Der letzte Abend der Sommerlesetheaterreihe im Weinhaus Sittl war den von H. C. Artmann, übersetzten Villon Balladen gewidmet und interessanterweise hörte ich das am Morgen bei den Kulturhinweisen in Ö1 und als ich den Garten erreichte war es sehr voll und wieder einmal schwierig einen Platz zu finden.
Aber diesmal andere Leute als sonst im Publikum, außer Ottwald John und Thomas Northoff eigentlich keine Leute, die sonst zu den Veranstaltern kommen.
Dafür sind wir an einem Tisch mit einem Schauspieler und einem Kunsthistoriker gesessen, mit denen wir dann später sehr angeregt diskutierten, ob Josef Weinheber ein nationalsozialistischer Dichter war.
Conny Hannes Meyer war da und der 1951 in St. Pölten geborene Schauspieler Erwin Leder, der den Abend alleine mit Heinz Jiras an der “Kwetschn” gestaltete , gab zuerst einen Einblick über das Leben des 1431 in Paris geborenen Francois Villon, den als einen der bedeutensten Dichter des französischen Mittelalters bezeichnete, der ein sehr bewegtes Leben hatte, oft im Gefängnis saß und auch in verschiedene Raufhandel verwickelt war, aber auch viele satirische Gedichte und einige Testamente schrieb, also vielleicht ganz gut als Abschluß zu unserer Frankreichreise und meinen Frankreichleseschwerpunkt passt.
Der 1921 in Wien-Breitensee geborene H. C. Artmann hat diese Balladen 1968 übersetzt beziehungsweise in eine Wienerische Sprache übertragen. Es gibt achtundzwanzig Balladen, die von Erwin Leder von Musik begleitet, gesungen wurden und das Publikum, es war auch ein Kamermann da, sehr begeisterte.
Der 1939 geborene, dreifache Doktor, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, GAV-Präsident, Lesetheatergründer, Devianzforscher und vieles andere mehr Rolf Schwendter ist vor zehn Jahren gestorben. Deshalb hat oder hatte er auch in der Sittl-Sommerlesereihe heute eine Veranstaltung, die von Hanrei Wolf Käfer gestaltet und von Gerhard Ruiss, Birgit Schwaner,Andrea Pauli, Thomas Northoff, etc. gelesen wurden und es war für mich eine etwas ungewöhnliche Veranstaltung, wo ich Rolf Schwendter, den ich gut kannte, gar nicht so wiedererkannte. Hat Hahnrei Wolf Käfer in seinen Text etwas von Maßanzügen und Exellenzen und gemieteten Palais für die Lesetheaterveranstaltungen geschrieben.
Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer
Aber der dreifache Doktor war ein sehr ungewöhnlicher Mann, übergewichtig, viel essend, immer eine blaue Hose, Marxist, Altachtundsechziger, kein Telefonbesitzer oder nur in der Nacht erreichbar, kein Computer, keine Schreibmaschine, sondern alles handgeschrieben. Kochbuchschreiber, Lyriker, beim Volksstimmefest hat er immer als letzter gelesen und das Lesetheater hat er mit Brigitte Guttenbrunner, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte, deren Text “Hände falten” hieß er, glaube ich, sehr beeindruckend war, die beim Bachmannpreis einmal gelesen habe und von der ich schon lange nichts mehr hörte, Evelyn Holloway und Hansjörg Liebscher gegründet.
Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer
Ein paar seiner Bücher habe ich in meinen Regalen, da gibt es die “Drizzling fifties”, die “Katertotenlieder, Rolf Schwendter ar auch ein großer Katzenfan, die “Unmöglichkeit zu telefonieren” aus denen auch, sowie aus dem “Psalter” und dem “Blues auf dem Weg zum Wahnsinn” gelesen wurde. Dann haben auch Gerhard Ruiss, Thomas Northoff und Birgit Scwaner Texte über ihn geschrieben und weil Rolf Schwendter sehr unkonventionell und spontan war, wurde die Veranstaltung auch nicht geprobt, wie angesagt wurde, was auch zu bemerken war.
Es wurden die Texte oft im Chor gelesen und es ist gut an Rolf Schwendter erinnert zu werden und ich habe ja auch einige Texte über ihn geschrieben.
