Trojanow trifft Deniz Utlu

Das ist ja eine Reihe in der “Alten Schmiede”, wo Ilija Trojanow ein Gespräch mit einem Autor führt und der oder die aus dem jeweiligen Buch liest.

Jetzt in der letzten Veranstaltung in diesem Jahr war der 1983 in Hannover geborene Deniz Utlu, der Gesprächspartner und der hat, glaube ich, heuer in Klagenfurt einen Ausschnitt aus seinem Buch “Vater Meers” gelesen und das ist ja interessant, denn da gibt es einen anderen in Deutschland geborenen jungen Türken, der 2021, glaube ich, in Klagenfurt gelesen hat und mit “Vatermal” auf der deutschen Shortlist gestanden ist.

Interessant denn bei Necati Öziri liegt der Sohn im Krankenhaus und denkt an seinen ihm unbekannten Vater, bei Deniz Utlu besucht der Sohn den Vater und der ist dreizehn Jahre alt, als sein Vater nach zwei Schlaganfällen in ein Koma fällt und bis zu seinem Tod zehn Jahre später ist die Kommunuikation nur durch Augenbewegungen möglich und so muß sich der Sohn das Vaterbild erfinden oder neu erschaffen.

Die erste Stelle die Deniz Utlu gelesen hat, handelt von Schwimmen, da springt der Sohn auf eine Aufforderung des Vaters ins Wasser und der sagt “Mach mir nie wieder solche Angst!”

Das Gespräch zwischen den beiden Autoren war sehr interessant und Deniz Utlu hat wahrscheinlich eine kunstvollere Sprache als Necati Öziri, der eigentlich dicht an der Realität bleibt.

Darüber drehte sich das Gespräch und am Ende wies Iijia Trojanow auf das neue Programm hin und lobte die “AS”, “wo die Literatur noch nicht so ausgedünnt wo anderswo ist!”

Seien wir also gespannt, ob es so bleibt und im Februar gibts, glaube ich, die nächste “Trojanow trifft…- Veranstaltung.

Ein Abend über Gerhard Kofler

Gerhard Kofler ein Namensvetter des berühmteren Werner, nicht verwandt oder verschwägert, denn Kofler gehört zu den vierthäufigsten Namen in Südtirol, war nach Josef Haslinger Generalsekretär der GAV und er war ein sehr beschwichtigender überall vermittelnder Mann, so habe ich als er die “Freiheit des Wortes” abschaffen wollte, sie übernehmen können und 2001 und dann von 2003-2009 organisiert. Er hat mir, glaube ich, auch andere Lesungen vermittelt, vor allem, die in NÖ, weil wir ja in den Neunzigerjahren von St. Pölten nach Wien pendelten und als die Anna in der Rahlgasse von der Praktikantin ihrer Deutschlehrerin Alexandra Millner unterrichtet wurde, hatte die ein Textteilchen von Werner Kofler für die Kinder.

“Da gibt es auch einen Gerhard!”, hat die Anna gesagt und die Frau Millner hat sich gewundert, woher sie den Namen kennt und mich dann zu einer Lesung in die Rahlgasse eingeladen.

Dann kann ich mich noch an einen Aufenthalt in Mürzzuschlag ein Fest für Gerhard Rühm oder Friederike Mayröcker wird das gewesen sein, wo ich mit ihm und der Marie Therese Kerschbaumer in einem Cafe gesessen bin. Bei seinem Begräbnis bin ich gewesen. Da war am Ottakringer Friedhof, wo auch meine Großmutter liegt, Robert Schindel hat das Kaddisch gesprochen und andere Religionen waren auch da und nachher gab es eine Veranstaltung mit Karl Markus Gauss und seine zweisprachigen Lesungen habe ich bei der Lyrik im März hören können und da glaube ich irgendwoher ein “Herbstpresse-Bändchen” gefunden, das ich, als wir mit der Anna im Lesachtal schifahren waren, mitgenommen haben, als ich in Bruneck war und dort gelesen.

