Wiener Familien und Firmengeschichte

Wer sich jetzt wundert und wem diese Veranstaltung für das Literaturhaus zu wenig literarisch ist, den verweise auf die Feiern und die Ausstellung zu “Dreißig Jahre Exilbibliothek”. Da gab es heute einen Erinnerungsabend mit den Titel “Von Grünfeld zu Grenville” und als ich etwas verspätet den Veranstaltungssaal erreichte, hat gerade eine Dame auf Englisch gesprochen.

Dann kam Dalidah Hindler vom Verein “Steine der Erinnerung”. Danach trat die Leiter in der Exilbibliothek an den Vortragstisch und erzählte etwas über Bernhard Grünfeld, der 1885 geboren, in die Rauchrequisitenfirma von Adolf Lichtblau ein und heiratet dessen Tochter Flora.

Das war sehr erfolgreich und Veronika Zwerger projezierte die Häuser und den Firmensitz. Dann kamen aber die Nazis, Adolf Lichtblau mußte seine Firma verkaufen oder übergeben und wurde in Auschwitz oder Theresienstadt mit seiner Frau ermordet. Ihre Kinder Edith und Arthur gelang die Flucht nach England und deren Sohn Anthony, der sich inzwischen Grenville nennt, 1944 geboren, studierte Germanistik und beschäftigte sich mit der Exilfamiliengeschichte und schenkte 2010 den Nachlaß der Exilbibliothek.

Dann kam der Enkel oder alte Herr, bedankte sich für die Einladung und erzählte etwas über seine Eltern. Morgen werden Gedenksteine für Flora und Bernhard Grünfeld eröffnet.

Es gab einen Büchertisch, Wein und Brötchen. Astrid Nischkauer und Evelyn Adunka habe ich gesehen und es war sehr interessant, auch wenn nicht besonders literarisch ist. Man kann aber darüber schreiben.

Ankommen in Wissenschaft und Kunst

Die Exilbibliothek im Literaturhaus beheimatet, feiert ihr dreißigjähriges Bestehen. Aus diesem Grund gibt es eine Reihe von Veranstaltungen und so wurde heute in Zusammenarbeit mit der Uni Wien, die “Kunst des Ankommens” vorgestellt. Da bin ich wieder ein bißchen zu spät gekommen, so daß mich ein voller Saal und eine Musikdarbietung erwartete, bis die Soziologen Ana Miljic und Michael Parzer ans Podium gekommen sind und das Projekt erklärten.

Das Ankommen in Österreich von Migranten und Flüchtlingen in Fotografie, Musik und Literatur dargestellt und das Ganze dann noch wissenschaftlich begleitet und in Diskussionsrunden bearbeitet.

Spannend, spannend, als da die Musikerin Irina Karamarkovi mit einer Handgtasche auf die Bühne kam und erklärte, daß sich darin dreißig Sprachen befänden, die man sich ziehen konnte. Dann hat sie auf türkisch, bulgarisch, jiddisch, hebräisch und so weiter und so fort A cappbella losgesungen und großen Aplaus geerntet und die Autoren Hamed Abbound, Anna Baar und Mascha Dabic auch mit Flucht, Migration und anderen Hntergrund haben gemeinsam eine Geschichte geschrieben, die von Mascha Dabic und nvorgetragen wurde, weil sich Anna Baar, no na, derzeit in Klagenfurt befindet.

Ein Fotografierteam gab es auch, das von Christina Werner vorgestellt wurde. Orwa Alshoufi improvisierte dazu und dann präsentierten die Soziologen die Diskussionsrunden, die vor allem, glaube ich, von ukrainischen Flüchtlingen geführt wurden, die erklärten, was Flucht für die bedeute.

Die befanden sich auch im Publikum und Mascha Dabic hat mich freundlich begrüßt, mit mir angestoßen und mich gefragt, wie es mir geht?

“Gut!”, war die Antwort, denn ich bereite mich ja auf mein fünzehnjähriges Blogjubiläum vor und habe den neuen Roman begonnen. Mal sehen, wie lang er wird und natürlich habe ich auch die Frage, wann ich in der Literatur oder in deren Betrieb angekommen sein werde?

