And the winner is….

Wer wird heuer den österreichischen Buchpreis und den für das Debutt gewinnen? Eine interessante Frage, die ich nicht beanworten konnte, obwohl ich diesmal zum ersten Mal seit 2016 alle Bücher gelesen habe und auch eine Schätzung hätte.

Es ist aber schon passiert, daß der gewinnt, dem ich das am wenigsten zugetraut hätte. Das wäre diesmal Maja Haderlap gewesen, deren Buch mir nicht so gefallen hat und dann Teresa Präauer, da sagte mir ja Robert Huez auf meine Frage letzte Woche, Teresa Präauer.,

Die wird sehr gehypt, ist aber kein Roman. Aso ich hätte mich zwischen den beiden Herren Haas und Setz zu entscheiden und da Clemens J Setz ja auf allen Listen gestanden ist, wäre er ein geeigneter Kanditat, obwohl das Buch eigentlich gar nicht so surreal war, wie man Clemens j. Setz zugetraut hätte. Da bliebe noch Milena Michicko Flasar, die eher stille literarische Stimme, die irgendwie am Literaturrand steht und das japanische Leben beschreibt..

Bei den Debuts hätte ich auf Reisinger oder Daribi getippt, weil mir Olah wvon dem ich eigentlich erwartete, daß er der Gewinner ist, zusher an Bernhard und Winkler erinnerte.

Also spannend und der heutige Tag war auch schon “Buch-Wien” orientiert, hat mir ja DTV ein Blogger- Kit zugeschickt, damit ich die “Buch-Wien” gut überstehe. Werde ich wahrscheinlich und dann auf ins Casino am Schwarzenbergplatz und war früh daran, so daß ich den Einzug der Prominenz, die mich ja alle wieder mal übersehen hat, beobachten konnte.

Thomas Olah hat eine der Jurorinnen nach derJurysitzung gefragt, die heute um elf stattfand.

“War eigentlich schnell entschieden!”,, sagte die und ich dachte “Aha, da haben wir den Gewinner!” und Maja Haderlap ist auch an mir vorbeimarschiert und hat ihr Rotweinglas auf meinen Stehtisch abgestellt und ich konnte die Vertreterin von “Mury Salzmann” endlich nach dem “Gegenkanon”, fragen. Dann ging es los und diesmal war es ein bißchen anders als in den letzten Jahren , obwohl Philpp Heuss und Dorothee Hartinger wieder die Moderatoren waren.

Die Musik stammte von “Sarah Bernhardt”, bei der auch Sigrid Horn tätig ist und dann begann es diesmal mit den Debuts.

Schauspielschüler haben mit den Moderatoren Textstellen gelesen. Dann wurden die Jurymitlieder und die Preisstifter vorgestellt und dann “The winner ist Arad Dabiri!”

Der sprang mit seinem Kapperl in die Höhe und umarmte die Leute hinter mir und vor mir sind Maja Haderlap, Teresa Präauer, Clemens J. Setz und Milena Michoko Flasar gesessen.

“Da beobachte ich, wie sie reagieren, bevor Andrea Mayer die Juryentscheidung verkündet!”, habe ich gedacht und das nach den Buchvorstellungen fast versäumt. Es hieß jedenfalls, nachdem Andrea Mayer, um es besonders spannend zu machen, dankte und “The winner is Cemens j. Setz!” und ich dachte “Aha, klar!”

Wolf Haas hatte ich vorher nicht gesehen. Erwar aber anwesend, erhielt ein Buch und einen Blumenstrauß und dann gab es Brötchen und was Süßes und ich habe mich mit einer Dame, die Auslandskultur organisert unterhalten, habe einige Bekannte gesehen und ihnen zugewinkt und jetzt gibt es noch zwei Tage Praxis und dann auf in die “Buch-Wien”.

Clemens J. Setz Frankfurter Poetikvorlesung

Da ich ja diesmal einen Computer auf der Radreise habe, ist es mein Ehrgeiz jenden Tag etwas zu bloggen. Aber was schreibe ich da vierzehn Tage lange, wenn ich in dieser Zeit nur ein Buch gelesen habe und es keine Veranstaltungen gibt?

