Kritische Literaturtage in der Brunnenpassage

Die kritischen Literaturtage, wo die linken und engagierten Kleinverlage ihre Bücher ausstellen und Lesungen veranstalten, gibt es schon einige Jahre. Einmal war da da im Gewerkschaftshaus an der Donau, sonst inl der Brunnenpassage, wo es ein Kulturcenter mitten im Brunnenmarkt gibt. Ulli Fuchs ist die Organisatorin und leider kann ich, weil ich ja keinen Verlag habe, dort nicht lesen, obwohl ich immer wieder anfrage und mich noch immer ärgere, daß ich vor vier Jahren, die “Unsichtbare Frau” zu Hause gelassen habe, denn da war ja die Geschichte mit dem Ibizza-Video und alle sind zum Ballhausplatz gelaufen, um dort zu demonstrieren und da hätte ich, wahrscheinlich den wenig Übergebliebenen vorlesen können.

Eine versäumte Gelegenheit und heuer ist es auch sehr schwierig, denn ein paar Meter daneben, nämlich in der Grundsteingasse fand am Freitag, wo die KritLit eröffnet wurde, die Vollverammlung zu fünfzig Jahre GAV statt. Also sehr viel Literatur nebeneinander, denn die KritLit speist sich ja mit linken Autoren, die alle in der GAV sind und so habe ich heuer, nicht nur die Auftaktveranstaltung in der ÖGB-Fachbuchhandlung, weil ich da in der Rasumovskygasse war, versäumt, sondern auch die ersten Lesungspunkte und bin erst zur IG feminstischer Autoren zurechtgekommen, wo Doro Pointner aund Gerlinde Hacker und noch andere Frauen ihre feministische Texte vorstellten, die sich natürlich um die schwarze blaue Regierung in NÖ und die wenig frauenfreundlichen Bedingungen, die dort gestellt werden, drehten.

Da gibt es ja auch eine Ausschreibung, wo ich einen Text schreiben und einreichen könnte, was ich ja früher immer tat und nie gewonnen habe. Also lasse ich es vielleicht und dann kam Eva Schörkhuber die ja auch GAV-Mitglied ist und die ich vom Volksstimmefest kenne und stellte mit einer anderen Frau eine Collage aus dem “PS 8” vor in dem es über das Übersetzen geht.

Das “Verlagshaus Hernals”, wo die “5er Edition”, erschienen ist, folgte wo Alfred Woschitz einen Roman über den Tod eines Kärtner Malers, dem im 2. Weltkrieg eine Bombe getroffen hat, vorstellte und Monika Grill ihre kritischen Gedichte las.

Christl Greller habe ich am “lex liszt-Stand”gesehen, wo sie mir einge Bücher empfahl und ich habe dann Gerald Grassl von der “Edition Tarantl” um Herbert Steiners “Karl Marx in Wien” angeschnorrt und dann hat mich Helmut Steiner angesprochen und mir erklärt, daß er mich von der Galerie in Krems kenne, wo wir früher öfter waren. Er hat seine sechs Bücher ausgestellt und mir freundlicherweise sein “Whnviertel” übergeben. Also lesen, lesen, lesen. Aber dieses Wocheende gibt es noch sehr viel anderes zu tun, so daß ich, wie in Leipzig nicht sehr viel dazu kommen werde.

Am Samstag bin ich über den Flohmarkt in der Neubaugasse nach elf wieder in die Brunnenpassage marschiert und da den Beginn des “Tarantel-Verlags” und der “Literatur der Arbeitswelt” versäumt. Das heißt, wahrscheinlich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und seine Slams, der gerade die Probleme, die man während einer Lesung haben kann,vortrug, habe ich noch gehört.

Dann kam Paul Peter Wiplinger, der ein Buch über seinen Heimatort “Haslach” geschrieben hat und dann kam der Verlag “Guthmann-Peterson” mit Susi Harringer, die sich mit dem “feministischen Vegitarismus” beschäftigen und wieder von den Standlern unterbrochen wurde, die ihre Waren und Geräte in die Garagen vor denen die Bänke aufgestellt waren, verräumen wollten. Das gab einige Unterbrechungen und dann hätte der “Madelbaum-Verlag” beziehungsweise Barbara Eder kommen sollen, die kam aber nicht, sondern Ulli Fuchs, die erklärte, die Lesung fällt auf, weil sich Barbara Eder verspätet hat und ich hatte wieder ein deja vue, wie vor vier Jahren.

Ulli Fuchs kündigte noch an, daß stattdessen die Kinderbuchausstellung gefilmt und vorgestellt werden sollte, was der Kameramann aber nicht wollte und ich packte meine zwei Bücher und die Flyer zum “Tag der Freiheit des Wortes”, die ja am Freitag stattfindet und wo ich wieder lesen werde und übergab zuerst Helmut Steiner, die “Flora Faun” und lud ihm zur Lesung ein.

Dann plauderte ich lange mit Erika Parovsky, der ich wieder erklärte, daß ich da nicht lesen darf, trank inzwischen ein Glas Wein und sah dann die Ulli Fuchs, übergab ihr “Das soziale Kreditsystem” und die Einladung und schlug vor, daß ich doch lesen könne, wenn etwas ausfällt und antwortete fein, kündigte mich gleich an und es gab sogar, was ich nicht erwartet hätte, Honorar dafür.

