{"id":97902,"date":"2021-03-08T23:30:58","date_gmt":"2021-03-08T22:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=97902"},"modified":"2021-03-08T23:30:58","modified_gmt":"2021-03-08T22:30:58","slug":"im-stuttgarter-schriftstellerhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=97902","title":{"rendered":"Im Stuttgarter Schriftstellerhaus"},"content":{"rendered":"\n<p>Die 1966 in der SU geborene Olga Martynova, die seit 1990 in Deutschland lebt und 2012 den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/08\/den-bachmannpreis-gewinnen\/\">Bachmannpreis<\/a> gewonnen hat, habe ich schon lange nicht mehr gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p> Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, durch die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/07\/zweiter-lesetag\/\">Bachmannlesung<\/a>, ihren 2010 auf der deutschen Buchpreisliste gestandenen ersten Roman <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/24\/sogar-papageien-ueberleben-uns\/\">&#8220;Sogar Pagageien \u00fcberleben uns&#8221; <\/a>habe ich bei diesem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/15\/vom-funften-in-den-vierten\/\">Augustin-Flohmarkt<\/a> gekauft und inzwischen gelesen, den Lyrik-Band &#8220;Von Tschwirik und Tschwirka&#8221; habeich mir einmal um zwei Euro, glaube ich, aus der &#8220;Morawa-B\u00fccherabverkaufskiste&#8221; gekauft, aber noch nicht gelesen und die Autorin selber mehrmals <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/17\/oleg-jurjew-und-olga-martynova\/\">in Wien<\/a> in der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/06\/olga-martynovas-dritter-roman\/\"> &#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/19\/poliversale-russisch\/\">Lesungen<\/a> erlebt. Aber jetzt gibt es ja keine Liveveranstaltungen und auch kaum Reiset\u00e4tigkeit \u00fcber die Grenze, also derzeit keine Olga Martynova in der &#8220;Schmiede&#8221;, die ich sogar einmal im Publikum bei einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/07\/dichtfest-diesmal-zur-gaenze\/\">&#8220;GedichtFest&#8221;<\/a> gesehen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Also hatte ich fast auf sie vergessen, wenn es nicht Wolfgang Tischer und das Literaturcafe g\u00e4be, denn der hat mich auf einen Livestream aus dem  Stuttgarter Schriftstellerhaus aufmerksam gemacht, denn Olga Martynova, die, glaube ich, auch einmal beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/24\/von-der-revolution-zum-schamrock-festival\/\">Schamrock-Festival<\/a> gelesen hat und ihren Mann <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/05\/von-orten-ein-poem\/\">Oleg Jurek <\/a>betrauerte, ist derzeit Stipendiatin des Stuttgarter Schriftstellerhauses und arbeitet dort an einem neuen Gedichtband und das Sch\u00f6ne an Zeiten, wie diesen, die ich, wie meine Leser wissen, ja n<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">icht so sch\u00f6n finde<\/a>, da\u00df man zwar am Abend ab acht zu<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\"> Hause bleiben soll<\/a> und mu\u00df damit man sich nicht infiziert, aber auch gleichzeitig statt in die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/04\/wieder-horspielfestival\/\">&#8220;AS&#8221;<\/a> oder ins <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/05\/vierundzwanzigste-exilpreis-verleihung-online\/\">Literaturhaus<\/a> auch ins <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/30\/kleiner-ausflug-nach-salzburg\/\">Salzburger<\/a> Literaturhaus, ins Stifterhaus oder wie jetzt ins Stuttgarter Schriftstellerhaus streamen kann, um sich das Gespr\u00e4ch mit der Autorin und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Schriftstellerhauses Astrid Braun anzuh\u00f6ren, was ich mit ein paar Ausf\u00e4llen auch begierig getan habe, denn ich hatte eine sieben Uhr Stunde und bin daher erst nach dreiviertel  zu dem Gespr\u00e4ch gekommen, das schon um halb acht