So weit meine Gerhard Kofler erinnerungen. Ene Gedichtpräsentation in der “AS” hat es seit seinem Tod 2005 auch gegeben und heute hat sich Markus Köhle in seiner “Retrogranden aufgefrischtReihe” dem Südtiroler GAV- Generalsekretär angenommen und vorher gab es einen Film von Astrid Kofler, auch nicht verwandt und verschwägert, denn im Februar würde er fünfundsiebzig werden, der in Bozen geboren und in Brixen aufgewachsen ist, weil seine Eltern dort eine Radiohandlung hatten und da gibt es in beiden Städten eine Ausstellung und der Film ist interessant, denn man sieht Gerhard Kofler im Schneegestöber 2005 wahrscheinlich mit Regenschirm herumstapfen und seine Gedichte zitieren. Man hört ihm im Cafe Central über den Wiener Kaffee schimpfen. Das wird sich inzwischen geändert haben, denn in jeden Cafe stehen heute wahrscheinlich italienische Kaffeemaschinen. Bis halb zehn ist er dort gesessen, hat gedichtet und dann noch den Peter Altenberg, der auch dort sitzt, über die Glatze gegriffen und dann kann man auch in die Ausstellung schauen und hören und staunen, daß es in Wien in der “AS” eine Veranstaltung im Rahmen der “Retrogranden” über ihn gab, aber die fand erst eine Stunde später statt.

Annemarie Türk war wieder da, denn sie hat ihn in Salzburg, wo er offenbar auch eine Zeitlang lebte kennengelernt. Sein Frau Hannelore und auch sonst sehr viele Fans und Bekannte und man konnte hören, daß Gerhard Kofler ein reiner Lyriker war. Das heißt zwei Notizbücher hat es schon gegeben und er hat seine Gedichte zuerst auf Italiensich, dann auf Deutsch geschrieben und das zweite Notizbuch wurde überhauüt erst posthum von Leopolld Federmair übersetzt, herausgegeben.

Dann ist es in den Keller oder in den Souterrain gegangen, wie Annalena Stabauer sagte und Markus Köhle hat sich darüber belustigt, daß seine Veranstaltung schon stattgefunden haben soll.

Macht aber nichts, war eine doppelte oder halbe Premiere und Markus Köhle hat wieder sein Einleitungsreferat gehalten bevor Siljarosa Schletterer aus Tirol und 1991 geboren bedauerte, daß sie den großen Poeta nicht persönlich kennenlernen konnte.

Dann kam Sabine Gruber auch aus Südtirol und Sekretärin in der GAV als Gerhard Kofler dort Generalsekretär war und hat aus den Notizbüchern gelesen oder sie kommentiert und der 1990 in Südtirol aufgewachsene Matthias Vieida präsentierte das “Radio Kofler”, was sehr lustig war und am Schluß gab Markus Köhle noch einige Anekdoten über Gerhard Kofler von sich, denn er er sucht immer solche über die Autoren, die er vorstellt und der nächste wird der Kärntner Werner Kofler sein und da hätte ich schon etwas anzubieten. Bin ich ja einmal, als es den Südbahnhof noch gab, zum “Tag der Freiheit der Wortes” nach Klagenfurt gefahren und dort Werner Koflers Koffer im Abteil gehabt, der ihn in Wien abstellte und dann offenbar sofort im Speisewagen verschwunden ist.

Peter Pessls Gasthaus der Wilderness

Den 1963 in Frankfurt geborenen, in Wien und im Burgenland lebenden Peter Pessl kenne ich schon lang. Er ist GAV-Mitglied, hat bei mir bei der “Freiheit des Wortes” regelmäßig gelesen und ist ein sehr experimenteller Autor.

Er ist, glaube ich, auch ein großer Reisender und ich war schon bei mehreren seiner Lesungen, wo meistens seine bei “Ritter erschienenen” Werke vorgestellt wurden und heute ging es um das “Gasthaus der Wilderness” das Folgebuch von “Der Schwerkönig und die Biene”.

Da war ich glaube ich auch bei der Vorstellung in der “AS”.

Nur sehr wenig Publikum und Annalena Stabauer erklärte, daß das Buch vierzig Prosagedichte enthält, wo jedes Gedicht oder Prosastück aus mehreren Teilen besteht, ergänzte dann Peter Pessl, der aus jeden Teil ein paar Beispiele gab. Es gibt in den Texten immer wieder Ztate von Sarah Kirsch, Charles Baudelaire und Friederike Mayröcker, die im Februar wieder ein eigenes Symposium hat, bei dem auch Peter Pessl auch auftreten wird.

Aber jetzt zu dem Buch dem “Gasthaus der Willderness”, die man nicht mit der Wildnis übersetzen kann. Die Stadt Wien und ihre Terroranschläge kommen vor und Peter Pessel erwähnte im Gespräch, daß man, wenn man in Wien lebt über Leichen geht und auch die Flüsse, wie die Donau, vieles davon transportieren.

