{"id":98448,"date":"2021-03-24T00:04:51","date_gmt":"2021-03-23T23:04:51","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=98448"},"modified":"2021-03-24T00:04:51","modified_gmt":"2021-03-23T23:04:51","slug":"der-weltreporter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=98448","title":{"rendered":"Der Weltreporter"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman \u00fcber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=das+corona-texte-Buch\">Corona<\/a> schreiben, sowas, wie<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/21\/utopie-workshop\/\">1984<\/a> schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_notizbuch.html\">dreimal<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fruehlingserwachen.html\">versucht.<\/a> Die Ergebnisse werden wohl wieder ziemlich unbemerkt bleiben und ich bin auch nicht ganz sicher, ob man  das  kann, wenn man so mitten in einer Sache steckt und das Ende nicht sieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Autoren k\u00f6nnen es und tun es wohl auch wahrscheinlich und so ist jetzt Hannes Steins &#8220;Der Weltreporter &#8211; Ein Roman in zw\u00f6lf Reisen&#8221; zu mir gekommen und der ist in vieler Weise interessant.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei &#8220;Amazon&#8221; steht, es ist gar kein solcher, sondern  zw\u00f6lf phantastische Reisegeschichten, die, weil der Verlag es so wollte, in eine Rahmenhandlung hineingef\u00fcgt wurde und dann gibt es noch einige andere interessante Aspekte, bevor ich ins Detail gehe.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4mlich schonmal das Vorwort, wo Hannes Stein schw\u00f6rt, da\u00df es kein Covid-Roman ist, denn das Manuskript war schon im J\u00e4nner 2020 fertig und da hatte man das Wort gerade erst einmal geh\u00f6rt. Dann geht es um das L\u00fcgen und da gibt es sowohl die Relotius-Geschichte, die von dem Reporter, der Preise f\u00fcr Reportagen bekommen hat, die er sich selbst ausdachte. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/15\/von-schlechten-eltern\/\">Tom Kummer<\/a> hat  auch so eine Geschiche und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/02\/09\/daniel-kehlmanns-zukunftsrede\/\">Daniel Kehlmann, der jetzt mit den Allgorithmen<\/a> schreibt, hat ja in &#8220;F,&#8221; glaube ich, behaupet, da\u00df alle Schriftsteller l\u00fcgen. Da kann man viel dar\u00fcber nachdenken, wie das gemeint ist, denn nat\u00fcrlich l\u00fcgen sie nicht. Sie denken sich was aus und lernen in Schreibseminaren, da\u00df sie \u00fcbertreiben m\u00fc\u00dfen,um gut zu sein und die Geschichte,da\u00df jeder Mensch vier bis achtzigmal oder so am Tag l\u00fcgt,wird auch in dem Buch erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nein ich doch nicht!&#8221;,wird man da denken. Aber dann sagt man nicht,da\u00df die Suppe versalzen ist, die Freundin schlecht ausschaut, der Partneraus dem Mund riecht und mit all dem hat sich, glaube ich, der1965 in M\u00fcnchen geborene in Salzburg geborenen Weltreporter Hannes Stein, der jetzt, glaube ich, in New York lebt, besch\u00e4ftigt, von dem ich schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/19\/nach-uns-die-pinguine\/\">&#8220;Nach uns die Pinguine&#8221;<\/a> gelesen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe auch ein Gespr\u00e4ch zwischen Hannes Stein und einem Literaurhausleiter, glaube ich, \u00fcber das Buch per stream verfolgt und ich kann sagen und das hat auch Hannes Stein so angesprochen, es ist nach einem ziemlich konventionellen Muster gestrickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine junge Studentin namensJulia trifft in einer Hotelbar einen alternden Journalisten Bodo von Unruh, der in einem ber\u00fchmten Journal arbeitet und der tischt ihr zw\u00f6lf phantastische Geschichten auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, stimmt so nicht. Die Geschichten sind ja, wie schon geoutet, in die Rahmenhandlung eingef\u00fcgt und zu der kommt noch dazu, da\u00df das Ganze in einer Pandemie spielt. Es ist nicht Covid schw\u00f6rt Hannes Stein in seinem Vorwort. Aber man kommt in die Hotelbar nur hinein, wenn man \u00fcber einen Immunit\u00e4tsausweise verf\u00fcgt. Die Beiden verf\u00fcgen \u00fcber einen solchen. Julia, die Philosophie studiert und sich vor allem mit griechischen Philosophen besch\u00e4ftigt, hat den Kontakt zu ihrer Familie dar\u00fcber verloren und f\u00e4hrt jetzt Taxi.  