Das neue Buch im neuen Jahr

Hurrah,hurrah, das neue Jahr hat kaum angefangen und schon ist mein erstes Buch erschienen.

“Die Toten lassen grüßen” mit einem Roman im Roman oder besser eine Kurzgeschichte. Hauptperson des Erzählstrangs ist Julia, die vor einem Jahr ihren Zwillingsbruder Julian verloren hat, was sie, die bei ihrer dementen Großmutter lebt, noch immer traumatisiert. Da geht sie auf eine Party und lernt da den Schriftsteller Fabian Kratky kennen, der einen dystopischen Roman namens “2035” schreibt.

Ein kleines, feines Textchen, mit dem ich mich auch auf unserer Frankreichreise beschäftigt habe, obwohl ich schon im Juli mit dem Schreiben angefangen habe. Und nun ist das Büchlein fertig und ich hätte gerne wieder eine Leserunde

Freundinnen und Freunde!

Also ein paar Leute, die das Buch lesen und ihre Meinung in die Kommentare schreiben, um herauszufinden wie viel oder wenig lakonisch ist.

Und nun kommen wir zu den Gewinnspielfragen aus der Vorschau:

  1. Auf dem Cover ist ein Friedhof zu sehen, denn dort treffen sich die Julia, die Großmutter und Fabian Kratky und der liest ihnen aus seinem Roman vor.
  2. Die Idee stammt aus dem Buch “Als wir Vögel waren”, das ich in April gelesen habe, wo es auch um lebende Tote geht und dann habe ich auch als ich einmal vom Literaturhaus gekommen bin, den ersten Satz aus Szene zwei gehört.
  3. Digitaler Demenzroman

Sich also bitte melden, wenn man das Buch lesen will, dann schicke ich es zu. Es ist nicht sehr dick, hat nur etwa über neunzig Seiten! Traut euch Leute, denn es kann ja auch sein, daß euch das Buch gefällt!

Vorschau auf „Die Toten lassen grüßen“

Und jetzt geht es zu den Toten, beziehungsweise zu Julians verstorbenen Zwillingsbruder Julian, um den sie noch immer trauert.

Dann gibt es noch die Geschichte in der Geschichte in der eher kurzen Erzählung.

“2035” – ein dystopischer Roman, der natürlich dicht an der Wirklichkeit angelehnt ist.

Zwei der Dystopien kann man schon im Blog verfolgen und gelesen habe ich aus ihnen bei der “Poet-Night”, meinem literarischen Geburtstagsfest und im “El Speta”.

Kommen wir nun zu den Gewinnspielfragen, damit man das Buch gewinnen kann.

  1. Warum sind Kreuze auf dem Cover zu sehen?
  2. Wie bin ich auf die Idee zu dem Buch gekommen?
  3. Wie lautet der Untertitel?

Und hier die Schreibberichte, damit man die Fragen leichter gewinnen kann.

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Über rege Beteiligung am Gewinnspiel würde ich mich freuen und jetzt schönes Raten!

Zwei kritische Texte im El Speta

Der liebe Rudi, der leider nicht zu meinen literarischen Geburtstagsfest kommen konnte, hat mich ja wieder eingeladen mit ihm gemeinsam und mit musikalischer Begleitung von Stephan Brodsky zu lesen.

Einmal habe ich das schon mit ihm dort getan und einmal hat er mich in dieser Zusammenstellung ins “BEBOP” eingeladen und ich habe mir gedacht, ich lese das, was ich auch bei meinen Geburtstagsfest gelesen habe, beziehungsweise, weil er von zweimal fünfzehn bis zwanzig Minuten gemailt hat, habe ich von der “Stalking Story” noch eine dritte Szene vorbereitet und da kann ich gleich berichten, daß ich heute mit der Schlußkorrektur von “Die Toten lassen grüßen” fertig geworden bin. Jetzt brauchen wir noch das Coverfoto und dann kann der Text schon an die Druckerei gehen und die “Stalking Story” habe ich jetzt auch einmal Szene für Szene durchkorrigiert und stehe da bei 35 718 Worten, zweiundsiebzig Seiten und einundvierzig Szenen und so wird es auch bleiben.

Ich habe mich also auf die Lesung vorbereitet, aber auf den Büchertisch vergessen, beziehungsweise mir wahrscheinlich gedacht, daß da ohnenin keiner was kauft und ich habe auch aus unveröffentlichten Texten gelesen.

Es war auch nicht sehr voll, als ich das Lokal in der Hofmühlgasse erreichte, wo es manchmal auch einen offenen Bücherschrank in Koffern davor gibt und, daß dort den besten Apoerol Spritz serviert wird, war auch angeschrieben.

