Nach dem Urlaub

Der Urlaub der ein sehr schöner war, wie man auf den Fotos sehen kann, ist vorbei, wir sind am Donnerstagabend mit einem Zwischenstop in Wien, um den Laptop abzuholen, den ich mir nicht auf den Campingplatz mitgenommen habe, aus Locarno zurückgekommen, obwohl es dort bis Samstag noch Filme gab, um das Wochenende bis Montagfrüh in Harland zu verbringen.

Da war es am Freitag nichts mit dem Radfahren nach Ochsenburg und dem Kaiserspritzer bei der Radlertränke, wie ich es mir in diesem Sommer angewöhnt habe, sondern Ausräumen, die Bücher und die Mitbringseln ordnen und dann bloggen bloggen.

Habe ich in der Schweiz doch trotz des Filmfestival und der kleinen Wanderungen sehr viel gelesen und neue Bücher sind inzwischen auch gekommen.

In Wien haben drei Stück, das neue Buch der Susanne Gregor, der neue Cohen, den ich gleich zu lesen anfangen werde und ein Buch von Olaf Kühl, sowie ein Zetttel, daß ich mir von der Post ein Paket abholen kann, auf mich gewartet und die deutsche Buchpreisliste, wie ich ja schon öfter angedeutet habe, wird am Dienstag auch bekannt gegeben.

Da bin ich wie man merken kann, auch schon ganz hippelig und neugierig, mache Spekulationen, entdecke, wenn ich mich so bei den anderen Blogs umsehe, immer wieder neue Bücher, die bisher an mir vorbeigegangen wäre und wenn ich den nächsten Dienstag zwischen meinen Stunden zum Anfragen, wie ich mich ja doch entschloßen habe, werde ich den Rest des Jahres wieder zwischen Bücherbergen stecken. Aber keine Angst, ich stöhne nicht darüber oder nur ein bißchen, denn seltsamerweise macht mir das Lesen der Bücher der anderen noch immer sehr viel Spaß.

Tobias Nazemi vom “Buchrevier” und jetzt auch Marc Richter vom Blog “Lesen macht glücklich” haben da ja Glossen geschrieben, daß es zuviele Bücher gäbe und der ganz normal Freizeit- und Wald- und Wiesenblogger schon im Frühling, wenn er noch gar nicht alle Herbstbücher gelesen hat, die neuen Vorschauen kommen, die dann Druck erzeugen und den Spaß vertreiben.

Aber man muß ja nicht mitmachen und die Vorschauen sind ja für die Buchhändler da, die die neuen Bücher allen anbieten, obwohl ich, wenn ich ein Angebot bekomme, auch kaum nein sagen kann, sondern denke “Das geht schon noch!” und inzwischen keine Bücher mehr aus den Schränken nehmen sollte, auch wenn sie noch so toll sind, weil ich mit den Neuerscheinungen ja genug zu tun habe und wenn jetzt neben dem dBp und dem öst auch noch der Schweizer Buchpreis dazu kommt und  das Bloggerdebut wartet auch noch, werde ich ja wahrscheinlich wieder bis Jänner oder Februar lesen, aber bei den letzten Herbstvorschau war ich zurückhaltender und in der Schweiz habe ich auch ein paar Bücherschrankfunde und Abverkaufbücher abgelesen.

Außerdem darf unter dem vielen Lesen, das Schreiben ja nicht leidern und da habe ich jetzt auch eine Pause eingelegt, werde aber ab heute oder morgen wieder mit dem Korrigieren des “Literaturgefüsterbuchs II”,  anfangen und die “Magdalena” wartet ja auch noch darauf in die Druckerei zu kommen. Die ist eigentlich fertig korrigiert, nur das Cover fehlt noch und der Alfred will es sich noch einmal durchsehen, bevor es weggehen kann, wird also bis zum Volksstimmefest, wo ich ja am Samstag schon ein Stück daraus lese noch nicht fertig sein, dafür ist, Überraschung, die “Linke Wort-Anthologie”, von 2017 schon da und kann beim Fest abgeholt oder gekauft werden.

Spannend, spannend, politische News gibt es auch. Da habe ich in den letzten zwei Wochen, ohne Laptop und Handy ja sehr viel versäumt. Aber von der Hausdurchsuchung bei H. C. Strache hat mich der Alfred, der ja während wir in Locarno auf den Filmbeginn warteten, immer sehr viel und sehr intensiv hineingeschaut hat, unterrichtet und Pamela Rendi- Wagner, die SPÖ- Vorsitzende, beziehungsweise ihr Team, hat mich ja auch schon zur Wahlkampfauftaktveranstaltung Ende August eingeladen.

Todesfälle hat es auch gegeben. So ist nicht nur schon vor dem Urlaub Andrea Camilleri und Brigitte Kronauer gestorben und da ist interessant, ob Gertraud Klemm recht behält und vielleicht diesmal eine tote Autorin auf die Longlist komme, sondern auch am fünften August Toni Morrison in New York.

Der Sommer ist also schon fast vorbei und der Herbst mit seinem wahrscheinlich sehr turbulenten Wahlkampf wird bald beginnen. Da wir diesmal auch schon am Montag nach Wien fahren, kann ich wieder ins Weinhaus Sittl gehen und zweimal O- Töne gibt es bevor der Herbst und die Schule mit dem Volksstimmefest beginnt auch noch.

Ein paar Einladungen zu literarischen Veranstaltungen sind inzwischen auch gekommen, so wird am zwöften August wieder eine Autorin von einer anderen Autorin im Rathaus gefeiert, Christl Greller hat mich zu ihrer Veranstaltungsreihe eingeladen und so wird es mit dem Schreiben und dem Lesen auch im Herbst weitergehen.

Heute wird gegrillt, obwohl es, weil der Alfred niemanden eingeladen hat, keine Geburtstagsparty geben wird, aber da haben wir seinem Geburtstag ja im Tessin in dem schönen Gasthaus bei dem schönen Wasserfall gefeiert bei Polenta, er mit Schweinshaxe, ich mit Käse gefeiert, obwohl der Alfred Polenta gar nicht so gern mag, das aber die Spezialität des Tessin ist.

Auf der Harlander Terrasse wird es wieder Ripperln und Cevapcici geben und die kleine Lia ist inzwischen schon ein Stück größer geworden und schon über zwei Monate alt.

Daß die Frequency gerade in St. Pölten tagt und der Traisenstand mit Zelten und die Straßen mit Autos überfüllt sind, hätte ich jetzt fast vergessen, obwohl ich gestern als ich mit dem Rad zum Markt fahren und dort wieder Doris Kloimstein treffen wollte, die mich übrigens, was natürlich nicht stimmt, allen als “berühmte Autorin” vorgestellt hat, wieder mit dem Security diskutieren mußte, damit er mich das Rad durchschieben ließ.

Hippocampus

Die 1971 in Wien geborene Gertraud Klemm könnte man wohl als eine postfeministische Autorin bezeichnen.

Ich habe sie, glaube ich, vor Jahren bei den “Textvorstellungen” in der “AS” kennengelernt, wo sie die Vorläuferform von “Muttergehäuse” vorstellte. Das Buch ist, glaube ich, zuerst bei “Arovell” erschienen, dann kamen ein paar Bücher bei “Droschl” und die Lesung beim “Bachmannpreis”, die von den Juroren als sehr wohlwollend aufgenommen wurde, ich aber eher dachte, das hatten wir doch schon, der Feminismus der Siebzigerjahre, Karin Struck, Gert Brantenberg und so, das was wir auch im “Arbeitskreis schreibender Frauen”, besprachen, ist doch schon vorbei und läßt sich wohl so nicht wieder aufwärmen.