Jeden Tag wird sich kein Reisebericht ergeben und dann ist mir eingefallen, ich könnte ja nach Wien ins Literaturhaus und in die “Gesellschaft” streamen.

War aber nur eine theoretische Idee, denn um sieben, wenn die Veranstaltungen beginnen, bin ich meistens mit dem Alfred unterwegs und in die “Gesellschaft” habe ich gemerkt, kann man offenbar auch nicht mehr streamen und dann ist mir in Lohr eingefallen, wir könnten ja in Frankfurt und in Mainz, also in den größeren Städten ins Literaturhaus gehen und habe danach gegooglet.

Aber am dreißigsten, wo wir in Franfurt waren, gab es keine Veranstaltung und in Mainz nur ein Literaturbüro.

Also habe ich nach Veranstaltungen in Frankfurt und Mainz gesucht und da herausgefunden, daß es am Dienstag in der Goethe Uni eine Poetik-Vorlesung von Clemens J. Setz gibt.

Hui, habe ich gedacht, da habe ich etwas Besonderes für meinen Leserkreis und ich bin ja auch sehr neugierig immer etwas Neues zu erleben. So sind wir, als wir noch n ach Obergail mit der Anna zum Schiurlaub gefahren sind, einmal bin nach Bruneck gekommen, weil dort Josef Haslinger gelesen hat und als wir mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, sind wir mit ihr und der Erika Kronabitter, in den Bregenzer Wald gefahren um dort Antonio Fian zu hören.

Also zu Clemens J. Setz in die Goethe Uni und der ist ja ein sehr interessanter Autor, den ich kenne ,seit er seine “Söhne und Planeten” geschrieben habe. Ich habe einige nicht alle Bücher von ihm gelesen und wenn ich mich nicht irre hat es auch in Wien eine Vorlesung des 1982 geborenen “Büchner-Preisträgers” gegeben und jetzt eine F”rankfurter Poetik Vorlesung”, die am Dienstag begonnen hat.

Dann wird es noch zwei andere Vorlesungen, wenn wir schon wieder abgereist sind, geben und die Schlußveranstaltung wird im Literaturhaus stattfinden, wo wir bei unserer Anfahrt vorbei gekommen sind, man aber Eintritt zahlen muß.

Also zur Goethe Uni hinausgepilgert, wo es eine große Adorno Statue gibt und wir das Hörsaalzentrum, wo die Veransgtaltung stattfand, nicht gleich fanden. Dann war es aber ein sehr großer Höörsaal und auch sehr voll und ich habe, glaube ich, auch Sara Wipauer mit einem Baby gesehen. Sonst natürlich niemanden gekannt.Die Vorlesung stand unter dem Titel “Mysterien” und der 1982 Geborene ist ein etwas skujriller Typ, obwohl ich die “Monde vor der Landung” eher konservativ geschrieben gefunden habe.

Clemens J Setz machte in seiner Antrittsvorlesung einen wilden Rjumumschlag. Begann mit einer Brille, die er sich in Corona Zeiten, wo alles scharf auf G2 und, wie er meinte, auf Verschwörungstheorien, aus, war, kaufte und damit sollte man offenbar die echten von den falschen Menschen unterscheiden können. Also die mit oder ohne Aura und was die Verschwörungstheorien betrifft, gab er ein Beispiel von einer Bekannten, die zu Weihnachten 2021 von ihren Verwandten ausgeladen wurden, weil ihr Immunsystem schwach war und da kam Setz gleich zu den Haupt- und den Nebenromanfiguren und am Schuß ging es, um die Autisten, die zuerst mit Unterstützung, dann allein ihre Romane schrieben, was ihnen dann nicht geglaubt wurde.

Ingteressant, interessant, die Mysterien des Clemens J. Setz. Wieder was gelernt und den Indiebookday der gleichzeig in Wien am Badeschiff stattfand, versäumt und auch Ruths Vortrag in der “Gesellschaft” über Franz Grillparzer, aber vielleicht kann ich den doch noch streamen.

