Der Tod der Helena Adler

Die Salzburger Autorin  die ihre Bücher bei “Jung&Jung” verlegte, wurde 1983 in Oberndorf geboren und ist auf einen Bauernhof aufgewachsen.

2023 hätte sie beim “Bachmann-Preis” lesen sollen, hat aber krankheitshalber abgesagt und jetzt die Nachricht, daß sie am fünften Jänner gestorben ist und offenbar einen Brustkrebs hatte.

Die Schriftstellerin, die eigentlich als Stephanie Helene Prähauser geboren wurde, nannte sich, um nicht mit Theresa Präauer verwechselt zu werden.

Helena Adler, studierte in Salzburg Germanistik und Psychologie und begann, wie beispielsweise auch Gertraud Klemm mit ihrem Debut “Hertz” beim “Arovell-Verlag”.

Dann muß sie der “Jung & und Jung” entdeckt haben, denn “Die Infantin trägt den Scheitel links” ist schon dort erschienen.

Es stand auf der Öst und hat mir, glaube ich, gut gefallen. Obwohl das Cover, das die Autorin, glaube ich, selber machte, etwas auffällig war, wie auch Helena Adler selbst, die immer stark geschminkt war und große Ohrringe trug.

“Fretten” ist dann 2022 erschienen und hat mir eigentlich nicht so gut gefallen, weil ich es für eine starke Thomas Bernhard Annäherung hielt.

Helena Adler, die neue Königin der Provinz, die sich mit deren Schwierig- und Abscheulichkeiten auseinander setzt und damit meiner Meinung nach, wieder das österreichische Provinzklischee verstärkte.

Auf den “Bachmann-Text” wäre ich neugierig gewesen und jetzt die Nachricht. Die Autorin, die mit einem Künstler und einem Kind in der Nähe von Oberndorf zusammenlebte, ist nach schwerer Krankheit verstorben und hinterläßt ihr Kind, das ohne Mutter aufwachsen muß.

Jahrestag der Initiative Urheberkonferenz

Da habe ich vor einiger Zeit eine Einladung, ich glaube von Gerhard Ruiss, bekommen, an einer Konferenz über das Urheberrecht und die Entwicklungen der KIs eingeladen, zu der ich mich angemeldet habe, obwohl ich nicht ganz sicher war, ob ich da wirklich richtig bin?

Bin ich ja eine, die außerhalb oder neben dem Literaturbetrieb steht und ihre Bücher selber macht, etcetera. Aber Gerhard Ruiss hat mich ja vor Jahrzehnten aufgefordert, als Delegierte bei den IG- ,Autoren die Generalversammlungen zu besuchen und der interessiert sich ja sehr für das Urheberrecht und die Veränderungen, die es in der Literatur durch die Digitalisierung, etcetera, gibt.

Er ist auch der Präsident der “Initiative Urheberrecht” und der Sinn dieser Vereinigung war, glaube ich, die verschiedenen Kunstsparten, wie Literatur, bildende Kunst, Musik und Film zusammenzubringen. Es waren bei der Konferenz auch einige Rechtsanwälte eingeladen, die über die diesbezügliche Situation berichten. Deutschland wurde da als großes Vorbild gepriesen, während Österreich noch ein ziemlicher Fleckerlteppich mit vielen Lücken im Urheberrecht ist, wie RA Michael Walter in seinem Referat darstellte.

Das war am Vormittag im Dachgeschoß des ÖGV- Hauses in der Löwelstraße. Dann gab es ein Buffet mit Schnitzel- und Fleischlaberlsemmeln, Wraps, Tramezzinis und Pulundergepäck. Dann gings, um die KI und das ist ja ein interessantes Thema, wie die in den nächsten Jahren, die Literatur oder überhaupt den Kunstbetrieb verändern wird.

KI und Recht war auch ein großes Thema am Mittwoch. Im Anschluß gab es noch ein Glas Wein und die Reste des Buffets und am Donnerstag geht es noch einmal weiter und ich denke, es war auch für mich sehr interessant, obwohl ich gar nicht soviele Bekannte getroffen bin, da ich ja eine bin, die ihre Texte gerne ins Netz stellt und ja auch eine begeisterte Bloggerin bin.

Am Donnerstag referierten dann Leute aus Deutschland, Frankreich, Schweiz und Slowenien, wie in ihren Ländern mit den sozialen Plattformen, wie Google, Twitter, etcetera umgegangen wird.

Nach der Mittagspause gab Gernot Schrödl, der Geschäftsführer ein Tagungsresumee und dann gabs eine Diskussion mit Politikern, einem Herrn von der ÖVP, der gern Schnitzl ißt, der streitbaren Eva Blimlinger von den Grünen, Gerhard Ruiss, Michael Walter und noch einigen anderen über den Roformbefarf.

Das war dann eher ernüchternd, denn die Kunstschaffenden unzufrieden und der Geschäftsführer lud im nächsten Jahr zu der Zweijahrestagung ein.

Mal sehen, was bis dahin passiert? Aber die Literatur, der Literaturbetrieb, mein Schreiben und mein Lesen wird weitergehen.

Zur Buch Wien

Jetzt also zur “Buch-Wien”, der Vergleich zu Frankfurt und Leipzig viel kleinere Messe, die der Hauptverband des Buchhandelns seit 2008 mit großen Engagement ausrichtet.Ich war immer dabei, 2021 in den hehren Covid-Zeiten nicht, aber sonst wieder akkredidiert und am Montag mit der österreichischen Buchpreisvverleihung begonnen und am Mittwoch hat es schon um fünf mit der Eröffnungsrede von E. J. Kennedy begonnen, wozu offenbar jeder kommen konnte. Bisher gab es die Eröffnung extra und dann seit einigen Jahren die “Lange Nacht der Bücher” und die Vips haben sich dann den Wein und Brötchen etcetera gegeben.

Benedikt Föger hat eröffnet und natürlich eine Brandtrede gegen den Antiseminitsmus gehalten. Es war alles reserviert und ich bin wieder ziemlich hinten gesessen.

E. J. Kennedy, die schottische Autorin hat eröffnet und dann ging ich einmal in den Vip-Bereich. Das Eintrittsticket plus herzeigen und dann hinein in den speziellen Bereich. Die Andrea Stift habe ich gesehen, den Anton Thuswalder wegen dem “Gegenkanon-Aurufer” angesprochen und dann zur Donau-Louge, Da gab es eine Eröffnung mit der Kuturhauptstadt Temeswar, Bad Ischl und Balaton und ich habe mich eifrig gemeldet.

Falsche Aussagen getätigt, dann doch den Goodie Bag bekommen und von der Anna habe ich einen sechzig Euro Gutschein bezüglich meines morgendlichen siebzigsten Geburtstag bekommen.

Was löse ich a beim “Thalia” ein? Den Drago Jancar natürlich und die “123 Kilometer bis Ljubijna” natürlich, aber das hatten sie nicht. Die jungen Mäfchen dort haben mir eifrig die Bücher gesucht und ich habe dann, was ich ohnehin schon wollte zur Johanna Sebauer gegriffen. Die Annemarie Türk hat mir das Buch am Sonntag versprochen und jetzt hinein in den Traumurlaub. Vier Tage “Buch Wien” mit dem literarischen Geburtstagfest und das Buch des Peter Gstöttmaiers, das ich ja lektorieren durfte, wird am Donnerstag auf der “Standard Bühne” präsentiert.

Das ging mit einem Spaziergang durch die Innenstadt, durch den Prater und durch die WU los. Eigentlich ein schöner Weg zum Munterwerden und dann habe ich auf der ORF Bühne noch einen Teil über August Schmölzers neues Buch, das er zu seinem Film geschrieben hat, gehört. Dann folgte der 1939 in Wien geborene ehemalige Profilredakteur Peter Michael Lingens, der ein Buch über sein “Jahrhundert ” geschrieben hat. Denn er hat ja Größenm wie Hannes Androsch und einen palästinensischen Minister gekannt.

Das wird wahrscheinlich sein letztes politisches Buch sein, während er vielleicht noch ein kleines Gedichtbändchen herausgeben wird. Dann habe ich mir Maja Haderlap zu ihrem neuen Buch angehört und gedacht, daß ich danach vielleicht noch meine Meinung über “Nachtfrauen” ändere? Habe ich eher nicht. Dann kam Amir Gudarzi, dessen Buch ich noch lesen muß. Ich bin aber zur Kinderbühne gegangen, weil da Michael Hammerschmid, den Kindern einen Gedichtband, glaube ich, vorlas. Was aber etwas schweirig war, weil die Schulkinder, die am Vormittag die Messe füllten, nicht richtig zuhörten. Ich wollte ihn auf die Gstöttmeier-Veranstaltung aufmerksam machen. Er war dann noch ein bißchen auf den verschiedenen Ständen zu sehen, aber wahrscheinlich nicht bis fünf, also bringe ich ihm das Buch am Montag wahrscheinlich in die “Alte Schmiede”.

Dann habe ich mich ins Cafe gesetzt, mir zuerst einen Hamburger, Pommes frites und dann ein Glas Zweigelt geholt und dafür über zwanzig Euro bezahlt. Den Kaffee gabs beim ORF- Bus. Da habe ich eine Stammbesucherin und möglicherweise Christl Greller getroffen, die aber mit Maske schwer zu erkenne war. Dann kam ich in ein Mittagstief und dachte wieder “Was soll ich da vier Tage lang? Das kenne ich doch schon alles und interessiert mich auch nicht so besonders!”

Bin aber herumggeschlendert, habe mir die Stände angeschaut, die mir eher klein und unbekannt vorgekommen sind, den Conny getroffen, mit ihm ein Buch getauscht und auf der Donau Lounge wurden zwei neue Bücher der ukrainischen Österreichbibliothek vorgestellt, die man sich dann beim Auslandkulturstand holen konnte. So wurde es langsam fünf und da trat Peter Gstöttmeier, bzw. seine Schwester auf der “Standard-Bühne” auf und stellten das neue Buch “Lebenszeichen gut und schön” vor, das ich ja lektorieren durfte und bin dann ins Theatermuseum gefahren, wo Heinz Bachmann, das Buch über seine Schwester Inge, die ja vor fünfzig Jahre umgekommen ist, vorstellte.

Am Freitag gabs dann vor der ORF Bühne viele Kinder und darauf Thomas Brezina, der sie zu kleinen Detektiven machten und Plakate verteilte, die er dann signierte. So geht es also das junge Publikum zu bewegen und wenn sie dann noch Bücher lesen, ist das sehr schön.

