Die besten 2023-Bücher

Das Jahr neigt sich langsam zu Ende und meine heurigeLeseliste, die ja 2011, glaube ich, aus der “Hundert- Bücher” Challenge hervorgegangen ist, ist noch lang.

Wahrscheinlich, weil ich jetzt eher langsam lese und den Rekord von 176 Bücher, den ich 2013 hatte, erreiche ich nicht mehr. Derzeit stehen auf meiner 2023 Leseliste 144 Bücher. Davon sind bis jetzt sechsundzwanzig noch nicht gelesen und mehr als höchstens zehn werde ich heuer wohl nicht mehr schaffen.

Derzeit lese ich, wie schon erwähnt, eher langsam und bin gerade mit Ach und Krach mit der deutschen Buchpreisliste fertig geworden. Mit der Österreichischen war ich das schon früher.Jetzt kommt noch die Schweizer, die werde heuer vielleicht noch schaffen. Sind die fünf ausgewählten ja eher dünn und meine Leselisten haben auch Tradition.

2011 habe ich sie gegründet und mir dann 2013 irgendwann einmal eingebildet, nichts mehr zu kaufen, nichts mehr aus den Schränken zu holen, sondern alles aufzulesen.

Da bin ich gleich einmal gescheitert, habe dann aber Leselisten bis 2020 aufgestellt, um das Alte abzulesen, die ich dann irgendwann gelöscht habe.

Jetzt ist meine 2024-Liste sehr kurz. Die Geburtstagsbücher stehen darauf und das was ich 2023 nicht mehr schaffe, wird auch daraufkommen, wie das seit einigen Jahren auch schon so ist.

2015 bin ich ja durch “Buzzaldrins Blog” auf das Buchpreislesen gekommen, dann kam 2016 die Öst dazu und 2019, als wir nach Basel gefahren sind, habe ich auch noch das Schweizerlesen dazu genommen.

Was bedeutet, daß mein Lesejahr ab August festgelegt ist, denn für achtunddreißig Bücher brauche ich inzwischen ja vier Monate und etwas anderes hat sich dann meistens auch noch angesammelt.

Ich finde das Buchpreislesen sehr spannend und habe es im Gegensatz zu “Buzzaldrin” beibehalten, jetzt werden ja die Bücher an zwanzig Blogger verteilt, die dann sehr stolz auf ihr Patenbuch sind, gibt es mir ja einen guten Einblick in die Gegenwartsliteratur und da bin ich, glaube ich, inzwischen eine sehr gute Kennerin und seit einigen Jahren habe ich mir auch angewöhnteinen Bücherjahresrückblick zu geben.

Was waren die Highlights des Jahres? Wenn ich am neunten Dezember damit anfange, wird vielleicht noch was dazu kommen. Bei hundertachtzehn Bücher habe ich aber schon eine gewisse Auswahl. Also fangen wir es an, was sind meine besten Jahresbücher?

1.Milena Michiko Flasar “Oben Erde unten Himmel”, wo es ja im Jänner ein japanisches Abendessen gab, zu dem mich der Verlag eingeladen hat. Dann wurde es auch im Literaturhaus vorgestellt, da bin ich aber zu der “Mit Sprache-Veranstaltung” in die “Gesellschaft” gegangen und auf der öst Shortlist ist das Buch auch gestanden.

2. Anton Thuswaldner “Ein Gegenkanon”, auf das Buch hat mich der “Papierstaupodcast” aufmerksam gemacht und dann hat mich ein Herr angerufen und hat mich nach einen Register gefragt.

3. Moritz Bassler “Populärer Realismus”,, ein Buch auf das mich glaube ich, Ö1 aufmerksam machte, es wurde in der “Gesellschaft” auch von Klaus Kastberger und Daniela Strigl besprochen und hat mich Anfangs sehr verwirrt, denn ich verstehe unter “Realismus” glaube ich etwas anderes, als Moritz Bassler. Der führt, glaube ich, Daniel Kehlmanns “Vermessung der Welt” als Beispiel für geschwätziges Schreiben für den Bildungsbürger, an und geht dann zu den experimentellen Bücher, wo er sich die Schmankerl für die gelehrten Leser aussucht, Slata Roschals “153 Formen des Nichtsein” zählt er beispielsweise als positives Beispiel an. Ein Buch das ich eigentlich nicht für realistisch halte.

4. Marlene Streeruwitz “Tage im Mai” obwohl ich kein wirklicher Streeruwitz-Fan bin oder sagen wir, ich bin eine solche, habe auch viel von ihr gelesen, halte sie aber für kompliziert und verstehe auch nicht alles.

5. Raphaela Edelbauer “Die Inkommensurablen”. Da war ich auch bei Präsentation im Literaturhaus, habe dann Klaus Nüchtern über das Buch schimpfen gehört, es ist aber auf der dBp Longlist gestanden und ich habe einiges darin auch für übertrieben und unglaubwürdig empfunden, aber trotzdem ein interessantes Buch.

6.Sasha Filipenko “Kremulator”, das vierte Buch das ich von dem belasrussischen Autor gelesen habe, den ich auch in Leipzig auf dem Buch lesen hörte.

7.Tarjei Veesas “Der Keim”, das dritte Buch des norwegischen Autors, auf den ich durch den “Leipziger Buchpreis” aufmerksam aufmerksam wurde. Ein interessanter Autor und weg von der Neuerscheinungsliste.

8. Helga Schubert “Der heutige Tag”, da kenne ich die über achtzigjährige, die 2020 überraschend den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, noch glaube ich aus DDR-Zeiten, denn da habe ich mich begierig in die dortige Literatur eingelesen.

9. Olga Tokarczuk “Empusion” eine Überraschung der Nobelpreisträgerin von 2018, die ich eigentlich für unlesbar oder langweilig gehalten habe.

10. Elena Fischer “Paradise Garden” war ein spannendes Jugend- oder Joung Adult-Buch, das ich auf unserer Reise nach Frankreich gelesen habe, manchmal ein bißchen zu dick aufgetragen war, aber, glaube ich, gerade deshalb auf die deutsche Longlist passte.

11. Sabine Gruber “Die Dauer der Liebe”, ein spannendes Buch, das leider weder auf der dBp noch auf der Öst gestanden ist.

12.Ulrich Woelk “Mittsommertage”, die mich ja zu meiner “Stalkingstory” inspiriert haben.

13. Joachim B. Schmidt “Kalman oder der versunkene Berg”, da ist der behinderte Kalmann ja ein Wiffzack und das fand ich besonders schön.

14. Birgit Birnbacher “Wovon wir leben” bei den O-Tönen und auch sonst daraus gehört und im Vergleich zu Thomas Olah der gelungere Versuch das trübe Dorfleben der Siebzigerjahre zu beschrieben.

15. Bodo Hell “Begabte Bäume”, ja doch, kommt auch darauf, obwohl ich sonst ja nicht so sehr für das experimientielle Schreiben bin.

16. Eva Reisinger “Männer töten” ein starkes feministischen Buch, obwohl ich weder für das Töten von Männern noch das von Frauen bin.

17. Tereza Mora “Muna oder die Hälfte des Lebens”, das andere Buch, das ich während unseren letzten Buk-Aufenthalt gelesen hat, hat mir nicht so gut gefallen.

18.Angelika Klüssendorf “Risse”, ein deutsches Longlistbuch, das eigentlich kein Roman, sondern ein wieder aufgelegte Erzählband ist, mich aber trotzdem, da ich weder “Das Mädchen” noch “April ” gelesen habe, gut gefallen hat.

