Die Wunderkammer des Lesens

Jetzt kommt auf zweierlei Weise etwas Besonderes. Nämlich ein “Wunderkammer-Buch” aus dem “Verlag des kulturellen Gedächtnisses”, wo ich schon zwei gelesen, habe und jetzt das dritte als eine über das Lesen, ein Thema, das mich, die schreibende Vielleserin oder literarische Besessene, besonders interessiert, mein Blog ja auch einer über das Lesen ist und ich auch schon eine Reihe solcher Bücher gesammelt, aber noch nicht alle gelesen habe.

Thomas Böhne hat diesen schön illustrierten “Wunderkammer-Band,” den ich leider, obwohl sie mir das Buch zuschicken wollten, nur digital gelesen habe, herausgegeben und da geht es wieder in kürzeren oder längeren Abschnitten über das Lesen in all seinen Facetten und Formen.

Zuerst kommt da ein Motto von Marie Ebner von Eschenbachs. Dann ein Vorwort des Autors, wo er sich als ein in Essen Aufgewachsener oder lesendes Bergarbeiterkind beschreibt, dem der Vater einmal einen geheimnisvollen Sack mitbrachte, den er nicht anrühren durfte und dann das Haus verlassen hat. Darin waren Groschenheftchen, Jerry Cottons, die ihn nicht interessierte und dann solche die ihm zum Vielleser machten. Später hat er Literaturwissenschaften studiert und den Professor nicht verstanden, der dann, als er ihm das sagte “Daraus lernen sie das Meiste!”, antwortete und später hat er seinem sterbenden Großvater dann noch “Alle Vögel sind schon da” vorgelesen.

Dann kommt es zu einer “Zeitlosen Leseanleitung” und die hundert Lieblingsbucher von David Bowie und eine Leserin stellt die Frage, wie es einer viellesenden Frau auf der Partnersuche geht? Darf man das sagen? Gibt es da Schwierigkeiten?” Eine Frage, die ich mir noch nicht stellte, beziehungsweise meine Freunde selten frage, ob und was sie lesen und ich habe auch kein Probleme mit nicht lesenden Menschen, die ja immer mehr zunehmen, während die Zahl der pro Jahr gelesenen Bücher rückläufig ist.

Dann gibts noch eine “Anregung zur Bildung eines Lesekreises”. Etwas, was ich auch noch nicht versucht habe und das eigentlich auch nicht will, obwohl ich schon einmal an einer teilgenommen habe. In Schreibgruppen war ich schon öfter, sowie in der GAV und bei den IG-Autoren.

Zensureingriffe und Warnungen, daß Goethes “Werthers” beispielsweise zum Selbstmord anregen kann und daher umgeschrieben werden soll, hat es schon zu seinen Lebzeiten gegeben. Bei uns hat diese Diskussion der Psychiater Erwin Ringel fortgeführt, so daß die Zeitungen, glaube ich, noch immer nicht darüber berichten dürfen, so daß wir nicht genau wissen, wieviele Leute sich während der Corona- Pandemie umgebracht haben und dann gibts die Warnungen, die “Frauenzimmer” vom Lesen kitschiger Romane abzuhalten, weil das ihre Phantasie unsittlich anregen und zu Wahnstörungen führen kann.

Wie man lesen und mit seinen Büchern umgehen soll, wird mehrfach thematisiert. Da gibts den Artikel zu den Bücherschäden, die die Bibliotheken und Antiquare feststellen. Bei Wasserschaden muß man ein anderes Buch bringen, hat mir eine Freundin mal erzählt. Den Mäusefraß wird es wahrscheinlich so oft nicht mehr geben, den Tintenschaden vielleicht schon, es wird auch angeregt wie man Lesetagebücher führt und worauf man dabei achten soll und dann soll man sich seine Bücher signieren lassen? Wird das Buch dadurch im Wert gesteigert oder sogar gemindert und fördert es den Kontakt zwischen Autor und Leser, beziehungsweise den Bücherkauf.

Was die Astronauten an Bord mithaben wird auch thematisiert und dann natürlich wie man seine Bücher verschlüsseln kann. Da geben die Lexika, wie “Meyers” oder “Brockhaus” Anregungen und meine Anregung an den Verlag wäre, daß man in E- Book Form quergestellte Seiten schlecht lesen kann.

