Zweimal dreißig von zwei Js

Das zahlreiche Publikum

Finale bei der dreißigsten Sommerlesereihe des “Podiums” und sehr sehr voll. Zwanzig Leute hatte der Kellner erwartet, dann waren aber an die hundert da und er war übefordert.

Nils Jensen, Hannes Vyoral, Hans Jörg Liebscher, der Dauerstammgast und dann die zwei ehemaligen Veranstalterinnen Claudia Erdheim, Christa Nebenführ , Susanne Ayob, Patricia Brooks, Armin Baumgartner, Peter Paul Wiplinger, Monika Vasik, Ruth Aspöck, Batya Horn, Gabriele Eckert, Gabriele Petricek, Lisa Fritsch, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christinan Schreibmüller ,und und dann noch viele, die ich nicht kannten, aber Gerhard Jaschke, den Doyen und ehemaligen Generalsekretär der GAV und dann Jopa Jotakin, den derzeitigen und Birgit Schwaner leitete wieder ein und erklärte, daß der 1949 geborene Gerhard Jaschke und langjähriger “Freibord-Herausgeber”, wo er viele junge Autoren gefördert hat, ich habe auch drei Texte drinnen, dreißig Texte aus einem dreißig Jahre alten Buch nämlich “von mir aus” erschienen in der Edition Splitter, deshalb war auch die Verlegerin da, lesen wird und die waren zum Teil sehr kurz “Guten Abend gute Nacht , seid ihr endlich aufgewacht” bespielsweise und dann gab es noch den ein Seiten Roman “ich hänge an einem Faden” im Dadastil, alles schön illustriert und dann kam der 1986 geborene Jopa Jotakin, der vor dreißig Jahren in die Schule gekommen ist und deshalb seinen dreißig Jahre- Text auch diesbezüglich gestaltet hat.

Jopa Jotakin
Gerhard Jaschke

“Oma in der Küche, Mama in der Sonne”, wie man in der Volksschule schreiben lernt. Das Lesen konnte er schon, als er in die Schule kam und dann kam er zu Jopa Jotakin Sonnenschein fwieder in die Gegenwrt, alles wunderbar permomiert und damit war es für heuer die Sommerlesereihe “Kommen Sie gut nach Haus und nächstes Jahr wieder!”, verabschiedete Birgit Schwaner und Batya Horn, hat dann dem Alfred, den sie offenbar für einen Mäzen hielt das Jaschke Buchfür zwanzig statt für dreißig Euro verkauft. Zum Glück hatte ich es noch nicht, denn in meinen Bücherbergen gibt es ja schon eine ganze Jaschke Galerie, denn Gerhard Jaschke verschenkt ja viel und das hat er mir dann auch noch der “verehrten EvaJancak herzlichst gewidmet” mit den Freibord-Fahnen und dem “ich hoffe ich störe” untertitelt , ein oder zweimal habe ich ihn bei den GAV-GVs sehr gestört, als ich unbedingt lesen oder einen Text im “Freibord” haben wollte, dann hat ihm aber mein “Literaturgeflüster-Buch” sehr gefallen und die dreißigste “Podium -Sommerlesereihe”, war auch sehr eindrucksvolle. Alle Veranstaltungen habe ich nicht gehört, denn in der ersten Woche waren wir ja wandern und an einigen Montagen in Harland, aber sonst habe ich alles gehört und mich wieder in der österreichischen “Podium-Szene” gut eingehört und deren Prominenz gesehen.

Autorinnenverwechslungsgefahr im Cafe Prückl

Isabella Breier und Sonja Gruber in der Sommerlesereihe des Cafe Prückls und eigentlich hätte ich nicht hingehen wollen, denn Montag ist ja mein Sommerfrischenwochenendentag, wo ich eigentlich trotz der diversen Sommerlesereihenveranstaltungen in Harland bleiben wollte, aber heute hat der Alfred .ein Treffen mit der Ingrid ausgemacht, um vier in einem Cafe im Schottenstift. Vor sechs haben sich die Ingrid und der Avi dann veranstaltet, also ist sich die Sommerreihenleseveranstaltung gut ausgegangen, obwohl mir die angesagten Autorinnen auf den ersten Blick nicht viel sagten.