Rolf Schwendter wiederlesen wurde auch aufgefordert und das ist eine gute Idee und deshalb ist es gut, daß das Lesetheater sich seinem Gründer immer wieder erinnert und da habe ich ihn ja in vielenVeranstaltungengehört. Er hat auch Marathonveranstaltungen veranstatet, so kann ich mich an einen Nestroy Abend erinnern, wo er, glaube ich, den Helden in “Freiheit im Krähwinkel” darstellte, die “Poet Nights” hat er veranstaltet und mich auch einige Male lesen lassen und einige Bekannten habe ich im Pelikan Stüberl, wo die Veranstaltung wetterbedingt stattfand, auch getroffen.
Nach den langen Sommerfrischenwochenenden geht es zum heißen Wiener Sommer und da gibt es derzeit nach meinen Stunden Dienstag bis Donnerstag auch ein Literaturprogramm.
Das heißtdie Sommerlesereihe imWeinhausSittl würde es am Montag geben und da bin ich früher auch öfter hingegangen, aber diesmal am Dienstag und nicht im Garten ,sondern im Pelikanstübern denn da hat mich Claudius Kölz, der Sänger und Sohn vom Ernst, mit dem ich einmal in Mürzzuschlag in derselben Pension logierte, zu einer Lesung mit Musik zum Thema Aneignung eingeladen.
Weil ich um sechs eine Stunde hatte, hin ich erst um halb acht hingekommen, wo gerade Ditha Brickwell aus ihrem Roman “Engeltreiber”, las, wo es um eine Genoveva geht, die nach dem Krieg in verschiedenen Wirtshäuser und Cafes, darunter auch in dem besagten Weinhaus Sittl servierte und sich, wie sich später herausstellte, das offenbar die Erfahrungen von Ditha Brickwells Mutter war.
Claudius Kölz, Julian Wohmuth, Gidon Oechsner, Ditha Brickwell, Christa Nebenführ
Dann kam ein Lied von Claudius Kölz zu “Brassens auf Wienerisch”, danach interviewte Christa Nebenführ ,die zweite Leserin, Ditha Brickwell wie sie zum Schreiben ihrer Kriegserinnerungen gekommen ist, wo es um den Unterschied von Autobiografisch zu Auofiktion ging.
Gerhard Jaschke ist neben mir gesessen. Auf der anderen Seite habe ich Bettina Balaka und Erika Kronabitter gesehen, die ja morgen in der Sommerlesereihe im Cafe Prückl liest und nach einer neuerlichen Musikeinladung las Christa Nebenführ aus ihren “Den König spielen die anderen”, wo sie, glaube ich, auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen hat und es um die schlechte Beziehung zu ihrem Vater ging, vor dem sie ihr Leben lang Angst hatte.
Roman steht auf dem “Klever-Buch”, weil das die Verlagen so wollen, es ist aber eine Collage aus narrativen und poetischen Texte und um Tagebucheintragungen, Telefongesprächen und Mailkontakte geht es auch.
Es war sehr heiß im Pelikanstüberl, so haben wir uns in den Garten gesetzt, dabei Alexandra Millner gesehen und ich habe mich auch mit einer Lehrerin unterhalten, die im Publikum war.
Da war ich ja seit 2019 wegen Corona nicht. 2020 hatte ich mich angemeldet und hätte wahrscheinlich aus dem “Frühlingserwachen” gelesen. Da hätte ich aber eine Maske tragen müssen und deshalb abgesagt und im Vorjahr hat, glaube ich, zusätzlich noch 3G gegolten, da war dann der Alfred, weil sich der, wegen dem Begräbnis der Schwiegermutter getestet hatte, während ich mich ins Literaturhaus streamte.