© Ulli Fuchs

Sehr gut, wenn ich auch etwas behindert war, weil ich die letzten Tage ziemlich heiser war. Es ist aber gut gegangen, ich habe den Anfang gelesen, was ich noch nie getan habe, sondern bisher nur die “1984-Szenen” daraus im “Werkl”, beim Osterspaziergang und bei der “Poet Night” las und dann habe ich noch, was ich sehr interessant fand mit der Ulli Fuchs darüber diskutiert, wieso es keine Corona kritischen Texte gäbe, was ja leider klar ist, weil die bisher als rechts und in die Schwurbler Ecke eingeordnet wurden. Ulli Fuchs meinte aber, daß, wenn einmal Gras über die Sache gewachsen ist und auch die Linken die Sache aufgearbeitet haben wollen, die, wie die Schwammerln aus dem Boden spriessen werden. Das werde ich zwar vielleicht nicht mehr erleben, fange aber schon damit an.

Dann kam die “Parasitenpresse”, daß heißt Astrid Nischkauer und Adrian Kasnitz, die eigene Texte, beziehungsweise Übersetzungen aus dem Lettischen lasen und dann noch Ditha Brickwell mit ihren “Engeltreiber”, aus dem ich sie glaube ich schon in der “AS” lesen gehrt habe.

Dann wäre es eigentlich aus gewesen oder doch nicht so ganz, denn der letzte Programmpunkt zu dem Ulli Fuchs auch deutlich aufgerufen hat, war die Stationenlesung zu “50 Jahre GAV”, zu der ich auch aufgebrochen bin.

Am Sonntag gab es wieder Terminkollisionen, hatte doch die Ruth ihr fünftes Privatissium über H. J. Franke so angesetzt, daß möglichst viele GAV-Kollegen, die aus den Bundesländern angereist kamen, daran teilnehmen konnten und hat dabei offenbar die KRitLit übersehen, die es ja noch am Sonntag ab zwölf gab und da hat die GAV-Kollegin Mechthild Podzeit-Lütjen, die ich noch von der “Frauen lese Frauengruppe” kenne, die eine sehr poetische Sprach hat, mit ihren neuen Gedichtband begonnen und dann kam eine Überraschung, denn ein Corona kritischer Band aus dem “Promedia Verlag” und, stimmt da gab es schon etwas und die “Pandemischen Zeiten”, auch und es hat auch die Donnerstagsddemo gegeben, die von den Linken initiert wurden und eine Demo, die Hannes Hofbauer, initiert hatte. Es wurde Andreas Urbans “Schwerer Verlauf” vorgestellt, ein sehr theoretischer Band an dem sich eine theoretische Diskussion knüpfte, was die Pandemie mit dem Kapitalismus, ecetera zu tun hat. Ich gehe das ja eher praktisch an, aber stimmt, es gibt schon Linke, die die Pandemie auch kritisch betrachten, auch wenn man da eher an die eher an die Rechten denkt.

Dann wurde es wieder experiemtell oder doch noch nicht so ganz, denn die “Edition fabrik.transit” bzw. Eleonore Weber, auch eine GAV-Kollegin, stellte zwei Jugendbücher von Rosemarie Poikarov und Laura Nussbaumer und dann noch den Gedichtband von Nikolaus Scheibner” über “Die Ethik der künstlichen Intelligenz” vor, der ja mit seiner “Edition zeitzoo” selber Verleger ist und zwei Stunden später an die Reihe kam.

© Ulli Fuchs

Dazwischen hatten sich die Reihe mit einer Menge junger Frauen gefüllt, eine Trainerin vom “Writersstudio” war auch dabei, leider habe ich die Ankündigung versäumt, weil ich mir einen Kaffee holen wollte und mich auch ein bißchen mit Helmut Steiner unterhalten habe, so daß ich nicht genau mitbekommen habe,was “mischen/litrobona” eigentlich ist. Es las aber eine junge Frau eine Geschichte über einen älteren Herrn, der einen Autobus verpasste oder den richtigen nicht gleich fand und deshalb in Panik geriet und eine andere, dazwischen habe ich mir dann den Kaffe geholt, auf den ich etwas warten mußte, von einer Dreiecksgeschichte zwischen einem Mann und zwei Frauen.

Dann folgte noch einmal Nikolaus Scheibner und stellte Michaela Hinterleitner, Brigitte Sasshofer und Rudolf Stueger vor und da kam auch der liebe Andi Pianka mit dem ich ja gerade über die GAV diskutierte, um Michael hinterleinter zu hören, mit der er befreundet ist oder die er sehr mag, aber die ist ja auch, wie viele andere Autoren GAV-Mitglied. Man sieht, man kommt ihr nicht aus, ist sie ja die größte österreichische Schriftstellervereinigung, die derzeit schon über siebenhunder Mitglieder hat und da die Ausstellung in der “Kunsttankstelle” noch bis acht geöffnet hatte, bin ich anschließend hingegangen, weil die Ruth dort den Büchertisch bewachte und mich bei ihr erkundigen wollte, wie die gestrige Stationenleseung, die sie moderierte und ihr Privatissimum war ?

Das war jetzt eine sehr sehr intensive literarische Woche, die ich von Leipzig zurückgekommen, hatte, zuerst die Festrede im Rathaus, dann die GAV-Feiern und die KritLit.

