St. Pöltens Bücherschrankfunde und Büchereilesung

2013 habe ich glaube ich meine damalige Sommerfrische, damals waren es noch keine Wochenenden mit einer Art selbstgemachten Stadtschreiberstipendium verbracht, da bin ich glaube ich zum ersten Mal zur Seedosen-Zelle aufgebrochen und habe mir beim Thalia auch St. Pöltens Bücher angeschaut. Eine Bücherei gibt es in St. Pölten auch, da habe ich mir, glaube ich, einmal ausrangierte zwei Bcher um dreißig Cent oder so gekauft und nach Traisen ins Center und zum Viehofner See bin ich auch öfter gefahren und nach Herzogenburg und bis nach Traisen, aber jetzt bin ich fast siebzig und habe auch zwei Jahre Corona-Lockdown ,hinter mir, wo ich ja weil keine Masken und keinen Test und auch keine Schwierigkeiten mit der Polizei haben wollte, mehr oder weniger zu Hause geblieben bin, was an der Konditon und den Abwehrkräften zehrt, wie ich dem Herrn Gesundheitsminister mahnend ans Herz legen kann, daß das auch nicht so gut für die Gesundheit ist.

Das heißt, so ganz stimmt das nicht, denn 2020 war das im Gegsatz zu 2021 mit den 3Gs auch im Gastgarten, war das ganz locker und so bin ich öfter am Montag bei der Seedose gewesen, habe einen Spritzer getrunken und an meinem “Karierten Notizbuch”

geschrieben.

Jetzt schaffe ich das nicht mehr, auch weil der Alfred am Montag oft schon zu Mittag nach Wien fahren will, aber um von den Wochenendensommerfrischen doch etwas zu haben, habe ich mir am Dienstag immer erst eine elf Uhr Stunde eingetragen und es trotzdem nur einmal geschafft, erst am Dienstag nach Wien zu kommen. Gab es doch im Juli am Montag auch immer ein Wiener literarisches Programm. Gut, die Sittl-Sommerreihe werde ich bis zweimal auslassen, weil mich Theaterstücke aus dem neunzehnten Jahrhundertz nicht so interessieren, imJuli gab es aber auch Lesungen im Cafe Prückl und als ich vor drei Wochen am Samstag früher zum Markt gefahren bin, weil ich zum Friseur gehen wollte, habe ich beim “Schubert” ein Cordula Simon-Buch um einen Euro gekauft und da eine Einladung in den Steingöttersaal zu einer Lesung von Alina Lindermuth gefunden, die von der Stadtbücherei St. Pölten veranstaltet wurde und da habe ich die Bibliothekarin im April im Stadtmuseum kennengelernt” und sehr nett mit ihr geplaudert, als wir zu der Diskussion nach dieser Sternlesung zum “Tag des Buches” gegangen sind.

Alina Lindermuth? Keine Ahnung, aber macht ja nichts, denn es ist ja sehr spannend immer wieder neue Autoren kennenzulernen und da war Erstens interessant, daß es sich bei der Lesungj aus dem Buch “Fremde Federn” zu der ersten Veranstaltung einer Radtour handelt, die bis nach Bregenz führen soll.

“Hat jemand mit Radtouren Erfahrung?” fragte die Biblioothekarin Theresia Radl nach der Lesung. Habe ich, denn wir sind ja 20007 als die Ruth mit ihrem Verlag “Die Donau hinunter” in Pension gegangen sind, mit ihr von Ybbs nach Regensburg gefahren und in Vilshofen aus dem “Donaubuch” gelesen. Die ganze Tour ging von Wien nach Bamberg und 2017 zum Siebziger sind wir mit der Ruth um den Bodensee gefahren, später dann noch um den Neusiedlersee und eine Radtour von Ulm nach Regensburg und jetzt eine von Bamberg bis Mainz habe ich mit dem Alfred auch gemacht.

Alina Lindermuth

Das Buch, das zweite der 1992 in Kärnten Geborenen handelt aber von etas ganz anderes. Es handelt von einem Tom, der bei seiner Großmutter einzieht, die stürzt dann und er muß zwei vierundzwanzig Stunden Betreuerinnen engagieren. Interessant, interessant, meine Julia ist ja auch zu ihrer Großmutter eingezogen, nachdem die dement wurde und die Bibliothekarin fragte auch nach der Lesung, wieso ein männlicher Protagonist, da die Pflege oder die Carearbeit, wie das jetzt heißt, immer noch weiblich ist, ob man jetzt gendert oder nicht?

Die Autorin gab auch eine Antwort. Ich hätte gesagt, weil die Enkeltochter die Pflege wahrscheinlich selber übernommen hätte und die Autorin, die sehr viel über das Buch und ihr Schreiben erzählte, sie scheint sehr viel vorzuplotten und eine Art Schneeflockenmethode zu verwenden, las sich dann durch das Buch. De Bibliothekarin fragte nach den Pflege- und Raderfahrungen des Publikums und ein kleines Buffet und Gesprächen gab es auch.

Jetzt hätte ich fast zu erwähnen vergessen, daß ich ja heute, das zweite Mal in diesem Sommer in Richtung Traisenpark und um den See gefahren bin. Eigentlich wollte ich beim “Hager” frühstücken, weil kein frisches Brot im Haus. Aber dann hätte ich nicht in der Badewanne lesen können und da habe ich wegen meiner langen Liste auch einen ziemlichen Streß. Dann war noch ein Stück Kuchen da. Also damit in die Wanne und dreißig Seiten im Pleschinski lesen und dann ist mir noch eingefallen, daß ich wieder zum McDonalds gehen könnte, weil das billiger ist und bei dem beim Traisenpark war ich zwar 2020 zum Schulschluß, hatte aber den Eindruck, daß die kein Geld nehmen, also war ich seither nicht mehr dort. Vorher schon und jetzt wieder auf einen Toast, einen Cappuchino und einen Orangensaft, was jetzt auch schon über sechs Euro kostete.

Dann auf den Aussichtstum und zur Seedose und da war ich fündig. Zwar keine wirklich tollen Bücher aber doch sehr interessante, zwei Corona- Bücher im Eigenverlag erschienen und dann eines über den Sommer von vier Frauen über vierzig und eines über den wunderbaren Wortschatz, auch im Eigenverlag, glaube ich, erschienen und am Samstag kann ich noch anmerken, ist bei dem vom Bootshaus, offenbar ein alter Mann oder eine alte Frau gestorben, die viele schöne “Donauland-Bücher” mit schönen Umschlägen aus den fünfziger oder sechziger Jahren hinterlassen haben.

