{"id":9750,"date":"2011-11-04T21:22:10","date_gmt":"2011-11-04T20:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=9750"},"modified":"2011-11-04T21:22:10","modified_gmt":"2011-11-04T20:22:10","slug":"sv-cocktail-krilit-alpha-literaturpreis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9750","title":{"rendered":"SV-Cocktail, KriLit, Alpha-Literaturpreis"},"content":{"rendered":"<p>Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, bei der seit 1997 oder 98 alle Freiberufler, also auch die Psychologen, Psychotherapeuten und alle K\u00fcnstler zwangsversichert sind, tut etwas f\u00fcr seine K\u00fcnstler,  ladet einmal im Jahr zu einer Talkrunde mit anschlie\u00dfenden Kulturprogramm ein und meldet das den Kunstvereinen mit der Bitte, die Info an die Mitglieder weiterzugeben. Die GAV hat das bei ihrer letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/22\/gav-veranstaltungen\/\">GV<\/a> getan und so bin ich gestern um halb sechs mit recht unspezifischen Erwartungen auf die Wiedner Hauptstra\u00dfe gegangen, denn ein Thema war dem Programm nicht zu entnehmen, nur, da\u00df Alexander Goebel durch den Abend f\u00fchrt und der SVA-Obmann Stellvertreter, ein Herr vom Sozialministerium, einer vom K\u00fcnstlersozialversicherungsfonds und einer vom BMUKK talken werden. Ich war ein bi\u00dfchen fr\u00fch daran, so habe ich wieder eine kleine Runde gedreht und dann gleich Andreas Renoldner, der der GAV berichten soll, bei seinem Fahrhrad gesehen, sonst habe ich nur Daniela Beuren von der Grauenfruppe und eine bildende K\u00fcnstlerin, die ich meistens am Weltspartag in der Bank Austria treffe, gekannt.<br \/>\nDie Talkrunden waren auch recht unspezifisch, so fragte Alexander Goebel, den SVA-Obmann, ob man sich bei ihm melden kann, wenn man einen K\u00fcnstler einladen will und rief am Schlu\u00df die K\u00fcnstler zum kommunizieren auf. Dazwischen gab es ein Kunstprogramm mit dem Iris Camaa Duett und Peter und Teutschner, die ein Kabarett \u00fcber Raucherentw\u00f6hnung und das, was die alten Menschen mit den vielen verschiedenen Medikamenten angeblich so treiben, boten und eine Vernissage von VOKA, das ist ein K\u00fcnstler, der den Spontanrealismus erfunden hat und einen Film zeigte, wie in seinem Atelier ein Bild entsteht. Die waren dann auch ausgestellt und man konnte sie, wenn man es wollte, kaufen und ein wirklich ausgezeichnetes Buffet gab es am Schlu\u00df auch, so da\u00df ich nicht, wie ich eigentlich vorhatte, ins Amerlinghaus zu &#8220;Radio Rosa&#8221; ging, sondern bei den Canapes, den kleinen Schnitzelst\u00fccken, den Sacherw\u00fcrfeln und dem Schokolademousse stehen blieb und mich l\u00e4nger mit Daniela Beuren unterhielt. Andreas Renoldner war schon gegangen und heute gab es, ein paar Tage vor der Buch-Wien, zu der ich jetzt die gew\u00fcnschten Einladungen habe, im Gewerkschaftshaus bei der Donaumarinia, die kritischen Literaturtage bzw. Alternative Buchmesse. Das gibts jetzt auch schon das zweite Jahr, voriges Jahr habe ich es vers\u00e4umt, diesmal habe ich mir die Tage daf\u00fcr freigehalten und so bin ich nach einer Morgenstunde an die Donau hinausgefahren.<br \/>\n&#8220;Zwei Tage alternativen Lesespa\u00df &#8211; \u00fcber f\u00fcnfzig Aussteller &#8211; Lesungen  und Buchpr\u00e4sentationen &#8211; freier Eintritt&#8221;, steht im Programm, das ich mir wahrscheinlich beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/04\/linke-worter\/\">Volksstimmefest<\/a> mitgenommen habe. El Awadalla  hat mich aber auch noch angemailt und mich zu einem Dialekt-Workshop &#8220;Dialekt sprechen &#8211; Dialekt schreiben&#8221; eingeladen, so habe ich mich angemeldet und bin mitten in die Vorstellungsrunde geplatzt.