Wie war das Jubiläumsjahr?

2023 bin ich ja in ein zwei oder dreifaches Jubiläumsjahr hineingegangen. Fünfzig Jahre Matura und fünfzig Jahre schreiben und fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster”. Die GAV hat auch ihr fünfzigjähriges Jubiläum hinter sich gebracht und nach der Corona-Krise, die mich ja sehr beschäftigt und sehr zum Schreiben gebracht hat, war auch viel los.

Das erste Mal seit 2018 wieder live in Leipzig und da war auch noch Österreich das Gastland. Vorher waren wir bei “Literatur -und Wein” und beim Osterspaziergang der “LitGes” bin ich auch gewesen und habe ein Stückchen aus dem “Sozialen Kreditsystem” vorgebracht.

Ich bin ja sehr euphorisch in dieses Jahr hineingegangen und habe gedacht, da tut sich etwas literarisch. War da ja, wie auch jetzt die Jurysitzung des “Ohrenschmauses” und dann hat mich Franz Josepf Huainigg gebeten das Buch des “Ohrenschmaus-Stipediaten” Peter Gstöttmaier zu lektorien.

Die Texte hat zwar seine Schwester ausgesucht und zusammengestellt, so daß für mich nicht sehr viel zu tun war, was auch gut war, denn bevor wir zur “Literatur und Wein” gefahren sind, ist mein Computer abgestürzt und dann habe ich einige Monate daran labouriert und auch jetzt scheint die Stromversorgung wieder zu spinnen.

Aber was war literarisch? Die “Schule für Dichtung” hat mich aufgefordert, einen Text für Leipzig zu

schreiben, habe ich getan, aber nichts daraus geworden. Alex Hakel hat mich eingeladen meine Erinnerungen an Erika Danneberg bei einer Veranstaltung kundzutun. Das habe ich getan und es war wohl ein für Bärbl Danneberg, die es wahrscheinlich sonst tun hätte sollen und mit einer Lesung beim Volksstimmefest, wie ich es fast erwartet hatte, ist es dann wieder nichts geworden.

Aber noch sind wir nicht so weit, noch hat das Jahr mit den Gratisworkshops der Jureka Jurk begonnen, die ich eifrig mitgemacht habe und dabei meine drei Frauenidee “Bratislava Prag Budapest” gesponnen und das “Soziale Kreditsystem”, ist glaube ich auch erst 2023 erschienen.

Im Februar habe ich dann den “Ukraine-Blues” geschrieben, der aus Diskussionen mit dem lieben Andi Pianka und einem weiteren Jurenka Jurk Webinar entstanden ist.

Dann kam “Lteratur und Wein” und Leipzig und bei der “Krit Lit” habe ich diesmal für einen Ausgefallenen einspringen und ein Stück aus dem “Sozialen Kreditsystem” lesen können und auch wieder beim “Tag der Freitheit des Wortes” im Lteraturhaus, den ich ja 2001 und dann von 2003 bis 2009 organisiert habe.

Danach sind wir zwei Wochen vom Bamberg bis nach Mainz den Main abgeradelt. Damals hatte ich noch Kondition, die hat inzwischen und in Frankfurt waren wir bei einer Vorlesung des Clemens J. Setz.

Der Alfred wollte dann gleich nach Frankreich fahren, aber da war das Gstöttmaier-Buch noch fertigzustellen. So haben wir das auf den August verschoben, was auch gut war, weil wir da die Doris Kloimstein in Saint Denis d´Oleron besuchen konnten, die uns hervorragend bekochte und durch den Ort geführt hat. Einen Nachteil hatte das aber, denn da waren wir am zweiundzwanzigsten August, als die deutsche Longlist bekannt gegeben wurde, in Bordeaux und so habe ich heuer zuerst die österreichische Liste und dann erst die deutsche durchgelesen und an der Schweizer arbeite ich noch.

Es gab auch ein paar literarische Ausflüge, so waren wir beim Gerhard Jascke in Unterretzbach , bei der Eva Brenner in Ansbach beim Schiele-Fest, beim Auden-Festival waren wir auch und natürlich bei vielen anderen Veranstaltungen.

Es gab wieder ein kleineres literarisches Geburtstagsfest, die “Poet-Night” und auch eine Lesung im El Speta zu der mich der liebe Rudi eingeladen hat, der nicht zum Geburtstagsfest kommen konnte.

Mit dem Schreiben ist es auch weitergegangen. Da habe ich ja schon im Auto auf der Frankreichreise mir eifrig Notizen gemacht. Denn da war ja die Idee von dem Zwillingspaar, wo der Bruder gestorben ist und die Schwester auf einer Party einen Doppelgänger trifft. Das Buch ist jetzt fertig und wird Anfang Jänner erscheinen. Darin gibts auch einen kleinen dystopischen Roman. Dieses Thema läßt mich nach Corona nicht aus und das muß endlich aufgearbeitet werden. Die Regierung tut es ja nur im Sinn von sozialen Studien, wie man bei der nächsten Krise besser kommunizieren kann, um die Leute auf ihre Seite zu bringen und nicht, was da falsch gelaufen ist und ob die Maßnahmen alle wirklich der Virusstärke angemessen waren?

Also habe ich das beziehungsweise meine “Stalking Story-Protagonisten” Laura und Sandra in Form einem Comics tun lassen. Das muß ich noch korrigieren und fertigstellen und neue Ideen habe ich auch schon.

Denn ich will ja den Links nach Rechtsruck beschreiben. Da weiß ich noch nicht so genau, wie ich das tue. Vorläufig habe ich den Titel “Aus dem Leben einer Schwurblerin” und die fünfunddreißigjährige Architektin Agathe, die bei der Wahl 2024 in der Zelle steht und überlegt, was sie wählen soll und bei dem FPÖ- Kästchen aus dem Wahllokal flüchtet. Denn 2019 hat sie sehr euphorisch die Grünen gewählt und was ist daraus geworden? Und da muß ich aufpassen, daß nicht eine “Mathilde im Coronaland” herauskommt.

Habe aber schon einige Szenen geschrieben und Ideen für einige neue, wo die Agathe nachdem sie die Thekla Morgenstern, die Oma gegen rechts, im Votivpark getroffen hat, am Gang ihres Wohnhauses ihre demente Nachbarin Maria Mattuschek trifft, die sie nach der Wahl und ihren Liebhaber Matthes Enck fragt.

Eine zweite Idee gibt es nämlich auch die sich mit der erste verbinden läßt. Nämlich ein Buch aus meinen vorigen Figuren zu schreiben. Da hätte ich ja einmal die Fritzi Jelinek mit ihren Schreibcoaching. Ich könnte aber auch aus der Thekla Morgenstern und der Magdalena Kirchberg zwei Omas gegen rechts machen, die die Agathe beraten oder bekämpfen. Die beiden dementen Omas, die ich habe, könnten sich auch einmischen und ihren Senf dazu geben. Mal sehen wie es wird?

Dann gabs noch die “Buch-Wien”, die wieder normal gewesen ist und ein bißchen meine Kondition kostete, obwohl ich diesmal nur hingegangen und zurck mit den Öffis gefahren bin, denn 2023 darf man ab März ja wieder maskenlos Straßenbahn fahren. Das soll sich jetzt wieder ändern, denn wir haben die höchste Corona-Welle seit ever, Aber wenn man die ohne Masken- Test und Impfpflicht durchstehen kann, waren die vorigen Wellen vielleicht doch nicht so arg wie man glaubte?

Und jetzt kann ich weniger euphorisch in das neue Jahr starten, denn literarisch ist nichts mehr los. Da gibts zwar meine Schreib- und Leseplänen, meine zwei Jurytätigkeiten, wo ich die “Ohrenschmaus- Texte” schon durchgesehen habe.

Aber sonst, Sense aus. Wenn ich ins Literaturhaus gehe, stehe ich dann mit meinen Gläschen daneben und es tut sich nichts, obwohl ich schon sehr viel und sehr lang schreibe. Aber immer nur für mich allein, das will ich eigentlich nicht für 2024.

