Erinnerung an Christian Loidl

Das neue Jahr beginnt im Literaturhaus mit einem Lesetheaterabedn über den 2001 verstorbenen Dichter Christian Loidl. Christian Katt, der ein großer Fan von ihm ist, hat ihm gestlaltet.

Und das Literaturhaus, das eine eigene von Barbara Zwiefelhofer betreute Seite und einen neuen Livestream hat, wo man nur hören undd nichts sehen kann, ist auch ein bißchen ungewöhnlich. Aber macht ja nichts, wenn ich zwischendruchblooge sehe ich auch nichts.

Christian Katt hat den Abend veranstaltet, Patricia Broooks, Eszter Hollosi, Astrid Nischkauer, Andrea Pauli, Gabriele Stöger habn mitgelesen. Die Musik ist, glaube ich, von Michael Fischer

Chrstian Katt erzählte, daß die Texte gekommen ud die texte glaubee ich aus dem Buch “…Loidl…icht und fremd..vertraut.”

Christian Katt erklärte, daß die Texte völlig unzentriert, an der Grenze zwischen Wach und Schlaf, nämlich mit einem Tonband dicht am Bett entstnden sind und er nichts daran verändert hat.

Dann kam Michael Fischers Auftritt, der das “Fremd vertraut” musikalisch aufführte.

Ein interessanter Abend mit einem ungewönlichen Dichter, den ich gestreamt habe.

Der siebenundzwanzigste Exil-Literaturpreis

Den EXil-Literaturpreis initiiert von Christa Stippinger gibt es seit 1998, für Menschen mit nicht deutscher Muttersprache und daraus sind schon einige Talente hervorgegangen. Der erste war glaube ich Dimitre Dinev, dann natürlich Julja Rabinowich mit ihren “Spaltkopf”, Susanne Gregor könnte man dazurechnen, und und und…

Die Anthologie mit den Preistexten gibt es auch und am Anfang haben die Veranstaltung im Amerlinghaus stattgefunden, später auf der “Buch-Wien” und seit einigen Jahren im Literaturhaus.

Jessica Beer moderierte. Es gab Musik von Milos Todorovski und Maciej Golebiowski und in der Jury waren heuer Jessica Beer, Robert Huez und Grzegorz Kielawski, der auch einmal da gewonnen hat.

Wie immer wurden auch die Geldgeber besonders vorgestellt. Es gab Videosportraits der Preisträger, dann eine Lesung mit Textausschnitten, bevor die Preise vergeben wurden.

Den ersten Preis hat die 1997 in Lemberg geborene Anastasya Savran mit ihrem Text “platz für enge” gewonnen, die mit einer folklorischen Bluse und, wie ich glaube, einer ukrainichen Schärpe auftrat.

Dann kam “Insonne. Berichte aus einer anderen Landschaft”, der 1988 in der Schweiz geborenen Wania Laila Castronova, die in Sizilien aufgewachsen ist.

Der dritte Preis ging an die 2000 in Prag geborenen Sara Köhnlein mit “Das Ungleichgewicht der Grenzen”.

Dann gibt es immer einen Preis für Autoren mit deutscher Muttersprache, den diesmal Lisa-Viktoria Niederberger mit ihren Text “Gittka”, wo es um eine demente Großmutter geht, gewann.

Den Lyrikpreis hat die Südtirolerin Lorena Pircher mit dem Langgedicht “neujahr” gewonnen.

Dann gibt es noch einen Jugendliteraturpreis, der an die in Moldawien geborene Estera Calin für ihren Text “Vom Vergessen. Vom Kritzeln” gegangen ist.

Dann gibts noch einen Preis für Schulklassen und interessant ist dabei, daß heuer nur Frauen gewonnen haben. Ob es bei den hundertzehn Einreichungen keine Männer gab?

Die Preise wurden von der Stadt Wien, dem Bundesministerium und dem Bezirk Neubau gestiftet und ein Buffet vom Amerlinghaus gab es auch. Ich habe einige Bekannte getroffen und der Alfred hat sich wieder intensiv mit einer Grünen unterhalten hat, die, glaube ich, nicht wirklich verstanden hat, warum ich sie nicht mehr wählen werde.