19.Tonio Schachinger “Echtzeitalter” das Gewinnerbuch des heurigen deutschen Buchpreis, aus dem ich schon bei den O-Tönen hörte und das mir vor allem durch seine literarischen Anspielungen sehr gut gefallen hat.

20. Ulrike Sterblich “Drifter” mein heuriger Buchpreisfavorit oder war das doch

21. Tim Staffel “Südstern” der das brutale multikulti Berlin von heute auf vortreffliche Weise schildert?

Das wars vorläufig. Einundzwanzig Bücher sind auf meine 2023-Lieblingsliste bis jetzt gekommen. Bücher, die mir gefallen haben und die ich sehr empfehlen kann, obwohl es sicher auch viele andere tolle Bücher gibt, die an mir vorbeigegangen sind.

Ein Hund kam in die Küche

Buch elf der deutschen Longlist ist sehr interessant, denn eine sehr leise, scheinbar leicht geschriebene Geschichte über den Holocaust oder das dritte Reich mit interessanten phantastischen Einschüben, des 1955 in Südtirol geborenen Sepp Mall, der der in Meran lebt und auch Mitglied der GAV und der IG-Autoren ist und als ich Robert Huez, ebenfalls ein Südtiroler und Literaturhausleiter, vor einiger Zeit nach der deutschen Liste fragte, sagte er mir acht Österreicher stehen darauf. Acht oder sechs? Also Clemens J. Setz, Teresa Präauer, Thomas Olah, Raphaela Edelbauer,Kathrin Röggler, Tonio Schachinger und dann noch den Südtiroler Sepp Mall und den deutschen Luca Kieser, der, glaube ich, in Wien lebt oder jedenfalls das “Institut für Sprachkunst” besuchte und “Ein Hund kam in die Küche” ist ein Buch, das ohne des Buchpreislesens wahrscheinlich an mir vorbeigegangen wäre, was schade gewesen wäre, obwohl ich inzwischen glaube schon genug dritte Reich Romane gelesen zu haben und mich lieber an die Corona-Aufarbeitung machen will.

Aber “Ein Hund kam in die Küche” ist ein interessantes Buch, erzählt von dem kleinen Ludi, der 1942 elf ist und mit seinen Eltern und dem behinderten kleinen Bruder Hanno, der eigentlich Anton heißt, aber das nicht aussprechen kann, in dem Südtiroler Dorf oder Städtchen Mariendorf lebt und die jetzt heim ins Reich geholt werden.

Da nimmt Ludi Abschied von Katharina, der Metzgertochter, die mit ihrer Familie auch auswandert, Nein “auswandern” nicht, denn sie gehen ja als Volksdeutsche ins Reich zurück, also “wandern “und das ist schon eine der feinen Sprachspielerein, die das eigentlich im Kindermund geschriebene Buch zur Literatur machen, denn Katharina erzählt Ludi, das sie nach Vor-Adelberg gehen, wo die Kinder dann die Wortspielereien machen, ob es auch ein Hinter-Adelberg gibt.

Die Familie des Ludi geht aber zuerst nach Innsbruck und da werden sie gleich aufgefordert, den kleinen Hanno untersuchen zu lassen. Der wird dann in das St. Josef Heim gebracht, wo er angeblich gefördert wird, wird dann nach Kaufbeuren überstellt und stirbt schließlich an einer “Lungenentzündung”.

Nur das wird thematisiert, nicht mehr. Höchstens die Reaktion der Mutter, die sich dann einige Tage lang nicht mehr aus dem Bett erhebt und unbedingt von Donauobergau wieder zurück nach Südtirol will.

Das geht aber nicht so einfach und so schnell. Denn der Vater ist schon eingezogen, wurde zuerst nach Frankreich und dann nach Russland geschickt und Hanno erscheint nun Ludi in seinen Träumen, wo er sich mit ihm unterhält.

Die Mutter geht mit Ludi dann nach Flatz, einem Ort in der Nähe von Landeck, wo es zu dem berühmten Hundezitat und auch zu weiteren scheinbar naiven Wortspielereien kommt, nämlich, die Schweden oder Sudetendeutsche, denen der Hund, der in die <küche kam und schließlich begraben wird, gehört, den “Volks- oder Scheißdeutschen” und als der <krieg verloren ist, haben Ludi und seine Mutter auch keine Staatsbürgerschaft mehr. Italien haben sie verlassen, Österreich will sie nicht, das deutsche Reich gibt es nicht mehr. Die Mutter kehrt aber trotzdem nach Meran zu ihrer

Schwester und später auch in das Dorf zurück und irgenwann erscheint auch der Vater aus der Russlandgefangenschaft, erzählt von den Lagern, wo er von den deutschen Kapos schlechter, als von den Russen behandelt wird, betrinkt sich in den Wirtshäusern, weigert sich mit der Mutter im selben Zimmer zu leben und verwirrt, den inzwischen fast erwachsenen Ludi damit, daß er Hannos Tod als soziale Gerechtigkeit dafür sieht, daß er in einem russischen Dorf ein Kind erschossen hat.

Darüber kann man in Zeiten, wie diesen, wo diskutiert wird, wie weit die Israeli das Recht haben, die Palästinenser oder die Hamas zu vernichten, sehr nachdenken und weitere Symbole in dem Buch sind auch das italienische Buch. Das einzige, was der kleine Ludi besitzt, daß er vor seinem Weggang zuerst in der Schule lassen will, später aber der schwedendeutschen Indgrid mit der Narbe an der Wange schenkt und sich dann auf der Flucht zurück mit Hannos Sandalen, die sie von dem Pflegeheim zurückbekommen haben, beschwert.

Ganz leise und still, wie Sepp Mall von diesen Krieg, seinen Grausamkeiten und Traumatisierungen erzählt und dabei Naturbeschreibungen und Wortneuschöpfungen und vor allem den Kindermund bemüht.

Schade, daß das Buch nicht auf die Shortlist, gekommen ist, würde ich meinen, denn ich würde ihm, vor allem in Zeiten, wie diesen mehr, Aufmerksamkeit wünschen.

Drifter

Buch acht der deutschen Longlist und das zweite Shortlistbuch “Drifter”, der 1970 in Berlin geborenen Ulrike Sterblich, das eigentlich weiter unten auf meiner Liste steht, da es da aber um eine geheimnisvolle Frau in einem gelben Kleid geht, die den zwei Freunden Wenzel und Kller in der U-Bahn begegnet, habe ich es vorgezogen, um Inspirationen für meine “Stalking-Story” zu bekommen, bei der ich ja steckte und o Wunder, ob das mit dem Buch etwas zu tun hat oder nicht, ich bin inzwischen weitergekommen, obwohl “Drifter” mit meinen eher biederen Schreibstil nicht zu vergleichen ist und ich kann gleich schreiben, daß mir das Buch sehr gut gefallen hat, wie auch das der Terezia Mora. Jetzt bin ich nur gepannt, wie es mir mit dem Gewinnerbuch geht, wo ja viele meinen, daß der Gewinn für sie unerwartet war.

Also “Drifter”, eine geheimnisvolle Geschicht, Berliner phantastischer Realismus mit der neuen Hipstersprache, spannend, spannend und ich hätte dem Buch den Gewinn gegönnt, habe aber vier andere von der SL noch nicht gelesen.

Der Ich-Erzähler heißt Wenzel Zahn und betreut das Socialmedia eines Rundfunksender,s sein Freund Killer, Marko Killmann ist ein erfolgreicherManager und die begegnen in der U-Bahn, die geheimnisvolle Vica im Glitzerkleid begleitet vom Hund Bello und in der Hand hält sie ein Buch des Starautors Drifter “Elektrokröte”, das noch gar nicht erschienen ist.