Es gab aber noch ein paar Jubiläumsartikel, die ich dieses Jahr geschrieben habe.

Also schauen wir wie es wird und jetzt gibts noch einmal Gelegenheit ein schon 2016 erschienenes Buch von mir mit einigen Lücken zu lesen.

Nämlich meinen literarischen Adventkalender von der “Nika Weihnachtsfrau”. Mals sehen weilche Kapitel es da im Blog schon gibt und die noch offenen sollen in den nächsten Jahren folgen:

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Und in die “Corona-Fledermaus” kann man auch gehen, wenn man sich an die pandemischen Zeiten erinnern will.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein erfreuliches neues Jahr und hoffe noch immer noch auf den literarischen Erfolg!

Mr. Goebels Jazzband

Jetzt kommt das letzte Buch in diesem Jahr, das hundertsiebenundzwanzigste und das dritte, das für den “Schweizer Buchpreis” nominiert war und das auf mich am meisten gefreut habe.

“Mr Goebels Jazzband”, des 1987 geborenen Berner Demian Lienhard, der mir bis jetzt unbekannt war, wie mir das mit Ausnahme von Matthias Zschokke bei diesen Buchpreis überhaupt passierte.

Und Deminan Lienhard hat sich in seinen Roman mit “Charly und seinem Orchester” auseinandergesetzt, eine Jazzband, die es in dem nationalsozialistischen Berlin der Neunzehnhundertvierzigerjahre unter der Protektion von Josef Goebbels gegeben hat, um “den Briten in die Falle zu locken”.

In drei Teilen wird der Roman erzählt. Der Erste setzt sich mit dem 1906 in Brooklyn geborenen William Joyce, der der Propagandasprecher der Nationalsozialisten war und 1946 von den Briten wegen Hochverrats hingerichtet wurde.

Aber noch sind wir nicht soweit. Noch schreiben wir 1942 und da ist Joyce, der sich in Berlin “Froehlich” nennt, auf die Idee gekommen, einen Schriftsteller anzuheuern, der einen Roman über die Jazzband schreiben soll.

Die Wahl fällt, da Thomas Mann höchstwahrscheinlich dafür nicht in Frage kommt, auf den Schweizer Fritz Mahler, der als ein obskurer Typ geschildert wird, der tagelang in seinem Zimmer liegt und offenbar auf die Muse wartet.

Jetzt fährt er nach Berlin, tut dasselbe in seinem Hotelzimmer und bringt zwei drei Jahre nichts zusammen. Zwar besucht er die Jazzaufführungen, obwohl er von Musik nicht viel versteht und betrinkt sich mit Bier und billigen Schnäpsen.

Das ist schon der zweite Teil. Im Dritten kommt es zum Ende des Manuskript und dann gibt es noch zwei Anmerkungen, die die Schelmenhaftigkeit des Autors zeigt und zwar erzählt da zuerst der Herausgeber Demian Lienhard, das Ende von William Joyce.

Während es dann in das Berner Staatsarchiv geht und da schildert ein Archivar, wie er von Demian Lienhard aufgesucht wurde, der Recherchen zu seiner Familiengeschichte machen wollte und da auf ein Fragment seines Großvaters stieß, daß den Namen “Mr Goebels Jazzband” trägt, das er natürlich fertig schreiben muß.

Das ist auch gelungen, obwohl der Roman keinen wirklichen Plot und keine Spannungsbögen hat und jetzt gibt es noch zwei der Schweizer Bücher, darunter auch das des Preisträgers zu lesen.

Durchblicken, planen, schreiben

Am Mittwoch habe ich meine “Stalkingstory” fertig korrigiert und dem Alfred zum Druckereifertig machen übergeben. “Die Toten lassen grüßen”

sind schon in der Druckerei und sollen in der ersten Jännerwoche kommen.

Also bereit für etwas >Neues und da habe ich ja “Aus dem Leben einer Schwurblerin” geplant, um den von Links- nach Rechtsruck und umgekehrt zu beschreiben. Da hatte ich den Prolog oder die erste Szene, nämlich Agathe geht zur Wahl und denkt, daß sie eigentlich die Freiheitlicheen wählen könnte und stürzt aus dem Wahllokal.

Die nächste Szene wäre die vorige Wahl gewesen, wo sie die Grünen wählte um die Freiheitlichen zu verhindern und dazwischen liegt Covid, die Kriege, die Teuerung, etcetera und da sehe ich die Gefahr, daß ein neuerliches “Mathilde im Coronaland” herauskommt, denn eigentlich weiß ich nicht wirklich, wie so man ein Staatsfeind, ein Leugner oder ein Schwurbler ist, wenn man die Maßnahmen für zu übertrieben gehalten hat.

Aber gut, Notizen machen, Charakterbögen ausfüllen, den Plot erstellen und mir dabei Zeit lassen, die Handlung kommen zu lassen, habe ich gedacht und dann kam eine Einladung von Jurenka Jurk von der Romanschule, zu deren Jahresanfangwebinar ich mich schon angemeldet habe, am Abend, ein “Neujahrzauber-Webinar” zum Thema “Durchblicken, planen und schreiben” zu machen, um das alte Jahr abszuschließen und das Neue zu beginnen.

Das habe ich heute schon gemacht, nämlich die Charakterbögen ausgefüllt und auch schon zwei Szenen geschrieben. Da gibt es ja die achtunddreißigjährige Architektin Agathe Bischof, die zur Wahl geht, eigentlich die Lnken wählen will, dann aber flüchtet, sich im Votivpark wiederfindet und dort die Oma gegen Rechts, Thekla Morgenstern aus der “Pensionsschockdepression” trifft, die ihr verrät, daß sie schon wählen war, um den Volksskanzler Kickl zu verhindern.

Denn die zweite Idee war ja schon vorhandene Romanfiguren einzubeziehen und da sind wir die drei Omas gegen Rechts Thekla Morgenstern, Laura Augustin und Magdalena Kirchberg eingefallen und die demente Maria Mattuschek aus der “Magdalena Kirchberg” ist ihre Nachbarin und gibt ihr Tips.

So weit so gut. Mal sehen, wie es wird und Jurenka Jurk mit Weihnachtskugelohrringen und einem Weihnachtspullover stellte gleich ein paar kleine Aufgaben. So sollte man sich überlegen, was einem im Jahr 2023 alles gelungen ist?

Vier Bücher denke ich, das “Soziale Kreditsystem”, das “Dreimäderlhaus”, der “Ukraineblues” wurde geschrieben und sind erschienen. Die “Toten” sollen folgen” sowie die “Stalkingstory”, wow sehr viel.

Aber irgendwie trete ich ja im Kreis, weil ich es nicht nach außen schaffen und das sind wohl meine Hndernisse bei Aufgabe zwei, kein Feedback, sondern höchstens Kritik vom Uli “und ich komme und komme da nicht heraus und das wird mir bei der “Schwurblerin” höchstwahrscheinlich auch passieren. Die dritte Aufgabe war, glaube ich, die Schreibroutine und die habe ich nach fünfzig Jahre regelmäßig schreiben.

Ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe, kenne eigentlich keine Schreibblockaden, nur stoße ich manchmal an meine Grenzen und habe schon gedacht, ich bin ausgeschrieben und schreibe nie mehr was Neues und dann kamen schon zwei neue Ideen.

Aufgabe vier war zu reflektieren welche Lektionen und Erkenntnis ich in diesem Jahr hatte? Da muß ich eigentlich passen, denn außer der Erkentnis, daß ich wohl den Rest meines Lebens für mich alleine schreibe werde, ist mir nicht gekommen, kann ich ja, wie ich glaube, schreiben, es nimmt nur leider niemand wahr.