Mit “Aberland” ist sie dann 2015 auf der LL des dBp gestanden. Dann kam “Muttergehäuse” bei <kremayr und Scheriau”, 2017 “Erbsenzählen” bei “Droschl”, das ich nicht gelesen habe und jetzt das neue Buch von dem ich mit guten Grund sehr gespannt bin, ob es auf Longlist, Shortlist des dBp oder gar den Preis bekommt.

Der gute Grund ist, das Buch handelt davon und vom Literaturbetrieb der 1960 und 1970 Jahre, ist eine Abrechnung desselben und das durchaus im Bernhardstil “In Angesicht des Todes ist das Gehorchen lächerlich geworden”, obwohl es ja ein Buch ist, das die Benachteiligung der Atorinnen gegenüber der Autoren aufzeigen will.

Da ist Helene Schulze, Jahrgang 1954 und die ist plötzlich gestorben. Es heißt, sie hätte sich zu Tode getrunken, ist an der Männerwelt und dem Literaturbetrieb zu Grunde gegangen, etcetera.

Elvira Katzenschlager ihre etwas jüngere Freunin soll ihren Nachlaß aufarbeiten und ist deshalb in das Haus nach Hintermoos gefahren, wo die Autorin gestorben ist. Die ist sehr jung mit ihrem ersten Buch namens “Rauhreif” berühmt geworden und dann vom Literaturbetrieb vergessen worden, obwohl sie beim “Bachmannpreis” gelesen hat, den Preis aber nicht bekommen hat, weil der kleine dicke Literaturkritiker herausfand, daß ein Satz von ihrem Text schon irgendwo erschienen ist.

Beim Ersteren habe ich an Brigitte Schwaiger, beim Zweiteren an Gabriele Petricek gedacht und bei Hintermoos an Friederike Mayröcker, die ja, glaube ich, mit ihrem Ernstl in einem Ort namens Rohrmoos öfter Urlaub machte. Helene hat dann geiratet, ist nach Kaiserbad, das ist, glaube ich, das Synonym für Baden, wo Gertraud Klemm, glaube ich, lebt oder lebte, gezogen, hat zwei Kinder geboren und sich ihnen und dem Ehemann gewidmet. Dann zog sie aber nach Hintermoos und hat noch einen Roman nämlich der “Drohenkönig” geschrieben, von dem im Anhang steht, daß das inhaltliche Konzept an die “Töchter Egalias” angelehnt ist und damit wurde sie für den deutschen Buchpreis nominiert.

Da hat die Kritikerin in mir gleich gedacht, das geht doch nicht, wenn sie schon gestorben ist, aber Brigitte Kronauer ist ja auch im Juli gestorben und bei den Facebooktips für die neue Longlist wird öfter ihr neuer Roman “Das Schöne, Schäbige, Schwankene”, genannt.

Es gibt aber noch ein paar Details, die nicht stimmen. Wird der Preis doch am Abend und nicht am Vormittag vergeben und auf der Shortlist stehen sechs und nicht fünf Autoren. Aber das sind wohl die Verfremdungseffekte, die ein guter Roman ja haben muß.

Helene Schulze wurde jedenfalls nominiert. Elvira Katzenschlager soll ihren Nachlaß ordnen und auch ein Interview geben, zu dem neben der Redakteurin auch ein junger Kameramann namens Adrian kommt.

Elvira Katzenschlager, die nicht mehr ganz gesund und wohl etwas schwierig ist, bricht das Interview ab, bereitet aber eine sogenannte Kunstinstallation vor, in dem sie Scheiße auf einen Hochstand schleppt, um die tote Helene, gegen das Unbill, das ihr die Männerwelt zugefügt hat, zu rächen. Ein Sturz, aber auch die Bandscheiben, lassen sie nach einem Assistenten suchen. So ruft sie Adrian an und heuert ihn für eintausendzweihundert Euro in der Woche an, ein solcher zu werden und der “Roadtrip des feministischen Aktionismus”, wie am Buchrücken steht, beginnt.

Zuerst wird die Scheiße noch irgendwohin geschmissen. Dann geht es nach Kaiserbad in den Kurpark, dort werden die Männerbüsten verkleidet und in Frauen verwandelt, denn Helene hat sich während ihres Hausfrauendaseins vergeblich für ein Frauenmuseum eingesetzt. Sie hat auch ein uneheliches Kind, das sie mit Fünfzehn eigentlich abtreiben wolle, eine bigotte Jungscharführerin hat sie daran gehindert. So ist ihr die nächste Kunstaktion gewidmet. Dann geht es nach Salzburg, wo eine Preisverleihung stattfinden soll, weil Helene aber den Preis nicht bekommen hat, werden der Kulturkritiker und die Jungautorin, die ihn bekommen soll, eingesperrt und Elvira hält auf der Bühne eine flammende Rede und so weiter und so fort, ich soll ja nicht so viel spoilern, höre ich gelegentlich.

Es geht also weiter mit den feministischen Racheaktionen. Elvira geht inzwischen das Geld aus, Helene kommt auf die Shortlist, bekommt den Preis dann nicht und Marlene Streeruwitz, die ja auch aus Baden stammt und dort wohl auch noch keine Denkmal hat, wird in dem Buch mehrmals erwähnt und hat auch schon über den Buchpreis und die dortige Nominierung geschrieben.

Es wird ihr am Schluß wird auch gedankt und ich denke, man könnte Gertraud Klemm durchaus als ihre Nachfolgerin betrachten und füge gleich hinzu, daß mir das Buch, die ich mich ja in meinem Schreiben auch öfter mit dem Literaturbetrieb befasse, gefallen hat und nun, wie schon erwähnt sehr neugierig bin, ob es auf die Longlist, Shortlist, etcetera, kommt, der österreichische Buchpreis wäre ja auch noch zu erwähnen und am nächsten Donnerstag das kann ich auch noch erwähnen, liest Gertraud Klemm daraus bei den O-Tönen.

Luxusurlaub in Locarno

Camping Delta

Camping Delta

Piazza Grande

Piazza Grande

In den letzten zwei Jahren sind wir ja in der Schweiz gewesen, im Vorjahr haben wir unseren Urlaub in Genf, Bern und Zürich verbracht, 2017 sind wir zu Ruths siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee geradelt und haben dabei auch öfter die Schweizer Grenze passiert und vor cirka fünfundzwanzig Jahren sind wir im Tessin gewesen und dabei zufällig zum Locarner Filmfestivial zurechtgekommen, daß es jetzt schon zweiundsiebzig Jahre gibt.

Den Film “Jamie und der Riesenpfirsich” oder so haben wir gesehen und das hat den Alfred offenbar so beeindruckt, daß wir heuer unseren gesamten Urlaub in Locarno verbracht haben, dort auf dem Campingplatz unser Zelt aufstellten und uns einen Seniorenpaß für die Grand Piazza kauften, so daß wir uns jeden Abend dort ein oder zwei Filme anschauen konnten.

Vom siebten bis siebzehnten August dauert das Festival. Wir sind am ersten August am Nachmittag losgefahren, meine Büchertasche war gepackt, ich habe auch schon einen Artikel über die Schweizer Bücher geschrieben, die ich mir dorthin mitgenommen habe und so sind wir, während ich Thomas Meyers “Wolkenbruch” zu lesen angefangen habe, bis zum Dreiländereck gefahren, haben dort in dem Hotel übernachtet und am nächsten Tag weiter über Italien bis nach Locarno gefahren und die Schweiz ist sehr schön und sehr teuer, aber für einen Urlaub oder Sommerfrische ist, glaube ich, gerade das Tessin sehr gut geeignet, kann man dort doch, was wir auch machten, die Pässe hochfahren und die kleinen Dörfer mit den alten Häusern, die es wahrscheinlich schon sehr lange gibt, anschauen.