Slavko Grum übersetzt von Erwin Köstler

Ein von Traduki veranstalteter Übersetzerabend im Literaturhaus, wo der 1964 in Trier geborene Erwin Köstler, der auch Medizin studierte seine zweiteilige Werkausgabe mit Slavko Grums Werken moderiert von Ana Marwan präsentierte. Petra Nagenkögel hat die Textstelen des 1901 geborenen slowenischen Autors gelesen, der in Wien Medizin studierte, da auch schon zu schreiben begonnen hat und 1926 nach Slowenien zurückging. Dort war er, drogen und alkoholabhängig als Arzt tätig, hat seine Prosatexte in denen er sich auch mit der Psychoanalyse beschäftige und als der slowenische Kafka bezeichnet wurde, in verschiedenen Feuilletons veröffentlichte und als Schriftsteller eher unbekannt geblieben ist. Er hat auch Theaterstücke geschrieben und wissenschaftliche Vorträge gehalten und ist 1949 gestorben.

Erst nach seinem Tod wurde er in Slowenien entdeckt und wie beschrieben mit Kafka verglichen, was sein Übersetzer energisch bestritt und erzählte, daß er während seines Medizinstudium wo er Ivan Cankar, übersetzte, irgendwann auf Slavko Grum gestoßen ist, wo er in einen Übersetzerseminar von einer Kollegin auf ihn aufmerksam gemacht wurde.

Inzwischen hat er Slavko Grum mehrmals übersetzt, es hätte auch eine Burgtheateraufführung eines seiner Theaterstücke, für das er auch in Slowenien einen Preis bekommen hat, geben sollen und jetzt ist die zweiteiige Werkausgabe herausgekommen.

Der erste Text den Petra Nagenkögel gelesen hat, trug den Titel “Ratten” und hat mich sehr an Kafka herinnert, aber eigentlich wird wahrscheinlich in expressionistischer Manier eine Psychose geschildert, die mich sehr beeindruckt hat. Da hat einer Ratten im Zimmer, wird deshalb gemeidet und schließlich von ihnen angemissen.

Sehr eindrucksvoll geschrieben oder übersetzt und Erwin Köstler erwähnte im Gespräch noch eine andere Erzählung, wo einer am Dachboden lebt, weil er sich nicht auf die Straße traut und aus einer Nebenwohnung immer Geräusche oder die Gespräche zwischen einer Mutter und einer Tochter hört, aber als er endlich hinübergeht, ist drüben alles leer.

Im Gespräch betonte Erwin Köstler, daß Slavko Grum sehr ambivalent gewesen ist und in poetisch schöner Sprache immer von Widersprüchen gelebt hat.

Die zweite Geschichte hat er offenbar während seines Turnus aufgeschnappt. Da beschreibt er eine Krankenschwester, die auf der Geburtenstation immer Nachtwachen macht und sich da heimlich die Babies holt, sie badet und an ihre Brust legt

Es gab noch einen dritten Text und ich habe wieder einen mir bisher unbekannten sehr interessierten Autor kennengelernt.

Annemarie Türk war da, Astrid Nischkauer, Henrike Blum, Cornelius Hell und zu meinen Erstaunen sogar Stephan Teichgräber.

Olga Flor in Nahaufnahme

Die “Nahaufnahme” ist ja eine Veranstaltungsreihe des Literaturhauses, wo Alexandra Millner vom Verein “Neugermanistik” mit einem Literaturkritiker einen Literaten genauer vorstellt und sich nicht bloß auf die letzte Neuerscheinung bezieht.

Bei einigen dieser Veranstaltungen bin ich gewesen, so zum Beispiel bei der über Sabine Gruber, deren neues Buch heute gemeinsam mit dem von Sepp Mall in der “AS” vorgestellt wurde. Wo gehe ich also hin? Eine einfache Beantwortung der Frage, denn ich gehe ja nicht so gern zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon gelesen habe und Zweitens hatte ich wieder eine sechs Uhr Stunde und da wäre ich in der “AS” zuspät gekommen. Im Literaturhaus geht sich das meistens aus und heute sogar so gut, so daß ich noch zehn Mnuten in Tonio Schachingers “Echtzeitaltalter”s lesen hätte können, da habe ich aber zu Hause gelassen.

