Lesen in Frankreich

Ich habe mir vor einigen Jahren angewöhnt, wenn ich auf Urlaub bin, immer etwas aus dem jeweiligen Land zu lesen. Also französische Bücher in Frankreich, Schweizer Literatur in der Schweiz, Kroatisches in Kroatien, etcetera.

Alles in deutscher Sprache natürlich, obwohl ich in der Straßergasse ja fünf ahre Französisch gelernt habe. Hängengeblieben ist leider gerade soviel, daß ich mir einen “Cafe au lait!”, bestellen kann, fragt der Kellner dann nach, ob ich warme oder kalte will?, verstehe ich ihn dann schon nicht und der Alfred hat ja eigentlich schon im Juli nach Frankreich reisen wollen. Also habe ich in meinen Regalen und Stößen nachgesehen, was ich da von französischen Autoren haben und bin fündig geworden, denn die liebe Doris Kloimstein, die ja schon seit Jahren immer einige Wochen nach Frankreich fährt, hat mir da einiges gegeben.

“Den Fetzen”, den “Zopf”, etcetera, einen Beigbeder habe ich in Wien gefunden, also alles aufgeschrieben und dann ist es sich für den Juli nicht ausgegangen, weil ich ja noch den Peter Gstöttmeier lektorieren mußte.

“Aber im August!”, haben wir dann entschieden und als es soweit war, die Reisetaschen zu packen, hatte ich sieben Rezensionsexemplare, die ich alle noch lesen sollte. Alles von nicht französischen Autoren, aber viele Krimis und dabei war mir ein französisches Buch angekündigt, das bis zum zehnten August nicht gekommen ist. Jetzt ist es vielleicht gekommen, wurde aber von der Post wahrscheinlich zurückgeschickt.

Also diese sieben Bücher und das französische ade? Denn ich lese jetzt eher langsam. Dann habe ich aber doch noch auf den französischen Stapel gegriffen, mir den “Zopf” mitgenommen und dann die Annie Ernaux, die mir die liebe Doris mitgebracht hat, als sie der Alfred zum Grillen eingeladen hat und als ich zum “Fetzen”, ein eher dickes Buch greifen wollte, ist mir ein kleines dünnes Büchlein mit “Gebeten der Einsamkeit”, auch ein Geschenk von der Doris in die Hand gefallen, von Antoine de Saint- Exupery in die Hand gefallen und der war ja ein Franzose.

Also damit losgefahren. Zehn Bücher für drei Wochen wäre eigentlich genug, wenn ich in den letzten Wochen höchsten zwei gelesen habe. Aber dann sind wir drei Tage Autobahn gefahren, bis wir an den ersten Zielpunkt gekommen sind und ich habe mir gedacht, hätte ich doch mehr mitgenommen und was mache ich, wenn mir auf der Fahrt der Lesestoff ausgeht?

“Kein Problem könnte man so sagen!”, denn es gibt ja inzwischen die offenen Bücherschränke, in Frankreich gibt es die auch und so hatte ich bald ein Kinderbuch von einem Bär, der tanzen lernen wollte, in der Hand, das ich mir mit meinen “Larousse” sehr gut übersetzen konnte und das jetzt die kleine Lia anschauen kann.

Also was gibt es in den Bücherschränken, was vielleicht leicht zu lesen ist, wenn wir dann die drei Tage wieder zurürckfahren?

Da gab es die “Breaking News” einer Sabrina Peru, die sogar eine persönliche Widmung in das Buch geschrieben hat und das “24 nouvelles baroques”, also meistens nur ein paar Seiten lange Texte enthält, was eigentlich ideal für die Französisch Auffrischung ist. Dann kam noch “Le Scaphandre et le Papillon”, also der “Taucher und der Schmetterling” hinzu. Müßte mit dem “Larousse” eigentlich auch gehen.

Bei Ernest Hemmingways “Paris est une feete” wäre das sicher schwieriger. Aber da habe ich zum Glück das Buch auf Deutsch in Wien und in dem kleinen bunten Kästchen in St. Denis gab es noch ein paar dünne Groschenbüchlein.

“La derniere nuit”, “Die letzte Nacht”, habe ich mir da herausgenommen, dann aber auf der Rückfahrt, doch lieber Erika Pluhars “Tagebücher” aus der “Edition neue Frau” hinausgenommen, was ich, wie ich in meinem Katalog dann feststellte, auch schon hatte, aber nicht gelesen habe.

