Diese Woche spricht der Kärtntner Literaturwissenschaftler in den “Gedanken für den Tag” in Ö1, über Christine Lavant, die am vierten Juni 1915 bei St. Stefan im Lavanttal geboren wurde und am siebenten Juni 1973 in Wolfsberg gestorben ist und im Juni 1973 hatte ich gerade meine Matura gemacht, habe an meiner ersten Erzählung geschrieben, mir Bücher gekauft und war in meiner philosophischen Krise und überzeugt, daß ich nun in den Literaturhimmel aufsteigen kann, sehr euphorisch.
Für Literatur habe ich mich ja wahrscheinlich schon immer sehr interessiert und von der Frau Professor Friedl, meiner Deutschlehrerin in der Straßergasse, auch ein profundes literarisches Wissen mitbekommen. So haben wir im vierten Jahrgang ein ganzes Jahr lang Goethes “Faust” durchgenommen was ich zuerst für einen Witz gehalten haben und von der damaligen Gegenwartsliteratur nicht will gehört, weil das Schuljahr schon im Mai zu Ende war und in dem Deutschlehrbuch kann ich mich erinnern, sind die Namen H. C. Artmann, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, die am siebzehnten Oktober 1973 in Rom verunfallt ist, vorgekommen.
Ob auch von Christine Lavant etwas drinnen stand, kann ich mich nicht erinnern, habe mich aber seit Sommer 1973 sehr intensiv mit der Literatur beschäftigt, habe Bücher eingekauft, an eine Rilke- Lyrikausgabe kann ich mich erinnen und den “Mann ohne Eigenschaften” den ich im Sommer 1974 im Häuschen am Almweg h gelesen und wahrscheinlich nicht verstanden habe.
Adalbert Stifter habe ich während meiner Studetinnenzeit viel gelesen und Thomas Mann, den “Zauberberg” und den “Doktor Faustus” wahrscheinlich auch nicht viel verstanden und ein paar Jahre später, als ich schon den Willi von den “Logischen Denkern” kannte und mit ihm in den Volksgarten tanzen ging, Heimito von Doderers “Dämonen” und 1978 oder 1978 bin ich dann auf Vermittlung der Monika Jensen in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen”, bin da irgendwann auf das Buch der Hilde Schmölzer “Frau sein und schreiben” gekommen und da war, glaube ich, ein Portrait der Christine Lavant , neben dem der Christine Busta, der Ilse Aichinger, der Barbara Frischmuth, der Friederike Mayröcker, etcetera, drinnen.
Eines von Elfriede Gerstl nicht und als ich die Hilde Schmölzerhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2017/01/25/geburtstagsfeier-fuer-hilde-schmoelzer/te einmal danach fragte, antwortete sie mir, sie war damals noch nicht so berühmt oder ist ihr nicht so aufgefallen und über Christine Lavant habe ich wahrscheinlich einige Fernseh oder Radiosendungen gehört und gesehen und Lavant-Lieder gibt es auch.
Ob ich viel von ihr gelesen habe, weiß ich gar nicht so genau, habe aber einmal einen Lyrik-Band in einem der Bücherschränke gefunden und einmal ein Buch für die Anna bei der Anna Jeller gekauft. Eine Lesetheaterveranstaltung gab es auch einmal und dann die große Lavant-Ausstellung vor ein paar Jahren im Literaturhaus und da gibt es, glaube ich, immer noch die “Lavant-Lesen-Reihe”, wo ich, glaube ich, auch nicht besonders oft war.
Die Lavant ist unwidersprochen eine große Dichterin und Außenseiterin der Nachkriegslandschaft, die vielleicht jetzt auch ein bißchen in Vergessenheit geraten ist, aber der 1949 geborene Klaus Amann, der Leiter des Musil-Archivs in Klagenfurt, ist, glaube ich, ein begeisteter Lavant-Fan und bringt das “alte Weiblein” das vielleicht gar nicht so konservativ und katholisch war, wie man ihr unterstellen könnte, den literarisch interessierten Frühaufstehern wieder nahe.
Die als Christine Habernig geborene und als Christine Thonhauser verheiratete Thonhauser hat sich ab 1948 nach ihrem Heimattal umbenannt und ist immer krank und sehr schwächlich gewesen. Die Armut hat sie auch kennengelernt und sich durch Stricken durchs Leben gebracht.
1937 lernte sie ihren späteren Mann, den Kunstmaler Josef Habernig kennen und war auch mit dem Maler Werner Berg, der sie öfter portraitiert hat, befreundet.
Der Gedichtbänd “Die Bettlerschale” ist sehr bekannt. Dann gibt es noch “Das Wechselbälchen” und die “Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus”, das ich damals für die Anna besorgte.
Psychiatrieerfahrungen hat sie also auch gemacht. Aber 1979 den “Großen österreichischen Staatspreis für Literatur” bekommen. Es gibt seit 2015 eine “Internationale Christine Lavant Gesellschaft” und seit 2016 auchh einen “Christine Lavant Preis”, den schon Bodo Hell, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, etcetera, bekommen haben.