Eigentlich wollte ich noch ein Webinar der Jurenka Jurk über das Zeitmanagements machen, aber leider ist meine Anmeldung offenbar verloren gegangen, weil ich derzeit massive Computerprobleme habe und daher von meinen zu Alfreds Computer hinüber switschen muß. Mein Zeitmanagement ist aber, wie man sieht, ohnehin sehr gut, obwohl ich diese Woche weder zum Schreiben noch viel zum Lesen gekommen bin.

Literatur für die Weltverbesserung

Das ist der Anspruch der “Kritischen Literaturtage”, die es seit 2010 gibt und schon seit einigen Jahren in der Brunnenpassage von Ulli Fuchs organisiert, stattfinden und natürlich würde ich dort gerne lesen, es geht aber wieder über die Verlage und so haben in der Passage, die kleineren Verlage, wie “Mandelbaum” “Atelier,” “das fröhliche Wohnzimmer”, etcetera einen Stand und legen ihren Bücher auf und im Freien gibt es ein Lesezelt mit Bänken, wie dann die Bücher präsentiert werden. Vor drei Jahren war ich Corona bedingt das letzte Mal dort, weil vor zwei Jahren Lockdown und im Vorjahr Maskenpflicht und damals war es auch besonders, denn da ist gerade an diesem Wochenende das Ibiza-Video bekanntgegeben worden, das dann zum Rücktritt der Regierung lführte. Da habe ich der Uli Fuchs vorher die “Unsichtbare Frau” gegeben, was ja sehr politisch ist und dann gab es am Samstag und am Sonntag Pausen, weil die Lesenden am Ballhausplatz waren, mir ist aber leider erst später eingefallen, daß ich da einspringen hätte können, hatte aber das Buch gar nicht mit, weil die Taschen ohnehin sehr gefüllt.

Andreas Pavlic, Eva Schörkhuber

Diesmal hatte ich zwei Bücher in der Tasche, die zwar auch politisch, aber Corona kritisch sind, was also vielleicht nicht passend wäre, weil des ja vielleicht als rechts gelten könnte. Das Schöne war aber, daß ich, kaum, als ich die Passage betreten habe, sofort auf bekannte Gesichter getroffen. Der Erste war der Richard, der mir ja vor kurzen ein Buch der Bruni mit seinen Scherenschnitte schickte und die konnte man gleich in einem Lokal nebenan besichtigen. Dann habe ich der Ilse Kilic und dem Fritz Widhalm zugewinkt, sowie der Ulli Fuchs und bin dann gleich auf Julia Danelczyk mit ihrer Assistentin gestoßen, die eröffnen sollte.

Ulli Fuchs hat sich sehr gefreut, daß es endlich wieder eine normale Krilit gäbe, obwohl, wie sie sagte, die Pandemie noch nicht vorbei wäre.

,Nnatürlich nicht, denn jetzt hat sich schon die B4 und die B5 Variante angesagt und zählte dann die teilnehmenden Verlage vor. Die Maria Lautischer hat mir zugewinkt, die die Bücher der Bruni auf ihren Stand verkaufte, sie hat dann meine Bücher dazu gelegt und am Ende das “Seitengewitter” gekauft und die erste Lesung fand, wegen Regen im Inneren statt. Die war von einer Jella Jost und die hat aus “Fahnenflucht-Wie mein Großonkel 1944 überlebte” gelesen, das beim “bündnis alternativer medien” erschienen, also auch kein wirklicher Verlag, erschienen ist. Dann ging es trotz Regen hinaus.

“Macht ja nichts!”, sagte Ulli Fuchs.

“Es wird eh alles gefilmt und man kann sich nachher alles ansehen!”

So bin ich ganz nah der Bühne auf einer Bank gesessen und hier stellte Ralph Klever zwei Bücher vor. Zuerst hat Jürgen Berlakovich, aus “Robot Twitter noir”, ein ziemlich digitaler Roman gelesen, den ich schon in der “AS” gehört habe und dann Herbert Maurer aus seinen Wiener Episoden “Hirn mit Ei”. Dann wurde das Wetter besser. So wurden die Bänke wieder aufgestellt und da stellten eine Reihe junger Frauen mit Migrationserfahrungen ihre bei “Mandelbaum” erschienene Anthologie “In unseren Worten” vor. Das habe ich nicht ganz gehört, hat mich doch Maria Lautischer inzwischen auf ein Stück Toprte eingeladen, weil sie, Ulli Fuchs und eine Angela Geburtstag hatten und dann ging es mit einem Buch über Margarete Schütte-Lihotzky, beziehungsweise deren Wiener Wohnorte vor. Die hat bis zu ihrem Tod in der Franzengasse in einer Dachwohnung mit einer begrünten Terrasse gelebt und interessant ist auch, daß ich kurz vor Beginn der Pandemie in einer Ausstellung im Wien-Museum vormals Musa war, wo ihre Küchen ausgestellt waren und da habe ich noch die Staatsekretärin Lunacek gesehen, die ja bald nach Beginn der Pandemie zurückgetreten sind, weil die Künstler mit ihr unzufrieden waren. Dann wurde es noch spannender haben doch die Ilse und der Fritz den zwölften Teil ihres Verwicklungsroman mit der Jana und den Natz vorgestellt, die, wie sie sagten, sich heuer das letzte Mal an der “Kritlit” beteiligen, weil sie wahrscheinlich in Pension gehen wollen und am Schluß hat noch Konstantin Kaiser seine “Lügengedichte” gelesen. Jopa Joakin, den Joseph, Astrid Nischkauer, Gerald Grassl, der mir ein Buch für das “Literaturgeflüster” gab und noch viele andere habe ich gesehen und am Samstag ging es dann, um zwölf mit Eva Schörkhuber und der “Edition Atelier” weiter, die aus ihrem Roman “Die Gerissene” vorstellte, aus der sie, glaube ich, schon beim “Volksstimmefest” gelesen hat, wo es, um eine Mira, ein schlimmes Kind mit einer dunklen Seite, das heißt, sie hat der Tante die Strümpfe zerissen und den Onkel den Hut samt Touplet und dann später nach Algerien ging. An dieser Stelle wurde Eva Schörkhuber unterbrochen, weil die Standler ihre Waren ins Lager räumen wollten. Vorher hat noch Andreas Pavlic seinen in Innsbruck spielenden Roman “Die Erinnerten” vorgestellt in dem es, um den zweiten Weltkrieg geht.