Aber heuer war alles noch normal, wie lange weiß man nicht, weil die Zahlen wieder steigen und Masken und testen, schon wieder gefordert wird und noch etwas war neu, denn seit 2020 gibt es die Veranstaltung im Weinhaus Sittl vorher war sie im “Siebenstern” und, ich glaube, es gibt sie von Rolf Schwendter initiert seit 2000 und seither habe ichda gelesen und meine Texte vorgestellt– und so war es auch diesmal. Ich habe aber nicht aus einem meiner Corona-Bücher, da sind ja erst vorgestern “Die Uhren” erschienen, sondern aus meinem “Work of progress” “In den Wolken leben oder soziale Kreditsystem” die erste “1984-Szene” im “Werkl im Goethehof” vor vierzehn Tagen habe die drei Winston Smith-Szenen gelesen, denn da war fünfzehn Minuten Lesezeit. Bei der Poet-Night sieben. Aber die Nacht, die bei Rolf Schwendter um drei oder vier Uhr Nachmittag begonnen und um drei Uhr früh am nächsten Tag geendet hat, ist inzwischen auch schon sehr abgespeckt.
Um sechs hat sie begonnen und um halb elf war es, glaube ich aus und circa dreißig Autoren haben gelesen. Die Idee der Poet-Night ist ja, daß die Lesetheatermitglieder, die selber schreiben, ihre eigenen Texte lesen, obwohl immer auch ein paar prominente Autoren eingeladen waren. Ungewöhnlich war vielleicht auch, daß das Pelikan Stüberl des Weinhaus Sittl, als ich es um knapp sechs erreicht habe schon sehr voll war. Im Siebenstern kann ich mich erinnern, daß es um drei oder vier noch ziemlich leer gewesen ist, aber das war auch früher und es sind auch schon ein paar Leute da gewesen, die wie ich, erst sehr spät gelesen haben.
Begonnen hat Anka Mairose Parovsky, die ich schon öfter bei der Poet-Night gehört habe und die eine Coursine der Erika Parovsky ist, die mit ihrer Enkeltochter ebenfalls da war und die Minou Staringer, hat als nächste gelesen und da eine sehr dystopische Geschichte mit Weltuntergangsstimmung präsentiert. Dann kamen schon die Stars. Nämlich Lydia Mischkulnig, die erst gestern in der “Gesellschaft”Esther Kinskys “Rombo” moderierte und ich sie, wenn ich mich nicht irre, vorher am Naschmarkt in einem Cafe mit Brigitte Schwens-Harrant gesehen habe. Dann folgte Antonio Fian, auch ein üblicher Poet Night-Leser mit drei Sketches aus seinen “Wurstfragen” und Ruth Aspöck, meine treue Freundin, brachte ein Langgedicht und eines das sie, glaube ich, aus dem Spanischen übersetzt hat.
Mechthild Podzeit-Lütjen, die sehr poetische Autorin, die ich von der “Frauen lesen Frauen-Gruppe” kenne, brachte ein paar Kostproben aus ihrem neuen Gedichtband. Dann folgte Christina Vivenz-Stern, die ich noch als Christoph Vivenz kenne mit einer Kritik an das Lesetheater und der mir bisher unbekannte Heinz Achtsnit mit einer eher lustigen Geschichte, wo ein Reiseleiter durch Friedhöfe führt. Eric Hardenberg, der immer ein Stirnband trägt, brachte Gedichte und erinnerte, daß Edgar Allan Poe heute Geburtstag hat. Dann folgte Judith Gruber-Rizy, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe und stellte ihren neuen Rosa- Roman vor, wo ihre Rosa diesmal in eine “schreckliche Stadt” zurückkehren soll oder das plant und Christa Kern las einen Text, der in den letzten “Entladungen” enthalten ist.
Dann folgte eine Pause, wo ich im Hof Patricia Brooks, die im zweiten Teil aus ihrem Gedichtband “Bukarest Bistro” gelesen hat und Erika Kronabitter begrüßte und dann begann Christa Meissner mit einem abgewandelten Nestroy-Coplet, das sich auf die Teuerungswelle bezog.
Anita C. Schaub las Abschnitte aus zwei ihrer Bücher und Helga Graziela Schwaiger, auch eine Stammleserin, brachte zwei Texte von denen einer von Elefanten, der anderen von ihren Reisen handelte.
Dann folgten Ilse Kilic und Fritz Widhalm mit ihren Gedichten. Der nächste prominente Stammgast war Gerhard Ruiss, mit seinem letzten Gedichtband “liebster, liebste, liebes, liebstes”. Gabriele Afanasev folgte dann als Kontrest mit einem Rückert-Gedicht, das sie sehr beeindruckend rezitierte.