Martina Parker präsentierte sehr enthusiastisch ihren neuen Gartenkrimi und bei Jo Nesbö bin ich dann zur “Donaulounge” gegangen, wo die derzeitige MQ- Stipendiatin Sasha Salzmann mit Daniela Strigl ihr zweites Buch präsentierte. Mittagessen Sacher- oder Gerstlwürstl und dann noch Kaffee und Kuchen und Hans Rauscher erklärte auf einer sehr vollen Bühne, was von einem Kanzler Kickls zu halten wäre. Der “Schweizer Buchpreis” wurde vorgestellt und auch das Ö1 Buch des Monats und am Schluß wurde es wieder kriminalistisch, als Philipp Gravenbach seinen ersten Thriller vorstellte. Dann wäre nochKlaus Amann mit seinem Lavant-Buch, gekommen, da bin ich aber schon gegangen um nicht zu spät zu meinen literarischen Geburtstagsfest zu kommen.

Am Samstag ist es wieder losgegangen. Da ist zwar beim Wegräumen kurz der Strom ausgegangen und auch kein Internet und habe den Messetag mit der Präsentation des Erzählbandes der slowenischen Autorin Mojca Kumerdej “Unter der Oberfläche ” auf der “Donau-Lounge” begonnen. Dann bin ich zur ORF-Bühne geswitscht, weil dort Marlene Streeruwitz ihre “Tage im Mai”” präsentierte und bin dort auch nicht lang geblieben, denn auf der “Standard-Bühne” gab es einen Podcast über amerikanische Bücher aus den Neunzehndreißigerjahren, die jetzt wieder entdeckt wurden. Dann habe ich mir bei der Bude beim Literaturcafe eine Backhendlbox geholt, den Spritzer habe ich mir diesmal mitgenommen, um vier Euro neunzig einzusparen. Dafür Melange und Kuchen, die auch acht Euro dreißig kosteten.

Die Diskussion mit Ingrid Brodnig und Liz Hirn zur künstlichen KI habe ich versäumt, weil zu voll, dafür aber Luca Kiesers Diskussion über sein Buchpreisbuch,, das ich noch lesen muß gehört und um drei habe ich dann auf Johanna Gradl vom DTV Verlag gewartet, die mir und zwei anderen Buchbloggern ihr Frühlingsprogramm im Literaturcafe vorstellte. Dann wieder “Donau-Lounge”, Stefan Teichgräber getroffen und mit ihm über “Birobidschan” diskutiert, das ja ein ähnliche Thema hat, wie das Buch das er bei seinem “Lenz” präsentierte und dann gings wieder zur ORF-Bühne bzw. zur Frage “Was aus den Grünen wurde”

Lena Schilling, Sigi Mauer und die zwei Wablers haben mit Petra Stoiber darüber diskutiert, die abwehrte, als sich eine Frau aus dem Publikum in die Diskussion einmischten wollte. Denn das durfte man offenbar nicht. Bei der “Donau-Lounge, wo ich den Rest des Messetages verbrachte, schon. Da hat sich Cornelius Hell erkundigt, ob das Publikum Fragen hat und anschließend ging es ins Collegium Hungarium, wo wieder diese ungarische Zeitschrift, die auf Englisch in Amerika erscheint, präsentiert wurde und Franzobel, Michal Hvorecky und Anita Moscat ihre Texte lasen, die zum Teil um Tere zum anderen um die Zukunft der Kultur gingen. Dann gabs einen guten Rose zu trinken und jetzt auf in den vierten und letzten Messetag, der für mich auf der ORF-Bühne mit einem Gespräch und einer Lesung aus Eva Rossmanns zweiundzwanzigsten Mira Vanlensky-Krimi “Flying Dinner” begann und da kann ich mich erinnern, daß sie ihren ersten gemeinsam mit meinen “Wiener Verhältnissen” auf dem Festival von Richard Pils vorstellte.

Vorher auf dem Klo habe ich Susanne Ayoub zugenickt, die ihren Krimi “Rondo Veneziano” auf der “Standard-Bühne” vorstellte. Auf der “Radio Wien-Bühne” ging es in Oliver Scheibers Buch um die”Krise der Volkspartei”.

Ja, die “Buch-Wien” war sehr politisch und so diskutierten auf der “ORF-Bühne” Natascha Strobl mit Robert Menasse und einem kritischen SPÖ-Mitglied über das “Prinzip Hoffnung”. Nach der Käsekrainer- Box gings dann zur “Donau Lounge”, wo das Außenministerium zwei ihrer Kulturprogramme vorstellte. Da gab es einmal die literarischen Dialoge “Wot da Future” und dann den vierten Band der Kulturkontakte. Andreas Unterweger und Marie Gamilscheg haben ihre Texte gelesen und die Bände konnte man sich beim Außenministeriumkulturstand mitnehmen.

Da habe ich den Ö1 Qiiz versäumt, zu dem ich mich angemeldet, aber nicht genommen wurde. Macht ja nichts. Gabs ja bis fünf noch genug Programm auf den fünf Bühnen. Zum Beispiel hat Gabriele Kögl, das bemühte GAV-Mitglied, aus ihren “Brief vom Vater” gelesen, um nicht nur politisch zu sein und der Journalist Gerhard Jelinek, glaube ich, hat ein Buch über das Jahr 1924 geschrieben und da war interessant, das damals, als mein Vater zwölf war und meine Mutter neun, der Schilling eingeführt wurde und das Radio. Dann gings wieder in die Gegenwart, nämlich zum Rechtsruck in Deutschland und in Österreich oder zu der Frage was die FPÖ mit der AfD verbindet?

Dann wars schon fünf und die Messe schloß ihre Toren und ich habe noch ein paar Goodie-Bücher, nämlich Goran Vojnovics “18 Kilometer bis Ljubjana” gespendet von der lieben Annemarie Türk. Dann Roland Innershofers Studie über Hugo von Hofmannsthal, das gemeinsam mit den literarischen Dialogen, in der Außenministeriumskiste lag und der liebe Conny, der zwar nicht zu meinen Geburtstagsfest kam, hat mir ein Buch, das er wahrscheinlich von einem der Bibel-Stände hatte, überreicht, so daß ich mich über die “Wege zur Gesundheit” informieren kann, was gut sein kann, da mich die fünf Tage Messe obwohl ich diesmal immer zurück mit der U-Bahn gefahren bin, sehr erschöpften.

Spannend, spannend die fünfzehnte Buch-Wien. Wie Benedikt Föger sie empfand, kann man wahrscheinlich auf der Hauptverbandseite lesen. Ich habe ein paar Bücher mitgebracht, ein paar interessante Begegnungen gehabt und cirka achtzig bis hundert Euro für das Essen ausgegeben und nun geht es weiter mit dem Lesen. Stehen da ja noch einige deutsche Buchpreisbücher und die ganzen schweizer, wo der Preis nächsten Sonntag vergeben wird, auf meiner Liste.

Zum fünfzigsten Todestag von Ingeborg Bachmann

Die 1926 in Klagenfurt geborene Ingeborg Bachmann, nach der ja die “Tage der deutschsprachingen Literatur” benannt sind, erlitt in der Nacht von fünfundzwanzigsten zum sechsundzwanzigsten September in ihrer römischen Wohnung durch eine Zigarette ausgelöste Verletzungen, an denen sie am siebzehnten Oktober 1973 verstorben ist. Heute oder vielleicht schon damals wußte man, daß es nicht die Verbrennungen, sondern die vielen Medikamente waren, die sie nahm, an denen sie gestorben ist, bzw. am Entzug derselben, der bei ihr epileptische Anfälle auslöste und die Ärzte wussten den Namen des Medikamentes nicht, weil ihn die Familie oder die Freunde aus Angst vor der Verfolgung oder dem schlechten Ruf, nicht preisgeben wollten.

Im Oktober 1973 habe ich gerade mein Psychologiestudium begonnen und auch meine erste literarische Geschichte geschrieben und den 1976 entstandenen Haneke Film ” “Drei Wege zum See” habe ich in der elterlichen Wohnung in der Wattgasse, in der ich damals noch lebte, auch gesehen.

Ingeborg Bachmann, die rätselhafte Frau, eine vierbändige Werkausgabe habe ich mir von meinen Eltern auch einmal schenken lassen und darin gelesen, obwohl ich keine wirkliche Bachmann-Expertin bin, aber an die grande dame der Literatur, die 1953 ihr Cover am “Spiegel” hatte, bei der Gruppe 47 iergewonnen hat, kommt man als literrisch Interessierte, ob man will oder nicht vorbei und ich will das auch.

2006 wahrscheinlich zum achtzigsten Geburtstag gab es in Wien ein großes Symposium mit einem Stadtspaziergang in den dritten Bezirk, wo die Bachmann ja als sie noch studierte und beim Radio arbeitete, wohnte und dann zum Cafe Raimund, wo Hans Weigel, mit dem sie ja einige Zeit eine Beziehung hatte, seinen literarischen Stammtisch betrieb.

Ingeborg Bachmann und die Männer, da gab es ja eine unglückliche Beziehung zu Paul Celan, später eine zu Max Frisch, dann zu Hans Werner Henze für den sie ja Libretti schrieb und vielleicht auch eine zu dem 1935 geborenen und 2018 verstorbenen Adolf Opel, den ich öfter bei Lesungen und Veranstaltungen traf. Jedenfalls ist er mit der Bachmann nach Ägypten gefahren und hat darüber ein Buch geschrieben, das mir die Trude K. einmal zum Geburtstag schenkte und jetzt hat die Filmemacherin Margarethe von Trotta einen Film darüber gemacht und Ludwig Wüst, von der K&K Werkstatt hat sich auch einmal in einem Film mit dieser Reise oder dem “Fall Franza”, der daraus entstanden ist, beschäftigt.

“Reise in die Wüste ” heißt er und er beginnt nach der Trennung von Paul Celan. Da ging es ihr schlecht, sie reiste aber nach Paris zur Premiere von einem Max Frisch-Stück und eine unglückliche Beziehung begann, aus der sie sich durch die Reise mit Opel nach Ägypten retten konnte.

“Wo mir das Lachen zurückgekommen ist” heißt das Buch, das bei “Amazon ” eine schlechte Rezension hat und Margarethe von Trotta hat sich offenbar an diesem Buch orientiert und das hat Lydia Mischkulnig, die nach der Vorstellung im Filmcasino mit Günter Kaindlsdorfer am Sonntag darüber diskuterte, kritisiert und auch, daß der Film nicht chronolgisch angeordnet ist, sondern lustig hin und herspringt und ich hatte auch Schwierigkeiten mit den Personen und wußte oft nicht, wer ist jetzt wer?

Die Bachmann war sicher eine interessante Frau, da gibt es ja den Mythos und die Klischees, daß sie ihre Taschentücher fallen ließ, damit die Männer sie aufhoben. Ob sie wirklich mit drei Männern gleichzeitig schlafen wollte und daher Adolf Opel zwei Ägypter in ihr Zimmer ließ, weiß ich nicht? Vielleicht hat es Adolf Opel so beschrieben. Da müßte ich das Buch das in Harland ist, finden und nachlesen. Ist aber eine Stelle, die mit nicht gefiel. So würde ich den Film auch süßlich und klischeehaft finden.