Der Sammler Karl Wolfskehl 1869-1948 hat in seinen Artikel “Das Buch als Kunstwerk” sich Gedanken gemacht, wie man mit seinen Büchern umgehen kann und dann kommt man schon zum Gegenkanon der angeblich hundert besten Bücher.

Bei den Bücherbloggern sind die Bücherchallenges sehr beliebt. Da soll man ein Jahr lang ein Buch aus den verschiedenen Ländern oder nur Bücher von Frauen oder das erste oder letzte Buch etcetera lesen, hier sehr schön graphisch Form als Gesellschaftsspiel angelegt.

Literarische T-Shirts, das heißt Aufschriften auf solchen, gibt es auch. “Mir egal ich geh lesen”, beispielsweise und ich habe einmal ein solches vom Alfred bekommen, wo Eugen Gomringes “avenidas y flores”, das bei den Feministinnen soviel Unmut erregte, daß es von einer Hochschulwand entfernt werden mußte, bekommen und kann sagen, man wird sehr oft daraufhin angesprochen, was für die Kommunikation sehr förderlich ist.

Über das Auswendiglernen von Gedichten, das das Gedächtnis anregen soll geht es auch. Das wurde in den Schulen früher sehr praktiziert, heute glaube ich kaum noch, was die Psychologin in mir sehr schade findet und mich an meine Großmutter denken lässt, die im hohen Alter noch Schillers “Glocke” rezitieren konnte.

Dann werden “Strategien zum Lesen von Gedichten” vorgestellt.Das Lautlesen wird da empfohlen und der gewünschte Lyrikleser ist “jung, intelligent und leicht betrunken”, so daß er sich, was ich nachvollziehen kann, beim Lesen berauschen kann. Eine Lesegalerie wird empfohlen und dann kommen wir schon zu den Märchen und den Kinderbüchern, da wird auch angeleitet, wie man Kinder vorlesen soll? Langsam und ruhig, wie es die die Kinder wünschen, immer wieder dasselbe, wie ich das momentan bei der kleinen Lia tue, die immer wieder dieselben Osterbücher anschleppt.

Hans Fallada war offenbar ein Vielleser und ist in einem sehr bibliophilen Haushalt aufgewachsen. Der Vater hatte fünftausend Bücher und die Putzfrau hat sich ein Extrageld verschafft, in dem sie sie verlieh. Karl May war verboten, so hat sich der erwachsene Hans Fallada die Gesamtausgabe gekauft, die später seine Kinder lasen und eine Lese- oder Fangeschichte von Karl May gibt es auch.

Einen uralten Artikel über das, was “Schundliteratur” ist und, wie sie sich verkauft, gibt es ebenfalls noch und dann geht es viel moderner zum “sensitivity reading”. Da werden die Autoren offenbar beraten, damit sie nicht rassistisch, sexistisch oder was auch immer, schreiben.

Moderne Ausdrucksweisen wie booktube, Sub, etcetera werden ebenfalls erklärt. Ein uralter Artikel über Rezensenten wird abgedruckt und dann noch einer über die Arbeit von Lektoren.

Dann werden die meisten Blog-Namen zitiert und überraschend, das “Literaturgefluester” ist dabei, gibt es ja einen Blog, der die genau aufzählt und ich mich dabei so ungefähr in der Mitte befinde. Die Lieblingsbücher von Filmstars werden angegeben und als bei einer Veranstaltung das beste Buch prämiert werden sollte und Salam Rushdie im Publikum saß, hat die Moderatorin schnell hinzugefügt, daß Mister Rushdie auch sehr gut schreibe.

Von Franz Kafka stammt das berühmte Zitat, das auch in den Blog zu finden ist, daß “Ein Buch die Axt für das gefrorene Meer in uns sein muß” und da wird der Brief, den er 2004 an Oskar Pollak geschrieben hat, angeführt.

Immer mehr Leute können aber nicht mehr lesen und verlassen die Schule als funktionale Analphabeten und das werden Tips gegeben, wie man das erkennt und wie man die Leute dann beraten kann, denn es ist nie zu spät das Lesen zu lernen.