Man kann nach Ascona fahren auf den Monte Verita hinaufspazieren oder das Rad hinaufschieben, wie wir es machten und sich dort das Freiluftparadies der Künstler, die vor hundert Jahren den veganen Lebensstil und den freien Sex betreiben wollten.

Hermann Hesse hat dort, glaube ich, auch zwei Jahre gelebt und sich dann in Montagnola niedergelassen, wo es heute ein Literaturcafe und ein Hessemuseum gibt, das wir auch besuchten.

Blick auf Ascona

Blick auf Ascona

Ein paar Mal sind wir mit der Seil- und Zahnradbahn auf einen Berg, den Monte Bre, den Monte Generosa  gefahren und ein bißchen spazierengegangen, die Wassefälle besucht und die alten Kirchen mit den besonderen Fresken besichtigt, zu Mittag Toast oder Polenta gegessen oder einen Käse-Schinkenteller und am Abend immer zu den Filmen, auf den großen Platz, wo es sehr international zuging und sich das Italienisch, das im Tessin gesprochen wird, mit dem Deutsch und dem Französisch, den zwei anderen Schweizer Sprachen, mit dem internationalen Englisch vermischte. Habe Hugos und Sangria getrunken und dabei dem intellektuellen Treiben, den Einlaß der Schikeria, beziehunsweise den Frauen mit den eleganten Kleidern und den hohen Stöckelschuhen zugesehen.

Das war sehr interessant und vielleicht auch etwas anstrengend jeden Abend, ein bis zwei Filme anzuschauen und sind meistens erst nach Mitternacht, manchmal ist es sogar zwei oder drei uhr früh geworden, am See entlang zum Campingplatz hinausgewandert, der wieder, wie in Zürich und Genf, direkt m See lag.

Regenreste

Regenreste

So hat es dort auch Enten und viele Spatzen gegeben, die in dem Restaurant, das es gleich nebenan gab und in dem man sehr gut Frühstücken konnte, direkt an dem tisch kamen und die Bröseln, die man ihnen zuwarf, begierig aufpickten.

Geregnet hat es natürlich auch  und so sind im Zelt, die Matrazen und meine Kleider in der Reisetasche wieder gehörig naß geworden und einige Male hat es auch auf der Grande Piazza, wo die Vorführungen stattfanden, sehr geregnet.

Ein Mal haben wir uns die Filme in dem Kino angeschaut, wo sie als Ausweichquartier auch immer gelaufen sind und gelesen, beziehungsweise Bücher gefunden, habe ich natürlich auch sehr viel.

Thomas Meyers “Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse”, habe ich schon erwähnt. Da bin ich jetzt darauf gekommen, daß ich das Buch, was ich nicht wußte, offenbar zweimal in meinen Regalen stehen habe. Vielleicht ist eines aber auch nur eine Leseprobe.

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Locarno und Ascona

Locarno und Ascona

Einen zweiten Band wird es auch bald geben und das Buch wurde auch verfilmt und ebenfalls in Locarno gezeigt. Allerdings nicht auf der Grande Piazza und amTtag sind wir in die Berge gefahren, was in einem Werbefilm der täglich auf der Grande Piazza gezeigt wurde, auch propagiert wurde. Wandern, schwimmen und am Abend mehr oder weniger schick bekleidet auf die Piazza Grande gehen und sich bei einem Hugo oder einem Sangria, Aperolspritz wurde, glaube ich, auch sehr viel getrunken, die Filme ansehen. “Das ist ein Luxusurlaub!”, hat der Alfred ein paar Mal geschwärmt.

Nach Lugano und nach Luino sind wir auch gefahren, das letztere Städtchen liegt in Italien,  auch heuer haben wir die Grenzen mehrmals gewechselt,  die Wochenmärkte angesehen, uns durch die Käse- und die Wurstsorten durchgekostet und sind einmal auch auf ein Castello hinaufgeklettert. Zweimal bin ich mit einem Buch am See gelegen, das Schwimmen liegt mir ja nicht sehr, das heißt, ich kann es nicht, weil ich mit sechs Jahren fast ertrunken wäre, habe aber den Kindern mit ihren Schwimmtieren und auch den Paragleitern zugesehen.

Sehr interessant so ein Schweizurlaub. Sommerfrische pur, könnte man so sagen, obwohl es auch woanders Festivals gibt.In Salburg beispielsweise, die berühmten Festspiele  und da sind wir  am Rückweg auch vorbei gefahren und haben im Radio von dem Überfall an einem Juwelier gehört und vorher im deutschen Eck, sind wir  sehr lang im Stau gesteckt.

Das war also unser Urlaub 2019. Jetzt geht es noch zwei Wochen mit den Sommerfrischenwochenende in Harland weiter und im November werden wir dann noch einmal in die Schweiz und da zur “Buch Basel” und der Verleihung des “Schweizer Buchpreises” fahren.

Bin schon gespannt, ob da “Wolkenbruch II” auf die Shortliste kommt und jetzt werde ich mich bald dem deutschen Buchpreis widmen, wo ja nächste woche die Longlist vergeben wird.

Das heißt, ich bin gespannt, ob da Gertraud Klemms “Hyppocampus,” das ich gerade lese und das mir, ich kann es gleich verraten, sehr gut gefällt, auf die Long- oder später sogar auf die Shortlist kommen wird?

Schweizer Lesen und Bücherfunde

Ich habe mich ja, wie ich schon geschrieben habe, ein wenig auf unseren heurigen Schweiz Urlaub, knapp vierzehn Tage auf dem Campingplatz von Locarno und am Abend zum Filmfestival, vorbereitet, in dem ich schon ein paar Tage vorher mir einige Bücher, die von Schweizer Autoren stammten, aus meinen Regalen heraussuchte und in meine Büchertasche packte, die ich mitgenommen habe und ganz unvorbereitet war ich  da schon nicht, gibt es ja in Wien immer wieder Schweizer Literatur zu hören und im Vorjahr als wir in Bern, Zürich und Genf waren und dort die Bücherschränke, beziehungsweise Buchhandlungen besuchten, habe ich mir ja auch Schweizer Bücher mitgenommen, auch welche in Bern gekauft und in den Schränken gefunden, so daß ich eigentlich recht gut vorbereitet in den Urlaub aufgebrochen wird.

Ein Literaturkritiker wird es zwar vielleicht für ein Wald- und Wiesenlesen halten, aus jedem Dorf ein Hund sozusagen und das Ganze auch quer über den Tellerrand, aber das ist es ja, wie ich das Lesen verstehe und, wie ich es betreiben will.

Ich lese durchschittlich je nach Dicke und Zeitbedarf drei Bücher in der Woche, wenn sie dick sind und viel zu tun ist, nur zwei. Im Urlaub sollte man aber mehr Zeit haben, obwohl wir ja am Tag in den Bergen herumgefahren sind und am Abend auf der Piazza Grande waren, also habe ich mir vorsorglich acht Bücher eingepackt. Das Finden war auch kein Probem, ich hätte mir auch mehr mitnehmen können.