Susanne Ayoub hat aber unter den Titel “Die Verbrennung – Mutmaßungen zum Tod von Ingeborg Bachmann”, denn da hat die Schriftstellerin Christine Koschel, die mit ihr in Rom befreundet war, ein Buch darüber geschrieben, ein Feature gemacht, das man am Sonntag und auch Dienstag in Ö1 hören kann und dann gab es im Literaturmuseum, am Dienstag, dem Todestag eine Veranstaltung, wo Maja Haderlap sich mit der 1972 erschienen Erzählung “Drei Wege zum See” beschäftigt und die Schauspielerin Friederike Tiefenbacher, die im Volkstheater gerade in “Malina” spielt und man anschließend den Film im Metrokino sehen konnte. De Sonderausstellung im Museum, die ich im Vorjahr besuchte und die es noch bis fünften November gibt, habe ich auch noch besucht und mir diesmal zu Ende angehört, was Elfriede Jelinek über die Bachmann zu sagen hatte, was sehr modern wirkte, obwohl das Gespräch schon 1990 aufgenommen wurde.

Ich habe meine Hauptschulfreundin Christa U. getroffen und bin mit ihr anschließend ins Kino gegangen, um Guido Wieland als den alten Herr Matrei und einen Film zu sehen, in dem es noch keine Handies gab und man das Ferngespräche anmelden mußte, wenn sich die Elisabeth ein Telegramm schicken lassen wollte, um ihrer Heimatidylle zu entgehen, denn zum See ist sie auf den drei Wegen nicht gekommen, hat aber ständig in den Lokalen rauchen dürfen und Axel Corti hat den Text gelesen, deshalb war auch seine Frau Cecily im Publikum, wie die Frau Schmidt-Dengler, und Dine Petrik. Ruth Aspöck, die auch kommen wollte, wurde nur von der Christa gesehen.

Wieder in die GAV-GV

Sanja Abramović, Britta Badura
Ágnes Czingulszki, Timo Brandt

Da gab es heuer ja schon die Fünfzigjahrfeiern in der Vollversammlung in Mai und Vollversammlungen hat es, als ich in die GAV aufgenommen wurde, jedes Jahr gegeben. Später wurde das eingestellt, bzw. auf die Jubiläumsjahre verteilt und seit einigen Jahren beginnt die GAV-GV mit dem kulturpolitischen Arbeitskreis am Freitagnachmittag. Da war diesmal “Awareness”. Martin Fritz hielt das Impusreferat und erklärte, daß er da zwar kein Experte sei, aber ein diesbezügliches Seminar besucht und zwei Bücher gelesen hat.

“Awareness” bedeutet Achtsamkeit oder heißt, weil das Thema ja “Awareness im Vereins- und Veranstaltungskontext” hieß, daß sich alle bei Veranstaltungen wohl fühlen und niemandens Gefühle verletzt werden sollten. Da haben sich bei mir ein bißchen die Haare aufgestellt, denn wenn ich ein Problem habe, spreche ich es an und brauche keinen “Awareness-Beauftragen” der das für mich tut und würde auch meine Familie, Freunde und Klienten ermutigen, das zu tun.

Da hat Monika Vasik gleich widersprochen, denn manchmal geht das nicht, da ist man von sexuellen, strukurellen, etcetera, Übergriffen überfordert und dann wurde die Veranstaltung interessant, weil diskutiert wurde, daß man diskritmiert wird, wenn man bei Residenzaufenthalten seine Kinder nicht mitnehmen kann und da dachte ich daran, daß man sich bei manchen Ausschreibungen nicht beteiligen und auch keine Preise gewinnen kann, wenn man seine Bücher selbst verlegt.

Also werde ich mir das zu Herzen nehmen und bei der nächsten diesbezüglichen Ausschreibung mich bei dem entsprechenden Awarenessbeauftragten diesbezüglich beschweren. Mal sehen ob das etwas bringt?

David Hoffmann, Rudolf Hochwarter
Christine Frei, Jasmin Gerstmayr

Aber Scherz beiseite, es war interessant und hat mich auf neue Ideen gebracht, habe ich mich doch früher schon geärgert, wenn Kollegen sagten, den oder den lade ich nicht mehr ein, denn er ist alt und raschelt mit seinen Mansukripten oder stottert bei den Lesungen.

Da braucht man sicher Achtsamkeit, Toleranz und Verständnis und um fünf war der Arbeitskreis aus. Was mache ich bis sieben, wenn die Lesung der neuen Mitglieder beginnt, dachte ich und habe diese Zeit bei der Ruth verbracht, die mich auf Kaffee und Buttersemmel eingeladen hat, so daß wir über unser literarischen Leben plaudern konnten. Sie geht ja im November nach Bad Hall auf einen Schreibaufenthalt und ihr neues Buch “Begona, la Trigena” ist noch nicht erschienen. Und ich habe mir von meinen kleinen Dingen, den literarischen Prosamen, die mich in der nächsten Zeit erwarten.

Dann gings zurück in die “Alte Schmiede” zum zweiten Teil der 2021 neuaufgenommenen Mitglieder und da haben sechzeh neue <mitglieder jeweils fünf <minuten lang gelesen und davon habe ich einige schon, einige gar nicht gekannt. Also war es sehr interessant.

Karin Peschka, Martin Peichl
Margarita Kinstner, Sabina Holzer

Zuerst hat die 1982 in Kroatien geborenen Sanja Abramovic einen Text gelesen, in dem es um Gräber ging, die man kaufen, sich aussuchen oder haben will. Dann folgte die 1980 in Graz geborene Britta Bandura, die in ihrem “Mosaikmorgen” von den Nöten einer Mutter erzählte. Dann folgte der 1982 in Deutschland geborene Timo Brandt, den ich schon von den Sprackunstlesungen kannte und der im “Standard” auch die Lyrikseite betreut. Die 1981 in Ungarn geborene Agnes Czingulski kenne ich von der “Edition Exil”. Die 1966 in Deutschland geborene und in Telfs lebende Christine Frei brachte sehr kritische Gedichte und die 1992 in Steyr geborene Jasmin Gerstmayr slamte einen Text, wo sie nach dem Sinn des Lebens suchte und dem Leistungsdruck entkommen will, etwas das man vielleicht auch unserer Regierung nahelegen sollte, die gegen Teilzeitarbeit ist.

Der 1956 im Burgenland geborene Rudolf Hochwartner las einen Auszug aus seinem sehr politischen Buch “Immer wieder taucht ein Cowboy auf” und der ebenfalls im Burgenland 1985 geborene David Hoffmann las zuerst einen Prolog mit dem Titel “CoRoT-7B” und dann noch einige Gedichte.

Stefan Winterstein, Reinhard Tötschinger
Eva Schörkhuber, Katrin Rauch

Die Performancekünstlerin Sabina Holzer las aus ihrem “Medusa-Text”. Von der 1976 in Wien geborenen Margarita Kinstner habe ich schon “Mittelstadtrauschen” gelesen und sie auch bei der “Literatur und Wein” erlebt.

Martin Peichl ist mir ebenfalls bekannt, habe ich ja glaube ich sein Debut und noch einiges anderes gelesen und ihn auch bei verschiedenen Veranstaltungen gehört und er wollte in seinem Text wissen “Was ein Gespenst ist”, eine interessante Frage, die er zu beantworten wußte. Dann folgte die mir ebenfalls schon bekannte und viel gelesene Karin Peschka, von der ich gerade ihr auf der Öst-Longlist stehenden Roman “Dschomba” gelesen habe. Sie las auch daraus und freute sich mit Martin Peichl gemeinsam aufzutreten, weil sie mit ihm auch schon vor ein paar Tagen gelesen hat.

Die 1994 geborene Katrin Rauch beschäftige sich sozusagen mit dem Freitag, den dreizehnten und den “Tagen an denen alles schiefgeht” und Eva Schörkhuber,, die ich glaube ich, bei den Volksstimme-Lesungen kennenlernte ist mir ebenfalls bekannt und auch aus ihrem Buch “Die Gerissene” wo es um eine umpinselte Kuba-Fahne geht, habe ich sie schon lesen gehört.

Der 1952 in Wien geborene Reinhard Tötschinger las aus einer Kurzgeschichte, wo einer endlich eine Geschichte fertig bringt und der letzte Lesende der 1981 in Wien geborene Stefan Winterstein las einen 2018 erschienene Text in dem er sich und seine Biografie vorstellte.

Am Samstag ging es dann zu der Generalversammlung in die “AS”. Da wurde zuerst der neue Vorstand vorgestellt und diskutiert, wie man die Vorstandwahlen verändern kann, so daß nicht immer die gleichen Personen gewählt werden. Dann kam der Kassabericht und der Bericht zu den “Fünfzig Jahre GAV-Veranstaltungen”, bevor es zu den Neuaufnahmen kam.

Da haben sich diesmal sechsundfünfzig Autoren beworben und vierundfünfzig wurden von derJury zur Aufnahme vorgeschlagen. Da waren bekannte Namen, wie Ljuba Arnautovic, Elisa Asenbaum, die ich ja beim letzten “Dicht-Fest” kennenlernte, David Bröderbauer, IreneDiwiak, Sabine Groschup, Anna Herzig, Eva Jansenberger,, die glaube ich immer bei den “Poet-Nächten” liest, Zoltan Lesi, Frieda Paris, Christian Schreibmüller, der Meistersalamer, Cornelia Stahl, die mich ja einmal für das Radio Orangne interviewt hat, Bernhard Strobel,, etcetera und zwölf die von der <jury nicht vorgeschlagen worden.

Da bekommt man vorher die Liste und kann ein Veto einlegen, was ich früher sehr eifrig getan habe. In der letzten Zeit bin ich da nachlässiger geworden und so bin ich erst vor ein paar Tagen daraufgekommen, daß ein eigentlich sehr bekannter Autor darauf ist, der auch zwei sehr engagierte Veti von Birgit Schwaner und Nils Jensen bekam, die nicht verstanden, warum er abgelehnt wurde? Das habe ich eigentlich auch nicht oder doch natürlich, denn ein Buch das “Mohr im Hemd…” heißt ist, ja heute nicht mehr politisch korrekt.

Es ist aber schon vor elf Jahren erschienen. Bei der Abstimmung, die es nach einer heftigen Diskussion dann gab, wurde es haarig, zwanzig Pro-, zwanzig Contrastimmen und dreizehn haben sich, glaube ich enthalten. Also abgelehnt und einer der Kollegen meinte, ein wenig herabblassend “Er kann ja nächstes Jahr einen besseren Text einreichen!”

Nun ja, nun ja, und interessiert ist auch, daß nur wenige der Anwesenden den Autor und den das Buch kannten. Markus Köhle, glaube ich, schon. Der hat es vielleicht sogar bei seiner Vorstellung moderiert und ich habe es einmal im Schrank gefunden oder aus einer Abverkaufkiste gezogen und apropos Abverkaufkiste, das war auch sehr interessant. Denn nachher gabs ja die Mittagspause. Ich habe einen Toast im “Haashaus” gegessen und einen “Hugo” dazu getrunken. Dann bin ich beim “Frick” fündig geworden und habe mir um insgesamt zehn Euro fünf Bücher gekauft, von denen vier wahrscheinlich GAV-Autoren waren. Leider hatte ich das von Ernst Wünsch schon und kann es dem Bücherschrank übergeben. Aber Hanno Millesis Novelle “Venusathmosphäre” kann ich jetzt lesen. Michael Hammerschmids “Räuberische Poetik”, und Friedrich Hahns Buch mit dem elendslangen Titel “Der Autor steht für Lesungen und Presseauftritten nicht mehr zu Verfügung”, der ja gut zur GV und den Sorgen der Autoren passt.