Dann kam die “edition fabrik.transit”, die sowohl Regina Hiber und Thomas Havlik, als auch eine junge Chinesin aus Peking präsentiert, die auch auf chinesisch gelesen hat. Also ganz international und sehr vielfältig, denn dann kam Helga Schicktanz mit eigenen Texten beziehungsweise mit einer Hommage auf den 2010 verstorbenen Andreas Okopenko.

Dazwischen habe ich mir etwas zum Essen geholt, einen Kaffee getrunken und mich wieder mit Maria Lautischer unterhalten, bevor es zu der “Edition Exil” ging, wo zwei Preisträgerinnen des Jahres 2021 ihre Texte lasen und ich mir auch, was ich bisher versäumte, mir die Anthologie mit den Preisträgerinnen holte.

Dann folgten die engagierten jungen Frauen von “P.S. politisch schreiben” die ihre neue Ausgabe zum Thema “Genre” vorstellten, wo es um die Frage ging, was das Genre ist, Kolportageliteratur für die Dienstmädchen im neunzehnten Jahrhunderts, beispielsweise und dann auch wieder Eva Schörkhuber, die einen sehr interessanten Text von einer Frau, die das Sorgerecht für ihre Kinder verloren hat und auf der Straße verfolgt wird,las

Die “edition ex liszt 12”, die, glaube ich, heuer dreißig wird und ich auch einmal bei einer Jubiläumsfeier im Literaturhaus mit einem tollen Buffet war, da stellten Andrea Kerstinger und Beatrice Simonson ihre Erzählbände vor und Andrea Kerstinger hatte auch ein paar Gedichte.

Die “Parasitenpresse” präsenierte Übersetzungen von Gedichten aus Botsawana, Myanmar, Argentinien und Lettland, die von Astrid Nischkauer und Adrian Kasnitz und am Schluß wieder die Zeitschrift “Tarantl” mit Gerald Grassl und Christian Schreibmüller, der in diesem oder im letzten Jahr drei Bücher in der “Edition” herausgebracht hat, da bin ich aber in der Hälfte weggegangen, hat mich doch Andy Pianka um acht ins Amerlinghaus eingeladen, weil er dort seine Corona Dialoge vorstellen wollte. Er kam aber erst um zehn Uhr daran, so daß ich nach zwei Konzerteinlagen gegangen bin und am Sonntag gehts am Yppenplatz mit Richard Schuberth, Alexander Lippmann, Gernot Ragger, etcetera weiter, aber das werde ich ebenfalls versäumen, weil der Alfred für seine Kuba-Freunde ein großen Essen gibt und dafür schon seit zwei Tagen kocht.

Von den kritische Literaturtagen zum Ballhausplatz

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Die “Kritischen Literaturtage”, die alternative  Literaturmesse, der eher linken Kleinverlage, gibt es schon seit einigen Jahren. Sie wird von Ulli Fuchs jetzt in derr Brunnenpassage veranstaltet, einmal war ich auch im Gewerkschaftshaus an der Donau und habe sie nicht immer, aber einige Male besucht und heuer vor, mir mit Ausnahme der Abendveranstaltungen das ganze Programm zu geben, so bin ich , etwas zu spät, zu der  Eröffnung durch die Bildungssekretärin des ÖGBs Isabelle Ourny gekommen, die gerade etwas von der Wichtigkeit, in Zeiten, wie diesen, der kritischen Literatur erzählte und dann kam der Lokalmatador Uwe Mauch, der immer im “Augustin” schreibt und der jetzt seine Sozialreportagen in zwei Büchern herausgegeben hat.

Ulli Fuchs meinte, sie würde ihm den “Max Winter-Preis” verleihen, hat er doch über die “Armut von Wien” und das “Working pur” geschrieben und las einen Text über einen slowakischen vierundzwanzig Stunden-Betreuer mit Rückenschmerzen vor, der sich mit seiner Alzheimer-Patientin Valerie herumquält. Ein  interessanter Text, der zeigt, wie schwierig das Problem ist, denn die alte Frau, die in ihrer Verwirrung der Betreuer quält und beschimpft, braucht Betreuung. Herr Vlado ist aber nicht mehr arbeitsfähig, muß das aber, weil er nur ein paar hundert Euro Pension hat und in der Slowakei die Lebensmittel fast teurer, als in Österreich sind.

Der zweiten Text aus dem zweiten Buch, ein Portrait des “Augustin- Verkäufers ” Helmerl,  wurde dann von diesem selbst gelesen.