<br \/>\nWas erwarte ich mir, die ich in Hochdeutsch schreibe von einem Dialektworkshop? Keine Heimatgedichte, aber vielleicht ein bi\u00dfchen Schreiberfahrung, wie man zum Beispiel in einem Roman einen Dialog gestalten kann. Etwa zehn Personen haben teilgenommen und es war sehr interessant, obwohl wir nichts geschrieben haben. Es war zwar angedacht, etwas \u00fcber U-Bahnfahren zu schreiben und El-Awadalla hat dazu auch ihre U-Bahn Dialoge vorgelesen, dann kamen aber so viel Fragen von den Teilnehmen, da\u00df es bei einer Diskussionsrunde geblieben ist, was mir  egal war, weil ich ja ohnehin keine Dialektdichterin werden will.<br \/>\nDas Programm ging nach dreizehn Uhr weiter und war ebenfalls sehr spannend, stellte sich ja der Werkkreis &#8220;Literatur der Arbeitswelt&#8221; vor, Gerald Grassl pr\u00e4sentierte die &#8220;Tarantel&#8221; und w\u00fcnschte sich von den Lesern Eugen Bartmer, Werner Lang und Anton Mantler je ein Wunschgedicht und interviewte Josef Rieser zu seinem Briefroman und ich wei\u00df endlich, wie der Stammbesucher hei\u00dft, den ich so regelm\u00e4\u00dfig bei den Literaturveranstaltungen treffe.<br \/>\nAnschlie\u00dfend pr\u00e4sentierte Haimo L. Handl seinen Driesch-Verlag. Las einen Teil seines Textes aus der neuen Nummer, Corinna Manisha Lenneis stellte mit einem Partner einen Dialog vor und Susanne Scholl, die etwas sp\u00e4ter kam, hatte offenbar etwas an dem Heft zu reklamieren, denn sie sch\u00fcttelte sehr oft den Kopf und las ihre Erz\u00e4hlung &#8220;Fremde Br\u00fcder&#8221;, wo ein Mann, eine Russin in seine Wohngemeinschaft aufnimmt, mit der er dann zur Hochzeit eines ihrer Br\u00fcder oder Cousin mit Geschenken beladen nach Russland fliegen fliegt.<br \/>\nDie Pr\u00e4sentation der &#8220;Wienzeile&#8221; mit G\u00fcnter Geiger vers\u00e4umte ich und auch die F\u00fchrung durch die Bibliothek, daf\u00fcr begeisterte mich aber Kurto Wendts &#8220;Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich f\u00fcr Sie tun?&#8221;, einen Roman, den er in seiner Bildungskarenz geschrieben hat, die er auch gleich sehr empfahl. Er lobte auch den Milena-Verlag, da st\u00f6rt mich wieder, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, da\u00df das kein reiner Frauenverlag mehr ist. Der Roman, den Alfred auch beim letzten Volksstimmefest kaufte, ist aber eine herrliche Satire \u00fcber Langzeitarbeitslose, das Arbeitsmarktservice und Call Center Agents und hat mich so begeistert, da\u00df ich das Buch demn\u00e4chst lesen will.<br \/>\nEs gab noch eine Pr\u00e4sentation eines Buchs \u00fcber Josef Stalin des Dietz-Verlags, das ist ein Berliner Verlag mit dessen Verlegerin ich mich unterhalten habe, als ich mir die Verlagsst\u00e4nde anschaute, ein Studienprojekt \u00fcber Jura Soyfer und eine Lesung von Sina Tahayori, eines Exil-Literaturpreistr\u00e4gers und mit Christa Stippinger habe ich mich bei meiner Messerunde auch sehr intensiv unterhalten, bzw. mir die Einladung zum Exil-Preis 11 geholt, der auch heuer wieder auf der Buch Wien vergeben wird.<br \/>\nDann gabs einen Poetry Slam zum Thema &#8220;zeit?- arbeit?- geld?&#8221; durch den wieder Mieze Medusa f\u00fchrte und bei dem alle Slamgr\u00f6\u00dfen, wie Markus K\u00f6hle, Yasmin Hafdeh etc slamten aber auch andere, da man sich, glaube ich, dazu anmelden konnte, so traten auch vier Leute, darunter El Awadalla auf,  die ihre Gedichte zur Arbeitswelt lasen, aber nicht in die Enderunde kamen, die wurde schon von Slamgr\u00f6\u00dfen bestritten. Wer den Slam gewonnen hat, wei\u00df ich aber nicht, weil ich ja zur Alpha Preisverleihung wollte, der ja zwischen Marjana Gaponeko, Martin Mandler und Anna Elsabeth Mayer entschieden wird und kann das Endergebnis genausowenig fl\u00fcstern, denn ich bin nicht hineingekommen.