Dann ist es losgegangen, ich habe fünf Szenen aus meinen dystopischen Roman gelesen, wo ich die ersten zwei auch bei der “Poet Night” gelesen habe und wurde da von einer Dame unterbrochen, die sich nach einer interaktiven Lesung erkundigt.

“Wir können nachher darüber diskutieren!”, habe ich ihr geantwortet. Hat sie aber nicht getan und der Rudi wieder im diesmal gelben Programmleiberl, hat glaube ich aus seiner “Gelben Linie” also auch ein sehr politischer Text, der allerdings nicht so aktuell war gelesen und hat mich sein neues Buch “Die Spur des Ungewissen” mitnehmen lassen.

Nach der Pause habe ich dann meine Begegnung in der U-Bahn gelesen und die dritte Szene ausgelassen, weil das Publikum eher unruhig war und der Rudi ist vom Winnetou zu seiner Forderung “Zweitausend Euro für alle und nicht mehr als fünftausend für jeden und dann schau ma weiter!” gesprungen.

Nach der Lesung kam dann, glaube ich, auch das Publikum. Es war aber ein interessanter Abend und wahrscheinlich die letzte Lesung in diesem Jahr womit ich auch mein Jubliäumsjahr abschließen kann.

Ich war übrigens diesmal allein bei der Lesung, weil der Alfred auf einer Weihnachtsfeier war. So wird es wahrscheinlich auch keine Fotos geben, wenn mir nicht der liebe Rudi vielleicht welche schickt.

Und jetzt auf in den Dezember zu den Weihnachtsvorbereitungen.

Wieder mit dem Rohtext fertig?

Ich kann es nicht anders, wird mein Freund Uli sicher sagen, da schwärme ich von den ellenlangen Romanen, die ich gerne schreiben will, dann buche ich ein Jurenka Jurk-Gratisseminar, habe große Pläne, nehme mir vor, es diesmal wirklich richtig zu machen, mir Zeit zu lassen, plotten, planen und je Seitenstrang einen Roman schreiben, damit ich über die fünzigtausend Nano-Worte, die, wie ich höre, ohnehinsehr kurz sind, komme, fange motiviert an, schreibe zwei drei Wochen und bin dann nach zwanzigtausend Worten und an die zwanzig Szenen und vierzig oder fünfzig Seiten fertig.

Früher war das an ders. “Die Radiosonate” ist, glaube ich, sehr lang geworden, die “Absturzgefahr” hatte auch ihre sechzigtausend Worte.Bei den “Nanowrimos”, die ich dann geschrieben habe, habe ich angestückelt. Der letzte war die “Flora Faun”, da habe ich, glaube ich, auch zwei Wochen mit dem Rohtextschreiben gebraucht, hatte aber die “fünfzigtausend Worte” und dann hat Jurenka Jurk in diesem Jahr schon sehr viele Gratisankurse angeboten. Sie ist da sehr großzügig und so sind die “Drei Frauen” wo ich die Idee ja schon hatte, danach sehr schnell entstanden. Das noch nicht an die Druckerei gegagen ist. Es gibt aber schon eine Vorschau” und dann hat es im Februar gleich wieder ein Gratiswebinar über die drei Fehler die man nicht machen oder sich ein starkes Ziel suchen soll und mein “Ukraine-Blues”, wo ich mich mit der Frage, ob man gegen Waffenlieferungen und gegen den Krieg, trotz der herrschenden Meinung, daß man dann ein Friedensschwurbler ist, sein darf, ist entstanden.

Das liegt jetzt beim Alfi und ist sehr kurz geworden, obwohl ich meine Heldin vor der Staatspolizei bis bis nach Chisinau flüchten ließ. Achtundvierzig Seiten zwar, weil ich eine große Schrift wählte, aber nur siebzehntausend Worte und siebzehn Szenen und jetzt ist mir das bei den “Toten” schon wieder passiert. Da ist mir die Idee ja beim Lesen von “Als wir Vögel waren” gekommen, denn da geht es ja um Tote und da dachte ich, da lasse ich eine Schwester, um ihren verstorbenen Bruder trauern und dann geht sie auf eineParty und sieht dort jemanden, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht und die demente Großmutter Emilie lässt sich partout nicht ausreden, daß das der verstorbene Bruder ist.

So weit so what, im April, bevor wir zur “Literatur und Wein” und dann nach Leipzig gefahren sind, ist mir diese Idee gekommen und dann hatte ich zwei Monate keinen Computer, mit dem Rad sind wir dazwischen auch von Bamberg nach Mainz gefahren und das Gstöttmeier-Buch war zu lektorieren, so daß ich fast darauf vergessen habe.