Jetzt muß ich das alles noch lesen und als ich beim Büchertisch im Steingöttersaal nachschaute, wo das Lindermuth- Buch erschienen ist, las ich “k&S” und da habe ich die Neuerscheinungen, weil ich da ja fast alles gelesen habe und da bei den Verlagsfrauen schon bekannt war, ,dann hat mir die Dr. Brunner die Bücher geschickt. Jetzt gibt es da aber eine neue Frau und die hat auf mein hzweimaliges Anfragen nicht reagiert. Macht ja nichts habe ich gedacht, lese ich jetzt ohnehin sehr langsam und wenn ich im August mit dem Buchpreislesen soanfange, werde ich sowie in diesem Jahr nicht mehr fertig. Jetzt habe ich es ein drittes Mal versucht. Mal sehen, ob es klappt und eine schöne Radreise wünsche ich der Frau Lindermuth auch, wär spannend, wenn sie darüber bloggen, twittern oder facebooken oder ihre Ei ndrücke auf Instagram stellen würde, so daß man die Reise nachlesen könnte.

Sommerfrischenwochenende mit Marktbesuch, Grillfest und anderen mehr

Halbzeit in der Sommerfrische und der Wechsel mit dem Sommer in Wien, wo ich meine Stunden machte und am Abend in die. Sommerlesereihen ging und die Wochenenden mit Marktbesuch, Rudolfshöhe etcetera ist eine gute Mischung und so war in diesem Juli auch einiges los. Wir sind mit der kleinen Lia zweimal auf die Rudolfshöhe gegangen und haben ihr dort die Kühe gezeigt. Vorigen Sonntag waren wir auf den Göller und am Markt haben wir am letzten Samstag die Doris Kloimstein, die Ruth Aspöck und die Brigitte S. getroffen. Diesen Samstag waren wir allein am Markt dafür ist am Sonntag die Doris Kloimstein zum Grillen zu uns gekommen, denn der Alfred wollte einen großeGrill veranstalten und hat dazu alle, die er kennt, einzuladen versucht, denn da hat sich durch Corona ja einiges verändert und so sind es nur acht Leute geworden, die gekommen ist. Die Doris, die Ruth Aspöck, der Karli mit seiner Freundin Anna, dann noch die Anna B. mit Mann, die der Alfred von der Gerlinde kennt. Die Angela und der Josef sind auch gekommen, die ich immer bei Literaturveranstaltungen sehe. Den Martin und die Ingrid, auch Freunde vom Alfred aus seinen Studententagen, haben wir schon am Montag in Wien getroffen.

Der Alfred hat Rindsripperl bestellt, Himbeersturm und Himbeefrizante und Kuchhenstücke, die wir gestern am Markt gekauft haben gab es auch und Melonen und Ananas.

Kein großes Geburtstagsfest, wie 2015, den hat der Alfred erst in zwei Wochen und da wollen wir ja nach Frankreich fahren, also ein Sommerfest und die literarische Noten wurden der Doris Kloimstein, die gleich ihre Lebensgeschichte erzählt hat und mir Annie Ernaux “Das andere Mädchen” , der Nobelpreisträgerin gebracht, das ich auch nach Frankreich mitnehmen kann und der Ruth Aspöck geprägt, die von ihren Salzburg-Plänen erzählte und die Doris hat mir schon vor zwei Tagen gemailt, daß am Donnerstag Martin Walser im sechsundneunzigsten Lebensjahr gestorben ist, an den ich vor einigen Jahren sehr dachte, als wir mit der Ruth zu ihrem siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren sind und gestern am Markt konnte ich wieder die Volkesmeinung zum Thema Normalität und Krise hören, während ich die die Standard Kolumne von Hans Rauscher las, der sich auf die Eröffnungsrede der Salzburger Festspie des Herrn Bundespräsidenten bezog, der diesmal zum positiven Denken riet und, daß man auch mit denen die anderer Meinung sind, reden und sie liken soll. Er hat das dann gleich mit seinem Konkurrenten vor sechs Jahren Norbert Hofer getan, ob der sich der darüber freut, bleibt unklar, aber die Psychologin denkt, daß das sehr wichtig ist und auch ein Weg, die Gräben, die durch Coronae entstanden sind, zu sschlißen, obwohl die Rede, glaube ich, gar nicht so gut angekommen ist.

Ein schöner Sommer also, trotz der schwierigen politischen Situation und den Hitzetagen, die jetzt aber schon vorbei scheinen. Das Feuerwehrfest in Ochsenburg hat es vor zwei Wochen auch gegegeben und im Juni ein paar Kindereste zum vierten Geburtstag der kleinen Lia mit der wir auch mit dem Schiff von Krems nach Dürnstein gefahren sind.

Ein scöner Sommer und ein Pendeln zwischen Wien und Harland. In Wien mache ich meine Stunden und gehe zu literarischen Veranstaltungen, in Harland habe ich meine “Toten” um vier Szenen angestückelt, so daß ich jetzt bei über fünfzig Seiten, dreiundzwanzig Szenen und 24769 Worten bin. Vielleicht kann ich noch den utopischen Roman im Roman anstückeln und Sabine Grubers “Die Dauer der Liebe” ausgelesen und für morgen ist auch noch ein literarisches Schmankerl in St. Pölten geplant.

Die Wunderkammer des Lesens

Jetzt kommt auf zweierlei Weise etwas Besonderes. Nämlich ein “Wunderkammer-Buch” aus dem “Verlag des kulturellen Gedächtnisses”, wo ich schon zwei gelesen, habe und jetzt das dritte als eine über das Lesen, ein Thema, das mich, die schreibende Vielleserin oder literarische Besessene, besonders interessiert, mein Blog ja auch einer über das Lesen ist und ich auch schon eine Reihe solcher Bücher gesammelt, aber noch nicht alle gelesen habe.

Thomas Böhne hat diesen schön illustrierten “Wunderkammer-Band,” den ich leider, obwohl sie mir das Buch zuschicken wollten, nur digital gelesen habe, herausgegeben und da geht es wieder in kürzeren oder längeren Abschnitten über das Lesen in all seinen Facetten und Formen.

Zuerst kommt da ein Motto von Marie Ebner von Eschenbachs. Dann ein Vorwort des Autors, wo er sich als ein in Essen Aufgewachsener oder lesendes Bergarbeiterkind beschreibt, dem der Vater einmal einen geheimnisvollen Sack mitbrachte, den er nicht anrühren durfte und dann das Haus verlassen hat. Darin waren Groschenheftchen, Jerry Cottons, die ihn nicht interessierte und dann solche die ihm zum Vielleser machten. Später hat er Literaturwissenschaften studiert und den Professor nicht verstanden, der dann, als er ihm das sagte “Daraus lernen sie das Meiste!”, antwortete und später hat er seinem sterbenden Großvater dann noch “Alle Vögel sind schon da” vorgelesen.

