Das Jahr neigt sich langsam zu Ende und meine heurigeLeseliste, die ja 2011, glaube ich, aus der “Hundert- Bücher” Challenge hervorgegangen ist, ist noch lang.
Wahrscheinlich, weil ich jetzt eher langsam lese und den Rekord von 176 Bücher, den ich 2013 hatte, erreiche ich nicht mehr. Derzeit stehen auf meiner 2023 Leseliste 144 Bücher. Davon sind bis jetzt sechsundzwanzig noch nicht gelesen und mehr als höchstens zehn werde ich heuer wohl nicht mehr schaffen.
Derzeit lese ich, wie schon erwähnt, eher langsam und bin gerade mit Ach und Krach mit der deutschen Buchpreisliste fertig geworden. Mit der Österreichischen war ich das schon früher.Jetzt kommt noch die Schweizer, die werde heuer vielleicht noch schaffen. Sind die fünf ausgewählten ja eher dünn und meine Leselisten haben auch Tradition.
2011 habe ich sie gegründet und mir dann 2013 irgendwann einmal eingebildet, nichts mehr zu kaufen, nichts mehr aus den Schränken zu holen, sondern alles aufzulesen.
Da bin ich gleich einmal gescheitert, habe dann aber Leselisten bis 2020 aufgestellt, um das Alte abzulesen, die ich dann irgendwann gelöscht habe.
Jetzt ist meine 2024-Liste sehr kurz. Die Geburtstagsbücher stehen darauf und das was ich 2023 nicht mehr schaffe, wird auch daraufkommen, wie das seit einigen Jahren auch schon so ist.
2015 bin ich ja durch “Buzzaldrins Blog” auf das Buchpreislesen gekommen, dann kam 2016 die Öst dazu und 2019, als wir nach Basel gefahren sind, habe ich auch noch das Schweizerlesen dazu genommen.
Was bedeutet, daß mein Lesejahr ab August festgelegt ist, denn für achtunddreißig Bücher brauche ich inzwischen ja vier Monate und etwas anderes hat sich dann meistens auch noch angesammelt.
Ich finde das Buchpreislesen sehr spannend und habe es im Gegensatz zu “Buzzaldrin” beibehalten, jetzt werden ja die Bücher an zwanzig Blogger verteilt, die dann sehr stolz auf ihr Patenbuch sind, gibt es mir ja einen guten Einblick in die Gegenwartsliteratur und da bin ich, glaube ich, inzwischen eine sehr gute Kennerin und seit einigen Jahren habe ich mir auch angewöhnteinen Bücherjahresrückblick zu geben.
Was waren die Highlights des Jahres? Wenn ich am neunten Dezember damit anfange, wird vielleicht noch was dazu kommen. Bei hundertachtzehn Bücher habe ich aber schon eine gewisse Auswahl. Also fangen wir es an, was sind meine besten Jahresbücher?
1.Milena Michiko Flasar “Oben Erde unten Himmel”, wo es ja im Jänner ein japanisches Abendessen gab, zu dem mich der Verlag eingeladen hat. Dann wurde es auch im Literaturhaus vorgestellt, da bin ich aber zu der “Mit Sprache-Veranstaltung” in die “Gesellschaft” gegangen und auf der öst Shortlist ist das Buch auch gestanden.
2. Anton Thuswaldner “Ein Gegenkanon”, auf das Buch hat mich der “Papierstaupodcast” aufmerksam gemacht und dann hat mich ein Herr angerufen und hat mich nach einen Register gefragt.
3. Moritz Bassler “Populärer Realismus”,, ein Buch auf das mich glaube ich, Ö1 aufmerksam machte, es wurde in der “Gesellschaft” auch von Klaus Kastberger und Daniela Strigl besprochen und hat mich Anfangs sehr verwirrt, denn ich verstehe unter “Realismus” glaube ich etwas anderes, als Moritz Bassler. Der führt, glaube ich, Daniel Kehlmanns “Vermessung der Welt” als Beispiel für geschwätziges Schreiben für den Bildungsbürger, an und geht dann zu den experimentellen Bücher, wo er sich die Schmankerl für die gelehrten Leser aussucht, Slata Roschals “153 Formen des Nichtsein” zählt er beispielsweise als positives Beispiel an. Ein Buch das ich eigentlich nicht für realistisch halte.