Also nur Olga Flor, die ja auch schon einige Male auf den langen Listen gestanden ist. Ich kenne sie, glaube ich seit 2002. Jedenfalls seit dem Zeitpunkt ihres GAV-Antrages und dann war die Steiermark einmal am Rathausplatz und da haben die steirischen Kollegen, darunter auch Olga Flor gelesen.

Sieben Romane hat die 1968 in Wien geborene, die in Graz lebt und glaube ich die erste “Veza-Canetti-Preisträgerin” ist, schon geschrieben, referierte Alexandra Mllner, die nicht mit Stefan Gmündner, wie im Programm anegkündigt, sondern mit Marina Rauchenbaucher, die gerade ein Buch über Olga Flor schreibt, die Veranstaltung moderierte.

Sieben Romane. Das erste der “Erlkönig” war, glaube ich, schon bei ihrer GAV-Aufnahme vorhanden, dann kam “Talschluß” 2005, “Kollateralschaden” 2008, stand auf der dBp-Longlist. Das nächste “Die Königin ist tot” 2012, “Ich brauche lang für meine Bücher!”, sagte die Autorin später beim Wein, wurde in der Hauptbücherei vorgestellt und mein Problem mit Olga Flor ist, daß sie, obwohl sie ja immer sehr sozialkritische Themen hat, sprachlich sehr kompliziert ist. Gelesen habe ich dann “Ich in Gelb” weil es da über Blogs ging, aber ganz andere, als den, den ich betreibe.

“Klartraum” stand, auf der Öst, genau wie “Morituri”, daher habe ich beides gelesen und dann gibt es noch die “Politik der Emotion” die glaube ich im Republikanischen Club vorgestellt wurde. Olga Flor ist mir also keine Unbekannte. Ich war auch zweimal bei den Ö-Tönen und bei der “Nahaufnahme” hat Olga Flor sowohl aus der “Königin” als auch aus “Morituri” gelesen und dann mit den beiden Moderatorinnen darüber gesprochen.

Interessant war für mich auch die Frage, ob das 2021 erschienene “Morituri”, wo es um ein medizinischen Labor in einem Moor geht, von “Corona” beeinflußt war? Hätte ich mir gut vorstellen können, war aber nicht so und am Schluß gab es noch einen Teaser oder einen Ausschnitt aus Olga Flors neuen Buch.

Also seien wir gespannt, wann das erscheinen wird? Eigentlich nur wenige Leute im Literaturhaus. Klar, es gab ja ein berühmtes Fußballmatch. Dine Petrik war aber da, die Frau Schmidt Dengler und ich kann gleich anfügen, daß mir gestern die Idee für ein neues “Work on Progress” kam.

“Aus dem <leben einer Schwurblerin” könnte es heißen und den Rechtsruck beschreiben. Da geht die Agathe 2024 in die Wahlkabine und denkt “Ich könnte zu fünfzig Prozent die FPÖ wählen!” Tue ich aber nicht und dann geht es los im Jahr 2019, als sie die Grünen wählte, um die FPÖ zu verhindern und was alles inzwischen geschehen ist.

Auch sehr politisch, ich habe Olga Flor, die das wahrscheinlich nicht sehr interessant hat, erzählt, daß ich mich drei Jahre mit Corona beschäftige und wenn mir gelingt, das Ganze sprachlich ein wenig anspruchsvoller zu gestalten, wäre das sehr schön. So kompliziert wie Olga Flor muß es ja nicht werden und das bringe ich ohnehin nicht zusammen und will das auch nicht.

Erich Fried- und Schweizer Buchpreis

In Basel wurde heute um elf der “Schweizer Buchpreis” an Christian Hallers “Sich lichtende Nebel” vergeben, ein Buch das ich wie, die vier anderen Nominierten noch lesen muß, aber da bin ich ja immer noch beim deutschen Buchpreis, habe da am Morgen Luca Kiesers “Weil da war etwas im Wasser” begonnen und dann für meinen Weg ins Literaturhaus das Buchpreisbuch Tonio Schachingers “Echtzeitalter” eingepackt und in Basel beim der “Buch Basel” und der Schweizer Buchpreisverkündung waren wir 2019, weil ich mir das einmal ansehen wollte.

