#8220;Das Fest&#8221;, zu dem Marie Therese Kerschbaumer das Drehbuch geschrieben hat und der von einem Frauenfest handelte, bei dem man sehen konnte, wie die meist bekannten Autorinnen, vor siebenunzwanzig Jahre ausgesehen haben.<br \/>\nDas war interessant und spannend,  manche waren nicht zu erkennen, einige schon gestorben und andere nicht darauf.<br \/>\nSo war  der gesamte Arbeitskreis schreibender Frauen, mit einer jungen sch\u00f6nen B\u00e4rbl Danneberg, Erika Danneberg und Valerie Szabo-Lorenz, die beide schon gestorben sind, zu sehen.<br \/>\nBruni Langthaler und ich fehlten und ich kann mich auf dieses Frauenfest, das im Lusthaus stattgefunden hat, nicht erinnern.<br \/>\nIrgendwie ist das an mir vorbeigegangen, obwohl ich mich  im Arbeitskreis  schreibender Frauen sehr engagierte.<br \/>\nDie Solidarit\u00e4t unter den Frauen mu\u00df damals aber gr\u00f6\u00dfer gewesen sein.<br \/>\nZu mindestens nach au\u00dfen. So hat Marie Therese Kerschbaumer den Film gemacht, Elfriede Jelinek h\u00e4lt ein Pamphlet in die H\u00f6he bzw. versteckt sie sich dahinter, Elfriede Gerstl gibt ein aufm\u00fcpfiges Interview, von Heidi Pataki ist ihr ber\u00fchmtes Gedicht  &#8220;Praxis&#8221; &#8211; Als Immanuel Kant die Fenster putzte&#8230;&#8221; zu h\u00f6ren und der Arbeitskreis schreibender Frauen schrieb seine Namen auf eine Tafel und eine kaum zu erkennende Hilde Schm\u00f6lzer pr\u00e4sentiert ihr Buch &#8220;Frau sein &amp; schreiben&#8221;.<br \/>\nWas ist davon geblieben?<br \/>\nElfriede Jelinek hat den Nobelpreis bekommen und geht nicht mehr aus dem Haus.<br \/>\nDie Literatinnen haben sich zum Teil dem Mainstream angepasst und veranstalten Schreibseminare, die man bezahlen kann und sehr viel Solidarit\u00e4t habe ich auch nicht versp\u00fcrt, als ich mich so umgesehen habe.<br \/>\nZu mindestens sind es sch\u00f6ne Erinnungen, wenn es sich auch nur um vers\u00e4umte Gelegenheiten handelt.<br \/>\nUnd das angek\u00fcndigte Frauenfest fand 2009 mangels Teilnehmerinnen auch nicht statt.<br \/>\nDenn als Alfred um ca. neun Uhr kam, war nur mehr die Galeristin mit ihren Freunden da und ich habe mich immer noch mit der unter den vielen Ausl\u00e4ndern leidenden Frau unterhalten.<br \/>\nGestern gab es dann das Vorbereitungstreffen zu meiner Frauenlesung am n\u00e4chsten Mittwoch, die sich auch auf den Arbeitskreis schreibender Frauen bezieht, obwohl ich die in der dritten Staffel lesenden Frauen nicht von dort kenne. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Harlander Wochenende war ein bi\u00dfchen hektisch. 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