Was haben die Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg gelesen und was die Russen während des kalten Krieges? Was man Sterbenden vorlesen kann oder soll, wurde schon im Vorwort angerissen: Märchen, Gedichte, Kinderbücher oder Lieblingsbücher aus der Bibliothek der Betroffenen und so sind wir durch das Buch geglitten und haben sehr interessante Einblicke in das Bücherlesen bekommen, das in einer Zeit wo immer weniger Leute lesen, das wahrscheinlich nicht mehr können, während immer mehr Leute schreiben, sehr wichtig ist und am Schluss, am Buchrücken wahrscheinlich, ich habe ja digital gelesen, gibts ein Zitat von Marina Zwetajewa, über die ich ja vor kurzen in der “Alten Schmiede” einen Film gesehen habe “Aber ist jemand zweimal in das selbe Buch eingetreten?”, heißt es da und richtig, den Artikel über das Wiederlesen von Büchern, das tue ich nur ganz selten, habe es aber “In der Welt von gestern” getan, habe ich jetzt vergessen, wie auch Pierre Bayards “Wie man über ein Buch spricht, das man nie gelesen hat” und noch vieles anderes, was bei einem dreihundertzwanzig Seiten Buch natürlich ist.

Also selber lesen, würde ich empfehlen oder sich durch das graphisch fein gestaltete Buch blättern. Man lernt sehr viel dabei, bekommt Buchempfehlungen und kann dann weiter in die “Wunderkammer” einsteigen.

Lena liest ums Leben

Jetzt kommt ein Roman für Kinder, den mir “Literaturtest” freundlicherweise angeboten hat, ein Genre, das ich, seit die Anna erwachsen ist, üblicherweise nicht mehr lese, da das Buch des 1949 geborenen, ehemaligen Lehrers Manfred Mai aber sowohl ein interessantes, als auch wichtiges Thema hat, das in jeden Pädagogenmund ist und man es im Internet auch immer findet, habe ich eine Ausnahme gemacht, denn ich mag ja Bücher übers Lesen und das soll man auch, die Kinder zum Lesen bringen und hier geht es auch noch, um ein anderes genauso wichtiges Thema, das mich erst vor kurzem lesend beschäftigt hat.

Wie fährt, radelt oder liest man sich seinem Krebs davon? Aber darum geht es gar nicht, denn der Papa der elfjährigen Lena hat  keinen Krebs. Er ist Schreiner und ein Musterpapa, wie er nur in den Büchern stehen kann.

Überhaupt sind Lena und ihre Familie, die Mama arbeitet in einer Bank, Lena ist Vorzugsschülerin, eine Musterfamilie und verstehen sich blendend. Nur die Freundin Sophie, deren Vater sie gerade verlassen hat, ist ein wenig traurig, aber Lenas Papa ist immer für seine Tochter da, macht mit ihr Faxen, schwingt sie im Kreis und liest ihr am Abend  immer vor.

Das Buch das er dafür wählt, heißt “Der geheimnisvolle Erfinder” und handelt von einem Mann, einem Sonderling, der in ein kleines Seedorf zieht, sein Haus bunt anstreicht, vor die Garage seltsame Figuren stellt, nichts arbeitet und die Leute nennen ihn schon Hexer und verbieten ihren Kindern mit ihm zu reden.

Das ist das erste Kapitel, das zweite will der Vater Lena nächste Woche vorlesen. Denn in dieser wird er auswärts arbeiten. Aber vorher, am Sonntag geht die Familie noch in den Zoo, da macht der Vater seltsame Faxen, imitiert einen Affen, alle lachen, nur ihm wird plötzlich schwindelig, wie ihm das auch am Samstag wurde, als er Lena im Kreis drehte und als Lena am nächsten Tag von der Schule kommt ist der Vater zu Haus und muß ins Krankenhaus, denn er ist plötzlich umgefallen. Dort wird er untersucht und von einer Klinik in die nächst größere geschickt, bis er nach einigen Wochen abgemagert nach Hause kommt, weil die Ärzte nichts mehr für ihn tun können.

“Dann müßen wir das machen!”, beschließt Lena und hat in der Nacht einen Traum, daß es ein Mittel gibt, wie er wieder gesund werden kann.

Das muß ihr nur noch einfallen und die Idee ist, dem Vater weiter vorzulesen. Tag für Tag immer  ein Kapitel, das nimmt Lena so gefangen, daß die Musterschülerin in der Schule nicht mehr aufpasst und falsche Antworten gibt.

Dem Papa geht es aber nach und nach besser und die Geschichte von dem Erfinder, zu dem die Kinder Franziska, Florian, Nasrin und Fabrizio, die letzteren sind auch irgendwie Außenseiter im Dorf nach und nach eine Beziehungs aufbauen und ihm vor den Steinen der bösen Buben Johannes, Paul und Frieder retten, ist auch wirklich schön und lehrreich.