Sie geht mit dem alternden Reporter Bodovon&lt;unruhgleich ins Bett. Ja, dastun die modernen Frauen. Ihr f\u00e4llt an ihm einestarke Br\u00e4une auf.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ja, ich war in den letzten drei Monaten in Braislien!&#8221; sagt er. Dann entf\u00e4llt seiner Briefkasrte ein Abo eines Solariums. Julia denkt sich nichts dabei und die erste Geschichte, da\u00df es im brasilianische Urwald   eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/04\/16\/sechs-tage-im-april\/\">M\u00fcnchner R\u00e4terepublik<\/a> gibt, die eine Mischung zwischen Monarchie und Sozialsmus ist und der Ludwig VII, der dort herrscht, ist ein Schwarzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann sitzt Julia in der Vorlesung. Da kann man auch nur mit Ausweis oder zu bestimmten Zeiten hinein, Bodo schickt ein SMS und l\u00e4dt sie zum Essen ein. Das wird mit den bestsen K\u00fcchenutensilien hergestellt, schmeckt aber so scheu\u00dflich, da\u00df sie dann Pizza bestellen und die n\u00e4chste Geschichte f\u00fchrt in ein Restaurant am Rande der Welt, das &#8220;the fobidden pleasures&#8221; hei\u00dft. Wenn man dort hinwill mu\u00df man nicht nur hundertf\u00fcnfzigtausend Dollarzahlen, sondern auch unterschreiben, da\u00df man freiwillig will und allen Aufforderungen folgen mu\u00df. Dann wird man narkotisiert, bevor man hingefahren wird. Dann kommt man zu einem Container,wo ein paar Vips sitzen und Blechgeschirre serviert bekommen. Auf der Menukarte steht &#8220;Mehlwurmcockt&#8221;ail&#8221; &#8220;lauwarmes Vogelnest&#8221;, Fliegenpilzrisotto&#8221;etcetera. Alles serviert mit k\u00f6stlichen Weinen und alles schmeckt auch k\u00f6stlich,obwohl man sich da zuerst \u00fcberwinden mu\u00df. AmSchlu\u00df kommt noch das &#8220;F\u00fcnferlei vom Langschwein&#8221;, der Koch liegt in seinem Blut und man kann dar\u00fcber nachdenken, wie das mit dem Essen so ist, wieso manche Menschen kein Schweinefleisch essen und die Chinesen angeblich Hunde als Delikatessen verspeisen. <\/p>\n\n\n\n<p>Julia lernt auf  ihren Taxifahrten eine alte Italienerin namens Graziella Brunesci kennen, die ein Detektivb\u00fcro f\u00fchrt und sie nach der Wahrheit fragt und die dritte Geschichte f\u00fchrt uns nach Sibiren,beziehungsweise in den Staat Utopia, der hinter einer verborgnen Mauer liegt, wo die Menschen ein Schlaffaffenleben f\u00fchren,es fliegende Autos gibt,die Babies aber, wenn sie die Wahrscheinlicheit haben, sp\u00e4ter krank zu werden auf Euthansanaaiestationen  kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts nach England  und zu der Erkenntnis, da\u00df Shakespearre eine Frau war und w\u00e4hrend Bodo nach Afghanistan f\u00e4hrt und dort in der &#8220;Eidgenossenschaft in Neu-Bern  gekidnappt wird, f\u00e4ngt Julia etwas mit einem afghanischen Studenten namens Achmed an.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es nach Israel nach  Hebron, denn Bodo will eine schwarze j\u00fcdische lesbische Bestellerautorin, deren Name Yael Maerisira ist, die im Rollstuhl sitzt,  faschischte Ansichten hat und sich einen Diktator f\u00fcr Israel w\u00fcnscht, interwieven.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Deutschland zur\u00fcckgekommen l\u00e4dt er Julia und ihre Freunin Renate in ein Spitzenrestaruant ein, die orangen Ausweise zeigen,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/01\/05\/von-massentests-und-freitesten\/\"> Renate wird in der Nase gebohrt,<\/a> nein, das konnte Hannes Stein wahrscheinlich nicht im J\u00e4nner letzten Jahres wissen und Julia m\u00f6chte endlich den Fotografen ihres Freundes, der ihn auf allen seinen Reisen beleitet, Jacques Lacoste , der ihn auf allen seinen Reisen begleitet, kennenernen. Er kommt aber nicht, schickt stattdessen ein SMS, da\u00df er nach Amerika mu\u00df und Bodo ihm nachfolgen soll. Das f\u00fchrt zu einem Streit zwischen ihm und Renate und eine Diskussion \u00fcber &#8220;Sinbad dem Seefahrer&#8221;, die Julia