{"id":96652,"date":"2021-02-20T00:22:06","date_gmt":"2021-02-19T23:22:06","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=96652"},"modified":"2021-02-20T00:22:06","modified_gmt":"2021-02-19T23:22:06","slug":"__trashed","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=96652","title":{"rendered":"Ausklang"},"content":{"rendered":"\n<p>Gedichte von   2010 &#8211; 2020 des 1939 in Haslach O\u00d6 geborenen  k\u00fcnstlerischen Fotografen, Schriftsteller und engagierten Mitglieds der IG Auoren Peter Paul Wiplinger. Sogenannte Lapidargedichte &#8220;ohne jeden Metaphernschmus&#8221;, wie der Schriftsteller, den ich, glaube ich, in den sp\u00e4ten Neunzehnachtzigerjahren bei den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/23\/bei-den-ig-autoren\/\"> IG-GVs<\/a> kennenlernte, auf einem dem Buch beigef\u00fcgten Zettel geschrieben hat und ich habe mich 1996 sehr vor Peter Paul Wiplinger gef\u00fcrchtet, als wir beide in der Jury f\u00fcr das damalige Nachwuchsstipendium f\u00fcr Literatur waren, denn er war vom PEN, ich von der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/24\/vollversammlung-zu-fuenfundvierzig-jahre-gav\/\"> GAV <\/a>dorthin gesandt, was in meiner Vorstellung starke gesellschaftliche Unterschiede bedeutete. Er rechts, ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/01\/11\/mit-links\/\">links<\/a> und dann hatten wir dieselben Vorschl\u00e4ge, k\u00e4mpften f\u00fcr denselben Kanditaten, sprachen uns gemeinsam gegen eine Autorin aus und ich hatte wieder etwas gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach erlebt, wie Peter Paul Wiplinger, der vor einigen Jahren auch einen schweren Unfall hatte, vom PEN austrat und in die GAV hin\u00fcberwechselte, da gibt es immer noch diese Bestimmung, da\u00df man nur in einer der Vereine Mitglied sein kann, an die ich mich eigentlich halte, aber ich w\u00fcrde, weil ja &#8220;nur&#8221; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">selbstgemachte B\u00fccher<\/a> wahrscheinlich ohnehin nicht in diesen Verein aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt scheint er sich wieder im PEN zu engagieren, zumindest wurde<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/25\/zum-achtzigsten-geburtstag-von-peter-paul-wipplinger\/\"> sein achtziger Geburstag,<\/a> zu dem er mich eingeladen hat, glaube ich, in einem PEN-Lockal gefeiert und er hat mich, als wir uns einmal beim Empfang der Buch-Wien getroffen haben, sehr freundlich auf meinen Blog angesprochen. Er hat mich auch vor einiger Zeit bei der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/05\/19\/kritische-literaturtage-3\/\"> Krit Lit<\/a> fotografiert und schickt mir jetzt immer die Einladungen zu seinen Veranstaltungen. So hat er mich auch auf sein neues Buch aufmerksam gemacht, das in der &#8220;Edition L\u00f6cker&#8221; erschien und seit Dezember, glaube ich, im Buchhandel erh\u00e4ltlich ist und als ich ihn fragte, ob er mir das Buch f\u00fcr das &#8220;Gefl\u00fcster&#8221; schicken will, hatte ich einige Zeit sp\u00e4ter ein dickes B\u00e4ndchen mit gleich drei B\u00fcchern im Postkasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Darunter die &#8220;Lebenszeichen&#8221;, die ich schon hatte, denn in meiner Bibliothek haben sich inzwischen  einige Wiplinger-B\u00fccher angesammelt und ich kann mich auch  an einen Wettbewerb in der B\u00fccherei Pannaschgasse erinnern, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\">Stephan Teichgr\u00e4ber<\/a> organiserte, &#8220;Die goldene Margarete&#8221; hat er gehei\u00dfen. Ich habe auch gelesen und daneben viele<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/01\/gegenwartliteratur-im-centrope\/\"> ost- und mitteleuropaische Autoren<\/a>, die gar nicht pers\u00f6nlich anwesend waren, weil