Ein sehr politischer Text trotz aller Experimente. Der Kurzkanzler kommt vor und auch das KZ Mauthausen, das dann mit “Mauthausen ein deutsches Glück” zitiert wird.

Sehr politisch, sehr experimentell und auch wieder ein wenig unverständlich. Aber irgendetwas zieht mich ja immer zu den Experimentellen hin, obwohl ich selbst nicht so schreibe und wurde auch vom Autor persönlich begrüßt.

Klasse und Literatur

Sabine Scholl
Eva Schörkhuber

Das Autorenprojekt von Sabine Scholl, wo ich schon bei einer Veranstaltung war, wurde diesmal unter dem Titel “Haben und Gehabe”, das 2000 auf Deutsch erschienene “Die Bedeutung von Klasse” der 1952-2021 gelebt habenden schwarzen Litereraturwissenschaftlerin bell hooks, die sich von der Arbeiterklasse zur Schriftstellerin und Uniprofessorin hocharbeitete und darüber Bücher geschrieben hat.

Die 1982 in St. Pölten geborene Eva Schörkhuber mit der ich auf einigen Volksstimmefesten gelesen habe, hielt das Einleitungsreferat. Im Gespräch mit Sabine Scholl, die vor einigen Jahren de “Wildganspreis” bekommen hat, ging es dann auch auf die österreichische Situation und da ist interessant, daß da die Klassen zuerst in Angst vor Corona,Teuerung, Krieg, etcetera gehalten und dann aufgelöst werden. Kanzler Nehammer wurde ja sehr dafür angefeindet, als er in vertrauter VP- Runde in einer Vinothek über die Armen hergefallen ist und meinte, daß sie mehr arbeiten und zu Mc Donald`s gehen sollen und da war interessant, daß Sabine Scholl darauf hinweis, daß sich die untere Mittelschicht für reicher hält, als sie ist und deshalb keine Vermögenssteuer will, die sie ohnehin nicht bezahlen bräuchte, während sich die Reichen eher als ärmer darstellen.

Dann gabs eine Pause mit Wasser und Knabbereien, wo ich von Andrea Heinisch angesprochen wurde, die vor ein paar Monaten meinen Bog entdeckte und deren Debut “Henriette lächelt”, ich noch lesen muß.

Harald Darer
Magdalena Schrefel

Der Alfred hat eine Grüne getroffen, der ich natürlich sagen mußte, “Nie wieder werde ich die Grünen

wählen” und sie seufzend kommentierte, daß sie das öfter höre. Sonst war Eva Geber, Mieze Medusa, Markus Köhle, die Ruth, die gerade von einem Autorenaufenthalt zurückgekommen ist, die Ilse Kilic und noch vielen anderen da und nachher ging es, wie Sabine Scholl, betonte mit der Literatur weiter und da gibt es wohl einige Beispiele, obwohl Österreich ja sehr experimentell ist.

Es begann Magdalena Schrefel, die 1984 in Kornneuburg geboren wurde, in Leipzig studierte und jetzt in Berlin lebt und sie hat einen Band mit zwölf Erzählungen herausgegeben, der “Brauchbare Menschen” heißt und sich da auch mit der Arbeitswelt beschäftigte. Da geht es um das Schlangenstehen und der Securitie, die für Ordnung sorgen muß und um einen Mann der ein Haus ausräumen will und dabei einen rumänischen Arbeiter trifft, der ihm Spannendes zeigt.

Dann kam der 1975 in Mürzzuschlag geborene Harald Darer, den ich einmal in der “Kolik Lounge” kennenlernte und der 2019 mit “Blaumann” auf der Öst stand. ein Buch das natürlich zum Thema passt, obwohl ich eigentlich mehr auf sein neues “Mongo” neugierig war, denn den “Blaumann” habe ich schon gelesen und es hat mich auch nicht so sehr vom Sessel gerissen.

Jedenfalls kehrt da einer in sein Heimatdorf oder Stadt zurück, wo er einmal Lehrling war und reflektiert da über sein Leben. Sabine Scholl lobte die Wortschöpfungen von Harald Darer rund erregte dardurch Mieze Medusas Ärger, den ich gar nicht so nachvollziehen konnte, obwohl ich mir schon dachte, daß da Sabine Scholl ein bißchen über die Fabe spricht, die sie nicht wirklich gesehen hat.

