Die neue Bloggerdebutliste

Den “Blogger Debutpreis” gibt es seit 2016. Seither bin ich auch in der Jury und weil es jetzt viele Debutpreise gibt, gibt es auch es viele Debuts. So ist meine Debutpreisliste schon ziemlich.ich voll. Es gibt auf den Buchpreislisten Debuts, auf der Öst, etecetera.

Dreizehn Bücher stehen schon darauf und da gibt es einige Schmankerl. Leider fehlt der Amir Gudarzi. Aber “Männer töten” ist schön und interessant.

Auf der Debutlonglist stehen etwas sechzig Bücher und ich dachte bei der Durchsicht. Außer denen auf meiner Liste, gibt es nicht viel Interessantes.

Also habe ich schon viel gelesen. Aber weit gefehlt. Die drei Debutfrauen haben da andere Vorstellung. Und so habe ich bei den fünf Büchern, die ich bis März lesen soll, nur “Birobidschan” von der dBp schon gelesen und dann folgt Grit Krügers “Tunnel”, noch nie etwas gehört. Jennifer Beckers “Zeiten der Langeweile”, Magdalena Saiger “Was ihr nicht seht” und Viktor Gallandis “Kaspar”.

Sicher interessant auch einmal ins Unbekannte einzutauchen und als nächstes werde ich Grit Krügeer “Tunnel” lesen und darüber berichten.

Ohrenschmaus-Jurysitzung

Den “Ohrenschmaus-Literaturpreis” für und “Von Menschen mit Lernschwierigkeiten”, gegründet von Franz Joseph Huainig, gibt es seit 2007.

Der liebe Otto, mein damaliger literarischer Begleiter hat mich in Jury gebracht, die sich seither sehr gewechselt hat. Heinz Janisch war dabei und Felix Mitterer als Schirmherr und Ludwig Laher, den ich vor einigen Jahren vorgeschlagen habe. Und weil Franz Joseph Huhainigg, die Stars dabei haben will, ist Günter Kaindlsdorfer vom ORF schon ein paar Jahre dabei. Vea Kaiser ,war einige Zeit darin und jetzt glaube ich, Raphaela Edelbauer und Arno Geiger.

Berühmte Namen, die aber leider wenig Zeit haben und jetzt sind zur Jurysittzung, die immer noch Online stattfindet, sind nur Arno Geiger und Günter Kaindlsdorfer und erschienen. Die anderen waren krank und haben außer Heinz Janisch keine Vorschläge gemacht.

Es gab hundertachtundachtzig Einrechungen, die ich mir über Weihnachten angeschaut habe und das Schokopreis-Thema hieß Freiheit.

Arno Geiger, den ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, der damals ganz unbekannt war und dessen Text mir sehr gefallen hat und der inzwischen Karriere machte, hat sich sehr eingebracht und an allen Texten den literarischen Anteil gesucht. Der ORf-Moderator Günter Kaindlsdorfer, der, glaube ich, in meiner Nähe wohnt, war auch sehr kritisch. So war die Sitzung sehr lang, weil alle vorgeschlagenen Texte genau durchbesprochen wurde.

Wir haben jetzt die drei Hauptpreisträger und interessant, diesmal sind glaube ich lauter neue Namen dabei und nicht die nurdie Dauerpreisträger.

Der Freiheits-Text kommt auf die Zotter-Schokolade, auf die ich mich schon freue, obwohl ich noch zwei vom letzten Jahr in den Regalen liegen habe.

Eine Ehrenliste gibt es auch und ein Buch das bei der Preisverleihung vorgestellt wird und die ist im März im Raiffeisenhaus.

Ich bin gespannt, habe wieder eine Laudatio übernommen und die neue Stipendiatin wird die 1996 geborene in Hartberg, Steiermark lebende Agnes Zenz sein, die schöne Gedichte schreibt.

Der siebenundzwanzigste Exil-Literaturpreis

Den EXil-Literaturpreis initiiert von Christa Stippinger gibt es seit 1998, für Menschen mit nicht deutscher Muttersprache und daraus sind schon einige Talente hervorgegangen. Der erste war glaube ich Dimitre Dinev, dann natürlich Julja Rabinowich mit ihren “Spaltkopf”, Susanne Gregor könnte man dazurechnen, und und und…

Die Anthologie mit den Preistexten gibt es auch und am Anfang haben die Veranstaltung im Amerlinghaus stattgefunden, später auf der “Buch-Wien” und seit einigen Jahren im Literaturhaus.

Jessica Beer moderierte. Es gab Musik von Milos Todorovski und Maciej Golebiowski und in der Jury waren heuer Jessica Beer, Robert Huez und Grzegorz Kielawski, der auch einmal da gewonnen hat.

Wie immer wurden auch die Geldgeber besonders vorgestellt. Es gab Videosportraits der Preisträger, dann eine Lesung mit Textausschnitten, bevor die Preise vergeben wurden.

Den ersten Preis hat die 1997 in Lemberg geborene Anastasya Savran mit ihrem Text “platz für enge” gewonnen, die mit einer folklorischen Bluse und, wie ich glaube, einer ukrainichen Schärpe auftrat.

Dann kam “Insonne. Berichte aus einer anderen Landschaft”, der 1988 in der Schweiz geborenen Wania Laila Castronova, die in Sizilien aufgewachsen ist.

Der dritte Preis ging an die 2000 in Prag geborenen Sara Köhnlein mit “Das Ungleichgewicht der Grenzen”.

Dann gibt es immer einen Preis für Autoren mit deutscher Muttersprache, den diesmal Lisa-Viktoria Niederberger mit ihren Text “Gittka”, wo es um eine demente Großmutter geht, gewann.

Den Lyrikpreis hat die Südtirolerin Lorena Pircher mit dem Langgedicht “neujahr” gewonnen.

Dann gibt es noch einen Jugendliteraturpreis, der an die in Moldawien geborene Estera Calin für ihren Text “Vom Vergessen. Vom Kritzeln” gegangen ist.

Dann gibts noch einen Preis für Schulklassen und interessant ist dabei, daß heuer nur Frauen gewonnen haben. Ob es bei den hundertzehn Einreichungen keine Männer gab?

Die Preise wurden von der Stadt Wien, dem Bundesministerium und dem Bezirk Neubau gestiftet und ein Buffet vom Amerlinghaus gab es auch. Ich habe einige Bekannte getroffen und der Alfred hat sich wieder intensiv mit einer Grünen unterhalten hat, die, glaube ich, nicht wirklich verstanden hat, warum ich sie nicht mehr wählen werde.

Erich Fried- und Schweizer Buchpreis

In Basel wurde heute um elf der “Schweizer Buchpreis” an Christian Hallers “Sich lichtende Nebel” vergeben, ein Buch das ich wie, die vier anderen Nominierten noch lesen muß, aber da bin ich ja immer noch beim deutschen Buchpreis, habe da am Morgen Luca Kiesers “Weil da war etwas im Wasser” begonnen und dann für meinen Weg ins Literaturhaus das Buchpreisbuch Tonio Schachingers “Echtzeitalter” eingepackt und in Basel beim der “Buch Basel” und der Schweizer Buchpreisverkündung waren wir 2019, weil ich mir das einmal ansehen wollte.

Heuer nicht, heuer sind wir in Wien geblieben, weil ich an sich beim “Werkl im Goethehof” beim “Open Mike “und da aus meinen noch nicht veröffentlichen die “Toten lassen grüßen”, den Dystopie-Roman “2035” lesen wollen. Das wurde abgesagt. Aber da stand schon am Sonntag um elf die Verleihung des “Fried-Preses” an den ostdeutschen Thomas Kunst auf meinen Kalender. Also bin ich hinmarschiert, denn der “Fried-Preis” wird ja jedes Jahr von der einzigen Lektorin oder Lektor, der von der “Fried Gesellschaft” ausgewählt wird, vorgeschlagen und verliehen.

Heuer also Thomas Kunst, vorgeschlagen von der Jurorin Monika Helfer und da war ich schon ein wenig erstaunt, denn der 1965 in Stralsund geborene Lyriker, der mit seinen “Zandschower Klinken” 2021 auf der Shortlist des dBp gestanden ist, gilt, glaube ich, als sehr experimentell und Monika Helfer von der ich einigesgelesen habe, ist das wahrscheinlich weniger, scheint aber mit dem Autor befreundet zu sein.