Monde vor der Landung

Das zweite Buch Belletristik Buch “das für den “Leipziger Buchpreis” nominiert wurde, “Monde vor der Landung”, stammt von dem 1982 in Graz geborenen Clemens j. Setzt, der 2021 den Büchner Preis bekommen hat. Erstaunlich für einen relativ jungen Mann.

Den “Bremer Literaturpreis” hat er 2010 für “Frequenzen” bekommen und 2011 den “Leipziger Buchpreis” für den Erzählband “Die Liebe zur Zeit des Mahlstädterkindes”, erstaunlich, erstaunlich ein sehr phantasievoller und wandlungsfähiger Schriftsteller.

Sein Erstling “Söhne und Planeten” ist 2007 bei “Residenz” erschienen. Das habe ich mir dann bei dem Stattersdorfer Flohmarkt gekauft und war erstaunt über die Tiefgründig- und Vielschichtigkeit des jungen Autors, die ich auch später immer wieder bemerkte.

Als Angelika Reitzers “Buch “Unter uns” erscheinen ist hat er es moderiert. Da war ich im “Phil” , auf der “Buch-Wien” habe ich in gehört und einige seiner Bücher gelesen.

“Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” , 2015 war für den dBp “nominiert da habe ich schon “Buchpreis” gelesen.

Bei den “O-Tönen” habe ich ihn gehört, sein Erzählband “Der Trost runder Dinge” stand auf der Öst und von dem zweiten “Leipziger Buchpreis-Buch” habe ich schon in der “AS” gehört und habe es eigentlich für sehr experimentell, wenn nicht sogar für etwas verrückt gehalten und wieder ein Irrtum, denn ich würde das fünfhundert Seiten Buch für eigentlich eher konventionell geschrieben halten, obwohl die Zeit die es beschreibt, das durchaus nicht war.

Die wilden Neunzehnzwanzigerjahre könnte man unken und Parallelen zu den jetzigen ziehen und die gibt es sicherlich, denn eigentlich geht es in dem Leben des Peter Bender auch um Verschwörungstherien.

Der wurde 1893 in Bechtheim geboren. War Mathematiker, Pilot und Schriftsteller, ist 1944 in Mauthausen ermordet worden und er war Anhänger der sogenannten “Hohlwelttheorie” Das heißt, daß man eigentlich in den Paneten der Welt, dem Mond, etc lebt und hat darüber den autobiografischen Roman “Der Tormann” geschrieben, der 2021 im “Worms Verlag” erschienen ist und in Worms hat jener Peter Bender auch gelebt. Er hatte eine jüdische Frau namens Charlotte, die die Familie mit den zwei Kindern mit Sprachstunden durch das Leben brachte und die ebenfall 1944 in Auschwitz ums Leben gekommen ist.

Peter Bender war im ersten Weltkrieg Pilot und wurde verwundet und darüber hat Clemens J. Setz seinen Roman geschrieben, den man eigentlich als Biografie begreifen kann. Er beschreibt sein Leben. Es gibt zwischendurch Fotos, Zeitungsausschnitte und Ausschnitte aus dem Roman Peter Benders.

Die Hohlwelttheorie, die in den Neunzehnhundertzwanzigerahren offenbar verbreitet war, hatte auch Anhänger. Es gab Sitzungen und Vorträge und Verbindungen zu der Koresh-Gemeinde in Amerika. Bender wurde auch verhaftet. Es gab Gerichtsverhandlungen, sowie Gefängnisaufenthalte und für mich waren an dem Buch, die Verbindungen zur Jetztzeit interessant und auch die Frage, wie weit jetzt diese Hohlwelttheorie einer Psychose zuzuordnen ist?

Eine Theorie, die heute wohl als sehr verrückt erscheint. Die Zeiten damals waren es im politischen Sinn ebenfalls und ich sehe auch Parallelen zur Jetztzeit. Da man heute ja auch sofort von einem Experten mit den Worten “Ja die Erde ist eine Scheibe!”, wenn man seine Kritik an den Corona-Maßnahmen äußert.