Und jetzt können wir, wenn wir nicht schon bell hook lesen wollen, beobachten, was noch alles in Österreich politisch passieren wird und wer nächstes Jahr die Wahlen gewinnt und wie es mit einem möglichen Volkskanzler mit der Klasse weitergeht?

Die neuen Bücher von Simon Sailer und Anna Albinus

Von dem 1984 in Wien geborenen Simon Sailer, habe ich, schon einmal eine Veranstaltung gestreamt. Denn da gibt eine Trilogie und da wurde glaube ich der “Schrank” vorgestellt. Jetzt ist das neue Buch “Die Manege” erschienen und wurde am Montag in der “AS” vorgestellt und Johannes Tröndle, der die Veranstaltung moderierte, betonte das Überkippen in das Surreale des Autors, was auch in dem neuen Buch bemerkbar ist und da geht es, um einen Zirkus und einen Art der eine Karriere, als Entfesselungskünstler oder besser Fesselungskünstler machen will, aber offenbar nicht in die Manege hineindringen kann und Johannes Tröndle stellte an dem Autor die Frage, ob er damit den Kunstbetrieb meint, in dem man über die Castingphase oft nie hinauskommt?

Zwei eher kurze Stellen hat der Autor, ein schlanker Mann, gelesen und dann mit dem Moderator über das Buch diskutiert.

Dann kam die 1986 in Mainz geborene Anna Albinus, die inzwischen wieder in Deutschland lebt, aber einige Jahre in Wien lebte und da mit “Revolver Christi” sowohl den öst Debut als auch “Rauris” gewonnen hat.

Ich habe das Buch, glaube ich, gar nicht so besonders empfunden, bei “Chalupli”, ein Ort an der polnischen Grenze, wo sich der Nachtzug, der von Wien nach Berlin fährt, teilt und in dem Buch geht es, um eine aus Moussul geflüchtete namenlose Kurdin, die als Schlafwagenschaffnerin tätig ist.

Da gibt es ja auch das entsprechende Buch aus dem “Wagenbach-Verlag”, aber das schildert die amerikanischen Verhältnisse im vorvorigen Jahrhundert. Hier geht es, glaube ich, um die Jetztzeit und bei den Stellen, die Anna Abbinus gelesen hat, geht es, wenn ich es richtig verstanden habe, um einen Totgeburt im Zugabteil, die die ehemalige Krankenschwester, auf der Fahrt beobachtet und dann den zurückgelassenen Koffer entsorgt, bevor sie in Berlin in ihr Hotel geht und mit dem Kollegen Boris, die Nacht verbringt.

Johannes Tröndle fragte nach der Entstehungsgeschichte und Anna Albinus schilderte eine solche Fahrt und ihre Begegnung mit einer sehr freundlichen Schlafwagenschaffnerin, die zum Ausgangspunkt des Buches wurde.

Krieg und Frieden im Streitgespräch

“Streitbar” ist ja eine Veranstaltungsreihe der “Alten Schmiede”, wo die einen Autor, eine Autorin zu einem bestimmten Thema aussuchen, der oder die sucht sich dann einen Partner und die Veranstaltung wird in Salzburg mit einem anderen Partner wiederholt.

Diesmal war “Krieg und Frieden” das Thema, das derzeit in doppelten Kriegszeiten ja besondere Bedeutung hat und passte irgendwie auch zu der letzten “Literatur im Herbst”, da Julya Rabinowich, die diesmal die Eingeladene war, ja russischer Herkunft ist und da war ich Anfangs nicht ganz sicher, ob ich der Veranstaltung beiwohnen kann, da ja vor eineinhalb Jahren bei einer Veranstaltung mit ihr Maskenpflicht herrschte und sie auch beim Vortragen Maske trug. Das tat sie auch diesmal, obwohl sie extra einen Lippenstift aufgetragen hatte und die ausgewählte Partnerin war die “Falter-Kolumnistin” Andrea Maria Dusl und das interessante der Veranstaltung war, wie kontrovers die Referate waren.

Julya Rabinowich die begonnen hat, hat eine Zeitlang als Simultandolmetscherin bei Therapien mit tschetscheneischen Flüchtlingen gearbeitet, und schreibt jetzt Jugendbücher zu diesem Thema und erklärte am Beginn, daß sie eigentlich einen anderen Text bringen wollte, aber dann kam der Anschlag der Hamas auf Israel und so folgte auch ein diesbezüglichen Referat, das sich mit diesem Thema auseinandersetzte.