Dann kam wieder Christa Stippinger von der “Editon Exil” mit  Magdalena Diercks und Thomas Perle, die ich beide schon bei der Kleinverlagsmesse im Museumsquartier im Dezember gehört habe und außerdem auch noch ihre Bücher auf meinem Lesestapel habe.

So bin ich ein bißchen durch die Brunnenpassage geschlendert, um mir die ausstellenden Stände anzusehen und ein wenig zu plaudern, habe da Gernot Ragger vom “Der Wolf Verlag” getroffen und bin darauf gekommen, daß ich ihn 1989 in Klagenfurt kennengelernt habe, als ich dort mit meiner “Slavica” zum “Preis der Arbeit” eingeladen wurde.  Er hat dabei gewonnen, ich nicht und  inzwischen  viele Bücher herausgeben.

Zu Thomas Perles Lesung, wo er seine Kindheit im Rumänien Ceausescus beschreibt, bin ich aber zurechtgekommen und  von seinem klaren Stil mit denen er seine Erlebnisse, die Mutter wird inhaftiert, weil sie kritisch ist, er bekommt schlechte Noten und als er sich weigert, ein Gedicht auswendig zu lernen,  das seiner Mutter nicht gefallen würde, wird der Vater verhaftet und es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen, sehr beeindruckt.

Dann folgte Alice Harmer, die nicht nur ein Stipendium bei der Stadt Wien bekommen hat, sondern als Burgenländerin auch bei der “Edition  Lex Liszt 12” verlegt mit ihrem sehr poetischen Buch “Die Farbe der Veränderung”.

Dann wurde die steirische Literaturzeitschrift “Perspektive” vorgestellt, beziehungsweise das Heft 96/97 “Bildtestbild – Bild – Störbild”, das offenbar auch eine deutsche Verbindung hatte, wurde es doch sowohl von Silvia Stecher, als auch von Ralf B. Korte vorgestellt und im Heft sind auch viele deutsche Autoren enthalten. Die Texte, die vorgestellt wurden, hatte aber einen starken Wien- Bezug, beziehungsweise beschäftigten sie sich, sowohl mit dem Rechts- und dem Linkspopulismus, als auch mit den Schulen des Schreibens, die es in Österreich gibt.

Dann wurde es politisch, kam doch Gerhard Senft der sich in der “Edition FZA” mit der ungarischen Räterepublik beschäftigte und als letzter am Freitag kam dann noch Georg Fingerlos und stellte sein bei “Bahoe-Books” erschienenens Buch “Verlottertes Blaublut. Entadelte Schwerverbrecher in Österreich 1912-1918” vor.

Dann hätte es noch im Kunstraum Ewigkeitsgasse  Ramona Kasheer ihre Lavant-Vertonungen vorgetragen, aber die habe ich schon bei der letzten Kritlit und vor einer Woche im Literaturhaus bei der Eröffnung der Lavant-Auwstellung gehört und am Donnerstag hat Eva Geber im Weinhaus Sittl über Rosa Mayreder gesprochen  und ihr Buch “Die Anarchistin und die Menschenfresser” szenisch vorgestellt.

Aber da war ich ja beim “Literarischen Lenz”, kann aber anmerken, daß ich die Buchvorstellung schon in der “Alten Schmiede” hörte und mir beim Mandelbaum-Stand aus der Abverkaufskiste “Das Haus in der Landskrongasse” gekauft habe, das ja ein Vorwort von Eva Geber hat.

Als ich am Samstagfrüh das Radio aufdrehte, hörte ich als erstes, daß am Freitagabend ein Video aufgetaucht ist, das Vizekanzler Strache im Sommer 2017 in einer Villa in Ibiza zeigte, wo er einem Lockvogel aufgesessen ist, der sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab und es verfängliche Aussagen, wie die Übernahme der Kronenzeitung, etcetera, gab.

Bis cirka elf habe ich mir sämtliche Radiosendungen und Fernsehsendungen, die ich auftreiben konnte, angehört, hörte, daß ein Rücktritt und Neuwahlen wahrscheinlich seien und es auch eine Demo geben würde.

Ich hatte allerdings die “KritLlit”, die ja auch eine politische Veranstaltung ist, vor, dort war es aber, als ich um cirka halb eins in der Brunnenpassage eintraf, ziemlich ruhig, der angekündigte Frühschoppen des “Septime-Verlags” fand nicht statt und ich hörte, als, um eins Gernot Ragger mit einer Verlagsautorin auftauchte, daß sich die meisten am Ballhausplatz befanden, die Lesung vor allem der Text von Rhonda Lamberty, die einen Kärntner Nachwuchspreis gewollen hat und der von Meeresmenschen handelte, war aber sehr spannend.

Dann gab es wieder eine Pause, weil auch Dieter Bregg, der um vierzehn Uhr auftreten sollte, nicht anwesend war und den Hinweis auf den Ballhausplatz, so daß ich diese nutzte, mich auch dorthin zu begeben, meine erste Demo seit meinem Unfall, aber das Stehen macht mir ja keine Probleme und der Ballhausplatz war auch sehr voll.