Also losmarschiert ins Literaturhaus. Im Foyer an der Prominent vorbei und gleich einen Platz befunden, weil nur wenige Zuhörer. Das literarische Stammpublikum fehlte zum größten Teil. Aber die ehemalige Ministerin Hilde Hawlicek war da, der Otto, den ich von der “Augee” kenne, der Sasha und noch einige andere.

Früher ist ja immer die Friederike Mayröcker hingekommen und in der ersten Seitenreihe gesessen. Das Portrait von Heide Heide, um das es, glaube ich, einige Diskussionen gab, thronte wieder über dem Lesetisch und Robert Huez eröffnete oder leitete ein. Die Grußworte hat die Vizezpräsidentin Teresa Präauer, für den erkrankten Josef Haslinger” gesprochen und der konnte man gleich zum “Bremer Literaturpreis für ihr “Essen im falschen Jahrhundert” gratulieren.

Vom Ministerium hat die Sektionsleiterin Theresia Niedermüller im schwarzen Hosenanzug die einleitenden Worte gesprochen und da von der Verantwortung gesprochen, die der alleinige Juror, die alleinige Jurorin hat. Er kann allein entscheiden, muß sich dann aber allein auch den Widerspruch gefallen lassen.

Bei der Vorarlbergerin Monika Helfer, die von Angelika Reitzer, auch ein Mitglied der “Fried- Gesellschaft” vorgestellt wurde, wird das wohl nicht sein, denn ihre Laudatio in der sie Thomas Kunsts Preiswürigkeit begründete, war sehr literarisch.

Dann kams zur Preisübergabe. Der Preisträger strahlte und zeigze seine Urkunde her. Dann gings zur Preisrede und da bekannte der Autor, das er nicht sehr viele Berührungspunkte mit Erich Fried hat. Denn in Stralsund wurde der kleine Thomas von seinem Vater in die Musikschule zum Geigenunterricht gebracht. Der wollte dann Lyriker werden und wählte sich da Paul Celan als Vorbild aus. Inzwischen hat er außer den “Fried-Preis” auch noch den “Kleist-Preis” bekommen und anschließend gab es Sekt zum Anstoßen. Michael Hammerschmied lhabe ich getroffen, Daniela Strigl, Rhea Krcmarova, Karin Invancsics, die auch Mitglied der “Gesellschaft” ist und viele andere. Die Bücher konnte man am Büchertisch kaufen und ich habe mich bei Gustav Ernst erkundigt, daß es seine Kolik-Lounge im Schauspielhaus ,wo am Mittwoch Luca Kiesers “Da ist doch was im Wasser” vorgestellt wird noch gibt. Robert Huez hat mich dann über den Schweizer Bucbpreisträger informiert. Christoph Hein offenbar ein Freund des Preisträgers war auch anwesend und die Musik ist auf Wunsch von Thomas Kunst vom Gitarrist Bernhard Eder, den er im Internet kennenlernte, gekommen.

And the winner is….

Wer wird heuer den österreichischen Buchpreis und den für das Debutt gewinnen? Eine interessante Frage, die ich nicht beanworten konnte, obwohl ich diesmal zum ersten Mal seit 2016 alle Bücher gelesen habe und auch eine Schätzung hätte.

Es ist aber schon passiert, daß der gewinnt, dem ich das am wenigsten zugetraut hätte. Das wäre diesmal Maja Haderlap gewesen, deren Buch mir nicht so gefallen hat und dann Teresa Präauer, da sagte mir ja Robert Huez auf meine Frage letzte Woche, Teresa Präauer.,

Die wird sehr gehypt, ist aber kein Roman. Aso ich hätte mich zwischen den beiden Herren Haas und Setz zu entscheiden und da Clemens J Setz ja auf allen Listen gestanden ist, wäre er ein geeigneter Kanditat, obwohl das Buch eigentlich gar nicht so surreal war, wie man Clemens j. Setz zugetraut hätte. Da bliebe noch Milena Michicko Flasar, die eher stille literarische Stimme, die irgendwie am Literaturrand steht und das japanische Leben beschreibt..

Bei den Debuts hätte ich auf Reisinger oder Daribi getippt, weil mir Olah wvon dem ich eigentlich erwartete, daß er der Gewinner ist, zusher an Bernhard und Winkler erinnerte.

Also spannend und der heutige Tag war auch schon “Buch-Wien” orientiert, hat mir ja DTV ein Blogger- Kit zugeschickt, damit ich die “Buch-Wien” gut überstehe. Werde ich wahrscheinlich und dann auf ins Casino am Schwarzenbergplatz und war früh daran, so daß ich den Einzug der Prominenz, die mich ja alle wieder mal übersehen hat, beobachten konnte.

Thomas Olah hat eine der Jurorinnen nach derJurysitzung gefragt, die heute um elf stattfand.

“War eigentlich schnell entschieden!”,, sagte die und ich dachte “Aha, da haben wir den Gewinner!” und Maja Haderlap ist auch an mir vorbeimarschiert und hat ihr Rotweinglas auf meinen Stehtisch abgestellt und ich konnte die Vertreterin von “Mury Salzmann” endlich nach dem “Gegenkanon”, fragen. Dann ging es los und diesmal war es ein bißchen anders als in den letzten Jahren , obwohl Philpp Heuss und Dorothee Hartinger wieder die Moderatoren waren.

Die Musik stammte von “Sarah Bernhardt”, bei der auch Sigrid Horn tätig ist und dann begann es diesmal mit den Debuts.

Schauspielschüler haben mit den Moderatoren Textstellen gelesen. Dann wurden die Jurymitlieder und die Preisstifter vorgestellt und dann “The winner ist Arad Dabiri!”

Der sprang mit seinem Kapperl in die Höhe und umarmte die Leute hinter mir und vor mir sind Maja Haderlap, Teresa Präauer, Clemens J. Setz und Milena Michoko Flasar gesessen.

“Da beobachte ich, wie sie reagieren, bevor Andrea Mayer die Juryentscheidung verkündet!”, habe ich gedacht und das nach den Buchvorstellungen fast versäumt. Es hieß jedenfalls, nachdem Andrea Mayer, um es besonders spannend zu machen, dankte und “The winner is Cemens j. Setz!” und ich dachte “Aha, klar!”

Wolf Haas hatte ich vorher nicht gesehen. Erwar aber anwesend, erhielt ein Buch und einen Blumenstrauß und dann gab es Brötchen und was Süßes und ich habe mich mit einer Dame, die Auslandskultur organisert unterhalten, habe einige Bekannte gesehen und ihnen zugewinkt und jetzt gibt es noch zwei Tage Praxis und dann auf in die “Buch-Wien”.

Wildganspreis an Christoph W. Bauer

SAXOPHISTICATED

Den “Anton Wildgans-Preis” genannt nach dem österreichischen Dichter Anton Wildgans 1881-1932 “Ich bin ein Kind der Stadt”, gibt es gesponsert von der österreichischen Industriellenvereinigung seit 1963lang und er soll an Autoren gehen, die schon über ein Werk aufweisen können und von denen noch eines zu erwarten ist, sprich nicht viel älter als sechzig sein, soll.

In meinen “Lore und Lena” habe ich ihn den Paul , wo Josef Haslinger mein Vorbild war, bekommen lassen. Irgendwann habe ich, initiert von Barbara Neuwirth, die der Jury angehört, die Einladungen dazu bekommen und bin bis auf das Mal, wo meine Homoöriden ausgebrochen sind, regelmäßig hingegangen und diesmal hat ihn der 1968 in Kärntnen geborene und in Tirol lebende Christoph W. Bauer, bekommen, der mir glaube ich, 2011 auf der “Buch Wien” von Gerlinde Tamerl vom “Haymom “Verlag vorgestellt wurde. Dann habe ich ein paar seiner Bücher “in der “Morava-Abverkaufskiste” gefunden und gelesen und bei “Buch und Wein” sehe ich ihn auch regelmäßig und diesmal ist der Alfred mitgekommen und wir sind gleich am Eingang an Barbara Neuwirth, Manfred Müller von der Gesellschaft und Marianne Gruber, die auch der Jury angehört, vorbeimarschiert bzw. habe ich ihnen zugewinkt.

