Zweimal nicht Biografisches bei den O-Tönen

So hat Daniela Strigl heute die beiden Bücher beziehungsweise die Autoren vorgestellt, die heute bei den O-Tönen lasen.

Matthias Gruber

Matthias Gruber mit seinen Debut “Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art” und Tonio Schachinger mit seinen zweiten Roman “Echtzeitalter” und die Veranstaltung fand diesmal wieder im Freien statt.

Ljuba Arnautovic und Gabriele Kögl habe ich gesehen, später noch Birigit Birnbacher mit ihrem Kind und ich bin in der zweiten Reihe, weil der Alfred Sessel dazu gestellt hat, neben Julia Danielcyk gesessen, die ich gleich zur Auflösung des Literaturreferates befragen konnte, denn da ist heute ein Mail der GAV gekommen , das mir mitteilte, daß das die Stadt Wien plant oder bereits durchgefühhrt hat.

Petra Eckhart hat eröffnet und der erste Roman des 1984 n Wien geborenen Matthias Gruber betonte im Gespräch mit Daniela Strigl, daß sein Debut deshalb nicht autobiografisch sei, weil das Leben eines in Salzburg wohnenden Familienvaters nicht so viel hergibt. Deshalb spielt sein “Jung und Jung-Debut” auf einem Müllplatz oder handelt von einer Tochter mit einer Immunkrankheit, die mit ihrem Vater die Wohnungen verstorbener ausräumt und die Sachen dann dort deponiert.

Ein Hinweis auf Miliena Michikos Flasars Roman der vorige Woche vorgestellt wurde, folgte dann von Daniela Strigl und dann folgte der zweite Roman des 1992 geborenen Tonio Schachinger der mit seinem Debut und Fußballroman ” Nicht wie wir” 2019 auf der Shortlist des dBps gestanden ist.

Ein Roman, der mir nicht so besonders gefallen hat, bei dem zweiten, der bisher an mir vorbei gegangen ist, scheint das anders, denn der ist, wie Daniela Strigl erwähnte, ein lustiges Buch mit einem ernsten inhalt.

Ein Schul- oder Bildungsroman, der in einer Marianum genannten Schule, das in Wahrheit des Therseianum ist, das also doch ein autobiografischer Hinweis, Tono Schachinger besuchte, eine ehemalige oder noch heutige Nobelschule, die Anna ist dort turnen gegangen, weil die Rahlgasse keinen Turnsaal hatte.

Der Roman spielt aber in der Jetztzeit, also bin zum Ausbruch von Corona hund erinnert, wie Daniela Strigl erwähnte an den Scüler Gerber, obwohl Tonio Schachinger meinte, daß er beim Schreiben nicht daran gedacht hat, Friedrich Torberg wird aber erwhnt und Adalbert Stifters Novelle “Brigitta”, obwohl das bei den Lesestellen nicht vorkam.

Tonio Schachinger

Da kam der Protagonist, ein fünfzehnjähriger Schüler vor, der sich den Kunöchel geborchen hat und deshalb zwei Wochen liegen mß und daher einige Schularbeiten nicht machen kann, sondern Echtzeitspiele spielt. Dabei wird er von seinen Schulfreundinnen und seinen strengen Deutschlehrer besucht und später muß dann die Deutschschularbeit geschrieben werden. Da konnte man zwischen “Krambambuli” und dem “Vierten Gebot” wählen. Zumindestens wird der Tobias Moretti-Film am Vorabend gespielt. Die Mädchen verführen aber den Helden auf eine Demo zu gehen, statt sich vorzubereiten. Es kommt dann auch “Er läßt die Hand küssen” zur Schularbeit und da schreibt er, obwohl das Nichtgenügend schon prophezeit war, er einen Zweier, weil ihm die Mädchen davon schwärten. Er den Text gelesen hat und er auch nochh das Video einer Frau gesehen hat, über die sich Daniela Strigl dann erkundigte, ob sie damit gemeint wäre?

Se hat ja die Ebner Eschenbach Biografie und Werkausgabe herausgegeben und ich muß sagen, das mich das Buch, der Unterschied zwischen Realismus und Naturalismus, das war auch eine Prüfrage, am besten von allen bisher vorgestellten Bücher interessiert hat.