Heuer nicht, heuer sind wir in Wien geblieben, weil ich an sich beim “Werkl im Goethehof” beim “Open Mike “und da aus meinen noch nicht veröffentlichen die “Toten lassen grüßen”, den Dystopie-Roman “2035” lesen wollen. Das wurde abgesagt. Aber da stand schon am Sonntag um elf die Verleihung des “Fried-Preses” an den ostdeutschen Thomas Kunst auf meinen Kalender. Also bin ich hinmarschiert, denn der “Fried-Preis” wird ja jedes Jahr von der einzigen Lektorin oder Lektor, der von der “Fried Gesellschaft” ausgewählt wird, vorgeschlagen und verliehen.

Heuer also Thomas Kunst, vorgeschlagen von der Jurorin Monika Helfer und da war ich schon ein wenig erstaunt, denn der 1965 in Stralsund geborene Lyriker, der mit seinen “Zandschower Klinken” 2021 auf der Shortlist des dBp gestanden ist, gilt, glaube ich, als sehr experimentell und Monika Helfer von der ich einigesgelesen habe, ist das wahrscheinlich weniger, scheint aber mit dem Autor befreundet zu sein.

Also losmarschiert ins Literaturhaus. Im Foyer an der Prominent vorbei und gleich einen Platz befunden, weil nur wenige Zuhörer. Das literarische Stammpublikum fehlte zum größten Teil. Aber die ehemalige Ministerin Hilde Hawlicek war da, der Otto, den ich von der “Augee” kenne, der Sasha und noch einige andere.

Früher ist ja immer die Friederike Mayröcker hingekommen und in der ersten Seitenreihe gesessen. Das Portrait von Heide Heide, um das es, glaube ich, einige Diskussionen gab, thronte wieder über dem Lesetisch und Robert Huez eröffnete oder leitete ein. Die Grußworte hat die Vizezpräsidentin Teresa Präauer, für den erkrankten Josef Haslinger” gesprochen und der konnte man gleich zum “Bremer Literaturpreis für ihr “Essen im falschen Jahrhundert” gratulieren.

Vom Ministerium hat die Sektionsleiterin Theresia Niedermüller im schwarzen Hosenanzug die einleitenden Worte gesprochen und da von der Verantwortung gesprochen, die der alleinige Juror, die alleinige Jurorin hat. Er kann allein entscheiden, muß sich dann aber allein auch den Widerspruch gefallen lassen.

Bei der Vorarlbergerin Monika Helfer, die von Angelika Reitzer, auch ein Mitglied der “Fried- Gesellschaft” vorgestellt wurde, wird das wohl nicht sein, denn ihre Laudatio in der sie Thomas Kunsts Preiswürigkeit begründete, war sehr literarisch.

Dann kams zur Preisübergabe. Der Preisträger strahlte und zeigze seine Urkunde her. Dann gings zur Preisrede und da bekannte der Autor, das er nicht sehr viele Berührungspunkte mit Erich Fried hat. Denn in Stralsund wurde der kleine Thomas von seinem Vater in die Musikschule zum Geigenunterricht gebracht. Der wollte dann Lyriker werden und wählte sich da Paul Celan als Vorbild aus. Inzwischen hat er außer den “Fried-Preis” auch noch den “Kleist-Preis” bekommen und anschließend gab es Sekt zum Anstoßen. Michael Hammerschmied lhabe ich getroffen, Daniela Strigl, Rhea Krcmarova, Karin Invancsics, die auch Mitglied der “Gesellschaft” ist und viele andere. Die Bücher konnte man am Büchertisch kaufen und ich habe mich bei Gustav Ernst erkundigt, daß es seine Kolik-Lounge im Schauspielhaus ,wo am Mittwoch Luca Kiesers “Da ist doch was im Wasser” vorgestellt wird noch gibt. Robert Huez hat mich dann über den Schweizer Bucbpreisträger informiert. Christoph Hein offenbar ein Freund des Preisträgers war auch anwesend und die Musik ist auf Wunsch von Thomas Kunst vom Gitarrist Bernhard Eder, den er im Internet kennenlernte, gekommen.