die Bibliothek nicht die Fahrt und \u00dcbernachtungskosten zahlen wollte oder konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Paul Wiplinger hat ziemlich zu Beginn soweit ich mich erinnern kann, sehr beeindruckende Holocaust-Gedichte gelesen, wurde dann aber aus Zeitgr\u00fcnden sehr bald von Stephan Teichgr\u00e4ber unterbrochen, was ich eigentlich als sehr unh\u00f6flich empfand. An  einen Abend im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/10\/11\/vom-doml-ins-arabisch-oesterreichische-haus\/\">arabisch-\u00f6sterreichischen Haus<\/a>, kann ich mich erinnern und die drei B\u00fcchern darunter der, bei &#8220;Arovell&#8221; 2006 erschiener Prosaband &#8220;ausgesto\u00dfen&#8221; waren alle sehr sch\u00f6n und handschriftlich f\u00fcr mich signiert.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Letzten Endes bleibt alles Fragment&#8221; steht beispielsweise bei dem neuen &#8220;L\u00f6cker-Band&#8221;, bei den Lapidargedichten, wo am Cover ein Foto des Autors, &#8220;Sonnenuntergang am Neusiedlersee&#8221; zu sehen ist, das Peter Paul Wiplinger mit der Kamera seines Vaters 1981 aufgenommen hat und am B\u00fcchr\u00fccken ist noch einmal das Gedicht zu sehen, mit dem der Band auch beginnt: &#8220;gehen\/ gehen gehen\/ gehen gehen\/ einfach gehen\/ was sonst&#8221;, womit man  schon eine klare Definition hat, was unter Lapidargedichten zu verstehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze knappe zweizeilige Gedichte, die sich  mit dem Sinn des Lebens auseinandersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;WEGE GEHEN gehen\/  die sich kreuzen\/ wege gehen  ohne ein ziel\/ schnittpunkte begegnungen\/ber\u00fchrungen beziehungen\/ereignisse menschen\/erinnerung vergessen&#8221; oder  &#8220;DAS  LEBEN&#8221; &#8220;das leben ist das m\u00e4rchen\/ das leben ist wie es ist\/ so ist es&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch Gedichte die bestimmten Personen gewidmet sind, so ist der &#8220;Dichter&#8221; &#8220;tag f\u00fcr tag ein gedicht schreiben&#8221;, dem 2014 verstorbenen Politiker und Schriftsteller Hugo Schanovsky gewidmet und sehr ber\u00fchrend &#8220;EIN GEDICHT SCHREIBEN&#8221;, wo Peter Paul Wiplinger, den Auftrag seiner \u00c4rztin beschreibt, da\u00df er dieses tun soll, als er nach seinem Unfall  im Spital liegt &#8220;ich soll mit der hand\/ ein gedicht schreiben\/ sagte heute zu mir die frau\/ prof. dr. paternostro-sluga\/ im donauspital in wien\/  und f\u00fcgte noch hinzu egal was\/ sie dann schreiben ganz egal\/ wichtig ist nur da\u00df sie schreiben\/ und zwar mit ihrer rechten hand\/ die halbseitig nervengesch\u00e4digt ist&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>So eindrucksvoll habe ich Lyrik noch selten gelesen und davon ist auch die Psycholoin in mir sehr angesprochen, die sich neben der sch\u00f6nen Sprache  immer sehr f\u00fcr die psychischen Ausnahmesituationen interessiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt neben den kurzen sich mit dem Lauf des Lebens besch\u00e4ftigenden lapidaren Gedichtzeilen auch l\u00e4ngere Gedichte, beispielsweise die &#8220;LEBENBSAUSSICHT&#8221;, 2013 geschrieben &#8220;heute ist der erste Tag\/  in meinem Leben an dem ich\/in mein 75. lebensjahr trete\/blo\u00df kein Selbtmitleid sage ich&#8221; oder &#8220;MUTTERS LEBEN- nach ihrer Erz\u00e4hlung&#8221; geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze lapidare Gedichtzeilen, in denen es viel um das Leben geht. So schreibt er beispielsweise \u00fcber einen der sich den Suicid w\u00fcnscht &#8220;du kommst zu mir\/und sagst du magst nicht mehr leben\/ ich sage\/ ganz einfach\/ ich  lebe gern\/&#8221; oder in &#8220;GLEICHZEITIG&#8221; &#8220;aber ich lebe\/in der stadt\/da gibt es\/keine natur&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht auch zunehmend um Krankheit, Sterben und Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;DAS FOTO&#8221; &#8220;soeben habe ich\/das foto angesehen\/das foto betrachtend denke ich\/an deinen und an meinen tod&#8221; oder<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;DER KOFFER&#8221; &#8220;Seit 36 Jahren steht\/ der Koffer meines vaters\/ nun schon unge\u00f6ffnet\/ in meinen Keller.