Frage fünf war dann, was hat dir das Feedback gebracht, wenn du an einen Workshop teilgenommen hast. Da habe ich schon geschrieben, daß ich außer dem Uli auf dem Blog eigentlich kein Schreibfeedback habe. Ich habe die Webinare der Jurenka Jurk besucht und mich da eigentlich sehr engagiert und die Workshops des Writersstudios, wo ich an meiner “Stalkingstory” glaube ich, arbeitete.

Dann gings bei Jurenka Jurk zu den Zielen für das neue Jahr und das ist die “Schwurblerin” zu erarbeiten und damit aufzufallen.

Im Blog mache ich ja immer eine Vorschau, ein Gewinnspiel und lade zu einer Leserunde ein. Das ist noch nie sehr viel gekommen, wäre aber mein Ziel, daß sich die Leute mit meinen Schreiben auseinandersetzten.

Natürlich muß der Roman erst fertig werden und möglichst über dreißigtausend Wörter haben, denn ich bin ja in der letzten Zeit sehr kurz., Dann gings um die Frage wie man seine Kreativität im nächsten Jahr steigern kann?

Da bin ich ja sehr gut und nütze eigentlich alles aus, was sich mir bietet, die Webinare, die Veranstaltungen, die Schreiburlaube, aber es bleibt dabei, ich bräche den Erfolg von außen, den ich nicht habe und wenn ich mich auf dasm was ich habe konzentriere, was ich ohnehin sehr engagiert tue, bleibt was über, aber das ist wohl mein Problem und ich habe in den letzten fünfzig Jahren damit leben gelernt.

Was kann man noch verbessern, lautete die nächste Frage?Ja besser werden, meine Schwächen überwinden, was soll ich dazu sagen?

Ich glaube ja, daß man das Schreiben durch das Schreiben lernt und das Ziel wäre vielleicht ein dickerer Roman, da kommt aber erschwerend dazu, daß die Links-Rechts Aufarbeitung im Moment wahrscheinlich keiner lesen will, bekomme ich ja auf meine diesbezüglichen Leserbriefe kaum eine Antwort, weil ja ohnehin alles richtig war.

So ist es dahingegangen, bis Jurenka Jurk zu ihren Jänner-Romanplanjahrwebinaren ingeladen hat und die letzte Frage war, was hat man aus dem Neujahrszauber gelernt?

Ich wahrscheinlich nicht sehr viel, bin aber auf mein neues Projekt gespannt, in das ich noch in diesen Jahr starte.

Der graue Peter

Buch zwei des heurigen Schweizer Buchpreises “Der graue Peter” des 1954 in Bern geborenen und in Berlin lebenden Matthias Zschokke. Den einzigen Namen den ich von der Nominierteliste kannte und von dem ich schon einige Bücher gefunden, aber noch nicht gelesen habe.

Ich habe über das Buch aber beim Frankfurt-Surfing gehört und auf der “Buch-Wien” wurde das Buch auch vorgestellt. Beide habe ich mir nicht lange angehört, denn ich dachte, das ist eines der Bücher, dessen Lesen mir schwer fällt.

Jetzt habe ich es gelesen und muß schreiben, die Sprache ist schön, mit dem Inhalt hatte ich meine Schwierigkeiten, aber das Lesen ist geschafft.

Da ist also der Peter, in einem Dorf an der Französischsprachigen Grenze aufgewachsen, dann nach Berlin gegangen, wo er in der Verwaltung arbeitet und es beginnt damit, daß ihm eine Polizistin vom Unfalltod seines Sohnes erzählt.

Das ist es, würde man denken und das Buch dreht sich darum. Aber keine Spur. Der Peter geht zur Fußpflege ins Cafe, dann ins Büro zu seinen Kollegen Proscuitto und weil Nancy die Partnerstadt des Büros ist, muß er dorthin fahren und eine Rede halten und wieder zurück.

Von Nancy bis Basel erster Klasse. Aber der Zug fährt nur bis Straßburg und dann erscheint eine Frau mit einem kleinen Buben, der allein nach Basel fahren soll und vertraut ihm den Peter an.

Der reagiert zuerst unwirsch, sprechen darf er nicht mit ihm, denn so gut kann er nicht Französisch. Dann steigen die beiden aber in Mühlhausen aus, um in eine Konditorei zu gehen, obwohl der Onkel den Buben in Basel erwartet und auch, um seine Tante zu besuchen, die sie aber nicht finden. Das Gepäck haben sie bei einem Kiosk abgegeben und als sie zurückkommen, ist der geschlossen. Also gehen sie zuerst in eine 5D Show, wo sich der Junge vor Schreck anmacht und dann weil noch immer geschlossen ist, übernachten sie in einem Hotel, wo Peter, der Durchschnittsmensch, den Jungen gnz harmlos seinen Penis zeigt.

Das ist das, womit ich meine Schwierikgeiten habe. Sie verlassen das Hotel, holen das Gepäck, das ohnehin in der Apotheke deponiert war. Fahren zurück, der Onkel, den sie nicht anrufen konnte, weil Peter, wie ich kein Handy besitzt, die Nummer haben sie auch nicht, wartet aber getreulich am Perron, statt der Polizei, was sonst wohl geschehen würde.

Peter will dem Jungen seine Uhr schenken und dann stirbt er.

Das ist ein weiterer Überraschungsmoment des Buches, das den Preis nicht gewonnen hat, gut geschrieben ist, aber wohl ganz bewußt an oder über die Grenze geht, womit ich, wie schon geschrieben meine Schwierigkeiten habe.

Begona, la Trigena

Jetzt kommt das neue Buch der 1947 in Salzburg geborenen und in Wien lebenden Ruth Aspöck, die in Wien und in Spanien studierte, eine Zeit lang in Kuba lebte, sich in Wien in der AUF ,engagierte und einige Jahre lang, die Edition “Die Donau hinunter” hatte.

In der Pension hat sie evangelische Theologie studiert und ist da wohl auf das Buch “Rut”, der hebräischen Bibel gestoßen, das sie zu dem Roman “Begona, la Trigena” veranlaßte, in dem sie sich an die biblische Bibel haltend, die Geschichte einer jüdischen Familie, Elias und Nora und ihren Söhnen Maximillan und Kurt erzählt, die 1942 aus Wien nach Kuba auswanderten. Elias und die Söhne, die sich beide mit kubanischen Frauen verheirateten, arbeiteten in einer Diamantenschleiferei, die offenbar ihre Lungen so angriff, daß sie bald starben.

So daß sich Nora, an die biblische Erzählung angelehnt, 1950 entschloß, wieder nach Wien zurückzukehren. Sie wollte die Schwiegertöchter zurücklassen, damit die sich wieder verheiraten konnten, aber Begona, eine Mulattin mit afrikanischen Wurzeln, die die Erzählerin der Geschichte ist, bestand darauf sich ihr anzuschließen und die, nicht gut Deutsch sprechend fand sich 1950 in einer Kleingartensiedlung beim Prater wieder und erlebte den Rassismus, weil Wien zu dieser Zeit wahrscheinlich noch keine Kubaner gesehen hat.

Die arbeitswillige kräftige junge Frau begann in einer großen Gemüsegärtnerei in der Lobau auszuhelfen und wird von Nora, für unsere Auffassung vielleicht ein wenig ungewöhnlich, aufgefordert, sich in das Bett des älteren Besitzers Boris Bender, der ein weitschichtiger Verwandter Noras ist, zu legen und sich ihm anzubieten. Der reagiert, wie erwartet, heiratet Begona, die bald von ihm den Sohn Oskar bekommt.

So weit die biblische und auch die fiktionale Geschichte, die von Ruth Aspöck, sehr sorgfältig recherchiert, erzählt wird.

So traf Begona in Havanna den geflüchteten Komponisten Paul Abraham, der dort in einem Luxushotel lebte und das Buch das Begona nach Europa mitnimmt, ist ein Gedichtband des kubanischen Dichter Nicolas Guillen, den Ruth Aspöck in ihrer Edition auch einmal herausbrachte.