Am Nachmittag ging es dann mit den Veranstaltungen, die für das nächste Jahr eingereicht wurden, weiter, die die GAV-Autoren machen wollen und die abgestimmt werden mußten. Da habe ich ja früher die “Mittleren” und den “Tag der Freiheit des Wortes” eingereicht. Jetzt mache ich das nicht mehr und danach als noch ein paar Punkte diskutiert waren, waren wir um fünf fertig und standen bis dreiviertel sechs vor dem literarischen Quartier auf der Straße, denn das “Alt Wien “, wo diesmal das Abendessen stattfand, erwartete uns erst um sechs und da musste man in Zeiten, wie diesen, das Essen schon vorbestellen. Ich habe mich für ein Schnithzel entschieden und war sehr erstaunt, daß es ohne Salat serviert wurde.

Das wars mit der GAV und morgen geht das literarische Leben ohne Versammlung weiter und da kann ich gleich verkünden, daß nächste Woche die Frankfurter Buchmesse stattfindet, wo die berühmteren der GAV-Autoren wahrscheinlich auftreten werden.

Immer nur für mich allein?

Fünfzig Jahre schreiben, fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” und das natürlich entsprechend feiern Fünfzehn Tage lang habe ich mir vorgenommen und auch Resume zu ziehen, was in den letzten Jahren passiert ist und wie es mir mit dem Schreiben ergangen ist?

Darüber habe ich in diesem Jahr in einigen Jubiläumsartikel und auch schon früher immer wieder geschrieben und zusammengefaßt, wie es mir mit dem Schreiben geht. Das eigentlich immer für mich wichtig war und ich mich so weit ich mich erinnern kann, schon immer geschrieben habe und schreiben wollte.

Ich bin ja ein Novemberkind und als meine Mutter 1959 mit mir zu Schuleinschreibung gegangen ist, noch nicht ganz sechs und einige Sprachfehler, hat man ihr eine Sprachsonderschule empfohlen.

“Mein Kind geht in keine Sonderschule!”, hat meine Mutter empört gesagt und ist mit mir zu Hannes Aschenbrenner einen damals bekannten Logopäden oder Sprachheillehrer gegangen und der hat mir dann irgendwie das Lesen beigebracht, so daß ich es schon konnte, als ich ein Jahr später in die erste Kasse der VS kam und da kann ich mich auch erinnern, daß ich an den Wochenenden Aufsätze schrieb, die ich dann meiner Lehrerin Frau Keiler zeigte und die hat mir, glaube ich, auch den Rat gegeben nicht zwei gleiche Wörter hintereinander zu verwenden. Dann kam die Hauptschule mit der Frau Else Linser und dann die “Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe” mit der Frau Professor Friedl und irgendwann, ich glaube, im Jahr 1971 habe ich mich dann entschlossen nach der Matura zu schreiben und Psychologie zu studieren.

Da habe ich schon für mich geschrieben, mir Geschichten ausgedacht und viel gelesen. Den literarischen Zeitpunkt setze ich aber nach meiner Matura im Mai 1973 an. Da habe ich meine erste Erzählung geschrieben, die von einer Hure, die am Nachmittag Kinder betreut. Die ist fertig geworden, wurde nie korrigiert und keine Ahnung, wo die jetzt ist? Liegt vielleicht in einer Mappe in der Krongasse. Dann kamen, auch schon oft erwähnt, der Gerhard K. und die Monika J. ,dienen die “Einladung zum Tee” nicht gefielen und mein Briefwechsel mit dem Pastor B. , den ich im Workcamp im Hamburg im Sommer 1976, glaube ich, kennenlernte und der auch das Vorbild für die männliche Person in der “Einladung” war. Dem habe ich mein Leid geklagt und da kann ich mich erinnern, daß er mir den Rat gegeben hat, nur für mich selbst zu schreiben.

“Tue es nur für dich, wenn du keinen Erfolg und keine Anerkennnng hast!”

Sicher gut gemeint. Ich war damals empört und habe geantwortet, aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Ein bißchen hochgestapelt, ich weiß, mich mit der Nobelpreisträgerin von 2004 zu vergleichen, die damals wahrscheinlich gerade die “Klavierspielerin” und die “Lebhaberinnen” gechrieben hat, die ich gelesen habe.

Damals war die Reaktion, denke ich heute, sicher richtig. Ich habe weitergeschrieben, mich mit den Frauen vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” getroffen und später mit Elfriede Haslehner, Valerie Szabo-Lorenz, Bruni Langthaler und noch einigen andern in privaten Kreis und haben einander unsere Texte vorgelesen. 1987 bin ich in die GAV aufgenommen worden. Ab da habe ich meine Texte auch an Verlage und Zeitschriften geschickt, mich für Stipendien und Preise beworben und nicht viel Erfolg gehabt.

Stimmt nicht ganz. Den Wettbewerb für ein nicht rollenkonformes Kinderbuch “Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen” habe ich gewonnen, der “Wiener Frauenverlag”, der sich damals gegründet hat, hat auf Initative von “Jugend und Volk”, wo das Buch erschienen ist, meinen Arbeitsgeschichte “Die freundlichen Stimmen oder auf einen Anruf warten” genommen und ein paar Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften, wie das “Log” etcetera, gab es auch. Als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs dann die U-Bahngeschichten im “Wespennenst, ein paar Texte in der “Rampe” habe ich auch gehabt. Da hat, glaube ich, auch Gerald Bisinger vermittelt.

Dann kamen die “Hierarchien” wo ich meinen Weggang 1987 von der Klinik beschrieben habe, die hat Jack Unterweger, der schon vorher Texte in seiner “Wortbrücke” genommen hat, dann in seiner “Edition” herausgebracht. Vorher habe ich das, glaube ich, an zweiundvierzig Verlagen geschickt, darunter auch “Rowohlt” und “Suhrkamp” und schlechte Kritiken gehabt.

Weiter versucht. Bei der GAV einiges organisiert, zum “Preis der Arbeit” haben sie mich 1989 mit meiner “Slavica-Geschichte” eingeladen und die ersten Lesungen bei den Textvorstellungen in der “AS” damals noch im zweiten Stock des Hinterhauses gab es auch und so hat es sich dahingezogen, bis dann um 2000 wahrscheinlich mein erstes selbstgemachtes Buch herausgekommen ist. Das war eine Idee vom Alfred der mir die “Wiener Verhältnisse” sozusagen zum Geburtstag schenkte. Inzwischen gibt es an oder über sechzig selbstgemachte Bücher und bin damit erst recht vom Fenster weggekommen, schicke nicht mehr an Verlage, sondern blogge seit fünfzehn Jahren und das ist, das habe ich schon geschrieben, für mich einerseits sehr wichtig geworden. Andererseits erst recht wieder weg vom Literaturbetrieb. Einmal habe ich ein Interview für die Zeitschrift “Buchkultur” gegeben. Da ging es um das Thema Untergrund und da habe ich gesagt, daß ich mich eigentlich nicht als Frau im Untergrund fühle. Die Interviewerinnen haben das aber so gesehen und das Interview entsprechend formuliert, obwohl sie auch Ilse Kilic und Christine Huber und Patrica Brooks interviewt habe.

“Stiefkind Literatur!”, habe ich damals geäußert und mir dann immer wieder gedacht, “Tue ich das eigentlich immer nur für mich und komme ich jemals in den Literaturbetrieb?”

Und jetzt blogge ich schon fünfzehn J,ahre habe inzwischen über fünftausend Artikel und auch viel geschrieben in dieser Zeit. Aber eigentlich nur die negativen Kommentare vom Uli und in jüngster Zeit auch von einem Fräulein Rottenmeier.

“Sie können es nicht! Sie haben viele Fehler”

Die Frau Heidegger und die JuSophie haben das auch früher getan und der Manfred Lagler-Regall, der gute, schickt gelegentlich aufmunternde Worte und Doris Kloimstein hin und wieder ein Gedicht. Aber sonst blogge und schreibe ich im Vergorgenen und ertappe mich auch immer wieder dabei, daß ich manchmal denke “Dann tue ich es nur für mich!”, breche dann ab und frage mich, ob ich das wirklich so will?

Natürlich nicht. Aber wenn es nicht anders geht, die sechzig Büche,r sind da und die fünftausend Blogartikel und auch die Bücher, die ich inzwischen gelesen habe und deren Besprechungen man nachlesen kann und in letzter Zeit habe ich mich auch bei der Frage ertappt, ob das nun das restliche Leben so weitergeht?

Mit zehn bis fünfzehn Lebensjahren habe ich ja noch zu rechnen und wird das so weitergehen, siebzig oder achtzig selbstgemachte Bücher oder gar nicht soviel und zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” und keiner nimmt es wahr und bei den Veranstaltungen zu denen ich gehe, stehe ich allein und isoliert da, mit mein Glas Wein, während sich die literarischen Insider miteinander unterhalten.

Stimmt auch nicht so ganz. Erst in der letzten Veranstaltungswoche hat sich Kurt Neumann“, der mich sonst eher ignoriert, in der “Alten Schmiede” mit mir unterhalten. aber der hat mich schon in den Neunzehnachtzigerjahren zu den “Textvorstellungen” eingeladen und einen Tag darauf auch Mascha Dabic und manchmal bekomme ich auch Kommntare von jungen Autoren, die mich kennen oder mir ihre Bücher schicken.

Wird es also so weitergehen, daß sich niemand für meine Sachen interessiert und nur der Uli schreibt “Sie sind selbst schuld, wenn sie so schlecht schreiben und unblehrbar sind!”

“Nein!”, denke ich dann!.

“Das kann es doch nicht sein!”

Denn, ich glaube, ehrlich und wahrhaftig, wenn man etwas fünfzig Jahre mit Herzblut tut, dann ist das schon etwas und auch, wenn ich mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehe oder die Grammatik vielleicht auch nicht so ganz beherrsche, nicht experpementell bin und wie Klaus Kastberger wahrscheinlich sagen würde, konventionell schrebe und Thomas Bernhard für viel besser hält, ist das doch etwas, denke ich. Denn schreiben lernt man durch schreiben und, daß ich am schlechtesten auf der ganzen Welt schreibe, wie mir schon mal kommentiert wurde, glaube ich, auch nicht wirklich und wenn, wäre das auch ein Kompliment. So gibt es ja Wettbewerbe für das schlechteste Schreiben, aber da habe ich mich nie beteiligt und denke es wird schon durchschnittlich sein und mehr will ich eigentlich gar nicht. Aber trotzdem Anerkennung und Interesse. Iimmer nur hören, “Das ist nicht gut genug!”, ist es auch nicht und das kommt jetzt auch nur mehr von meinen Spamern, während mich der Literaturbetrieb ja komplett ignoriert und ich auch nicht mehr viel hinschicke.