Susanne Toth ist mir entgegen gekommen, Peter Clar, habe ich gesehen, “Widerstand!”, wurde geschrieeen, eine “Oma gegen Rechts” sang das “Omalied” und, als die politischen Reden beendet waren und nur mehr Partystimmung, bis es zu der Pressekonferenz oder der erwarteten Kanzlerrede, kommen würde, bin ich, da auch Uli Fuchs, die übertragen wollte, wieder in die Brunnengásse zurückgefahren, wo gerade Verena Mermer, die unter dem Psedonym Louise Werner erschienenen Lebenserinnerungen “Aber mir hat der  Marxismus besser gefallen” vorstellte, ein Buch, der zu diesem politischen Tag hervorragend passte, hat doch die 2018 verstorbene Autorin,  es für sich selbst geschrieben und berichtet hier vom “Lichtermeer” , dem Austeig der Rechten, die Plakate, der FPÖ aus den Neunzigerjahren “Lieben Sie, Scholten, Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?”

Danach kam Thomas Griesel mit einem ähnlichen Buch, hat er doch in zweiunddreißig Bilder, das Leben und die Kriegserfahrungen seines Onkels, in dem Buch “Sehr geehrtes Fräulein Reli!”, beschrieben.

Dann kam der “Mandelbaum-Verlag” beziehungsweise Margit Appel und Martin Birkner mit dem Buch “Digitalisierung? Grundeinkommen!”, wo die Politikwissenschaftlerin vor allem die Rolle der Frauen herausarbeitete.

Am Ende des Samstag kam wieder die Redaktion von “PS”, also vier engagierten Frauen, die ihr neues Heft in Formen einer szenischen <lesung sehr engagiert und feministisch vor stellten und dabei Thomas Frechberger, der auch am Freitag seine Gedichte vortrug, und darüber diskutierten wollten, ignorieren beziehungsweise sich von ihm nicht stören ließen.

Das wars dann für den Samstag, obwohl es noch zwei Abendveranstaltungen gegeben hat, aber ich wollte nach Hause und bin da zu der Pressekonferenz zurechtgekommen, wo Sebastian Kurz, Neuwahlen ankündigte, etwas, was eine sehr postive Überraschung ist.

Am Sonntag ist es dann wieder um zwölf mit dem Buch von Gernot Trausmuth über Adelheid Popp weitergegangen. Da wurde eine theatralische Überraschung von Susita Fink angekündigt und so sang diese gerade auch “Ach, Adelheid, ach, Adelheid!” und hatte eine große Puppe, die offenbar die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene sozialistische Politikerin, darstellen sollte, aufgebaut, der sie nach jeder Strohe eine Tafel in die Hand drückte “Für Frauenrechte” oder “Gleiche Bildung” stand beispielsweise darauf. Dann kam der Autor des Buches, erzählte den Lebenslauf der Autorin und zitierte einige Texte, darunter dievon Alfons Petzold, die sich darauf bezogen.

Dnn kam die “fabrik transit”, das ist eine bosonderer Kleinverlag, wo auch Doris Nussbaumer ihreTexte hat. Außer ihr, die gar nicht im Programm angekündigt war, haben noch Martin Winter, Eleonore Weber und Sonja Gruber gelesen.

Die nächsten zwei Stunden warem dem Schwerpunkt Afrika gewidmet. Da las zuerst der ehemalige Botschafter von Marokko und Senegal, Gerhard Deiss, aus seinem bei der “Edition Atelier” erschienenes Buch “Rückkehr nach Europa” und dann kam Esperance  Bulayumi aus dem Kongo und stellte zwei Bücher vor, die sich sowohl mit der kolonialen Aufteilung Afrikas, als auch mit der Migrationsbewegung gbeschäftigen und zum Schluß kam Bekanntes, nämlich das Lesetheater “Tarantl” sprich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und Franz Blaha, stellten ihre Texte, die zum größten Teil aus Dialektgedichten bestanden vor und damit war die KritLit 2019 beendet und ein Erfolg geworden und ich auf dem Sprung zur nächsten Veranstaltung.

 

Wieder einmal kritische Literaturtage

Chor Gegenstimmen

Chor Gegenstimmen

Die KritLit die kritischen Literaturtage, die alternative eher linke Literaturmesse, gibt es ja schon lange, es ist aber sicher zu unrecht auch eine Veranstaltung, die ich meistens, der Harland Wochenenden wahrscheinlich, eher versäumt habe.

Das heißt stimmt nicht so ganz, in dem Gewerkschaftszentrum bei der Donau bin ich mal gewesen, das war auch der Tag wo sie mich beim “Alpha” hinausgeschmissen haben, also unvergeßlich.

Seither findet die Veranstaltung glaube ich eher am Yppenplatz in der Brunnenpassage statt, da ist Uli Fuchs die Organisatorin und da war ich vor einigen Jahren am Freitag, weil wir das Wochenende danach nach Harland gefahren sind. Ich habe mein paar Bücher erschnorrt, mit Andreas Pittler und Doris Nussbaumer kann ich mich erinnern geredet und Uli Fuchs eines meiner Bücher mit dem Zusatz gegeben, daß ich da auch gern mal lesen will.

Seither habe ich nichts mehr von der Veranstaltung gehört, bis auf den letzten ersten Mai, wo wir Uli Fuchs am Ring getroffen haben und sie uns das Programm in die hand drückte und weil wir dieses Wochenende in Wiens sind, passt es wieder einmal daran teilzunehmen.