Sehr genau und bedächtig und fast mit zu vielen Wiederholungen führt uns Ruth Aspöck in die hebräische Bibel und damit in das Nachkriegs-Wien der Neunzehnhundertfünziger Jahre, ein, wo es noch Lebensmittelmarken, sowie die Besetzung gab und der Staatsvertrag langsam vorbereitet wurde. Ein sehr interessantes Buch, das ich, die, ich sehr viel von Ruth Aspöck gelesen habe, für eines ihrer besten halte, weil es erzählender, als ihre früheren Bücher ist.

Bild ohne Mädchen

Hurrah, jetzt gehts schon oder erst, denn ich lese jetzt ja eher langsam, zum ersten Buch des heurigen “Schweizer Buchpreises” und da ist als erstes die 1990 geborene Sarah Elena Müller an der Reihe, die ich schon in der “Alten Schmiede” hörte.

Beim “Schweizer Buchpreis” ist überhaupt interessant, daß da meistes für mich völlig unbekannte Autoren darauf stehen und Sarah Elena Müller ist sicher eine sehr sprachgewandte junge Frau, die von ihrem Mädchen, in sehr poetisch verschlüsselter Weise erzählt, so daß das Verstehen gar nicht so leicht ist.

Das ist also das Mädchen. Es hat eigentlich keinen Namen oder eigentlich einen erfundenen, näßt ins Bett und wird deshalb von einem Heiler betreut lebt in einem Dorf, der Vater ist Biologie, die Mutter Künstlerin und das Fernsehen war, wie vor dreißig jahren in den künstlerischen Schchten nicht erlaubt.

So geht das Mädchen zum Nachbarn Ege und tut das dort. Sie dreht auch Filme mit ihm, hat Kontakt mit einem Engel und seine Frau Gisela wohnt in der Wohnung drüben und mischt sich offenbar nicht ein. Es gibt einen Sohn und die Kapitel sind in ”Das Kind”, “Das Mädchen “,”Die Tochter”, “Der Sohn”, “De junge Frau eingeteilt”.

Im ersten Teil besucht die Jndergärtnerin die Eltern und erzählt ihnen von den Osterbasteleien. Dann kommt das Mädchen in die Schule und hat eine andere Kappe, als die anderen Kinder auf.

Soäter geht es mit dem Vater Fröschezählen, um herauszubekommen , ob Biologie, die richtige Berufswahl für eswäre. Es gibt auch Großeltern, die von einer Pflegekraft betreut werden und über allem schwebt sehr poetisch und nur angedeutet die Frage des sexuellen Mißbrauchs.

Was will Sarah Elena Müller damit sagen? Eine Mittelschichtverwahrlosung aufdecken und vielleicht von dem erzählen, was sie so oder auch anders erlebt hat?

Ein sehr schönes poetisches Buch, obwohl ich ja eigentlich eine eher realistische Leserin und Schreiberin bin.

Karl Nehammers Versöhnungspressekonferenz

Der ÖVP laufen ja die Wähler davon, sind die Leute ja angefressen wegen der Corona-Maßnahmen, den Rußland-Sanktionen,, der Teuerungswelle etcetera, laufen zur FPÖ die ja eine totale Corona-Maßnahmenaufarbeitung verspricht, wenn sie an die Macht kommt und das in NÖ zum Teil auch schon tut und so hat der Kanzler im Februar, glaube ich, versprochen, die Gräben zu schließen und die Maßnahmen aufzuarbeiten.

Da hat er zuerst gesagt, daß er vielleicht zu Expertenhörig gewesen wäre, was großen Widerstand erregte, so hat der die Akademie der Wissenschaften damit beauftragte und irgendwann im Frühling versprochen, die Ergebnisse noch in diesem Jahr bekanntzugeben.

Das ist ja nicht mehr lang und man hörte nicht und nichts von den Ergebnissen und ich dachte schon, da wird wiedermal was vergessen. Aber da meldete sich der ORF, der ja seine Höhrer wegen der kommenden Zwangssteuer versöhnlich stimmen muß und hat ein bißchen was dazu gesagt und im “Standard” konnte man vor einer Woche lesen, die Präsentation kommt und dann wurde am Donnerstagmittag überraschend eine Pressekonferenz bekanntgegeben.

Der Kanzler betrat das Podium, Minister Rauch ließ sich durch seine Generaldirektorin vetreten, der Unterrichtsminister war da und Alexander Bogner, der die Studie herausgegeben hat. Der hat schon bei der vorigen Pressekonferenz angedeutet, daß es nicht um die Frage, ob die Impfung gut oder falsch sei, gehe, sondern um Strategien, wie man es besser machen könne und weniger Wissenschaftsskepsis muß natürlich her. Da habe ich “Uje!”, gedacht.

“Da werden, die Maßnahmenkritiker in verschiedene Gruppen eingeteilt und das wars dann!”

Es gibt aber eine Broschüre “Nach Corona-Reflexionen für zukünftige Krisen”, die der Kanzler in der Hand schwenkte und die man sich auch downloaden konnte und in dieser wurden, die Rolle der Medien, die Polarisierung der Impfpflicht, die Schulschließungen, die Wissenschaftsfeindlichkeit und dann wurde noch einige Bürger eingeladen, die ihre Meinung sagen konnten.

Die in der Hand haltend, erwähnte Kanzler Nehammer, daß man immer Fehler machen wird, nur wenn man nichts macht, passieren keine! Das ist dann aber der Fehler! Und daß es sein höchstes Ziel immer war, Menschenleben zu retten!

Da denke ich, daß man das auf verschiedene Art und Weise machen kann. Man kann mit dem Hammer und der Flex drüberfahren. Die Polizei aufmarschieren lassen und alle bestrafen, die sich auf eine Parkbank setzen. Man könnte aber auch sagen “Passt auf Leute, seid vorsichtig, da ist vielleicht etwas im Busch!”

Und das ist meine Frage, die ich an den Kanzler und die Aufarbeitunskommission hätte. Wie gefährlich war das im März 2020 wirklich und wieso sind alle so panisch geworden, daß sie alles hinunterfuhren, obwohl es auch da immer hieß, nur die Vulnerablen werden erkranken, alle anderen es vielleicht gar nicht merken! Aber trotzdem Lockdowns, Schulschließungen und schließlich Masken-und Testpflicht. Das kann man, wenn Gefahr in Verzug ist, und die Leute reihum auf der Straße umfallen, ein paar Wochen machen und inzwischen die Spitalskapazitäten aufstocken. Aber das wurde nicht getan, sondern die Spitäler nie aufgestockt und das Ganze mehr oder minder zwei Jahre lang aufrechterhalten, obwohl bald klar war, so schlimm ist dieser Virus offenbar doch nicht. Die Kritiker wußten das und haben dazu auch Belege und Beweise bekommen, die anderen hören noch immer nicht zu und sagen, wir haben alles richtig gemacht und viele, viele Menschenleben gerettet.

Daß man am Anfang zu früh beatmet hat und überfordert war, hat sich inzwischen herausgestellt und dann kam nach Delta, das viel weniger gefährlichere Omikron und die Hausärzte sagten ja immer immer, die Viren schwächen sich ab und sind irgendwann verschwunden, aber man hörte “So ist es nicht!”

Was steckte dahinter? Nur die Panik, die sich weltweit ausweitete oder dachte man am Anfang, da ist in China vielleicht das Virus absichtlich ausgesetzt worden und da man die Digitalisierung einführen wollte, hatten die chinesischen Zwangsmaßnahmen vielleicht auch Vorbildfunktion?

“Das machen wir auch und sehen, wie es wirkt? Und dafür wurde ordentlich Angst geschürt. Höchstwahrscheinlich hatte man da auch schon so viel Impfstoff bestellt, der verbraucht werden mußte.

