{"id":95742,"date":"2021-01-30T00:32:18","date_gmt":"2021-01-29T23:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=95742"},"modified":"2021-01-30T00:32:18","modified_gmt":"2021-01-29T23:32:18","slug":"artur-lanz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=95742","title":{"rendered":"Artur Lanz"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf den neuen Roman, der 1941 geborenen Monika Maron, die mit ihrem Roman &#8220;Flugasche&#8221; ber\u00fchmt und in der DDR verboten wurde&#8221; ber\u00fchmt geworden ist, den ich, glaube ich, irgendwann gelesen habe, bin ich  bei &#8220;Lit 21&#8221; aufmerksam geworden, weil S. Fischer, den Vertrag mit der Autorin aufl\u00f6ste, weil ihre Essays im &#8220;Antaios Verlag&#8221; ver\u00f6fffentlicht wurden oder in der Buchhandlung der Susann Dagen vorgestellt wurde. Ihr voriger Roman  &#8220;Munin oder Chaos im Kopf&#8221; wurde auch schon in dem Diskussionsformt von Susanne Dagen und Ellen Kositza vorgestellt und das hat meine Neugier geweckt. Leben wir ja in einer Zeit, wo sich das Rechts und links vermischen, die FP\u00d6 statt der Gr\u00fcnen gegen die Freiheitsbeschchr\u00e4nkungen der Covid-Ma\u00dfnahmen eintritt und man wenn man gegen die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/15\/kulturproteste-und-corona-demos\/\"> Corona-Ma\u00dfnahmen demonstrierten will<\/a>, sofort als Rechts und Aluhuttr\u00e4ger diffamiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p> Aber das war wahrscheinlich erst sp\u00e4ter, ist der Roman doch schon im August 2020 erschienen und es ist ein interessantes Buch \u00fcber das man viel nachdenken kann, obwohl eigentlich gar nicht so viel darin passiert, das aber in einer sehr anspruchsvollen Sprache geschrieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heldin oder Erz\u00e4hlerin ist wahrscheinlich eine Alter Ego von Monika Maron, n\u00e4mlich eine ehemalige Lektorin namens Charlotte Winter, die auch nebenbei Geschichten schreibt und deshalb wohl immer auf <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_magdalena_kirchberg.html\">Materialsuche<\/a> ist und da f\u00e4llt ihr eines Tages auf einer Parkbak neben den Sandlern dort, ein gutgekleideter etwa f\u00fcnzigj\u00e4hriger Mann, der also ihr Sohn sein k\u00f6nnte, auf, der einen sehr depressiven Eindruck macht, wie ich das, was Monika Maron beschreibt, zusammenfassen will. Sie setzt sich zu ihm und er erz\u00e4hlt ihr, da\u00df er Artur hei\u00dft, weil seine Mutter von der Artussage begeistert war, er aber mit seinem Leben unzufrieden ist, weil geschieden, einen Herzinfarkt hatte und den Hund, den er einmal gerettet hat, um seine Heldenhaftigkeit zu beweisen, hat ihn seine Frau auch noch weggenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Monika Maron f\u00e4ngt ihr Lehrst\u00fcck sehr langsam an, nennt ihren Helden zuerst Herr Lanz, sp\u00e4ter kommt es zum Artur und philosophische Betrachtungen \u00fcber das Leben, die Ver\u00e4nderungen seit den Zeiten der DDR, gibt es auch. Sie besucht ihren Freund Adam und seine viel j\u00fcngere Freundin Eva, die eigentlich Gudrun hei\u00dft und Ayurveda-Kuren in Indien macht. Mit dem geht sie manchmal in eine Nobelpizzeria essen, trifft ihre Freundin Lady mit der sie in der DDR aufgewachsen ist, liest die Artus-Sage, f\u00e4ngt an sich mit dem Heldenbegriff zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es den \u00fcberhaupt noch? Oder ist man gleich ein Nazi, wenn man das Wort erw\u00e4hnt und was ist aus den Buben geworden, die von den 1968-M\u00fcttern Puppen statt Gewehre in die Hand gedr\u00fcckt kommen? <\/p>\n\n\n\n<p>Dazwischen taucht immer wieder Artur auf, geht mit ihr ein Glas Wein trinken und erz\u00e4hlt ihr dann von einem Kollegen. Der ist Physiker, der sich mit einer Gr\u00fcnen anlegte, um sie zu \u00e4rgern, postete er &#8220;Gr\u00fcnes Reich&#8221; und hat dann das Pech, das dieser Ausdruck auch von einem Rechten gew\u00e4hlt wird. Das f\u00fchrt zu einem gro\u00dfen Eklat und Artur, der nicht der Meinung seines Freundes ist, soll ihm verteidigen. Er ist aber kein Held, tut es am Schlu\u00df doch und geht mit ihm dann schifahren oder wandern und schlie\u00dflich in die Schweiz ins Institut Cern und Fontanes Stechlin wird dazwischen auch noch gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Roman \u00fcber die gesellschaftlichen Entwicklungen Deutschlands mit denen man oder Monika Maron unzufrieden sein kann und ich, um ein bi\u00dfchen zu provozieren und ich mich in der letzten Zeit auch  mit den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/01\/06\/wie-wird-das-romanschreibjahr-2021\/\">Romanfahrplan<\/a> besch\u00e4ftigt habe, die Frage stelle, ob und wie gut Monika Maron sich in ihrem Romanaufbau mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/22\/spannungsbogen-2\/\">&#8220;Heldenreise&#8221;<\/a> besch\u00e4ftigt hat und nat\u00fcrlich ist es  wichtig mutig zu sein, Haltung zu zeigen, seine Meinung zu sagen oder sich vielleicht ganz einfach so zu verhalten, wie man es wahrscheinlich in der Schule oder von den M\u00fcttern lernte. Ein besonderer Held oder Heldin braucht man dann vielleicht gar nicht zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den neuen Roman, der 1941 geborenen Monika Maron, die mit ihrem Roman &#8220;Flugasche&#8221; ber\u00fchmt und in der DDR verboten wurde&#8221; ber\u00fchmt geworden ist, den ich, glaube ich, irgendwann gelesen habe, bin ich bei &#8220;Lit 21&#8221; aufmerksam geworden, weil S. &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=95742\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,18],"tags":[2362,2580,4083],"class_list":["post-95742","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-uncategorized","tag-gesellschaftskritik","tag-heldenbegriff","tag-monika-maron"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95742"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95742\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}