Dann kommt es zu einer “Zeitlosen Leseanleitung” und die hundert Lieblingsbucher von David Bowie und eine Leserin stellt die Frage, wie es einer viellesenden Frau auf der Partnersuche geht? Darf man das sagen? Gibt es da Schwierigkeiten?” Eine Frage, die ich mir noch nicht stellte, beziehungsweise meine Freunde selten frage, ob und was sie lesen und ich habe auch kein Probleme mit nicht lesenden Menschen, die ja immer mehr zunehmen, während die Zahl der pro Jahr gelesenen Bücher rückläufig ist.

Dann gibts noch eine “Anregung zur Bildung eines Lesekreises”. Etwas, was ich auch noch nicht versucht habe und das eigentlich auch nicht will, obwohl ich schon einmal an einer teilgenommen habe. In Schreibgruppen war ich schon öfter, sowie in der GAV und bei den IG-Autoren.

Zensureingriffe und Warnungen, daß Goethes “Werthers” beispielsweise zum Selbstmord anregen kann und daher umgeschrieben werden soll, hat es schon zu seinen Lebzeiten gegeben. Bei uns hat diese Diskussion der Psychiater Erwin Ringel fortgeführt, so daß die Zeitungen, glaube ich, noch immer nicht darüber berichten dürfen, so daß wir nicht genau wissen, wieviele Leute sich während der Corona- Pandemie umgebracht haben und dann gibts die Warnungen, die “Frauenzimmer” vom Lesen kitschiger Romane abzuhalten, weil das ihre Phantasie unsittlich anregen und zu Wahnstörungen führen kann.

Wie man lesen und mit seinen Büchern umgehen soll, wird mehrfach thematisiert. Da gibts den Artikel zu den Bücherschäden, die die Bibliotheken und Antiquare feststellen. Bei Wasserschaden muß man ein anderes Buch bringen, hat mir eine Freundin mal erzählt. Den Mäusefraß wird es wahrscheinlich so oft nicht mehr geben, den Tintenschaden vielleicht schon, es wird auch angeregt wie man Lesetagebücher führt und worauf man dabei achten soll und dann soll man sich seine Bücher signieren lassen? Wird das Buch dadurch im Wert gesteigert oder sogar gemindert und fördert es den Kontakt zwischen Autor und Leser, beziehungsweise den Bücherkauf.

Was die Astronauten an Bord mithaben wird auch thematisiert und dann natürlich wie man seine Bücher verschlüsseln kann. Da geben die Lexika, wie “Meyers” oder “Brockhaus” Anregungen und meine Anregung an den Verlag wäre, daß man in E- Book Form quergestellte Seiten schlecht lesen kann.

Der Sammler Karl Wolfskehl 1869-1948 hat in seinen Artikel “Das Buch als Kunstwerk” sich Gedanken gemacht, wie man mit seinen Büchern umgehen kann und dann kommt man schon zum Gegenkanon der angeblich hundert besten Bücher.

Bei den Bücherbloggern sind die Bücherchallenges sehr beliebt. Da soll man ein Jahr lang ein Buch aus den verschiedenen Ländern oder nur Bücher von Frauen oder das erste oder letzte Buch etcetera lesen, hier sehr schön graphisch Form als Gesellschaftsspiel angelegt.

Literarische T-Shirts, das heißt Aufschriften auf solchen, gibt es auch. “Mir egal ich geh lesen”, beispielsweise und ich habe einmal ein solches vom Alfred bekommen, wo Eugen Gomringes “avenidas y flores”, das bei den Feministinnen soviel Unmut erregte, daß es von einer Hochschulwand entfernt werden mußte, bekommen und kann sagen, man wird sehr oft daraufhin angesprochen, was für die Kommunikation sehr förderlich ist.

Über das Auswendiglernen von Gedichten, das das Gedächtnis anregen soll geht es auch. Das wurde in den Schulen früher sehr praktiziert, heute glaube ich kaum noch, was die Psychologin in mir sehr schade findet und mich an meine Großmutter denken lässt, die im hohen Alter noch Schillers “Glocke” rezitieren konnte.

Dann werden “Strategien zum Lesen von Gedichten” vorgestellt.Das Lautlesen wird da empfohlen und der gewünschte Lyrikleser ist “jung, intelligent und leicht betrunken”, so daß er sich, was ich nachvollziehen kann, beim Lesen berauschen kann. Eine Lesegalerie wird empfohlen und dann kommen wir schon zu den Märchen und den Kinderbüchern, da wird auch angeleitet, wie man Kinder vorlesen soll? Langsam und ruhig, wie es die die Kinder wünschen, immer wieder dasselbe, wie ich das momentan bei der kleinen Lia tue, die immer wieder dieselben Osterbücher anschleppt.

Hans Fallada war offenbar ein Vielleser und ist in einem sehr bibliophilen Haushalt aufgewachsen. Der Vater hatte fünftausend Bücher und die Putzfrau hat sich ein Extrageld verschafft, in dem sie sie verlieh. Karl May war verboten, so hat sich der erwachsene Hans Fallada die Gesamtausgabe gekauft, die später seine Kinder lasen und eine Lese- oder Fangeschichte von Karl May gibt es auch.

Einen uralten Artikel über das, was “Schundliteratur” ist und, wie sie sich verkauft, gibt es ebenfalls noch und dann geht es viel moderner zum “sensitivity reading”. Da werden die Autoren offenbar beraten, damit sie nicht rassistisch, sexistisch oder was auch immer, schreiben.

Moderne Ausdrucksweisen wie booktube, Sub, etcetera werden ebenfalls erklärt. Ein uralter Artikel über Rezensenten wird abgedruckt und dann noch einer über die Arbeit von Lektoren.

Dann werden die meisten Blog-Namen zitiert und überraschend, das “Literaturgefluester” ist dabei, gibt es ja einen Blog, der die genau aufzählt und ich mich dabei so ungefähr in der Mitte befinde. Die Lieblingsbücher von Filmstars werden angegeben und als bei einer Veranstaltung das beste Buch prämiert werden sollte und Salam Rushdie im Publikum saß, hat die Moderatorin schnell hinzugefügt, daß Mister Rushdie auch sehr gut schreibe.

Von Franz Kafka stammt das berühmte Zitat, das auch in den Blog zu finden ist, daß “Ein Buch die Axt für das gefrorene Meer in uns sein muß” und da wird der Brief, den er 2004 an Oskar Pollak geschrieben hat, angeführt.

Immer mehr Leute können aber nicht mehr lesen und verlassen die Schule als funktionale Analphabeten und das werden Tips gegeben, wie man das erkennt und wie man die Leute dann beraten kann, denn es ist nie zu spät das Lesen zu lernen.

