Anselm Kiefer in 3 D

Ich habe ja zum vorletzten Geburtstag von meiner Hauptschulfreundin Christa U., die sehr gern und oft ins Kino geht und die ich auch öfter bei dem Filmfestival am Karlsplatz getroffen habe, einen Gutschein für zehn Vorstellungen im Film Casino und dem entsprechenden Partnerkino bekommen.

Habe mir da den Jelinek Film, einen über Emily Bronte, einen über Ingeborg Bachmann angesehen und jetzt sind wir in Wim Wenders “Anselm-das Rauschen der Zeit” gegangen, einen Film über den 1945 geborenen Maler und Bildhauer Anselm Kiefer angesehen.

Ein Fim von Wilm Wenders in 3 D Version. Deshalb war ein Sonderpreis zu zahlen und man bekam eine 3DBrillle am Eingang und ich hatte eigentlich keine Ahnung über Anselm Kiefer, sondern höchstens einmal seinen Namen gehört.

Dann hinein in das Vergnügen beziehungsweise in das Leben des bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler nach dem zweiten Weltkrieg, wie in “Wikipedia” steht.

Und es war ein künstlerisch sehr ästhetischer Film, der durch das Leben und das Schaffen des Meisters führt, der mit schwarzen Shirt und schwarzer Hose mit dem Fahrrad durch sein Atelier fährt und vorher sah man schöne weiße Kleider in Figuren ohne Köpf und dann ging es auch ein bißchen durch Anselm Kiefers Kunst, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren, sich wahrscheinlich deshalb in den sechziger Jahren mit der Aufarbeitung beschäftigte und, glaube ich, auch dadurch bekannt wurde, weil er sich in Hitler-Pose darstellte.

Er war bei einige Biennalen aktiv, wurde in Amerika sehr berühmt und hat sich auch mit Paul Celan und Martin Heidegger beschäftigt. Da saß der Künstler vor einem großen Buch und zeigte seine Einstellung zu dem Philosophen, der auch ;itglied der NSDAP war und vorher hat er aus Paul Celans Werken, beispielsweise der “Todesfuge” gelesen.

Es gab auch immer Remineszensen aus früheren Interviews, da sah man Kiefer in einem alten Fernseher und bekam daruch Einblick in seine Biografie, den ersten Preis hat er so sehr früh und noch als Schüler bekommen und seine Landschaftsbilder sind auch sehr beeindruckend.

Also ein sehr künstlerischer Parcour durch das Leben und das Werk des bekannten Malers und Bildhauers, der wie ich im Interwiew mit seinem Regisseur gelesen haben, keine Tabus scheute und vielleicht deshalb so erfolgreich geworden ist.

Ein interessanter Film mit oder ohne 3 D. Ich habe die Brille eher dunkel empfunden, aber manchmal trat der Künstler aus dem Bild heraus und auch seine Werke waren dadurch wahrscheinlich intimer zu betrachten.

Wie geschrieben, ich habe von Anselm Kiefer vorher nicht viel gewußt. Ihn vielleicht sogar mit dem Benediktinerpater Anselm Grün, von dem ich einige Bücher gefunden habe, verwechselt.

Jetzt weiß ich mehr darüber und habe noch einen Gutschein für einen weiteren Film, weil sie wegen 3D drei Karten verrechnet haben.

Zum fünfzigsten Todestag von Ingeborg Bachmann

Die 1926 in Klagenfurt geborene Ingeborg Bachmann, nach der ja die “Tage der deutschsprachingen Literatur” benannt sind, erlitt in der Nacht von fünfundzwanzigsten zum sechsundzwanzigsten September in ihrer römischen Wohnung durch eine Zigarette ausgelöste Verletzungen, an denen sie am siebzehnten Oktober 1973 verstorben ist. Heute oder vielleicht schon damals wußte man, daß es nicht die Verbrennungen, sondern die vielen Medikamente waren, die sie nahm, an denen sie gestorben ist, bzw. am Entzug derselben, der bei ihr epileptische Anfälle auslöste und die Ärzte wussten den Namen des Medikamentes nicht, weil ihn die Familie oder die Freunde aus Angst vor der Verfolgung oder dem schlechten Ruf, nicht preisgeben wollten.

Im Oktober 1973 habe ich gerade mein Psychologiestudium begonnen und auch meine erste literarische Geschichte geschrieben und den 1976 entstandenen Haneke Film ” “Drei Wege zum See” habe ich in der elterlichen Wohnung in der Wattgasse, in der ich damals noch lebte, auch gesehen.

Ingeborg Bachmann, die rätselhafte Frau, eine vierbändige Werkausgabe habe ich mir von meinen Eltern auch einmal schenken lassen und darin gelesen, obwohl ich keine wirkliche Bachmann-Expertin bin, aber an die grande dame der Literatur, die 1953 ihr Cover am “Spiegel” hatte, bei der Gruppe 47 iergewonnen hat, kommt man als literrisch Interessierte, ob man will oder nicht vorbei und ich will das auch.