In St. Denis auf der Insel, wo sich die liebe Doris immer ein paar Wochen einmietet, gibt es, vis a vis des kleinen Schränkchen, wo sich der Markt und auch das Kulturhaus befindet, ein Geschäft mit der Aufschrift “Jedes Buch um einen Euro” und das war ein ganzes Lager oder Flohmarkt.

Das meiste Französisch, aber auch einiges Deutsches von der Luise Rinser, der Christa Wolf und auch noch andere alte DDR-Ausgaben, gab es da, die ich aber liegenließ und dann gibt es noch die französischen Autoren vor Ort und da bin ich schon in einem kleinen Örtchen, wo es außer einer Touristeninfo nicht viel gab, auf einen Pierre Loti-Platz gestoßen, einem berühmten Dichter , der jetzt vergessen ist, aber viele Bestseller geschrieben hat, die es inzwischen nur mehr auf Französisch gibt, und der angeblich 1904 den NB bekommen hat oder dafür nominiert war, denn da habe ich einen Frederic Mistral, auch ein Franzose, auf der Liste gefunden.

In der Touristeninformation in Saint Denis gab es aber eine Broschüre über den Dichter, der von 1850 bis 1923 gelebt hat und es in St. Pierre auf der Insel auch ein Wohnhaus oder ein Museum von ihm gibt und die Doris erzählt mir auch immer von einer Anne-Marie Mechain, die in St. Denis gelebt hat und die sie nun nach und nach übersetzt.

In Saint Denis habe ich den “Zopf “zu lesen angefangen und dann sehr schnell die Annie Ernaux und den Antoine de Exupery ausgelesen und mich dann, wie schon beschrieben, entschlossen auf der Rückfahrt die Pluhar zulesen und in Bregenz gab es dann auch einen Bücherschrank mit vielen Funden. Da ist sogar Arno Geigers “Uns geht es gut” darin gelesen, was ich aber schon gelesen habe, als wir von unserer Bodenseerundfahrt nach Wien zurückgefahren sind.

Den Reinhard Bilgeri hätte ich von Bregenz nach St. Pölten lesen können. Aber daran habe ich erst gedacht, als wir schon fast in Harland war und diese Frankreichreise war also eine intensive Lesereise und die neuen Buchpreisbücher wurden da ja auch bekanntgegeben, die ich im September lesen kann.

Leserkritik und Lesegewohnheiten

Eigentlich habe ich diesen Artikel nur “Lesegewohntheiten” nennen wollen, bin ich aber daraufgekommen, daß es in diesem Blog schon zwei so genannte Beiträge gibt. Ja ich blogge schon über zwölf Jahre über mein Schreiben und mein Lesen und darüber, daß es mir nicht und nicht gelingt, in den Literaturbetrieb hineinzukommen, obwohl ich mich Ja so sehr darum bemühe.

“Kunststück!”, wird da wohl der Uli grollen.

“So wie Sie schreiben und keinen geraden Satz zusammenbringen, kein Stilgefühl haben und und und…!”

Ja, das Netz und die Kitik, da gibt es ja den Haß im Netz, von dem bin ich eigentlich verschont oder bekomme ihn zumindestens nicht so, daß ich mich nicht gegen ihn wehren kann.

Aber der Vorworf “Mei so etwas Schlechtes habe ich noch nie gelesen!”, ist schon öfter gekommen. Einmal auf einen Bericht über die Lesung, die ich im “Häferl” gehalten habe, da habe ich gedacht, daß das eine von meinen zwei damaligen Kritikerinnen war, die unter anderen Namen diese Kritik äußerte.

Dann ist der Uli gekommen, dem meine “Schlampigkeit” nicht gefällt und mich wahrscheinlich gerne mit den Maßband vermessen will.

Ja, ich habe Rechtschreibfehler weil ich mich Erstens noch an die alte Rechtschreibung halte und eigentlich nicht verstehe, warum ich das, was ich in der Schule lernte auf einmal abändern soll? Und dann habe ich ja in der Schule schon mit meiner Deutschlehrerin darum gekämpft, daß sie mich so schreiben läßt, wie ich will. Sie hat mich gelassen, mir dafür einmal nur ein “Minus sehr gut!”, gegeben und mir in weiterer Folge damit wahrscheinlich einige Stipendien vermasselt, aber daran bin ich selber schuld, daß ich mich patout nicht anpassen will, so wie ich heute keine Maske trage, war das damals das Rebellische an mir.