Ab da geht es rund. Wenzel wird von Blitz getroffen, schmeißt seinenJob hin und zieht wieder in das Haus seiner Mutter, wo die beiden Freunde auf aufgewachsen sind. Wenzel geht zu einer Party und trifft da Vica wieder, erfährt ihren Namen, sie nimmt ihm im Auto mit, weiß viel über ihn, dann feht ihm noch das Portemonnaie und als er es wieder bekommt, sind zweihundert Euro mehr daran.

Er bekommt dann von Vica oder ihrer Assistentin einen Auftrag, nämlich Wohnun gen in jenen Haus für sie zu suchen und Vica, die eine Frau Doktor und auch eine Herzogin ist ,errichtet dort ein Imperium.

So geht es rund und gipfelt in einer Party. Danach verschwindet Vica mit ihren Assistentn und in der Stadt geht es noch runder zu. In den Altersheimen verjüngen sich die Insaßen und aus den Zoos verschwinden Tiere. Wenzel hat auch den geheimnisvollen Drifter getroffen, der ihn bittet niemanden seine Identität zu verraten und das geheimnisvolle Buch, das vorher nicht zu bekommen war, erscheint.

Eine Satire auf den Literaturbetrieb hat ich irgendwo gelesen, so habe ich das gar nicht empfunden. Habe das Buch aber mit Vergügen gelesen und eine neue literarische Stimme entdeckt, die mir bisher unbekannt war.

Lesen in Frankreich

Ich habe mir vor einigen Jahren angewöhnt, wenn ich auf Urlaub bin, immer etwas aus dem jeweiligen Land zu lesen. Also französische Bücher in Frankreich, Schweizer Literatur in der Schweiz, Kroatisches in Kroatien, etcetera.

Alles in deutscher Sprache natürlich, obwohl ich in der Straßergasse ja fünf ahre Französisch gelernt habe. Hängengeblieben ist leider gerade soviel, daß ich mir einen “Cafe au lait!”, bestellen kann, fragt der Kellner dann nach, ob ich warme oder kalte will?, verstehe ich ihn dann schon nicht und der Alfred hat ja eigentlich schon im Juli nach Frankreich reisen wollen. Also habe ich in meinen Regalen und Stößen nachgesehen, was ich da von französischen Autoren haben und bin fündig geworden, denn die liebe Doris Kloimstein, die ja schon seit Jahren immer einige Wochen nach Frankreich fährt, hat mir da einiges gegeben.

“Den Fetzen”, den “Zopf”, etcetera, einen Beigbeder habe ich in Wien gefunden, also alles aufgeschrieben und dann ist es sich für den Juli nicht ausgegangen, weil ich ja noch den Peter Gstöttmeier lektorieren mußte.

“Aber im August!”, haben wir dann entschieden und als es soweit war, die Reisetaschen zu packen, hatte ich sieben Rezensionsexemplare, die ich alle noch lesen sollte. Alles von nicht französischen Autoren, aber viele Krimis und dabei war mir ein französisches Buch angekündigt, das bis zum zehnten August nicht gekommen ist. Jetzt ist es vielleicht gekommen, wurde aber von der Post wahrscheinlich zurückgeschickt.

Also diese sieben Bücher und das französische ade? Denn ich lese jetzt eher langsam. Dann habe ich aber doch noch auf den französischen Stapel gegriffen, mir den “Zopf” mitgenommen und dann die Annie Ernaux, die mir die liebe Doris mitgebracht hat, als sie der Alfred zum Grillen eingeladen hat und als ich zum “Fetzen”, ein eher dickes Buch greifen wollte, ist mir ein kleines dünnes Büchlein mit “Gebeten der Einsamkeit”, auch ein Geschenk von der Doris in die Hand gefallen, von Antoine de Saint- Exupery in die Hand gefallen und der war ja ein Franzose.

Also damit losgefahren. Zehn Bücher für drei Wochen wäre eigentlich genug, wenn ich in den letzten Wochen höchsten zwei gelesen habe. Aber dann sind wir drei Tage Autobahn gefahren, bis wir an den ersten Zielpunkt gekommen sind und ich habe mir gedacht, hätte ich doch mehr mitgenommen und was mache ich, wenn mir auf der Fahrt der Lesestoff ausgeht?

“Kein Problem könnte man so sagen!”, denn es gibt ja inzwischen die offenen Bücherschränke, in Frankreich gibt es die auch und so hatte ich bald ein Kinderbuch von einem Bär, der tanzen lernen wollte, in der Hand, das ich mir mit meinen “Larousse” sehr gut übersetzen konnte und das jetzt die kleine Lia anschauen kann.

Also was gibt es in den Bücherschränken, was vielleicht leicht zu lesen ist, wenn wir dann die drei Tage wieder zurürckfahren?

Da gab es die “Breaking News” einer Sabrina Peru, die sogar eine persönliche Widmung in das Buch geschrieben hat und das “24 nouvelles baroques”, also meistens nur ein paar Seiten lange Texte enthält, was eigentlich ideal für die Französisch Auffrischung ist. Dann kam noch “Le Scaphandre et le Papillon”, also der “Taucher und der Schmetterling” hinzu. Müßte mit dem “Larousse” eigentlich auch gehen.

Bei Ernest Hemmingways “Paris est une feete” wäre das sicher schwieriger. Aber da habe ich zum Glück das Buch auf Deutsch in Wien und in dem kleinen bunten Kästchen in St. Denis gab es noch ein paar dünne Groschenbüchlein.

“La derniere nuit”, “Die letzte Nacht”, habe ich mir da herausgenommen, dann aber auf der Rückfahrt, doch lieber Erika Pluhars “Tagebücher” aus der “Edition neue Frau” hinausgenommen, was ich, wie ich in meinem Katalog dann feststellte, auch schon hatte, aber nicht gelesen habe.

In St. Denis auf der Insel, wo sich die liebe Doris immer ein paar Wochen einmietet, gibt es, vis a vis des kleinen Schränkchen, wo sich der Markt und auch das Kulturhaus befindet, ein Geschäft mit der Aufschrift “Jedes Buch um einen Euro” und das war ein ganzes Lager oder Flohmarkt.

Das meiste Französisch, aber auch einiges Deutsches von der Luise Rinser, der Christa Wolf und auch noch andere alte DDR-Ausgaben, gab es da, die ich aber liegenließ und dann gibt es noch die französischen Autoren vor Ort und da bin ich schon in einem kleinen Örtchen, wo es außer einer Touristeninfo nicht viel gab, auf einen Pierre Loti-Platz gestoßen, einem berühmten Dichter , der jetzt vergessen ist, aber viele Bestseller geschrieben hat, die es inzwischen nur mehr auf Französisch gibt, und der angeblich 1904 den NB bekommen hat oder dafür nominiert war, denn da habe ich einen Frederic Mistral, auch ein Franzose, auf der Liste gefunden.

In der Touristeninformation in Saint Denis gab es aber eine Broschüre über den Dichter, der von 1850 bis 1923 gelebt hat und es in St. Pierre auf der Insel auch ein Wohnhaus oder ein Museum von ihm gibt und die Doris erzählt mir auch immer von einer Anne-Marie Mechain, die in St. Denis gelebt hat und die sie nun nach und nach übersetzt.

In Saint Denis habe ich den “Zopf “zu lesen angefangen und dann sehr schnell die Annie Ernaux und den Antoine de Exupery ausgelesen und mich dann, wie schon beschrieben, entschlossen auf der Rückfahrt die Pluhar zulesen und in Bregenz gab es dann auch einen Bücherschrank mit vielen Funden. Da ist sogar Arno Geigers “Uns geht es gut” darin gelesen, was ich aber schon gelesen habe, als wir von unserer Bodenseerundfahrt nach Wien zurückgefahren sind.