Also schreibe ich wieder, mal sehen auf welche Buchpreislisten es kommen wird und habe übrigens gerade ein Buch angefangen, das irgendwie sehr ähnlich oder auch verschieden ist, nämlich “Pardiese garden” von Elena Fischer und da geht es um eine vierzehnjährige Protagonistin, die allerdings keine Nobelschule besucht, sich aber offenbar auch sehr listig durch das Leben schlägt und natürlich kann man die Frage stellen, ob eine Nobelschule die Wirklichkeit abbildet? Sie bildet aber wahrscheinlich den Literturbetrieb ab oder deren Absolventen stehen dann auf den Shortlists, während das denen aus den Sozialwohnungen wahrscheinlich eher selten passiert.

Soziologisches bei den O-Tönen

Und das in der Oval-Halle, obwohl es nicht geregnet hat, nur den ganzen Tag eher trüb und zehn Tagen Regen angesagt. Einen guten Platz bekommen und gleich ein paar Bekannte getroffen. Den Karl, seine Anna, die Ruth und dann noch zwei maskierte Frauen, denn heute wurde durchgegeben, daß die Corona-Zahlen wieder steigen und eine Herbstwelle zu erwarten sei, wenn es schon keine im Sommer gegeben hat.

Die Petra Eckart im japanischen Look hätte ich zu Beginn für Milena Michiko Flasar gehalten, aber erst kam der Debutant, der 1992 in Rohrbach geborene Fabian Wakolbinger mit seinem “Kaiser der Obdachlosen”, bei “Milena” erschienen und, wie der moderierende Florian Baranyi erwähnte, das erste Mal vor sechshundert Leuten vorgestellt wurde.

Fabian Wakolbinger

Ein origineller Roman, wie bei “Milena” angekündigt steht, denn in einer mittelgroßen österreichischen Stadt wählen die Obdachlosen einen Kaiser und planen mit ihm die Rebellion, beziehungsweise fordern sie ihre Rechte zurück und eine Kirche und dann gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang mit dem Ordnungshüter, dem Polizisten Leopold.

Und dann kam für mich etwas sehr Bekanntes, nämlich der fünfte Roman und der dritte bei “Wagenbach” erschienene von Milena Michiko Flasar, die, wie ich heute am Telefon Batja Horn erklärte, einen sehr indivuduellen Ton in die Literatur brachte, in dem sie immer das unverwechselbare japanische Leben schildert. Da geht es einmal um die Jugendlichen, die das Haus nicht mehr verlassen und sich von ihren Eltern das Essen vor die Tür stellen lassen. Dann den Herrn Kato, der Familie spielt und dann, bei “Oben Erde, unten Himmel”, geht es um das Phänomen der einsam zu Hause Sterbenden, die erst nach Tagen oder Wochen gefunden werden, bzw, um die Reinigungsfirmen, die die Wohnungen dann wieder säubern.

Milena Michiko Flašar

Im Jänner hat der “Wagenbach-Verlag” zu einem japanischen Essen eingeladen. Etwas später wurde das Buch im Literaturhaus vorgestellt. Gelesen habe ich es auch.

Es gab drei oder vier Textstellen und ein Gespräch, das durch den Roman führte und am Schluß großen Applaus. Eine eigene unverwechselbare Stimme, die den Lesern, die Kultur Japans näherbringt und Halbzeit gab es bei den O-Tönen auch und für uns, da wir dann doch nach Frankreich fahren nur noch einen einzigen Abend, wo es wieder spannend wird, ob er im Freien oder wieder in der Halle stattfindet.

Vom Verschwinden zum Kochen bei den O-Tönen

Wieder O-Töne mit zwei interessanten Büchern, wo ich bei einem schon bei einer Lesung im Literaturhaus war. So hat die 1988 im Burgendland aufgewachsene und derzeit in Hamburg lebenden Johanna Sebauer ihr Debut “Nincshof” vorgestellt. Das heißt auf Ungarisch nichts und beschreibt ein burgenländisches Dorf an der ungarischen Grenze ein solches, wie in dem Johanna Sebauer aufgewachsen ist, wie sie der Moderatorin Daniela Strigl erklärte und in dem wird das Verschwinden geübt.

Johanna Sebauer

Der Bürgermeister und noch ein paar andere Typen treffen sich bei einer alten Dame und diskutieren den Plan, das Dorf zum Verschwinden zu bringen, die Hinweistafeln zu entfernen und die Radfahrer, die um den Neusiedlersee fahren wollen mit Gestank zu vertreiben.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde und die diesmaligen Autorinnen waren auch nicht so schnippisch, wie die vorigen und das MQ war wieder sehr voll. Unser Platz diesmal besser, so daß etwas zu sehen war.