Inzwischen hat sich das schon sehr ausgewachsen, korrigiere ich doch meine Bücher oft hunderte Male, habe aber wahrscheinlich immer noch meine eigene Rechtschreibung und die halten manche Leser nicht aus und geben dann ihre Kommentare.

Manche regen sich auch auf, wenn ich zu spät in eine Veranstaltung komme, ja ich blogge ehrlich, gehe jetzt aber ohnehin in keine hin und manche Leser oder sind es Leserinnen gefallen auch nicht meine Rezensionen, die ich aber ohnehin nur Besprechungen oder literarische Skizzen nennen. So hat mir A. Yanger kürzlich vorgeworfen, sie hätten Grundschulniveau und mir dann unterstellt, daß ich die Bücher oder den “Himmel auf Zeit” nicht gelesen oder nicht verstanden hätte.

Was mich ein wenig erstaunte, da ich da ja eher den Inhalt wiedergegeben habe. Aber vielleicht war es das, was den Leser oder die Leserin störte, im “Literaturcafe” gab es bei dem neuen Seethaler-Buch ja auch so eine Diskussion oder die Frage, ob der sich bei seinem Mahler-Portrait vielleicht an “Wikipedia” orientiert hätte?

Nun, ich orientiere mich an “Wikipedia” oder schaue meistens nach, wie die anderen das Buch bewerteten und ich, liebe Frau oder lieber Herr Yanga, lese alle Bücher, die ich bespreche und bin auch eine, die sich darüber ärgert oder unverständlich findet, wenn ein Blogger schreibt “Ich vergeude doch nicht meine Lebenszeit an einem schlechten Buch!”

Das ist etwas, was mir nicht gefällt, weil ich mich dadurch wahrscheinlich persönlich angegriffen fühle, daß ich vielleicht auch schlecht schreibe und habe auch die Erfahrung gemacht, daß zumindestens ich nicht ein Buch an der ersten Seite beurteilen kann und auch nicht will.

Bei der Lilian Faschinger habe ich über das erste Kapitel geflucht und wollte da vielleicht das Buch schon wegwerfen, dann bin ich hineingekommen und habe den Sinn verstanden.

Und nein, ich verstehe nicht alle Bücher und schreibe das meistens auch in meiner Besprechung und manchmal, wenn sie sehr unverständlich,, wie beispielsweise der Arno Schmidt sind und ich mir eigentlich ein Jahr Zeit nehmen müßte, um wie bei “Zettels Traum” den Inhalt zu verstehen, was ich angesichts meiner Bücherberge nicht kann, überfliege ich das Buch zu Ende und schreibe dann darüber.

Ich lese hundertfünzig bis hundertsiebzig Bücher im Jahr, wie man an meiner Leseliste merken kann. Aber eigentlich nicht so schnell, auf jeden Fall keine sechzig Seiten in der Stunde, wie ich bei manchen Bloggern hörte, daß sie das tun würden. Aber konsequent am Morgen und wenn ich nicht weggehe auch am Abend in der Badewanne und ungefähr drei Bücher in der Woche und da ich ja ab August inzwischen “Buchpreis” lese und es da ja den deutschen, den österreichischen und auch den Schweizer Buchpreis gibt, muß ich mich wohl beeeilen, um die vierzig Bücher, die ich in diesem Jahr noch zu lesen habe, auch zu schaffen.

Da kann man vielleicht auch sagen, daß ich ein bißchen flüchtig bin. Wahrscheinlich stimmt das und wahrscheinlich ist es mir auch deshalb so wichtig, das Buch zu verstehen, beim Lesen nach einer Struktur zu suchen und das wenn es geht, auch zusammenzufassen.

Bei allen Bücher geht das nicht. Dann versuche ich es anders und meistens gelingt mir das auch und ich habe, bevor ich zu bloggen angefangen habe, auch schon Bücher besprochen.

Da gab es so eine Aktion von “Thalia”, die Leserrezesionen suchten. Da habe ich regelmäßg hingeschickt und auch ein paarmal, wenn sie den Text abdruckten, einen zehn Euro Gutschein dafür bekommen.