“Vielleicht ein bißchen ungläubwürdig und zu idyllisch!”, meint der Papa einmal, als sich noch die Lehrerin einschaltet und den Kindern, die den Fremden mobben, ihre eigene Geschichte erzählt. Aber sie wirkt, der Papa wird wieder gesünder, fängt zu essen an, setzt sich dazu schon in die Küche und der Hausarzt Dr. Bäumler, der den Kranken untersuchen kommt, staunt und spricht von einer Spontanremission und will ihn zur Untersuchung nach  Tübingen schicken, was der Vater ablehnt.

Ein Problem gibt es aber noch, die vorwitzige Mia oder ihre Mutter erzählen überall herum, daß Lenas Papa Krebs hat, was nicht stimmt und Lena wütend macht.

Aber sonst wird alles gut in dem Buch vom geheimnisvollen Erfinder, der wird in das Dorf integriert und als Lena mit dem Buch fertig ist, ist der Papa auch wieder gesund geworden und damit das Ganze noch spannender ist, hat Manfred Mai noch ein Geheimnis eingebaut, Lena darf, damit der Zauber wirkt, niemand von ihrem Vorhaben erzählen, der schlaue Papa und die schlaue Mama merken es aber sowieso. Lena kann am Schluß in der Schule wieder aufpassen und auch Sophie trifft ihren Vater wieder, so daß sie alle irgendwann zu einem Tennistunier fahren werden.

Wäre schön, wenn das Leben so einfach wäre, aber vielleicht ist das auch etwas, was lesende Kinder lernen können, daß die heile Welt eben meistens nur in den Büchern stattfindet und natürlich auch, daß man keine Fremden mobben und keine Unwahrheiten erzählen soll. Vielleicht auch, daß die Welt nicht unter geht, wenn Lenas Papa wirklich Krebs gehabt hätte, weil man den jetzt schon sehr gut heilen kann und wichtig ist es vielleicht auch für die Kinder, deren Väter vielleicht wirklich betroffen sind, zu wissen, daß Bücher Übertreibung sind und man höchstwahrscheinlich nicht jeden kranken Papa durch das Lesen eines Buches heilen kann. Denn wenn es Krebs gewesen wäre, hätte der Papa wohl Strahlentherapie, Operationen und Chemo gebraucht und “Spotandingsbums”, wie Lena das respektlos nannte, sind, wie schon Dr. Bäumler sagte, äußerst selten und kommen höchstwahrscheinlich nicht bei jeden Papa oder Oma vor.

Aber lesen ist natürlich gut und wichtig und die heile Welt wenigstens in Büchern serviert zu bekommen ist ohne jeden Zweifel auch sehr gut.

 

Wochenbeginn

Am Sonntag war es dann beim Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen ein wenig kalt und windig und die Gespräche, die man an den Weinfäßern vor den Ständen über die kommende Bundespräsidentenwahl machen konnte, waren auch nicht unbedingt erfreulich.

Der Alfred ist dann bei der Rückfahrt auch noch vom Rad gestürzt und hat sich den Arm geprellt und ich habe mir in der Nacht die “ATV-Diskussion” mit Alexander van der Bellen und Norbert Hofer ohne Themenvorgabe und Diskussionsleiter angeschaut, die von den sie anschließend analysierenden Politikberatern, als untergriffig empfunden wurde.

Ich habe sie gar nicht so schlecht empfunden, denn es ist ja auch sehr wichtige Wahl, beziehungsweise Weichenstellung, ob wir jetzt einen “grünen” oder “blauen” Bundespräsidenten bekommen sollen, da diesmal die Farben der beiden Großparteien, die sonst üblich wären, beim ersten Durchgang weggefallen sind.

Gestern gab es noch ein Konzert auf Alexander van der Bellens Facebookseite “Stimmen für van der Bellen” mit Hubert von Goisern, Andre Heller, Andreas Vitasek und noch vielen anderen Künstlern, beziehungsweise Botschaftsgebern, das mich auch einige Stunden gekostet habt und heute habe ich wieder mit dem Korrigieren der “Berührungen, das jetzt “Nicht berühren oder Variationen der Romanentstehung” heißen wird, angefangen.

Da habe ich ja das letzte Mal geschrieben, daß ich mit den ersten zwei oder drei Szenen noch immer nicht einverstanden bin. Ab Szene fünf, wo die Anna Augusta in Theo Hardenbergs Praxis geht und der ihr einen Tip für eine Szene gibt, wird es besser.