2006 wahrscheinlich zum achtzigsten Geburtstag gab es in Wien ein großes Symposium mit einem Stadtspaziergang in den dritten Bezirk, wo die Bachmann ja als sie noch studierte und beim Radio arbeitete, wohnte und dann zum Cafe Raimund, wo Hans Weigel, mit dem sie ja einige Zeit eine Beziehung hatte, seinen literarischen Stammtisch betrieb.

Ingeborg Bachmann und die Männer, da gab es ja eine unglückliche Beziehung zu Paul Celan, später eine zu Max Frisch, dann zu Hans Werner Henze für den sie ja Libretti schrieb und vielleicht auch eine zu dem 1935 geborenen und 2018 verstorbenen Adolf Opel, den ich öfter bei Lesungen und Veranstaltungen traf. Jedenfalls ist er mit der Bachmann nach Ägypten gefahren und hat darüber ein Buch geschrieben, das mir die Trude K. einmal zum Geburtstag schenkte und jetzt hat die Filmemacherin Margarethe von Trotta einen Film darüber gemacht und Ludwig Wüst, von der K&K Werkstatt hat sich auch einmal in einem Film mit dieser Reise oder dem “Fall Franza”, der daraus entstanden ist, beschäftigt.

“Reise in die Wüste ” heißt er und er beginnt nach der Trennung von Paul Celan. Da ging es ihr schlecht, sie reiste aber nach Paris zur Premiere von einem Max Frisch-Stück und eine unglückliche Beziehung begann, aus der sie sich durch die Reise mit Opel nach Ägypten retten konnte.

“Wo mir das Lachen zurückgekommen ist” heißt das Buch, das bei “Amazon ” eine schlechte Rezension hat und Margarethe von Trotta hat sich offenbar an diesem Buch orientiert und das hat Lydia Mischkulnig, die nach der Vorstellung im Filmcasino mit Günter Kaindlsdorfer am Sonntag darüber diskuterte, kritisiert und auch, daß der Film nicht chronolgisch angeordnet ist, sondern lustig hin und herspringt und ich hatte auch Schwierigkeiten mit den Personen und wußte oft nicht, wer ist jetzt wer?

Die Bachmann war sicher eine interessante Frau, da gibt es ja den Mythos und die Klischees, daß sie ihre Taschentücher fallen ließ, damit die Männer sie aufhoben. Ob sie wirklich mit drei Männern gleichzeitig schlafen wollte und daher Adolf Opel zwei Ägypter in ihr Zimmer ließ, weiß ich nicht? Vielleicht hat es Adolf Opel so beschrieben. Da müßte ich das Buch das in Harland ist, finden und nachlesen. Ist aber eine Stelle, die mit nicht gefiel. So würde ich den Film auch süßlich und klischeehaft finden.

Susanne Ayoub hat aber unter den Titel “Die Verbrennung – Mutmaßungen zum Tod von Ingeborg Bachmann”, denn da hat die Schriftstellerin Christine Koschel, die mit ihr in Rom befreundet war, ein Buch darüber geschrieben, ein Feature gemacht, das man am Sonntag und auch Dienstag in Ö1 hören kann und dann gab es im Literaturmuseum, am Dienstag, dem Todestag eine Veranstaltung, wo Maja Haderlap sich mit der 1972 erschienen Erzählung “Drei Wege zum See” beschäftigt und die Schauspielerin Friederike Tiefenbacher, die im Volkstheater gerade in “Malina” spielt und man anschließend den Film im Metrokino sehen konnte. De Sonderausstellung im Museum, die ich im Vorjahr besuchte und die es noch bis fünften November gibt, habe ich auch noch besucht und mir diesmal zu Ende angehört, was Elfriede Jelinek über die Bachmann zu sagen hatte, was sehr modern wirkte, obwohl das Gespräch schon 1990 aufgenommen wurde.

Ich habe meine Hauptschulfreundin Christa U. getroffen und bin mit ihr anschließend ins Kino gegangen, um Guido Wieland als den alten Herr Matrei und einen Film zu sehen, in dem es noch keine Handies gab und man das Ferngespräche anmelden mußte, wenn sich die Elisabeth ein Telegramm schicken lassen wollte, um ihrer Heimatidylle zu entgehen, denn zum See ist sie auf den drei Wegen nicht gekommen, hat aber ständig in den Lokalen rauchen dürfen und Axel Corti hat den Text gelesen, deshalb war auch seine Frau Cecily im Publikum, wie die Frau Schmidt-Dengler, und Dine Petrik. Ruth Aspöck, die auch kommen wollte, wurde nur von der Christa gesehen.