Petra Hartlieb habe ich gesehen, am Ende Brigitta Falknerl was mich etwas wunderte, weil sich die experimentellen Autoren in der Regel ja nicht so sehr für die Mainstremliteratur interessieren, wie mir gestern auch Monika Vasik erklärte, aber vielleicht ist sie ein Fan von Teresa Präauer und die habe ich schon einmal im Literaturhaus aus ihrem “Kochen im falschen Jahrhundert” lesen gehört.

Daniela Strigl, Theresa Präauer

Da war es bummvoll, es gab Brötchen zu dem Wein und ich habe die ausschenkende Studentin empört, weil ich mich aus Platzgründen hinter sie stellte und den Cremant, dier diesmal am Lesepult serviert wurde, hat es im Literaturhaus erst ein paar Wochen später gegeben. Dafür war im Literaturhaus der Lesetisch schön gedeckt und ich kann jetzt raten, ob das Buch ein Roman ist, wie Daniela Strigl erwähnte.

Ich hätte es nicht dafür gehaltenm sondern eher für einen Essays übers Gastgeben und eine Reflektion über die Kocherinnerungen. Es gibt aber einen Gastgeber, eine Gastgeberin, einen Ehemann, eine Ehefrau und einen Schweizer, sowie ein paar Varianten. So kommen die Gäste außer dem Schweizer einmal nicht, sondern nur der Schweizer und beim zweiten Leseblock ist dann auch der ausgeblieben. So hat sich das Gastgeberpaar mit Cremant betrunken und schließlich offenbar statt die Quiche zu essen, sich anderwärtig zu vergnügen begonnen.

Teresa Präauer hat auch eifrig mit Cremant dem Publikum zugeprostet und es war ein interessanter Abend und spannend, ob ich das Buch lesen werde? Beziehungsweise kann ich jetzt raten, ob es auf die deutsche oder auf die öst. Buchliste kommt?

Fragmentierte O-Töne

Heute waren die O-Töne besser als in der letzten Woche besucht, beziehungsweise sind wir später gekommen, so daß wir nur einen Platz weit hinten bekommen haben, wo fast nichts zu sehen war. Dafür aber gut zu hören und Katja Gasser die Moderatorin stellte gleich die beiden Autorinnen vor.

Die Debutantin war die 1990 in Klagenfurt geborene und in Wien Greta Lauer, was wie Katja Gasser erwähnte, ein Pseudonym ist, ihr bei “Luftschacht” erschienenen Roman “Gedeih und Verderb” und spielt sowohl in einem Dorf als auch in der Stadt.

Katja Gasser stellte gleich die Anfangsfrage, wie weit die Autorin von den berühmten Kärntner Autoren Josef Winkler, Florjan Lipus und Maja Haderlap beeinflusst wären?

Greta Lauer
Ana Marwan,

“Sie haben die Lavant vergessen?”, antwortete sie. Die Autoren sind diesmal sehr aufmüpfig und in dem Buch geht es sehr gewalttätig zu. Mir war es zu gewalttätig und den Inhalt habe ich nicht ganz verstanden.

Katja Gassser hat aber bei beiden vorgestellten Romanen das Fragmentarische betont. Hängengeblieben sind bei mir aber die”Augäpfelchen” ein Wort, das die Autorin sehr oft verwendete und die Hauptleserin, die 1980 in Murska Sobota geborene Ana Marwan, ist mir seit ihrem Debut ” Im Kreis des Weberknechts” bekannt, wurde sie das ja jür das Bloggerdebut nominiert und ich weiß jetzt gar nicht, ob sie den Preis gewonnen hat, mir hat das Buch glaube ich sehr gut gefallen.

Dann hat sie im Vorjahr den “Bachmann-Preis” gewonnen, gibt jetzt die “Literatur und Kritik” heraus und als im Winter die beiden heurigen Gastländer auch von Katja Gasser vorgestellt wurde, war sie doppelt präsent und da hat sie ihr “Verpuppt” vorgestellt, das auf Slowenisch geschrieben und übersetzt wurde.

Viel vom Inhalt habe ich damals nicht verstanden und es auch heute nicht mitbekommen. Ana Marwan hat aber, glaube ich, wieder den Unterschied zwischen dem Leben und der Literatur herausgestrichen und das Leben als sinnlos bezeichnet, während in der Literatur alles geplant und geplottet ist. Sieht man am Cover eine Pistole, dann kommt sie im Text mit Sicherheit vor.