Gerald Jatzek präsentierte Texte aus einem Erzählband, der sich mit Sprache und Literatur beschäftigte und die mir wieder unbekannte Katrin Butt hatte einen Hipp hopp oder Poetry Slam-Text in dem sie durch einen Supermarkt zog. Dann kam Richard Weihs mit seinen Wunschgedichten, die er regelmäßig bei den Poet-Nights präsentierte, aber die “Wilden Worte”, gibt es seit einem Jahr, wahrscheinlich Corona bedingt nicht mehr und nach einer neuerlichen Pause begann Manfred Loydolt mit zwei Texten. Der Erste war ein Kapitel aus einem Buch, an dem er gerade schreibt, wo ihm seine kleine Tochter fragt, wie es im <himmel ausschaut? Mit dem Zweiten, wo eine Frau ihren Mann in einem Restaurant unter dem Tisch verführt, hatte ich meine Schwierigkeiten und dann folgte ich, nach Waltraud Zechmeister, mit dem schon erwähnten “1984-revisited-Text”. Dann folgte Karin Gayer mit der ich schon einige Male beim Volksstimmefest gelesen habe mit einer Geschichte, die, glaube ich, on einem Alkoholiker handelte. Danach wurde es wieder kabaretistisch, beziehungsweise beschäftigte sich Ingrid Janzen mit dem Schrei “Mander´s ischt Zeit” mit der Frauenfrage und dem Gendern, in dem Sätze wie “Man schreibt keine Gedichte, wenn das Geschirr noch nicht abgewaschen ist!”, was mir sehr gefallen hat, vorkommen.
Und Werner Krotz las aus seinem Buch mit dem Namen “Auf dem Weg zu Gott”, ein Kapitel vor, das von der Hochzeitreise eines Paares handelte. Dann war es schon wieder aus, beziehungsweise beendete Hahnrei Wolf Käfer, der nach Rolf Schwendters Tod mit Andrea Pauli, die Veranstaltung organisert, seine japanisch inspirierten Kurzgedichte vor.
Das war es wohl für dieses Jahr, wenn es nicht doch ein literarisches Geburtstagsfest geben wird, das diesmal der Alfred organisert, wo ich meinen Gästen auch Einblick in mein literarisches Corona-Schreiben geben könnte.
Heute hätte ich eigentlich zur Präsentation von Luis Stabauers neuem Buch “Brüchige Zeiten” gehen wollen und hatte mich auch schon dafür angemeldet, aber da man in Zeiten, wie diesen ja manchmal oder demnächst wahrscheinlich immer eine Maske braucht, habe ich mich wieder abgemeldet und war dann, als ich schon “Scheiße, keine Veranstaltungen, mehr!”, denken wollte, sehr froh über Richard Weihs Newsletter, der mich auch zu einer Buchpräsentation, nämlich zu Beppo Beiersl “Wiener Klosettbrevier”, ins Weinhaus Sittl einlud und dort braucht man, weil ja ein Lokal, keine Maske und den 1955 in Hadersdorf- Weidlingau geborenen habe ich ja erst am Sonntag im Little Stage, mein literarisches Leben scheint sich zunehmend in Wirthäusern statt im Literaturhaus, “Alte Schmiede” und “Gesellschaft” zu verlegen, gesehen, als dort Armin Baumgartner, den literarischen Sonntag wieder auferstehen ließ, ich kenne Beppo Beyerl schon lange, weiß gar nicht, wo und wann ich ihn kennengelernt habe, war jedenfalls bei einigen Lesungen, habe auch schon einige Bücher von ihm gefunden und die “Bekundungen Betrachtungen Benutzungen” über den Klogang sind bei “Löcker” erschienen.
Der Verleger machte die Einleitung und Begrüßung, Richard Weihs sang und spielte auf verschiedenen Instrumenten Klolieder und ein ganzes Buch über den Klogang ist wahrscheinlich sowohl interessant, als auch ungewöhnlich.
Ich weiß gar nicht, ob es so unbedingt literarisch ist, lehrreich ist es auf jedenfall und Beppo Beyerl hat auch einige Stücke daraus gelesen und immer wieder auch was dazu erzählt.