Da habe ich mir meinen Besprechungsstil wohl angewöhnt, den Inhalt zusammenzufassen, meinen Bezug zum Autor, wenn ich einen habe, dazuzuschreiben und auch, weil ich ja einmal geschrieben habe, daß ich soviele Bücher lesen, weil ich herausfinden will, was der jeweilige Autor besser als ich kann, meine Gedanken zum Schreibstil, etcetera.

Als ich damals angefangen habe, habe ich, glaube ich, die Eugenie Kain sagen gehört, daß Inhaltsangaben keine Rezensionen sind. Diese Meinung vertritt auch, glaube ich, Sigrid Löffler, die grand dame, der Rezensenten, wenn sie sich über die schlechten Blogger- oder “Amazon-Rezensionen” aufregt und ich habe damals, glaube ich, gedacht, dann nenne ich meine Berichte besprechungen und daß mit der Zusammenfassung ist mir auch deshalb wichtig, weil ich meine Besprechungen ja als Erinnerungsstüzten oder mein persönliches Archiv betrachte.

Ich spoilere auch viel, wo sich auch einige Blogger oder Autoren aufregten, glaube aber, daß ich mit meinen inzwischen über tausend Buchbesprechungen ein sehr schönes Archiv angesammelt habe, was zumindestens für mich sehr nützlich ist.

Ob ich meine Leser damit anrege, die Bücher zu lesen oder zu kaufen, weiß ich nicht, will auch niemanden bevormunden. Wenn sie sich aber für mich und mein Lesen interessiert, wird man vielleicht auch auf die Bücher neugierig und so habe ich, glaube ich, auch “Leselustfrust” einmal zu Ilse Kilic gebracht, Sigi Maron hat mir einmal geschrieben, daß ihm meine Beprechung seines Buches sehr gefallen hat und Monika Helfer hat sich, glaube ich, über die Besprechung von “Maramba” auch sehr berührt gezeigt.

Das sind so die Erlebnisse die man beim Bloggen haben kann und ich denke, daß ich mich inzwischen, auch wenn ich nicht Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft, sondern Psychologie studiert habe, sehr gut in der Gegenwartliteratur auskenne, wahrscheinlich eine der wenigen bin, die wirklich alle Buchpreisbücher liest und die Verlage sind, glaube ich, mit meiner Art der Besprechung nicht so unzufrieden, auch wenn mich ein Verlagsmann schon wegen meiner Flüchtigkeitsfehler mahnte, damals hatte ich einen neuen Computer und bin sehr oft hängen geblieben, jetzt ist der bald kaputt bleibt und nimmt es mit den Leerstellen nicht so genau, so daß ich wahrscheinlich öfter, als einmal korrigieren müßte. Da bleibt bei einem Einfrauenberieb oft etwas übrig, wo ich “Der Weg ist das Ziel denke!” und mich Zeitgründen nicht mehr damit befasse.

Übers freundliche Korrigieren dankbar bin, aber mit Sätzen, wie, “Das ist Grundschulnieveau!”, nicht so viel anfange, denn das habe ich, nachdem ich jetzt schon wahrscheinlich sechzig Jahre sehr viel und regelmäßgig lese, mir schon in der Hauptschule immer viele Bücher aus der Bücherlade ausgeborgt habe und einmal sogar eines abschreiben wollte, mir als Studentin sehr viel Bücher kaufte, sie auch sammle und wahrscheinlich auch einige tausend gelesen habe, wahrscheinlich nicht, wenn auch vielleicht einen eigenen Stil.

Aber wenn jetzt ein Grundschüler oder ein Legastheniker mehr oder weniger mühsam ein Buch liest und es es dann genauso mühsam bespricht, würde ich “Toll!”, sagen und nicht “Mei so was Schlechtes habe ich noch nie gelesen!”, weil ich ja niemanden abschrecken will.

Ich verreiße, auch wenn ich vielleicht ein nicht so gelungenes Buch gelesen habe, nicht oder nur selten, weil man auch da wertfrei seine Meinung äußern kann und da ich viel und eigentlich alles lesen will, lese ich fast nie ein Buch zweimal. Habe aber schon einmal bei einem Buch noch einmal angefangen, wenn ich nicht mehr mitgekommen bin und denke immer noch, das Lesen ist schön und eigentlich will ich alles lesen!