Sonja Gruber
Isabella Breier

Stimmt nicht so ganz, denn die 1976 in Gmünd geborene Isabella Breier habe ich schon in der “AS” und woanders gehört, da aber immer irgendwie mit der 1968 geborenen Isabella Straub verwechselt. Meine leichte Legasthenie macht solche Verwechslungen immer wieder möglich, lieber Uli ,und so war ich nicht ganz sicher ob ich jetzt die Autorin vom “Fest des Windrades” oder eine andere vor mir haben werde?

Hatte ich und habe die junge Frau auch gleich am Klo getroffen, die mich freundlich grüßte und fragte ob wir uns nicht kennen?

“Von den Lesungen wahrscheinlich?”, vermutete ich und habe sie nicht gleich als Autorin erkannt, sie hat aber von der “AS” geantwortet und da habe ich sie wahrscheinlich gehört. Als wir um sieben das Cafe erreichten war das Leseextrazimmer noch ziemlich leer. Birgit Schwaner war schon da, Hansjörg Liebscher, der auch zu den heurigen Stammgästen” zählt, Eleonore Weber von der “Edition fabrik transit” , da beide Autorinnen ihre Bücher dort haben.

Später kamen noch Monika Vasik und Gerhard Jaschke auch ein Dauerstammgast dazu und Isabella Breier hat aus ihrem Roman “Grapefruits oder vom großen Ganzen” ein Kapitel gelesen, wo ein Galerist offenbar eine Vernissage aus gestohlenen Bildern veranstalten will.

Dann kam die 1985 im Salzburgerland geborene Sonja Gruber mit einem Lyrikband und die habe ich nicht mit der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber verwechselt, deren neuen Roman, den sie in ein paar Wochen bei den O-Tönen vorstellen wird, schon auf meinen Badezimmerstapel liegt. Natürlich nicht. So unbedarft bin ich nicht in der Gegenwartsliteratur, aber wohl mit der 1960 in Linz geborenen und in Klosterneuburg lebenden Sabine M. Gruber von der ich ein noch immer ungelesenes Buch in meinen Regalen liegen habe.

Es gibt also auch eine Sonja Gruber, die schon einige Gedichtbände hat und auch Gedichte und eine Prosaminiatur vorgetragen hat.

Nachher hat sie sich lange mit Gerhard Jaschke unterhalten, der ja am Mittwoch, dem letzten heurigen Sommerreiheveranstaltung lesen wird und ich habe, obwohl gar nicht geplant, wieder viel gelernt und einiges Neues gehört, wie das in der Literatur eben ist und was die letzte Sommerlesereiheveranstaltung betrifft, kann ich stolz vermelden, daß Beppo Bayerls “Tod im Lainzer Tiergarten” zu mir gekommen ist, das ich wahrscheinlich in Frankreich lesen werde.

Dreißig Jahre Podium-Sommerlesereihe

Die Podium Sommerlesereihe im Cafe Prückl von Claudia Erdheim offenbar 1993 eingeführt geht ins dreißigste Jahr. Da gab es immer eine Auftaktveranstaltung in der “Alte Schmiede” und eine Schlußveranstaltung und ich bin, da man dort ja konsumieren muß, eher zögerlich hingegangen. In den letzten Jahren immer öfter und nach Claudia Erdheim hat Christa Nebenführ die Organisation übernommen und einmal auch in den GAV-Nachrichten dazu aufgerufen sich zu melden, wenn man dort lesen will. Das habe ich und bin ihr offenbar nicht gut genug gewesen.

Jetzt organisiert Birgit Schwaner die Veranstaltung, vor drei Jahren in Corona Zeiten war ich ziemlich regelmäßig da. Vor zwei Jahren gabs dann die drei G-Verordnung im letzten Jahr habe ich die Juli- Veranstaltungen offenbar versäumt, wir waren auch in Kroatien und gestern habe ich nachgegooglet und erfahren, daß das Thema “30” heißt und schon vor einer Woche Claudia Erdheim und Christa Nebenführ gelesen haben und heute Petra Ganglbauer und Friedrich Hahn und als ich das Cafe Prückl erreichte, war der Lesesaal leer. Der Kellner, den ich danach fragte, wußte es auch nicht und hat nur gemeint, daß der Saal reserviert wäre, Friedrich Hahn, den ich im Schanigarten traf, wies mich daraufhin, daß ich eine Stunde zu früh dran war, halb acht statt halb sieben.