Es geht jedenfalls um zwei Personen, ob Mann und Frau , scheint irgendwie nicht klar zu werden und im Gespräch meinte Ana Marwan auch, daß man Identitäten nicht festlegen könne und Tiere spielen in ihren Büchern auch eine große Rolle.

Ich habe “Verpuppt”, im Jänner angefragt, aber nicht bekommen. Jetzt bin ich gespannt, ob es auf die Buchpreisliste kommt, auf die Öst würde ich vermuten und am Rückweg nach St. Pölten haben wir den Rest der “Gesprächsreihe” im Ö1 gehört, wo die Sendung über den im März verstorbenen Erwin Riess wiederholt wurde, der seinen “Herrn Groll” vorstellte und seinen Unmut über die österreichische Behindertenpolitik zum Ausdruck gab.

Zwanzigster O-Töne Beginn

Christoph Möderndorfer, Gabriela Hegedüs, Bettina Leidl

Am Donnerstag gehts am Donnerstag ins Museumququartier, zu den Ö-önen, dem Literaturfestival, das es diesen Sommer zum zwanzigsten Mal gibt, wie Gabriela Hegedüs mit stolzerfüllter Stimme und leichten Anhang zur Sentimentalität erklärte und ich, meine Leser wissen es wahrscheinlich, war nicht immer da.

Cornelia Hülmbauer
Anna Mabo

“Wer von Ihnen ist schon das erste Jahr bei der Lesung von Dimitre Dinev, glaube ich, gelesen, wollte sie dann wissen und mein Hande ist unten geblieben, brauche ich ja offenbar sehr lange, bis ich mir die literarischen Events zu eigen machte, so ist es mir bei “Rund um die Burg” gegangen und im Sommer mache ich ja schon seit vielen Jahre Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und bevor die zu den Sommerfrischenwochenenden wurden, war ich nur sehr sporadisch da, immer dann, wenn der Alfred nicht anwesend war und jetzt fahren wir erst nach den O-Tönen aufs Land, denn eigentlich weiß man wenn man zu den O-Tönen geht dann schon sehr gut, was im Hherbst auf den Buchpreislisten steht und Gratiseintritt und ein Goodie-Sackerl gibt es auch.

Grund genug hinzugehen und nach den Corona-Zeiten, wo wir hinten, standen weil mit Maske und Testnachweis ging ich ja nirgends hin und auf die O-Töne freue ich mich ja meistens sehr. Vor einigen Jahren bin ich immmer mit einem Buch in der Tasche um sechs hingegangen um einen guten Platz zu bekommen, denn die ersten Reise sind ja immer für die Vips reserviert zu denen ich ja nicht gehöre, nach Corona habe ich mir das abgewöhnt, weil ich da ja immer hinten gestanden bin und heute hat es wieder ein Eröffnungskonzert mit Anna Mabo und den Buben gegeben, die ich glaube ich schon einmal hörte und da erschien Cornelia Hülmbauer mit ihren Debut “oft manchmal nie” bei Residenz erschienen, deshalb waren auch die Verlagsfrauen da und die 1982 in Nö geborene Cornelia Hülmbauer, kann ich gleich anmerken, kenn ich schon lang, hat sie mir ja Anfangs, als sie noch Consens hieß, auf meinen Bog kommentiert. Dann kam ein “Exil-Preis” und ein Studium der Sprachkunst und der Roman führt zu einer niederösterreichische Bundesstraße, wo der Vater eine Autowerkstädte hat und das Kind sein Leben in kurzen Sätzen kommentiert. Ein Roman ohne Plot und mit Autofiktion wie Klaus Kastberger, der Moderator anmerkte und dann folgte das Hauptprogramm nämlich Birigt Birnbacher, die schon dreimal bei den Ö-Tönen aufgetreten ist, 2016 da erste Mal, dann hat sie den “Bachmann-Preis” gewonnen und dann mit ihrem Buchpreisbuch und jetzt heißt der neuen Roman “Wovon wir leben” ein Roman der Arbeitswelt, wie Klaus Kastberger kommentierte und von der Autorin zurückgepfiffen wurde, die auch ihren soziologischen Sachblick zurückwies und von Klaus Kastbergers roten Schuhe schwämrte und mehrmals daraus hinwies, daß er vor kurzem den “Staatspreis für Lteraturkritik” bekommen hat und in dem Roman kehrt eine arbeitslose Krankenschwester ins Innergebierg zu ihren Vater zurück, lernt dort einen Städter kennen und eine Ziege gibt es auch.