Stimmt auch wieder nicht so ganz, denn als ich der Frau Danielcyk, der unentwegt bemühten,mein zweites “Literaturgeflüster-Buch” geschickt habe, hat sie mich aufgefordert mich für eine Ausschreibung zu bewerben, bei der man eigentlich ein Buch in einem Wiener Verlag haben mußte. Gewonnen habe ich da nichts und frage mich also, wird das so bleiben, daß ich fünfzig, sechzig, siebzig Jahre schreibe und niemand interessiert es?

Fünfzig Jahre tue ich das ja schon und es geht mir eigentlichnicht so schlecht dabei. Denn inzwischen habe ich gelernt damit zu leben, obwohl ich es noch immer nicht verstehe, daß man so übersehen wird. Denn ich würde auf einen Artikel, wie diesen antworten, mich an den Gewinnspielen beteiligen und uch die entsprechenden Bücher lesen.

Muß aber nicht sein, geht auch ohne, obwohl es wäre vielleicht doch ganz schön. Also was werde ich zehn Jahren schreiben, wenn es fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” zu feiern gibt. Werde ich es dann auch allein und für mich tun und mich nur mit gelegentlichen Spamern auseinandersetzen, was ich eigentlich ganz gern tue und auch immer freundlich antworte?

Ist eigentlich schade, würde aber natürlich gehen. Also schauen wir, wie es weitergeht und mein Leser lade ich natürlich wieder ein sich für mein Schreiben und meine Bücher zu interessieren.

Wenn sie mich schon liken oder gelenentlich kommentieren wäre ein Buchrezension ganz schön. Also warten wir ab und schauen wir wie es weitergeht? Inzwischen schreibe ich ja eifrig an meinem neuen Projekt und werde auch weiter darüber berichten. Also eine Beteiligung an einer Leserunde wäre schon sehr gut und wenn nicht geht es natürlich auch ohne, weil mir das “Literaturgeflüster” ja sehr wichtig ist. Eine schöne Kompensation für mich selbst, hat aber auch viel Information, die ich meinen Lesern bieten kann.

Fünfzehn Jahre Literaturgeflüster

Es ist so weit. Das “Literaturgeflüster” gibt es seit fünfzehn Jahren und ich blogge seit dem dritten Juli 2008 inzwischen täglich über mein literarisches Leben, mein Schreiben, meine Bücher, die Veranstaltungen, die ich besuche, über die politische Situation und noch über vieles andere, das irgendwie literarisch ist.

Es gibt es schon an fünftausendvierhundert Artikel, die inzwischen fast täglich erscheinen. Wui, könnte man da sagen, was für ein großes Archiv, wo man seit Juli 2008 nachschauen kann, welche Veranstaltungen ich in Wien und anderswo besuchte, wer dort war, was dort gelesen wurde oder passierte und das natürlich sehr subjektiv und auch unvollständig, da ich ja einem Abend nicht an drei Orten gleichzeitig sein kann.

Fehlerhaft, wie mein dritter Kritiker der Uli, wahrscheinlich sagen würde, ist es auch, denn ich habe kein Lektorat hinter mir und das ist dem Hans Raimund einmal auch bitter aufgestoßen.

Aber ich finde die Möglichkeit des Bloggens, wo ich über alles meinen literarischen Senf verspritzen kann, sehr toll und daher ist das Literaturgeflüster” für mich auch sehr wichtig.

Und weil wir auch in einem Jubeläumsjahr sind, fünfzig jahre Matura, fünfzig Jahre schreiben, wurde schon gefeiert, der siebzigste Geburtstag folgt dann im November, möchte ich ein bißchen über die Entstehungsgeschichte plaudern.

Habe ich ja 2008 oder vielleicht schon früher angefangen, die literarischen Blogs, die es damals gab, zu verfolgen und habe das 2008 auch mit dem “Bachmann-Preis”, den ich regelmäßig streame, so gemacht und da kann ich mich erinnern, daß Christiane Zintze-n deren “inadäquat” es nicht mehr gibt, da von einem “Bachmannpreis-Kolloquium” gesprochen hat.

Ich habe diese literarische Bogdiskussionen toll gefunden mich mich gefragt ob ich das auch kann? Und dann am dritten Juli sehr schnell, bevor der Alfred in die Wu aufgebrochen ist, mit dem ersten sehr schnellen Artikel angefangen.

Das erste Bloogerjahr war eigentlich auch sehr produktiv. Ich habe rasch ein Kommentierer Autorenkollegen gefunden. Die Anni Bürkl hat mir kommentiert, Cornelia Travniek, der Otto, der mich anfangs sehr verstäkte, die Andrea Stift und auf den “leselustfrust-Blog, den ich sehr interessant gefunden habe, bin ich auch gestoßen.

Dann kamen die Kritiker oder Spamer, die Frau Heidegger, die JuSophie, den schon erwähnten Uli, der auch schon mal von “sinnlosen Content” ,den ich da produziere geschrieben hat. Ich denke aber, das ist es nicht und wie schon geschrieben für mich ist mein literarisches Repräsentieren sehr wichtig und inzwischen ist auch sehr viel passiert.

Es gibt die “Buch Wien”, die es 2008 auch das erste Mal gegeben hat, den österreichischen Buchpreis und das “Buchpreis-Lesen“, ich nehme an Bloggertalks teil, war auf Bloggertreffen, habe mich für Leipzig akkrediert, bekomme von dort die Presseaussendungen und in der “Bloggerdebutjury” bin ich seit 2016 auch und in der des “Ohrenschmauses” schon seit 2007.

Zweiundvierzig selbstgemachte Bücher gibt es seit ich blogge auch und drei Literaturgeflüsterbücher mit Texten aus dem Blog.

Das Erste das aus einem Frust entstanden ist, enthält meine literarischeren Blogtexte, das zweite beschäftigt sich mit meinen Büchern und meinen Schreiben, denn ich stelle ja seit einiger Zeit meine Bücher immer im Blog vor.

Es gibt die Schreibberichte, die Vorschauen, Gewinnspiele, Einladungen zu Leserunden und das dritte beschäftigt sich mit meinen Corona-Texten, denn das Thema Corona hat mich, wie meine Leser wissen werden, auch sehr beschftigt. So daß es außer den Corona-Texte Buch auch zwölf Bücher gibt, die sich mit diesem Thema beschätigt, wo man später nachlesen kann, wie das mit Corona war und ich es empfunden habe.

Es ist in den letzten fünfzehn Jahren also viel geschehen, auch wenn ich ziemlich unbemerkt vor mich hingblogge und sich nur manchmal Leute über meine Fehler ärgern oder nicht glauben können, daß ich wirklich alle Bücher lese. Tue ich und ich breche auch keines ab.

Es gab die literarischen Geburtstagsfeste, die ich an sich schon seit 1987 machte und die 2020 und 2021 Corona bedingt nicht stattfanden und im Vorjahr eher vorsichtig im Schmalspurformat wieder auferstand.

Zum siebstigsten Geburtstag sollte es wieder eines geben, obwohl ich nach der Pandemie sicher keine siebzig Leute zusammenbringen und von den zehn oder zwölf, die dann kommen könnten wahrscheinlich keiner siebzig Minuten wie eigentlich geplant zuhören werden.

Aber trotzdem fünfzehn Jahre Literaturgeflüster und natürlich großes Feiern. Fünfzehn Tage oder länger auch wenn das manche Leute, wie der Uli narzistisch finden könnten.

Das “Lteraturgeflüster” ist nicht nur mein Archiv sondern auch mein Tor zur literarischen Welt, wo ich mein literarisches Leben, mein Lesen, mein Schreiben, meine Bücher, etcetera vorstellen kann und mein literarisches Wissen gerne mit den daran Interessierten teile und wow, wer hat das schon fünfzehn Jahre kontinuierlichen Schreibens über den Literaturbetrieb und über fünftausend Artikel darüber. Mein literarischer Vor- oder Nachlaß habe ich ja vor ein paar Tagen einen Besucher bei der Tielsch Veranstaltung gesagt.

Alles Gute zum Geburtstag “Literaturgeflüster,” also! Die Sektkorken knallen, die Kerze am Kuchen entzünden!

Auch wenn ich den literarischen Geburtstag mit der Wandergruppe verbringen werde.

Der siebenundvierzigste Bachmannpreis

Der wurde ja 1977 von Marcel Reich Ranicki, Humbert Fink, etcetera gegründet, die IG Autoren waren damals sehr empört und die Autoren haben dann mehr oder weniger heimlich doch dort gelesen und ich hätte das auch immer gern.

Aber leider, leider nicht eingeladen, denn ich bin ja offenbar sprachlich nicht gut genug, 1996 bin ich hingefahren, um zuzuhören und seit einigen Jahren kann man auch streamen, was ich sehr begierig tue, obwohl sich meine diesbezügliche Einstellung inzwischen etwas geändert hat und ich das Ganze lockerer sehe.

2020 kam dann Corona und ein “Bachmann-Preis” per Zuschaltung. Da waren, glaube ich, nur Wolfgang Tischer die moderatoren und Julya Rabinowich in Kagenfurt. 2021 waren, glaube ich, die Juroren dort und im Vorjahr eigentlich alles wieder normal oder hätte ich das mißverstanden? Der neue Moderator Peter Fässlacher, Christian Ankowitsch, haben sie, glaube ich, hinausgeschmissen, erklärte aber, endlich wieder alles normal und richtig Anfang 2022 hieß es ja nur geimpfte Autoren dürfen antreten. Das war dann im Juni oder Juli nicht mehr so arg und die Impfpflicht ausgesetzt oder abgeschafft und jetzt werden ja auch Ende Juni die Corona Vorschriften endgültig abgeschafft.

Also im Vorfeld meiner “Fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” feiern und im Jubiläumsjahr “Fünfzig Jahre Matura fünfzig Jahre schreiben” auf der Terrasse im Krongassen-Garten nach Klagenfurt streamen.

War gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Denn zuerst war das Internet weg, dann hieß es, mein Browser kann nicht empfangen. Dann ging es doch und “Frau Bach und Söhne” hielten gerade die musikalische Einleitung. In Zeiten wie diesen nahm die künstliche Intelligenz der ORf-Direktorin fast die Einleitungsworte weg und in der politischen Szene Klagenfurt gibt es, glaube ich ,auch Differenzen. Trotzdem waren alle Festgäste da. Die Autoren haben sie in den Garten bzw. in den neueröffneten Ingeborg-Bachmannpark gesetzt und es sind diesmal nur zwölf, denn Robert Prosser, in dem der Alfred sschon den Preisträger sah und Helena Adler haben abgesagt. So gibt es nur Anna Felnhofer und Mario Wurmitzer von den Österreichern, die ich kenne. Dann kenne ich noch Andreas Stichmann, der glaube ich schon mal dort gelesen hab und oh Überraschung den Ukrainer Yevegniy Breyger, kenne ich auch, habe ich ihn doch letztes Wochenende in Neuberg an der Mürz gehört.