Was haben die Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg gelesen und was die Russen während des kalten Krieges? Was man Sterbenden vorlesen kann oder soll, wurde schon im Vorwort angerissen: Märchen, Gedichte, Kinderbücher oder Lieblingsbücher aus der Bibliothek der Betroffenen und so sind wir durch das Buch geglitten und haben sehr interessante Einblicke in das Bücherlesen bekommen, das in einer Zeit wo immer weniger Leute lesen, das wahrscheinlich nicht mehr können, während immer mehr Leute schreiben, sehr wichtig ist und am Schluss, am Buchrücken wahrscheinlich, ich habe ja digital gelesen, gibts ein Zitat von Marina Zwetajewa, über die ich ja vor kurzen in der “Alten Schmiede” einen Film gesehen habe “Aber ist jemand zweimal in das selbe Buch eingetreten?”, heißt es da und richtig, den Artikel über das Wiederlesen von Büchern, das tue ich nur ganz selten, habe es aber “In der Welt von gestern” getan, habe ich jetzt vergessen, wie auch Pierre Bayards “Wie man über ein Buch spricht, das man nie gelesen hat” und noch vieles anderes, was bei einem dreihundertzwanzig Seiten Buch natürlich ist.

Also selber lesen, würde ich empfehlen oder sich durch das graphisch fein gestaltete Buch blättern. Man lernt sehr viel dabei, bekommt Buchempfehlungen und kann dann weiter in die “Wunderkammer” einsteigen.

Die Metamorphosen der Eja Augustin

Lauter Applaus drang aus dem Haupthof des Museumsquartiers, die “O-Töne”, das sehr beliebte Literaturfestival, daß sich Eja Augustin gern und regelmäßig anzuhören pflegte, war zu Ende und sie konnte nach Hause gehen.

So stand sie also auf, packte ihre Handtasche und schüttelte den Kopf. Denn eigentlich hatten ihr die die Aussagen der Autorin nicht gefallen. Letzte Woche war es ähnlich gewesen. Da hatte die Autorin den Moderator kritisiert und statt auf seine Frage zu antworten auf seine roten Schuhe hingewiesen und mehrmals betont, daß er vor kurzem “Staatspreisträger” geworden war. Gut, sie hatte sich über seine vielleicht zu anmaßenden Kritikerfragen geärgert und zurückgeschossen. Das war okay und voll in Ordnung und das würde sie, wenn sie in diese Situation kommen würde, genauso tun, denn sie war ebenfalls eine schreibende Frau. Zwar keine berühmte, sondern nur eine sich in Außenseitersituation befindende Selfpublisherin. Aber eine, die sich sehr für Literatur interessierte, viel las und daher auch das Gratisangebot der Stadt Wien, beziehungsweise der Literaturabteilung gern annahm.

Also durfte die Autorin, den sie interviewenden Moderator gerne kritisieren, die diesmalige Autorin hatte aber eigentlich nichts anderes getan, als die Literatur für sinnlos und unwichtig zu erklären. Etwas, was sie überhaupt nicht so sah, denn sie nahm ihr Schreiben sehr ernst, auch wenn sie, wie sie immer hören konnte, es längst nicht so gut beherrschte, wie die ehemaligen “Bachmann-Preisträgerin”, die jetzt sogar eine der wichtigsten Literaturzeitschriften Österreichs herausgab, obwohl sie wahrscheinlich halb so alt, wie Eja Augustin war.

Vielleicht war ihr ihr Ruhm zu Kopf gestiegen oder hatte es sie überfordert, plötzlich von einer Lesung, von einem Interview zum anderen herumgereicht zu werden? Das wäre verständlich und da könnte Eja ihr keinen Vorwurf machen. Schließlich hatte sie ja einmal Psychologie studiert. Trotzdem war es aber unbefriedigt von der Autorin nichts anderes gehört zu haben, als, daß das Leben und das Schreiben sinnlos war und das schien jetzt modern zu sein.

Hatte sie doch in letzter Zeit öfter Romane gelesen, wo die Autoren erklärten, daß sie ihren Text selbst nicht erklären können, oder den Inhalt vollends auf den Kopf stellten und da hatte Eja sich gedacht, daß das wohl deshalb war, weil schon so viele Bücher geschrieben worden waren und wollte man da auffallen, musste man da vielleicht schlapsige Antworten geben. Das wäre eine Erklärung, mit der sie etwas anfangen konnte, aber eine, die ihr nicht so besonders gefiel, denn sie nahm ihr Schreiben ernst, wurde aber zu solchen Veranstaltungen nicht eingeladen,

“Da sind Sie nicht gut genug! Haben Sie doch keinen Verlag! Wer will Sie lesen? Wenn wir Sie einladen haben wir lauter leere Stühle und das wollen wir nicht! Das können wir uns nicht leisten!”

Und es stimmte. Der Hof des Museumsquartiers war sehr voll. Das Publikum hatte begeistert geklatscht und drängte sich jetzt auch um den Bücher- beziehungsweise, um den Signiertisch, um sich ein Autorgramm von der Autorin zu holen und das war vielleicht ein weiteres Problem über das man sich ärgern konnte. Die Leute lasen immer wieder und schrieben dafür mehr. Fünfundzwanzig Prozent der Schulabgänger konnten, wie sie neulich gehört hatte, nicht mehr sinnerfassend lesen, wenn sie die Schule verließen und die die es noch konnten, lasen vielleicht lieber Comics, Chick Lits oder gingen vielleicht gleich ins Internet, um dort zu chatten.

Sie las sehr viel und würde sich jetzt auch die Buchpreisbücher wieder holen. Die zwanzig Bücher, die für den “Deutschen Buchpreis” nominiert würden und die zehn von der “Österreichischen Buchpreisliste”, während ihre selbstgemachten Bücher niemand lesen wollte.

“Das interessiert uns nicht, wir sind lieber für Qualität!”, war eine Antwort, die sie öfter hören konnte und jetzt drängten sich tatsächlich einige Leute, um den Büchertisch oder stellten sie sich am Signiertisch an, um ein Autogramm von der ehemaligen “Bachmann-Preisträgerin” zu bekommen.

“Ob die alle gelesen werden?”, fragte sich Eja Augustin kritisch, die jetzt selbst um den Büchertisch herumstrich, sich aber keines kaufen würde, weil sie ihr ganz ehrlich zu teuer waren und hatte auch ihre Zweifel daran, weil sie öfter die sehr gehypten Bücher von den Buchpreislisten in den offenen Bücherschränken oft noch originalverpackt fand.