Deutsch österreichisches Sprachgefühl

Kam habe ich die dritte “Mit Sprache Veranstaltung” des Jahres 2022, die vorige Woche in der “Gesellschaft” stattfand, begann in der “Alten Schmiede”, die schon für das nächste Jahr. War da doch das Grazer Literaturhaus mit seinem Leiter Klaus Kastberger zu Gast und der brachte seine “Bachmann-Jurorkollegin” Insa Wilken, den in Graz geborenen Clemens J. Setzt und die in München geborene Schriftstellerin Ulrike Draesner mit. Das Thema der heurien “Mit Sprach-Veranstaltung” lautet “Wir inklusiv excklusiv” und da haben wir ja heuer weil Österreich heuer Gastland in Leipzig, ist schon ein aktuelles Thema, nämlich was ist deutsche und was ist jetzt österreichische Literatur und worin unterscheiden sie sich?

Durch den Dialekt, die Landesgrenze, oder die Natonalität? Und das ist ja eine interessente Frage, die man beliebig nach Lust und Laune und je nach Temperament deuten kann.

Das Einfachste wäre ja zu sagen, es gibt keine österreichische Literatur, denn wir alle schreiben Deutsch und es gibt kein Österreichisch. Nicht alle, würde jetzt wahrscheinlich Katja Gasser sagen und in der “AS” hat es Clemens J. Setz gesagt und hat zu der slowenischen Literatur noch die kroatische mitgenommen.

Aber da würden wir ja die anderen ausgrenzen und interessant ist ja der deutsche Buchpreis, der ja ein deutschsprachiger ist. Das heißt da können schweizer, deutsche und österreichische Autoren gewinnen und da bleiben die deutschen über. Denn die Österreicher und die Schweizer, haben jetzt ja auch einen eigenen Buchpreis, können also zweimal gewinnen und dann gibt es die “Tage der deutschsprachigen Literatur” und die finden seit 1977, glaube ich, in Klagenfurt statt und von dort kennen sich ja auch Klaus Kastberger und Insa Wilke und sowohl Clemens J. Setz, als auch Ulrike Draesner haben dort, glaube ich, auch gelesen.

Das ist jetzt meine Zusammenfassung, Klaus Kastberger und Insa Wilke machten es natürlich komplizierte. Das heißt, die Literaturkritikerin, denn Klaus Kastberger ist ja ein lockerer Typ und so gab es sehr viel Gelächter im Publikum und Ulrike Draesner erwähnte auch, daß sie die österreichische Literatur durch ihr Abitur und da durch Heimito von Doderer kennenlernte und sich dachte, was ist denn das für ein Name?

Dann kam noch ein österreicherischer Ministerialbeamter zu ihr und sprach immer von der “Tranche” und sie dachte das ist Österreichisch. Ist aber wahrscheinlich die Hofratwienerische Verballhornung des französischen Wortes.

Interessant was ist österreichische Literatur? Heimito von Doderer, sagte Ulrike Draesner.

Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek. dann kommt noch Josef Winkler hinzu und da hätten wir noch eine Trennung nämlich Deutsch ist proestantisch, Österreich katholisch und interessant, daß die Diskutanten immer von Bundesdeutsch sprachen. Wahrscheinlich um die österreichischen Literatur von der deutschen abzugrenzen und ich dachte, wui, da fehlt doch die DDR und die BRD gibt es nicht mehr, bis das Ulrike Draesner aufgriff und sagte, daß sie als Deutsche auch das unterschieden hat und die “DDR Literatur kenne ich nicht so gut!”, fügte sie, glaube ich, noch hinzu und ich dachte, Uje, Brigitte Reimann, Christa Wolf und dann noch vielleicht ein paar Parteigenossen, wie den Alfred Kurella und da habe ich viele ausgelassen, die Irmtraud Morgner, die Sarah Kirsch und dann noch den Hermann Kant, um noch einen Parteigneossen zu nennen, etcetera, während die Österreicher wieder, die sanften Weicheier mit der schönen Sprache oder die großen Schimpfer, wie der Thomas Bernhard sind und dann habe ich bei Moritz Baßler,glaube ich, noch gelesen, daß die Österreicher sich durch die Sprache auszuzeichnen und da habe ich an die Experimentellen, wie Jandl, Mayröcker,, etcetera gedacht.