Ein Herr vom ORF lobte die Literatur und erklärte den Leuten, daß er die in die Herzen aller bringen will “Und deshalb meine Damen und Herren brauchen wir ihre Rundfunkbeiträge!” Das sehe ich ein bißchen anders und bin gegen Zwangsgebühren und lesen kann ich selber, schreiben auch.

Dann wurden die Preisstifter wieder nach ihren Lieblingsbüchern gefragt und die redeten sich mehr oder minder heraus, “Der Mann ohne Eigenschaften” liegt auf dem Nachtkästchen und eine Dame ist noch nicht reif für die Insel. Natürlich für das Lesen haben die Erfolgsmenschen dann trotz aller schöner Worte zu wenig Zeit.

Der Landeshauptmann Peter Kaiser hielt auch eine Rede und suchte sich ein paar Kärntner Inseln zum Lesen aus.

Dann wurden die sieben Juroren vorgestellt. Klaus Kastberger im schwarzen Shirt schaute ziemlich finsgter, daneben saß Mara Delius, Mithu Sanyal ist neu in der Jury, Insa Wilke ist die Vorsitzende, Thomas Stässle ist auch neu in der Jury, Brigitte Schwens-Harrant war schon dort, sowie Philipp Tingler, der die Jury mit seinen Bemerkungen immer etwas durcheinanderbringt. Insa Wilke hielt dann eine Eröffnungsrede und sprach von ihrem Blockadegefühl bezüglich der angespannten Verhältnisse, die es im Großen und im Kleinen gibt und pries dann das Buch “Gekränkte Freiheit”, wo sich die Autoren mit den Corona-Kritikern beschäftigten und sie in bestimmte Dimensionen einordnen, was ich wahrscheinlich ein wenig anders sehe, aber interessant, die Definition von Insa Wilkes Freiheit, die sie mit dem Lesen von Büchern verband und riet die Bücher nicht als Besitz zu betrachten. Nun ja, ich denke da eher, die preisgekrönten Autoren schreiben das eine und ich das meine im Verborgenen und beides ist vielleicht auch Literatur.

Dann kam die Auslosung der Lesereihefolge mit dem Justizar, die diesmal im Garten vergeben wurde. Es gibt fünf Peise, vier von der Jury und den Publikumspreis und jedes Jurymitglied kann fünf Punkte vergeben. Die höchste Punktzahl bekommt den Preis, das war schon im Vorjahr anders, weil sich, glaube ich, Wolfgang Tischer über den bisherigen Vorgang aufgeregt hat. Dann folgte wieder Musik im Garten, im Saal saß, glaube ich, nur das Publikum und die Jury.

Dann kam die Klagenfurter Bachmann-Preis Rede von Tanja Maljartschukj, die 2018 den Preis gewonnen hat, “Hier ist immer Gewalt”, die sich als gebrochene Autorin bezeichnete, die durch den Krieg die Sprache verloren hat oder sich vor ihr fürchtet und darüber referierte und deshalb auch nicht imstande war, den in Arbeit befindenden Roman über den Holocaust fertig zu schreiben.

Am Donnerstag begann der 1977 in Frankreich geborene Jayrome Robinet, der seit dreiundzwanzig Jahren in Deutschland und seit dreizehn Jahren als Mann lebt und den bezeichneten Roman “Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund” geschrieben hat, seinen Text “Sonne in Scherben” zu lesen, der mit dem Satz begann, daß er als Kind Mozarella für ein Stück von Mozart gehalten hat und dann von seinem “Dr. Papa erzählte, der am Bau arbeitete und aus Sizilien stammte und dann seine Transtion mit der Geburt seines Babies und Begräbnissen beschrieb, was ja jetzt modern ist. Er wurde von Mithu Sanl eingeladen. In der Diskussion wurde dann erklärt was an dem Text konventionell oder unkonventionell ist und die Jury war vorwiegend begeistert.

Dann kam der zweite Ich-Text, daß diesmal sehr viele davon gelesen werden, hat die Jury schon verraten, die “Verwechslungen” des 1983 in Bonn geborenen Andreas Stichmann, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, wo einer, der wegen einer Nesselsucht in einer Klinik liegt, dort seinen alten Bekannten Alexander Germ trifft, der eigentlich Schwertens heißt und dabei seine Familiengeschichte beschreibt. Da gab es mehr Einwände und Streitgespräche zwischen den Juroren und dann ging es in den Garten zu Cecille Shortmann, einem Film über Florjan Lipus und eine Diskussion mit seiner Tochter und Ales Steger über die slowenische Literatur, die ja im Herbst Gastland in Frankfurt ist und zwei slowenische Autoren nämlich Ana Marwan und Maja Haderlap haben den Bachmann-Preis auch schon gewonnen.

Die nächste Leserin war dann die 1986 in Tübingen geborene Valeria Gordeev, deren Text “Er putzt” heißt, wo es um einen Putzteufel, “Reinigungsprosa”, twittert Wolfgang Tischer, geht, den ich literarischer als die beiden vorigen fand, dem sich die Jury anschloß.

Die letzte Donnerstagsleserin war dann die 1991 in München geborene Anna Gien, die von Mara Delius eingeladen wurde, deren Text , “EVE SOMMER”, der aus Einträgen bestanden, ich meiner Stunden wegen fast vertsäumte.

Am Freitag ging es dann weiter. Bei mir mit zwei Vormittagstunden, so daß ich Sophie Klieeisen Teufelstext “Taube Früchte” und Martin Piekars Pflegetext “Mit Wände Sprechen/Polen sind schwierige Volk” versäumte und nur Teile der Diskussion darüber hörte.

Ich habe dann erst wieder den Text “Wenn ich eine Zeitmaschine hätte”, der 1980 in England geborenen Jacinta Nandi, die einen indischen Vater hat, in Berlin lebt und von Mithu Sanyal eingeladen wurde, gehört, der sich mit der Gewaltbeziehung einer deutschen Mutter, die ihre Kinder hasst, beschäftigt der heftige Diskussionen auslöste und sich hier Philipp Tengler wieder sehr einbrachte. Diesmal haben alle Autoren das Schlußwort und können etwas sagen, die meisten, die ich gehört haben, bedankten sich, aber die engagierte Jacinte Nandi wünschte sich eine Kinderbetreuung im nächsten Jahr.

Und in der Pausendiskussion im Garten ging es um mehrsprachige Autoren und da wurde zuerst ein Film über den indischen und in der Schweiz oder Berlin lebenden Autor Ralph Taharyil gezeigt und dann mit Mithu Sanyal und Chantal-Fleur Sandjon über Diversität diskutiert und die Frage, welche Texte Literatur sind angerissen, die mich ja auch sehr beschäftigt.

Um künstliche Intelligenz, bzw. Chat GTB und ob man die, in den Texten erkennen kann, ging es dann auch.

Dann folgte die 1984 in Wien geborene Psychologin Anna Felnhofer, die von Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde mit ihren sehr eindringlichen Text “Fische fangen”, der von den Mobbingerfahrungen eines sehr Siebzehnjährigen handelt.

Dann gings wieder in den Garten zu Cecille Shortmann und Yevgenij Breyger zu einer Diskussion über die ukrainische Situation, womit die Freitagübertragung mit einem Film über Valerie Fritsch beschlossen wurde.

Am Samstag vor einer Woche habe ich den 1989 in der Ukraine lebenden und jetzt nach Wien übersiedelten Yevgeniy Breyger in Neuberg an der Mürz als Lyriker gehört, was mich sehr beeindruckt hatte, in Klagenfurt hatte ich dann die Gelegenheit ihn als ersten Prosa-Lesenden zu streamen. Sein Text “Die Lust auf Zeit”, hat sich bei ihm schon länger vorbereitet und jetzt, wahrscheinlich nach dem Ukraine Krieg seine Form gefunden und eingeladen wurde er von Insa Wilke.

Wieder ein “Ich-Text” wo man schwören muß, kapiert zu haben, daß der Protagonist nichts mit dem Autor zu tun hat und die Wolfgang Zischer nicht leiden kann. Hier erlitt der Vater einen Schlaganfall. Die Mutter ruft das Ich verzweifelt an, weil er ihr verboten hat, den Krankenwagen zu rufen und der Opa hat den Protagonisten einmal gesagt “daß es schlimmer ist in der Klinik eine Niere zu verlieren, als ein Bein im Krieg” und der Urgroßvater wurde wegen eines Stalin-Witzes deportier, also wieder die Verbindung zu der Vergangenheit, die auch in den anderen Texten, wie in dem vom “Putzen” immer wieder aufblitzte, als sich da die Wattestäbchen zu Hakenkreuzen verbogen. Der Erzähler braucht lange, um in das Zimmer seines Vaters einzutreten und der dann ein Glas Wasser will und sich beim Sohn erkundigt, warum er solang gewartet hat?

Dann ging es in das “Tiny-House”, des 1992 in Mistelbach geborenen Mario Wurzmitzers, der von Philipp Tingler eingeladen wurde und der bei “willhaben” eine Anzeige entdeckte, daß er in eine Musterhaussiedlung einziehen und sein Leben dort streamen kann. Aber wie bringt er seine Bücher dorthin? Er legt einen Gemüsegarten an, warten auf Rainald Goetz, der sich ja, glaube ich, 1983 in Klagenfurt die Stirn aufgeschnitten hat. Dann kommen noch die Brandtstifter und zünden die Musterhäuser an. Er zieht in ein Baumhaus und dreht die Kamera ab, worauf er hinausgeschmissen wird.

“Kapitalismauskritik vom Feinsten!”, urteilte die Jury. Dann ging es, obwohl das Wetter nicht sehr schön war, in den Garten zu Cecille Shortmann und den Problemen der Kleinverlagen.

Dann habe ich den Aufreger des Tages bei der 1996 geborenen Schweizerin Laura Leupi und ihrem “Alphabet der sexualisierten Gewalt” offenbar verschlafen. Nur mitbekommen, daß es da um Vergewaltigung ging und sich die Jury etwas später in den Haaren lag und das enfant terribel Philipp Tenger für irre erklärt wurde.

Spannend, spannend, was Texte alles auslösen können! Dann kam der offenbar türkischstämmige 1983 in Hannover geborene Deniz Utlu, der wieder in die Ich Form zurückkam und von seiner Kindheit, der Krankheit des Vaters und der ambivalent liebevollen Beziehung zu seiner Mutter erzählte. Das Aufwachsen in Deutschland, die erste Liebe und die Identitätssuche kommen darin vor. Ein Text, der Klaus Kastberger zu konventionell war, da er lieber Thomas Bernhard liest und Philipp Tengler stimmte ihm zu.