Birgit Birnbacher, Klaus Kastberger

Spannend, spannend zu erfahren auf welche Buchpreise, die Bücher kommen und ich lesen werde? Interessante Hintergrundgespräche über die “Bahmann-Wertungen” und wie gut Autoren lesen können müssen, habe ich von den hinter mir Sitzenden auch gehört und Küsschen der Promis, die das nach Corona wieder häufig taten, gab es auch zu sehen.

Sechzehnter literarischer Lenz

So lange gibt es das Literaturfestival des Centropes, wo Stephan Teichgräber, interessante tschechische, slowakische, ungarische und Wiener Autoren vorstellt, schon, ich war aber nicht bei jeden dabei.

Habe aber von Stephan Teichgräber, den ich wahrscheinlich über die Szene Margareten oder schon länger kenne, irgendwann die Einladung bekommen und bin dann vor Corona ein paarmal hingegangen, dann klappte es wegen der TestMasken– oder anderer Pflichten nicht mehr.

Im Vorjahr war ich wieder da und heuer kurz vor unserer Radreise den Main entlang, wo wir das Centrope wahrscheinlich verlassen und ich muß sagen, es war sehr interessant.

Jelena Semjonowa-Herzog, die Mitorganiorin, hat mich als ich das Arche-Theater erreichte, freundlich begrüßt. Cornelia Stahl hat mir zugerufen und mir das gedruckte Programm übergeben. Im Theatersaal habe ich mich mit Dine Petrik unterhalten und Stephan Teichgräber hat genau erklärt, was der Centrope ist und, daß es sich für die Österreicher lohnen würde, Tschechisch, Slowakisch und Ungarisch zu lernen oder wenigstens ein paar Worte davon zu verstehen.

Dann kam der 1990 in Mähren geborene Lukas Ondercanin mit seinem noch nicht auf Deutsch erschienen Roman “Die Utopie in Lenins Garten”. Die auf Deutsch gelesenen Stellen wurde von Stephan Teichgräber übersetzt und da geht es um dreihundert Slowaken, die vor hundert Jahren nach Kirgisien auseanderten, um dort das Paradies zu finden und enttäuscht wurden.

Dann folgte und das war interessant, die 1972 in Indien geborene Sarita Jenamani ,und da ist vom Centrope nicht viel zu entdecken. Sie lebt aber seit ihrem Studium in Wien, ist oder war die Generalsekretärin des PENS und so hat sie Jelna Semjonowa-Herzog, die den Österreich Teil auswählte, sie und ihre Gedichte vorgestellt.

Dann ging es mit dem 1959 in Budapest geborenen Andras Petöcz weiter oder er kam nach Wien und stellte sein “funny poem” “Ein Gott in Wien ” vor, wo der oder der Autor selber hungrig oder müde in der Wiener U Bahn saß und der vorgestellte Band “Der gealterte Gott” beschäftigte sich, was ich erstaunlich frisch und originell fand, mit der Erschöpfung, der Traurigkeit und anderen Gefühlen.

Dann gings wieder nach Wien oder nach Mürzzuschlag. Denn dort wurde Harald Darer von dem ich schon was gelesen habe und der mich auch erkannte, geboren und der stellte mit “Mongo” wieder ein sehr interessantes Buch vor, geht es da doch um ein Kind mit Downsyndrom oder um die Schangerschaft der Schwester eines solches, die sich Sorgen macht, daß es ihrem Kind auch so gehen könnte.

Dann hätte einen Tschechin mit einem gar nicht teschechin klingenden Namen, nämlich, die 1988 geborene Klara Goldstein kommen und ihre Gedichte vorstellen sollen. Sie war aber erkrankt, so wurden ihre Gedichte aus den Bänden “Falkenfrau”, das inzwischen schon vergriffen ist und “Die Regen von Maiernigg”, nur von den Schauspielern gelesen.

Foto: FaceBook

Nachher gab es wieder und diesmal etwas verrutschte Brötchen. Ich habe mir ein Glas Wein dazu gekauft und mich mit Harald Darer und Cornelia Strahl sehr intensiv unterhalten.

Am Mittwoch ist es dann mit Julian Schutting, der sehr verkühlt war und seinem “Zersplitterten Erinnern” weitergegangen . Dann kam Stanislav Biler aus Brünn mit seinem Roman “Destruktion”, wo es um die Flucht aus der Stadt aufs Land ging und da plötzlich in niederösterreichischen Dialekt gelesen wurde.