Ottwald John

Ottwald John

Das heißt auch nicht so ganz, denn für den Freitag ist es sich meiner Stunden wegen nur für das Abendprogramm im Weinhaus Sittl ausgegangen und das war ein ganz besonderes, wäre Heinz R. Unger, der Autor des berühmten “Zwölfeläutens” heuer achtzig geworden.

Da hätte bei “Mandelbaum” ein Gedichtband erscheinen sollen und ist unter dem Titel “Die Freiheit des Vogels im Käfig zusingen” auch erschienen. Nur ist Heinz R. Unger am zwölften Februar gestorben, wo ich gleich die Frage stellen könnte, mit welch anderen berühmten Autor er sich den Todestag teilt und so ist das Buch posthum vorgestellt worden und die “Gegenstimmen” haben einige seiner Lieder gesungen. Ottwald John und Christina Zurbrügg sind auch mit Unger Gedichten aufgetreten und ich habe mich sozusagen von dem Dichter verabschieden können, den ich, glaube ich, als sehr freundlich in Erinnerung habe.

Er ist, glaube ich, einmal auch mit mir bei einer der Veranstaltungen der Ruth im Burgenland in Schloß Schlaining gemeinsam aufgetreten und seinen Griechenlandroman habe ich glaube ich auch einmal mit dem Alfred bei einer Lesung gehört.

Christina Zurbrügg erwähnte bei ihrer Lesung, das 1971 bei “Jugend und Volk” erschienene Bändchen “Die Stadt der Barbaren” und das habe ich mir, glaube ich, irgendwann und irgendwo gekauft und das Pelikanstüberl des Weinhaus Sittls, wo sonst immer Lesetheaterveranstaltungen stattfinden, war auch ziemlich voll.

Meine Hauptschulkollegin Christa U. die ich  meistens nur im Sommer bei Outdoorveranstaltungen oder im Literaturmuseum treffe war da und sie hat mir, wie sie mir sagte, auch ein Gechenk bebracht, weil sie mich irgendwie erwartet hat, nämlich vier Notizbücher, die ich  immer sehr gut brauchen kann, wofür ich ihr das “Bibliotheksgespenst” überreichte und da ist ja eine Szene darin, wozu sie mich inspirierte und ein interessantes Gespräch über seine Thomas Bernhard Erlebnisse, habe ich bei einem mir bekannten Polit-Aktivisten, den ich sonst meistens am ersten Mai oder auf Demonstrationen höre, auch mitgelauscht.

Yela Brodesseer mit Musikgruppe

Yela Brodesseer mit Musikgruppe

Am Samstag ist es dann ab zwölf in der Brunnenpassage weitergegangen und diesmal war das Programm im Außenbereich, Bänke und Sonnenschirme gegenüber den Abstellräumen, wo das immer die Händler ihre Wagen hineinrollten oder die Kinder mit ihren Rädern vorrüberrollten.

Eine ganze Reihe der eher kleinen kritischen Verlage, das “Fröhliche Wohnzimmer”, “Atelier”, “Tarantel”, die “Edition taschenspiel”, von der ich ja schon einmal zwei Bücher gelesen habe. Eine Kinderleseecke mit einer Kinderbuchausstellung “Mutige Mädchen – starke Frauen” gab es auch und dort hat der erste Programmpunkt zu dem ich zurechtgekommen bin, stattgefunden, nämlich ein Gespräch zum dreißigjährigen Bestehen des “Guthmann Peterson Verlag” und da hat der Verleger seinem Publikum jeweils eine Frage gestellt, die es beantworten mußte.

Die Letzte war Uli Fuchs, die heute Geburtstag hatte und die dem Publkum verriet, daß sie sich zwar nicht für Fußball interessiert, aber Fußballbücher gelesen hat und sie auch mit  Christine Nöstlinger und ihren Büchern aufgewachsen ist.

Dann ging es ins Freie zu Robert Streibel von dem ich ja schon “April in Stein” gelesen habe. Jetzt hat er sich weiter mit der Geschichte Krems beschäftigt und ist da auf einen Lehrer gestoßen, der mit zweiundzwanzig in den Krieg geschickt wurde und dort mit einem Freund leisen Widerstand betrieb. Der Freund wurde deshalb hingerichtet. Er hat ein Buch darüber geschrieben, daß 1947 erschienen ist, aber nicht sehr erfolgreich wurde, jetzt wurde es in der “Biblitohek der Provinz” wieder aufgelegt und Robert Streibel hat daraus gelesen.

Dann gings zu einer Gegenwartautorin nämlich Ulrike Kozeschnik, die bei “Taschenspiel” einen Erzähband verlegte, wo die Protogonistinnen offenbar keinen Namen haben, eine Geschichte mit Namen “Abschied”, wo es um das Sterben des Geliebten geht, wurde vorgelesen.

Dann ging zur “Edition Atelier”, wo ich mir schon vorher in der Pause zwei Bücher um je fünf Euro gekauft habe und war, was ich schon immer wollte, Hilde Spiels “Kathi auf der Brücke” und dann Wolfgang Popps “Wüste Welt” das ich ja einmal beim Bücherquizz der “Buch Wien” fast gewonnen hätte.