Interessant, interessant und die Diskussion ging noch lustig hin und her. Bisher habe ich ja eher meine Meinung zu diesem Thema beschrieben und mir gedacht, den Unterschied siehst du gleich, beziehungsweise die Prominenz der Autoren, wenn dann die Österreicher zu “Suhrkamp”, “Rowohlt” oder “Fischer” gehen, die zuerst bei “Droschl” und “Jung und Jung”, der ja glaube ich auch ein Deutscher ist, waren und die Bundes- oder ex DDR-Autoren bleiben dann, wenn sie das nicht können bei den deutschen Kleinverlagen.

“Lesen Sie viele österreichische Autoren!”, riet oder forderte Klaus Kastberger noch auf. Dazwischen haben die beiden anwesenden Autoren je ein Stück aus ihren schon erschienenen oder demnächst erscheinenden Bücher gelesen und ich tue das auch. Hatte ich ja die Marlene Streeruwitz, die ich vor zwei Wochen in der “AS” hörte, im Rucksack, die jetzt glaube ich bei “S. Fischer” verlegt, würde mir aber wenn ich könnte und nicht zuviele Rezensionsexemplare auf mich warten, nach Lepzig den neuen Uwe Tellkamp “Den Schlaf der Uhren” mitnehmen, auf jeden Fall aber ein deutsches Buch nach Leipzig und die Österreicher lese ich dann in Österreich.

Dreizehnte Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung

Der 2008 verstorbene Wendelin Schmidt-Dengler war ein legendärer Wiener Germanistikprofessor, wahrscheinlich mit dem berühmten MRR vergleichbar, den ich im dritte oder fünften Semester einmal, als er noch Assistent war, bei einer Vorlesung über die neue österreichische Literatur hörte und mir da überlegte, ob nicht mit mein Studium wechseln und statt Psychologie Germanistik studieren soll? Das habe ich, zum Glück wahrscheinlich, nicht getan, weil ich ja von der Psychologie bzw Psychotherapie leben konnte, von der Germanistik wahrscheinlich nicht.

Es gibt aber inzwischen eine Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung, die ihm Rahmen des Franz Werfel-n Stipediumsprogramm abgehalten wird und da werden immer, glaube ich, europäische Studenten ausgewählt, die sich für die österreichische Literatur interessieren und da gibt es offenbar auch immer eine Tagung im Literaturhaus und da bin ich auch auf einer gewesen und jetzt scheint es wieder eine solche Tagung zum Thema “Andere Wirklichkeiten- Pararealitäten in der österreichischen Literatur” zu geben. Da konnte man sich das Programm abrufen und im Literaturhaus wurde dann am Abend die Lesung gestreamt, die diesmal von dem 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz von dem ich schon einiges gehört und gelesen habe und der trotz seiner Jugend auch schon den “Büchner-Preis” bekommen hat, stammt.

Die heutige Veranstaltung war auch anders als die, an die ich mich erinnern kann.

Es war aber, glaube ich, der Sohn von Schmidt-Dengler anwesend, seine Frau Maria, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen getroffen habe, aber nicht und Clemens J. Setz hat und das war für mich überraschend, weil ich unter einer Lesung einen Vortrag erwartet hätte, aus seinem Buch “Die Bienen und das Unsichtbare” gelesen, das ich schon bei einer Lesung gehört habe und dazwischen sind dann die Stipendiaten aufgetreten und haben ein Stück aus seiner Lesung bzw. Buch übersetzt und da die meisten ein Gedicht, wo das Wort “bla bla” vorkommt.