Beppo Beyerl, Richard Weihs
So begann es mit der “Metaphisik – leider braucht man einen Überbau” und führte dann zu den Geschichterln, wo ein Türke einmal auf einen Ball mit Bonbons erschien, diese wurden ihm von seiner Kleidung entrissen, leider enthielten sie alle Abführpulver, so daß die Klos dann sehr besetzt waren und die feinen Damen in den feinen Ballkleidern sich mehr oder weniger angackten.
Es ging dann zu den Kindheitserinnerungen, die aus dem Pumpsklo, der Großmutter in Hadersdorf Weidlingau bestanden, später ist Peppo Beyerl dann in eine Basenawohnung gezogen, wo er sich das Gangklo mit dem großen Schlüßel mit einer alten Dame teilte und solche Erfahrungen hatte ich auch in meiner Studentenwohnung in der Otto Bauergasse und am Schluß gab es noch Auszüge aus dem “Klo ABC”, das dann, wie Beppo Beyerl noch erwähnte, nicht so unbedingt nur Wienerisch war.
Interessant, interessant, das Stabauer-Buch werde ich wahrscheinlich zugeschickt bekommen und am Rückweg ging es schon durch die “Kühle Meile Zieglergasse”, wo morgen auch ein großes Literaturfest stattfinden wird.
Man sieht der Literatur kommt man trotz einer vielleicht orangen Ampelschaltung nicht aus und darüber könnte man ja auch einen Text schreiben.
Von den 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 gestorbenen Joe Berger habe ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren etwas gelesen und gehört, sein “Plädoyer für den Alkohol” einmal in einer Abverkaufkiste gefunden und dann wieder etwas von ihm gehört, als die Wien-Bibliothek eine Ausstellung und ein Symposium über ihn machte.
Da wurden dann auch ein paar neue Bände seiner Werke herausgegeben und dann bin ich im Zuge der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl des ersten Wiener Lesetheaters wieder auf ihn gestoßen, weil die ihm jedes Jahr eine ihrer Veranstaltungen widmen.
Heuer hat es sich eigentlich zufällig ergeben, daß ich beim Joe Berger Abend war, denn ich wollte die Sommermontage eigentlich in Harland verbringen, aber manchmal will der Alfred früher zurückfahren, so bin ich Ende Juni beim ersten Abend gewesen, dann bei der Andreas Okopenko- Aufführung, den ich eigentlich auch gern mag, sonst nicht, weil im Juli ja alternierend die Podiumsommerlesereihe im Cafe Prückl war und morgen feiert der Alfred in der WU seinen Abschied, weil er sich ja Ende August in Pension begibt, da hat es sich gut getroffen und das Wetter war auch wieder schön.
Publikum
Viele Leute, die sich nicht vor Corona fürchten und eigentlich viele mir unbekannte Gesichter, am Podium Eva Filip, Gabriele Stöger, Claudius Kölz, Ottwald John, den schon erwähnten Christian Katt, der die Einleitung hielt und das mit der jährlichen Veranstaltung erklärte und Richard Weihs mit seiner Gitarre.
Dann begann es mit dem “Plädoyer für den Alkohol”, Richard Weihs sang einen der von Ernst Kölz vertonten Texte, Claudius Kölz die “Wiener Depressionen” und Ottwald John improvisierte wieder in dem er eine einführung in seine Joe Berger Erinnerungen gab und schon spoilerte, daß er den Schweizer Jazzmusiker Mathias Rüegg dazu gewonnen hat, daß er im nächsten Jahr mit einigen Vertonungen auftritt.
Jetzt lobte Ottwald John die “Ironischen Zettel” als bestes Berger Werk und erzählte, wie er die Bücher in einer Salzburger Buchhandlung gefunden, aufgekauft und dann entweder verschenkt oder teuer weiter verkauft hat.
Ansonsten gibt es von Joe Berger noch “Die Märchen für Konsumkinder” “Die Märchen für die Satten und die Irren” und dann das von Julia Danielcyck, die früher in der Wien-Bibliothek war und Thomas Antonic herausgegebenen Irosatexte aus dem Nachlaß “Hirnhäusl”, die bei “Ritter” erschienen sind.