Marianne Gruber
Christoph Neumayer, Christoph W. Bauer

Christoph Neumayer von der Industriellenvereinigung hat begrüßt und auf die Familie Wildgans, die regelmäßig eingeladen wird, hingewiesen. Sabine Gruber, Andrea Grill, ehemalige Preisträgerinnen waren da und Christoph W. Bauer hat seinenHund mitgebracht, der immer eifrig bellte, wenn es etwas lauter war. So nach dem Damensaxophonquartett, da wieder spielte und Marianne Gruber hat die Laudatiogehalten, dabei auf den ersten Lyrikband und den ersten Roman hingewiesen, die Verbindungen zu den Griechen erwähnt und Christoph W. Bauer hat sich dann als großer Leser erwiesen und betont, daß er dadurch das Schreiben erlernt hat, beklagt, wieviel Leute, das nicht mehr können und die Frage thematisiert, die auch für mich wichtig ist, ob man auch ohne Anerkennung schreiben kann?

Man kann, lieber Christoph W. Bauer, ich tue es schon seit fünfzig Jahren, wenn es einer wichtig ist, tut man es, obwohl es anders natürlich besser wäre und erwähnte am Schluß seiner Rede, daß man lesen lesen, lesen soll.

Das tue ich auch, mehr als die meisten Anwesenden wahrscheinlich und habe höchstwahrscheinlich auch mehr geschrieben und wenn man auf seine Leseliste ,schaut, dann sieht man daß etwa dreißig Buchpreisbücher darauf stehen, die der österreichischen und der deutschen Liste, da sind die bücher schon gekommen. Die Schweizer Nominierten wurden heute bekanntgegeben und interessant dabei, daß ich davon nur den autor Matthias Zschokke kenne. Habe aber die Bücher angefragt und drei davon wurden mir schon zugesagt und im Haus der Industrie gab es einen Büchertisch mit Christoph W. Bauers Werke, worauf der Generalsekretär noch extra hinwies.

Dann gabs Wein, Sekt, Brötchen und die berühmten Petit Four sund Renate Hödl-Bernscherer, die Assistentin des Generalsekretärs, die die Veranstaltung organisert und demnächst in Pension gehen wird, hat mir drei Dekorosen zum Abschied übergeben und ich ihr die “Flora Faun”, wo es ja auch um das Lesen geht und jetzt kann man spekulieren wer den Preis das nächste Jahr bekommen wird und da ist mir Daniel Wisser eingefallen, dessen neues Buch demnächst präsentiert werden wird.

Theodor Kramer-Preis an Tanja Maljartschuk

Tanja Maljartschuk

Wieder einmal “Theodor Kramer Preis für das Schreiben im Widerstand und Exil”, den Konstantin Kaiser im Jahr 2001, glaube ich, gegründet hat und der seither Jahr für Jahr vergeben wird. Zuerst haben ihn die im zweiten Weltkrieg vertriebenen Autoren bekommen. Inzwischen werden die Preisträger jünger und seit einigen Jahren findet die Veranstaltung im Pfarrsaal in Niederhollabrunn statt, das ist die Marktgemeinde, wo Theodor Kramer geboren wurde.

Da gab es früher Führungen durch das Geburtshaus, die wurden, weil die Teilnehmer, das wahrscheinlich schon kennen, inzwischen abgeschafft und einen Shuttlebus der die meist Wiener Teilnehmer hinbringt, gibt es auch.

Wir sind heuer mit dem Auto von Harland gekommen und die 1983 in Iwano-Frankiwsk geborene Tanja Maljartschuk. die 2011, der Liebe wegen nach Österreich gekommeen ist, kenne ich schon lang, habe ich doch ihr zweites bei “Residenz” erschienenes Buch “Biografie eines zufälligen Wunders”, gelesen, das sie, glaube ich, auch bei “Buch und Wein” vorstellte.

20018 hat sie den “Bachmann-Preis” bekommen. Ihr Roman über einen ukrainischen Widerstandskämpfer “Blauwal der Erinnerung” habe ich gelesen und heuer hat sie die “Klagenfurter Rede zur Literatur” gehalten und der Ukraine Krieg hat sie, glaube ich, sehr getroffen und scheint sie in ihrem Schreiben zu behindern, wie sie in Klagenfurt thematisierte.

Peter Roessler hat diesmal moderiert. Der Bürgermeister eine kurze Begrüßngsrede gehalten. Musikeinlagen gab es auch und die Laudatio auf Tanja Maljartschuk hat Annemarie Türk gehalten von der Peter Roessler behauptete, daß sie die Autorin am längste kenne.

Ich kenne sie seit 2013, also auch schon ziemlich lang und die Autorin hat sich in ihrer Rede beim Publikum und bei der Jury für den Preis bedankt und am Schluß, was ich sehr spannend fand, das sehr berührende Kramer Gedicht “Wer läutet draußen an der Tür” auf Ukrainisch gelesen.

Es war wieder sehr voll in dem Pfarrsaal, Speck und Schinkenbrote, Topfenstrudel, Weintrauben, Wein und anderes hat es gegeben und ich habe einige bekannte Gesichter gesehen. Darunter Julia Danielczyk, die mir versicherte, daß sich durch die Auflösung der Literaturabteilung der Stad Wien nichts an der Stipendkienvergabe, etcetera ändern wird.

Was die Autoren wahrscheinlich beruhigen wird und mir egal sein kann, habe ich ohnehin nie eines bekommen und reiche auch nicht mehr ein.

Es sagt aber wahrscheinlich schon einiges über den Stellungswert der Literatur in der Gesellschaft aus, wenn die jetzt in die Abteilung für Mode, Kunst und Sport eingegliedert wird.

Der “Theodor Kramer Preis” war aber diesmal sehr beeindruckend. Man konnte auch Bücher der Gesellschaft kaufen und für die Ukraine spenden und mein “Ukraine Blues” wird ja jetzt auch bald erscheinen.

Der siebenundvierzigste Bachmannpreis

Der wurde ja 1977 von Marcel Reich Ranicki, Humbert Fink, etcetera gegründet, die IG Autoren waren damals sehr empört und die Autoren haben dann mehr oder weniger heimlich doch dort gelesen und ich hätte das auch immer gern.

Aber leider, leider nicht eingeladen, denn ich bin ja offenbar sprachlich nicht gut genug, 1996 bin ich hingefahren, um zuzuhören und seit einigen Jahren kann man auch streamen, was ich sehr begierig tue, obwohl sich meine diesbezügliche Einstellung inzwischen etwas geändert hat und ich das Ganze lockerer sehe.

2020 kam dann Corona und ein “Bachmann-Preis” per Zuschaltung. Da waren, glaube ich, nur Wolfgang Tischer die moderatoren und Julya Rabinowich in Kagenfurt. 2021 waren, glaube ich, die Juroren dort und im Vorjahr eigentlich alles wieder normal oder hätte ich das mißverstanden? Der neue Moderator Peter Fässlacher, Christian Ankowitsch, haben sie, glaube ich, hinausgeschmissen, erklärte aber, endlich wieder alles normal und richtig Anfang 2022 hieß es ja nur geimpfte Autoren dürfen antreten. Das war dann im Juni oder Juli nicht mehr so arg und die Impfpflicht ausgesetzt oder abgeschafft und jetzt werden ja auch Ende Juni die Corona Vorschriften endgültig abgeschafft.

Also im Vorfeld meiner “Fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” feiern und im Jubiläumsjahr “Fünfzig Jahre Matura fünfzig Jahre schreiben” auf der Terrasse im Krongassen-Garten nach Klagenfurt streamen.

War gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Denn zuerst war das Internet weg, dann hieß es, mein Browser kann nicht empfangen. Dann ging es doch und “Frau Bach und Söhne” hielten gerade die musikalische Einleitung. In Zeiten wie diesen nahm die künstliche Intelligenz der ORf-Direktorin fast die Einleitungsworte weg und in der politischen Szene Klagenfurt gibt es, glaube ich ,auch Differenzen. Trotzdem waren alle Festgäste da. Die Autoren haben sie in den Garten bzw. in den neueröffneten Ingeborg-Bachmannpark gesetzt und es sind diesmal nur zwölf, denn Robert Prosser, in dem der Alfred sschon den Preisträger sah und Helena Adler haben abgesagt. So gibt es nur Anna Felnhofer und Mario Wurmitzer von den Österreichern, die ich kenne. Dann kenne ich noch Andreas Stichmann, der glaube ich schon mal dort gelesen hab und oh Überraschung den Ukrainer Yevegniy Breyger, kenne ich auch, habe ich ihn doch letztes Wochenende in Neuberg an der Mürz gehört.

Ein Herr vom ORF lobte die Literatur und erklärte den Leuten, daß er die in die Herzen aller bringen will “Und deshalb meine Damen und Herren brauchen wir ihre Rundfunkbeiträge!” Das sehe ich ein bißchen anders und bin gegen Zwangsgebühren und lesen kann ich selber, schreiben auch.

Dann wurden die Preisstifter wieder nach ihren Lieblingsbüchern gefragt und die redeten sich mehr oder minder heraus, “Der Mann ohne Eigenschaften” liegt auf dem Nachtkästchen und eine Dame ist noch nicht reif für die Insel. Natürlich für das Lesen haben die Erfolgsmenschen dann trotz aller schöner Worte zu wenig Zeit.

Der Landeshauptmann Peter Kaiser hielt auch eine Rede und suchte sich ein paar Kärntner Inseln zum Lesen aus.

Dann wurden die sieben Juroren vorgestellt. Klaus Kastberger im schwarzen Shirt schaute ziemlich finsgter, daneben saß Mara Delius, Mithu Sanyal ist neu in der Jury, Insa Wilke ist die Vorsitzende, Thomas Stässle ist auch neu in der Jury, Brigitte Schwens-Harrant war schon dort, sowie Philipp Tingler, der die Jury mit seinen Bemerkungen immer etwas durcheinanderbringt. Insa Wilke hielt dann eine Eröffnungsrede und sprach von ihrem Blockadegefühl bezüglich der angespannten Verhältnisse, die es im Großen und im Kleinen gibt und pries dann das Buch “Gekränkte Freiheit”, wo sich die Autoren mit den Corona-Kritikern beschäftigten und sie in bestimmte Dimensionen einordnen, was ich wahrscheinlich ein wenig anders sehe, aber interessant, die Definition von Insa Wilkes Freiheit, die sie mit dem Lesen von Büchern verband und riet die Bücher nicht als Besitz zu betrachten. Nun ja, ich denke da eher, die preisgekrönten Autoren schreiben das eine und ich das meine im Verborgenen und beides ist vielleicht auch Literatur.

Dann kam die Auslosung der Lesereihefolge mit dem Justizar, die diesmal im Garten vergeben wurde. Es gibt fünf Peise, vier von der Jury und den Publikumspreis und jedes Jurymitglied kann fünf Punkte vergeben. Die höchste Punktzahl bekommt den Preis, das war schon im Vorjahr anders, weil sich, glaube ich, Wolfgang Tischer über den bisherigen Vorgang aufgeregt hat. Dann folgte wieder Musik im Garten, im Saal saß, glaube ich, nur das Publikum und die Jury.

Dann kam die Klagenfurter Bachmann-Preis Rede von Tanja Maljartschukj, die 2018 den Preis gewonnen hat, “Hier ist immer Gewalt”, die sich als gebrochene Autorin bezeichnete, die durch den Krieg die Sprache verloren hat oder sich vor ihr fürchtet und darüber referierte und deshalb auch nicht imstande war, den in Arbeit befindenden Roman über den Holocaust fertig zu schreiben.

Am Donnerstag begann der 1977 in Frankreich geborene Jayrome Robinet, der seit dreiundzwanzig Jahren in Deutschland und seit dreizehn Jahren als Mann lebt und den bezeichneten Roman “Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund” geschrieben hat, seinen Text “Sonne in Scherben” zu lesen, der mit dem Satz begann, daß er als Kind Mozarella für ein Stück von Mozart gehalten hat und dann von seinem “Dr. Papa erzählte, der am Bau arbeitete und aus Sizilien stammte und dann seine Transtion mit der Geburt seines Babies und Begräbnissen beschrieb, was ja jetzt modern ist. Er wurde von Mithu Sanl eingeladen. In der Diskussion wurde dann erklärt was an dem Text konventionell oder unkonventionell ist und die Jury war vorwiegend begeistert.

Dann kam der zweite Ich-Text, daß diesmal sehr viele davon gelesen werden, hat die Jury schon verraten, die “Verwechslungen” des 1983 in Bonn geborenen Andreas Stichmann, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, wo einer, der wegen einer Nesselsucht in einer Klinik liegt, dort seinen alten Bekannten Alexander Germ trifft, der eigentlich Schwertens heißt und dabei seine Familiengeschichte beschreibt. Da gab es mehr Einwände und Streitgespräche zwischen den Juroren und dann ging es in den Garten zu Cecille Shortmann, einem Film über Florjan Lipus und eine Diskussion mit seiner Tochter und Ales Steger über die slowenische Literatur, die ja im Herbst Gastland in Frankfurt ist und zwei slowenische Autoren nämlich Ana Marwan und Maja Haderlap haben den Bachmann-Preis auch schon gewonnen.

Die nächste Leserin war dann die 1986 in Tübingen geborene Valeria Gordeev, deren Text “Er putzt” heißt, wo es um einen Putzteufel, “Reinigungsprosa”, twittert Wolfgang Tischer, geht, den ich literarischer als die beiden vorigen fand, dem sich die Jury anschloß.

Die letzte Donnerstagsleserin war dann die 1991 in München geborene Anna Gien, die von Mara Delius eingeladen wurde, deren Text , “EVE SOMMER”, der aus Einträgen bestanden, ich meiner Stunden wegen fast vertsäumte.

Am Freitag ging es dann weiter. Bei mir mit zwei Vormittagstunden, so daß ich Sophie Klieeisen Teufelstext “Taube Früchte” und Martin Piekars Pflegetext “Mit Wände Sprechen/Polen sind schwierige Volk” versäumte und nur Teile der Diskussion darüber hörte.

Ich habe dann erst wieder den Text “Wenn ich eine Zeitmaschine hätte”, der 1980 in England geborenen Jacinta Nandi, die einen indischen Vater hat, in Berlin lebt und von Mithu Sanyal eingeladen wurde, gehört, der sich mit der Gewaltbeziehung einer deutschen Mutter, die ihre Kinder hasst, beschäftigt der heftige Diskussionen auslöste und sich hier Philipp Tengler wieder sehr einbrachte. Diesmal haben alle Autoren das Schlußwort und können etwas sagen, die meisten, die ich gehört haben, bedankten sich, aber die engagierte Jacinte Nandi wünschte sich eine Kinderbetreuung im nächsten Jahr.

Und in der Pausendiskussion im Garten ging es um mehrsprachige Autoren und da wurde zuerst ein Film über den indischen und in der Schweiz oder Berlin lebenden Autor Ralph Taharyil gezeigt und dann mit Mithu Sanyal und Chantal-Fleur Sandjon über Diversität diskutiert und die Frage, welche Texte Literatur sind angerissen, die mich ja auch sehr beschäftigt.

Um künstliche Intelligenz, bzw. Chat GTB und ob man die, in den Texten erkennen kann, ging es dann auch.

Dann folgte die 1984 in Wien geborene Psychologin Anna Felnhofer, die von Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde mit ihren sehr eindringlichen Text “Fische fangen”, der von den Mobbingerfahrungen eines sehr Siebzehnjährigen handelt.

Dann gings wieder in den Garten zu Cecille Shortmann und Yevgenij Breyger zu einer Diskussion über die ukrainische Situation, womit die Freitagübertragung mit einem Film über Valerie Fritsch beschlossen wurde.