Clemens J Setz hat dann noch die Twitter Poesie und da einen Star-Dichter, der zwar wahrscheinlich, den “Bücher-Preis” nie bekommt, aber viele viele Followers hat, zitiert.

Morgen geht die Tagung weiter, zu der man sich anmelden konnte und die, glaube ich, hybrid stattfindet. Aber ich befinde mich in Harland und mit Maske und mit Impfung, eh schon wissen, gehe ich immer noch nirgendwo hin.

Clemens J. Setzs Sprachstudien

Der 1982 in Granz geborene Clemens J. Setz ist sicherlich ein sehr ungewöhnlicher Autor. 2007 debütierte er bei “Residenz” mit seinen “Söhne und Planeten”.

Da habe ich ihn durch das Radio, glaube ich, kennengelernt und als ich das Buch gelesen habe, ich habe es mir, glaube ich, auf dem Stattersdorfer-Flohmarkt gekauft, war ich erstaunt übe rseine Vielschichtigkeit. Die “Frequenzen” folgten, die ich nicht gelesen habe.

2011 erhielt er für mich überraschend für seinen Erzählband “Die Liebe zur zeit des Mahlstädterkindes” den “Preis der Leipzigermesse”, das Buch habe ich dann im Schrank gefunden und war überrascht, über die Ungewöhnlichkeit mancher Geschichten, ein etwas skurriler Autor mit einer überschießenden Phantasie könnte man vielleicht unken.

Bei der Präsentation in Leipzig hat Clemens J. Setz dann auch noch das Obertonsingen vorgeführt

2015 wurde der dann mit der “Stunde zwischen Frau und Gitarre” wieder für den deutschen Buchpreis nominiert, ein Monsterbuch mit, glaube ich, fünfzehnhundert Seiten, das in einer betreueten Wohngemeinschaft handelt, das mir sehr gefallen hat.

Mit dem für den öst Buchpreis nominierten Erzählband “Der Trost runder Dinge” hatte ich dann wieder meine Schwierigkeiten, weil nicht alles verstanden und ich auch nicht alles nachvollziehen konnte. Ich habe es ja mit der Realistik und der Struktur, an die ich mich anhalten und orienteiren will.

Auf der letzten “Buch-Wien” ist er dann, glaube ich, bei der “Langen Nacht” überraschend eingesprungen und hat sich mit Bart und Hut als Übersetzer präsentiert. Da konnte ich ihm auch nicht in allen folgen und einige seiner vielen Bücher sind auch an mir vorbei gegangen. Dabeiauch fast das neueste “Die Bienen und das Unsichtbare”

Die “Alte Schmiede” und der Lockdown beziehungsweise Corona machte es möglich, daß ich einen Eindruck von dem Buch bekam, wurde es doch dort vorgesgtellt und von Johanna Öttl mit dem Autor präsentiert.

Ich war natürlich nur per livestream anwesend und wäre in normalen Zeiten im Museumsquartier gewesen und hätte meine Laudatio auf den neuen “Ohrenschmaus-Preisträger” gehalten. Corona bedingt wurde der Preis aber verschoben und so konnte ich mich mit Clemens J. Setz neuem Buch beschäftigten und das, die lange Einleitung erklärt es vielleicht, war für mich eine Überraschung.

Denn es ist eine Beschäftigung mit den Plan- und Kunstsprachen, also Esperanto, von dem ich schon was gehört habe oder Volapük, von dem ich überhaupt nichts wußte und Clemens J. Setz, der interessanterweise auch mit Maske in der “Alten Schmiede” auftrat und die auch während des Gesprächs und seiner Lesung nicht ablegte, erzählte viel von den Kunstsprachen und gab auch Beispiele aus seinem neuen Buch. Las Gedichte auf Deutsch oder in Übersetzungen oder umgekehrt und ich habe wieder einmal nicht viel verstanden, obwohl ich mir die “Amazon-Leseprobe” herbeiholte, um ein bißchen mitzubekommen, um was es da geht.

Die wahrscheinlichste Antwort ist, Clemens J. Setz hat sich mit den Kunst-oder Plansprachen beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben, wo er auch als Übersetzer fungiert.