Also kam es vor zwei Jahren zur Einführung der Impfpflicht und vorher schon zu 2G und den Lockdown für Ungeimpfte, den man wahrscheinlich wirklich nur als Zwangsmaßnahme betrachten kann, um die Leute zur Impfung zu treiben und da wundere ich mich noch heute, daß die so eifrig mitmachten und sagten “Laß ich mich halt impfen, damit ich wieder ins Kino und zum Friseur gehen kann und damals war offenbar schon klar, daß die Impfung nicht vor Ansteckung schützt.

Omikron erwies sich doch als harmloser. So wurde die Impfpflicht wieder ausgesetzt und die Maßnahmen nach und nach aufgehoben. In Wien mußte man bis Februar noch eine Maske aufsetzen, wenn man in eine Apotheke gehen oder mit den Öffis fahren wollte. An der Stadtgrenze die Maske auf oder hinunter und dann ohne bis Salzburg oder Bregenz weiterfahren.

Inzwischen haben wir, höre ich, die stärkste Coronawelle seit ever, ohne Masken und Testpflicht. Dann war es vorher vielleicht auch nicht so nötig?

“Bitte wieder Maske tragen, denn das Gesundheitssystem ist ziemlich hinuntergefahren und haltet die vielen Grippewlllen nicht aus!”, hört man allethalben.

So war es gestern, als der Kanzler die Studie präsentierte, von Fehlern sprach, die gemacht wurden. Nachher ist man immer klüger und mit der Studie, will er es das nächste Mal besser machen! Da gibt es auch schon das neue Krisengesetz und der WHo-Pandemievertrag soll auch im Mai kommen.

Um welche Fehler es sich handelte, hat er nicht gesagt. Also wieder meine Fragen, wieso wurden die Spitäler nicht aufgestockt? Wieso haben der ORf, der “Falter” und der “Standard” die Seiten gewechselt und wieso wurden die Demonstrationen als rechtsextrem dargestellt, auf die man, auch wenn man vielleicht ein bißchen kritisch ist, auf gar keinen Fall gehen durfte?

Und das Ärgste ist, wenn die, die alles gut und richtig machten, wie es vor zwei Jahren der Kurzzeitkanzler Schallenberg, der die Zügel anziehen und Weihnachten für Ungeimpfte ungemütlich machten wolle, sich also impfen ließen und jetzt im Rollstuhl sitzen und von den Ärzten in die Psychoecke und die Psychiatrie geschickt werden und ihre Behandlungskosten selbst bezahlen müssen. Also allein gelassen werden, obwohl von ihnen vorher Solidarität verlangt wurde.

“Nie wieder!”, müßte man also ausrufen. Aber die nächsten Bedrohungswellen sind schon da und irgendwie ist nach Kanzler Nehammer ja herausgekommen, daß eigentlich ohnehin alles richtig war und man nur in Zukunft besser kommunizieren müßte, um die Zweifler mitzunehmen.

Es bleibt also dabei, es gab keine wirklichen Fehler und es wird überhaupt nicht geschaut, wie gefährlich das Virus wirklich war? Ich denke, es war nach der ersten Welle eher schwach und die Impfung ist es auch und was die Wissenschaftsskepsis betrifft, die dringend verändert werden muß, denke ich, daß sich herausgestellt hat, daß es mit der Zero-Strategie nichts wurde, daß die nicht funktionieren kann und ob eine Impfung gegen Rhinoviren wirkt, ist auch noch immer fraglich? Heißt es jetzt ja, sie schützt nur vor schweren Verläufen und betrifft nur die Älteren und vulnerablen Gruppen und da waren wir vor vier Jahren schon.

Als die Maßnahmen im März 2020 eingeführt wurden, habe ich gerade mein “Zweites Literaturgeflüster-Buch”, korrigiert und da gab es während meines ersten Nanowrimo, das H1N1 Virus und da wurde, glaube ich, auch schon versucht, ähnliche Strategien einzuführen, was aber nicht klappte.

Diesmal hat es geklappt und man sollte sich auch mit den Kollateralschädchen beschäftigen. Mit den schulischen Defiziten und den Angststörungen der Kinder und den Alten, die ohne besucht zu werden, gestorben sind. Man weiß aber jetzt, daß das Virus im Freien offenbar harmloser ist. Man also ruhig spazieren gehen kann, denn drei Jahre das nicht zu machen, kostet Kondition, wie ich derzeit an mir selbst erfahre und wieso das Virus in der Demo gefährlicher, als zwei Meter davon entfernt ist, muß mir auch erst einer erklären.

Vielleicht sind das die Kommunikationsfeheler, die der Kanzler meinte und, die er durch bessere Kommunikation das nächste Mal besser machen kann und den Maßnahmenkritiker will er auch die Hand reichen.

Sie bleiben aber das, denn selbstverständlich waren die Maßnahmen richtig und was ich mir für die Zukunft wünsche, ist mehr Eigenverantwortlichkeit und weniger Zwangsmaßnahmen, denn die hätte man, siehe Schweden höchstwahrscheinlich doch nicht so gebraucht und wenn man die nächste Wahl, die, 2024 kommt, nicht verlieren will, sollte man sich vielleicht, um die dreißig Prozent kümmern, die angeben die FPÖ wählen und nicht gleich “Lauter Nazis!”, schreien, sondern überlegen, ob das nicht vielleicht die Menschen sind, die mit den Corona-Maßnahmen unzufrieden waren, mit den Sanktionen gegen Russland, wo man auch gleich ein Staatsfeind war, wenn man für Friedensverhandlungen war und die auch vor der Zuwanderung und der Teuerung Angst haben, daß sie überbleiben und verlieren werden.

Die FPÖ verspricht da zwar eine Änderung, wenn sie den Volkskanzler stellt. Aber da bin ich skeptisch, ob das stimmt? Also vielleicht doch eine Entschuldigung und “Es tut uns leid!”, obwohl ich die, wie schon geschrieben, nicht brauche.

Fröhlicher Advent

Jetzt kommt wieder das Weihnachtsbuch, das mich Tag für Tag durch Geschichte zu Geschichte führt.

“Fröhlicher Advent – Ein Hausbuch für die schönste Zeit des Jahres – Herausgegeben von Franz Heinrich Hackl”, ein Buch vom “Insel-verlag”, das ich einmal irgendwo gefunden habe.

Dann beginnt es mit mahnenden Worten von Hermann Hesse der die Frage beantwortet “Was uns Weihnachten bringen sollte”, außer “Kindermärchen und Christbaumglanz” und das Schöne an dem Buch ist, daß es jeden Tag mit einem Gedicht beginnt, so am Ersten mit dem “Nun duftenden Wachs” von Rudolf Alexander Schröder, bevor Karl Heinrich Waggerl von den Weihnachtsbräuchen seiner Kindheit erzählt.

Tag zwei beginnt mit Rainer Maria Rilkes “Advent”: “Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt…” und Alfred Polgar von dem ich erst vor kurzem ein Buch gefunden habe, nimmt die Besinnlichkeit auf die Schaufel, in dem er von seiner Freundin Elfriede erzählt, die weil allein mit ihren Hunden Weihnachten feiert und ihnen Knackwürste serviert.

Am dritten Dezember gibt es ein “Weihnachtslied” von Theodor Storm “Vom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein milder Sternherunter lacht”.

Dann geht es zu Peter Roseggers “Advent” auf dem Lande, wo die Knechte mit den Mägden scherzen und der Onkel dem Erzähler erklärt, was “Tauet Himmel den Gerechten” bedeutet?

“Alle Jahre wieder”, heißt es am vierten Dezember und Walter Benjamin erzählt von von einen “Weihnachtsengel”.

“Laßt uns froh und munter sein!”, tönts am Nikolaustag und dann erzählen in einer rumänischen Legende Mädchen von einer Wanderung, wo sie in einer Kirche übernachteten und dort den heiligen Nikolaus begegneten.

Am sechsten Dezember begegnen wir “Knecht Rupprecht” von Theodor Storm “…Sind`s gute Kind, sind`böse Kind?” und dann hilft nach einer niederländischen Gelände Nikolaus ihren Fußball wieder zu bekommen.