“Da hat wieder eine Schwiegermutter ein Buch von Reinhard Jirgl oder Ulrich Petzer zu Weihnachten bekommen und fängt nicht viel damit an, weil sie lieber Kimis oder vielleicht auch gar nichts liest”, dachte sie kritisch und dann wieder an ihre sechzig selbstgemachten Bücher, die sie im Laufe ihres Lebens schon geschrieben hatte. Und das Thema schreiben, war auch eines, daß sie sehr interessierte.

Gab es da ja schon “Den verrückten Traum der Thea Leitner”, wo eine erfolglose Autorin in dem berühmten “Star-Verlag” eingesperrt wird und sich dann in den Verleger verliebt, sowie “Das literarische Leben der Dora Faust”, wo eine erfolglose Autorin einen Roman schreiben will und da über sehr viele Geschichten stolpert. Eine literarische Agentur an die sie das Buch geschickt hatte, hatte nicht viel damit anfangen können und eine Schriftstellerkollegin hatte sich über den sprechenden Namen sehr mokiert. Denn eine Thea Leitner gab es ja. Gut, das waren vielleicht Anfangsfehler und wahrscheinlich würde es jeden Namen, den man einem Protagonisten verlieh, im wirklichen Leben schon geben und neben dem ” Literarischen Leben” und dem “Verrückten Traum” könnte sie auch Metamorphosen stellen.

“Die Metamorphosen der Eja Augustin” und unter diesen Titel ihre Schreibgedanken in ihren Blog stellen oder als einundsechzigstes selbstgemachtes Buch herausgeben.

“Eine interessante Idee!”, dachte Eja Augustin.

“Habe ich heuer ja ein Jubiläumsjahr, schreibe ich nun schon fünfzig Jahre, habe seit fünfzehn Jahren einen literarischen Blog in dem ich meinen Senf über den Literaturbetrieb verspritze und feiere im November meinen siebzigsten Geburtstag. Da könnte ich ein literarisches Geburtstagsfest machen und siebzig Minuten aus meinen sechzig Büchern oder aus meinen “Metamorphosen” lesen!”, dachte sie und lächelte der Autorin, die jetzt vom Signiertisch aufschaute aufmunternd zu.

“Es ist doch nicht alles so sinnlos, wenn man erfolgreich ist und das Schreiben und das Lesen ist schön und wenn sich Ihre Leser über Ihre Bücher freuen, sollten Sie das vielleicht auch tun!”

Vom Verschwinden zum Kochen bei den O-Tönen

Wieder O-Töne mit zwei interessanten Büchern, wo ich bei einem schon bei einer Lesung im Literaturhaus war. So hat die 1988 im Burgendland aufgewachsene und derzeit in Hamburg lebenden Johanna Sebauer ihr Debut “Nincshof” vorgestellt. Das heißt auf Ungarisch nichts und beschreibt ein burgenländisches Dorf an der ungarischen Grenze ein solches, wie in dem Johanna Sebauer aufgewachsen ist, wie sie der Moderatorin Daniela Strigl erklärte und in dem wird das Verschwinden geübt.

Johanna Sebauer

Der Bürgermeister und noch ein paar andere Typen treffen sich bei einer alten Dame und diskutieren den Plan, das Dorf zum Verschwinden zu bringen, die Hinweistafeln zu entfernen und die Radfahrer, die um den Neusiedlersee fahren wollen mit Gestank zu vertreiben.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde und die diesmaligen Autorinnen waren auch nicht so schnippisch, wie die vorigen und das MQ war wieder sehr voll. Unser Platz diesmal besser, so daß etwas zu sehen war.

Petra Hartlieb habe ich gesehen, am Ende Brigitta Falknerl was mich etwas wunderte, weil sich die experimentellen Autoren in der Regel ja nicht so sehr für die Mainstremliteratur interessieren, wie mir gestern auch Monika Vasik erklärte, aber vielleicht ist sie ein Fan von Teresa Präauer und die habe ich schon einmal im Literaturhaus aus ihrem “Kochen im falschen Jahrhundert” lesen gehört.

Daniela Strigl, Theresa Präauer

Da war es bummvoll, es gab Brötchen zu dem Wein und ich habe die ausschenkende Studentin empört, weil ich mich aus Platzgründen hinter sie stellte und den Cremant, dier diesmal am Lesepult serviert wurde, hat es im Literaturhaus erst ein paar Wochen später gegeben. Dafür war im Literaturhaus der Lesetisch schön gedeckt und ich kann jetzt raten, ob das Buch ein Roman ist, wie Daniela Strigl erwähnte.

Ich hätte es nicht dafür gehaltenm sondern eher für einen Essays übers Gastgeben und eine Reflektion über die Kocherinnerungen. Es gibt aber einen Gastgeber, eine Gastgeberin, einen Ehemann, eine Ehefrau und einen Schweizer, sowie ein paar Varianten. So kommen die Gäste außer dem Schweizer einmal nicht, sondern nur der Schweizer und beim zweiten Leseblock ist dann auch der ausgeblieben. So hat sich das Gastgeberpaar mit Cremant betrunken und schließlich offenbar statt die Quiche zu essen, sich anderwärtig zu vergnügen begonnen.

Teresa Präauer hat auch eifrig mit Cremant dem Publikum zugeprostet und es war ein interessanter Abend und spannend, ob ich das Buch lesen werde? Beziehungsweise kann ich jetzt raten, ob es auf die deutsche oder auf die öst. Buchliste kommt?

Zweimal dreißig von zwei Js

Das zahlreiche Publikum

Finale bei der dreißigsten Sommerlesereihe des “Podiums” und sehr sehr voll. Zwanzig Leute hatte der Kellner erwartet, dann waren aber an die hundert da und er war übefordert.

Nils Jensen, Hannes Vyoral, Hans Jörg Liebscher, der Dauerstammgast und dann die zwei ehemaligen Veranstalterinnen Claudia Erdheim, Christa Nebenführ , Susanne Ayob, Patricia Brooks, Armin Baumgartner, Peter Paul Wiplinger, Monika Vasik, Ruth Aspöck, Batya Horn, Gabriele Eckert, Gabriele Petricek, Lisa Fritsch, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christinan Schreibmüller ,und und dann noch viele, die ich nicht kannten, aber Gerhard Jaschke, den Doyen und ehemaligen Generalsekretär der GAV und dann Jopa Jotakin, den derzeitigen und Birgit Schwaner leitete wieder ein und erklärte, daß der 1949 geborene Gerhard Jaschke und langjähriger “Freibord-Herausgeber”, wo er viele junge Autoren gefördert hat, ich habe auch drei Texte drinnen, dreißig Texte aus einem dreißig Jahre alten Buch nämlich “von mir aus” erschienen in der Edition Splitter, deshalb war auch die Verlegerin da, lesen wird und die waren zum Teil sehr kurz “Guten Abend gute Nacht , seid ihr endlich aufgewacht” bespielsweise und dann gab es noch den ein Seiten Roman “ich hänge an einem Faden” im Dadastil, alles schön illustriert und dann kam der 1986 geborene Jopa Jotakin, der vor dreißig Jahren in die Schule gekommen ist und deshalb seinen dreißig Jahre- Text auch diesbezüglich gestaltet hat.