Mit Thomas Meyers “Wolkenbruch” habe ich das Schweizerlesen angefangen, es dann mit Catalin Dorian Florescu forgesetzt, Alain Claude Sulzers “Aus den Fugen” gelesen, danach sind Alex Capus Erzählungen daran gekommen. Peter Stamm folgte mit seinem “Nacht ist der Tag”, dann hätte ich noch Alain Claude Sulzers “Privatstunden”, einen Martin Suter und Adolf Muschgs “Das gefangene Lächeln” zur Auswahl gehabt.

Eine gute Mischung, wie ich denke und habe in den knapp vierzehn Tagen auch recht viel gelesen und als wir am vorigen Samstag in Andermatt waren und ich mich schon wunderte, daß es im Tessin keine Bücherschränke gibt, bin ich vor einem Geschäft auf eine Kiste gestoßen, auf der “Gratis, zur freien Entnahme!”, stand.

Da habe ich natürlich hineingeschaut, sehr viel zeitgenössische Schweizer Belletritik habe ich dort zwar nicht gefunden, sondern, glaube ich, einen Comic. Ein Buch über eine Schweizer Politikern, das ich liegen gelassen habe und ein Motivationsbuch zur Organisationsberatung oder zur Verbesserung des Betriebsklimas. Aber dennoch freuen mich die Bücherfunde, dann habe ich noch in einem Park einen Bestseller auf Italienisch mit schönen bunten Com ic Bildern, so daß er leicht zu verstehen ist, gefunden.

“Il nostro Iceberg si sta sciogliendo” auf Englisch heißt das Buch “Our iceberg ist melting” und auf Deutsch “Unser Eisberg schmilzt”, wie ich herausgefunden habe.

Ein Bestseller von dem ich noch nie etwas gehört habe, aber vielleicht gut zur Klimafrage passt und dann sind wir, ich habe es schon geschrieben, am Montag in die Berge gefahren, wo es in einem kleinen Ort vis a vis von einem kleinen Kircherl mit schönen Fresken einen Bücherschrank fand, wo ich Silvia Götschis Krimi “Iltlimoos” gefunden habe, den ich dann als sechstes Buch gleich  begierig gelesen habe, neben einem Paul Auster, der sagen wir, wohl zufällig in der italienischen Schweiz geladet ist, lag dann noch ein Buch von einer Schweizer Autorin über ein Geheimnis in den Schweizer Bergen im Schrank, das ich mir wohl für den nächsten Schweizer Urlaub aufheben werde, aber der wird ja schon im November zum “Schweizer Buchpreis” gehen und da habe ich ja vor, die fünf Shortlistbücher anzufragen und dort oder auch schon vorher oder nachher zu lesen.

Eine schöne Schweizer Ausbeute also, die mein Wissen über die Schweizer Literatur noch ein bißchen ausgeweitet hat, obwohl es natürlich, das gebe ich schon zu und streite es nicht ab, ein Wald und Wiesen-Lesen durch den Schweizer Bücherwald geblieben ist.

In drei Buchhandlungen sind wir auch gewesen, in einer in Ascona, wo wir am ersten Sonntag mit dem Rad hingefahren sind, dort gab es bei den deutschen Büchern Marlene Streeruwitzs “Flammenwand”, die schon auf meinem Harlander Stapel liegt, aber auch die” Diogenes-Bücher” “Der Sänger” und ich glaube auch Jörg Fausers “Schlangenmaul” zu bewundern.

Im Hesse-Museum, das einen sehr umfangreichen Buchbestand hatte, waren wir auch, aber ich bin ja keine Hesse-Spezialistin, obwohl ich einige seiner Bücher in meinen Regealn habe und eigentlich das Facebuchbüchlein mitnehmen wollte.

Dann aber keine Zeit es zu suchen hatten und in Locarno waren wir auch in zwei Buchhandlungen, in einer sogar zweimal, das war, die beim Bahnhof, wo ich daran erinnert wurde, daß auch Milena Moser und Petra Ivanov Schweizer Autoren sind, ich Franz Hohlers “Päckchen” liegen sah, bei dem ich mich sehr beherrschen mußte, nicht danach zu greifen. Aber vielleicht steht es auf der “Schweizer Buchpreisliste” und dann hat es ja, wie schon erwähnt, die Götschi-Krimis dort gegeben und in der Buchhandlung auf der Piazza Grande hat mich der Alfred auf den Clemens J. Setz, der ja ein Grazer und kein Schweizer ist, aufmerksam gemacht und es gab auch ein Schild, das darauf hinweis, daß das Geschäft viele deutsche Bücher führt.

Das Schweizer Lesen ist ja vielsprachig und international, obwohl, was mich ein wenig wundert, der “Schweizer Buchpreis” ein deutscher ist und ich eigentlich keine italienisch oder französisch schreibende Schweizer Autoren kenne, trotzdem habe ich mich in den zwei Wochen, glaube ich, wieder ganz gut durch die Schweizer Literatur gelesen.

In Harland habe ich auch noch die Bücher, die ich mir im Vorjahr von meinen Bücherschrankfunden beziehungsweise von der Weltbuchhandlung mitgebracht habe.

Jetzt kommen aber schon die Herbstneuerscheinungen und da habe ich mir ja, bevor wir weggefahren sind bei “Diogenes”, das neue “Wolkenbruch-Buch bestellt und das könnte ja auch auf der Schweizer-Liste sthen.

Aber die kommt, glaube ich, erst im Oktober, während die deutsche Longlist ja schon am nächsten Dienstag bekanntgegeben wird und da bin ich schon ganz kribbelig und gespannt.

Ich bin zwar wieder keine “offizielle” Bücherpatin, wie das jetzt heißt, habe aber vor mein fünftes privates Buchpreislesen zu machen und die restlichen Bücher, die mal auf den Listen standen und die ich inzwischen gefunden oder gekauft habe, habe ich ja auch vor, demnächst zu lesen, so daß mein Wald und Wiesen-Gegenwartslesen immer umfangreicher wird.

Itlimoos

Bücherschrank

Bücherschrank

Nachdem ich am Montag mit dem Peter Stamm, meinem fünften Urlaubsbuch fertig geworden bin, hatte ich noch drei Bücher von Schweizer Autoren in meiner Büchertasche. Alain Claude Sulzers “Privatstunden”, Adolf Muschgs “Das gefangene Lächeln” und Martin Suters “Letzter Weynfeldt” und begann zu überlegen, welches davon ich noch lesen sollte, bevor es wieder nach Hause geht und ich mit Gertraud Klemms “Hyppocampus”, das ich ja auch noch im Gepäck hatte, weitermachen würde?

Zwischen dem Sulzer und den  Suter wollte ich mich entscheiden, da mich die Geschichte von dem Josef in Ägypten in der Sommerfrischenwelt von Locarno doch nicht so passend erschien und war auch des Timings wegens fast bei Martin Suter angelangt, von dem ich, glaube ich “Business Class” gelesen habe, aber sonst nicht viel, obwohl ich einiges von ihm gefunden habe, als wir bei nicht sehr guten Wetter in den kleinen Bergdörfchen herumfuhren und ich in einem solchen Caff bei Castaneda plötzlich einen Bücherschrank beziehungsweise eine diesbezüglich umfunktionierte Telefonzelle stehen sah.

“Da halten wir an!”, habe ich zum Alfred gesagt und noch dazu gefügt “Da wird es wahrscheinlich  nur was auf Italienisch geben!”, stand dann vor einem gefüllten Schrank, ähnlich, wie der in Altmannsdorf. Italienische Bücher hat es auch gegeben, aber auch ein Buch von einer Silvia Götschi und deren neuen Krimi “Itlimoos” habe ich ein paar Tage vorher in der Buchhandlung beim Bahnhof in Locarno in mehren Exemplaren stehen gesehen, also habe ich danach und noch nach einem Paul Auster gegriffen und wußte, was ich als sechstes Buch der Urlaubslektüre lesen würde.