Ein interessanter schöner Sommerabend, eine gute Stimmung und auch viele Berger Fans, die ihre Erinnerungen austauschten.
Gehört habe ich, glaube ich, 1973 das erste Mal von ihm, als, glaube ich, im Radio, hat das schon Ö1 geheißen, sein “Lexikoroman” vorgestellt wurde und ich an der Literatur sehr interessiert war, aber keine wirkiche Ahnung von ihr hatte, zumindestens von der der damaligen Gegenwart nicht, denn so weit sind wir bei der Frau Prof Friedl nicht gekommen, inzwischen habe ich dazu gelernt, war, glaube ich, auch einmal bei einer “Stunde der literarischen Erleuchtung” in der “Alten Schmiede” als, glaube ich, Herbert J. Wimmer seine “Lockergedichte” vortrug, den “Kindernazi” habe ich gelesen und jetzt Gegenstand pünktlich zum zehnten Todestag oder wenn man es lieber will zum neunzigsten Geburtstag eine von Hahnrei Wolf Käfer organiserte Aufführung des Lesetheaters im Weinhaus Sittl.
“Warum sind Latrinen so traurig?”, war der Titel der Veranstaltung und das haben auch die Vortragenden unter denen Erwin Leder und Andrea Pauli waren, ausgerufen und Hahnrei Wolf Käfer hat einleitende oder vrdindende Worte gesprochen, auf den Geburts- oder Todestag hat er nicht hingeweisen, weil er, wie er mir sagte, keine Gedenkveranstaltungen mag.
Sie sind aber wichtig denke ich, bieten sie doch Gelegenheit sich zu erinnern oder sich wieder mit dem Werk des Autors zu beschäftigen, das Weinhaus Sittl beziehungsweise sein Gastgarten war sehr voll, meine Hauptschulkollegin Christa U die ich im Sommer ja immer bei diesen Gegelenheiten, beim Filmfestival, am Karlsplatz, das es diesmal nicht gibt oder bei den O Tönen, die am Donnerstag beginnen, sehe, Susanne Schneider, Ottwald John in der hinteren Ecke mit Strohhut und und und…. Leider war die Akustik nicht so gut, ein paar Vögel haben auch immer dazwischen gekreischt und die drei oder vier Männer die an dem Tisch hinter mir gesessen sind, sind glaube ich nur zum Essen gekommen und haben den Kopf geschüttelt und “Sicher nicht!”, gesagt, als ich sie aufgefordert habe, ihr Gespräch einzustellen.
Später sind sie dann gegangen, so daß ich mich doch so einigermaßen, auf die “Lockergedichte, die Limericks und die anderen Textformen konzentrieren und mich an den alten Meister, der mit Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, etc, befreundet und wie ich “Wikipedia” entnehme, in seinen letzten Jahren auch Eva Maria Geihsler, die ich als Lebensgefährtin von Gerhard Bisinger kennenlernte, liiert war, konzentrieren konnte, was für mich sehr wichtig ist.
Daß der Veranstaltungsbeginn eher schleppend vor sich geht, habe ich schon geschrieben, so war ich zwar vor drei Wochen bei den “Wilden Worten” im Amerlinghaus, aber maskenbedingt noch nicht in der “Alten Schmiede” und das Programm der “Gesellschaft für Literatur” habe ich mir in den letzten Tagen eher online gegeben.
Trotzdem geht es los, langsam und beharrlich, während die Corona-Zahlen wieder ansteigen, die Leute auf Demos Steine schmeißen oder sich am Donaukanal stauen, bin ich heute den ganzen Tag sehr viel herumgerannt. am Vormittag auf die Bank, da gibt es ja schon eine Szene aus meinem Corona-Text in diesem Blog zu finden, zu Mittag habe ich mit dem Alfred den Gastrogutschein, den die Stadt Wien jeden Wiener Haushalt zur Verfügung stellt, im Waldvieertlerhof eingelöst.