Dann kam wieder ein Jurenka Jurk-Seimnar, wie man sich die Idee einen Roman zu schreiben erlauben kann und auf was man dabei achten muß und ich habe losgeschrieben. Das heißt nicht so gleich. Zuerst habe ich ein bißchen geplottet, denn ich war mit dem “Ukraine Blues” noch nicht fertig. Dann habe ich die Fenster geputzt, bin dann auch wandern gewesen und der Roman hat sich entwickelt. Eigentlich ein Roman im Roman, denn da habe ich ja ein paar Horrorvideos gesehen, wie es mit dem sozialen Kreditsystem weitergehen und wie das Leben aussehen könnte, wenn die nicht Systemrelevanten in ein fünfzehn Minuten, fünfzehn Kilometer, fünftzehntausendfünfhundert Punkte-Grundprogramm ausgegliedert werden und ich dachte, das bietet Stoff für einen langen Roman. Also schaffe ich die fünfzigtausend oder noch mehr Worte und habe mit einer “2035-Szene” im Blog bekonnen. Dann kam die Zweite und ich habe nicht recht gewußt, wie integriere ich sie in den Roman, wo ich schon die Szene hatte, wo die Julia, den Fabian Krataky auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin Mila trifft und tue ich das überhaupt? Habe dann vom Szenestückeln abgesehen und den Fabian über den Roman erzählen lassen und dann war ich auf einmal mit achtzehntausend Worten u nd achtzehn Szenen fertig. Die Oma ist zuerst auf die Uni ausgerissen, der Faban, der dort eine Vorlesung über Thomas Bernhard hielt, hat sie gefunden und die Julia angerufen, die sich nicht in ihn verlieben will. Dann hat die Mila den obdachlosen Soziologen Jury Steiner getroffen und der trifft dann die Emilie in der Hauptbücherei getroffen und am Ende finden sich der Fabian, die Julia und die Großmutter am Zentralfriedhof, wo der Fabian, der Großmutter seinen Roman vorliest.

Da hatte ich dann noch große Pläne, daß das jetzt ein langer Roman wird, habe die zwei Szenen, die ich schon im Blog hatte, eingefügt und dann noch eine dritte Szene geschrieben. Die liest der Fabian am Zentralfriedhof vor und Emilie Moser klatscht in die Hände und sagt “Jetzt glaube ich, daß du nicht mein Enkelsohn bist!” und einen Bart hat sich der auch wachsen lassen. So weit, so what, über fünfundvierzig Seiten, 22 189 Worte und siebzehn Szenen plus den drei Romanszenen, die nun eigene Namen tragen, sind es im Rohtext geworden.

Es tut mir leid oder auch nicht und natürlich habe ich das Ganze korrigiert, so daß noch ein paar Worte weggefallen sind und ich jetzt bei einundzwanzigtausend Worten stehe und dann das Ganze nochmals und länger schreiben und wirklich drei Geschichten aus den drei Handlungssträngen machen, noch was bezüglich Emil und dem Jury anfügen.

Eine Jury Steiner- Szene hätte ich ja schon, die ich am Tag unserer Main-Abreise am Hauptbahnhof erlebt habe und den utopischen Roman könnte man vielleicht auch noch länger machen. Ich nehme es mir ganz ehrlich, wie immer vor. Daraus ist zwar noch nie etwas geworden und es wäre auch egal.

Schreibe ich eben Kurzromane. Gedichte sind noch kürzer. Ich schreibe länger. Aber Monsterromane scheine ich nicht mehr zusammenzubringen. Macht ja nichts, ist egal und das, was ich brauche, wäre ohnehin mehr Aufmerksamkeit, will ich doch nicht noch einmal zehn Jahre alleine vor mich hinschreiben. Aber schauen wir mal, ob es so bleibt oder doch länger wird? Ich werde mich bemühen und dazwischen können meine Leser, die Gewinnspielfragen bei der “Dreimäderlhaus-Vorschau” auflösen.

Weiter mit den Toten

Wieder ein Bericht über mein momentanes Projekt “Die Toten lassen grüßen”, den digitalen Demenzroman, wie der Untertitel lautet.

Achtzehn Szenen habe ich da schon, 18 574 Worte, fast achtunddreißig Seiten und im Blog gibt es zwei Szenen, die den utopischen Roman “2035” betreffen, den der Protagonist Fabian Kratky schreibt.