Am Samstag vor einer Woche habe ich den 1989 in der Ukraine lebenden und jetzt nach Wien übersiedelten Yevgeniy Breyger in Neuberg an der Mürz als Lyriker gehört, was mich sehr beeindruckt hatte, in Klagenfurt hatte ich dann die Gelegenheit ihn als ersten Prosa-Lesenden zu streamen. Sein Text “Die Lust auf Zeit”, hat sich bei ihm schon länger vorbereitet und jetzt, wahrscheinlich nach dem Ukraine Krieg seine Form gefunden und eingeladen wurde er von Insa Wilke.

Wieder ein “Ich-Text” wo man schwören muß, kapiert zu haben, daß der Protagonist nichts mit dem Autor zu tun hat und die Wolfgang Zischer nicht leiden kann. Hier erlitt der Vater einen Schlaganfall. Die Mutter ruft das Ich verzweifelt an, weil er ihr verboten hat, den Krankenwagen zu rufen und der Opa hat den Protagonisten einmal gesagt “daß es schlimmer ist in der Klinik eine Niere zu verlieren, als ein Bein im Krieg” und der Urgroßvater wurde wegen eines Stalin-Witzes deportier, also wieder die Verbindung zu der Vergangenheit, die auch in den anderen Texten, wie in dem vom “Putzen” immer wieder aufblitzte, als sich da die Wattestäbchen zu Hakenkreuzen verbogen. Der Erzähler braucht lange, um in das Zimmer seines Vaters einzutreten und der dann ein Glas Wasser will und sich beim Sohn erkundigt, warum er solang gewartet hat?

Dann ging es in das “Tiny-House”, des 1992 in Mistelbach geborenen Mario Wurzmitzers, der von Philipp Tingler eingeladen wurde und der bei “willhaben” eine Anzeige entdeckte, daß er in eine Musterhaussiedlung einziehen und sein Leben dort streamen kann. Aber wie bringt er seine Bücher dorthin? Er legt einen Gemüsegarten an, warten auf Rainald Goetz, der sich ja, glaube ich, 1983 in Klagenfurt die Stirn aufgeschnitten hat. Dann kommen noch die Brandtstifter und zünden die Musterhäuser an. Er zieht in ein Baumhaus und dreht die Kamera ab, worauf er hinausgeschmissen wird.

“Kapitalismauskritik vom Feinsten!”, urteilte die Jury. Dann ging es, obwohl das Wetter nicht sehr schön war, in den Garten zu Cecille Shortmann und den Problemen der Kleinverlagen.

Dann habe ich den Aufreger des Tages bei der 1996 geborenen Schweizerin Laura Leupi und ihrem “Alphabet der sexualisierten Gewalt” offenbar verschlafen. Nur mitbekommen, daß es da um Vergewaltigung ging und sich die Jury etwas später in den Haaren lag und das enfant terribel Philipp Tenger für irre erklärt wurde.

Spannend, spannend, was Texte alles auslösen können! Dann kam der offenbar türkischstämmige 1983 in Hannover geborene Deniz Utlu, der wieder in die Ich Form zurückkam und von seiner Kindheit, der Krankheit des Vaters und der ambivalent liebevollen Beziehung zu seiner Mutter erzählte. Das Aufwachsen in Deutschland, die erste Liebe und die Identitätssuche kommen darin vor. Ein Text, der Klaus Kastberger zu konventionell war, da er lieber Thomas Bernhard liest und Philipp Tengler stimmte ihm zu.

Das war es dann und jetzt kann die literarische Außenseiterin ihr Publikumsvoting abgeben und ist ein bißchen ratlos dabei. Denn einige, wahrscheinlich spannende Texte, muß ich erst nachlesen. Bei einigen, beispielsweise bei dem von dem schwangeren Mann, der nicht autobiografisch ist, würde ich die Literarizität bezweifeln.

Eindruckvoll bleibt der Text vom Putzen. Der muß einer Psychologin mit Zwangspatienten natürlich gefallen. Der Text von Mario Wurmitzer hat mir gefallen und der von Yevgenij Beyger auch.

Mal sehen, was die Jury dazu sagt. Anna Felnhofer ist auch sehr gelobt und für preiswürdig erklärt worden. Andreas Stichmann und Anna Gien sind offenbar durchgefallen und insgesamt fand ich die Textauswahl sehr vielfältig. Sehr viel Autofiktion und Diversität. Aber das ist jetzt modern und natürlich bleibt die Frage, wie das alles Ingeborg Bachmann gefallen hätte und im Jubeläumsjahr die, warum ich nicht eingeladen werde und was pasieren würde, wenn ich dort einer meiner Texte lese?

Nichts Gutes wahrschein und nach wie vor finde ich es schade, daß trotz aller Diversität und Offenheit nicht alle die Chance haben, ihre Stimme zu erheben und von den hunderten Bewerbungen, viele überbleiben, die nicht lesen dürfen, weil sie für zu konventionell, zu uninteressant oder was auch immer gehalten werden.

Im Garten gaben dann die sehr origenelle, extrovertierte Jacinta Nandi, die mit einem Speibkübel zu ihrer Lesung erschienen ist und Martin Pikert ihre Leseerfahrungen wieder. Dincer Gücyeter lief dann mit seinem “Deutschlandsmärchen” Cecile Shortmanns übers Bild und wurde auch in einem Film gezeigt.

Im Literaturcafe haben Wolfgang Tischer, Bozena Bandura und Andrea Diener ihre Meinung zu den Tagen, den Texten und den Juroren kundgegeben und meine Reihung wäre Valeria Gordeev, Jevgenij Bejger, Sophie Klieeisen, Denis Utlu und Mario Wurmitzer. Auf Martin Picars Text bin ich neugierig, habe ihn aber noch nicht gelesen und nun zu den hehren Juryentscheidungen und da kann ich noch anmerken, daß Klaus Kastberger, der gestern von Thomas Bernhard schwärmte und ansonsten von den hundertmal schon gehörten konventionellen Texten genug hat, Helena Adler mit ihren Bernhard Stil- Geschichten eingeladen hätten, die dann aber aus gesundheitlichen Gründen, glaube ich, nicht teilnehmen konnte.

Der neue Juror Thomas Strässle ist übrigens auf Platz eins bei Wolfgang Tischers Jurybewertung gekommen, Klaus Kastberger diesmal auf den sechsten Platz. Ich habe diesmal nicht mitgestimmt, weil, ich glaubte, die Juroren nicht beurteilen zu wollen und Mara Delius, die den Literaturcafe-Leuten nicht gefallen hat, auf den letzten <platz.

Laura Leupi, die man Laura mit “Sternchen” nennen muß, hat dann den “3 Sat-Preis” mit ihren “Alphabet der sexualisierten Gewalt” gewonnen und Thomas Strässle hat die Laudatio gehalten.

Martin Piekar hat dann mit dem neuen Abstimmungssystem und mit Stichwahl den “Kelag-Preis” bekommen, für den dann der unkontionelle Bachmann-Fan die Laudation gehalten hat und nun muß ich noch die Lesung nachhören.

Dann kam der offenbar neue Deutschlandfunk-Preis” und da wurde zuerst ein Stifutungsvertreter interviewt und mußte seine Meinung zum Preis kundgeben, den er für sehr gegenwärtig hält, sehr non binär und und divers ist wohl damit gemeint und sich freute, daß nun wieder allle vor Ort stattfinden konnte. War er das letzte Jahr nicht da? Den Preis hat dann Anna Felnhofer gewonnen, den ich eigentlich für die “Bachmann-Preisträgerin” gehalten hätte.

Brigitte Schwens-Harrant hielt die Laudation auf den “Gesichtsblindenmobbing-Text” der Psychologin und Wissenschaftlerlin. Den Publikumspreis hat dann nochmals Martin Pekar, der lange Haare, rote Fingernägel und einen schwarzen Overall trug, bekommen, den ich sehr herzlich gratuliere.

Bevor der Hauptpreis verkündet wurde, sah man Ingeborg Bachmann ein Gedicht interpretieren und Lydia Mischkulnig, die ja 1996, als ich vor Ort war gelesen hat und damit vielleicht bekannt wurde, Ana Bahr und andere Autoren, bzw. Daniela Strigl gaben in einem Filmausschnitt , ihre Meinung zum weiblichen Schreiben und Gewalt kund, damit des besonders spannend wurde.