Da gab es ein Kapitel, wo eine besorgte Tochter ihre Mutter vom Spazierengehen und vom Konzertbesuch abrät, weil diese von den Anschlägen offenbar noch nichts mitbekommen hat und die Pro Palästina-Demos am Stephansplatz waren auch das große Thema, während sich Andrea Maria Dusl in ihrem Referat mit der Schwester Benedikta von den Schulschwestern auseinandersetzte, die sie als Kind besuchte und da von der Gewalt berichtete, die von den Schwestern ausgeübt wurde.

Da fragt man sich natürlich, was das mit dem Krieg zu tun hat? Eine Antwort war, daß sich die Braut Christi als Kind vor den Bomben im zweiten Weltkrieg gefürchtet hat, was sie in den Keller flüchten ließ.

Die darauffolgende Diskussion war sehr interessant, denn Andrea Maria Dusl meinte, daß sie dieses Thema gewählt hat, weil sie alles andere überfordert hätte und sie sich wünschte, daß das Böse und die Gewalt im Menschen verboten werden würde.

Klar, aber wie macht man das? Wenn das eine Gesellschaft angeht, kommt höchst wahrscheinlich nur eine Diktatur a la Stalin oder DDR heraus, während man sich schon fragen kann, warum die jungen Männer von der einen und der andere Seiten sich so bereitwillig in den Jrieg schicken lassen?

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!”, wäre ja auch eine Alternative. Passiert nicht ist klar und was den Ukraine-Kriega betrifft, hat mich ja gestört, daß man da unbedingt für Wffenlieferungen sein mußte und die, die den Frieden und diesbezügiche Verhandlungen wollten, Schwurbler genannt wurden und ich denke auch, daß die Israelis nicht das Recht haben alles niederzumetzeln, weil sie von der Hamas angegriffen wurden, wie ja auch gefordert wurde. Es gibt immer zwei Seiten und ich verhalte mich auch hier neutral.

Spannend wie es in Salzburg mit Britta Steinwendter werden wird und ich habe mir am Schluß gewünscht, daß das Publikjum befragt wird, wie diese Diskussion, die ja ziemlich heavy war, erlebt wurde, was von Andrea Maria Dusl nicht so recht verstanden wurde.

Literatur in Zeiten des Krieges

Die “Literatur im Herbst”, die Veranstaltung, die Walter Famler, der Generalsekretär der “Alten Schmiede”, seit einigen Jahren im “Odeon-Theater” mit einer Matinee in der “AS” veranstaltet, hat heuer ein interessantes Thema.

“Das andere Russland – Literatur in Zeiten des Krieges” und das wäre fast an mir vorbeigegangen, verbringen wir das Wochenende ja in Harland und August Bisinger hat mir einmal gesagt, sie streamen nicht mehr.

Das stimmt bei Walters Famlers Festival zum Glück nicht und so habe ich mein Wochenendprogramm umdisponiert, müssen wir ohnehin schon am Sonntag in Wien zurück, also keine Rudolfshöhe und das mit dem Festival stimmt, wie Walter Famler gleich in der Einleituung erwähnte, in Zeiten des Krieges auch nicht so ganz, deshalb wird die Veranstaltung eher Seminarcharakter haben und findet vielleicht auch deshalb nicht im “Odeon” sondern zur Gänze in der “AS” statt und wurde, wie auch schon bei den vorigen Festivals von dem 1961 geborenen Übersetzer und Literaturkritiker Erich Klein mitkuratiert.

Die Eröffnungsrede durch die Stadträtin Kaup-Hasler fiel offenbar aus und so begann es gleich mit der Eröffnungsrede des 1966 in Moskau geborenen Kirill Rogov, der seinen Vortrag “Russland die Zukunft und der Krieg” auf Englisch hielt. Dann ging es gleich mit den Unpässlichkeiten weiter, denn der nächste Vortragende, Alexander Etkind, war noch nicht eingetroffen, so gab es stattdessen ein Gespräch zwischen Kirill Rogov und Erich Klein.

Dann kam doch der 1955 in Leningrad oder St. Petersburg geborene Psychologe und Journalist Alexander Etkind, der derzeit, glaube ich, an der Uni- Wien lehrt und im Gespräch mit Erich Klein sein neues Buch “Russia against Modernity” vorstellte und es auch um den Krieg und die Klimaveränderung ging.

Dann gabs um neun noch ein Konzert mit zwei russischen Musikern, die schon lange in Wien leben, aber das wurde, glaube ich nicht gestreamt.

