Krieg und Frieden im Streitgespräch

“Streitbar” ist ja eine Veranstaltungsreihe der “Alten Schmiede”, wo die einen Autor, eine Autorin zu einem bestimmten Thema aussuchen, der oder die sucht sich dann einen Partner und die Veranstaltung wird in Salzburg mit einem anderen Partner wiederholt.

Diesmal war “Krieg und Frieden” das Thema, das derzeit in doppelten Kriegszeiten ja besondere Bedeutung hat und passte irgendwie auch zu der letzten “Literatur im Herbst”, da Julya Rabinowich, die diesmal die Eingeladene war, ja russischer Herkunft ist und da war ich Anfangs nicht ganz sicher, ob ich der Veranstaltung beiwohnen kann, da ja vor eineinhalb Jahren bei einer Veranstaltung mit ihr Maskenpflicht herrschte und sie auch beim Vortragen Maske trug. Das tat sie auch diesmal, obwohl sie extra einen Lippenstift aufgetragen hatte und die ausgewählte Partnerin war die “Falter-Kolumnistin” Andrea Maria Dusl und das interessante der Veranstaltung war, wie kontrovers die Referate waren.

Julya Rabinowich die begonnen hat, hat eine Zeitlang als Simultandolmetscherin bei Therapien mit tschetscheneischen Flüchtlingen gearbeitet, und schreibt jetzt Jugendbücher zu diesem Thema und erklärte am Beginn, daß sie eigentlich einen anderen Text bringen wollte, aber dann kam der Anschlag der Hamas auf Israel und so folgte auch ein diesbezüglichen Referat, das sich mit diesem Thema auseinandersetzte.

Da gab es ein Kapitel, wo eine besorgte Tochter ihre Mutter vom Spazierengehen und vom Konzertbesuch abrät, weil diese von den Anschlägen offenbar noch nichts mitbekommen hat und die Pro Palästina-Demos am Stephansplatz waren auch das große Thema, während sich Andrea Maria Dusl in ihrem Referat mit der Schwester Benedikta von den Schulschwestern auseinandersetzte, die sie als Kind besuchte und da von der Gewalt berichtete, die von den Schwestern ausgeübt wurde.

Da fragt man sich natürlich, was das mit dem Krieg zu tun hat? Eine Antwort war, daß sich die Braut Christi als Kind vor den Bomben im zweiten Weltkrieg gefürchtet hat, was sie in den Keller flüchten ließ.

Die darauffolgende Diskussion war sehr interessant, denn Andrea Maria Dusl meinte, daß sie dieses Thema gewählt hat, weil sie alles andere überfordert hätte und sie sich wünschte, daß das Böse und die Gewalt im Menschen verboten werden würde.

Klar, aber wie macht man das? Wenn das eine Gesellschaft angeht, kommt höchst wahrscheinlich nur eine Diktatur a la Stalin oder DDR heraus, während man sich schon fragen kann, warum die jungen Männer von der einen und der andere Seiten sich so bereitwillig in den Jrieg schicken lassen?

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!”, wäre ja auch eine Alternative. Passiert nicht ist klar und was den Ukraine-Kriega betrifft, hat mich ja gestört, daß man da unbedingt für Wffenlieferungen sein mußte und die, die den Frieden und diesbezügiche Verhandlungen wollten, Schwurbler genannt wurden und ich denke auch, daß die Israelis nicht das Recht haben alles niederzumetzeln, weil sie von der Hamas angegriffen wurden, wie ja auch gefordert wurde. Es gibt immer zwei Seiten und ich verhalte mich auch hier neutral.

Spannend wie es in Salzburg mit Britta Steinwendter werden wird und ich habe mir am Schluß gewünscht, daß das Publikjum befragt wird, wie diese Diskussion, die ja ziemlich heavy war, erlebt wurde, was von Andrea Maria Dusl nicht so recht verstanden wurde.

April-Musa

Über Julya Rabinowich neues Buch “Krötenliebe” habe ich heute und gestern sehr viel gehört, so hat es Gabi Rökl, glaube ich, schon gelesen und Mariki Fallwickl vom “Bücherwurmloch” hat sich auch schon hineinvertieft, weil sie am Wochenende nach Wien fahren wird.

Nun ist das Wien des Oskars Kokoscha, der Alma Mahler- Werfel und des Paul Kammerer wahrscheinlich ganz ein anderes, als das in dem ich lebe und von einem Buch namens “Krötenküsser” von Arthur Köstler, habe ich, glaube ich, gehört, als ich mich im Herbst 1973 für ein Proseminar  beim Soziologieprofessor Zapatotzky anmeldete.

