

Der “Ernst Jandl-Preis” für Lyrik wird seit 2001 zweijährlich in Neuberg an der Mürz verliehen, weil dort, glaube ich, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker öfter on der Nähe Sommerfrische machten.
Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul Wühr, Ferdinand Schmatz, Peter Waterhouse, Elke Erb, Franz Josef Czernin, Monika Rinck, Oswald Egger und zuletzt Brigitta Falkner haben ihn bekommen.
Da waren wir im Vorjahr dort und ich habe meinen Schlüßel verloren und als ich am Dienstag in der “Alten Schmiede” war, habe ich dort den Flyer gefunden, daß ihn heuer Anja Utler bekommen wird. Corona bedingt hat sich das wahrscheinlich etwas verschoben und eigentlich wollte ich am Samstag, weil ich ja jetzt mit dem “Ukraine Blues” fertiggeworden bin und auch schon Pläne und Vorarbeiten für was Neues habe, die Fenster putzen, weil das zu meinen Schreibrutalen zählt, das dazwischen zu schieben. Dann käme die Recherchephase, aber ich habe schon ein paar Entwürfe und weil es sich ausgegangen wäre wenigstens am Samstag dorthin zu fahren, wo die experimentellen Lesungen waren und am Abend der Preis verliehen wurde, sind wir am Morgen von Wien aus dorthin und haben gleich Margret Kreidl die am >Nachmittag aufgetreten ist, im Festsaal der Gemeinde getroffen.


Die Studenten sind wieder mit Thomas Eder angereist und Paul Jandl hat die Vormittagslesungen eingeleitet, die mit dem aus der Ukraine stammenden Yevgenij Breyger begonnen hat, der in seinem Gedicht Putins Tod vermutete, weil im Staatsfernsehen “Schwanensee” gespielt wurde. Dann folgte die mir ebenfalls bisher unbekannte Maria-Daria Cojocaro mit Tiergedichten und Mara Genschel, die glaube ich im Vorjahr in Klagenfurt ,gelesen hat, performte ihren Text wo es um tiefe Fische ging, auf exzellente Art, die alle zum Lachen brachte.
Experimentelle Lyrik kann also sehr unterhaltsam sein. Birigt Kempker hat auch einmal beim “Bachmann-Preis” gelesen und ist mit ihren Text damals auf den Inde gekommen. Diesmal war ihr Text zahmer und die aus Polen stammende Dagmara Kraus habe ich auch schon einmal gehört, wie auch Ulf Stolterfoht.


Dann ging es zum ehemaligen “Holzer” essen und am Nachmittag moderierte Ferdinand Schmatz fünf Lyriker, weil Sirka Elspaß deren Debutband ich gelesen habe, abgesagt hatte. Es begann mit einer Gruppenperformance. Katia Sophia Ditzler ließ das Publikum im Kreis gehen und umhüllte sie, glaube ich, auch etwas und Paul Henry Campells “Haut” und “Lebergedichte” habe ich schon beim Dichterloh-Festival” gehört. Dann kam, wie schon erwähnt Margret Kreidl, die in ihren Text “Mehr Frauen als Antworten” gleich die aktuelle Politik einbezog.
Rosa Pock folgte und begann glaube ich mit einem Jandl-Gedicht und erzählte etwas über ihre Schreibbiografie oder, wie sie als Linkshändlerin und Legasthenikerin dazu kam. Sonja von Brocke war die letzte Leserin.
Dann gabs wieder eine Pause, wo wir nicht recht wußten, wie wir sie verbringen sollten, bis es in die Pillhoferhalle zur Preisverleihung ging.


Da gabs vorher wieder Wein und Brötchen. Dann eröffnete der Bürgermeister und Robert Stocker vom Ministerium und stellte die 1973 in Schwandorf geborene und in Leipzig lebende Anja Utler vor, die ich schon ein paar Mal in Wien gehört habe. Thomas Poiss hielt die Laudatio und Anja Utler bezog sich in ihrer Dankesrede wieder auf Ernst Jandl und seinen “Schützengraben” und kam dann zu ihrem bei der “Edition Korrespondenzen” erschienenen Gedicht “Es beginnt der Tag” den sie mit einer Musikerin gemeinsam performte und dann gabs wieder ein paar Goodies und am Sonntag, wenn wir mit der Lia die Donau hinunterfahren werden, gibt es noch eine Veranstaltung mit Anja Utler und jetzt bin ich sehr gespannt, wer in zwei Jahren den Preis gewinnen wird?
Ich tippe da auf Margret Kreidl. Paul Jandl, Thomas Poiss,Ferdinand Schmatz, Monika Rinck und Hanna Engelmeier waren oder sind jedenfalls in der Jury.