Am siebenten Dezember geht es dann etwas weniger adventlich zu. Das Gedicht von Christian Morgenstern beschäftigt sich mit dem winterlichen Seen und den Fischen, die darin schwimmen und dann hat ein Junge der Eishocky spielen will alptraumhafte Erlebnisse.

Am Achten gibts zuerst “Ein Lied, hinterm Ofen zu singen” und dann erklärt und ein bulgarisches Märchen, “Wie der Winter” entstand.

“Leise rieselt der Schnee!”, heißt es dann am neunten Dezember “still und starr liegt der See, Weihnachtlich glänzet der Wald, freue dich Christkind kommt bald” und erinnert uns, daß früher im Dezember überall der Schnee gelegen ist, bis es beim “Osterspaziergang” “Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…”, heißt, während die Klimaphobiker aufheulen, wenn Anfang Dezember ein bißchen Schnee liegt, den dann niemand wegräumt, weil das ja wirklich nicht zu erwarten war und dann geht es mit Hermann Hesse in Graubünden in den Schnee. Der stapft voll Freude in die Berge, wälzt sich dann in den Schnee, bevor er es in den von Engländern besetzten Hotel zurückgeht, in dem er sich sehr einsam fühlt.

“Es ist ein Ros eintsprungen”, heißt es am zehnten Dezember, obwohl Maria Empfängnis schon ein paar Tage vorher war, während sich Folke Tegetthoff dem “Rosmarin” annimmt. Denn da standen irgendwo im Heiligen Land ein Dornbusch, ein Rosenstrauch und ein Rosmarin und wußten nicht recht, wer der Schönste und Beste von ihnen war? Der Rosmarin enthielt sich vornehm. Dann kam ein Esel mit Josef und Maria, die an dieser Stelle Halt machen wollte. Josef schlug den Dornbusch vor. Da protestierte der Esel, auch bein Rosenbusch schrie er auf, während Maria ein paar Zweiglein für ihr Kindchen vom Rosmarin pflückte, der dafür in Zukunft blaue Blüten hatte.

Am elften Dezember gibt es ein schlesisches Weihnachtslied und dann unter dem Titel “Im flimmernden Schnee” das Ende aus Adalbert Stifters “Bergkristall”, wo die Kinder Sanna und Konrad vom Besuch bei der Großmutter doch noch nach Hause finden.

“Ihr Kinderlein kommet!”, ertönt es am zwölften Dezember, der Halbzeit bis Weihnachten und da berichtet uns Hans Canossa, wie er in dieser Zeit eine Krippe bastelte, sich mit Freunden schlug und höchstwahrscheinlich auch verliebte.

Am dreizehnten Dezember macht uns Johann Wolfgang Goethe ein “Christgeschenk”, während Hans Falladas Itzenblitz und Mumm schon im Sommer einen Wunschzettel machen und dann der hundert Mark Gratifikation nachjagen, damit sie sie sich auch erfüllen können.

James Krüss führt uns am Vierzehnten am Weihnachtstag in ein Kaufhaus, wo eine Puppe und ein Bär nicht verkauft wurden und deshalb sehr traurig sind. Der Wach- und Schließgesellschftsmann läßt für sie ein Licht brennen und dann kommt doch noch der Weihnachtsmann und holt sie ab, während Robert Walser am Weihnachtstag vom Wald in die Stadt hinuntergeht.

Am fünfzehnten Dezember reimt Heinrich Hoffmann von Fallersleben: “Ich lag und schlief, da träumte mir ein wunderschöner Traum: Es stand auf unserem Tisch von mir ein hoher Weihnachtsbaum.”

Und dann geht es ans Keksebacken, denn die Mutter trägt den Kindern und den Vater auf “Pomeranzenbrötle” zu backen, während sie zur Gretl geht. Eine hübsche Geschichte von Elisabeth Borchers und um die “Weihnachtsschiffchen” geht es dabei auch.

Am sechzehnten Dezember geht es um die Herbergssuche. Da schreibt zuerst Ludwig Thoma “Sie hielten es gar für gering, Wie es den kleinen Leuten ging. Was geht sie heut`das Wunder an? Nur Armen ward es kundgetan.”, während bei Hans Bender ein Lehrer seinen Schülern, die Herbergssuche modern erzählt, Maria und Josef also die örtlichen Gasthäuser absuchen läßt. Das Letzte ist das vom Vater des Hansel und der schwört Stein und Bein, daß er die beiden nicht abweisen wird. Dann erscheint ein paar Jahre später ein Paar in dem Gasthaus, als die Familie schon alleine feiern will, da ist der Hansl beleidigt, als der Vater es mitfeiern läßt.

Am siebzehnten Dezember führt uns Joseph von Eichdorff durch “Markt und Straßen steh`n verlassen, Still erleuchtet jedes Haus. Staunend geh ich durch die Gassen. Alles sieht so festlich aus.” und dann geht es wieder zu Robert Walser, der auf seine spezielle Art “Zwei Weihnachtsaufsätzchen” geschrieben hat.

“O du fröhliche!”, heißt es am Achtzehnten bevor uns Herbert Eisenreich erzählt, wie bei ihm die Mutter und die Tante die Geschenke hergerichtet haben.

“Friede auf Erden!”, wünscht sich am Zwanzigsten Conrad Ferdinand Mayer und ist damit leider immer noch höchst aktuell und dann kommt eine spanische Sage von den “Drei Hirtenbrüdern”, die das Weihrauch, das Gold und die Myrthe zu dem Kindlein brachten.

“O Tannenbaum, o Tannenbaum!”, tönt es am zwanzigsten und dann zieht der Weihnachtsmann traurig mit seinen Spitz herum, weil seine Geschenke den Kindern offenbar keine Freude mehr machen, so daß das Christkindlein auf die Idee kommt, den Tannenbaum mit Äpfeln, Nüssen und Kerzen zu schmücken und der “Allererste Weihnachtsbaum” ist geboren, den glaube ich, wie ich gelesen habe, auch eine deutsche Prinzessin nach Österreich bracht, etcetera.

Heinrich Heine hat ein Gedicht über “Die heiligen drei Könige” geschrieben, das man am einundzwanzigsten Dezember lesen kann, wie auch die Geschichte von Felix Timmermann, die mir schon bekannt erschien. Da gehen drei Außenseiter durch das Dorf, ein Hirte, ein Fischer, ein Bettler, haben Geschenke und Geld gesammelt und treffen dann wirklich auf ein Paar mit einem kleinen Kind, dem sie dann alles geben.

Am zweiundzwanzigsten Dezember geht es um die Flucht nach Ägypten der heiligen Familie. Da gibts zuerst ein Gedicht von Joseph von Eichendorff und dann wird die Geschichte in Form eines Arumischen Märchen erzählt.

“Morgen Kinder, wird was geben!”, heißt es dann am Dreiundzwanzigsten.

“Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist Weihnachtstag!”

Und dann gehts ins Bücherland”, also eine etwas ungewöhnliche Geschichte, die uns Ernst Petzold das schenkte.

Am heiligen Abend gibts gleich zwei Gedichte, ein ebenfalls etwas ungewöhnliches von Rainer Maria Rilke und dann natürlich das berühmte “Stille Nacht”, das man ja nur am vierundzwanzigsten Dezember lesen oder hören darf und dazwischen erzählt und Elisabeth Borchers im “Schönsten Tag” von den Stunden vor der Bescherung.

Das war es dann. Der Advent vorbei. Weihnachten herangekommen und daher gibt es hier noch einiges Weihnachtliches zu sehen und zu lesen und natürlich mein Adventkalender von der “Nika, Weihnachtsfrau”, der ja, weil er fünfzigtausend Worte haben sollte, bis zum Silvester weitergeht. Also gibt es noch was zu öffnen:

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Ich wünsche allen meinen Lesern schöne Weihnachten!