Aber in den Anfang bin ich wieder viel zu schnell, beziehungsweise ohne recht zu wissen, wie, hineingegangen, denn nur mit dem “berühren” oder “Angesichts der Flüchtlingskrise darf man nicht um die Welt reisen” geht es vielleicht nicht.

Das habe ich jetzt, obwohl ich es ohnehin schon öfter machte, noch einige Male durchgenommen und diesmal je ein paar Sätze hinzugefügt, um das Ganze fülliger beziehungsweise verständiger zu machen.

Mal sehen, wie weit ich damit komme und wie zufrieden ich damit bin, ansonsten ist es vielleicht spannend, daß ich diesmal, womit ich ja früher immer Schwierigkeiten hatte, den Inhalt nacherzählen kann.

Es gibt drei oder vier Ebenen, die Himmelsgeschichte mit Zweig, Doderer und Anne Frank, die Ebene mit Zarah, den Studenten und Hildegard Hadringer und dann, die der Anna Augusta, die ihrem Psychiater Theo Hardenberg ihren Roman erzählt, beziehungsweise dieser in den drei Ebenen entsteht, deshalb der Titel und als Buchtext habe ich gedacht, könnte ich die “Bierdosen-Geschichte” nehmen, die ich mir bei der letzten Schreibgruppe ausgedacht habe. Die müßte wahrscheinlich gekürzt werden, damit sie auf den Buchrücken passt, aber sonst ist das vielleicht ganz spannend.

Der Druckauftrag für “Paul und Paula” ist gegeben, jetzt bin ich gespannt, ob das Buch noch kommt, bevor wir auf Urlaub fahren und die “Nika” müßte auch noch fertig werden, damit wir das Dummie bestellen können. Das wird sich wahrscheinlich nicht mehr ausgehen, da es aber ohnehin ein Adventkalender ist, ist noch Zeit, bis das Buch zur Jahreszeit passt, denn für den Sommer liest man ja ohnehin besser ein Sommerbuch, also meine “Ereignisreichen Sommererlebnisse vierer prekärer Literaturstudentinnen”, beispielsweise.

Bezüglich Lesungen kann ich vermelden, daß sich jetzt Christoph Kepllinger gemeldet hat, der an der letzten “Linken Wort Anthologie” arbeitet und für die nächste Lesung das Thema “Arbeit” vorschlägt, da habe ich ja sicher einige Texte, obwohl ich noch nicht extra darüber nachgedacht habe, aber ein Text über eine Romanentstehung gehört ja auch zum Thema Arbeit.

Mit dem Zweig und Doderer lesen, komme ich auch bald an das Ende, beziehungsweise habe ich jetzt den “Fouche”, die Biografie über den französischen Polizeiminister angefangen und da ist erstens spannend, daß Stefan Zweig neben seinen leidenschaftlichen Novellen, auch vielleicht nicht ganz so erfreuliche Biografien schrieb, denn der Joseph Fouche war ja ein ziemlicher Wendehals, beziehungsweise sicher unangenehmer Zeitgenosse.

Mir ist er jedenfalls nicht sympathisch und zweitens ist interessant, daß er in den “Berührungen” auch vorkommt und zwar sitzt er im Wolkencafe mit Marie Antoinette an einem Tisch, was vielleicht nicht ganz passend ist, weil er ihr Todesurteil unterzeichnete, aber im Himmel ist ja alles vorstellbar, ich kann ihn aber auch immer noch an den Nebentisch setzen und sie feindlich zu ihm hinübersehen lassen.

“Brasilien”, das Buch, das Stefan Zweig über seinen letzten Aufenthaltsort schrieb, ist jetzt auch gekommen, das ist dann wahrscheinlich der letzte Zweig, den ich zu Recherchezwecken lese, von Doderer warten ja noch die “Wasserfälle von Slunj” auf mich, die ich auch nach Kroatien mitnehmen kann und wenn wir zurückkommen, läuft vielleicht der Film “Vor der Morgenröte”, wo Josef Hader, den Zweig spielt, der, um wieder zum Ausgangsthema zurückzukommen, auch in den “Stimmen für van der Bellen” aufgetreten ist und spannend, wer dann am Sonntag unser neuer Bundespräsident werden wird, ist es sicher auch und kann in den “Berührungen” auch noch ergänzt  werden, bevor die Hildegard Richtung Istanbul mit ihrem blauen VW-Bus fährt.