Das Buch, das ich in den nächsten Tagen in meine ohnehin sehr volle Handtasche stopfte, um es auf der Piazza Grande, während ich auf den Filmbeginn wartete, zu lesen, ist auch einige Male naß geworden und schaut jetzt ziemlich ramponiert aus, ein Einwegkrimi sozusagen, stammt  von einer 1958 in Stans geborenen Autorin, die sich sehr für Psychologie interessiert, wie in der Beschreibung steht, die schon mehrere Valerie Lehmann-Krimis geschrieben hat.

“Itlimoos”, ist der fünfte und 2019 bei “Emons” einem deutschen Verlag, erschienen und Itlimoos ist, glaube ich, ein Ort am Zürichersee.

Das Buch spielt, nicht ganz passend, im Winter und da wird eine Leiche gefunden. Vorher gibt es  ein Kapitel, wo man den nicht sehr sympathischen Tobias Bauer kennenlernen kann, der in Itlimoos oder am Zürichsee eine Luxusvilla hat, wo er jeden Freitag wilde Parties mit viel Sex und jungen Frauen, die er mit Schmuck beschenkt, aber sonst mies behandelt, feiert. Beruflich ist er der Chef einer IT-Firma und das untersuchende Team ist eine  Frau Leuntnant namens Valerie Lehmann, die Silvia Götschi schon vier Fälle aufklären hat lassen. So gibt es schon einiges an Vorwissen, in das die Neuleserin eher informiert hineingeworfen wird.

So hatte Valeries Kollege Louis etwas mit einer Kollegin, die sich gerade kurz vor einer Geburt befindet, der Chef hat ein Burn-Out und soll abgelöst werden und eine neue Kollegin namens Dodo übernimmt, die Stelle der bald gebärenden Fabia. Da gibt es viel Konkurenzkampf und Geplänkel und man ist sich nicht sicher, wer jetzt der neue Chef werden wird?

Dazwischen wird ermittelt. Die Haushälterin wird  verletzt, man hat versucht ihr die Hand aufzuschneiden und, wie sich später herausstellen wird, ihr von dort einen Chip herausimplantiert, in der Villa aufgefunden. Tobias Bauer hatte zwei Partner. Roger Bulliard, der für das Wirtschaftliche zustäbdig war und dann einen Phil Williams mit Rasterlocken, der im Keller der Villa ein 6 D- Studio eingerichtet hat.

Dorthin war es zuerst für die Poizei unmöglich hineinzudringen.Später führt Phil Valerie hinein und läßt sie einen Flugzeugabsturz erleben, was in der Buchbeschreibung, als große Sensation angekündigt wird, aber eigentlich eher flach und gar nicht so sensationell neu geschildert wird.

Es ist auch nicht ganz klar, warum Tobi Bauer ermordet wurde, war es wegen des 6 D-Programms oder doch, weil er seine letzte Freundin brutal hinausgeschmissen hatte?

In der Villa gibt es auch eine Galerie mit den Portraits der verflossenen Freundinnen Bauers und das Gerücht, daß er eine neue, namens Madeleine haben sollte, die aber niemand kennt und deren Portrait auch verschwunden ist.

Der Maler wird ermordet und am Schluß stellt sich eine Polizistin, als Täterin heraus und ich schreibe wieder, es war äußerst spannend das Buch zu lesen.

Ich mag Krimis ja eigentlich gerne, obwohl ich auf der anderen Seite Gewalt ja ablehne und deshalb auch nicht wirklich welche schreiben kann. Freue mich, eine neue Schweizer Krimiautorin entdeckt zu haben und als ich mit dem Alfred in der Buchhandlung war, wurde ich wieder erinnert, daß auch Petra Ivanov Schweizerin ist, von der ich das neueste Buch im Wiener Badezimmer liegen habe und es Ende August lesen werde.

Filme, Filme, Filme

Piazza Grande in Erwartung von “Once Upon a Time… in Hollywood” von Quentin Tarantino

Ich bin ja nicht so eine große Filmexpertin, gehe meistens nur auf Initiative des Alfreds ins Kino, bei der Viennale, dem österreichischen Filmfestivals war ich ein zweimal bei einem Film, den ich  durch Ö1 gewonnen habe und in den letztenJahren war ich ein paarmal beim Filmfestival am Karlsplatz, heuer bin ich dort gar nicht hingegangen und war mit dem Alfred auch nur ein einziges Mal am Rathausplatz wo es ja Opern, Konzerte und Ballettaufführungen gibt und als wir vor cirka fünfundzwanzig Jahren durch das Tessin fuhren, da waren wir in St. Moritz kann ich mich erinnern und auch in Sils Maria, wo der Nietzsche wohnte, sind wir per zZufall zu dem Filmfestival von Locarno zurechtgekommen, sind einmal auf der Piazza Grande gewesen und haben einen Film der “Jamie und der Pfirsich” hieß, gesehen, da haben wir mit der Eintrittskarte einen Pfirsich bekommen und am nächsten Tag sind wir noch einmal dorthin gefahfren, wahrscheinlich haben wir auf einem Campingplatz in Ascona übernachtet, waren in einem Pressequartier und haben uns etwas Filmmaterial, darunter eine Karte mit dem bild vom Anotnny Quinn, das immer noch in der Harlander Küche hängt, mitgenommen.

Heuer ist wahrscheinlich auch der Alfred auf die Idee gekommen, daß wir den Urlaub in Locarno verbringen und uns die Filme ansehen könnten. Er hat gegooglet und herausgefunden, daß es eine Dauerkarten für Pensionisten gibt, wo man sich jeden Vorstellung auf der Piazza Grande oder die in dem Kino, die parallel bezüglich des Regenwetters in einem Großraumkino ansehen kjonnten.

Am siebenten August hat das Festival begonnen, am vierten hat es aber schon eine Vorsgtellung für Kinder und Familien gegeben.

“La famosa invasione degli orsi in Sicilia”, das “Königreich der Bären” auf Deutsch, nach einem Roman des  1972 verstorbenen italienischen Autors  Dino Buzzati. Der Film war auf italienisch, die Untertitel französisch. Die Kinder haben sich sehr gefreut und vor Beginn der Vorstellung, als ein Kameramann das Publikum filmte, gelacht, gewinkt und eines hat sogar einen Handstand gemacht.

Vorher haben wir uns den Festivalpaß geholt im Merchancise-Shop konnte man sich auch so ein Band im Leokpardendesign kaufen, das das Motto des Festivals war.

Die ganze Stadt war sozusagen mit diesem Design dekoriert und das Festival gab es zum zweiundsiebzigsten Mal vom 7. bis zum 17. August, wir sind schon am Morgen des 15. abgefahren  und hatte diesmal eine neue Direktorin, die Französin Lili Hinstin, die jeden Abend mit einem schicken Kleiderensembel auf die Bühne maschierte, das Publkum in verschiedenen Sprache gegrüßte und die Stars interviewte.

Ab acht konnte man, glaube ich auf demn Platz, der für Prominenz sehr großflächig abgesperrt war und man nur eigentlich auf der Seite und weiter hinten freien Zugang hatte. Die Prominenz wurde dann mit ebenfalls sehr schicken Kleidern, was die Damen betrifft, die Herren waren viel lässiger angezogen mit gefüllten gelben Merchadisetaschen auf den Platz gelassen und am Samstagm als die Premiere von Quentin Tarantinos  “Once upon  a Time… in Hollywood mit Leonardo di Caprio und BradPitt gezeigt wurde, war es sehr sehr voll.