Ich fürchte nie, ist die Antwort, was eigentlich sehr schade ist, wenn man fünfzig Jahre daneben steht und Astrid Nischkauer, die, wie ich vorige Woche erfahren habe, zwischen Bücherbergen und in Wien lebt, war wieder da, Barbara Zwiefelhofer und auch sonst war es, wie schon erwähnt, sehr voll mit Leuten, die ich noch nie im Literaturhaus gesehen habe und einige offenbar ukrainische Kinder liefen fröhlich und auch ein bißchen wild herum.

Hommage an Eric Sanders

Der 1919 in Wien als Ignaz Erich Schwarz geborene Eric Sanders, der 1938 nach England emigirieren mußte, ist am 30. August 2021 in London gestorben. Ein Anlaß für die österreichische Exilbibliothek und die österreichischen Gesellschaft für Exilforschung im Literaturhaus einen Gedenkabend für ihn zu veranstalten.

Veronika Zwerger, die Ursula Seeber als Leiterin der Exilbibliothek gefolgt ist, eröffnete, dann kam noch eine Frau der Gesellschaft für Exilforschung, die Grußworte entrichtete. Einen Filmausschnitt, wo der Geehrte einen Rede hielt und ein Wienerlied gesungen hat, wurden auch aufgeführt.

Veronika Zwerger rezitierte dann den Lebenslauf, die Eltern hatten ein Geschäft, die Famiiel ist in Wien mehrmals umgezogen und der keine Ignaz Erich war sehr musikalisch, hat Klavier gespielt, zur Geige war er offenbar nicht so begabt und hat auch komponiert. Eine Autobiografie “Emigration ins Leben – Wien- London und nicht mehr retour” hat er auch geschrieben, aus der dann die Schauspielerin Michou Friesz gelesen hat.

Dann kam Gerhard Warmuth, ein Lehrer aus dem Goethe-Gymnasium, in das Ignaz Erich Schwarz, den die Schüler Nazi nannten, gegangen ist und in dem es inzwischen einen Gedenktafel der emigrierten Schüler gibt, wo Eric Sanders auch seiner Autobiografie gelesen hat und von 2005 bis 2019 immer als Zeitzeuge aufgetreten ist.

Einen Film “Eric Houses”, den Jana Waldhör und Claudia Geringer über die Londoner Wohnungen gedreht haben, gibt es auch.

1940 ist Erich Schwarz in die britische Armee eingetreten und hat da auch aus Sicherheitsgründen den Namen Sanders angenommen und ist 1946 und 1947 in dieser Funktion auch als Dolmetscher nach Wien gekommen

Der Historiker Peter Pirker, der verhindert war, hat über diese Zeit geforscht und mit Eric Sanders auch die Biografie, die er 2019, im Czernin-Verlag herausgegeben hat, im Literaturhaus präsentiert.

1949 ist Sanders in England, wo er schon die Staatsbürgerschaft angenommen hat, Lehrer geworden und war als solcher bis 1989 tätig. Michou Friesz hat das diesbezügliche Kapitel aus der Autobiografie gelesen, wo Sanders auch beschrieben hat, wie er seine Frau kennengelernt hat und zwei Kinder von ihr bekommen hat.

In der Pension begann Eric Sanders dan n zu schreiben, so sind in der “Bibliothek der Provinz” – “Mord in München” und “Verschwörung in Wien”, die im April 2020 im Goethe Gymnasium präsentiert werden sollten, wozu es Pandemie bedingt

Am offenbar nicht mehr gekommen ist. Michou Friesz hat aus einem der Bücher auch einen Ausschnitt gelesen.

Am Schluß gab es Musik und Bilder vom hundersten Geburtstagsfest bei dem offenbar auch Veronika Zwerger und Ursula Seeber anwesend waren, zu sehen.

