Heute bin ich zurechtgekommen, mir zumindestens einen Teil des Filmes über Marina Zwetajewa anzusehen, wo mit schlecht lesbaren Untertiteln auf Russisch Gedichte deklamiert wurden.
Dann ging es in den Keller und Michael Hammerschmid stellte den 1982 in Boston geborenen und in Frankreich bzw. in Wien lebenden Paul-Henri Campell vor, dessen Gedichtband “innere organe” litaneiartig die Haut, die Leber, etcetera in dem Mittelpunkt stellt, nach Istanbul führte und Reaktorgedichte gab es auch.
Dann wurde es performanistisch, denn der 1981 in Lumbumbashi geborene und seit 2009 in Graz lebende Fiston Mwanza Mulija, den ich schon öfter hörte habe und sein “Tram 83”” gelesen habe, stellte sein zweisprachiges “Ritter-Buch”-“Kasala für meinen Kakju”/ “Kasala pour mon Kaku mit dem Musiker Patrick Dunst vor und rief seine Kasals, das ist, glaube ich, eine afrikanische Gedichtform, wo es auch über den Körper oder das Gebären der Mütter ging, durch den Raum.
Im anschließenden Gespräch ging es um die Frage der Kolonalisierung und, wie es dem im Kongo Geborenen mit der Herrschaftsprache Französich geht, in der er schreibt.
Es ging dann um Geister und Götter, die viele Namen tragen können und Michael Hammerschmid, sowie das Publikum waren begeistert und es gab jubelnden Applaus und am Montag gibt es noch einen Dichterloh-Abend, wo E. A. Richter auftreten wird und ich gespannt bin, ob ich es schaffen werde, hinzugehen?