offenbar noch mehr die Augen \u00f6ffnen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reportage \u00fcber Amerika wird offenbar in der Zukunft gef\u00fchrt, in der das Buch auch zu spielen scheint, denn der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/02\/01\/entgleisung\/\">f\u00fcnfundvierzigste Pr\u00e4sident<\/a>, ich habe nicht nachgez\u00e4hlt, aber di e <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/04\/der-groesste-kapitaen-von-amerika\/\">Baseballkappe und die Beschreibung stimmt wahrscheinlich<\/a>, wurde l\u00e4ngst <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/02\/13\/versprich-es-mir\/\">abgew\u00e4hlt und vergessen<\/a>. nur ein kleines indianisches Dorf h\u00e4lt ihm noch die Treue und dann steht Julia mit ihrem Taxi Epiket lesend vor einem Sexcluc namens &#8220;Aphrodite&#8221; und w\u00e4nd sie noch \u00fcber die Freiheiten, die der Mensch hat nachdenkt, steigt einer ein, der Bodo verd\u00e4chtig \u00e4hnlich sieht. Aber der ist doch in Indien. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd,  wo Bodos Nachbarin Julia droht, die Polizei zu holen, w\u00e4hrend sie ihm mit &#8220;Mistk\u00e4fer und ungeputztes Arschloch!&#8221;, beschimpft.r<\/p>\n\n\n\n<p>Bodo berichtet dagegen aus einem   Aschram, wo der Guru seinen Sch\u00fclern den &#8220;traszendentalen Orgasmus&#8221;beibringt, das hei\u00dft, er kann seine Sch\u00fcler lehren, eine Frau in einem Bus oder in einem H\u00f6rsaal dahin zu bringen, also eine ganz sch\u00f6ne M\u00e4nnerfiktion, k\u00f6nnte man so sagen und als Julia den Zur\u00fcckgekommenen  zur Redre stellt, erz\u00e4hlt er ihr von einem Doppelg\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat die Detektivin Julia auch einmal erz\u00e4hlt. Die n\u00e4chste Reportage handelt von der Besteigung des  Mount Everest. Dort erlebt der Held in seinen Fiebertr\u00e4umen offenbar eine Begegnung mit dem Yeti und in eine \u00f6sterreichische Alpenh\u00fctte kehrt am Gipfel dann auch noch ein, bevor er zu der bayrischen Burg des ostdeutschen Soziologen Ernst Ablbrecht Hochmeisters aufbricht, der seine Schweinchen Siegfried und Hagen nennt und mit seinen zehn adoptierten indonesischen  Kindern <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=zornfriedhttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=zornfried\">wieder<\/a> an G\u00f6tz Kubitschek erinnert, obwohl seine  Frau eine Polin ist und der sich am Schlu\u00df am Blut berauscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Julia besucht Bodos Appartement. Dazu hat sie inzwischen den Schl\u00fc\u00dfel  und  will endlich in das Appartement des Fotografen eindringen.  Die schlaue Studentin knackt den Code. Drinnen ist aberkein Bett , sondern eine Fotoausr\u00fcstung, ein Gardarobenst\u00e4nder und eine teure Computeanlage. So schnappt sie die Visitenkarte der Detektivin und ruft diese an. dann geht es in die Oper und danach pr\u00e4sentiert Julia das Ergebnis der Detektivin, man kann alles faken und einen Film dar\u00fcber bestellen.<\/p>\n\n\n\n<p> Julia beginnt ihn zu erpressen und die vorletzte Reportage kommt aus Australien, da bleibt dann auch der Fotgraf h\u00e4ngen und die letzte Reportage stammt von Julia selbst, denn Bodo hat sogar seinen Immuausweis gef\u00e4lscht. Er leidet an der Krankheit und stirbt und im Himmel beginnt er dann mit mit Jesus, mohamed, Krisha und wem auch immer zu pokern und seinen Kaffeesud zu lesen, bevor er hinter der geheimnisvollen T\u00fcr verschwindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bleiben zur\u00fcck und denken &#8220;Wui! Da hat sich einer aber enorm ausgelassen, sowohl Kapitalismus als auch Kommunismuskritik ge\u00fcbt und dabei wahrscheinlich gro\u00dfen Spa\u00df gehabt! Ein grandioser Roman \u00fcber alles, der, wie offenbar bei Hannes Stein \u00fcblich keine Grenzen kennt und jedes Tabu bricht, auch wenn man dabei, was bei Hannes Stein nachweislich nicht der Fall ist, seine Heimatgrenzen nie verlassen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman \u00fcber Corona schreiben, sowas, wie1984 schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon dreimal versucht. 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