Der Samstag begann dann um vier mit der 1993 in Chabarowsk geborenen Lyrikerin und Feministin Darja Serenko, die im Februajr 2022 fünfzehn Tage in Haft genommen wurde und darüber in ihrem Buch “Mädchen und Instititutionen – Geschichten aus dem Totalitarismus” geschrieben hat, in dem Buch geht es um junge Frauen, die ihr Leben in staatlichen Kultureinrichtungen fristen. Walter Famler fragte nach der Lesung, die von Mascha Dabic gedolmetscht wurde, ob man ausgebeutete Praktikantinnnen nicht auch in anderen Ländern finden könne?, was höchstwahrscheinlich auch so ist und Darja Serenko von ihren spanischen Erfahrungen berichtete, da das Buch auch auf Spanisch übersetzt wurde.

Dann ging es zum zweiten Teil der Lesung über, “Ich wünsche Asche meinem Haus”, der bisher nur auf Deutsch oder vielleicht auch auf Spanisch erschienen ist und ihre Hafterfahrungen schildert und die Bücher beschreibt, die sie in der Haft, wie beispielsweise Hans Falladas “Jeder stirbt für sich allein” gelesen hat, worauf Walter Famler nach den Gemeinsamkeiten der beiden Widerstände fragte und Darja Serenko sagte zum Schluß, daß sie ihre Lesungen immer einer bestimmten Hilfsorganisation widmen würde und dafür auch Geld sammelte.

Dann gabs eine Programmänderung. Statt Nikolai Epplee und Dimitry Glukhovsky trat der 1982 in Moskau geborene Filipp Dzydako, der Philologie studierte und 2022 Russland verlassen hat, auf. Er ist jetzt an einem PEN-Projekt in Berlin beteiligt und stellte gemeinsam mit Erich Klein seinen Roman “Radio Martin” vor, in dem es um einen russischen Heizer geht, der mit einem Radiosender Widerstand gegen Putin leisten will, der, glaube ich, noch nicht auf Deutsch gibt. Es wurden aber einige deutsche Stellen, in denen es darum ging, daß man in Russland von keinen Krieg sprechen darf, es aber trotzdem Widerstand dort gibt, von Robert Reinagl gelesen, der dann gleich ins Burgtheater mußte.

Es gab dann ein Gespräch über Filopp Dzydakos Großmutter, da er aus einer berühmten Oppositionellenfamilie stammt.

Der angekündigte Film über die “Russischen Juden”, fiel dann auch aus und so gabs um sieben eine Diskussion über die “Kultur im Krieg” mit Marina Davydova, die 1966 in Baku geboren wurde, bei den Wiener Festwochen inszenierte und jetzt die Schauspielleitung der Salzburger Festspiele innenhaben wird, Alexander Etkind und Kirill Rogov, wo betont wurde, daß die Kulturschaffenden verhindern muß, daß man sich an den Krieg gewöhnt und Erich Klein wies darauf hin, daß man in Österreich derzeit eigentlich keine russischen Stimmen hören würde.

Es wurde dann ein Moskauer Kindertheater erwähnt, daß die Jetztzeit mit dem Faschismus vergleicht, aber nicht geschlossen wird, weil der Regisseur sehr realistisch inszeniert, während andere Kunstschaffende dieses Glück nicht haben.

Dann gab es noch eine Gedichtesession mit dem von Filipp Dyzadko schon vorher erwähnten Michail Eisenberg, der 1948 in Moskau geboren wurde und eigentlich als Architekt ausgebildet wurde

Der Dichter begann dann mit einem Gedicht aus 2012 und ließ darauf später entstandene folgen, die er auf Russisch und Erich Klein dann in der deutschen Übersetzung las. Am Schluß gab es noch eine Diskussion um die Frage was Poesie ist , was der Autor trotz drei darüber geschriebener Bücher, wie er sagte noch immer nicht sagen kann und dann folgte die 1972 in Moskau geborene Maria Stepanova, die inzwischen auch nicht mehr dort lebt und heuer in Leipzig den “Preis für die europäische Verständigung” bekommen hat. Erich Klein las einen Auszug aus ihrer Erklärung, was es für die bedeutet eine russische Dichterin zu sein und fragte die Autorin, ob sich für sie etwas seit dem siebenten Oktober geändert hat? Es ging dann in der Diskussion zur Pandemie zurück, die Maria Stepanova als Chance gesehen hat, daß die Kriege, wenn alle dieses Virus bekämpfen, überflüßig werden, was aber, wie man in zwischen weiß, nicht eingetroffen. Sie las dann noch nicht publizierte Gedichte, die im Sommer entstanden sind.