Danielas Chanas “Neun seltsame Frauen” kannte ich schon, habe ich die Geschichte von der Küchenhilfe mit dem roten Lippenstift sowohl in der “AS” gehört, als auch das Buch gelesen.

Der Ungar Pal Zavada, der historische Tomae schreibt, schickte im Jahr 1937 einen Adam Apfelbaum mit dem lieben Gott und dem Teufel nach Berlin und die 1966 in Frankreich geborene Nathalie Rouanet, die ich als Anne Air von Slam B kenne hatte drei Miniaturen in denen es um Sex und Liebe und einen afghanischen Flüchtling ging.

Dann wurde die Pause mit den Brötchen vorgelegt, da die 1999 geborene Nicol Hochholczerova erst angereist kam und in “Dieses Zmmer läßt sich nicht aufessen” einen sehr spritzigen Roman vorstellte, in dem es auch um Peter Esterhazy ging, der geheiratet werden sollte.

Das war es dann, ein etwas anderes Festival, weil die Wiener Autoren aus Frankreich oder Indien kamen, was mich auf die Idee brachte, mich mit meiner in Entstunhg befindendlichen Drei Frauen Geschichte “Bratislava-Prag-Budapest” für das nächste oder übernächste Jahr zu bewerben und jetzt geht es los in einen vielleicht verregneten Urlaub, wo ich das nächste Festival nämlich “Rund um die burg” das übermorgen beginnt, versäumen werde.

Fiston Mwanza Mulijas und Paul-Henry Campells Dichterloh

Heute bin ich zurechtgekommen, mir zumindestens einen Teil des Filmes über Marina Zwetajewa anzusehen, wo mit schlecht lesbaren Untertiteln auf Russisch Gedichte deklamiert wurden.

Dann ging es in den Keller und Michael Hammerschmid stellte den 1982 in Boston geborenen und in Frankreich bzw. in Wien lebenden Paul-Henri Campell vor, dessen Gedichtband “innere organe” litaneiartig die Haut, die Leber, etcetera in dem Mittelpunkt stellt, nach Istanbul führte und Reaktorgedichte gab es auch.

Dann wurde es performanistisch, denn der 1981 in Lumbumbashi geborene und seit 2009 in Graz lebende Fiston Mwanza Mulija, den ich schon öfter hörte habe und sein “Tram 83”” gelesen habe, stellte sein zweisprachiges “Ritter-Buch”-“Kasala für meinen Kakju”/ “Kasala pour mon Kaku mit dem Musiker Patrick Dunst vor und rief seine Kasals, das ist, glaube ich, eine afrikanische Gedichtform, wo es auch über den Körper oder das Gebären der Mütter ging, durch den Raum.

Im anschließenden Gespräch ging es um die Frage der Kolonalisierung und, wie es dem im Kongo Geborenen mit der Herrschaftsprache Französich geht, in der er schreibt.

Es ging dann um Geister und Götter, die viele Namen tragen können und Michael Hammerschmid, sowie das Publikum waren begeistert und es gab jubelnden Applaus und am Montag gibt es noch einen Dichterloh-Abend, wo E. A. Richter auftreten wird und ich gespannt bin, ob ich es schaffen werde, hinzugehen?

Druckfrisch bei den O-Tönen

Klaus Kastberger, Bettina Scheiflinger

Das ist ja die berühmte Literatursendung des berühmten Literaturkritikers Denis Scheck, aus Köln, glaube ich und der ist heute nach Wien gekommen, um Heinrich Steinfest druckfrischen Roman “Der betrunkene Berg” vorzustellen und es waren die letzten O-Töne in diesem Sommer und da kann ich mich erinnern, daß ich einmal vor Jahren von der Schreibgruppe kommen, Heinrich Steinfest gerade noch in den letzten Sätzen erlebte und da ist es glaube ich um ein Flugzeug gegangen . Jetzt ging es um einen “Betrunkenen Berg”. Arno Geiger war da und wahrscheinlich noch einiges an Prominenz. Wir sind in der zweiten Reihe gesessen. Früher bin ich ja immer zwei Stunden früher hingegangen, um einen guten Platz zu bekommen. Heuer ging das auch um halb acht. Aber zuerst kam Klaus Kastberger mit Bettina Scheiflinger, eine Sprachkunststudentin, wie sich herausstellen sollte. Deshalb war auch Frieda Paris da und ihr Buch “Erbgut”, das mir bei “K& S” entgangen ist, obwohl ich von dort ja fast alles lese, ist wie Kaus Kastberger einleitete, ein Familienroman oder auch nicht.Jedenfalls keiner mit den üblichen Perspektiven, wie er weiter plauderte und die junge Frau hat drei Stellen daraus gelesen.