Das war es dann und jetzt kann die literarische Außenseiterin ihr Publikumsvoting abgeben und ist ein bißchen ratlos dabei. Denn einige, wahrscheinlich spannende Texte, muß ich erst nachlesen. Bei einigen, beispielsweise bei dem von dem schwangeren Mann, der nicht autobiografisch ist, würde ich die Literarizität bezweifeln.

Eindruckvoll bleibt der Text vom Putzen. Der muß einer Psychologin mit Zwangspatienten natürlich gefallen. Der Text von Mario Wurmitzer hat mir gefallen und der von Yevgenij Beyger auch.

Mal sehen, was die Jury dazu sagt. Anna Felnhofer ist auch sehr gelobt und für preiswürdig erklärt worden. Andreas Stichmann und Anna Gien sind offenbar durchgefallen und insgesamt fand ich die Textauswahl sehr vielfältig. Sehr viel Autofiktion und Diversität. Aber das ist jetzt modern und natürlich bleibt die Frage, wie das alles Ingeborg Bachmann gefallen hätte und im Jubeläumsjahr die, warum ich nicht eingeladen werde und was pasieren würde, wenn ich dort einer meiner Texte lese?

Nichts Gutes wahrschein und nach wie vor finde ich es schade, daß trotz aller Diversität und Offenheit nicht alle die Chance haben, ihre Stimme zu erheben und von den hunderten Bewerbungen, viele überbleiben, die nicht lesen dürfen, weil sie für zu konventionell, zu uninteressant oder was auch immer gehalten werden.

Im Garten gaben dann die sehr origenelle, extrovertierte Jacinta Nandi, die mit einem Speibkübel zu ihrer Lesung erschienen ist und Martin Pikert ihre Leseerfahrungen wieder. Dincer Gücyeter lief dann mit seinem “Deutschlandsmärchen” Cecile Shortmanns übers Bild und wurde auch in einem Film gezeigt.

Im Literaturcafe haben Wolfgang Tischer, Bozena Bandura und Andrea Diener ihre Meinung zu den Tagen, den Texten und den Juroren kundgegeben und meine Reihung wäre Valeria Gordeev, Jevgenij Bejger, Sophie Klieeisen, Denis Utlu und Mario Wurmitzer. Auf Martin Picars Text bin ich neugierig, habe ihn aber noch nicht gelesen und nun zu den hehren Juryentscheidungen und da kann ich noch anmerken, daß Klaus Kastberger, der gestern von Thomas Bernhard schwärmte und ansonsten von den hundertmal schon gehörten konventionellen Texten genug hat, Helena Adler mit ihren Bernhard Stil- Geschichten eingeladen hätten, die dann aber aus gesundheitlichen Gründen, glaube ich, nicht teilnehmen konnte.

Der neue Juror Thomas Strässle ist übrigens auf Platz eins bei Wolfgang Tischers Jurybewertung gekommen, Klaus Kastberger diesmal auf den sechsten Platz. Ich habe diesmal nicht mitgestimmt, weil, ich glaubte, die Juroren nicht beurteilen zu wollen und Mara Delius, die den Literaturcafe-Leuten nicht gefallen hat, auf den letzten <platz.

Laura Leupi, die man Laura mit “Sternchen” nennen muß, hat dann den “3 Sat-Preis” mit ihren “Alphabet der sexualisierten Gewalt” gewonnen und Thomas Strässle hat die Laudatio gehalten.

Martin Piekar hat dann mit dem neuen Abstimmungssystem und mit Stichwahl den “Kelag-Preis” bekommen, für den dann der unkontionelle Bachmann-Fan die Laudation gehalten hat und nun muß ich noch die Lesung nachhören.

Dann kam der offenbar neue Deutschlandfunk-Preis” und da wurde zuerst ein Stifutungsvertreter interviewt und mußte seine Meinung zum Preis kundgeben, den er für sehr gegenwärtig hält, sehr non binär und und divers ist wohl damit gemeint und sich freute, daß nun wieder allle vor Ort stattfinden konnte. War er das letzte Jahr nicht da? Den Preis hat dann Anna Felnhofer gewonnen, den ich eigentlich für die “Bachmann-Preisträgerin” gehalten hätte.

Brigitte Schwens-Harrant hielt die Laudation auf den “Gesichtsblindenmobbing-Text” der Psychologin und Wissenschaftlerlin. Den Publikumspreis hat dann nochmals Martin Pekar, der lange Haare, rote Fingernägel und einen schwarzen Overall trug, bekommen, den ich sehr herzlich gratuliere.

Bevor der Hauptpreis verkündet wurde, sah man Ingeborg Bachmann ein Gedicht interpretieren und Lydia Mischkulnig, die ja 1996, als ich vor Ort war gelesen hat und damit vielleicht bekannt wurde, Ana Bahr und andere Autoren, bzw. Daniela Strigl gaben in einem Filmausschnitt , ihre Meinung zum weiblichen Schreiben und Gewalt kund, damit des besonders spannend wurde.

Deshalb wurden noch einmal die Juroren befragt und dann Überraschung hat meine Favoritin Valeria Gordeev mit ihren Putztext gewonnen, die sich mehr Preise wünschte und die neue “Inge Preisskulptur” mit dem einen Punkt, den sie vor Anna Felnhofer lag, zum Geldpreis” bekommen hat und von Insa Wilke, die auch die Schlußrede hielt laudiert wurde.

Der Bürgermeister, der, glaube ich, der Tennislehrer von Jörg Haider war, übergab den Preis und dann gabs wieder Musik und wahrscheinlich mehr oder weniger Freude.

Das wars dann und jetzt auf auf die Rudolfshöhe oder zum Grillen in Annas Garten und natürlich in meine Jubläumsfeiern zu “Fünfzehn Tage Literaturgeflüster” womit ich meine Leser nun fünfzehn Tage nerven oder erfreuen und ihnen auch einen kleinen Einblick in mein Schreiben geben werde.

Zum fünfzigsten Todestag von Christine Lavant

Diese Woche spricht der Kärtntner Literaturwissenschaftler in den “Gedanken für den Tag” in Ö1, über Christine Lavant, die am vierten Juni 1915 bei St. Stefan im Lavanttal geboren wurde und am siebenten Juni 1973 in Wolfsberg gestorben ist und im Juni 1973 hatte ich gerade meine Matura gemacht, habe an meiner ersten Erzählung geschrieben, mir Bücher gekauft und war in meiner philosophischen Krise und überzeugt, daß ich nun in den Literaturhimmel aufsteigen kann, sehr euphorisch.

Für Literatur habe ich mich ja wahrscheinlich schon immer sehr interessiert und von der Frau Professor Friedl, meiner Deutschlehrerin in der Straßergasse, auch ein profundes literarisches Wissen mitbekommen. So haben wir im vierten Jahrgang ein ganzes Jahr lang Goethes “Faust” durchgenommen was ich zuerst für einen Witz gehalten haben und von der damaligen Gegenwartsliteratur nicht will gehört, weil das Schuljahr schon im Mai zu Ende war und in dem Deutschlehrbuch kann ich mich erinnern, sind die Namen H. C. Artmann, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, die am siebzehnten Oktober 1973 in Rom verunfallt ist, vorgekommen.

Ob auch von Christine Lavant etwas drinnen stand, kann ich mich nicht erinnern, habe mich aber seit Sommer 1973 sehr intensiv mit der Literatur beschäftigt, habe Bücher eingekauft, an eine Rilke- Lyrikausgabe kann ich mich erinnen und den “Mann ohne Eigenschaften” den ich im Sommer 1974 im Häuschen am Almweg h gelesen und wahrscheinlich nicht verstanden habe.

Adalbert Stifter habe ich während meiner Studetinnenzeit viel gelesen und Thomas Mann, den “Zauberberg” und den “Doktor Faustus” wahrscheinlich auch nicht viel verstanden und ein paar Jahre später, als ich schon den Willi von den “Logischen Denkern” kannte und mit ihm in den Volksgarten tanzen ging, Heimito von Doderers “Dämonen” und 1978 oder 1978 bin ich dann auf Vermittlung der Monika Jensen in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen”, bin da irgendwann auf das Buch der Hilde Schmölzer “Frau sein und schreiben” gekommen und da war, glaube ich, ein Portrait der Christine Lavant , neben dem der Christine Busta, der Ilse Aichinger, der Barbara Frischmuth, der Friederike Mayröcker, etcetera, drinnen.

Eines von Elfriede Gerstl nicht und als ich die Hilde Schmölzerhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2017/01/25/geburtstagsfeier-fuer-hilde-schmoelzer/te einmal danach fragte, antwortete sie mir, sie war damals noch nicht so berühmt oder ist ihr nicht so aufgefallen und über Christine Lavant habe ich wahrscheinlich einige Fernseh oder Radiosendungen gehört und gesehen und Lavant-Lieder gibt es auch.

Ob ich viel von ihr gelesen habe, weiß ich gar nicht so genau, habe aber einmal einen Lyrik-Band in einem der Bücherschränke gefunden und einmal ein Buch für die Anna bei der Anna Jeller gekauft. Eine Lesetheaterveranstaltung gab es auch einmal und dann die große Lavant-Ausstellung vor ein paar Jahren im Literaturhaus und da gibt es, glaube ich, immer noch die “Lavant-Lesen-Reihe”, wo ich, glaube ich, auch nicht besonders oft war.

Die Lavant ist unwidersprochen eine große Dichterin und Außenseiterin der Nachkriegslandschaft, die vielleicht jetzt auch ein bißchen in Vergessenheit geraten ist, aber der 1949 geborene Klaus Amann, der Leiter des Musil-Archivs in Klagenfurt, ist, glaube ich, ein begeisteter Lavant-Fan und bringt das “alte Weiblein” das vielleicht gar nicht so konservativ und katholisch war, wie man ihr unterstellen könnte, den literarisch interessierten Frühaufstehern wieder nahe.

Die als Christine Habernig geborene und als Christine Thonhauser verheiratete Thonhauser hat sich ab 1948 nach ihrem Heimattal umbenannt und ist immer krank und sehr schwächlich gewesen. Die Armut hat sie auch kennengelernt und sich durch Stricken durchs Leben gebracht.

1937 lernte sie ihren späteren Mann, den Kunstmaler Josef Habernig kennen und war auch mit dem Maler Werner Berg, der sie öfter portraitiert hat, befreundet.

Der Gedichtbänd “Die Bettlerschale” ist sehr bekannt. Dann gibt es noch “Das Wechselbälchen” und die “Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus”, das ich damals für die Anna besorgte.

Psychiatrieerfahrungen hat sie also auch gemacht. Aber 1979 den “Großen österreichischen Staatspreis für Literatur” bekommen. Es gibt seit 2015 eine “Internationale Christine Lavant Gesellschaft” und seit 2016 auchh einen “Christine Lavant Preis”, den schon Bodo Hell, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, etcetera, bekommen haben.