Den Film, den es am Sonntag um elf Uhr gegeben hätte, konnte man dann nicht streamen. So sind wir essen gegangen und dann nach Wien gefahren, wo ich mich zu der ab Sechzehnuhrsession live in die “AS” begegeben habe und da begann, die immer noch in Moskau lebende, 1962 dort geborene, Olga Skonechnaya mit ihren halb autobiografischen Text, wo es um die Ermordung ihrer Großmutter gegangen ist. Der Text ist in der Exilzeitschrift “5. Welle” erschienen und dann trat der in Amsterdam lebende Herausgeber dieser Zeitschrift, der 1963 in Moskau geborene Maxim Osipov auf, erzählte über die Zeitschrift und las dann einen eigenen Text.

Dann kam, glaube ich, der Star des Abends, der 1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew, der mit den den Roman “Der gute Stalin”, glaube ich, berühmt geworden ist. Jetzt stellte er den Roman “Der große Gopnik” vor und erzählte von einer Begegnung mit Putin, die er einmal auf einer Buch-Fair in Paris hatte.

Dann gab es wieder eine “Dichtung in Zeiten des Krieges-Session” und da traten die 1962 geborene Jelena Fanailowa und der 1964 in Moskau geborene Yuli Gugolev auf und brachten von Robert Reinagl auf Deutsch gelesen eine Auswahl ihrer kritischen seit 2022 geschriebenen Gedichte.

Eine interessante Veranstaltung, die interessanteste “Literatur im Herbst”, seit je, würde ich schätzen, weil man ein bißchen in die kritische russsische Literaturszene hineinschnuppern konnte, von der man sonst vielleicht nicht soviel hört.

Nicht nur mit geliehener Zunge

Ein interessanter Abend in der “Alte Schmiede” von Dante aufwärts und wieder zurück könnte man so schreiben.

Begonnen hat es mit dem 1952 geborenenen Franz Josef Czernin und seinem bei “Hanser” erschienenen Gedichtband “geliehene zungen”.

Der Literaturprofessor Thomas Eder hat eingeleitet und Franz Josef Czernin hat sich durch seinen Gedichtband gelesen, wo es zu Dante zurückgeht und den Zirkus Krone beschreibt, etcetera und nach einer Pause ging es mit einem Essay von Theresia Prammer weiter, die sich mit den sogenannten “Wie- Metaphern” oder den “Similitudini” bei Dante beschäftigte und das sehr enthusiastisch tat.

Danach kam ein mir schon Bekannter auf den Lesetisch nämlich der 1982 in Boston geborene Paul-Henri Campell, den ich mit seinen “Körpergedichten” schon einmal bei “Dichterloh” hörte mit seinem neuen Gedichtband “Schnee ist das Blut der Geister”.

Er las sich aber auch durch seine zwei anderen Gedichtbände zum Beispiel durch die “Litanei über die Nieren”.

Anschließend gab es noch eine Diskussion, wie wichtig, die Sprache bei Dantes Metaphern ist und Sprache ist, wie Franz Josef Czernin betonte natürlich wichtig.

Die “Alte Schmiede” war sehr gut besucht. Herbert j. Wimmer habe ich gesehen, Ferdinand Schmatz und noch viele andere.

Wieder was gelernt. Auch, wie wichtig Dante für die heutigen Dichter ist und mit welchen Sprachmetaphern sie sich beschäftigen.

Alte Schmiede musikalisch

Die “Alte Schmiede” hat ja ein Musikprogramm, das meistens am Mittwoch und am Freitag stattfindet und ich nur selten hingehe. Eigentlich nur in den Osterferien, wenn es sonst nichts anderes gib t oder wenn das Programm einen literarischen Anstrich hat, wenn Lavant -Lieder gesungen werden, etcetera, denn ich bin ja ein literarischer Typ, der das Crossover ziemlich eingestellt hat.

Was gibt es aber am Freitag, wenn wir uns Wien befinden und das tun wir diese Woche, weil ich eigentlich am Samstag im “Werkl “beim Open Mike” lesen wollte und am Sonntag wird ja der “Fried-Preis” an Thomas Kunst vergeben.

Also wo geht ich hin? Und fand da gleich in der “Alten Schmiede” das Frauenvokalensemble “equilibirium”, das sich “Deutschsprachigen Dichterinnen verschiedener Epochen” widmete.

