Mr. Goebels Jazzband

Jetzt kommt das letzte Buch in diesem Jahr, das hundertsiebenundzwanzigste und das dritte, das für den “Schweizer Buchpreis” nominiert war und das auf mich am meisten gefreut habe.

“Mr Goebels Jazzband”, des 1987 geborenen Berner Demian Lienhard, der mir bis jetzt unbekannt war, wie mir das mit Ausnahme von Matthias Zschokke bei diesen Buchpreis überhaupt passierte.

Und Deminan Lienhard hat sich in seinen Roman mit “Charly und seinem Orchester” auseinandergesetzt, eine Jazzband, die es in dem nationalsozialistischen Berlin der Neunzehnhundertvierzigerjahre unter der Protektion von Josef Goebbels gegeben hat, um “den Briten in die Falle zu locken”.

In drei Teilen wird der Roman erzählt. Der Erste setzt sich mit dem 1906 in Brooklyn geborenen William Joyce, der der Propagandasprecher der Nationalsozialisten war und 1946 von den Briten wegen Hochverrats hingerichtet wurde.

Aber noch sind wir nicht soweit. Noch schreiben wir 1942 und da ist Joyce, der sich in Berlin “Froehlich” nennt, auf die Idee gekommen, einen Schriftsteller anzuheuern, der einen Roman über die Jazzband schreiben soll.

Die Wahl fällt, da Thomas Mann höchstwahrscheinlich dafür nicht in Frage kommt, auf den Schweizer Fritz Mahler, der als ein obskurer Typ geschildert wird, der tagelang in seinem Zimmer liegt und offenbar auf die Muse wartet.

Jetzt fährt er nach Berlin, tut dasselbe in seinem Hotelzimmer und bringt zwei drei Jahre nichts zusammen. Zwar besucht er die Jazzaufführungen, obwohl er von Musik nicht viel versteht und betrinkt sich mit Bier und billigen Schnäpsen.

Das ist schon der zweite Teil. Im Dritten kommt es zum Ende des Manuskript und dann gibt es noch zwei Anmerkungen, die die Schelmenhaftigkeit des Autors zeigt und zwar erzählt da zuerst der Herausgeber Demian Lienhard, das Ende von William Joyce.

Während es dann in das Berner Staatsarchiv geht und da schildert ein Archivar, wie er von Demian Lienhard aufgesucht wurde, der Recherchen zu seiner Familiengeschichte machen wollte und da auf ein Fragment seines Großvaters stieß, daß den Namen “Mr Goebels Jazzband” trägt, das er natürlich fertig schreiben muß.

Das ist auch gelungen, obwohl der Roman keinen wirklichen Plot und keine Spannungsbögen hat und jetzt gibt es noch zwei der Schweizer Bücher, darunter auch das des Preisträgers zu lesen.