Soll ich die zwei Szenen in den Text aufnehmen oder nicht, war die Frage, die ich im letzten diesbezüglichen Artikel stellte und hatte das auch geplant, aber nicht durchgeführt, sondern den Fabian in der fünften oder sechsten Szene, glaube ich, seinen Roman weiterschreiben lassen.

Wenn der Text einmal fertig ist, ich hoffe, ich bringe ihn über die fünfzigtausend Worte, kann ich darauf hinweisen. Wird der Roman im Roman länger, kann ich ihn vielleicht extra veröffentlichen, wie es Marlene Streeruwitz mit ihrer “Jungen Anarchistin durch Griechenland” machte und jetzt parallel schreiben. Den Roman, wo sich die Protagonistin Julia, die ihren Zwillingsbruder vor zwei Jahren durch einen Schlaganfall verloren hat, in den Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Fabian Kratky verliebt, der neben einer Vorlesung über Thomas Bernhard auch den schon erwähnten utpischen Roman schreibt und da gibt es die demente Großmutter Emilie, bei der die Volksschullehrerin Julia lebt, um sie zu betreuen und die lässt sich partout nicht überzeugen, daß der achtundzwanzigjährige Philosophiestudent einen Schlaganfall hatte und Fabian, den sie mit Julia auf der Straße trifft, für ihren Enkelsohn hält.

Sie begibt sich mit ihrem Jugendfreund und ehemaligen Verlobten Emil auf die Suche nach ihm und dann gibt es noch Julias Freundin Mila, die sich in den obdachlosen Soziologen Jury Steiner verliebt und vielleicht wird der auch in die Suche involtiert?

So weit so what. Das wäre der ungefähre Plan und eine ungefähre Szenenplanung habe ich auch schon, eigentlich wieder vier Handlungsstränge, die ich noch ausarbeiten und schauen muß, wie es mir damit geht?

Nicht ganz neu, natürlich, kann ich meinen Kritikern gleich antworten. Denn über eine demente Frau, die mit ihren verstorbenen Jungendfreund kommuniziert, habe ich schon in der “Magdalena Kirchberg” geschrieben und im “Sozialen Kreditsystem”, gibt es auch ein paar “1984-Szenen”.

Das ist ein Thema das mich interessiert und interessant, ob es mir gelingen wird, einen spannenden Roman daraus zu machen und eventuellen Schwächen, die ich meinen an die sechzig selbstgemachten Büchern, die ich schon habe, zu überwinden.

Mal sehen, wie es geht. Ich werde weiter darüber berichten und natürlich wäre es fein, hier darüber zu diskutieren. Über Anregungen, Feedbacks, etcetera, würde ich mich daher freuen.

Die zweite Utopie

“Dann hatte sich die Situation verschärft. Ärger und ärger war sie geworden und Lisa hatte auch ein Mail von ihrer Betreuerin bekommen, die sie zu sich bestellt und ihr mitgeteilt hatte, was sie schon in den Nachrichten gehört hatte, daß sie, wie die meisten arbeitslos gewordenen in das “15/15 Grundprogramm” überstellt würde und die Betreuerin hatte sehr erfreut getan.

“Das ist doch großartig, Frau Schneider, freuen Sie sich über die gute Nachricht!”, hatte sie geschwärmt und Lisa hatte die Schultern gezuckt und das überhaupt nicht so gesehen.

“Das AMS wird umstruktuiert und und zum größten Teil von den KIs übernommen, so daß sie sich nicht mehr herbemühen müßen!”, hatte sie geflötet und Lisa hatte kurz daran gedacht, daß das wohl auch die Betreuerin um den Arbeitslatz bringen würde.

“Ab November brauchen Sie sich nicht mehr zu mir bemühen! Sie kommen ins Grundprogramm, bekommen ihre 1500 Euro pünktlich, über die sie, wenn das andere stimmt, nach Belieben verfügen könnten!”, hatte sie geschwärmt und als Lisa sich erkundigte, was das “15/15!”, bedeutete, hatte sie ihr, wie Erhart erläutert, daß sie, wenn sie sich wohl verhielt, jeden Tag fünfzehn Minuten lang spazieren oder einkaufen konnte und ihren Wohnraum nicht um mehr, als fünfzehn Kilometer überschreiten dürfe. Als ob man das in fünfzehn Minuten schaffen könne?”, hatte Lisa entsetzt gedacht.

“Und sonst bin ich eingesperrt?”, gefragt, was ein Verdacht war, den Helga Pfleger auch nicht entkräften konnte, obwohl sie sich bemühte ihre Bedenken zu zerstreuen.