Joseph Roths Gesamtausgabe

Es gibt ja eine Joseph Roth-Gesellschaft dessen Präsident der ehemalige Literaturhausleiter Heinz Lunzer ist und so finden jährlich, glaube ich, im Literaturhaus Joseph Roth Veranstaltungen statt, wo sich die Mitglieder der Gesellschaft versammeln und austauschen.

Ein paar davon habe ich besucht und ich kann mich auch, als ich die “Radiosonate” geschhrieben hat, es im Literaturhaus eine große Ausstellung gab, die mich auch ein bißchen inspiriert hat und von Joseph Roth auch einiges gelesen. Da kann ich mich erinnern, daß es einmal ein Jubläumsjahr gab und da habe ich mir nach einigen Zögern, drei TBs gekauft.

Das “Hotel Sayoy ” war, glaube ich, dabei und das “Spinnennetz”.Den “Radeztkymarsch habe ich aus der Bibliothek meiner Eltern mitgenommen und gelesen und jetzt liegt ein Buch auf meinen Badezimmetstapel Lea Singers “Die Heilige des Trinkers” über, wie am Cover steht Roseph Roths vergessene Liebe und das war offenbar eine Andrea Manga Bell. Joseph Roth scheint aber außer seiner Frau einige Lieben gehabt zu haben und die Erste des 1894 in Brody Geborenen war offenbar eine Sylvia Zappler, eine Zahnärztin, die von Wien über Frankreich nach New York emigirierte und 1968 in Genf starb.

Leonore Handl hat einen Vortrag im Literaturhaus über sie und ihre Famiiengeschichte gehalten und daß mit der Liebe und Geliebten war eigentlich nur herauszuhören, obwohl Leonore Handl sie in einigen seiner Romanfiguren erkannte, hat aber nicht verraten in welchen.

Dann kam der 1948 geborene Heinz Lunzer mit den Werkausgaben, denn die “Gesellschaft” gibt das Werk des Meisters offenbar Jahr fürJahr heraus und ist jetzt bei 1923 bis 1924 gelandet.

Die Bände konnten sich die Mitglieder mitnehmen und in dieser Zeit ist, glaube ich, auch das “Hotel Savoy entstanden, das dann in den Neunzehndreißgerjahen in einem Wiener Verlag noch einmal herauskam.

Joseph Roth und der Film war auch ein Thema, da war ich auch einmal bei einer Veranstaltung und Heinz Lunzer erklärte genau den Unterschied zwischen dem Journalisten und dem Schriftsteller oder eigentlich gibt es da keinen, denn der heilige Trinker, der in Paris 1939 elediglich gestorben ist, war offenbar beides und jetzt muß ich noch das Buch über die vergessene Liebe lesen, bis es im nächsten Jahr zu der nächsten Joseph Roth Veranstaltung kommt.

Wandlungen im Radio Rosa

Das “Radio Rosa” das Crossoverprojekt der Patricia Brooks gibt es jetzt schon siebzehn Mal. Ein paar Mal bin ich dort gewesen und diesmal ging es um das Thema “Wandlungen”. Ein Großvater verschweigt seine Vergangenheit, die Enkeltochter forscht danach und das ganze passiert in Rollenspielen, steht in der Einleitung

Elisa Asenbaum, Evelyn Bubich und Raoul Eisenele haben zu diesem Thema ihren Text verfasst. Michael Fischer, hat wie immer seine Musik dazu beigesteuert und Evelyn Bubich ist überraschend krank geworden, so daß sie ihren Text eingesprochen hat. Ja heutzutage passiert alles elektronisch und dann ging es los mit dem Spiel in den verteilten Rollen.

Sehr ästhetisch und sprachlich kunstvoll. Daß die Großväter vielleicht Schuld auf sich geladen haben oder in den Krieg für Führer und Vaterland geschickt wurden und die Enkeltöchter nach seiner Schuld forschen, kann man sich ja vorstellen.