Am Montag hat es den ganzen Tag so sehr geschüttet, daß wir in das Ausweichkino mit dem Bus gefahren sind, da ist dann auch dort das Begrüßungskomitee aufmarschiert und es gab zuerst  einen holländischen Film “Instinkt”, der von einer Gefängnistherapeutin und ihrer Liebe zu einem Klienten handelte und dann einen koreanischen Krimi, der fast solange, wie der Film von QuentinTarantino dauerte.

Der ist am Samstag zur Premiere nicht persönlich erschienen, hat nur eine Grußbotschaft geschickt, während der koreanische Star Song  Kang -ho anwesend war und vor dem Film einen Award bekommen hat.

Am Sonntag, den 4. hat es noch vor der Eröffnung, wie schon beschrieben, ein Familienprogramm gegeben und am Dienstag darauf ein Prefestival mit freien Eintritt, da hat es einen älteren film “Do the RightThing”, aus dem Jahr 1989 der von der Rassenproblematik in Amerika handelte, gegeben, da hat es, glaube ich vor der Eröffnung auch sehr zu schütten angefangen und am Mittwoch, wo das Festival dann offiziell eröffnegt wurde, hat es nur am Vormittag geregnet, während es dann am Abend eher trocken war.

Zwei interessante Frauen Filme hat es gegeben “Notre Dame” am Sonntag ein französischer Film, der von den Schweierigkeiten einer Architektin zwischen Beruf und Karriere handelte und etwas überzogen war und dann die Premiere eines Schweizer films “Die fruchgtbaren Tage sind vorbei”, der vom Kinderwunsch der Frauen überdreißig handelte und am Wochenende hat es meistens zwei filme gegeben an den anderen Tagen eher nur einen.

“Crazy Midnight” hat das Abendprogramm geheißen und “Greener Green” eine Parodie auf die Amerikaner war tatsächlich ein etwas verrückter Film und nach dem Film vonQuenton Tarantino sind wir erst um drei auf den Camp gekommen.

Einen deutsch-österreichischen Film, der in Schwechat gedreht wurde und der mir sehr gut gefallen hat, hat es auch gegeben.

“7500”, hat er gehießen, das ist der Code für eine Flugzeugentführung und hat nur im Cockpit eines Flugzeuges, das von Berlin nach Paris fliegen sollte, gehandelt.

An einem Abend sind wir ins Gespräch mit einem Ehepaar aus dem Engadin gekommen, das uns als Wiener erkannte, dabei spfrechen wir eigentlich gar nicht wirklich Wienerisch, weil der Mann einige Jahre in Wien gearbeitet hat und auch sonst ist die Athomsühöre immer sehr interessant gewesen.

Die Besucher haben sich teilweise gbekannt, einander umarmt und small talk betrieben, dieProminenz rauschte, wie erwähnt schick gekleidet, auf den großen Platz oder küßte sich schon vorher in der Magnolia Bar oder ließ sich dort fotografieren. Einmal war ich auch dort und habe einen Glas Champagner getrunken , weil ich einen diesbezüglichen Gutschein und einen Katalog gefunden habe und beim Eingang auf den Platz, wo es in Zeiten, wie diesen natürlich Taschenkontrollen gab und man das Bier aus der Flasche in Becher umleeren mußte, in den Neunzigerjahren  hat es das wohl noch nicht gegeben, hat man immer ein Los und eine Programmzeitung bekommen.

Das Rubbellos war eigentlich eine Werbung für eine App, die man sich herunterladen sollte, um für den Publikumspreis zu stimmen. Fünfzig Preise hat es, bei achttausend Plätzen zu gewinnen gegeben und ich habe gleich am ersten Tag einen Gutschein für eine private Führung durch die “Ghisla Art Collection” gewonnen. Die hätte ich zwar eine Woche vorher anmelden müssen, wir sind aber erst am letzten Tag in die Touristeninformation gekommen, wo man den Gutschein einlösen konnte, so haben wir uns die Sammlung, wo es einen Miro, einen Andy Warhol, einen Keith Hering etcetera gab, nur mit Hilfe eines Guides angesehen, aber einen Katalog bekommen und so auch abseits der Filme und des Schweizer Lesens, das ich  für mich selbst betrieben habe, auch ein bißchen künstlerischen Crossover gehabt. Schokolade haben wir dort auch bekommen, beziehunsweise diese später zum Mitnachhause nehmen in Coop gekauft, wo auch ein Kamerateam herumlief, um vielleicht, die Kunden nach ihren Filmeindrücken zu befragen.

Nacht ist der Tag

Und dann habe ich mir auch ein Buch von Peter Stamm nach Locarno mitgenommen und zwar den 2013 bei “S. Fischer” erschienenen Roman “Nacht ist Tag” von dem ich eigentlich glaubte, daß er 2013 auf der LL des Bps gestanden ist und eigens nachgesehen habe, als ich ihn im Blognicht fand, ist er nicht, aber Peter Stamm war während einer “Buch Wien” im Literaturhaus und hat daraus gelesen und von Peter Stamm, der im letzten Jahr mit “Der sanften Gleichgültigkeit der Welt”, den “Schweizer Buchpreis” gewonnen habe, habe ich ja schon sehr viel gelesen.

Begonnen habe ich glaube ich mit den Erzählungen “Wir fliegen”, ein Buch das ich, glaube ich, bei “Morawa” um einen Euro aus der Abverkaufskiste gezogen habe.

“Nacht ist der Tag”, was ich später dort erstanden habe, hat schon zwei Euro gekostet.

Dazwischen habe ich noch “Sieben Jahre” und “Agnes” gelesen und jetzt ein Roman, der von der Krise und den Veränderungen einer Frau, einer erfolgreichen Moderatorin handelte und ich muß sagen, ich habe “Agnes”, ja einmal dem “Literaturcafe” gegenüber verteidigt, daßich mit dem Buch nicht so viel anfangen konnte, beziehungsweise auch nicht herausgefunden habe, was hier eigentlich wirklich das Neue und das absolut Literarische ist?

Es ist natürlich wieder sehr routiniert geschrieben und handelt in drei Teilen von der Moderatorin Gillian, die an einem Silvesterabend nach einem Streit mit ihrem Mann Matthias, der bei ihr Nacktfots gefunden hat, einen Unfall hatte.

Der Mann kommt dabei ums Leben, Gillian wacht mit einem entstellten oder zerstörten Gesicht in einer Klinik auf und geht ihr Leben durch.

Sie hat bei einer ihrer Sendungen einenKünstler kennengelernt, der Nacktfots von Frauenm ich glaubem fotografierte oder malte. Sie nahm mit ihm eine Beziehung auf, die Fots sind entstanden und jetzt reflektiert sie im ersten Teil darüber, während sie den Unfall verarbeitet, auf Krücken nach Hause geht, sich vor ihrem Vater, der Mutter und auch der Gesellschaft versteckt, etcetera.

Der zweite Teil ist  dem Künstler Hubert gewidmet. Er reflektiert seine Beziehung zu Gillian, hat auch Schwierigkeiten mit seiner Frau, die ihn wegen eines anderen verläßt, gerät in eine Schaffenskrise und bekommt ein Angebot in einem Kurort eine Ausstellung zu machen. Ohne Konzept fährt er dorthin und erfährt, das ist jetzt schon Jahre nach dem Unfall, im dritten Teil, das Gillian, die sich jetzt Jill nennt und durch mehrere Operationen ihr Gesicht wieder hergestellt bekommen hat, im anschließenden Eventhotel Managerin ist. Sie engagiert ihn, als es mit der Ausstellung nichts wird, für Zeichenkurse für die Gäste und fängt mit ihm eine Beziehung an.