Jopa Jotakin
Gerhard Jaschke

“Oma in der Küche, Mama in der Sonne”, wie man in der Volksschule schreiben lernt. Das Lesen konnte er schon, als er in die Schule kam und dann kam er zu Jopa Jotakin Sonnenschein fwieder in die Gegenwrt, alles wunderbar permomiert und damit war es für heuer die Sommerlesereihe “Kommen Sie gut nach Haus und nächstes Jahr wieder!”, verabschiedete Birgit Schwaner und Batya Horn, hat dann dem Alfred, den sie offenbar für einen Mäzen hielt das Jaschke Buchfür zwanzig statt für dreißig Euro verkauft. Zum Glück hatte ich es noch nicht, denn in meinen Bücherbergen gibt es ja schon eine ganze Jaschke Galerie, denn Gerhard Jaschke verschenkt ja viel und das hat er mir dann auch noch der “verehrten EvaJancak herzlichst gewidmet” mit den Freibord-Fahnen und dem “ich hoffe ich störe” untertitelt , ein oder zweimal habe ich ihn bei den GAV-GVs sehr gestört, als ich unbedingt lesen oder einen Text im “Freibord” haben wollte, dann hat ihm aber mein “Literaturgeflüster-Buch” sehr gefallen und die dreißigste “Podium -Sommerlesereihe”, war auch sehr eindrucksvolle. Alle Veranstaltungen habe ich nicht gehört, denn in der ersten Woche waren wir ja wandern und an einigen Montagen in Harland, aber sonst habe ich alles gehört und mich wieder in der österreichischen “Podium-Szene” gut eingehört und deren Prominenz gesehen.

Wieder mit dem Rohtext fertig?

Ich kann es nicht anders, wird mein Freund Uli sicher sagen, da schwärme ich von den ellenlangen Romanen, die ich gerne schreiben will, dann buche ich ein Jurenka Jurk-Gratisseminar, habe große Pläne, nehme mir vor, es diesmal wirklich richtig zu machen, mir Zeit zu lassen, plotten, planen und je Seitenstrang einen Roman schreiben, damit ich über die fünzigtausend Nano-Worte, die, wie ich höre, ohnehinsehr kurz sind, komme, fange motiviert an, schreibe zwei drei Wochen und bin dann nach zwanzigtausend Worten und an die zwanzig Szenen und vierzig oder fünfzig Seiten fertig.

Früher war das an ders. “Die Radiosonate” ist, glaube ich, sehr lang geworden, die “Absturzgefahr” hatte auch ihre sechzigtausend Worte.Bei den “Nanowrimos”, die ich dann geschrieben habe, habe ich angestückelt. Der letzte war die “Flora Faun”, da habe ich, glaube ich, auch zwei Wochen mit dem Rohtextschreiben gebraucht, hatte aber die “fünfzigtausend Worte” und dann hat Jurenka Jurk in diesem Jahr schon sehr viele Gratisankurse angeboten. Sie ist da sehr großzügig und so sind die “Drei Frauen” wo ich die Idee ja schon hatte, danach sehr schnell entstanden. Das noch nicht an die Druckerei gegagen ist. Es gibt aber schon eine Vorschau” und dann hat es im Februar gleich wieder ein Gratiswebinar über die drei Fehler die man nicht machen oder sich ein starkes Ziel suchen soll und mein “Ukraine-Blues”, wo ich mich mit der Frage, ob man gegen Waffenlieferungen und gegen den Krieg, trotz der herrschenden Meinung, daß man dann ein Friedensschwurbler ist, sein darf, ist entstanden.

Das liegt jetzt beim Alfi und ist sehr kurz geworden, obwohl ich meine Heldin vor der Staatspolizei bis bis nach Chisinau flüchten ließ. Achtundvierzig Seiten zwar, weil ich eine große Schrift wählte, aber nur siebzehntausend Worte und siebzehn Szenen und jetzt ist mir das bei den “Toten” schon wieder passiert. Da ist mir die Idee ja beim Lesen von “Als wir Vögel waren” gekommen, denn da geht es ja um Tote und da dachte ich, da lasse ich eine Schwester, um ihren verstorbenen Bruder trauern und dann geht sie auf eineParty und sieht dort jemanden, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht und die demente Großmutter Emilie lässt sich partout nicht ausreden, daß das der verstorbene Bruder ist.

So weit so what, im April, bevor wir zur “Literatur und Wein” und dann nach Leipzig gefahren sind, ist mir diese Idee gekommen und dann hatte ich zwei Monate keinen Computer, mit dem Rad sind wir dazwischen auch von Bamberg nach Mainz gefahren und das Gstöttmeier-Buch war zu lektorieren, so daß ich fast darauf vergessen habe.

Dann kam wieder ein Jurenka Jurk-Seimnar, wie man sich die Idee einen Roman zu schreiben erlauben kann und auf was man dabei achten muß und ich habe losgeschrieben. Das heißt nicht so gleich. Zuerst habe ich ein bißchen geplottet, denn ich war mit dem “Ukraine Blues” noch nicht fertig. Dann habe ich die Fenster geputzt, bin dann auch wandern gewesen und der Roman hat sich entwickelt. Eigentlich ein Roman im Roman, denn da habe ich ja ein paar Horrorvideos gesehen, wie es mit dem sozialen Kreditsystem weitergehen und wie das Leben aussehen könnte, wenn die nicht Systemrelevanten in ein fünfzehn Minuten, fünfzehn Kilometer, fünftzehntausendfünfhundert Punkte-Grundprogramm ausgegliedert werden und ich dachte, das bietet Stoff für einen langen Roman. Also schaffe ich die fünfzigtausend oder noch mehr Worte und habe mit einer “2035-Szene” im Blog bekonnen. Dann kam die Zweite und ich habe nicht recht gewußt, wie integriere ich sie in den Roman, wo ich schon die Szene hatte, wo die Julia, den Fabian Krataky auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin Mila trifft und tue ich das überhaupt? Habe dann vom Szenestückeln abgesehen und den Fabian über den Roman erzählen lassen und dann war ich auf einmal mit achtzehntausend Worten u nd achtzehn Szenen fertig. Die Oma ist zuerst auf die Uni ausgerissen, der Faban, der dort eine Vorlesung über Thomas Bernhard hielt, hat sie gefunden und die Julia angerufen, die sich nicht in ihn verlieben will. Dann hat die Mila den obdachlosen Soziologen Jury Steiner getroffen und der trifft dann die Emilie in der Hauptbücherei getroffen und am Ende finden sich der Fabian, die Julia und die Großmutter am Zentralfriedhof, wo der Fabian, der Großmutter seinen Roman vorliest.