“So weit der C02-Gehalt das erlaubt, Frau Schneider! Sie wissen ja, wir müssen unsere Klimaziele erreichen und wenn wir alle uns unbegrenzt auf den Straßen bewegen, kann das nicht funktionieren! So hat sich die Regierung, die WHO und auch die europäische Union dieses Programm ausgedacht und da Sie ja einen Computer haben und über Skype und Zoom kommunizieren können, werden Sie die Einschränkungen gar nicht bemerken! Ist es doch im Gegenteil sehr schön, daß Sie nicht mehr in der Hitze auf die Straße müssen! Sie können in ihrer klimatisierten Wohnung bleiben und wenn Ihr Punktekonto stimmt, können Sie auch jeden Tag fünfzehn Minuten hinaus! Sie können einkaufen und eine Runde, um den Wohnblock laufen! Sie werden sehen, damit kommen Sie schon recht!”, bekräftigte Frau Pfleger und sah jetzt auch ein wenig bekümmert aus, als würde sie sich Sorgen machen, daß ihr das auch passieren könnte, wenn sie das AMS ausgelagert hatte. Sie gab das aber nicht zu, sondern strahlte sie betont freundlich an und Lisa kam nicht umhin entsetzt zu denken, daß sie dann mit Erhart den ganzen Tag eingesperrt wäre.

“Was soll ich da nur anfangen?”, dachte sie entsetzt und dachte es immer noch, als sie das AMS, das letzte Mal, wie es schien, verlassen hatte, in den Supermarkt ging und sich bemühte, so schnell wie möglich Brot, Joghurt und ein paar Gemüsesorten, die in den Regalen zu finden waren, zusammenzupacken.

“Und das in Zukunft nur noch fünfzehn Minuten lang! Was soll ich da den ganzen Tag anderes tun, als fernzuschauen und mit Erhart zu streiten, der auch gelangweilt und unterfordert ist, denn ihm, das habe ich schon herausgefunden, tut dieses Grundprogramm auch nicht gut und ich bin von ganzen Herzen Krankenschwester und soll jetzt den ganzen Tal lang unbeschäftigt zu Hause sitzen und den KIs meine Arbeit überlassen! Das kann es doch nicht sein?”, dachte sie verzweifelt und stieg mit ihren Einkaufskorb, die Stufen ihres Wohnhauses hinauf.

“Ab jetzt hier eingesperrt! Nur fünfzehn Minuten täglichen Ausgang und das auch nur bei Wohlverhalten! Das kann es doch nicht sein!”, dachte sie und überlegte, ob es nicht besser wäre, sich vielleicht die Pulsadern aufzuschlitzen oder die Tabletten, die sich zu Hause befanden, auf einmal einzunehmen, als sie von oben Schritte hörte und eine Bewohnerin vom dritten Stock auf sie zukommen sah.

“Guten Tag, Frau Hermann!”, begrüßte sie die alte Frau.

“Wo wollen Sie denn hin!” fragte sie auf deren Morgenrock und Hausschuhe schauend und überlegte, wie die das mit ihren fünfzehn Minuten Kontigent, den sie, als Pensionistin sicher ebenfalls hatte, hielt und als sie den ratlosen Blick der alten Frau sah, die die Antwort nicht zu wissen schien, fiel ihr ein, daß sie von Erhart von ihrer Demenzdiagnose gehört hatte.

Wo war nur die Robot-KI , die sich um die alte Frau kümmern sollte, während die diplomierte Krankenschwester beschäftigungslos zu Hause saß? Das konnte doch nicht sein und durfte es nicht geben.

“Soll ich Sie nicht wieder hinaufbegleiten? Es ist vielleicht zu heiß um spazieren zu gehen!”, sagte sie und hängte sich in die alte Frau ein, die sich widerspruchslos in den dritten Stock hinaufführen los, wo die Wohnungstüre offenstand und sich die Zimmer, wie sie sah, in ziemlicher Unordnung befanden.

“Kommen Sie, ich räume Ihnen ein wenig auf!”, sagte Lisa erleichtert und überlegte, ob sie sich vielleicht, statt beschäftigungslos zu Haus zu sitzen, um Frau Hermann kümmern sollte, wenn deren KI das nicht tat, denn offenbar schien das “15//15 Grundprogramm” doch nicht so problemlos zu funktionieren.”

So da ist es gleich weiter mit dem Roman in dem Roman gegangen, von dem wir schon eine Szene kennen. Morgen gibt es dann einen Schreibbericht über mein derzeitiges Work on Progress “Die Toten lassen grüßen”, in dem die beiden Szenen vorkommen könnten oder werden, denn da schreibt ja Fabian Kratky einen utopischen Roman.