Den Reinhard Bilgeri hätte ich von Bregenz nach St. Pölten lesen können. Aber daran habe ich erst gedacht, als wir schon fast in Harland war und diese Frankreichreise war also eine intensive Lesereise und die neuen Buchpreisbücher wurden da ja auch bekanntgegeben, die ich im September lesen kann.

Wieder mal ein Buchpreisgeflüster?

Es ist Anfang August und am zweiundzwanzigsten werden die für den “Deutschen Buchpreis” nominierten zwanzig Bücher bekanntgegeben, am fünften September werden dann die des Öst bekanntgegeben und da lese ich ja seit einigen Jahren begeistert mit, denn wenn auch mein Leseprogramm ab August bis Ende des Jahres festgelegt ist, lernt man sehr viel dabei und zum “Deutschen Buchpreis” bin ich ja durch “Buzzaldrins-Blog” gestoßen, wo einige Blogger 2013 die zwanzig deutschen Bücher gelesen und darüber diskutiert haben. Damals habe ich mich noch nicht getraut, das auch zu machen, 2014 konnte man sich dann melden und ein Buch besprechen, das habe ich bei Charles Lewinsky getan, 2015 gab es dann die offiziellen Buchpreisblogger und dann habe ich mich getraut, die Bücher anzufragen und 2016 kam dann noch der Öst dazu den den Schweizer Buchpreis lese ich seit einigen Jahren auch.

Das regt natürlich zu Spekutlationen an, was auf den Listen stehen könnte und wenn die Bücher bekanntgegeben werden, freut man sich, wenn man schon ein oder zwei davon gelesen hat

Mehr habe ich bisher noch nicht geschafft und natürlicherweise sind die meisten der zwanzig Bücher auch unbekannt, weil ja erst vor kurzem erschienen und in letzter Zeit stehen auch viele Debutanten, Autoren mit Migrations-oder Transerfahrungen darauf.

Oft kennt man die Autoren, weil sie vorher beim “Bachmann-Preis” gelesen haben und so spekuliere ich seit einigen Jahren auch sehr eifrig mit, was diesmal etwas schwierig ist, weil wir erstens zum Zeitüpunkt der Bekanntgabe in Frankreich und da wahrschreinlich ohne Computer sein werden und ich erst Anfang September die Bücher anfragen kann und dann habe ich zwar ein paar österreichische und deutsche Neuerscheinungen gelesen, da ich in letzter Zeit aber weniger Blogs lese und wegen der angekündigten Zwangsgebühr oder eigentlich schon seit den Corona-Zeiten weniger ö1 höre, weil 0e24 TV mehr oder kritischer berichtete, habe ich da vielleicht weniger Ahnung, also lasse ich mich im September überraschen. Kann meinen Lesern aber trotzdem mitteilen, was ich heuer schon an Neuerscheinungen gelesen habe, da wären also

Milena Michiko Flasars “Oben Erde unten Himmel”

Marlene Streeruwitz “Tage im Mai”

Sabine Grubers “Die Dauer der Liebe” habe ich gelesen und richtig, die Ö Töne geben auch einen guten Eindruck, was da auf den beiden Listen zu erwarten ist, da wäre also

Ana Marwans “Verpuppt”, habe ich leider nicht bekommen, also wäre die “Netgalley”, die Gelegenheit das nachzuholen

Theresa Präauers “Kochen im falschen Jahrhundert”

Birgit Birnbachers “Wovon wir leben”, etcetera ein guter Tip, ich habe aber in diesem Jahr noch

Raphaela Edelbauers “Die Inkommensurablen” gelesen

Clemens J. Setzs “Monde vor der Landung” könnte noch draufstehen

Angela Steidels “Aufklärung”

Ulrike Draesners “Die Verwandelten”

Margit Schreiners “Mobilmachung”

Ulrich Woelks “Mittsommertage

Hans Pleschinski “Das Flakon” oder

Eugen Ruges “Pompeji”

Susanne Gregors “Wir werden fliegen”

Norbert Gstreins “Mehr als nur ein Fremder”

Helga Schuberts “Der heutige Tag” etcetera draufstehen.

Mal sehen, wie gut meine subjektive Schätzung den Jurygeschmack trifft und bis es soweit ist, daß ich mich mit den Buchpreisbücher beschäftigen kann, habe ich noch einiges zu lesen. Zum Beispiel Krimis die auf meiner Leseliste stehen, so daß ich fast fürchte, daß ich zu den vorgenommenen französischen Büchern gar nicht kommen werde.

Kein Lesen in Frankreich

Eigentlich hätten wir am Montag mit dem Camper nach Frankreich fahren wollen. Der Alfred ist ja sehr reiselustig und jetzt geht es mit dem Karli nicht mehr soviel, weil der inzwischen mit seiner Freundin auf Reisen geht.

Also zu Ostern nach Sizilien zur Karfreitagsprozession, das haben wir dann weggelassen. In Krems und Göttweig bei der “Literatur und Wein” waren wir und in Leipzig und vor ein paar Wochen sind wir den Main von Bamberg nach Mainz entlanggeradelt. Dann zwei Wochen Campingurlaub, wo ich meine französischen Bücher lesen hätte können, die auf der 2023 Liste stehen und dann gleich eine Woche mit Alfreds Wandergruppe in die Berge, aber dann kann ich keine Stunden machen, habe den “Bachmann-Preis” versäumt und das Gstöttmaier-Buch das ja bei der “Buch-Wien” präsentiert werden soll muß ich auch lektorieren und das Vor-bzw. Nachwort einfügen und das Manuskript bis Ende Juni an den “Ohrenschmaus” schicken, was ja an sich kein Problem sein sollte, denn die Frau Pölzguter hat mir ohnehin schon fast fertiges Manuskript geschickt, das ich nur von sechsundvierzig Seiten auf zweiundsiebzig gebracht und einige Zeichnungen und Handschriftenproben eingefügt habe.

Ich habe aber, wie schon beschrieben, seit April Probleme mit meinen Computer. Da ist er nämlich eingegangen, also ein neuen Aku und dann ist das Trackpad nicht gegangen. Einen neuen Computer bestellen. Als wir von Mainz zurück waren, konnte der Alfred ihn vom Händler holen und für mich einstellen.

Aber dann konnte ich drauf keine Anträge schreiben und auch das Manuskript nicht korrigieren. Mich also immer mit dem Alfred um seinen Computer streiten wo das problemlos ging und jetzt bin ich mit dem Manuskript am Mittwoch fertig geworden und habe es auch schon abgeschickt.

Die Frankreich-Reise haben wir schon vorige Woche abgesagt. Ich habe mir Stunden eingeteilt, die kleine Lia hat nächste Woche ein Kindergartenfest und will Oma und Opa dabei haben und ein paar Veranstaltungen, die der Alfred besuchen will, gibt es auch.

Also keine französischen Bücher lesen. Da haben sich auf meiner Liste ja einige angesammelt, die ich zum größten Teil von der lieben Doris, mit der ich regelmäßig Bücher tausche, bekommen habe.

Da wäre einmal Marion Messinas “Fehlstart”, Philippe Lancans “Der Fetzen”, das mir die Doris sehr empfohlen hat und Lettitia Columbani “Der Zopf” auch ein vor kurzem sehr besprochenes Buch.

Im ersten Corona-November wo es kein Geburtstagfest gab, habe ich eine Bücherschrank-Tour unternommen und bin mit einem sehr gefüllten Sack zurückgekommen, in dem auch Frederic Beigbeiders Salinger-Buch war und ein paar Francoise Sagans muß ich auch in meinen Regalen liegen haben.