Also schon etwas gefunden, dann fand ich in der Hauptbücherei noch “ein Veranstaltungen “Stimmen behinderer Menschen” und das Lesetheater führte auch noch Schnitzlers “Liebelei” auf. Also schwankte ich zur Hauptbücherei, denn das Behindertenthema interessiert mich ja und dann wieder in die “AS” zurück, weil ich mir die vertonte Lyrik geben und mich damit verwöhnen wollte.

Und das hat sich, schreibe ich gleich, gelohnt. Denn acht Damen in Abendkleidern oder Hosenanzügen traten, moderiert von Margareth Tumler, die gleicheine Entspannungseinführung gab, traten auf und lasen zuerst die Texte, der vertonten Dichterinnen und da waren sie zum Teil auch auf Komponisten angewiesen.

Es begann mit Ola Gjeilo oder Hildegard von Bingen. Ging dann zu dem 194 geborenen Jürgen Golle über, der fünf Texte von Hildegard Jahn-Reinke, die von 1906-1995 lebte, vertont hat. Von beiden noch nie etwas gehört. Die Gedichte gingen aber über die “Winteranderung” im “November” zum “Sommer-Regen” über und dann kam Gottfried von Einem, der offenbar mit Christine Busta befreundet war und aus ihren Briefen ein Votivliederpotpurri machte.

Die 1959 in Dresden geborene und dort lebende Sylke Zimbel vertonte sowohl Friederike Mayröcker als auch Sarah Kirsch und dann kams zu einer Uraufführung, denn der 1989 geborene Luca Sutto, der anwesend war und sich, wie er sagte sehr für Leben und Schicksal der Hertha Kräftner interessiert und machte sechs oder sieben Gedichte von ihr zu einem Musikstück.

Eine Zugabe gab es auch und es war nach einer literarischen Woche mit zweimal “Alte Schmiede”, einmal Literaturhaus” und einmal “Gesellschaft”, eine schöne musikalische Umrahmung, was mich zu dem Schluß bringt, daß ich mir veilleicht öfter das Musikproramm geben soll, aber Ostern kommt ja wieder, bis dahin bin ich gespannt.

Writers in Prison, Writers at Risk

Der fünfzehnte November ist seit einiger Zeit der Tag wo der PEN Writers in Prisons gedenkt und seit einigen Jahren findet um diesen Tag eine Veranstaltung in der “Alten Schmiede” statt. Die hatte ich in Corona-Zeiten gestreamt und hatte dann Schwierigkeiten mit den Namen. So habe ich am nächsten Tag den PEN angeschrieben und um Informationen ersucht und ein Mail zurückgekommen, was man mit der skurillen Anfrage machen soll?

Ich habe die Namen dann doch bekommen und heuer war die Veranstaltung von einem Mark Kenk und einer Marion Wiesinger perfekt organisiert. Es lag ein eigenes Programmblatt auf und die Veranstaltung stand unter dem Bachmann-Motto: “Mit meiner verbrannten Hand” und drei Autorinnen wurden eingeladen, die Texte drei verfolgter Autorinnen zu lesen.

Die Erste war Cornelia Travnicek, die sich der 1953 geborenen im Iran inhaftierten Lyrikerin Mahvash Sabet annahm und erzählte, daß sie 2018 im Ian war. Da war die Autorin frei und sie hat drei oder vier Gedichte über sie oder andere verfolgten Frauen geschrieben.

Katharina Tiwald hätte sich der Autorin und Politikwissenschaftlerin Trifonia Melibea Obono annehmen sollen, die zwar nicht inhaftiert, aber doch verfolgt wird. Ist aber erkrankt, so ist die 1988 in Bratislava geborene Didi Drobna, die ihre Karriere bei den Exil-Preisen startete für sie eingesprungen und hat ihre Würdigung und Ausschnitte aus dem ebenfalls bei der “Edition Pen” erschienen Buch gelesen.

Die dritte Autorin war dann die 1994 in Südtirol geborene Lorena Pircher, die sich der perunanischen Investigativ-Journalistin Paola Ugaz, die nach dem sie einen Korruptionsskandal aufdeckte Verleumdungsklagen ausgesetzt ist und Mark Klenk forderte die Anwesenden aus, sich für die verfolgten Autoren einzusetzen. Mails an den PEN oder die Regierungen zu schreiben, weil das helfen würde.