Gebackene Steinpilze sehr lecker und dann hatte ich leider bis zum sechs Uhr Stunden, so daß sich der Alfred für mich schon früher in den Gastgarten des Weinhauses Sittls gesetzt hat, damit ich dort einen Platz bekomme, während er auf das Sommerfest der kubanischen Gesellschaft gegangen ist.
Daß das Lesetheater seine Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl unbeirrt abhält, war für mich eine Überraschung und Manuel Girisch, der die erste Veranstaltung dieser Art organisierte, begann auch mit der Feststellung “Wir freuen uns, daß wir spielen dürfen!”, ein Satz der in Zeiten, wie diesen wo die Künstler immer noch um ihre Kunst kämpfen und es am Mittwoch auch einen Schweigemarsch für die Kultur geben wird, bedeutend ist.
Gar nicht soviele Leute in dem Gastgarten, ein Platz wär zu bekommen gewesen und ein Kaiserspritzer auch. Ottwald John, der den Petrus in Ödon von Horwarths “Himmelwärts”, spielte ist im weißen Bademantel eingeetroffen und das für mich unbekannte Horvath Stück war auch eher beklemmend.
Ödon von Horvath der am 1. 6. 1938 von einem Ast in Paris erschlagen wurde, hat mich schon als Studentin sehr beeidruckt durch seine starke Stücke, wie “Glaube, Liebe, Hoffnung” oder “Geschichten aus dem Wienerwald” die sehr dicht das Leben der einfachen Leute aus der Zwwischenkriegszeit dokumentierte und dieses eher unbekannte Stück, das zwischen der Ende, in der Hölle und im Himmel spielt, ist es auch.
1937 wurde es geschrieben oder aufgeführt, steht im “Wikipedia” und da kommt eine Frau in den Himmel, währen ihr Mann in der Hölle schmort und das Töchterlein Luise Tag für Tag vor dem Eingan des Theaters sitzt, weil sie einen lyrischen Soran besitzt und dem Intendanten unbedingt vorsingen will. Der kommt nicht oder eher in die Hölle, wo er mit dem Oberteufel einen Pakt geschloßen hat und das Luiserl dann dem Teufel auch ihre Seele verkauft, um den künstlerischen Erfolg zu haben.
Sehr beeindruckend und bedrückend, man kann es gar nicht anders sagen. Claudias Kölz hat mitgelesen, Christa Kern und noch ein paar andere, Manuel Girisch bedankte sich beim Publikum, daß es sich getraute sich in den Gastgarten zu setzen und ich habe noch bei den sehr bevölkerten Bücherschränken eine beeidruckende Begegnung mit einem, der mich fragte, ob ich Harry Potter schon gelesen habe, gehabt und den Alfred dann auch noch von seinem Sommerfest in der Seisgasse abgeholt, so daß ich jetzt entsprechend müde bin.
Und das O- Töne Programm kann ich vermelden, wurde heute auch bekannt gegeben.
Am sechzehnten Juli geht es los und darauf bin ich sehr gespannt und auch wieviel Sommerleseabende im Weinhaus Sittls für mich geben wird, da ich da ja eigentlich in Harland sein will.
eim Lesetheater scheint es einige Joe Berger Fans zu geben, schließt doch die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl ziemlich regelmäßig mit einersolchenVeranstaltung und diesmal galt es den achtzigsten Geburtstag des am zweiundzwanzigsten Oktober 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und am dreißigsten Mai 1991 in Wien verstorbenen Lyriker, Dramatiker, Erzähler, Schauspieler, Journalist und Aktionisten, wie in “Wikipedia” steht zu geben.
Bei einigen dieser Veranstaltungen war ich und auch bei dem “Hirnhäusl-Symposium” in der “Wienbibiothek”, denn ich mag das Wiener Original sehr und seine Witwe Sara hat diesen Abend auch veranstaltet.
Susanna Schwarz-Aschner, Gerhard Jaschke, Christian Katt und Georg Biron haben seine Märchen, wie das vom “Rotkäppchen” und von Vampir, sowie Gedichte gelesen und dabei immer wieder ihre eigenen Bezugspunkte zum Joe eingeworfen.
Musikalische Begleitung gab es von Gidon Öchsener und Claudius Jelinek. Claudius Kölz hat wieder die “Wiener Depressionen”, Joe Berger Gedichte, die von seinem Vater Ernst vertont wurden, vorgetragen.