Hansjörg Liebscher habe ich, als ich zurückgegangen bin, schon im Saal sitzen sehen. Birigt Schwaner ist auch bald erschienen und hat mir die Programmkarte gegeben. Anmelden wie im “Falter” angegeben war, musste man sich auch nicht, Gerhard Jaschke und Christian Katt und einige Damen sind auch erschienen und um halb acht wurde dann das Mikrophon ausprobert.

Das hat wie auch in den vorigen Jahren gestreikt. Birigt Schwaner hat die Lebensläufe der beiden Lesenden vorgestellt und Petra Ganglbauer hat zuerst aus ihren Prosaband “Die Tiefe der Zeit geht”, wo es um ein kleines Mädchen und seine Großmutter geht und offenbar die Zeit vor dreißig Jahren beschreibt, dann ging es zu dem Gedichtband “Aschengeheimnis” und da ist das Zuhören schwierig geworden, denn aus dem Cafe drang der Donauwalzer woran sich offenbar eine amerikanische Touristengruppe vergnügte. Die Klimaanlage war auch sehr stark eingeschaltet, so daß es sehr kalt war und die Akustik schlecht, so daß Petra Ganglbauer mehrmals ihren Standpunkt wechselte und einige Gedichte wiederholte.

Der 1952 geborene Friedrich Hahn , der schon fünfzig Bücher geschrieben hat und mit Siebzehn damit angefangen hat, hatte schon seine erste Veröffentlichung im ersten “Podium” und hat, wie er erzählte experimentell zu schreiben begonnen. Dann einige konventionelle Romane geschrieben und ist jetzt mit dem plotlosen Roman “Leergut” wieder dorthin zurückgekommen. Ein Text ohneHandlung, wo er jeden Tag einfach vor sich hingeschrieben hat und die Zahl dreißig ist erst spät vorgekommen und aus diesem Prosatext hat er auch ein Gedicht gemacht, das erebenfalls noch vorgelesen hat und dann hat er sein Buch und sein Podium-Portrait zu einem Sonderpreis von zwanzig Euro verkauft, andere Broschüren sind auch noch aufgelegen und seine Tochter hat er noch erzählt, hat heute auch ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert.

Was gibt es Neues im Cafe Prückl?

Marianne Gruber, Otwald John
Sidonia Gall

Viel an diesem Abend nämlich eine Lesung mit den Neuerscheinungen derMitglieder des Kulturvereins “Anima Incognita”, dem die Doris Kloimstein offenbar angehört und zu dem sie uns eingeladen hat.

“Okay!”, habe ich gedacht im Cafe Prückl kenne ich mich aus, denn da finde ja immer die Sommerlesereihe des “Podiums” statt und die GAv hat da bei ihrer letzten GV auch zum Essen eingeladen, denn da gibt es ein Hinterzimmer oder einen langen Raum, wo ganz gut glesen werden kann.

Anton Marku

Also bin ich zu diesem Saal gegangen, als mich die Doris Kloimstein angerufen hat und sagte “Die Lesung findet hier statt!”

Das “Hier!”, war ein durch eine Trennwand abgetrennter Teil des Cafes, die man hin- und herschieben konnte und der, als ich ihn erreichte, sehr voll kam und kaum einen Platz bekam, wenn es also das Corona-Viruus dort gegeben hätte, hätten wir es sicher bekommen und als Lesende waren sechs Autoren angekündigt, von denen einige Präsidentinnen des Schriftstellervereins waren oder, wie die Doris Kloimstein einmal Obfrau der LitGes, und das habe ich dem Helmuth Niederle gestern in der “AS” auch gesagt, daß ich heute ins Cafe Prückl zu einer “Päsidentinnenlesung”e” gehe, dann war es aber doch nicht so ganz.

Sonja Henisch

Es scheint aber eine enge Kooperation dieses Verein, den es schon länger geben dürfte und in dem auch Ottwald John Mitglied ist, zumindestens gibt es ein Fotobuch von ihm, das er herzeigte, mit dem Schriftstellerverein zu geben und ein Hubert Thurnhofer hat moderiert und die eingeladenen Autoren vorgestellt.