4. Marlene Streeruwitz “Tage im Mai” obwohl ich kein wirklicher Streeruwitz-Fan bin oder sagen wir, ich bin eine solche, habe auch viel von ihr gelesen, halte sie aber für kompliziert und verstehe auch nicht alles.
5. Raphaela Edelbauer “Die Inkommensurablen”. Da war ich auch bei Präsentation im Literaturhaus, habe dann Klaus Nüchtern über das Buch schimpfen gehört, es ist aber auf der dBp Longlist gestanden und ich habe einiges darin auch für übertrieben und unglaubwürdig empfunden, aber trotzdem ein interessantes Buch.
6.Sasha Filipenko “Kremulator”, das vierte Buch das ich von dem belasrussischen Autor gelesen habe, den ich auch in Leipzig auf dem Buch lesen hörte.
7.Tarjei Veesas “Der Keim”, das dritte Buch des norwegischen Autors, auf den ich durch den “Leipziger Buchpreis” aufmerksam aufmerksam wurde. Ein interessanter Autor und weg von der Neuerscheinungsliste.
8. Helga Schubert “Der heutige Tag”, da kenne ich die über achtzigjährige, die 2020 überraschend den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, noch glaube ich aus DDR-Zeiten, denn da habe ich mich begierig in die dortige Literatur eingelesen.
9. Olga Tokarczuk “Empusion” eine Überraschung der Nobelpreisträgerin von 2018, die ich eigentlich für unlesbar oder langweilig gehalten habe.
10. Elena Fischer “Paradise Garden” war ein spannendes Jugend- oder Joung Adult-Buch, das ich auf unserer Reise nach Frankreich gelesen habe, manchmal ein bißchen zu dick aufgetragen war, aber, glaube ich, gerade deshalb auf die deutsche Longlist passte.
11. Sabine Gruber “Die Dauer der Liebe”, ein spannendes Buch, das leider weder auf der dBp noch auf der Öst gestanden ist.
12.Ulrich Woelk “Mittsommertage”, die mich ja zu meiner “Stalkingstory” inspiriert haben.
13. Joachim B. Schmidt “Kalman oder der versunkene Berg”, da ist der behinderte Kalmann ja ein Wiffzack und das fand ich besonders schön.
14. Birgit Birnbacher “Wovon wir leben” bei den O-Tönen und auch sonst daraus gehört und im Vergleich zu Thomas Olah der gelungere Versuch das trübe Dorfleben der Siebzigerjahre zu beschrieben.
15. Bodo Hell “Begabte Bäume”, ja doch, kommt auch darauf, obwohl ich sonst ja nicht so sehr für das experimientielle Schreiben bin.
16. Eva Reisinger “Männer töten” ein starkes feministischen Buch, obwohl ich weder für das Töten von Männern noch das von Frauen bin.
17. Tereza Mora “Muna oder die Hälfte des Lebens”, das andere Buch, das ich während unseren letzten Buk-Aufenthalt gelesen hat, hat mir nicht so gut gefallen.
18.Angelika Klüssendorf “Risse”, ein deutsches Longlistbuch, das eigentlich kein Roman, sondern ein wieder aufgelegte Erzählband ist, mich aber trotzdem, da ich weder “Das Mädchen” noch “April ” gelesen habe, gut gefallen hat.
19.Tonio Schachinger “Echtzeitalter” das Gewinnerbuch des heurigen deutschen Buchpreis, aus dem ich schon bei den O-Tönen hörte und das mir vor allem durch seine literarischen Anspielungen sehr gut gefallen hat.
20. Ulrike Sterblich “Drifter” mein heuriger Buchpreisfavorit oder war das doch
21. Tim Staffel “Südstern” der das brutale multikulti Berlin von heute auf vortreffliche Weise schildert?
Das wars vorläufig. Einundzwanzig Bücher sind auf meine 2023-Lieblingsliste bis jetzt gekommen. Bücher, die mir gefallen haben und die ich sehr empfehlen kann, obwohl es sicher auch viele andere tolle Bücher gibt, die an mir vorbeigegangen sind.