Er hat auch, steht im Programm selbst dieses “Volapük” gelernt und er erzählte auch viel von einem Charles Bliss, der die Bliss-Symbole entwickelte, die offenbar in der Behindertenpädagogik eingesetzt und verwendet werden. Es gibt ein Interview mit einem zerebralgeschädigten Dichter, der die Bliss-Symbolik erlernte. Es gibt ein Beispiel von Kafka und ist ein sicher interessantes Buch, in das man sich vertiefen kann. Esperanto und Volapük lernt man wahrscheinlich nicht dabei, aber möglicherweise einiges über Clemens J. Setz Denken.

Ein Buch, das mich, wie ich jetzt wahrscheinlich vorurteilsbehaftet denke, nicht so sehr interessiert, daß ich es lesen möchte.

Aber interessant war es doch eine neue Seite von Clemens J. Setz kennenzulernen und was der Titel des Buches mit dem Inhalt zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht ist es ein Zitat worauf sich Clemens J. Setz bezieht.

Der Trost runder Dinge

Buch acht des öst Bp und das vierte Shortlistbuch, der Erzählband des 1982 in Graz geborenen literarischen Shootingsstar, der immer skurriler wird.

Ich habe seinen Werdegang ziemlich vom Anfang an verfolgt, habe “Söhne und Planeten” gelesen, was mir eigentlich auch schon sehr kompliziert konstruiert erschienen ist. Die Skurrilität war dann schon ein bißchen im “Mahlstädterkind”, wofür er den “Leipziger Buchpreis” bekommen hat zu merken. Von den Romanen habe ich außer dem Erstlings nur das deutsche Buchpreisbuch von 2015, den Monsterroman “Stunde zwischen Frau und Gitarre” gelesen, der mir eigentlich sehr gut gefallen hat.

Den Erzählband hat Setz schon bei den O-Tönen vorgestellt, da habe ich eigentlich nicht so viel damit anfangen können. Jetzt denke ich, daß ich wahrscheinlich kein Setz-Erzähltyp bin, will ich es ja eigentlich realistischer und so kann ich mit den Geschichten, wo einer zu einem Schriftstellerkongreß nach Kanada fliegen will, wo auch und das ist interessant “Norbert Gstrein”, der “Buchpreisträger”, neben dem Setz, wie er auf der Buch-Wien sagte, eigentlich sitzen hätte sollen, aber krank gewesen ist, teilnehmen sollte. Der Flug geht aber nicht und nicht ab, so verzichtet er geht nach Haus und findet dann seine Wohnung bevölkert mit hunderten Gestalten, die von seiner Frau liebevoll gepflegt werden.

Das ist mir zu skurill, wie auch die Geschichte von dem “Alten Haus”, das sich einer, der sich Peter Ulrichsdorfer oder Ulrichdorfer nennt und meint früher dort gewohnt zu haben, anschauen will, dann aber von der Familie mit einer ähnlich skurrillen Geschichte hinauskomplmentiert wird.

Der nächste Ich-Erzähler fliegt dann mit einem “Or” nach Norwegen und erlebt auch sehr viel dabei.

Dann kommt passend zu den “Erich-Fried-Tagen” auf dem ich das Buch vorwiegend las, eine Angstgeschichte. Da geht es um Herrn Zweigl und seine Söhne. Der hat Panikattacken und lebt sie auch intensiv aus. Besonders interessant war da für mich die Stelle, daß es ja einen Tag im Jahr gibt, an dem man irgendwann einmal sterben wird und man weiß es nicht. Das hat mein schriftstellerische Neugier geweckt und ich habe gedacht, das würde ich gerne wissen, welcher Tag das ist, aber das bekommt man wohl auch mit der größten Angst nicht heraus, ganz im Gegenteil.

Die nächsten zwei Geschichten sind wieder etwas schwierig zu verstehen. Das heißt, vorher gibt es noch die ganz kurze, die auch bei der “Buchpreisverleihung” gelesen wurde, nämlich die, wo ein Mann vor einem Salamander steht und beide fragen sich, ob der andere nicht vielleicht tot ist?