\/ Jetzt, da ich schon fast\/genau so alt bin wie er, \/als er damals fortging\/mit seinem kleinen Koffer\/ins Spital, werde ich\/ diesen alten Koffer \u00f6ffnen,\/weil ich wissen will,\/was ich mitnehmen soll\/ins Spital,wenn es\/ans Sterben geht.\/<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt den &#8220;TAGESVERLAUF im Krankenhaus&#8221; und die  &#8220;ZWISCHENBEREICHe im AKH in Wien&#8221;, in dem sich Peter Paul Wiplinger offenbar befunden hat &#8220;das gr\u00fcnen Bettenhaus\/das rote Bettenhaus\/der gr\u00fcne Bodenbelag\/der rote Bodenbelag&#8221; und die &#8220;ABENDSTIMMUNG im AKH Wien&#8221; Der  Himmel\/verbrennt\/im Abendrot.\/Wie lange noch\/werde ich leben?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders ber\u00fchrend die &#8220;ENTSCHEIDUNG&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich breche jetzt\/die Chemotherapie ab,\/sagte er und tat es auch;\/Wenige Wochen darauf starb er.\/Ich schrieb einen Nachruf auf ihn\/f\u00fcr eine bekannte Regionalzeitung\/Und setzte meine Chemotherapie\/noch einige Wochen lang fort,\/bis sie bei mir beendet war.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>In einer anderen &#8220;ENTSCHEIDUNG&#8221; geht es um die B\u00fccher, die er noch lesen m\u00f6chte oder noch nicht gelesen hat. Ein Problem das ich auch genau kenne und mich oft genug damit besch\u00e4ftige.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es sehr aktuell  um die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/06\/pandemische-zeiten\/\">&#8220;CORONA-PANDEMIE 2020&#8221;<\/a>, im April geschrieben. Dann gibt es noch eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/21\/positiv-negativ-positiv\/\">NEGATIV-ASSOZIATION<\/a> &#8220;Eine Negativ-Assoziation besetzt\/also mein Assoziationsverm\u00f6gen.\/Auch das hat sich so ergeben:\/ein Alltagsbild als Schreckensbild!\/Und das wird noch lange so bleiben.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Spannend, spannend in die Assoziationen, Gedanken, \u00dcberlegungen eines alten Dichters einzutauchen. Spannend sich in seine &#8220;Auskl\u00e4nge&#8221; einzulesen und wenn man noch ein wenig mehr von und \u00fcber Peter Paul Wiplinger lesen will, sind seine &#8220;Schachteltexte&#8221; sehr zu empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedichte von 2010 &#8211; 2020 des 1939 in Haslach O\u00d6 geborenen k\u00fcnstlerischen Fotografen, Schriftsteller und engagierten Mitglieds der IG Auoren Peter Paul Wiplinger. Sogenannte Lapidargedichte &#8220;ohne jeden Metaphernschmus&#8221;, wie der Schriftsteller, den ich, glaube ich, in den sp\u00e4ten Neunzehnachtzigerjahren bei &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=96652\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,18],"tags":[3264,3398,3765,4508,5565,5800],"class_list":["post-96652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-uncategorized","tag-krankheit","tag-lapidargedichte","tag-lyrik","tag-peter-paul-wiplinger","tag-sterben","tag-tod"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=96652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/96652\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=96652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=96652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=96652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}