Doris Kloimstein

Dann gab es Grußworte von Christian Teissl, der, glaube ich, auch bei diesem “Skriptorium” der Doris Kloimstein, an dem ich leider nicht teilnehmen konnte, war und der jetzt der Präsident des Schriftstellervereins ist und dann lasen die Präsidentinnen oder Obfrauen und ein paar Männer standen auch am Programm und in diesem äußerst lauten abgetrennten Cafehausteil, nebenan hat dann auch noch einer Klavier gespielt, waren wir, weil es in dem anderen Leseraum offenbar auch eine Veranstaltung gegeben hat. Es ist ja die Vorweihnachtszeit und nach zwei Jahren finden wahrscheinlich endlich wieder Weihnachtsfeiern statt und es war auch sehr voll in dem Cafe und die Kellner hetzten herum.

Erna Pfeifer

Der erste Lesende war aber kein Präsident, sondern Anton Marku, der glaube, ich aus dem Kosovo stammt. Dann folgte Sidonia Gall, eine pensionierte Geografielehrerin und die war einmal Präsidentin des Schriftstellerverband und die stellte ihren neuen Roman vor. Leider habe ich wegen dem Lärm nicht sehr viel davon verstanden.

Dann folgte Marianne Gruber und da weiß ich gar nicht so genau, ob die auch Präsidentin des Schrftstellerverbands war? Obfrau oder Präsidentin des “Gesellschaft für Literatur” war sie aber und sie hat auch einem Text in dem berühmten “Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen”, wo ich sie kennenlernte und sie hatte kein Buch zu präsentieren, sondern las, was Unveröffentlichtes von einer alten Frau, die nicht mehr gehen kann oder will und daher aus dem Fenster schaut und am Donnerstag von einer Heimholfe besucht wird. Ja wir alle werden älter und über eine Alterdepression habe ich die letzten zwei Wochen ja auch meinen “Nano” geschrieben.

Michael Stradal

Dann folgte Sonja Henisch, die Exfrau vom Peter, die auch malt und stellte auch ihren neuen Roman vor, in dem es, glaube ich, über die Nazivergangenheit oder NS-Aufarbeitung geht und die Doris hatte auch nichts Neues, sondern stellte die zwei von ihr herausgegebenen Bücher oder Anthologien vor. Das eine ist das “Rumpelstilzchen” und das hat sie mir ja 2019 ins Klinikum St. Pölten gebracht, das zweite ist der “Noah”, aus dem ersten hat sie einen Text gelesen und Erna Pfeifer ist, glaub ich, Übersetzerin und hat da schon Preise gewonne, hatte aber auch einen Roman, der zwar nicht ganz neu war, aber wegen Corona erst jetzt vorgestellt werden konnte.

Claudia Thaller

Michael Stradal aus Maria Enhzersdorf ist ein Krimischreiber nnd hat da schon einige geschrieben, die meisten psäntierten Bücher sind glaube ich in sehr kleinen Verlage, wie die Editipon Roesner” erschienen und jetzt hat er seinen <kommissar von der Steiermark nach <nö bverlegt und das ist, wie er meinte, ein sehr bürokratischer aufwand und diese Stelle las er vor und die letzte lesende war Claudia thaller, die glaube ich, auch beim Skritorium mitgemacht hat, ebenfalls <psychologien ist und ein Buch nach dem Gondlunglück schrieb, wo ein Bub überlebte whrend seine Eltern verstarben und es dann einen Sorgestreit zwischen den Verwandten gab.

Eine sehr interessante <lesung, obwohl ich ja kein <pE<n- <mitglied und auch keines des Schriftstellerverbandes gibt und interessant ist auch, daß die lesenden Autoren eine urkunde wahrscheinlich statt des Romanes gab und von “<nano” kann ich diesmal nichts berichtet, bin ich ja gestern spät noch damit fertiggeworden, obwohl ich die letzten acht szenen einfach hingeworfen habe und das ganhze jetzt noch schön langsam korrigieren und fertig machen muß.