Am Schluß verläßt er sie und sie beschließt  wieder den Kampf mit dem Leben aufzunehmen, sich nicht mehr länger zu verstecken, sondern ihren Job zu kündigen und wieder in die Welt oder sonstwohin zurückzukehren.

“Mit leisen Worten und eindringlichen Bildern erzählt Peter Stamms neuer Roman von einer Frau, der das ganze Leben genommen wird, die aber doch am Leben bleiben muss – eine Teragödie die zu einerm Neuanfang wird”, steht am Buchrücken und ein Stück darüber ist noch “Dieser Roman geht unter die Haut und lässt dich an deinen eigenen Grundsätzen zweifeln. Was kan ein buch mehr tun?”, geschrieben, was ich eigentlich nicht finde.

Eignermönchundjungfrau

Diesen  2004 bei dtv erschienenen Erzählband des 1961 in Frankreich geborenen Alex Capus, der in der Schweiz und in Italien lebt, habe ich, natürlich wegen seines Titels, der ja sehr eindeutig auf die Schweiz anspielt, auf unseren Locarno-Urlaub mitgenommen und wurde dann ein bißchen enttäuscht, denn die Schweiz spielt in den Geschichten eher eine untergeordnete Rolle, geht es doch, das ist zumindestens dem Beschreibungstext zu entnehmen, um den skurillen Alltag der Generation Dreißig.

Das stimmt, glaube ich, auch nicht so ganz, denn vieles bezieht sich, glaube ich, auf Alex Capus und ist wahrscheinlich seinem Lebenslauf zu entnehmen. Es kann also sein, daß er zum Zeitpunkt des Entstehens der meisten Geschichten,  es sind neunzehn, um die Dreißig war und sie haben oft auch einen Helden, namens Max dessen Freunde dann auch in anderen Geschichten wiederzufinden ist.

Beginnen tut es mit “Etwas sehr sehr Schönes” und diese Geschichte habe ich, wenn ich mich nicht irre, Alex Capus einmal bei “Rund um die Burg” lesen gehört, sie ist aber auch in einem Extrabändchen enthalten, das sich in meinen Regalen befindet.

Ich habe relativ viel von Alex Capus angesammelt, aber, glaube ich, noch nicht so viel gelesen und die Geschichte handelt davon, daß sich seine Mutter oder die des Ich-Erzählers, als wohlbehütete Lehrerin auf den Weg nach England aufmacht, um dort einen Sprachkurs zu besuchen, dort aber nie hinkommt, weil sie während des Zwischenstops in Paris seinen Vater kennenlernt.

Dann gibt es ein paar Schulgeschichten und auch ein paar skurille und da wäre vor allem, die dem buch denTitel gebende zu erwähnen, denn da will einer nach Bern reisen, kommt aber dort nie hin, weil er sich vorher von seinen Winden geplagt, praktisch in Luft auflöst.

Das ist wahrscheinlich der Stil Capus, daß er, wie ja auch dem Klappentext zu entnehmen ist, den Alltag immer wieder Skurilität verleiht, so gibt es eine Kellnerin, bei der der Max immer sein Frühstückshörnchen einnimmt, aber einmal ist sie nicht da, weil sie am Abend arbeiten mußte.

Da wurde sie von den Gästen mit Bier bespritzt, flüchtet davor in einen Keller mit einigen Weinflaschen, wirft die Tür irrümlich zu und, als der Llokalbesitzer ein paar Tage später seine Putzmaschine holen will, findet er sie betrunken vor.

Und so weiter und so fort, könnte man so sagen, wenn man sich durch das Buch durchliest, mehr oder weniger skurille Geschichten, die mit einem losen Band zusammengehalten werden und daher im Stil eigentlich recht ähnlich dem Episodenroman von Alain Claude Sulzer ist, den ich vorher gelesen habe.

Der Unterschied ist, daß das Buch nicht auf der Schweizer Buchpreisliste gestanden ist und jetzt sollte ich wahrscheinlich auch meine anderen Capus Bücher lesen. Aber wann komme ich dazu?

Besuch bei Hermann Hesse

Hermann-Hesse Museum

Hermann-Hesse Museum

Friedhof

Friedhof

Ich bin ja keine Hesse-Experte, obwohl ich, wie ich herausgefunden habe, etwa zwanzig Bücher von und über ihn habe, das letzte war, glaube ich, das Faccebook-Büchlein, das ich mir eigentlich ins Tessin mitnehmen wollte, dann aber keine Zeit hatte, es zu suchen.

“Unterm Rade” habe ich, glaube ich, gleich nach meiner Matura gelesen, dann hat mich aber abgeschreckt, daß es so einen Hesse-Boom gegeben hat und alle beispielsweise für “Siddharta” schwärmten, das ich, sowohl auf Deutsch und auf Englisch in meinen Regalen habe. Ob ich es gelesen habe, weiß ich nicht, “Klingsors letzter Sommer” und das “Glasperlenspiel” habe ich auch und wahrscheinlich nicht gelesen und so weiter und so fort, aber natürlich ein großer Dichter, der am 2.Juli 1877 in Calw geborene H.H., der am 9. 8 1962 in Montagnola gestorben ist, wo er, glaube ich, vierzig Jahre lebte, seine großen Werke, wie eben “Siddharta”, den “Klingsor” und die “Glasperlen” schrieb, malte,  spzierenging und 1946 den Nobelpreis  erhielt.

Wir sind ja schon einmal, vor circa fünfundzwanzig Jahren im Tessin und da waren wir, obwohl ich mich nicht mehr so gut erinnern kann, wahrscheinlich in Lugano und in einigen Buchhandlungen, wo es seine Werke gab. In Montagnola, wo sein Wohnhaus jetzt ein Museum ist, glaube ich, nicht.

Das haben wir uns für den heurigen Aufenthalt vorgenommen und das ganze Städtchen ist, glaube ich, seinem großen Dichter gewidmet. So gibt es Hesse-Spazierwege und ein Literaturcafe. Man kann sein Grab am Friedhof besuchen und so weiter und so fort.

Vor dem eher kleinen Haus, in der Ausstellung steht etwas von vier Zimmer, die Hesse gemietet hat, als er seine Familie verließ und sich 1919, also genau vor hundert Jahren im Tessin niederließ, steht ein tisch mit Ansichtsexemplaren seiner Bücher oder solche über ihn und es gibt auch ein literarisches Programm, das einmal in der Woche, glaube ich, stattfindet.

Lesung

Lesung

So gab es am vierten August, wo wir schon in Locarno waren, aber mit dem Rad nach Ascona und auf den Monte Verita gefahren sind, wo Hesse, glaube ic,h auch einige Zeit lebte, eine deutsch italienische Lesung, die sich “Sommertag im Süden” nannte und am Sonntag darauf fand in der Kirche  S. Abbondio anläßlich seines Todestages eine zweisprachige Lesung mit Graziella Rossi und Antonio Ballerio aus dem “Klingsor” statt und die einführende Dame erklärte, daß man “Klingsors letzten Sommer”, als Hesses ersten im Tessin bezeichnen könnte.

Die Lesung haben wir gehört und am Dienstag vorher  sind wir durch das Museum gegangen, wo es im Keller einen Film zu sehen gab, der vom Leben des Dichters und seiner Liebe zur Natur erzählten. Die Söhne haben von der Gartenarbeit erzählt, wo er seine Gedanken schweifen ließ und sich, glaube ich, den “Siddharta” ausdachte.