Denis Scheck, Heinrich Steinfest

Dann kam der Star, wo man den Kritiker aber auch den Autor meinen konnte, den ich ja erst vor kurzem im Literaturhaus glaube ich, hörte Ob da über dieses Buch gesprochen wurden, weiß ich gar nicht, denn wir sind früher weggegangen, weil ich mich nicht so gut fühlte. So habe ich nur mitbekommen, daß es sich dabei, um eine Buchhandlung auf einen Berg handelte und jetzt, da die O-Töne beendet sind, gehts dann zum Buchpreislesen und da bin ich wieder gespannt, ob Heinrich Steinfeld auf die österreichische Liste kommt? Mit der “Büglerin”, die mir sehr gut gefallen hat, ist er ja schon einmal darauf gestanden.

Viermal bin ich in diesen Sommer, wo ich ja zwei Reisen machte, im MQ gewesen und da ist interessant, daß ich die Veranstaltungen mit Marie Gamilscheg und Reinhard Kaiser-Mühlecker versäumte, aber die stehen ja auf der Longlist. Also werde ich die Bücher lesen.

Drei Premieren bei den O-Tönen

Klaus Kastberger, Marcus Fischer

Zwei betreffen die Bücher, die heute bei den O-Tönen vorgestellt wurden, die dritte, wie die Veranstalter betonten, daß die Lesungen zum ersten Mal in diesem Sommer in der ARENA 21 stattfanden, denn es gab an diesen Donnerstag, wo es in Wien bis 37° Grad hatte, am Nachmittag eine Sturmwarnung in NÖ, wo sogar die Frequency in St. Pölten kurzfristig geräumt wurde und es sah auch in Wien am Abend nach Regen aus. Geregnet hat es dann nicht, aber als wir das Museumsquartier erreichten, wurden die Sessel im Haupthof gerade weggeräumt und in der ARENA waren ein paar Leute mit Maske zu sehen. Ein zwei Hände voll, denke ich. Cornelia Stahl war da, Gustav Ernst und Karin Fleischanderl habe ich gesehen und beim Eingang ist Susanne Toth gestanden und hat uns zu ihrer Lesung nächste Woche eingeladen, beziehungsweise diesbezügliche Flyer verteilt.

Klaus Kastberger hat wieder moderiert und erzählt, daß sein Zug wegen des Sturmes schneller gefahren ist. Er hat in der letzten Zeit eine eher witzige Art der Moderation, die ich nicht ganz nachvollziehen kann und stellte dann den 1965 geborenen Marcus Fischer vor, den ich als ich in das Programm schaute zuerst mit dem Leander verwechselte und dachte “Der ist doch schon auf der Debutliste des Öst gestanden und dann dachte, diesen Autor kenne ich nicht, was auch ein Irrtum war, denn das ist der Schreibtrainer den ich bei den Schnupperseminaren im “Writerstudio” kennenlernte und der mich auch lieb getröstet hat, als ich beim “Marathonschreiben” früher als erwartet heimgegangen bin. Er hat den “Wortlaut-Wettbewerb” gewonnen und jetzt sein Debut “Die Rotte” herausgebracht und eine Rotte ist eine Ansammlung von ein paar Häusern. Ich kannte da nur das Wort “zusammenrotten” und hätte eher an ein paar Weglagerer gedacht. Aber die “Rotte” ist eben diese Hausansammlung, in dem eine alte Frau lebt, die irgendwann nicht mehr aus dem Haus gegangen ist. Davon handelt der Roman vom Leben dieser Bäuerin namens Elfi, deren Vater tot aufgefunden wurde. Dann heiratet sie einen Franz, erfährt, daß er sie betrügt und am Schluß zieht sie sich offenbar aus dem Leben zurück, was, wie Marcus Fischer im Gespräch erwähnte, eine autobiografische Erfahrung war, weil es in der Rotte, in der er aufgewachsen ist, offenbar eine solche Frau lebte, mit deren Kindern er auch in die Schule gegangen ist.