Wär also eine gute Idee meine Backlistbücher aufzulesen. Allerdings warten auf der Liste noch ein paar Rezensionsexemplare, die ich vorher lesen sollte und damit dann vielleicht nicht fertig bin, wenn im August die neue deutsche Bp-Liste bekannt gegeben wird und im September die österreichische etcetera.

Ich lese jetzt sehr langsam, bin aber, weil ich eigentlich nicht sehr reiselustig bin, nicht so enttäuscht und komme mit den Harlander Sommerfrischenwochenenden, wo ich neben lesen und baden auch radfahren kann, auch gut zurecht.

Kann ich da ja den Bachmannpreis hören und das fünfzehnjährige Blogjubiläum, das ich fünfzehn Tage lang feiern will, gibt es auch.

Da sind wir dann zwar schon wandern, aber feiern kann man trotzdem und den Jubelartikel und vielleicht auch ein bißchen mehr, wird es geben.

Also auf in den schönen Sommer, wo ich endlich nach zwei Monaten, wo ich nicht dazugekommen bin, den “Ukraine-Blues fertig machen kann und eine Idee für ein neues Buch gibt es auch schon.

Deutsche Büchersuche

Als wir vor acht Jahren mit den Klapprädern von Ulm nach Regensburg gefahren sind, sind wir in Ulm schon am ersten Tag in einen “Tahalia-Bücherabverkauf” gekommen sind, so daß ich mir einen Stoß wahrscheinlich ein Euro Bücher gekauft, dann in meine Radtasche gepackt und bis nach Regensburg geschleppt und von dort nach Wien zurückgebracht habe und die entsprechende Lektüre für den Urlaub habe ich mir auch mitgenommen.

Deutsche Bücher in Deutschland, obwohl das ja etwas schwierig ist, weil in Österreich und der Schweiz ja auch Deutsch geschrieben wird. Viele der Bücher aber in deutschen Verlagen erscheinen und auch diesmal habe ich überlegt, was nehme ich auf die Radreise mit?

Da ich ja immer noch beim Leipziger-Buchpreis-Lesen bin war das nicht ganz so schwierig, obwohl die Übersetzungen, ja meist deutsche Übersetzer haben, die Bücher aber in Afrika oder Argentinien spielten.

Ich hatte aber Ulrike Drasener “Die Verwandelten” noch nicht gelesen und das Buch hat sechshundert Seiten und da ich für Angela Steideles “Aufklärung”n an die zwei Wochen gebraucht habe, habe ich mir nichts anderes mitgenommen, den beim Radfahren, noch dazu, wo wir diesmal den Laptop dabei habe, komme ich wahrscheinlich nicht viel zum Lesen.

Dann ist mir aber noch eingefallen, daß mir der “Verlag das kulturellen Gedächtnis” zwei E-Pubs geschickt hat und das sind wahrscheinlich auch deutsche Bücher. Also “Wer hat Bambi getötet” von einer schwedischen Autorin, aber von Antje Ravic Strubel übersetzt und bei “Residenz” erschienen zu Hause gelassen und auch das im “Mare-Verlag” erschienene Buch, das auch sehr umfangreich ist.

Also mit leichten literarischen Gepäck angereist. Da gibt es aber die Bücherschränke und an denen vorbei zu gehen, schaffe und will das eigentlich auch nicht schaffen. Allerdings war ich, als wir am Donnerstag in Bamberg ankamen, noch zu sehr auf das Mittagessen fixiert, daß ich darauf vergessen habe und als wir am Freitag durch Hassfurt gingen, habe ich den Alfred danach gefragt.

“Gibt es keinen!”, hat der geantwortet und zwei Minuten später sind wir auf der Hauptstraße in einen hineingelaufen und der war sogar gut gefüllt und hatte einen interessanten Inhalt. So weiß ich zwar im Moment nich, ob ich Reiner Kunzes “eines jeden einziges leben- Gedichte” nicht schon habe und kann, weil mein Computer ja kaputt gegangen ist, nicht in meinen Bibliothekskatalog nachsehen.

Aber Julia Francks “Der neue Koch” habe ich noch nicht gelesen und Barbara Bronnens “Die Tocher” wahrscheinlich auch nicht. Also hätte ich was zu lesen, wenn ich mit dem Mitgenommenen schneller fertig werde und in Hassfurt haben wir auch die Buchhandlung Glückstein, gleich vis a vis vom Bücherschrank, gesehen, die allerdings schon geschlossen hatte, so daß ich keine ein Euro Kiste erstürmen konnte. In der Auslage ist aber Robert Seethaler gelegen und Dörte Hansens “Zur See”, das ich schon in Wien vor ein paar Wochen gefunden habe und also eigentlich auch mitnehmen hätte können, wenn es auf meiner Leseliste gestanden wäre, aber da habe ich ja Altlisten abzulesen.

Am Samstag sind wir dann nach Schweinfurt geradelt, von dem ich während der Reise schon einiges gehört und Personen getroffen habe, die dort wohnen oder hinwollten und da hat mich der Alfred während wir das Hotel suchten, auf eine Buchhandlung, die einen großen Büchstapel davor aufgereiht hatte, aufmerksam gemacht. Verbilligt waren hauptsächlich die Taschenbücher und da habe ich mir einen Marco Balzano um drei Euro gekauft und der Besitzer oder Verläufer hat mir auch noch eine ganz altmodische handschriftliche Quittung ausgestellt.

Auf der Suche zum Hotel sind wir auch noch beim “Hugeldubel” vorbei gekommen, da habe ich einmal, vor vielen Jahren schon in Leipzig sehr viel eingekauft und jetzt eine Ein Euro-Kiste in der Auslage gesehen, so daß wir, als wir auf das Einchecken noch etwas warten mußten, hingegangen sind und da gab es wirklich sehr Interessantes, was ich mir als Souvenier von dieser Radreise mitnehmen kann und zwar Peter Esthazys” “Kleine Pornographie Ungars” zwar kein deutsches, aber sicher interessantes Buch, dann noch Taha Ben Jellouns “Zurückkehren” wofür dasselbe gilt. Aravino Adigas “Goden Boys” ebenso.

Bei Jana Hensels “Wie alles anders bleibt” wurde es dann schon deutscher, obwohl sich das Buch, glaube ich, auf die DDR und nicht auf Franken bezieht und Kassel gehört vermutlich auch nicht dazu, da gab es aber noch einen Reiseführer für die Dokumenta und der nannte sich “Schneewittschen und der kopflose Kurator” und das packte ich auch ein, weil wir auf unserer Reise ja noch in ein Schneewittchen-Dort kommen werden, also interessant.

Einen Bücherschrank gibt es in Schweinfurth, wo überall Schweine herumstehen, die wir vielleicht für die Ilse Kilic fotografieren könnten, natürlich auch und da lag, höre und staune Wilfried Steiners “Bacons Finsternis” aus dem “Deuticke-Verlag”, ausgeschieden aus einer Bibliothek, darin und das ist ein Lnzer. Es ist also sehr interessant, was man in deutschen Bücherschränken finden kann.

Auf Büchertage, die am Sonntag im Münster Schwarzach stattfinden , hat mich der Alfred auch aufmerksam gemacht und da werden wir in der Nähe sein. Aber ob wir die zweimal sieben Kilometer extra hin- und zurückfahren werden, ist fraglich, denn meine und auch Alfres Kondition, der etwas verkühlt ist, ist nicht so gut und außerdem habe ich schon wieder viele Bücher in meine Radtasche eingepackt.