<br \/>\nDa Einladung nur f\u00fcr geladene G\u00e4ste! Voriges Jahr war es in der Zeitschrift Buchkultur ausgeschrieben und ich habe auch dar\u00fcber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/20\/zweimal-rennweg\/\">berichtet<\/a>, heuer habe ich hingemailt und um eine Einladung gebeten und sogar mein Geburtstagsfest verlegt, aber leider keine Antwort bekommen. So bin ich, ich war wieder ein bi\u00dfchen versp\u00e4tet, denn der Weg von der Donaumarina ist ja weit, nach Julian  Schutting hineingegangen, aber am Empfang gescheitert.<br \/>\nEs lebe die Hochkultur k\u00f6nnte man sagen, die im Saal ihr vom Casino Austria gesponsortes Dinner verzehrt,  sich dabei von den Nachwuchsautoren etwas vorlesen l\u00e4\u00dft und am alternativen Literaturgefl\u00fcster nicht interessiert ist. Ich habe mich zwar wirklich bem\u00fcht hineinzukommen, aber von dem Herrn, der das entscheidet und mir seinen Namen verweigerte, nur eine vage Zusage bekommen, da\u00df er mich vielleicht das n\u00e4chste Mal einladen wird, was ich sehr schade finde, denn ich halte viel vom Kultursponsoring und verteidige auch immer die Hochkultur, denn die  KritLit allein ist nicht repr\u00e4sentativ.<br \/>\nAber vielleicht klappts das n\u00e4chste Mal. Ich kann mir ja mein Butterbrot mitnehmen und der Securityguard kann auch aufpassen, da\u00df ich nicht vielleicht ein Glas Wein trinke. Und manche, habe ich mir sagen lassen, halten das Literaturgefl\u00fcster f\u00fcr eine ziemlich <a href=\"http:\/\/girlsblogtoo.blogspot.com\/2011\/02\/cornelia-hulmbauer-of-conses.html\">einzigartige Berichterstattung<\/a> \u00fcber den Wiener Literaturbetrieb, als kleiner Hinweis f\u00fcr die Pr\u00fcfer, die sich vielleicht hier umsehen wollen.<br \/>\nJetzt werde ich warten, bis ich erfahre, ob &#8220;Annuschka Blume&#8221;, &#8220;23 Tage&#8221; oder &#8220;Fliegengewicht&#8221;, der von der den Wiener B\u00fcchereien ausgesuchte Preis-Roman sein wird, beziehungsweise habe ich gerade auf der <a href=\"http:\/\/www.casinos.at\/content.aspx?muid=e9c82364-c538-432f-a15c-deea1ac1df34\">Alpha-Seite <\/a>gesehen, da\u00df Anna Elisabeth Mayer die Preistr\u00e4gerin ist, deren Lesung ich mir am n\u00e4chsten Freitag um 17 Uhr bei der  Buch-Wien anh\u00f6ren kann, da ich daf\u00fcr Karten bekomme und Klaus N\u00fcchtern, der unter anderen in der Jury war, wird am Dienstag den Staatspreis f\u00fcr Literaturkritik erhalten.<br \/>\n\u00dcber den g\u00e4ngigen Mainstreamroman und da\u00df man, wie man den schreibt, im Leipziger Literaturinstitut lernt, habe ich mich \u00fcbrigens bei der SV-Veranstaltung mit Andreas Renoldner unterhalten und der hat auch &#8220;Fliegengewicht&#8221;, als Beispiel angef\u00fchrt. Ich h\u00e4tte mir ja Marjana Gapanenko gew\u00fcnscht, aber deshalb wurde ich wahrscheinlich nicht nicht hineingelassen.<br \/>\nMorgen gibts noch einmal Gelegenheit sich mit der kritischen Sub-Literatur zu besch\u00e4ftigen, allerdings gibts da auch das literarisches Geburtstagsfest und da macht der Alfred schon das Buffet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, bei der seit 1997 oder 98 alle Freiberufler, also auch die Psychologen, Psychotherapeuten und alle K\u00fcnstler zwangsversichert sind, tut etwas f\u00fcr seine K\u00fcnstler, ladet einmal im Jahr zu einer Talkrunde mit anschlie\u00dfenden Kulturprogramm ein und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=9750\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-9750","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9750\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}