Eine andere Welt

Jetzt kommt ein Wälzer oder ein Kanon zum “Gegenkanon”, nämlich “Bücher, die in die Zukunft weisen”, aus dem “C. H. Beck-Verlag”, herausgegeben von Jonathan Beck und da fängt es mit der Antike an. Wurden da doch Autoren ausgewählt, die ihre zukunftsweisenden Bücher vorstellten.

Die Erste in der Reihe ist Eva Gesine Baur, die, glaube ich ,unter den Namen Lea Singer schreibt und sie beginnt gleich mit “Laozi” von Dao de Jing, der ihr die Zukunft erträglich macht.

Mit Thukydides und seinen “Peloponnesischen Krieg” , beziehungsweise seiner “Historie mit Zukunftsanspruch” präsentiert von dem Historiker Jonas Grethlein vorgestellt, geht es weiter und da berichtet uns der Literaturagent Thomas Karlauf mehr von dem mir bisher völlig unbekannten Autor.

Xu Shen hat vor langer Zeit ein chinesisches Wörterbuch geschrieben und bei Marc Aurels “Selbstbetrachtungen” wird es bei mir dann etwas bekannter und am Schluß in der Antikabteilung geht es dann zur Bibel, die von dem Kirchengeschichtswissenschaftler Hubert Wolf sehr gepriesen wird.

Dann kommen wir schon zum “Mittelalter und zur frühen Neuzeit” und da wird zuerst Hildegard von Bingen “Scivias” zitiert und da rät Julia Voss den nicht Gläubigen das Buch, wie einen Lyrikband zu lesen. Friedich II hat ein “Falkenbuch” geschrieben, auch noch nie davon gehört und dann geht es schon zur Martin Luther und der “Freiheit eines Christenmenschen”.

Franziska Augstein hat sich Michail de Montaigne angenommen und hier einen Brief an den “Meister Felken” geschrieben.

Hans Pleschinski von dem ich schon einiges gelesen habe, hat über Saint-Simons “Memoiren” geschrieben.

Dann sind wir schon im “18.Jahrhundert” und da beginnt es mit Louis-Sebastien Mercier, der interessant, das Jahr 2240″ beschrieben hat, wo wir leider noch nicht nachprüfen können, wie sehr er sich irrte oder übereinstimmte.

Dann geht mit Christoph Martin Wieland weiter und dem hat sich natürlich Jan Philipp Reemtsma angenommen, der sich damit beschäftigt, “Wie man eine Anekdote liest?” Immanuel Kant erklärt uns dagegen was Aufklärung ist, um den “Ewigen Frieden” geht es bei ihm auch und Friedrich Schiller hat sich in seiner Antrittsvorlesung am 26. Mai 1789 in Jena mit “Was heißt und zu welchen Ende studiert man Universalgeschichte” beschäftigt. Davon läßt sich sicher einiges für die Gegenwart verwenden.

Das neunzehnte Jahrhundert beginnt dann mit Novalis oder Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, wie er wirklich hieß. Da hat sich Hans Maier mit dem Buch “Die Christenheit oder Europa” beschäftigt.

“Rot und Schwarz”, das von Franziska Meier vorgestellt wurde, habe ich, dank dem Bücherschrank meiner Eltern, schon gelesen.

Dann geht es zu Carl von Clausewitz, den laut Dominik Geppert, jeder kennt, aber keiner gelesen hat und seinem “Vom Kriege”, da gibt es in Zeiten, wie diesen sicher einige Gegenwartsbezüge, die sich entdecken lassen, wenn man das Buch lesen will.

Dann geht es zu Alexis von Toqueville, von dem ich noch nie etwas gehört habe, der aber gleich zweimal besprochen wird und seine Eindrücke über die “Demokratie in Amerika”.

Dann kommt schon das “Kommunistiche Manifest”, das habe ich auch nicht gelesen, obwohl man in meinen Studientagen eine billige DDR-Ausgabe nachgeworfen bekommen hat. Ich habe aber heuer das Buch über “Marx in Wien” Gerald Grassl bei der “KritLit” abgeschnorrt und ein Buch über “Marx stand still in Darwins Garten”, habe ich sogar zweimal gefunden und das passt, den Charles Darwin, ist der übernächste der für die Zukunft empfohle wird, obwohl man bei Marx zumindestesten Wien derzeit Schreikämpfe bekommt, wenn man ihn erwähnt und feststellt, daß der SPÖ Vorsitzende Andreas Babler angeblich eine Büste auf seinem Schreibtisch stehen hat.

Der Philosoph Ludwig Feuerbach wird erwähnt und dann wird es wieder literarisch wenn wir zu Gustave Flaubert kommen, von dem es, glaube ich, auch einige Romane im Bücherschrank meiner Eltern gab.

Den “Middlemarch” von George Eliot habe ich ebenfalls schon gelesen, weil es 2020 für den “Leipziger Buchpreis” nominiert war. Der nächste Roman oder ein Stück daraus, das man lesen soll ist “Der Großinquisitor” von Fjodor Michajlowitsch Dostojewskij und dann kommen wir schon zu Robert Louis Stevensons “Schatzinsel”, ein Buch, das wie Stephan Speicher schreibt, nicht nur für Kinder geeignet ist und in dem es um die Doppelrolle des Schiffkochs John Silver geht. Ein Buch, das ich wahrscheinlich in meinen Regalen, aber nicht gelesen habe und nun ein großer Sprung, wie ich finde zu Bertha von Suttners “Die Waffen nieder”, das man in der heutigen Kriegsbegeisterung, sicher sehr zum Lesen empfehlen kann, was ich schon im Gedenkjahr 2014 getan habe und dann kommt Sigmund Freuds “Traumdeutung”, das habe ich mir als Studentin gekauft und, ich glaube, auch gelesen.

“Die Erste Hälfte des 20. Jahrhundert” beginnt mit Theodor Herzls “Altneuland”, geht über zu Max Webers Kapitalismuskritik, die auch gleich zweimal gewürdigt wird. Käthe Kollwitz “Tagebücher” werden erwähnt und dann die von Franz Kafka, die habe ich einmal im Bücherschrank gefunden und auch gelesen, obwohl ich ja kein Kafka-Fan bin. 

“Dada” ist kein Buch sondern eine Kunstrichtung wird aber trotzdem von Thomas Krüger erwähnt und zusammengefasst.

Dann kommen wir zu dem Russen Jewgeni Samjatin, der mit seinem dystopichen Roman “Wir”, schon Orwells “1984” und Huxleys “Schöne neue Welt” vorweggenommen hat.

Robert Musils “Mann ohne Eigenschaften” habe ich im Sommer 1974 im Gartenhaus am Almweg gelesen und nicht verstanden. Das Wiederlesen würde sich also lohnen, aber wann nehme ich mir die Zeit dazu?

Und Joseph Roths “Radetzkymarsch”, auch ein Fund aus dem Bücherschrank habe ich schon gelesen. Man sieht, daß der Bücherkasten in der Wattgasse offensichtlich gut gefüllt war.

Dann kommen wir zu Ernst und Friedrich Georg Jünger und der Erstgenannte galt ja lang als Naziautor. Das scheint sich jetzt geändert zu haben und ich kann wahrscheinlich auch einiges von ihm in meinen Regalen finden.

Bei Stefan Zweig, von dem es ja einmal geheißen hat, daß man ihn aus dem Kanon streichen soll, wird der “Erasmus” zitiert. Den habe ich, glaube ich, gefunden aber nicht gelesen, halte seine Biografien ,aber nicht für so besonders und würde wenn ich für das Buch eingeladen würde “Die Welt von gestern” vorschlagen.

Das “Tagebuch der Anne Frank” wird natürlich auch erwähnt und gehört gelesen. Dann kommen wir zu Hermann Hesse, dessen “Sidharta” ja ein Jugendpflichtbuch ist. “Unterm Rad” habe ich nach meiner Matura gelesen und sein Wohnhaus auch bei einem unserer Schweiz-Urlaube besucht. Hier geht es um das “Glasperlenspiel” und das müßte ich noch lesen.