Auf Einfälle muß man erst kommen. Clemens J. Setz scheint da ein Meister zu sein und während manche Geschichten eher schwer zu lesen ist und mich nicht in ihren Bann ziehen konnten.

Beim “Schulfoto” war das anders, die ist zwar auch sehr skurril, regt aber  zum Nachdenken an und ist in vielleicht anderer Form gar nicht sosehr von der Wirklichkeit entfernt.

Wird da ja ein Mann in die Schule seiner Tochter zur Frau Direktor zitiert, weil er sich geweigert hat, das Schulfoto zu kaufen. Warum hat er das getan? Weil da ein Kind darauf zu sehen ist, das nur leben kann, weil es von einem Automaten begleitet oder in ihn gesteckt wird. Das kommt nicht so ganz heraus, scheint jedenfalls skurriller zu sein, als wenn ein Spastiker in einer Integrationsklasse sitzt.

Aber dazu fällt mir ein, daß sich, als ich eine junge Studentin war und für den Herrn Novak um Opernkarten anstellte, da die Empörung über Erwin Rngel zu hören bekam, der im Rollstuhl auf die Opernbühne kam, um dort Vorträge zu halten und ich kann mir auch vorstellen, daß es Unterschriftenaktionen gibt, wenn ein behindertes Kind in eine Klasse aufgenommen werden soll.

Auf der anderen Seite gibt es wieder die Frage, was alles medizinisch möglich sein soll, so gibt es ja auch Geschichen, daß klinisch tote Mütter künstlich am Leben erhalten werden, damit sich das Kind in ihrem Bauch entwickeln kann und die Großmütter dazu angehalten werden, den zu streicheln.

Natürlich kann man sich fragen, wieso die Eltern dann nichts dagegen haben, daß ihre Kinder mit diesem Kind in die Klasse zu gehen und sich nur weigern das Foto zu kaufen, was man aber wieder psychologisch interpretieren kann.

Auch sehr spannend ist die Beziehung eines Schulwartes zu einer blinden Frau, deren Wohnung bis oben hin voll mit Obzönitäten beschrieben ist und ein bißchen makaber, man kann es sich aber auch wieder sozialkritisch deuten, die wo eine Frau einen Begleitservice bestellt und von dem sie besuchenden Mann möchte, daß er sie in dem Zimmer, wo ihr Sohn im Koma liegt, vögelt.

Ebenfalls beeindruckend war für mich “Frau Triegler”. Da wird eine Krankenschwester, die sehr einfühlsam in einer Schule mit den Kindern umgeht, plötzlich entlassen, weil die Schule sparen will und sie entführt dnn einen Schüler. Man sieht denke ich Clemens J. Setz Sozialanliegen, das er dann sehr skurril und einzigartig umzusetzen versteht.

Ums “Christkind” geht es dann zur Jahreszeit passend auch. Da soll ein Weihnachtshasser für ein krankes Kind Signale ausetzen.

In “Suzy” gehen ein paar sechszehnjährige Schüler in eine Bar und bevor sie hinausgeschmissen werden, schreibt einer im Klo seine Telefonnummer und den Namen “Suzy” an die Wand. Die Anrufe folgen, er gibt sich als den zehnjährigen Sohn der Dame aus, sagt er darf während sie arbeitet sein Zimmer nicht verlassen und daneben läuft die Schule und der Schulwochen der Schwester ganz gewöhnlich ab.

Ein paar sehr packende und ungewöhnlich kombinierte Geschichten in dem Band, ein paar sind das, wie schon beschrieben weniger, dennoch würde ich das Buch in dem öst Ranking, das bald erfolgen wird, eher höher reihen, vor dem Preisträgerbuch kann ich schon flüstern und wenn Clemens J. Setz das lesen sollte und ihm das ein Trost sein sollte, sofern er sich auf der Buch Wien und auch schon vorher geärgert hat, wird mich das freuen.