Kritische Literaturtage in der Brunnenpassage

Die kritischen Literaturtage, wo die linken und engagierten Kleinverlage ihre Bücher ausstellen und Lesungen veranstalten, gibt es schon einige Jahre. Einmal war da da im Gewerkschaftshaus an der Donau, sonst inl der Brunnenpassage, wo es ein Kulturcenter mitten im Brunnenmarkt gibt. Ulli Fuchs ist die Organisatorin und leider kann ich, weil ich ja keinen Verlag habe, dort nicht lesen, obwohl ich immer wieder anfrage und mich noch immer ärgere, daß ich vor vier Jahren, die “Unsichtbare Frau” zu Hause gelassen habe, denn da war ja die Geschichte mit dem Ibizza-Video und alle sind zum Ballhausplatz gelaufen, um dort zu demonstrieren und da hätte ich, wahrscheinlich den wenig Übergebliebenen vorlesen können.

Eine versäumte Gelegenheit und heuer ist es auch sehr schwierig, denn ein paar Meter daneben, nämlich in der Grundsteingasse fand am Freitag, wo die KritLit eröffnet wurde, die Vollverammlung zu fünfzig Jahre GAV statt. Also sehr viel Literatur nebeneinander, denn die KritLit speist sich ja mit linken Autoren, die alle in der GAV sind und so habe ich heuer, nicht nur die Auftaktveranstaltung in der ÖGB-Fachbuchhandlung, weil ich da in der Rasumovskygasse war, versäumt, sondern auch die ersten Lesungspunkte und bin erst zur IG feminstischer Autoren zurechtgekommen, wo Doro Pointner aund Gerlinde Hacker und noch andere Frauen ihre feministische Texte vorstellten, die sich natürlich um die schwarze blaue Regierung in NÖ und die wenig frauenfreundlichen Bedingungen, die dort gestellt werden, drehten.

Da gibt es ja auch eine Ausschreibung, wo ich einen Text schreiben und einreichen könnte, was ich ja früher immer tat und nie gewonnen habe. Also lasse ich es vielleicht und dann kam Eva Schörkhuber die ja auch GAV-Mitglied ist und die ich vom Volksstimmefest kenne und stellte mit einer anderen Frau eine Collage aus dem “PS 8” vor in dem es über das Übersetzen geht.

Das “Verlagshaus Hernals”, wo die “5er Edition”, erschienen ist, folgte wo Alfred Woschitz einen Roman über den Tod eines Kärtner Malers, dem im 2. Weltkrieg eine Bombe getroffen hat, vorstellte und Monika Grill ihre kritischen Gedichte las.

Christl Greller habe ich am “lex liszt-Stand”gesehen, wo sie mir einge Bücher empfahl und ich habe dann Gerald Grassl von der “Edition Tarantl” um Herbert Steiners “Karl Marx in Wien” angeschnorrt und dann hat mich Helmut Steiner angesprochen und mir erklärt, daß er mich von der Galerie in Krems kenne, wo wir früher öfter waren. Er hat seine sechs Bücher ausgestellt und mir freundlicherweise sein “Whnviertel” übergeben. Also lesen, lesen, lesen. Aber dieses Wocheende gibt es noch sehr viel anderes zu tun, so daß ich, wie in Leipzig nicht sehr viel dazu kommen werde.

Am Samstag bin ich über den Flohmarkt in der Neubaugasse nach elf wieder in die Brunnenpassage marschiert und da den Beginn des “Tarantel-Verlags” und der “Literatur der Arbeitswelt” versäumt. Das heißt, wahrscheinlich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und seine Slams, der gerade die Probleme, die man während einer Lesung haben kann,vortrug, habe ich noch gehört.

Dann kam Paul Peter Wiplinger, der ein Buch über seinen Heimatort “Haslach” geschrieben hat und dann kam der Verlag “Guthmann-Peterson” mit Susi Harringer, die sich mit dem “feministischen Vegitarismus” beschäftigen und wieder von den Standlern unterbrochen wurde, die ihre Waren und Geräte in die Garagen vor denen die Bänke aufgestellt waren, verräumen wollten. Das gab einige Unterbrechungen und dann hätte der “Madelbaum-Verlag” beziehungsweise Barbara Eder kommen sollen, die kam aber nicht, sondern Ulli Fuchs, die erklärte, die Lesung fällt auf, weil sich Barbara Eder verspätet hat und ich hatte wieder ein deja vue, wie vor vier Jahren.

Ulli Fuchs kündigte noch an, daß stattdessen die Kinderbuchausstellung gefilmt und vorgestellt werden sollte, was der Kameramann aber nicht wollte und ich packte meine zwei Bücher und die Flyer zum “Tag der Freiheit des Wortes”, die ja am Freitag stattfindet und wo ich wieder lesen werde und übergab zuerst Helmut Steiner, die “Flora Faun” und lud ihm zur Lesung ein.

Dann plauderte ich lange mit Erika Parovsky, der ich wieder erklärte, daß ich da nicht lesen darf, trank inzwischen ein Glas Wein und sah dann die Ulli Fuchs, übergab ihr “Das soziale Kreditsystem” und die Einladung und schlug vor, daß ich doch lesen könne, wenn etwas ausfällt und antwortete fein, kündigte mich gleich an und es gab sogar, was ich nicht erwartet hätte, Honorar dafür.

© Ulli Fuchs

Sehr gut, wenn ich auch etwas behindert war, weil ich die letzten Tage ziemlich heiser war. Es ist aber gut gegangen, ich habe den Anfang gelesen, was ich noch nie getan habe, sondern bisher nur die “1984-Szenen” daraus im “Werkl”, beim Osterspaziergang und bei der “Poet Night” las und dann habe ich noch, was ich sehr interessant fand mit der Ulli Fuchs darüber diskutiert, wieso es keine Corona kritischen Texte gäbe, was ja leider klar ist, weil die bisher als rechts und in die Schwurbler Ecke eingeordnet wurden. Ulli Fuchs meinte aber, daß, wenn einmal Gras über die Sache gewachsen ist und auch die Linken die Sache aufgearbeitet haben wollen, die, wie die Schwammerln aus dem Boden spriessen werden. Das werde ich zwar vielleicht nicht mehr erleben, fange aber schon damit an.

Dann kam die “Parasitenpresse”, daß heißt Astrid Nischkauer und Adrian Kasnitz, die eigene Texte, beziehungsweise Übersetzungen aus dem Lettischen lasen und dann noch Ditha Brickwell mit ihren “Engeltreiber”, aus dem ich sie glaube ich schon in der “AS” lesen gehrt habe.

Dann wäre es eigentlich aus gewesen oder doch nicht so ganz, denn der letzte Programmpunkt zu dem Ulli Fuchs auch deutlich aufgerufen hat, war die Stationenlesung zu “50 Jahre GAV”, zu der ich auch aufgebrochen bin.

Am Sonntag gab es wieder Terminkollisionen, hatte doch die Ruth ihr fünftes Privatissium über H. J. Franke so angesetzt, daß möglichst viele GAV-Kollegen, die aus den Bundesländern angereist kamen, daran teilnehmen konnten und hat dabei offenbar die KRitLit übersehen, die es ja noch am Sonntag ab zwölf gab und da hat die GAV-Kollegin Mechthild Podzeit-Lütjen, die ich noch von der “Frauen lese Frauengruppe” kenne, die eine sehr poetische Sprach hat, mit ihren neuen Gedichtband begonnen und dann kam eine Überraschung, denn ein Corona kritischer Band aus dem “Promedia Verlag” und, stimmt da gab es schon etwas und die “Pandemischen Zeiten”, auch und es hat auch die Donnerstagsddemo gegeben, die von den Linken initiert wurden und eine Demo, die Hannes Hofbauer, initiert hatte. Es wurde Andreas Urbans “Schwerer Verlauf” vorgestellt, ein sehr theoretischer Band an dem sich eine theoretische Diskussion knüpfte, was die Pandemie mit dem Kapitalismus, ecetera zu tun hat. Ich gehe das ja eher praktisch an, aber stimmt, es gibt schon Linke, die die Pandemie auch kritisch betrachten, auch wenn man da eher an die eher an die Rechten denkt.