Ernst Fettners Leben und Schweizer Buchpreisliste

Auf die heutige literaturhausveranstaltung bin ich durch die Ö1-Sendung “Leporello, die vor dem Morgenjourn gesendet wird, aufmerksam geworden. Das heißt, es wurde darüber berichtet. Angestrichen hatte ich sie schon, will ich mich ja trotz meiner Coronoa-Quarantäne literarisch am Laufenden bleiben und da wurde das Buch des 1921 geborenen, also, hundertjährigen Ernst Fettners “Geh du voran”, das er mit der Literaturwissenschaftlerin und, ich glaube, auch Literaturhausmitarbeiterin Jana Waldhör, herausgegeben hat. Eine Veranstaltung der Exilbibliothek und Ernst Fettner sagte mir erstmal nichts.

Aber ich bin ja vielseitig literarisch interessiert und schaue gerne über den Tellerrand. Trotzdem war es gar nicht so leicht in den Stream hineinzukommen. Zuerst hieß es die Veranstaltung ist schon ausgebucht, weil ich auf den falschen Link drückte, dann Veranstaltung beginnt in Kürze. Ich habe mich inzwischen anderwertig umgehört. Zum Beispiel kann man auf der deutschen Buchpreisseite schon die Kurzvorstellungen der zwanzig Bücher oder einen Teil davon finden, dann habe ich den Beginn versäumt, sowie die Einleitung.

Aber gut, das wurde wahrscheinlich auch im “Leporello” erklärt und ist im Programm zu finden, so sah ich den weißhaarigen alten Mann und war erstaunt daß er wirklich schon hundert weil sehr aktiv und agil und das Buch ist, wenn ich es recht verstanden habe, aus den Tagebuchaufzeichnungen und Fotos des alten Mannes entstanden, der damit sein Leben dokumentierte.

Irgendwie ist er dann wohl mit Jana Waldhör in E-mail Kontakt gekommen. Ein solches wurde vorgelesen und dann ging es gleich in die Jugend desn alten Herrn, der ich weiß nicht genau warum, in einem Waisenhaus in Baden aufgewachsen ist.

Denn dann kam eine Stelle über seinen Opapa Abraham und nach dem Waisenhaus hat Ernst Fettner eine Ausbildung als Wäscheerzeuger gemacht und war dann Fahhradbote, Radlbuam hat das damals geheißen und hat da die Wäsche vom Althanplatz, wo das Geschäft lag nach Ottakring geradelt. so wohl auch am 9.11. 1938, der sogenannten Reichskristallnacht. Da hat er sich dann mit seinem Chef, dessen Söhnen und zwei Mitarbeitern im Lager versteckt. Die Nazis kamen, trommelten an der Tür und fragte,n ob sie Kommunisten wären “Get du voran!”, sagte der Chef zum Ernst und die anderen, die vereinten Kommunisten zu sein, wurde geprügelt.

So wurde Ernst Vetter zum Kommunisten, emigrierte nach England und kam nach dem Krieg mit der schottischen Armee, zuerst nach Deutschland dann nach Österreich zurück. Dort wurde er dann Journalist bei der Volksstimme war auch sportlich tätig, hat jetzt viele Enkel und Urenkelkinder und sein Leben aufgezeichnet.

Der Buchkauf wurde sehr empfohlen und es ist natürlich ein interessantes Zeitdokument mit Fotos und Briefen, daß man am Büchertisch erwerben konnt. Eine Lesetournee gibt es auch und ich habe meine elendslange Leseliste heute auf andere Art und Weise verlängert. Denn nach der deutschen und der österreichischen wurde auch die Schweizer Buchpreisliste bekanntgegeben. Da steht natürlich Christian Kracht darauf und sonst noch vier Bücher von vier Autoren und Autorinnen, die mir allesamt unbekannt sind. Zwei PDFs oder E-Books habe ich schon. Das Dritte kommt mit der Post.

Also lesen, lesen, lesen und die nächste Literaturhausveranstaltung wird dann in einer Woche sein. Da wird dann die Ausstellung eröffnet die auf dreißig Jahre Liiteratuhaus und den ersten österreichischen Schriftstellerkongreß, den ich leider versäumt habe, hingewiesen und leider ist auch diese Veranstaltungn schon ausgebucht. Ja heute ist das Leben rauh und man muß sich überall anmelden und registrieren lassen, kann die Ausstellung, bzw. das Gespräch darüber aber auch im Stream verfolgen.