Da hatte ich dann noch große Pläne, daß das jetzt ein langer Roman wird, habe die zwei Szenen, die ich schon im Blog hatte, eingefügt und dann noch eine dritte Szene geschrieben. Die liest der Fabian am Zentralfriedhof vor und Emilie Moser klatscht in die Hände und sagt “Jetzt glaube ich, daß du nicht mein Enkelsohn bist!” und einen Bart hat sich der auch wachsen lassen. So weit, so what, über fünfundvierzig Seiten, 22 189 Worte und siebzehn Szenen plus den drei Romanszenen, die nun eigene Namen tragen, sind es im Rohtext geworden.

Es tut mir leid oder auch nicht und natürlich habe ich das Ganze korrigiert, so daß noch ein paar Worte weggefallen sind und ich jetzt bei einundzwanzigtausend Worten stehe und dann das Ganze nochmals und länger schreiben und wirklich drei Geschichten aus den drei Handlungssträngen machen, noch was bezüglich Emil und dem Jury anfügen.

Eine Jury Steiner- Szene hätte ich ja schon, die ich am Tag unserer Main-Abreise am Hauptbahnhof erlebt habe und den utopischen Roman könnte man vielleicht auch noch länger machen. Ich nehme es mir ganz ehrlich, wie immer vor. Daraus ist zwar noch nie etwas geworden und es wäre auch egal.

Schreibe ich eben Kurzromane. Gedichte sind noch kürzer. Ich schreibe länger. Aber Monsterromane scheine ich nicht mehr zusammenzubringen. Macht ja nichts, ist egal und das, was ich brauche, wäre ohnehin mehr Aufmerksamkeit, will ich doch nicht noch einmal zehn Jahre alleine vor mich hinschreiben. Aber schauen wir mal, ob es so bleibt oder doch länger wird? Ich werde mich bemühen und dazwischen können meine Leser, die Gewinnspielfragen bei der “Dreimäderlhaus-Vorschau” auflösen.

Autorinnenverwechslungsgefahr im Cafe Prückl

Isabella Breier und Sonja Gruber in der Sommerlesereihe des Cafe Prückls und eigentlich hätte ich nicht hingehen wollen, denn Montag ist ja mein Sommerfrischenwochenendentag, wo ich eigentlich trotz der diversen Sommerlesereihenveranstaltungen in Harland bleiben wollte, aber heute hat der Alfred .ein Treffen mit der Ingrid ausgemacht, um vier in einem Cafe im Schottenstift. Vor sechs haben sich die Ingrid und der Avi dann veranstaltet, also ist sich die Sommerreihenleseveranstaltung gut ausgegangen, obwohl mir die angesagten Autorinnen auf den ersten Blick nicht viel sagten.

Sonja Gruber
Isabella Breier

Stimmt nicht so ganz, denn die 1976 in Gmünd geborene Isabella Breier habe ich schon in der “AS” und woanders gehört, da aber immer irgendwie mit der 1968 geborenen Isabella Straub verwechselt. Meine leichte Legasthenie macht solche Verwechslungen immer wieder möglich, lieber Uli ,und so war ich nicht ganz sicher ob ich jetzt die Autorin vom “Fest des Windrades” oder eine andere vor mir haben werde?

Hatte ich und habe die junge Frau auch gleich am Klo getroffen, die mich freundlich grüßte und fragte ob wir uns nicht kennen?

“Von den Lesungen wahrscheinlich?”, vermutete ich und habe sie nicht gleich als Autorin erkannt, sie hat aber von der “AS” geantwortet und da habe ich sie wahrscheinlich gehört. Als wir um sieben das Cafe erreichten war das Leseextrazimmer noch ziemlich leer. Birgit Schwaner war schon da, Hansjörg Liebscher, der auch zu den heurigen Stammgästen” zählt, Eleonore Weber von der “Edition fabrik transit” , da beide Autorinnen ihre Bücher dort haben.

Später kamen noch Monika Vasik und Gerhard Jaschke auch ein Dauerstammgast dazu und Isabella Breier hat aus ihrem Roman “Grapefruits oder vom großen Ganzen” ein Kapitel gelesen, wo ein Galerist offenbar eine Vernissage aus gestohlenen Bildern veranstalten will.

Dann kam die 1985 im Salzburgerland geborene Sonja Gruber mit einem Lyrikband und die habe ich nicht mit der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber verwechselt, deren neuen Roman, den sie in ein paar Wochen bei den O-Tönen vorstellen wird, schon auf meinen Badezimmerstapel liegt. Natürlich nicht. So unbedarft bin ich nicht in der Gegenwartsliteratur, aber wohl mit der 1960 in Linz geborenen und in Klosterneuburg lebenden Sabine M. Gruber von der ich ein noch immer ungelesenes Buch in meinen Regalen liegen habe.

Es gibt also auch eine Sonja Gruber, die schon einige Gedichtbände hat und auch Gedichte und eine Prosaminiatur vorgetragen hat.

Nachher hat sie sich lange mit Gerhard Jaschke unterhalten, der ja am Mittwoch, dem letzten heurigen Sommerreiheveranstaltung lesen wird und ich habe, obwohl gar nicht geplant, wieder viel gelernt und einiges Neues gehört, wie das in der Literatur eben ist und was die letzte Sommerlesereiheveranstaltung betrifft, kann ich stolz vermelden, daß Beppo Bayerls “Tod im Lainzer Tiergarten” zu mir gekommen ist, das ich wahrscheinlich in Frankreich lesen werde.

Vorschau auf „Bratislava, Prag, Budapest oder ein Dreimäderlhaus“

Wieder ein neues Buch, Anfang des Jahres, inspiriert von dem traditionellen “Fünf Tage Workshop” der Jurenka Jurk, mit dem ich seit einigen Jahr das Jahr beginne, habe ich damit begonnen.

Die Idee über drei Frauen, eine aus Prag, eine aus Bratislava und eine Budapest zu schreiben, ist mir aber schon ein bißchen früher gekommen und nun muß das Manuskript nur noch an die Druckerei gehen und dann können meine Leser schon mein neues Werk beurteilen und ihre Meinung dazu abgeben, das ich auch bezüglich der fünfzehn Jahre Blogfeiern als besonderes Schmankerl anbieten und promoten möchte.

