Jetzt kommt das neue Buch der 1947 in Salzburg geborenen und in Wien lebenden Ruth Aspöck, die in Wien und in Spanien studierte, eine Zeit lang in Kuba lebte, sich in Wien in der AUF ,engagierte und einige Jahre lang, die Edition “Die Donau hinunter” hatte.
In der Pension hat sie evangelische Theologie studiert und ist da wohl auf das Buch “Rut”, der hebräischen Bibel gestoßen, das sie zu dem Roman “Begona, la Trigena” veranlaßte, in dem sie sich an die biblische Bibel haltend, die Geschichte einer jüdischen Familie, Elias und Nora und ihren Söhnen Maximillan und Kurt erzählt, die 1942 aus Wien nach Kuba auswanderten. Elias und die Söhne, die sich beide mit kubanischen Frauen verheirateten, arbeiteten in einer Diamantenschleiferei, die offenbar ihre Lungen so angriff, daß sie bald starben.
So daß sich Nora, an die biblische Erzählung angelehnt, 1950 entschloß, wieder nach Wien zurückzukehren. Sie wollte die Schwiegertöchter zurücklassen, damit die sich wieder verheiraten konnten, aber Begona, eine Mulattin mit afrikanischen Wurzeln, die die Erzählerin der Geschichte ist, bestand darauf sich ihr anzuschließen und die, nicht gut Deutsch sprechend fand sich 1950 in einer Kleingartensiedlung beim Prater wieder und erlebte den Rassismus, weil Wien zu dieser Zeit wahrscheinlich noch keine Kubaner gesehen hat.
Die arbeitswillige kräftige junge Frau begann in einer großen Gemüsegärtnerei in der Lobau auszuhelfen und wird von Nora, für unsere Auffassung vielleicht ein wenig ungewöhnlich, aufgefordert, sich in das Bett des älteren Besitzers Boris Bender, der ein weitschichtiger Verwandter Noras ist, zu legen und sich ihm anzubieten. Der reagiert, wie erwartet, heiratet Begona, die bald von ihm den Sohn Oskar bekommt.
So weit die biblische und auch die fiktionale Geschichte, die von Ruth Aspöck, sehr sorgfältig recherchiert, erzählt wird.
So traf Begona in Havanna den geflüchteten Komponisten Paul Abraham, der dort in einem Luxushotel lebte und das Buch das Begona nach Europa mitnimmt, ist ein Gedichtband des kubanischen Dichter Nicolas Guillen, den Ruth Aspöck in ihrer Edition auch einmal herausbrachte.
Sehr genau und bedächtig und fast mit zu vielen Wiederholungen führt uns Ruth Aspöck in die hebräische Bibel und damit in das Nachkriegs-Wien der Neunzehnhundertfünziger Jahre, ein, wo es noch Lebensmittelmarken, sowie die Besetzung gab und der Staatsvertrag langsam vorbereitet wurde. Ein sehr interessantes Buch, das ich, die, ich sehr viel von Ruth Aspöck gelesen habe, für eines ihrer besten halte, weil es erzählender, als ihre früheren Bücher ist.