Gerhard Jaschke
Claudius Kölz
Weil das Wetter nicht mehr ganz so schön, wie am Volksstimmefest war, hat die Veranstaltung im <pelikan-Stüberl stattgefunden. Es waren wieder einige Bekannte da und damit ist die SommerlesereihedeserstenWiener Lesetheaters bendet und der heiße oder kühle Herbst kann beginnen.
Anmerken kann ich noch, daß ich das “Pläydoyer für den Alkohol” woraus Gerhard Jaschke einige Texte vortrug in meinen Regalen habe und die “Wiener Depressionen” gesungen von Ernst Kölz habe ich auch, hat er mir die doch einmal auf eines meiner Geburtstagsfeste mitgebracht.
Ich würde die Montage im Sommer ja am liebsten in Harland verbringen, aber da gibt es auch die Sommer-Lesetheaterreihe im Weinhaus Sittl, bei der wir heuer schon dasvierteMal waren und heuer das erste Mal ein bißchen mit Regen.
Da wir schon am Vormittag nach Wien gekommen sind, ich von der Post ein Buch-Paket, Ildiko von Kürthys “Es wird Zeit”, abholen mußte und von der Anna auch eine Kaffee-Gutschein für das “Sonnentor-Geschäft”, in der Neubaugasse bekommen habe, bin ich um vier Uhr, als ich meine Mails erledigt und die Wäsche aufgehängt hatte, losgegzogen und habe die Gelegenheit gleich für eine kleine Bücherkastentour genützt, hat doch Elsiabewth von “Leselustfrust” auf Instagram gepostet, daß es am Ceija Stojka-Platz einen neuen Bücherschrank gibt, der sieht fast genauso aus, wie der in der Grundsteingasse, ob er von Frank Gassner oder von jemanden anderen ist, weiß ich nicht, ich bin aber noch in die alte Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße gegangen, die vor dem Geschäft immer ein paar Kisten hat, wo es eigentlich sehr oft ein Euro Buch gibt oder jeweilseines und das was ich mir heute dort kaufte war Svena Leibers “Das letzte Land”, jetzt muß ich das alles noch lesen und als ich um drei viertel Sechs das Weinhaus Sittl betrat, hatte Susanna Aschner gerade alles besetzt.
Ich habe aber trotzdem einen ganz guten Platz erhalten und bin eigentlich kein Fan des Alexander Friedrich Ladislaus Roda Roda, der eigentlich als Sandor Friedrich Rosenfeld 1872 in Mähren geboren wurde, aber seinen jüdischen Namen verbergen wollte.
Am 20. August 1945 also ziemlich zeitgleich ist er in New York gestorben und war der Schwiegervater von Ulrich Becher von dem ich ja schon einigesgelesenhabe und war ein Kabaretist und Autor von humoristischen Romanen, was ich ja nicht so unbedingt mag, trotzdem kann ich mich erinnern, daß ich schon einmal bei einer Veranstaltung im Literaturhaus war und es war dann gar nicht so lustig, wie ich erwartet habe, sondern eigentlich ganz interessant oder aphoristisch.
Eine Dame ist auf ihre vier Buchstaben hingefallen, ich habe nachgerechnet und gedacht aha “Popo”, denn eigentlich wären es ja fünf, das war dann auch die Pointe und ein Militär konnte sich den Namen eines neuen Leutnants der Fintern hieß, nicht merken, die Eselbrücke war dann Hintern mit F und der Kommantant brüllte “Leutnant Farsch!” und so weiter und so fort.
Es gab eine Pause und danach fing es an leicht zu regnen, so daß der Programmablauf beschleunigt wurde und ich wieder ein bißchen in die Humoristik der Vergangenheit eintauchen konnte, obwohl ich ja nicht so unbedingt ein Fan der Verarschung der Monarchie bin, aber dann war es wie schon geschrieben nicht so arg und in zwei Wochen, wo es wieder einenJoe Berger Abendgeben wird, beziehungsweise ein Fest zu seinem achtzigsten Geburtstag, werden wir wahrscheinlich noch einmal zum Abschluß der Lesetheater Sommerlesereihe gehen.