Deshalb wurden noch einmal die Juroren befragt und dann Überraschung hat meine Favoritin Valeria Gordeev mit ihren Putztext gewonnen, die sich mehr Preise wünschte und die neue “Inge Preisskulptur” mit dem einen Punkt, den sie vor Anna Felnhofer lag, zum Geldpreis” bekommen hat und von Insa Wilke, die auch die Schlußrede hielt laudiert wurde.

Der Bürgermeister, der, glaube ich, der Tennislehrer von Jörg Haider war, übergab den Preis und dann gabs wieder Musik und wahrscheinlich mehr oder weniger Freude.

Das wars dann und jetzt auf auf die Rudolfshöhe oder zum Grillen in Annas Garten und natürlich in meine Jubläumsfeiern zu “Fünfzehn Tage Literaturgeflüster” womit ich meine Leser nun fünfzehn Tage nerven oder erfreuen und ihnen auch einen kleinen Einblick in mein Schreiben geben werde.

Ernst Jandl-Preis an Anja Utler

Mara-Daria Cojocaru
Yevgeniy Breyger

Der “Ernst Jandl-Preis” für Lyrik wird seit 2001 zweijährlich in Neuberg an der Mürz verliehen, weil dort, glaube ich, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker öfter on der Nähe Sommerfrische machten.

Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul Wühr, Ferdinand Schmatz, Peter Waterhouse, Elke Erb, Franz Josef Czernin, Monika Rinck, Oswald Egger und zuletzt Brigitta Falkner haben ihn bekommen.

Da waren wir im Vorjahr dort und ich habe meinen Schlüßel verloren und als ich am Dienstag in der “Alten Schmiede” war, habe ich dort den Flyer gefunden, daß ihn heuer Anja Utler bekommen wird. Corona bedingt hat sich das wahrscheinlich etwas verschoben und eigentlich wollte ich am Samstag, weil ich ja jetzt mit dem “Ukraine Blues” fertiggeworden bin und auch schon Pläne und Vorarbeiten für was Neues habe, die Fenster putzen, weil das zu meinen Schreibrutalen zählt, das dazwischen zu schieben. Dann käme die Recherchephase, aber ich habe schon ein paar Entwürfe und weil es sich ausgegangen wäre wenigstens am Samstag dorthin zu fahren, wo die experimentellen Lesungen waren und am Abend der Preis verliehen wurde, sind wir am Morgen von Wien aus dorthin und haben gleich Margret Kreidl die am >Nachmittag aufgetreten ist, im Festsaal der Gemeinde getroffen.

Mara Genschel
Birgit Kempker

Die Studenten sind wieder mit Thomas Eder angereist und Paul Jandl hat die Vormittagslesungen eingeleitet, die mit dem aus der Ukraine stammenden Yevgenij Breyger begonnen hat, der in seinem Gedicht Putins Tod vermutete, weil im Staatsfernsehen “Schwanensee” gespielt wurde. Dann folgte die mir ebenfalls bisher unbekannte Maria-Daria Cojocaro mit Tiergedichten und Mara Genschel, die glaube ich im Vorjahr in Klagenfurt ,gelesen hat, performte ihren Text wo es um tiefe Fische ging, auf exzellente Art, die alle zum Lachen brachte.

Experimentelle Lyrik kann also sehr unterhaltsam sein. Birigt Kempker hat auch einmal beim “Bachmann-Preis” gelesen und ist mit ihren Text damals auf den Inde gekommen. Diesmal war ihr Text zahmer und die aus Polen stammende Dagmara Kraus habe ich auch schon einmal gehört, wie auch Ulf Stolterfoht.

Dagmara Kraus
Ulf Stolterfoht

Dann ging es zum ehemaligen “Holzer” essen und am Nachmittag moderierte Ferdinand Schmatz fünf Lyriker, weil Sirka Elspaß deren Debutband ich gelesen habe, abgesagt hatte. Es begann mit einer Gruppenperformance. Katia Sophia Ditzler ließ das Publikum im Kreis gehen und umhüllte sie, glaube ich, auch etwas und Paul Henry Campells “Haut” und “Lebergedichte” habe ich schon beim Dichterloh-Festival” gehört. Dann kam, wie schon erwähnt Margret Kreidl, die in ihren Text “Mehr Frauen als Antworten” gleich die aktuelle Politik einbezog.

Rosa Pock folgte und begann glaube ich mit einem Jandl-Gedicht und erzählte etwas über ihre Schreibbiografie oder, wie sie als Linkshändlerin und Legasthenikerin dazu kam. Sonja von Brocke war die letzte Leserin.

Dann gabs wieder eine Pause, wo wir nicht recht wußten, wie wir sie verbringen sollten, bis es in die Pillhoferhalle zur Preisverleihung ging.

Margret Kreidl
Rosa Pock

Da gabs vorher wieder Wein und Brötchen. Dann eröffnete der Bürgermeister und Robert Stocker vom Ministerium und stellte die 1973 in Schwandorf geborene und in Leipzig lebende Anja Utler vor, die ich schon ein paar Mal in Wien gehört habe. Thomas Poiss hielt die Laudatio und Anja Utler bezog sich in ihrer Dankesrede wieder auf Ernst Jandl und seinen “Schützengraben” und kam dann zu ihrem bei der “Edition Korrespondenzen” erschienenen Gedicht “Es beginnt der Tag” den sie mit einer Musikerin gemeinsam performte und dann gabs wieder ein paar Goodies und am Sonntag, wenn wir mit der Lia die Donau hinunterfahren werden, gibt es noch eine Veranstaltung mit Anja Utler und jetzt bin ich sehr gespannt, wer in zwei Jahren den Preis gewinnen wird?

Ich tippe da auf Margret Kreidl. Paul Jandl, Thomas Poiss,Ferdinand Schmatz, Monika Rinck und Hanna Engelmeier waren oder sind jedenfalls in der Jury.

Robert Stocker, Anja Utler

Leipziger Buchmesse mit dem Gastland Österreich

Da der Alfred Freunde hat, bei denen wir schlafen können, sind wir seit den späten Neunzigneunzehnhunderterjahre ziemlich regelmäßig zur Buchmesse nach Leipzig gefahren.

Gastland-Motto: MEA OIS WIA MIA

In Frankfurt waren wir nur zweimal 2000 und 2002, aber in Leipzig ziemlich regemäßig und seit 2009 blogge ich darüber Wir waren meistens dort. Einmal oder zweimal, habe ich die Veranstaltung so weit man konnte gestreamt, weil der Alfred mit dem Karli unterwegs war oder arbeiten mußte.

Seit 2015 lasse ich mich akkreditieren und das war ich schon 2019, als ich mir den Knöchel gebrochen habe und 2020 war alles auch bereit und geplant, als Corona kam und die Messe abgesagt wurde. Zwar nicht so ganz.

“Leipzig liest”, hat es glaube ich immer gegeben und die Verleihung des Leipziger Buchpreises, den ich auch seit 2020 lese und seltsamerweise gab es seither keine richtige Messe, obwohl das in Frankfurt immer möglich war.

Nur ein “Leipzig liest trotzdem”, obwohl die Messe auf später verlegt worden war, wo man schon einiges in Freien machen konnte.

So auch heuer. Keine Messe im März, wie früher üblich, sondern Ende April. Im nächsten Jahr soll es wieder im März stattfinden und heuer alles wieder normal. Keine Masken, keine Tests, denn Corona ist ja jetzt vorbei.

IG Autorinnen und Autoren

Es gibt nur wenigstens in Österreich noch Aufarbeitungsschwierigkeiten, weil der Kanzler lieber stattdessen Autotage veranstaltet oder nach Afrika reist und außerdem gibt es noch etwas Besonderes, nämlich den Schwerpunkt Österreich, denn Österreich ist Gastland. Das hätte, soviel ich weiß, schon früher sein sollen, Corona hat es, glaube ich, verschoben.

Aber Katja Gasser, die Programmleiterin, arbeitet schon mindestens ein Jahr am Gastlandauftritt. Da gab es schon im Vorjahr Pressekonferenzen. Das Motto, das von Thomas Stangl kreiert wurde, heißt “mehr ois wia mia”.