Dann wurde es wieder experiemtell oder doch noch nicht so ganz, denn die “Edition fabrik.transit” bzw. Eleonore Weber, auch eine GAV-Kollegin, stellte zwei Jugendbücher von Rosemarie Poikarov und Laura Nussbaumer und dann noch den Gedichtband von Nikolaus Scheibner” über “Die Ethik der künstlichen Intelligenz” vor, der ja mit seiner “Edition zeitzoo” selber Verleger ist und zwei Stunden später an die Reihe kam.

© Ulli Fuchs

Dazwischen hatten sich die Reihe mit einer Menge junger Frauen gefüllt, eine Trainerin vom “Writersstudio” war auch dabei, leider habe ich die Ankündigung versäumt, weil ich mir einen Kaffee holen wollte und mich auch ein bißchen mit Helmut Steiner unterhalten habe, so daß ich nicht genau mitbekommen habe,was “mischen/litrobona” eigentlich ist. Es las aber eine junge Frau eine Geschichte über einen älteren Herrn, der einen Autobus verpasste oder den richtigen nicht gleich fand und deshalb in Panik geriet und eine andere, dazwischen habe ich mir dann den Kaffe geholt, auf den ich etwas warten mußte, von einer Dreiecksgeschichte zwischen einem Mann und zwei Frauen.

Dann folgte noch einmal Nikolaus Scheibner und stellte Michaela Hinterleitner, Brigitte Sasshofer und Rudolf Stueger vor und da kam auch der liebe Andi Pianka mit dem ich ja gerade über die GAV diskutierte, um Michael hinterleinter zu hören, mit der er befreundet ist oder die er sehr mag, aber die ist ja auch, wie viele andere Autoren GAV-Mitglied. Man sieht, man kommt ihr nicht aus, ist sie ja die größte österreichische Schriftstellervereinigung, die derzeit schon über siebenhunder Mitglieder hat und da die Ausstellung in der “Kunsttankstelle” noch bis acht geöffnet hatte, bin ich anschließend hingegangen, weil die Ruth dort den Büchertisch bewachte und mich bei ihr erkundigen wollte, wie die gestrige Stationenleseung, die sie moderierte und ihr Privatissimum war ?

Das war jetzt eine sehr sehr intensive literarische Woche, die ich von Leipzig zurückgekommen, hatte, zuerst die Festrede im Rathaus, dann die GAV-Feiern und die KritLit.

Eigentlich wollte ich noch ein Webinar der Jurenka Jurk über das Zeitmanagements machen, aber leider ist meine Anmeldung offenbar verloren gegangen, weil ich derzeit massive Computerprobleme habe und daher von meinen zu Alfreds Computer hinüber switschen muß. Mein Zeitmanagement ist aber, wie man sieht, ohnehin sehr gut, obwohl ich diese Woche weder zum Schreiben noch viel zum Lesen gekommen bin.

Leipzig Mitbringsel

Gut von der BM wo wir jetzt ja seit 2018, nicht mehr waren zurückgekommen und vier Taschen voller Bücher, Leseproben und Prospekte mitgebracht.

Die Messemitbringsel von denen ich ja in früheren Zeiten sehr begeistert war und dicke Taschen mit Prospekten nach Hause schleppte.

Jetzt bin ich da zurückhaltender. Keine Zeitungen mehr und keine Verlagskataloge und wirklich nur was mich interessiert.

Trotzdem sind es vier Taschen geworden. Denn ich bin ja literarisch sehr engagiert, die eigentlich an alles Interesse hat, obwohl ich schon längst darauf gekommen bin, daß ich nicht alles lesen kann. Vorher habe ich das wirklich geglaubt. Jetzt weiß ich, daß ich außer den Buchpreisbüchern und dem, was mir die Verlage anbieten nicht mehr wirklich zum Backlistlesen komme, also zu dem, was ich aus den Bücherschränken nehme oder mir zum Geburtstag wünsche.

Also zuirückhaltender sein. Denn das Ganze ist ja auch ein Platzproblem und ich bin ja eine Printleserin, obwohl ich vor allen zum Buchpreiszeiten auch E-Pubs lese und heuer war die BM ja auch besonders, nämlich Österreich als Gastland und da könnte man eigentlich sagen, daß das für mich nicht so interessant ist, weil ich die österreichische Literatur ja kenne und mehrmals in der Woche in die “AS”, ins Literaturhaus und in die “Gesellschaft” gehe.

Aber die haben ihr Programm zum größtenTeil auch nach Leipzig verlegt und waren dort aufzufinden und natürlich hat man auch so etwas wie einen patriotischen Stolz und dann gab es auch die Gastlandmitbringsel.

Ob Katja Gasser wirklich wollte, daß ich mir die “Lichtungen” und die “Manuskripte” wieder nach Österreich schleppe, weiß ich nicht, habe aber zugegriffen und die speziellen Sondernummern sind auch sicher interessant und später einmal auch historisch wichtig, wenn die Lia vielleicht einmal in zwanzig Jahren Germanistik studiert und sich dafür interessiert und dann hatte ich auch eine Einladung von “Wagenbach” zu einem Bloggertreffen.

Nur eines diesmal, da bin ich sehr bescheiden, obwohl mich von “Diogenes” mit denen ich ja auch intensiven Bloggerkontakt habe, ein Buch erwartete, als ich nach Hause kam.

Daß ich mir in dem schönen Roten Sackerl mit den Gedichten von Erich Fried Milena Michiko Flasars “Ich nannte ihn Krawatte” in einer TB-Ausgabe nach Hause nahm, habe ich schon geschrieben und dann bin ich am Freitagm glaube ichm beim “ARCO-Stand” gelandet und habe den Herrn Haacker auf Bücher angesprochen. Er wollte mir ja noch vor Corona eines schicken und der hat mir dann Paul Binnerts “Lügenlayrinth”, einen Autor den ich nicht kannte, übergeben.

Am letzten Tag, ganz am Schluß, bin ich noch über den “Braumüller Verlag” gestolpert und kann jetzt Jürgen Kaiziks “Die gerühmte Frau” wo es, glaube ich, um Brigitte Schwaiger “geht und Isabella Feimers “Fieda lesen und dann gibt es noch eine Menge Leseproben, die ich mir da und dort zusammengesammelt habe, die zwar meistens nicht meinen Lieblingsgenres entsprechen und die ich wahrscheinlich auch nicht als Ganzes lesen werde, aber trotzdem interessant, weil es ja die Messestimmung wiedergibt und da ist es auch soziologisch interessant, wer überhaupt liest?

Rolf Schwendter, hat sich glaube ich, einmal über Cospy-Pplayers aufgeregt, die mit ihren Reifröcken den Platz in der Straßenbahn verstellen. Der Direktor meinte, daß das, das Angebot an die Jugend ist, ob das alles Leser sind oder werden, weiß ich nicht? Habe aber für die kleine Lia eine ganze Tasche mit Proben, Postkarten und Prospekten zusammengesammelt.

Da gab es auch einen Österreich-Katlog mit den schönsten Büchern. An einem Stand habe ich eine Anthologie eines Kurzgeschichtenwettbewerbs eines Selbstzahlerverlags in die Hand gedrückt bekommen.

