Sechzehnter literarischer Lenz

So lange gibt es das Literaturfestival des Centropes, wo Stephan Teichgräber, interessante tschechische, slowakische, ungarische und Wiener Autoren vorstellt, schon, ich war aber nicht bei jeden dabei.

Habe aber von Stephan Teichgräber, den ich wahrscheinlich über die Szene Margareten oder schon länger kenne, irgendwann die Einladung bekommen und bin dann vor Corona ein paarmal hingegangen, dann klappte es wegen der TestMasken– oder anderer Pflichten nicht mehr.

Im Vorjahr war ich wieder da und heuer kurz vor unserer Radreise den Main entlang, wo wir das Centrope wahrscheinlich verlassen und ich muß sagen, es war sehr interessant.

Jelena Semjonowa-Herzog, die Mitorganiorin, hat mich als ich das Arche-Theater erreichte, freundlich begrüßt. Cornelia Stahl hat mir zugerufen und mir das gedruckte Programm übergeben. Im Theatersaal habe ich mich mit Dine Petrik unterhalten und Stephan Teichgräber hat genau erklärt, was der Centrope ist und, daß es sich für die Österreicher lohnen würde, Tschechisch, Slowakisch und Ungarisch zu lernen oder wenigstens ein paar Worte davon zu verstehen.

Dann kam der 1990 in Mähren geborene Lukas Ondercanin mit seinem noch nicht auf Deutsch erschienen Roman “Die Utopie in Lenins Garten”. Die auf Deutsch gelesenen Stellen wurde von Stephan Teichgräber übersetzt und da geht es um dreihundert Slowaken, die vor hundert Jahren nach Kirgisien auseanderten, um dort das Paradies zu finden und enttäuscht wurden.

Dann folgte und das war interessant, die 1972 in Indien geborene Sarita Jenamani ,und da ist vom Centrope nicht viel zu entdecken. Sie lebt aber seit ihrem Studium in Wien, ist oder war die Generalsekretärin des PENS und so hat sie Jelna Semjonowa-Herzog, die den Österreich Teil auswählte, sie und ihre Gedichte vorgestellt.

Dann ging es mit dem 1959 in Budapest geborenen Andras Petöcz weiter oder er kam nach Wien und stellte sein “funny poem” “Ein Gott in Wien ” vor, wo der oder der Autor selber hungrig oder müde in der Wiener U Bahn saß und der vorgestellte Band “Der gealterte Gott” beschäftigte sich, was ich erstaunlich frisch und originell fand, mit der Erschöpfung, der Traurigkeit und anderen Gefühlen.

Dann gings wieder nach Wien oder nach Mürzzuschlag. Denn dort wurde Harald Darer von dem ich schon was gelesen habe und der mich auch erkannte, geboren und der stellte mit “Mongo” wieder ein sehr interessantes Buch vor, geht es da doch um ein Kind mit Downsyndrom oder um die Schangerschaft der Schwester eines solches, die sich Sorgen macht, daß es ihrem Kind auch so gehen könnte.

Dann hätte einen Tschechin mit einem gar nicht teschechin klingenden Namen, nämlich, die 1988 geborene Klara Goldstein kommen und ihre Gedichte vorstellen sollen. Sie war aber erkrankt, so wurden ihre Gedichte aus den Bänden “Falkenfrau”, das inzwischen schon vergriffen ist und “Die Regen von Maiernigg”, nur von den Schauspielern gelesen.

Foto: FaceBook

Nachher gab es wieder und diesmal etwas verrutschte Brötchen. Ich habe mir ein Glas Wein dazu gekauft und mich mit Harald Darer und Cornelia Strahl sehr intensiv unterhalten.

Am Mittwoch ist es dann mit Julian Schutting, der sehr verkühlt war und seinem “Zersplitterten Erinnern” weitergegangen . Dann kam Stanislav Biler aus Brünn mit seinem Roman “Destruktion”, wo es um die Flucht aus der Stadt aufs Land ging und da plötzlich in niederösterreichischen Dialekt gelesen wurde.

Danielas Chanas “Neun seltsame Frauen” kannte ich schon, habe ich die Geschichte von der Küchenhilfe mit dem roten Lippenstift sowohl in der “AS” gehört, als auch das Buch gelesen.

Der Ungar Pal Zavada, der historische Tomae schreibt, schickte im Jahr 1937 einen Adam Apfelbaum mit dem lieben Gott und dem Teufel nach Berlin und die 1966 in Frankreich geborene Nathalie Rouanet, die ich als Anne Air von Slam B kenne hatte drei Miniaturen in denen es um Sex und Liebe und einen afghanischen Flüchtling ging.

Dann wurde die Pause mit den Brötchen vorgelegt, da die 1999 geborene Nicol Hochholczerova erst angereist kam und in “Dieses Zmmer läßt sich nicht aufessen” einen sehr spritzigen Roman vorstellte, in dem es auch um Peter Esterhazy ging, der geheiratet werden sollte.

Das war es dann, ein etwas anderes Festival, weil die Wiener Autoren aus Frankreich oder Indien kamen, was mich auf die Idee brachte, mich mit meiner in Entstunhg befindendlichen Drei Frauen Geschichte “Bratislava-Prag-Budapest” für das nächste oder übernächste Jahr zu bewerben und jetzt geht es los in einen vielleicht verregneten Urlaub, wo ich das nächste Festival nämlich “Rund um die burg” das übermorgen beginnt, versäumen werde.