“Der Held des Tages trägt die Hackenkreuzfahne, der Held des Tages vergaß die Juden”, hieß es beispielsweise und dann ging es weiter mit den Helden, die schließlich zur Heldin wurden und, daß Jan Hus 1415 am Scheiterhaufen verbrannt wurde, was eigentlich nicht so viel mit der Schuld des Großvaters in der NS-Zeit zu tun hat, wurde auch thematisiert.

“Der alte Mann, der jeden Tag älter wird, der große Vater…” und so weiter und so fort, sehr poetisch umgeben vom Michael Fischers Soundtrack.

Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Dine Petrik und noch einige andere waren da und Patricia Brooks neuerschienes Buch “Flussgeister” für das es noch keinen Präsentationstime gibt, lag auch auf und Eleonore Weber hat ihr schon das Cover für ihren im Frühling erscheinenden Gedichtband präsentiert.

Barbi Markovics Minihorror

Die 1980 in Belgrad geborene Barbi Markovic kenne ich seit 2010, zumindestens dem Namen nach, weil sie da für die Buch Wien bloggte. Später hat sie mit ihren “Superheldinnen” den “Alpha” gewonnen und vorher, glaube ich, auch in Klagenfurt gelesen.

Die “Superheldinnen” sind drei Frauen mit serbischen Hintergrund ,die sich in einem Cafe am Siebenbrunnenplatz treffen und da ihre magische Kräfte entwickeln. Ja Barbi Markovic ist eine sehr außergewöhnliche Autorin und hat mit ihrer “Verschissenen Zeit” vielleicht auch ein wenig Pech gehabt, weil es da, glaube ich, auf der “2G Buch-Wien” vorgestellt wurde, die ich ja versäumte, das Buch aber gelesen habe. Den “Priessnitz-Preis”, wo ihre Freundin Mascha Dabic, die Laudatio hielt, hat sie auch gewonnen und jetzt das neue Buch den “Minihorror”, wo es um einen Micky und einen Mini geht. Donald Duck läßt grüßen könnte man sagen und das Buch ist eigentlich eine Kurzgeschichtensammlung, die dann zum Roman hochstilisiert wurde. Ein paar dieser Kurzgeschichten hat Barbi Markovic von Daniel Terkl moderiert, gelesen.

Das Literaturhaus war bummvoll, viele junge Leute ,die jubelten. Thomas Olah, den Shortlistnominierten habe ich gesehen, Mascha Dabic, Barbara Zwiefelhofer und die erste Geschichte handelte davon, wie Mini mit ihrem Micky am Land auf einen Weihnachtsmarkt geht und dort einen Hund statt einem Stern auf eine Weihnachtskarte malt.

Dann macht sie eine Journalistin, die den Schreibstil der Autorin erforschen will, fertig, weil sie nach ihrem schlimmsten Erlebnis fragt, das dann aufschreibt und keine Zeit mehr für das Fernsehinterwiev hat.

Eine Gastautorin hat die ungewöhnliche Autorin auch eingeladen. Nämlich Mercedes Kornberger, die eine Geschichte in dem Buch hat und dann gab es noch eine kleine Horrortombola. Man durfte eine Zahl rufen und Barbi Markovic las dann die entsprechende Kurzgeschichte.

Wiener Familien und Firmengeschichte

Wer sich jetzt wundert und wem diese Veranstaltung für das Literaturhaus zu wenig literarisch ist, den verweise auf die Feiern und die Ausstellung zu “Dreißig Jahre Exilbibliothek”. Da gab es heute einen Erinnerungsabend mit den Titel “Von Grünfeld zu Grenville” und als ich etwas verspätet den Veranstaltungssaal erreichte, hat gerade eine Dame auf Englisch gesprochen.

Dann kam Dalidah Hindler vom Verein “Steine der Erinnerung”. Danach trat die Leiter in der Exilbibliothek an den Vortragstisch und erzählte etwas über Bernhard Grünfeld, der 1885 geboren, in die Rauchrequisitenfirma von Adolf Lichtblau ein und heiratet dessen Tochter Flora.