Eine literarische Jubiläumsdiskussion

Es ist so weit, ich schreibe jetzt schon mindestens fünfzig Jahre literarisch, gebe seit etwa zwanzig Jahren meine Bücher selbst heraus, das heißt, ich lasse sie mir immer fünzig Mal drucken, weil ich keinen Verlag dafür gefunden habe. Cirka sechzig sind da schon entstanden, die das Schreiben zum Thema haben, sich mit depressiven Frauen und den gesellschaftlichen Zuständen beschäftigen. Zwei Kinderbücher gibt es auch. Zwei Erzählbände, drei “Literaturgeflüsterbücher”, weil ich seit 2008 ja das “Literaturgeflüster” betreibe, das demnächst sein fünfzehnjähriges Jubiläum hat, ja in diesem Jahr passiert sehr viel und da habe ich mich ja 2020 mit meinem Schreiben und meinen Büchern beschäftigt, wo meine Schreibartikel enthalten sind und die Leseproben von meinen Bücher die seit 2008 bis 2020 entstanden. Das sind etwa siebenundzwanzig und 2020 war ja bekanntlich das Corona-Jahr,,, wo diese Krise mit Lockdowns, Ausgangssperre, Lockdown für Ungeimpfte, mit Imfp-, Test und Maskenpflicht begonnen hat und das hat mich ja auch zu einem Corona Texte Buch und unzähligen Blogartikel dazu inspiriert und etwa zwölf Bücher sind darüber entstanden,, zwei davon sind noch in der Produktion und wenn sie fertig sind stelle ich sie dann in meinen Blog vor. Es gibt eine Vorschau, ein Gewinnspiel mit drei Fragen, wo man das Buch bekommen kann und eine Aufforderung zu einer Leserunde, also den Wunsch über das Buch zu diskutieren.

Das mache ich schon seit einigen Jahren, der Erfolg ist sehr gering. Einmal habe ich in der Schreibgruppe als es sie noch gab das Buch verteilt.

Da hat mir glaube ich die Ruth und die Doris Kloimstein was dazu geschriebene, aber sonst hat sich außer dem lieben Manfred Lagler-Regall niemand gemeldet, der die Gewinnspielfragen auflöste und als ich ein paar der Bloggerkollegen, die ja immer meinen, daß sie jedes und alles lesen, fragte, ob sie ein Buch von mir besprechen wollten, haben die entweder nicht geantwortet oder gemeint, daß sie leider keine Zeit dazu hätten.

Warum weil sie Angst haben etwas Selbstgemachtes zu besprechen oder zu verreißen? Verreißen brauchen sie es natüriich nicht. Sie könnten so wie ich es tue, den Inhalt zusammenfassen und ihre Meinung dazu schreiben. Da können Sie ja auch schreiben, daß ich mich nicht so hundertpro an die Rechtschreibung halte, nicht experimentell und vielleicht auch nicht so abgehoben bin.

Richtig, da gab es ja auch die JuSophie , meine zweite Kritik- oder Spamerin. Die habe ich jetzt vergessen und die hat mir als ich ihr “Mimis Bücher” gegeben habe, das Buch, wenn auch nur widerwillig besprochen, weil es ist ja selbstgemacht und der liebe Uli mein dritter Kritiker hat das für die “Unsichbare Frau”,, wo er ja auch eine Vorbildfunktion hatte auch getan und der ist es ja, obwohl er ja selbst sehr kritisch ist und über alles, was ihm nicht gefällt sehr drastisch schimpft, die Regellosigkeit vorgeworfen, weil ich ja immer schreibe, daß mir die Rechtschreibung eigentlich egal ist.

inzwischen habe ich gelernt mich doch daran zu halten, würde aber noch immer sagen, daß das meine Art von Freiheit ist und ich auch bezüglich Corona eher der Freiheitsfraktion angehört habe und mich nicht testen und impfen ließ und auch keine Masken trug, weil ich mich nicht zu etwas zwingen lassen wollte, was, wie sich jetzt herausstellt doch nicht so gefährlich war, wie es dargestellt wurde.

“Fehler korrigieren!”, schreien also der Uli und das Fräulein Rottenmeier, das mir inzwischen gelegentlich kommentiert und bringen dazu Vergleiche, wie daß man bei einem Unfall auch nicht wegschauen darf oder sich an Verkehrsregeln halten muß. Muß man natürlich vor einer roten Ampel um zwölf Uhr mittags stehen bleiben, weil sondst wahrscheinlich was passiert. Um zwölf Uhr nachts, wenn die Straße leer ist, hat das wahrscheinlich wenig Sinn und das wäre dann die Selbstverantwortlichkeit, ,daß man selbst entscheidet wo etwas sinnvoll ist und wo ncht und da hat mir der Alfred vor Jahren ein anderes selbstgemaachtes Buch mitgebracht, was jetzt hoch aktuell wäre, leider finde isch es nicht mehr. Aber da gibt es eine Geschichte von einer Diktatur, wo den Leuten beigebracht wurde, immer vor Ampeln stehenzubleiben, weil sie sonst einen elektrischen Schlag bekommen und so stehen und stehen sie vor roten Ampel auch wenn längst kein Auto kommt und vor dem Kühlschrank wurde die Kalorienzuteilung auch rationalisiert.

Ich schreibe also ein bißerl schlampert und im Verborgenen vor mich hin, weil ich auf meinen Blog außer ein paar Freunden nur ein paar Spamer haben, die sich über meine Fehler lustig machen, statt sich für das, was ich schreibe, interessiert.

Das stimmt auch nicht ganz, denn als ich 2003 beim Ö1 Quiz mitgemacht habe und dafür nach Graz gefahren bin, hat sich die Doris Glaser für mein “Best of 2” interessiert und es sich geben lassen und die Katja Gasser, hat das als ich mit ihr einmal nach einer “Leseauslese” diskutierte, auch getan und mir das Buch dann kommentarlos zurückgeschickt und auch Malte Bremer, der Kompagnon von Wolfgang Tischer im Literaturcafe hat das auch getan und das hat mich auf die Idee gebracht, als weitere Jubelaktion eine Diskussion mit Günther Kaindlsdorfer bei dem ich auf der “Buch Wien” auch einmal bei einem Literaturquize mitmachte und den ich, glaube ich, nervte weil ich bei den Fragen immer vorgeschrien habe, um ein Buch zu gewinnen und jetzt mit ihm auch in der “Ohrenschmaus-Jury” bin, Katja Gasser, Klaus Kastberger, den Literaturdoyen und Daniela Strigl diskutieren oder sie über mein Schreiben befragen könnte?

Natürlich nur virtuell, weil sie real wahrscheinlich nicht kommen würden, weil keine Zeit oder sie mich nicht für literarisch genug halten.

Aber das wäre ja ein Diskutssionsthema, was wollen die Leute lesen und worüber schreiben die, die nicht Peter Handke, Cornelia Travnicek oder Marlene Streeruwitz heißen und das wäre interessant. Bei der Diskussion im Literaturhaus vor ein paar Wochen und bei der zu fünfzig Jahre GAV wurde auch über dieses Thema dikutierte, daß immer weniger Leute lesen, dafür immer mehr schreiben, die dann auch Möglichkeiten haben ihre Bücher selbst zu veröffentlichen, so wie ich zum Beispiel oder auch bei “Amazon” einzustellen und das hat sich ja in den letzten Jahren positiv verändert, vovher gab es nur die Selbstzahlerverlager, die viel von einem verlangten, einen seltsamen Verträge unterschreiben ließen und dann nicht viel dafür boten. Jetzt kann man seine Bücher leicht selbst herausgeben und das Schreiben kann man beispielsweise bei Jurenka Jurk, deren Gratiswebinare ich ja sehr gern besuche, auch lernen.

Das Bücherschreiben ist also kein Problem. Die entsprechenden Leser dafür zu finden wahrscheinlich schon, denn die können ja inzwischen streamen, Netflix gucken oder Computerspielenund haben für das Lesen noch viel weniger Zeit, als vorher und deshalb wurde ja vom deutschen Buchhandel 2005 auch der deutsche Buchpreis geschaffen, wo um die Frankfurter Buchmesse aus zwanzig Neuerscheinungen, das beste Buch herausgesucht werden sollte, das man dann zu Weihnachten seiner Schwiegermutter schenken oder auch sich selber kaufen konnte.

In die Jury wurden anfangs die hehren Literagturkritiker, wie Daniela Strigl oder ihre deutschen Kollegen bestellt und die wählten dann Bücher von Reinhard Jirgl, Ulrich Petzer, etcetera aus und die Buchhändlier schrieen “Wer soll das lesen? Das können wir nicht verkaufen!”

Die Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb, die selbst schreibt, hat das, als sie in der Jury war, auch getan und da sind wir wieder bei der Frage, was die Leute, die noch lesen, lesen wollen?

Krimis, Sachbücher, Chicklits und nicht meine Bücher, ist die einfache Antwort. Aber auch nicht die Streeruwutz und den Peter Handke wahrscheinlich und diese Bücher werden nicht ausgwählt. Keine Krimis und Phantasy auf den Buchpreislisten, außer sie haben berühmte Autoren und das ist wahrscheinlich auch das Dilemma der Gegenwartsliteratur, daß die Experimentellen, die Wiener Gruppe, H. C Artmann und Ernst Jandl um bei der Wiener Literaturgeschichte nach 1945 zu bleiben, hatten wahrscheinlich auch kein großes Lesepublikum, sind aber jetzt im Museum und in Symposien zu finden.

So ist das mit der Literatur und ich, die ich ja viel und eigentlich alles, wenn auch inzwischen immer langsamer, lese, finde es eigentlich schade, daß da nur von Kritikern und Experten zwanzig Bücher pro Jahr ausgewählt werden, die sie für lesenswert halten, die Durchschnittsleser, die ja, wie ich hörte, jetzt nur mehr vier Bücher im Jahr lesen, nicht interessieren.

Meinetwegen können die Leute alles lesen. Krimis, Fantasy, Liebesromane, etcetera. Ich finde es auch schön, wenn alles schreiben und wenn sie mir ihre Bücher zum Lesen anbieten, lese ich sie auch und schreibe darüber ohne die Sätze: Das ist das Schlechteste was ich je gelesen habe, zu verwenden, denn das brauche ich nicht, auch wenn ich sie für schlechter als meine halten würde.

In diesem Sinne bin ich schon bei der Vorschau auf fünfzehn Jahre Literaturgeflüster, das ja demnächst gefeiert werden wird und ich mir schon Leser wünsche, die sich trauen meine Bücher zu lesen und dann ihre Meinung dazu sagen und vielleicht nicht nur “Da ist ein Fehler! Da ist das “s” falsch geschrieben oder es wurde ein “r” vergessen!”

Da ich der Meinung bin, daß eigentlich alles was gescrhieben wird, interessant sein könnte. Man müßte sich nur die Zeit nehmen, sich ein bißchen länger damit zu befassen und nicht gleich beim ersten Fehler aufschreien und das Buch wegschmeißen, denn dann übersieht man viel. Das habe ich schon oft erlebt.