Ein Motto mit dem ich Anfangs Schwierigkeiten habe, weil ich es eher für Chinesisch, als für Österreichisch halte und eine Zeitlang auch nicht richtig verstanden habe.

Der Sinn ist wahrscheinlich aufzufallen und die Sachsen und die Berliner, etcetera, fragen zu lassen “Was heißt denn das?” und die Aufmerksamkeit ist da, weil es ja im Unterschied zu den meisten anderen Gastländer keine Übersetzungen gibt, weil ja die gleiche Sprache, aber “mea ois wia mia” und da wurden eine Reihe von Autoren einzuladen.

Eröffnung

Die Größeren, mich natürlich nicht. Aber der GAV-Vorstand ist nach Leipzig gefahren und steht jetzt am IG-Stand, um jeden, der es hören will, zu erklären, was die GAV, ist und daß sie nächsten Woche in Wien ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiert und wir sind wieder am Mittwoch losgefahren, wo es am Vormittag eine Pressekonferenz gab, die ich versäumte. Die Eröffnung im Gewandhaus auch, weil wir erst nach vier am Schmetterlinsweg angekommen sind und ich auch keine Einladung dazu hatte, aber am Donnerstagmorgen losgefahren, um rechtzeitig zu der Eröffnung, um zwlf zurechtzukommen.

Die Straßenbahnen waren voll wie immer. Am Hauptbahnhof stand einer mit einem Mikrophon und erklärte den Besuchern, wie sie zur Messe kommen und irgendwo haben wir die Ruth, die Erika Kronabitter, die Ilse Kilic, den Jopa, etc stehen, aber nicht eisteigen sehen und ich bin schon nach zehn in der Halle vier angekommen, wo der Österreichstand ein neues Design hatte. Sonst hat es ja das berühmte Österreich Cafe gegeben, jetzt einen von Architketen designten Pavillon. Am IG-Stand gab es eine PEN und eine GAV-Ecke und bei der GAV liefen die Portraits der GAV-Mitglieder, die man einmal an Jörg Piringer schicken konnte.

Meines hat die Erika Kronabitter aufgenommen und ich habe es zum ersten Mal gesehen.

Als ich den ÖsterreichBereich erreichte, hat gerade Robert Prosser performte, den ich, weil so viele Leute, gar nicht gesehen habe. Erst beim Robert Seethaler habe ich mich langsam angenähert. Vorher ein paar Leute begrüßt. Manfred Müller zum Beispiel. Die Cordula Simon ist an mir vorbeigerast. Dann kam die Anna Marwan und dann war es schon dreiviertel zwölf und die Leute mußten die ersten zwei Reihen für die VIPs frei machen.

Ich habe dann den letzten Freien in der dritten bekommen und wurde von einer Dame angesprochen, die mich sonst immer auf der Buch-Wien gesehen hat. Am Nachmittag passierte mir das bei einer Andere noch einmal, interessant. Aber erst trat der Bundespräsident auf und winkte in das Publikum. Die Staatssekretärin Mayer und Doron Rabinovici ,der die Eröffnungsrede hielt. Benedikt Föger, der Hauptverbandspräsident eröffnete, freute sich und erklärte dem Messedirektor, daß Österreich ohnehin immer Gastland ist und auch im nächsten Jahr wieder kommen wird.

Nachher gab es Wein, leider nur Weißen und Brezeln, die es hier bei den Preisverleihungen gibt.

Dort wo das Cafe war, wurde abgeriegelt und VIPs konnten, glaube ich, auch Brötchen essen. Die anderen sich das die “Manuskripte”, die ich jetzt nicht mehr bekomme und die “Lichtungen”, als Gastlandgeschenk mitnehmen.

Ich habe zwei Brezeln gegessen und dann noch eine Crepe mit Banane, Nutella und Eierkikör und habe den Kaffee auf einer anderen Bühne getrunken, wo Margret Kreidl ihr neues Buch präsentierte, Anna Silber, die ich einmal im Literaturhaus versäumt habe, folgte. Ihr Buch heißt “Das Meer von unten”, ist bei “Picus” erschienen und die Frau, die moderierte, forderte alle auf, den Stand zu besuchen.

“Der Bundespräsident hat das schon getan!”, erklärte sie stolz und ich fragte “Hat er das Buch gekauft?”, was sie verneinte.

Vielleicht hat das Gastland es ihm geschenkt oder er hat keine Zeit zu lesen und ich keine mehr darüber nachzudenken, denn ich mußte hinunter in die Glashalle, wo ja der “Leipziger-Buchpreis” vergeben wurde und da fange ich demnächst das siebente Buch, das ich mir auch nach Leihzig mitgenommen habe, zu lesen an und habe erstaunlicherweise einen Platz in der zweiten Reihe bekommen. Gleich hiner den VIPs, also alles sehr gut gesehen und war dann auch sehr gespannt, wer gewinnen wird? Es gibt da ja die Abteilung Sachbuch, Übersetzung und Belletristik.

Nicht alle Hallen waren voll.

Die Bücher und die Jury wurden kurz vorgestellt und dann fing es gleich mit dem Übersetzerbuch an, das Johanna Schwering mit den “Cousinen” gewonnen hat. Das Buch liegt bei mir noch im Badezimmer, werde es also lesen. Bei der Sachbuchschiene wird mir das wahrscheinlich nicht gelingen. Denn ich habe “Regina Scheers buch über Hertha Gordon-Walcher nicht bekommen. Es aber nach der Vorstellung sehr interessant gefunden und der Belletristik-Sieger ist das Buch, das ich als Erstes als E-pub gelesen habe, nämlich Dincer Gücyeters “Deutschlandsmärchen “, der sich sehr darüber freute. Zuerst seine Frau oder Freundin und dann die vier anderen Belletristik-Mitbewerber auf die Bühne rief, die ihn alle gratuieren mußten.

Dann gab es Sekt und Brezeln und ich wußte nicht recht, wie das jetzt mit dem üblichen Österreich Empfang um fünf ist? Ob es den jetzt gab oder nicht? Habe mich aber auf jedenfall dort mit dem Alfred verabredet. Er war nicht, aber Tanja Malajartschuk hat zuerst gelesen. Später Karin Peschka. Da waren Plätze zu bekommen und der erste Messetag ist vorüber und ich habe außer der Glashalle und dem Österreichstand nicht viel gesehen. Aber viele Bekannte getroffen und mich mit ihnen unterhalten, was auch sehr erfreulich ist.

Den Freitag habe ich dann zum größten Teil in der Halle fünf verbracht und da zuerst den “Arco-Verleger” Christoph Haacker getroffen, den ich das letzte Mal kurz vor den Maßnahmen im Literaturhaus traf und dort auf die neuen Ulrich Becher Bücher aufmerksam machte.

Bei den “Unabhängigen Verlagen” hat zuerst Karin Peschka gelesen, die ich aber schon gehört habe, so daß ich weiter durch die Halle schlenderte und erst zum Gespräch mit Andrej Blatnik über seinen “Platz der Befreiung” wieder zu den “Unabhängigen” kam.

Nach dem Mittagessen bei einem Fischstand im Freien, Knoblauchgarnelen, gings zu der Verleihung des “Kurt Wolff-Preises” an den “Alexander-” und an den “ELIF-Verlag”es”, das ist der, von Dincer Gücyeter, der am Donnerstag den “Leipziger Buchpreis” gewonnen hat und sich wieder sehr darüber freute.

Es gab Sekt und Orangensaft und dann gings gleich zum “Wagenbach-Verlag”, der auf seinen relativ kleinen Stand ein kleines Bloggertreffen, mit Soletti, Apfel- und Traubensaft veranstaltete. Katharina Mevissen hat aus “Mutters Stimmbruch” gelesen und man konnte sich aussuchen, ob man dieses Buch, das die Meisten aber schon gelesen hatten oder ein anderes wollte und da habe ich mir endlich Milena Michiko Flasars “Ich nannte ihn Krawatte” ausgesucht, weil sie mich damals, als sie ihn gewonnen hat, beim “Alpha” nicht hineingelassen haben.

