Politik und Poesie im Weinhaus Sittl

Nach den langen Sommerfrischenwochenenden geht es zum heißen Wiener Sommer und da gibt es derzeit nach meinen Stunden Dienstag bis Donnerstag auch ein Literaturprogramm.

Das heißt die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl würde es am Montag geben und da bin ich früher auch öfter hingegangen, aber diesmal am Dienstag und nicht im Garten ,sondern im Pelikanstübern denn da hat mich Claudius Kölz, der Sänger und Sohn vom Ernst, mit dem ich einmal in Mürzzuschlag in derselben Pension logierte, zu einer Lesung mit Musik zum Thema Aneignung eingeladen.

Weil ich um sechs eine Stunde hatte, hin ich erst um halb acht hingekommen, wo gerade Ditha Brickwell aus ihrem Roman “Engeltreiber”, las, wo es um eine Genoveva geht, die nach dem Krieg in verschiedenen Wirtshäuser und Cafes, darunter auch in dem besagten Weinhaus Sittl servierte und sich, wie sich später herausstellte, das offenbar die Erfahrungen von Ditha Brickwells Mutter war.

Claudius Kölz, Julian Wohmuth, Gidon Oechsner, Ditha Brickwell, Christa Nebenführ

Dann kam ein Lied von Claudius Kölz zu “Brassens auf Wienerisch”, danach interviewte Christa Nebenführ ,die zweite Leserin, Ditha Brickwell wie sie zum Schreiben ihrer Kriegserinnerungen gekommen ist, wo es um den Unterschied von Autobiografisch zu Auofiktion ging.

Gerhard Jaschke ist neben mir gesessen. Auf der anderen Seite habe ich Bettina Balaka und Erika Kronabitter gesehen, die ja morgen in der Sommerlesereihe im Cafe Prückl liest und nach einer neuerlichen Musikeinladung las Christa Nebenführ aus ihren “Den König spielen die anderen”, wo sie, glaube ich, auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen hat und es um die schlechte Beziehung zu ihrem Vater ging, vor dem sie ihr Leben lang Angst hatte.

Roman steht auf dem “Klever-Buch”, weil das die Verlagen so wollen, es ist aber eine Collage aus narrativen und poetischen Texte und um Tagebucheintragungen, Telefongesprächen und Mailkontakte geht es auch.

Es war sehr heiß im Pelikanstüberl, so haben wir uns in den Garten gesetzt, dabei Alexandra Millner gesehen und ich habe mich auch mit einer Lehrerin unterhalten, die im Publikum war.