Von Karl Raimund Popper, dem berühmtenNamensgeber der “Popper-Schule” wird “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde” besprochen, was ein interessanter und neugierig machender Titel ist.

Primo Levi war wie Luca Guilani schreibt, eigentlich ein unauffälliger Mensch, der in seinen Geburtshaus in Turin auch gestorben ist, wenn da nicht Auschwitz und sein berühmtes “Ist das ein Mensch?” gewesen wäre.

Und bevor wir zu der “Zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts” kommen, wird natürlich noch George Orwell und sein berühmtes Buch besprochen, das leider inzwischen gar nicht mehr dystopisch ist und das habe ich als Studentin, glaube ich, in der Wattgasse gelesen. Im Seminar des Stephan Teichgräbers besprochen und es mir auch in zwei meiner Texte zum Vorbild genommen.

Die zweite Hälfte beginnt dann mit Hannah Arendt und ihren “Elementen und Ursprünge totaler Herrkunft.”

Im Romanbereich wird Ray Bradburys “Fahrenheit 451” vorgestellt. Da habe ich zwar nicht das Buch gelesen, aber in den Siebzigerjahren den Film mit Oskar Werner als Feuerwehrmann gesehen.

Mit Raymond Chandler wird ein Krimiautor beworben und weil die ja nicht zur ernsten Literatur zählen, muß Paul Ingendaay betonen, daß der “Lange Abschied” schon zum dritten Mal übersetzt wurde.

Nach Leo Brandt wird Günther Anders erwähnt, der in erster Ehe mit Hannah Arendt in zweiter mit Elisabeth Freundlich verheiratet war und sich mit ihr in Wien niederließ und seine “Antiquiertheit des Menschen sehr gelobt.

Astrid Lindgren muß in dem Buch natürlich auch vorkommen. Aber hier wird statt der “Pippi”, die “Madita” erwähnt.

Der mir unbekannte Frantz Fanon hat “Die Verdammten dieser Erde” geschrieben und der Verleger Christoph Lincks, der in der DDR aufgewachsen ist, erzählt uns, daß das Buch dort nur schwer zu bekommen war.

James Baldwin, der von Rene Aguigah vorgestellt wurde, habe ich dagegen schon gelesen, da er ja jetzt, glaube ich, sehr modern und in aller Munde ist.

Dann kommt der Nobelpreisträger von 2016 Bob Dylan, der wahrscheinlich mit “Blonde on Blonde” keinen Roman geschrieben hat. Dafür hat Vladimir Nabokov der in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, eine Autobiografie geschrieben.

Dann kommt der 1877 in Königsburg geborene Rudolf Borchardt der mit dem “Leidenschaftlichen Gärtner” offenbar ein Gartenbuch geschrieben hat mit dem er seine politische Meinung ausdrückte.

John H. Elliott wird erwähnt und verschiedene Wirtschaftskritiker.

Harold James schreibt, daß er “hätte es den 24. Februar 2022 nicht gegeben” sich nicht für Alexander Solschenizyn entschieden hätte.

“Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten” wird auch beschrieben und der schon erwähnte Carl von Clausewitz wurde von Raymon Aron in einem Roman erwähnt.

Die “Soziale Systeme” des Soziologen Niklas Luhmann werden von Armin Nassehi kommentiert. Dann wird wieder literarischer wenn wir zu Italo Calvino kommen.

Saul Friedländers “Das dritte Reich und die Juden” wird von Gerd Krumeich besprochen, ebenso wie die “Geschichten eines Deutschen” des Journalisten Sebastian Haffner von Volker Ullrich.

Dann kommen wir schon ins “21. Jahrhundert”, obwohl die Autoren, die da besprochen werden, lange vorher geboren wurden, also keine Debuts, die müssen wohl noch auf sich warten, denn es beginnt mit dem 2009 verstorbenen Ralf Dahrendorf, den ich, glaube ich, auf einigen Veranstaltungen erlebte und seiner “Suche nach einer neuen Ordnung”.

Der schwedische Schrftsteller Per Olov Enquist von dem ich einige Bücher gefunden aber noch nichts gelesen habe, ist 2020 gestorben. Sein “Besuch des Leibarztes” ist sehr berühmt, hier wird aber “Großvater und die Wölfe” erwähnt.

Dann gehts zur Widerstandkämpferin Freya von Moltke deren Mann im Jänner 1945 zum Tode verurteilt wurde.

Wieder geht es viel um Kapitalismustheorien, die Geschichte des Kongos und die chinesische Geschichte, bevor wir zu Greta Thunberg kommen, die jetzt ja ein bißchen in Ungnade gefallen ist und die ja will “dass ihr in Panik geratet!”, das waren wir ja die letzten drei Jahre und sind es immer noch, so daß es gut ist wenn uns Cedric Herrou rät “Ändere deine Welt” und auf das “Recht der gelebten Brüderlichkeit” setzt.

Die Corona-Pandemie wird erwähnt und beschrieben, wie sie alles, besonders das Schreiben und die Sicht auf Bücher, geändert hat.

Andrej Kurkows, von dem ich heuer schon zwei Bücher gelesen habe, “Tagebuch einer Invasion” wird von Aleida Assmann thematisiert, der uns den Unterschied zwischen Ukrainern und Russen erklärt.

Ein spannendes Buch, das einer viele Einblicke und Leseempfehlungen gibt, viel Philopsophie, Kapitalismuskritik, etcetera und viele Autoren von denen ich noch nie etwas gehört habe.

Ob ich die vorgeschlagenen Bücher lesen werde, weiß ich nicht, bin ich ja eher an der Gegenwartsliteratur interessiert, kann das Buch aber gerade für die Weihnachtsfeiertage sehr empfehlen.

Hinter der Hecke die Welt

Jetzt kommt noch ein Klimaschutz- und Umweltroman, was in Zeiten wie diesen ja sehr modern ist.

“Hinter der Hecke die Welt” von der 1988 in Basel geborenen Gianna Molinari, die beim “Bachmann-Preis” gelesen hat und mit ihren Debut sowohl auf der dBp als auch auf der Schweizer-Liste stand. Auf dieser hätte sie mit ihrem neuen Buch auch stehen können, also eine kleine Vorschau auf das Schweizer Buchpreislesen, das demnächst folgen wird und das Buch ist eigentlich eine Sammlung von kleinen Stückchen und Zeichnungen gibt es auch dabei.

Da gibt es ein Dorf, das sich an das Verschwinden macht. Da gibt es ja auch ein Buch auf meiner Leseliste. Um das Dorf gibt es eine Hecke, die wächst und wächst und Touristenbusse zum Bewundern bringt und es gibt nur zwei Kinder in dem Dorf. Lobo und Pina, die nicht wachsen, weshalb die Experten auch immer zum Vermessen kommen.

Pina lebt mit ihrem Vater in der einzigen Pension, die keine Gäste hat und Lobo bei seiner Großmutter Loma. Pinas Mutter Dora forscht dagegen in der Anarktis und ihr sind immer wieder Kapitel gewidmet. In dem Dorf gibt es ein Museum, das von Loma bewacht wird und eine Gärtnerin, die die Hecke betreut, gibt es auch.

Dann gibt es einen Brandt, der die Hecke zertört und die Touristen zum Verschwinden bringt, wie auch immer wieder andere Dorfbewohner und auch Gegenstände verschwinden. Am Schluß verschwindet auch noch Lobo, der dafür den Getränkeautomat geplündert hat und am Buchrücken kann man lesen: “Nach ihrem vielfach preisgekrönten Debut “Hier ist noch alles möglich” – legt Gianna Molinari ihren zweiten Roman vor, der unsere Vorstellungen von Wachstum und Stillstand hinterfragt und dabei ebenso viel poetische wie politische Kraft entfaltet.”