begonnen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Olga Martynova, die ihren Gatten Oleg Jurek ja 2018 verloren hat, ist eine lebhafte Diskutantin und erz\u00e4hlte gleich, da\u00df  ihr die Sprache in der sie schreibt egal sei, wichtig ist die Literatur. Sie schreibt oder hat ihre Gedichte aber in Russisch geschrieben, sie werden dann meist von Elke Erb, der letzten &#8220;B\u00fcchner-Preistr\u00e4gerin&#8221; auf Deutsch \u00fcbersetzt, ihre Romane &#8220;Sogar Papgeien \u00fcberleben uns&#8221; und &#8220;M\u00f6rikes Schl\u00fc\u00dfelbein&#8221; sowie &#8220;Der Engelherd&#8221;, die ich noch nicht gelesen habe, auf Deutsch und dann gibt es auch einen Essayband &#8220;\u00dcber die Dummheit der Stunde&#8221; von dem ich, glaube ich, auch schon in Wien geh\u00f6rt habe.<\/p>\n\n\n\n<p> Dann stellte Astrid Braun das Programm vor zuerst drei Gedichte auf Russisch, die dann von Wolfgang Tischer auf Deutsch gelesen wurden und da st\u00fcrzte mir mein Computer wieder ein paarmal ab, so da\u00df ich von dem ersten nicht viel mehr als den Namen Jelena Schwarz, die eine 2018 in Leningrad verstorbene Dichterin mitbekommen. Im zweiten Gedicht ging es dann um&#8221;Nachtigallen&#8221; dieses Wort kommt auch in der russischen Version vor, wie Olga Martynova meinte, da\u00df sie bei ihren Sch\u00fclerlesungen immer danach fragte.<\/p>\n\n\n\n<p> Leider war die Tischer-\u00dcbersetzung schwer zu verstehen und dann ging es  im dritten Gedicht um europ\u00e4ische St\u00e4dte und auch um die Hygiene. Davon habe ich, weil ein neuerlicher Absturz auch nicht viel mitbenommen und dann ging es, glaube ich, um ein Gedicht, das ich vielleicht auch schon geh\u00f6rt habe, n\u00e4mlich um die Wiener Kaffeeha\u00e4user, die Olga Martynova, da sie ja \u00f6fter in Wien war, zu kennen schien. Sie erw\u00e4hnte in ihrer sympathischen Art, da\u00df das ihre Rache an die Leute sei, die ihr bei Lesungen immer erz\u00e4hlen w\u00fcrden, welche Sehensw\u00fcrigkeiten sie bei ihren St. Petersburger Reisen gesehen h\u00e4tte. So hat sie ein Gedicht \u00fcber Wiener Kaffeeh\u00e4user geschrieben, die den Stuttgarter Literurhausbesucher wahrscheinlich  nicht viel sagen.<\/p>\n\n\n\n<p> Aber jetzt ist Olga Martynova Stuttgarter Stadtschreiberin und kann dort auch sowenig ins Kaffeehaus gehen, wie ich in Wien, aber das tue ich ohnehin nicht sehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur als Studentin war ich regelm\u00e4\u00dfig im Cafe Sperl und Cafe Jelinek, um dort zu schreiben und Olga Martynova bedauerte sehr, da\u00df sie in keine Stuttgarter Kaffeeh\u00e4user gehen k\u00f6nne und fragte Astrid Braun, wie lange diese noch geschlo\u00dfen w\u00e4ren und hoffte sehr, da\u00df sie noch bis Ende April in ein solches gehen k\u00f6nne und im dritten Teil ging es, um den Gedichtband in deutscher Sprache an dem Olga Martynova offenbar im Stuttgarter Schriftstellerhaus arbeitet  und eines  aus dem &#8220;La Speranza-Zyklus&#8221;, der eine Auseinandersetzung mit der Trauer ist, das ein Motto von Eugenio Montale hat, der, glaube ich, seine Frau verloren hat, hat sie gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;Mich hat die Hoffnung verlassen, dass ich dich je wieder sehe&#8221;, beginnt das beeindruckende Gedicht und ich habe einen sehr interessanten Abend im Stattgarter Schriftstellerhaus erlebt, in das ich sonst nicht gekommen w\u00e4re, der mich wieder an Olga Martynova erinnerte, die ich ja eher mit der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, als mit dem Literaturcafe verbinde,dem ich ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/bloggerdebutshortlist\/\">gelegentlich mehr oder weniger emp\u00f6rt kommentiere.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1966 in der SU geborene Olga Martynova, die seit 1990 in Deutschland lebt und 2012 den Bachmannpreis gewonnen hat, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. 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