Das war sehr erfolgreich und Veronika Zwerger projezierte die Häuser und den Firmensitz. Dann kamen aber die Nazis, Adolf Lichtblau mußte seine Firma verkaufen oder übergeben und wurde in Auschwitz oder Theresienstadt mit seiner Frau ermordet. Ihre Kinder Edith und Arthur gelang die Flucht nach England und deren Sohn Anthony, der sich inzwischen Grenville nennt, 1944 geboren, studierte Germanistik und beschäftigte sich mit der Exilfamiliengeschichte und schenkte 2010 den Nachlaß der Exilbibliothek.

Dann kam der Enkel oder alte Herr, bedankte sich für die Einladung und erzählte etwas über seine Eltern. Morgen werden Gedenksteine für Flora und Bernhard Grünfeld eröffnet.

Es gab einen Büchertisch, Wein und Brötchen. Astrid Nischkauer und Evelyn Adunka habe ich gesehen und es war sehr interessant, auch wenn nicht besonders literarisch ist. Man kann aber darüber schreiben.

SELBST/e

Im Literaturhaus gab es wieder eine GAV-Veranstaltung, nämlich eine Kombination der .aufzeichnungssysteme mit Jörg Piringer und die .aufzeichnungsysteme, die ich immer noch mit elffriede verbinden, werden offenbar von Hanne Römer betrieben, die einige Bücher bei “Ritter” hat. Weil ich ja von den Open house Workshops des Writersstudio gekommen bin, habe ich das Lithaus erst erreicht, als die Einleitung schon voll im Gange war und war erstaunt, daß es auf der Bühne keine Lesetische gegeben hat, sondern an der Rampe Hanne Römer und Hannes P. Wurm, der auch im Programm stand, mit einem Kind gesessen sind, das herumlief, mit einer Feder spielte, etcetera und ich lange nicht wußte, gehört das jetzt zur Performance oder nicht?

Nun habe ich nichts gegen Kinder, bin inzwischen aber ziemlich lärmempfindlich, fühle mich von Nebengeräuschen oft gestört und kann mich auch erinnern, daß sich einmal sogar die Christine Nöstinger über herumlaufende Kinder aufregte und die Anna haben sie einmal mit mir aus einer Literaturveranstaltung hinausgeschmissen.

Diesmal aaber nicht, obwohl Jörg Piringer an sein Pult gegangen ist und da an diversen Geräten hantierte, Zeichnungen zeigte und es während das Kind immer noch mit der Feder spielte, es Tonaufnahmen über die “Zeit” und das “Warten” gab.

Das Thema “Funke” wurde auch öfter erwähnt und im Programm konnte ich lesen “Wieviele selbst/e kann ein Ich entfalten, resonant, hoch empfänglich, ohne in Selbtlosigkeit zu entschwinden?”

“Aha!”, habe ich gedacht und dann waren Ton und Zeichnungen plötzlich weg und das Knd, das offenbar Kiki hieß, spielte mit Seifenblasen und einem Mkrofon, sagte öfter etwas zu seinen Papa und man konnte spekulieren, wie das nun zu den “SELBSTen” passt”,

Was ist Literatur, kann man auch fragen und wie unterscheidet sich die von der Performance?

Dann verschwand das Kind mit seinem Vater und Jörg Piringer kündete die zweite Perfomance an, die “Selbstportrait” hieß, wo er sich von einer KI zeichnen ließ, was dann nicht ganz glückte.

Hanne Römer erschien auch in der zweiten Performance und las zuerst aus ihren “Ritter-Büchern”, später aus ihrem Handy vor, aber nur, weil sie den Text noch nicht gespeichert hatte und dann hieß es plötzlich “Schluß!”.

Die Zuhörer klatschten und ich sagte Jörg Piringer dann beim Getränketisch, das ich nicht alles verstanden hätte.

“Braucht man auch nicht!”, sagte der relativ forsch und ließ mich solcherart im Regen stehen und darüber nachgrübeln welche Literatur nun im Literaturhaus auftreten darf und welche nicht, weil sie offenbar niemanden interessiert?

Und wer noch etwas von den “SELBSTen” hören will, den kann ich beruhigen, daß es davon Fortssetzungen geben wird..