Lukas Cejpek, Markus Köhle und Mieze Medusa ,habe ich in dieser Halle, die auch einige Österreich-Stände hatte gesehen und mir ist überhaupt aufgefallen, daß sich die Messe verkleinert hat und auch die großen Verlage relativ kleine Stände hatten. Die Blogger-Lounge und das Literatur-Cafe habe ich nicht gefunden, aber vielleicht sind die in andere Hallen gewechselt und das blaue Sofa scheint es auch nicht mehr zu geben oder es hat jetzt einen anderen Namen und es gibt auch kein gedrucktes Programm, so daß ich davon noch nichts mitbekommen habe.

Um fünf habe ich dann den Alfred wieder im Österreich-Cafe getroffen, der sich über den Außenminister ärgerte, der mit den Hauptverbandmenschen am Nebentisch saß und später herumgeführt wurde und ich habe mich zu der Ruth und dem Jopa in die GAV-Ecke gesetzt. Der ging dann zu einer Abendveranstaltung wo die Ilse Kilic als Nichte der Wiener Gruppe fungierte und wir haben Klaus Kastberger beim Hauptbahnhof gesehen und hatten dann Schwierigkeiten mit der Rückfahrt, weil alles voll und die Bahn wegen eines Konzertes auch nicht weitergekommen ist.

Am Samstag bin ich wieder allein auf die Buchmesse gefahren und mich gleich dorthin gesetzt, wo früher das blaue Sofa war. Jetzt ist es grau und heißt anders und um elf ist Arno Geiger “mit seinem süßen”glücklichen Geheimnis” oder seiner Papiermüllsammelleidenschaft aufgetreten.

Vorher habe ich mit einer Dame aus Linz unterhalten, die ich schon am Donnerstag am Österreichstand getroffen habe. Danach kam Eugen Ruge, der nach dem “Metropol” und der DDR-Aufarbeitung, jetzt einen Roman über den Untergang von Pompej geschrieben hat.

Dann wollte ich etwas essen und bin bei der Kärnten-Fremdenverkehrwerbung gelandet, die Kasnudeln angeboten haben.

Christian Buckard im Ariowitschhaus über Egon Erwin Kisch

Danach Halle fünf und habe mich am Schweizer Stand wieder mit einer anderen Dame lange unterhalten, während wir auf Peter Stamm gewartet haben. Dann kam Sascha Filipenko dessen “Kremulator” ich ja schon gelesen hatte. Interessant war, daß Shelly Kupferberg moderierte, die ich schon auf der “Buch Wien” mit ihrem “Isidor” hörte.

Dann war es halb vier und ich bin zum Österreich-Pavillon gegangen, wo die Ruth “Dienst” hatte, um ihr zu sagen, daß es nichts mit der geplanten Veranstaltung in der “Deutschen Bibliothek” wird, weil alles ausgebucht.

Dafür haben wir eine Ersatzerstaltung über Egon Erich Kishs Biografie gefunden, die allerdings schon um sechs begann.

Also wurde nichts mit dem Treffen. Ich habe mir vorher beim Österreich Cafe noch ein Glas Wein und einen Kaffee gekauft, dafür sehr lange gewartet und acht Euro fünfhzig für das Glas Zweigelt bezahlt. Dann den Alfred und die Ute bei der Station Leibnitzstraße getroffen und die Veranstaltung war sehr interessant, denn ich habe schon sehr viel über den rasenden Reporter gelesen und danach hat der Alfred eine versteckte Bierstube gefunden, weil die Ruth eigentlich mit der Ute ein Glas Wein trinken hatte wollen. Dann war es ihr aber zu weit. Dafür ist der Andreas gekommen und wir haben uns auch sehr angeregt mit einem Musiker, der das Meer seiner dänischen Heitmat vermißte und einem Architekten unterhalten.

Am Sonntag bin ich dann an den Cosplayers vorbei mit ihren Reifröcken und Totenköpfen wieder zu den “Unabhängigen” gegangen.

Da war zuersst Anna Bolava aus Prag mit ihren Kräutersammelroman “Der Duft der Dunkelheit” daran, der im “Mitteldeutschen Verlag” erschienen ist. Dann folgte Sebastian Guggolz, erklärte die Verlagsstategie und stellte dann den dritten Roman vonTarjei Vesaas, “Der Keim” vor und betonte, was das für ein großartiger Autor war, den er wiederentdeckt hat.

Cliff’s Brauwerk Leipzig

Dann kam der “Arco-Verleger” Christoph Haacker mit dem Roman “Das Lügenlabrinth” des 1938 in den Niederlanden geborenen Paul Binnerts, der damit seine Familiengeschichte aufarbeitete und sich wunderte, daß ich in dem Buch eine Widmung “Fürs Literaturgeflüster” haben wollte, das hat einmal die FALKNER so gemacht und dann habe ich das beigehalten, obwohl ich mir ja eigentlich keine Bücher signieren lasse.

Chava Rosenfarbs “Durch die Kontinente” habe ich schon gestern im jüdischen Zentrum gesehen, das die Ute dann kaufte.

Dann wars halb eins, also etwas essen und richtig, Espresso hat bei der Bar der “Unabhängigen” gegen eine Spende gegeben und ich hatte die Qual der Wahl, einen Wurstsalat im Österreich-Cafe mit einem Glas Weinoder wieder in den Hof zu den Knoblauchschrimps. Dann hatte ich aber schon am Donnerstag einen Pommes frites- Stand gesehen und habe mich in der langen Schlange angestellt. Als ich schon fast vorn war, habe ich gesehen, daß die meisten Leute leere Tüten in den Händen hielten und sah dann auch das Schild “Bitte an der Kassa vorher zahlen!”

Also zuerst einHotdog, wie ich das früher öfter machte, dann einen frischgepressten Orangensaft und wieder zweimal angestellt. Die Babytüte um fünf Euro habe ich dann auf den Faulletauls verzert, wo am Donnerstag der Preis vergeben wurde.

Jetzt lagen die Bücher zur Ansicht auf, die meisten Leute haben aber eher was gegessen oder Kaffee getrunken. Dann Halle zwei, wo ich eigentlich noch nicht wirklich war und ein bißchen durchgeschlendert. In der “Bücherbar” einen Kaffee gekauft, den ich aber dort nicht trinken konnte, wenn ich mich nicht auf den Boden setzen wollte. Also zu einem “Fachbuch-Forum”, wo ein Herr gerade den Kalender erklärte, dann ein bißchen herumgeschlendert.

Es gab viel Werbung fürs Organspenden, das ist in Deutschland etwas anders, als in Österreich, wo du ja wiederrufen mußt, wenn du das nicht willst und dann wieder nach Österreich.

Die Ruth war aber nicht mehr da, der GAV-Stand schon abgeräumt, nur der Gerhard Ruiss stand noch am Infostand, also habe ich mir vorher die Lesung am Ukraine-Stand von Sofia Andruchowytsch angehört, die ein bißchen was erzählte, wie es den Frauen in der Ukraine geht und dann zur “Österreich-Bühne”, wo gerade Carolina Schuitti dran war.

Franzobel folgte mit “Einsteins Hirn”, das Buch werde ich, wenn es auf die “BuchpreisListen” kommt lesen. Thomas Sautner “Alte Männer” habe ich schon in Göttweig gehört. Er hat das Gleiche gelesen und Erika Fischer folgte mit Suzie Wong, die ich von der Wien Biblilthek kenne und mich über ihren chinesischen Namen wunderte.

Jetzt wurde des Geheimnis gelüftet. Sie hatte einen koreanischen Großvater, der sogar ein Held war, dann aber in Nordkorea verschwunden ist und dann war es aus.

Leipzig 2023 ist gone. Im nächsten Jahr wird Holland das Gastland sein. Da gab es schon Infomaterial und ich bin dann ein bichen herumgeschlendert um zu schauen, ob die Verlage was zurückgelassen haben, was sie nicht mitnehmen wollten.

Diesen Tip hat mir einmal Andrea Stift auf der “Buch-Wien” gegeben und ich bin auch fündig geworden und habe wieder einen schweren Sack in den Schmeetterlingsweg geschleppt und morgen am ersten Mai, gehts dann statt zur Parade zurück nach Wien und es war wieder sehr schön. Ich habe interessante Gespräche geführt und viele bekannte Autoren getroffen und jetzt bin ich sehr erschöpft.