Dann gab es den Schreibtisch mit der Schreibmaschine und die Bücherregale zu sehen und im oberen Stockwerk gab es eine Sonderausstellung, wo man Hermann Hesse mit Theodor Heuss, das war, glaube ich, ein deutscher Bundespräsident spazieren gehen sah.

In dem Film hat er beklagt, daß er vorallem nach dem Nobelpreis soviel Briefe bekommen habe, daß ihm das Beantworten am Schreiben gehindert hat und eine gut sortierte Buchhandlung in Deutsch, Englisch und Italienisch gab es in dem Kassenraum auch.

Da habe ich mich ein wenig umgesehen und bedauert, daß ich das Facebookbüchlein nicht gefunden habe, daß sich zwischen Catalin Dlorian Florescu und dem Alain Claude Sulzer gut einschieben hätte lassen.

Wir sind  auf den Friedhof gegangen, haben das Grab gesucht und gesehen, daß auch Hugo Ball, der Dada Dichter dort begraben ist. Es gab in dem Museum auch einige Prospekte, die sich für das Weiterstudium verenden lassen, so einen Folder über Hermann Hesse in Lugano, das ist die Stadt, die sich in der Nähe befindet und die wir auch am Sonntag vor der Lesubng  besuchten,beim Strandcafe einen Toast gegessen haben und mit der Zahnradbahn auf denMonte Bree hinaufgefahren sind.

Ob Hesse das ebenfalls machte? In dem Prospekt ist es vermerkt. Da ist auch ein Bild der Zahnradbahn zu sehen, ein Stadtrundgang wird auch beschrieben und ich nehme mir vor, nach dem Facebookbüchlein zu suchen, daß ich  Gedichte in meinen Archiv habe, habe ich gesehen und sogar eines mit “Materalien über Siddharta”.

Dann habe ich noch eines , das sich “Italien” betitelt, den “Steppenwolf”, “Roßhalde” und den Roman “Gertrud”, den wir, glaube ich, in der Straßergasse gelesen habe.

Alfred hat mir  ein Buch über Hesses Beziehungen zu Basel kaufen wollen, weil wir dorthin ja im November fahren, aber der “Schweizer Buchpreis” wird wohl keine besondere Verbindung zu Hermann Hesse haben und es war auf jedenfall sehr interessant für ein paar Stunden auf den Spuren des Nobelpreisgträgers, der ein attaktiver  schlanker Herr mit Strohhut war, zu wandeln, in den mitgenommen Prospekten zu blättern und vielleicht doch das eine oder andere Buch aus meinem Fundus von ihm zu lesen.

Spätestens wenn wir das nächste Mal ins Tessin fahren, werde ich das tun, versprochen! Aber da wir das letzte Mal vor fünfundzwanzig Jahren dort waren, wird sich das wohl nicht mehr ausgehen, wenn wir uns genauso viel Zeit lassen sollten.

Also nur im Bibliothekskatalog blättern oder in den Regalen nach seinen Büchern suchen. Den Bücherschrak kann ich  auch aufmerksamer beobachten und sehen, was ich demnächst von dem großen Dichter finden werde, dessen Haus beziehungsweise Museum ich vorigen Dienstagfür ein paar Stunden besucht habe.

Aus den Fugen

Jetzt kommt noch ein Buch, das 2012 auf der “Schweizer Buchpreisliste” stand und das auch im Literaturhaus vorgestellt wurde, so daß ich den 1953 geborenen, in Basel und im Elsaß lebenden Alain Claude Sulzer, der glaube ich, auch einmal “Bachmann-Juror” war, daraus lesen hörte.

Das Buch, es ist ein “unverkäufliches, unkorrigiertes Arbeitsexemplar mit einer Sperrfrist vom 16. 8. 2012”, habe ich im Schrank gefunden und  natürlich in die Schweiz mitgenommen und es dort teilweise im Zelt gelesen, als der Regen heftig auf den Campingplatz herunterprasselte und dort schon die Enten auf dem Weg zum See schwammen.

“Sulzer rührt an den Kern des Tragischen … wie Leid wieder zu Schuld wird. Hervorragend ein großer Erzähler”, hat Oliver Jungen auf den Buchrücken geschrieben und der Clou des Buches, die Stelle, die der Autor auch in Wien gelesen hat, ist die, wie der Starpianist  Mark Olsberg mitten im Konzert in der Berliner Philharmonie den Klavierdeckel zuschlägt und mit den Worten, “Das wars, dann!”, die Bühne verläßt, ist nur ein Teil des Buches, das sich aus verschiedenen Episoden im Leben der anwesenden Konzertbesucher zusammensetzt, was manchmal fast ein bißchen kolportagenhaft und so wie ein Gesellschafts- oder Groschenroman wirkt.

Mark Olsberg ist natürlich homosexuell, sein Manager und früherer Liebhaber, ist auch auf dem Weg zum Konzert, wird aber dabei aber von seinem derzeitigen Freund Nico, der viel jünger und Plattenverkäufer ist, aber gesellschaftlich aufsteigen möchte, verlassen. Der geht dann ins Kino und trifft am Schluß den Pianisten in einer Kneipe, wo er ein Bier trinken will und eine neue Freundschaft zwischen zwei Männern beginnt.

Aber auch die Arztgattin Ester geht mit ihrer Freundin Solveig ins Konzert, der Arzt bleibt inzwischen zu Hause vor dem Fernseher, ist aber nicht mehr dort anzutreffen, als Esther wegen des Abbruchs verfrüht nach Hause kommt. Sie findet nur sein Handy vor, aus dem sie erfährt, daß er bei seiner Geliebten, einer MTA, die in seiner Praxis arbeit, ist.

Der Pianist hat eine Sekretärin namens Astrid, die leidet an Migräne, liegt daher während des Konzerts mit geschlossenen Augen in einem Nebenraum und bekommt von Olsbergs plötzlichen Abgang nichts mit.

Es gibt einen Kellner eines Cateringsservice, der für die abschließende Party engagiert wurde und als die nicht stattfindet, beschließt die Gastgeber, ein reiches Industriellenpaar, die sie veranstalteten, auszurauben. Dann gibt es noch eine Besucherin, die ihre Schwester haßt und mit deren Tochter, das Konzert besucht und so weiter und so fort.

Wirklich brillant geschrieben und auch spannend zu lesen, könnte man so unken. Aber ist das wirklich etwas Neues und ist das auch so interessant, aus dem Leben einer Societygesellschaft zu erfahren, die das Konzert eines Starpianisten besucht und dabei seine Schwächen, seine Sorgen,seine Geheimnisse und Intrigen hat.

Ist es nicht natürlich, aber, wie schon beschrieben, spannend und leicht zu lesen und auf der Piazza Grande in Locarno, wo ja auch die Schickeria in die abgesperrten Arelae hineingelassen wurde, während sich die bezahlenden Besucher ihre Plätze am Rand oder weiter hinten suchen mußten, wird es wohl auch nicht viel anders gewesen sein.

Da wird es auch Stars und Sternchen, reiche Manager und Arztgattinnen, die vielleicht von ihren Männern betrogen werden, gegeben haben und ich habe noch ein zweites Buch von Alain Claude Sulzer in meinen Regalen gefunden und es in die Schweiz mitgenommen, bin da aber nicht mehr zum Lesen gekommen, so daß ich es wieder ungelesen nach harland brachte, um es vielleicht für einen weiteren Schweizurlaub aufzuheben.