Bei der Präsentation ging es auch um eine Neuauflage und zwar präsentierte der Verleger Jorghi Poll Alfred Pratt die “Welt ohne Hunger”, das der Autor 1916 geschrieben hat, es wurde zu einem Welterfolg. Der autor ist aber leider schon ein paar Jahre später an der spanischen Grippe gestorben und deshalb fast vergessen und kann jetzt wieder entdeckt werden, da sich die “Edition Atelier ja sehr mit Wiederauflagen vergessener Dichter beschäftigte und ich aus diesem Verlag  noch Else Feldmanns “Travestie der Liebe” auf meiner heurigen Leseliste habe.

Weiter ging es mit den vergessenenen Dichter und zwar stellte da Dieter Braes  Jakob Haringer vor, der ein ziemliches Original gewesen sein mußte, Bettel- und Schnorrbriefe schrieb, sein Publkum beziehungsweise die anderen Dichter, wie Goethe oder Hofmannsthal beschimpfte, auch bei der Müncher Räterepublik beteiligt war, dann aber die Staatsbürgerschaft verlor, seinen eigenen Tod mehrmals bekanntgab, aber erst viel später gestorben ist.

Am schluß wurde es  besonders interessant, denn da kamen drei junge Frauen und stellten Namenschildchen vor sich in, auf einem stand El Awadalla, auf dem in der Mitte der einer offenbar jüngeren Dichterin und dann auf der anderen Seite Ulrike Dreasner.

Die jungen Frauen sind herausgeberinnen einer Literaturzeitschrift, die sich mit dem Literaturbetrieb aber auch mit dem Alter beschäftigten. So las die eine Aussagen von El Awadalla, die ich ja vor vierzig Jahren im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte vor und die meinte, daß sich im Literaturbetireb seit damals nicht viel positives verändert hat. Die Gagen und die Stipendien sind gleich, Verlage sind eingegangen, so gibt es ja auch den “Wiener Frauenverlag” nicht mehr und Widerstandslesungen sollte man wahrscheinlich auch wieder halten, das überläßt El Awadalla aber den jüngeren Frauen.

Dann wurde ein Text vorgelesen, der von zwei Schwestern und dem Tod ihrer Mutter handelte und es gab auch noch ein Interview mit der ebenfalls schon älteren Ulrike Draesner und Schokolade und das Buch samt Geburtstagswünsche gab es für Uli Fuchs von den Autorinnen auch, die dann allen empfahl das Buch zu kaufen.

Dann war die Messe noch eine Stunde geöffnet, wo ich mich sehr intensiv mit Wolfgang Helmhart beschäftigte, bevor es wieder ins Weinhaus Sittl ging, denn Uli fuchs hat sich da von Ramona Kasheer ein Solokonzert mit Christine Lavant Vertonungen gewünscht, denn die 1973 geborene Sängerin und Gitaristin hat sich schon lange mit der ebenfalls 1973 verstorbenen Kärntner Dichterin beschäftigt. Sie sang aber auch Beatles Songs erzählte von ihrer Großmutter, die in einer Wäscherei gearbeitet hat und amSchluß gab es noch ein Geburtstagsständchen für Uli fuchs, die sich, weil ja Sozialistin keine roten Rosen, sonder solche Nelken wünschte.

Am Sonntag, dem Muttertag, war es  im Lesebereich ziemlich heiß und die Bänke sowie die Sonnenschirme wurden verrückt, damit alle ein schattiges Plätzchen fanden und als Erstes wurde das Buch “Ausnahmezustand” von Thomas Aiginger vorgestellt, das auf dem Yppenplatz spielt und das sich der Alfred schon gekauft hat.

Dann sollte Eva Geber mit Rosa Mayreder folgen, weil sie aber einen Unfall hatte, folgten zwei Bücher über die Novemberrevolution, eines aus dem “Mandelbaum-Verlag”, der auch Eva Geber präsentiert hätte, das zweite wurde wieder von Dieter Braeg und der “Buchmacherei-Berlin”, dem Verlag für politische Bücher vorgestellt, der für sein wiederaufgegelegtes Buch von  Richard Müller “Vom Kaiserreich zur Republik”  sehr viel Werbung machte und meinte, daß es jeder kaufen sollte.

Dann wurde es wieder literarischer oder auch musikalisch, denn es folgte ein afrikanischer etnoglogischer Ppolitkrimi  “Rote Erde” von  Yela Brodesser aus der  “Edition Mocca”, die kam aber mit Verstärkung, so daß auch gesungen und afrikanisch getrommelt wurde und in demBuch geht es um eine Studentin, die in Afrika ihre Diplomarbeit fertig schreiben will, dort einen Musiker kennenlernt und in eine Demonstration gerät, bei der sie flüchten muß.

Am Scbluß ging es zu “Bahoe Books”, wo ich ja vor kurzem einen Comic über den 12. Februar im Schrank gefunden habe und da stellte Georg Fingerlos ein noch nicht erschienenes Buch vor, in es um den ersten Weltkrieg und die blutroten Kirschen von Graz soiwe dem Fenstersturz von St. Lorenzen von 1921″ geht.

Das waren die kritischen Literaturtage 2018 und ich muß sagen sie waren sehr interessant und jetzt geht es gleich weiter mit der Literatur, denn es gibt ja noch viele andere kleinere oder größere Verlage, die ihre Bücher ebenso vorstellen.

So geht es morgen zu einer “Wortreich-Präsentation” in die Buchhandlung Kuppitsch und ein Buch zu 1938 wird in der Wien-Bibliothek am Dienstag  vorgestellt und das Centrope-Festival der “Dokumentationstelle für ost-und mitteleuropäische Literatur” naht  sich auch.