Ich weiß nicht, ob ichs auf der Leseliste habe, gelesen habe ich es jedenfalls noch nicht, wie auch alle Bücher der  1970 in Leningrad geborenen Julya Rabinowitch, obwohl ich schon bei einigen ihrer Lesungen war und ich ihren literarischen Aufstieg auch verfolgen konnte, aber leider hat sie nach “Spaltkopf”, das mir irgenwie entgangen ist, bei “Deuticke” verlegt und die dortige Pressedame, störte sich ja an meiner langen Leseliste, obwohl ich mir noch immer denke, daß sie sich eigentlich darüber freuen sollte.

Aber gut, die Zeiten ändern sich und ich will ja eigentlich auch recht bald zu meinen “Vicki Baum-Schwerpunkt” kommen, bin aber nachdem mein sechs Uhr Klient recht früh gekommen ist,  wieder ins MUSA gegangen, wo es heute Lesungen von drei Stipendiaten gab.

Die Erste war die von dem 1986 geborenen Dramatiker Thomas Köck, der bisher an mir vorbei gegangen ist, weil ich ja kaum ins Theater gehe, aber trotz seiner Jugend, wie die meisten Stadt-Wien Dramtaitker schon sehr berühmt sein dürfte, mit Aufführungen im “Volksstheater” und im “Schauspielhaus”, sowie mehreren Preisen, wie beispiesweise das “Thomas Bernhard Stipendium” und politisch, was ich ja sehr gut finde, ist er auch und so handelte sein Stück, daß er musikalisch umprämte, weil es, glaube ich auch eine Sprechoper ist, von den Flüchtlingsströmen und den Auswirkungen des Neokapialismus,  sympathisch und sehr selbstbewußt scheint der junge Mann auch zu sein.

Dann kam Gabriele Petricek, die ich schon im Vorjahr hörte und auch öfter bei den Besuchern ist, ist sie ja “Canetti-Stipendiatin” und das kann man, glaube ich, bis dreimal bekommen und ihr Werk “Roter Rock und grüne Bluse”, heißt, glaube ich, das Prokejt, ist sehr experimentell, also etwas mit dem ich nicht so besonders viel anfangen kann und ich habe den Text, glaube ich, auch nicht ganz verstanden.

Einerseits scheint es, um Bilder und Auftragsarbeiten zu gehen, so zeigte Gabriele Petricek, die ja nie ihr Alter angibt, eine Zeichnung her, dann sagte sie noch, daß sie, wie gedruck lügen würde und las dann eine Stelle, wo es einerseits um eine Schriftstellerin mit roten Fingernägeln, die aber vielleicht auch erfunden ist, geht, andererseits, um zwei Leute die von Innstbruck oder so nach London reisen und um eine Kunstgalerie scheint es auch zu gehen.

Sehr interessant  und Julia Danielcyck hat und auch schon verraten, daß wir Gabriele Petricek auch im nächsten Jahr im MUSA hören werden könnten, weil sie auch 2016 ein Canetti-Stipendium bekommen hat und Julya Rabinowich, von der ich schon geschrieben habe, ist auch “Canetti Stipendiatin” und erzählte in ihrer extrovertierten Art, daß die Arbeit eigentlich ein Auftragswerk für das Jahr 1914 war, sie aber nicht historisch arbeitet. Dann hat sie über Anna Mahler Werfel und Oskar Kokoscha recherchiert und hat Blut gleckt, denn der berühmte Maler hatte angeblich eine Alma Mahler Werfel Puppe, nachdem die Geliebte ihn verlassen hat und ein Dienstmädchen namens Reserl, das er für diese Puppe engagierte, die sie ankleiden und ins Bett legen, etc, mußte, die aber, Julya Rabinowich nannte sie eigenwillig, offenbar in den Meister verliebt war, so daß sie sich seine Initialen einritze und für ihn sozusagen ins Wasser oder in die Badewanne ging.

Ein Buch über die Beziehung Kokoscha-Alma Mahler Werfel habe ich, glaube ich, einmal gelesen und Evely Grill hat, glaube ich, in einem ihrer Bücher auch ein ähnliches Motiv erwähnt.

Wieder viele Besucher und einige Bekannte, Christian Schreibmüller, Gerhard Jaschke, etc, die Angela und der Wolfgang Helmart die meistens kommen und sich mit mir  auch unterhalten, waren nicht da, dafür Matthias Fallenstein, dessen Frau ich ja gerne in dem Pfelegeheim, in dem sie sich seit ihrem Schlaganfall befindet, besuchen möchte und Julya Rabinowich hat mir ihr Buch versprochen, würde mich sehr freuen, wenn es kommt.