Ein Buch üb er die “Preissträger des Deutschen Verlagspreises 22″ gibt es auch und dann zwei Kataloge über das Museum der Westlausitz Kamenz”, wo ich wahrscheinlich nie hinkomme und gar nicht so genau weiß, wo sich das befindet und beim Luxemburg Stand, habe ich die freundliche junge Frau, die meinen österreichischen Dialekt nicht verstand, auch gefragt, ob sie mir vielleicht etwas über Elise Schmidt, die ich ja in Wien hörte, geben könne?

Es ist dann ein dickerer Katalog über die Luxemburgische Literatur von der ich nicht viel weiß, geworden und im nächsten Jahr ist ja die Niederlande und Flandern das Gastland. Da kann ich schon ein bißchen vorlesen und habe mir auch ein paar Broschüren mitgenommen.

Ein Büchlein übner die “Writers im Exil” “des PENs, befindet sich auch in meiner Ausbeute und das “Schundheft” Nummer 28 von 2019, also die “LOGOtheSEN” mit Texten von Anestis Logthesis.

Interessant, interessant und jetzt lesen, lesen. Ich lese mich ja immer noch durch die Leipziger- Buchpreis Nominierungeni und habe mir da ja auch Angelas Stedeles Bach Roman “Aufklärung” das in Leipzig spielt, zur BM mitgenommen. Die Ulrike Draesner der wartet und noch drei der Übersetzungsbücher, dann eines der Nobelpreisträgerin von 2018 0der 19 Olga Tocarczuk und ein Buch aus dem “Wiener Verlag”, das ich in Leipzig am Stand aufliegen sah.

Lektionen in dunkler Materie

Nachdem ich nach Weihnachten auch noch die Schweizer Buchpreisliste soweit vorhanden fertiggelesen habe, ist jetzt die Bloggerdebutshortlist

an der Reihe. Da habe ich ja fünfzehn der Longlisttitel, die man melden konnte gelesen. Bozena Bandura und Janine Hasse haben fünf davon ausgewählt und bis Februar hat man Zeit, die zu lesen. Das verschiebt sich nach hinten ich weiß, am Anfanghabe ich im November gelesen.

Aber fünf Titel sind für mich kein Problem, obwohl ich von der 2022 Liste ja noch drei Bücher zu lesen hätte.

Eines der fünf, die Slata Roschal kenne ich schon und jetzt als nächstes “Die dunkle Materie” der 1981 in Wien geborenen Ursula Knoll mit der ich schon am “Volksstimmefest” gelesen habe. Von den Buch habe ich schon gehört, mich aber nicht näher in es vertieft.

“Atelier” hat es mir aber sehr schnell geschickt und jetzt hinein in die Matierie, die nicht dunkel sein muß, aber ein wenig schwer zu lesen, zumindestens am Beginn, weil sehr theoretisch, war das Buch schon, das ich eher, als eine in sich verknüpfte Personen oder Episodenansammlung bezeichnen will. Eine wirklich Handlung mit Plot und Spannungsbögen hat es nicht wirklich. Das entspricht auch meiner Schreibweise. Es ist aber erstaunlich modern und aktuell und vielleicht auch darüber hinaus denn am Cover ist ein Astronaut zu sehen, der ein Kind hinter sich herzieht. Eine Astronautin natürlich, denn in dem Buch wird nicht nur gegendert. Es scheint auch in der Zukunft zu spielen, denn so weit ich weiß, werden wir noch nicht von Astronautinnen im Weltall umkreist, die dann auch noch ihre Bordcomputer oder KIs in ihren Emotionen zerstören und dabei fast eine Katastrophe auslösen.

Gemeinsam am Volksstimmefest gelesen? Ja natürlich, denn das Buch ist sehr sozialkritisch, das geht schon am Klappentext hervor.

Da gibt es zum Beispiel eine Asylverfahren bearbeitende Fachkraft, wahrscheinlich eine Richterin, namens Ines, die im Laufe des Geschehens entlassen wird, weil sie nur mehr positive Bescheide ausstellt. Die trifft eine Fatima, die sie per einer Datingapp kennenlernte und die ist Kindergärtnerin und der passiert plötzlich, daß eine Mutter beschließt mit ihrem Sohn Linuns nicht mehr nach Hause zu gehen, sondern den Kindergarten besetzt, weil dessen Öffnungszeiten sich mit denen ihrer Arbeit nicht decken und sie daher ständig zuspätkommen oder sich abhetzen muß und die, namens Heide ist Zimmermädchen in einem Hotel und wurde von Katalin ihrer Lebenspartnerin, das ist die Astronautin verlassen.

Man sieht sehr realistisch sind die Verhältnisse vielleicht doch nicht zusammengewürfelt oder zu utopisch ausgelegt. Es gibt aber eine sehr spannnende Szene, wo Linus mit seiner Mutter in den Supermarkt geht und die hat nicht genug Geld im Börserl, bezahlt sie in dem Zukunftsszenari noch bar-? Nein auf dem Konto natürlich. Muß also die Bananen und was anderes zurückgeben. Hat aber Glück, denn in dem Supermarkt wird in diesem Augenblick mit Tomaten herumgeschmissen, so daß die Kassiererin keine Augen dafür hat, daß Heide sich die Sachen zurückholt und Katalin hat inzwischen vom Bordcomupter Simon zuerst daran gehindert, dann unterstützt, in ihrem Konto herumgeschnüffelt.

Es gibt dann noch eine Milka, das ist die Tomatenschmeißerin oder auch Umweltaktivistin, die sich für die, die die Tomaten im fernen Italien ernten und dabei ausgenützt werden und die erfährt, daß ihr Freund umgekommen ist. Da dreht sie durch und schmeißt mit den Tomaten, wird dabei von der Polizistin Esther verhört, die Katalins Schwester ist und die erfährt, während des Verhörs, daß im Weltraum ein Unglück geschehen ist.

Sie kann dann noch mit ihrer Schwester telefonieren und so weiter und so fort und, wie geschrieben am Anfang habe ich mir mit dem Lesen schwer getan, weil zu theoretisch und auch noch wegen der Handlungssprünge, die Ursula Knoll vor allem zu Beginn manchmal hat, unverständlich und habe mir gedacht, wieso haben die Frauen dieses Buch ausgesucht?

Dann bin ich aber in den Sog hineingekommen und finde es hochaktuell, sehr realistisch, die, die Probleme unserer Gesellschaft anreißen und in Frage stellen, wenn auch, wie schon geschrieben ein paar Unklarheiten bleiben, weil die Zukunft ist ja unserer Gegenwart voraus und ob die Welt, wenn es so weit ist, daß die Astronautinnen uns umkreisen, dann noch besteht oder nicht schon verglüht ist, stellen die Umweltaktivistinnen der “Letzten Generation” ja in Frage und ob, die Zimmermädchen, die Schwierikgeiten mit den Kindergartenöffnungszeiten haben und ihre Einkäufe nicht bezahlen können, wirklich alle mit den Topaustronauten zusammenleben, glaube ich auch nicht wirklich und von der Kindergärtnerin Fatima hätte ich gerne mehr bezüglich ihrer Geschichte erfahren.

Wer Lnus Vater ist würde mich auch interessieren. Aber vielleicht ist das in der Zukunft nicht mehr wichtig oder schon geklärt, wie zwei Frauen zu einem Kind kommen können.

Ein spannendes Buch, sehr realistisch, denn diese Themen interessieren mich ja sehr. Bis jetzt also Buch eins auf meinen Ranking. Ich habe aber drei andere noch nicht gelesen.