Also Leser, Liker, Kommentierer, Fans, löst meine Gewinnspielfragen auf und meldet euch, damit wir nach Erscheinen des Buches in einer Leserunde darüber diskutieren können!

Über Rezensionen würde ich mich ebenfalls freuen und um Lesungen werde ich mich bemühen, vielleicht geht sich bei der “Poet Night” eine Szene daraus aus.

  1. Woher stammt die Katalin, was ist ihr Problem und wer oder was ist die “Wilde Mischung”
  2. Wohin fährt Jelena an manchen Wochenenden und was setzt sie unter Druck?
  3. Und warum ist Szofi nach Wien gekommen und wird sie dort auch bleiben?

Und hier die Schreibberichte, damit die Beantworten der Fragen ein bißchen einfacher wird:

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Das Herz des Hais

Jetzt kommt wenn man so will, das Sommerbuch, wir haben diesen ja und die Sommerfrische, lese aber einige neue und interessante Holocaustbücher. Also schwere Kost, wenn man vom “Wahnviertel” absieht, das ich in den Bergen gelesen habe und das man irgendwie auch als Sommerbuch bezeichnen könnte und dieses in den Neunzehnsechzigerjahren erschiene, stammt vom 1910 in Berlin geborenen und 1990 in der Schweiz verstorbenen Ulrich Becher, den ich wahrscheinlich mit dem Johannes R. Becher, ja lieber Uli, das passiert mir öfter und bin da ein wenig flüchtig, verwechselt habe, als ich in den Nunzigerjahren des vorigen Jahrhundert in der Bücherreifiliale in der Gumpendorferstraße in einer Gratiskiste “Kurz vor vier” und den “Nachtigallenzyklus” gefunden habe.

Ich habe mit den Bücher damals nicht viel anfangen können, das eine oder andere angelesen und dann lange im Badezimmer in der Gumpendorferstraße liegen lassen, bis ich 2005 war das vielleicht, zu Weihnachten in Lleipzig war um Utes Geburtstag zu feiern und da beim “Hugendubel” ein Abverkaufbuch gefunden habe, wo “Aufbau-Briefe aus den Fünfzigerjahren enthalten waren. Darunter auch die von oder an Ulrich Becher, da stand ein bißchen was über “Kurz nach 4”, das ich dann viel später, da habe ich schon gebloggt, gelesen habe und diesen Beitrag hat dann der Christoph Haacker vom “Arco-Verlag” gefunden, mich angeschrieben und die Briefe haben wollen, weil er “Kurz nach vier”neu” herausgegeben wollte.

Das “Aufbau-Büchlein” hatte er aber schon und das neuauflgegte Buch hat er mir dann auf einer “Buch- Wien” gegeben und inzwischen hat auch Konstantin Kaiser Ulrich Becher den Schwiegersohn von Roda Roda entdeckt und seine Briefe herausgegeben. Die Gesamtausgabe hat der “Schöffling-Verlag”, glaube ich, übernommen und mir da die berühmte “Murmeljagd” und dann nochmals den “Nachtgiallenhyklus”, den ich auch schon gelesen habe, geschickt.

Eva Menasse hat da die Vor- oder <nachworte geschrieben und als ich vor der Krise das letzte Mal im Literaturhaus war, habe ich Christoph Haacker dort getroffen und ihn um ein Buch gebeten, daß Stephan Teichgräber auf seinem Festival vorstellte und da mit ihm auch über die Neuerscheinungen oder Neuauflagen gesprochen und die “Schöffling-Bücher” werden dann offenbar von “Diogenes” wo ich mir ja meistens die talks anhöre, als TBs herausgebracht und so ist das Sommerbuch “Das Herz des Hais” zu mir gekommen, wo Eva Menasse wieder das Nachwort geschrieben hat und wiedermal bedauert, warum Ulrich Becher, der in jeden seiner Bücher einen eigen Stil hat, nicht so berühmt geworden ist, wie er vielleicht sollte.

Nun ich bin, weil ja viel von ihm gelesen, vielleicht eine Kennerin und Eva Menasse meint auch, daß das Buch ein Lob auf eine starke Frau ist und die wohnt, mit ihrem Mann, seit zehn jahren verheiratet, in Basel ist, wie er, Malerin und sie machen Urlaub auf Lipari. Das ist eine Stadt oder Insel in Sizilien und interessant und für die Fünzigerjahren vielleicht typisch, wird Luise B Brugger nach ihrer Eheschließung mit Angelius Turian, nur noch Lulube oder “Es” genannt, wie das damals bei den Frauen offenbar in der Schweiz so üblich war.

Die Beiden fahren nun nach Lipari ,um dort von den Touristen nicht zu gestört, zu malen und da treffen sie auf den Engländer John Crossmann, der ihnen etwas von seinem Vater erzählt, der von einem Hai getötet wurde. In Wahrheit war er offenbar ein Kriegsopfer und auf der Insel gefangen und jetzt holt John Crossmann ihn heim. Ein Techtelmechtel oder, wie das so ist, gibt es offenbar auch.

Lulube springt ins Wasser. John springt ihr nach, um sie vor den Haien zu retten. Der Ehemann fährt auf eine Insel, um zu malen und die Gattin zieht im schwarzen Kleid und weißen Sandalen aus, um nach ihren Lover zu suchen und sieht ihn gerade mit ein paar geretteten Hunden und dem Sarg abreisen. Sie geht weiter spazieren, trifft einen Maschineoffizier, der ihr anbietet, sie von der Insel wegzubringen. Vorher ist noch etwas Wichtiges geschehen, nämlich ein Hundehai erlegt. Der wird ans Land geschleppt. Die Armen kommen, um sein Fleisch zu kaufen. Sein Herz lebt aber noch und pumpt weiter, obwohl die Kinder schon damit Fußball spielen.

Eine makabre Szene, die Lulube offenbar zum Umdenken bringt und so findet der Ehemann, als er von seiner Maltour zurückkommt, nur mehr drei Briefe von seiner starken Lulube vor, die diese mit “Ich küsse in Gedanke nnoch einmal Deinen Bart aus Flamingoflaum. Am besten du vergißt Es”, beendet.

Ja, in dieses woken Me too Zeiten, haben die Frauen ihre Sächlichkeit verloren und sind zu starken Persönlichkeiten, soweit man in Zeiten, wie diesen mit der größtenInflation noch kann, geworden, obwohl ich bis zum Ende des Buches geglaubt habe, daß es eine Versöhnung und das übliche Happy End geben wird.

Man sieht, ein wirklich starkes Buch, das Ulrich Becher in den Fünfziger- oder sechzigerjahren geschrieben hat, den ich eigentlich für einen eher bürgerlich konservativen Autor gehalten habe.