Klaus Kastberger,, Thomas Stangl

Der zweite Autor, der 1966 in Wien geborene Thomas Stangl war mir dagegen von Anfang an bekannt, beziehungsweise habe ich von seinem neuen Roman, der auch, ähnlich wie das Fischer Buch gestern oder heute erschienen ist “Quecksilberlicht” schon in der “AS” gehört und Thomas Stangl, der erste “Alpha- Preisträger,”, ist ein Autor den ich ein wenig verwirrend oder schwer zu verstehen finde und so ist es auch bei diesem Buch, wo Thomas Stangl, drei Stränge oder Räume, beziehungsweise auch verschiedene Zeiten miteinander verband.

Der erste Raum war ein Kaiser von China, der nicht sterben wollte und auch recht grusam war, der zweite die Familie Bronte, das sind die drei Töchter des Pfarrers aus Yorkshire, die im neunzehnten Jahrhundert durch ihr Schreiben berühmt geworden sind, Emily, Charlotte, Anne und einen Bruder gab es auch und, um den nahm sich Thomas Stangl an und dann geht es auch um seine Großmutter, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Wien Simmering lebte und das verwirrende dabei war, daß Thomas Stangl in einem Kapitel von der einen zur anderen Ebenen sprang und sich dann auch noch mit dem Schreiben, der Unsterblichkeit, etcetera beschäftigte.

Franz Kafka kam vor, der Novemberprogrom etcetera. Verwirrend aber auch interessant. Deshalb wunderte es mich auch ein bißchen, daß sehr viele Leute während der Lesung weggegangen sind, während Marcus Fischer recht stürmischen Applaus bekam und als ich die ARENA verließ, war es draußen warm und schön. Also hätte die Veranstaltung im Freien stattfinden können. Auf der Fahrt nach St. Pölten hat es aber ziemlich abgekühlt.

Fiston Mwanza Mujila und Kurt Fleisch bei den O-Tönen

Klaus Kastberger, Kurt Fleisch

Da wir schon am Mittwoch aus Kroatien zurückgekommen sind ist es sich doch ausgegangen wieder zu den O-Tönen zu gehen. Da war ich diesen Sommer erst einmal und da wir nächste Woche in Ungarn sein werden gibts dann noch zwei Termine im August.

Heuer laufen die O-Töne ja wieder ganz normal ab. Margit Heumann habe ich gesehen, beziehungsweise hat sie sich zu uns gesetzt. Christa Unterauer, die ich sonst immer im MQ getroffen habe, habe ich heuer noch nicht gesehen und das Debutbuch “Aibohphobia” von Kurt Fleisch das vom Rollentausch zwischen einem Psychiater und seinen Patienten handelt, habe ich schon gelesen.

Klaus Kastberger hat moderiert und das angesprochen, was ich auch beim Lesen empfunden habe, daß das Ganze ein bißchen anachronistisch ist und Kurt Fleisch meinte, daß er das bewußt so gewählt hat.

Fiston Mwanza Mjulijas “Tanz der Teufel” habe ich zwar nicht gelesen, aber die “Tram 83” und auch schon eine Lesung daraus gehört. Es ist ein schrilles Buch des 1981 in Zaire oder im Kongo geborenen, das, was ich nicht wußte oder schon vergessen habe, auf Französisch geschrieben und von zwei Damen übersetzt wurde und Fiston Mwanza Mulija, der seit 2009 in Graz lebt und dort einmal Stadtschreiber war, hat auch ein sehr starkes Performancetalent und eine laute eindrucksvolle Stimme.

Klaus Kastberger, Fiston Mwanza Mulija

Seine Bücher sind kein Romane betonte Klaus Kastberger, sondern eher eine Stimmungsansammlung. Personen treten auf und gehen wierder. Das Ganze spielt in einer Bar im Kongo, die von einer Reihe von Personen besuchtt werden. Drei junge Burschen gibt es, die in Angola in den Mienen suchen eine Madonna der Mienen. Eine starke Frau, die durch Fiston Mwanza Mjulijas Großmutter inspiriert wurde und einen Schriftsteller, der Franz Baumgartner heißt und aus St. Pölten stammt, gibt es auch. Da hat das Publikum gelacht und Fiston Mwanza Mulija meinte, daß er eigentlich die tragende Person des Buches ist, die die Handlung zusammenhält.

Am Schluß performte Fiston Mwanza Mulija, den ich schon einmal bei der “Literatur und Weint” gehört habe, ein Gedicht und ein Goodie-Sackerl, wo sich diesmal Chips befanden, gab es wieder auch. Darum bin ich ja die letzten zwei Jahre gekommen, weil damals ja das Kontactrtracingformular, das man abgeben sollte oder mußte, dort angehängt hat.