Noch einmal Nacht

Jetzt geht es gleich und wahrscheinlich für heuer das letzte Mal, weil ich am nächsten Montag in Harland bleiben will, weiter mit dem Cafe Prückl und da habe ich am letzten Montag ja geschrieben, daß mir die heute auftretende Nathalie Rounaet unbekannt ist. Stimmt aber nicht, denn ich habe sie schon ein paar Mal im Literaturhaus slamen gehört, jetzt las sie einen, wie sie betonte, ihren Lieblingsslamtext, den ich, glaube ich, schon hörte, “Sie nennen dich Flüchtling, Migrantin, dein Name ist Leyla und das bedeutet Nacht” und dann Ausschnitte aus einem Roman, an dem sie gerade schreibt, in dem es um die Resistance und ihren Großvater geht.

Dann ging es, wie Birgit Schwaner bedeutete, weiter mit dem Politischen, nämlich mit Gerald Jatzek, dem Liedermacher, Kinderbuchautor und Lyriker, der drei Texte vorbereitet hatte, den ersten hat er, wie er betonte letzte Nacht geschrieben und er handelt, was mich natürlich besonders interessiert, wo ich ja bevor ich ins Cafe Prückl gegangen bin, meine zehnte Szene geschrieben habe, wo die Lena Wünsche, die Eja Corona-Gedichte schickt und die Wiedereinführung der Maskenpflicht gerade in den Nachrichten durchgegeben wird, von einem “Vir” das die Welt verändert hat. Ob das eine Anspielung an das “Wir ist, habe ich nicht ganz herausbekommen. Der Satz “Wenn Konzerte ausfallen, macht die Polizei Musik”, hat sich mir aber besonders eingeprägt.

Dann kam eine ältere Geschichte von einem alten Tschecheranten, der am Zentralfriedhof Blumen aus Gräber aus und in andere für Geld eingräbt, mit den alten Witwen schäkert und dann auf einer Bank in Friedhofsnähe verstirbt. Dann kam noch ein Nachtstück oder ein Totengesang “Die Toten sind…”, in fünf Teilen. Gerald Jatzek hat E. T. Hofmann dabei erwähnt. Mich hat es eher an die Jelinek und “Die Kinder der Toten” erinnert.

Die Ruth war wieder da, der Hansjörg Liebscher und noch eine Menge andere mir unbekannter Leute und interessant ist, denke ich, abschließend, wie unterschiedlich man die Nacht beschreiben kann.

Ich habe mich ja diesmal nicht beworben, da ich mir die GAV-Aussendung, die dazu aufforderte, nicht oder nicht so genau angeschaut habe, bei den Deutungshoheiten oder, daß Nacht ja auch vergessen bedeutet, wäre aber das Stück aus der “Magdalena Kirchberg”, das ich das letzte Jahr beim Volksstimmefest gelesen habe, passend gewesen und da gibt es heuer nicht nur keine Anthologie und kein “Linkes Wort”, sondern, wie ich gestern hörte, auch kein Volksstimmefest weil die Organisation und die Auflagen offenbar doch zu schwierig ist. Man sieht Corona schlägt wild herum und das gehört wahrscheinlich auch irgendwie zur Nacht, obwohl das Birgit Schwaner sicherlich nicht eingeplant hat, als sie dieses Thema wählte.

Viermal war ich heuer bei den Podiums-Lesungen. Früher hätte ich mir das eher ausgespart, aber heuer hat es dieser Juli literarisch auf sich und jetzt bin ich nur gespannt, ob ich morgen zu den O-Tönen komme oder nicht.

Hahnrei Wolf Käfers und Thomas Northoffs Nachtgeschichten

Nach dem verpatzten oder verpassten O-Tönen letzte Woche geht es, denn jetzt kann man ja noch maskenlos ein Lokal betreten, gleich weiter mit den Lesungen und diesmal war es in dem CafePrückl Hinterraum auch sehr voll. Die Ruth ist schon an einem Tisch gesessen, Hansjörg Liebscher, Susanne Schneider, die Nahid Bagheri-Goldschmid und und waren da und gelesen haben zwei Bekannte, die ich beide letzte Woche gehört und gesehen habe.

Nämlich als erster Hahnrei Wolf Käfer der hier nur als Wolf aufgetreten ist und den ich ja eigentlich mit der anderen Lesereihe im Weinhaus Sittl assoziiert hätte, in dem heute, glaube ich, Christa Kern einen Nestroy veranstaltete, Birgit Schwaner, die ja immer sehr abgehoben deutet, leitete mit einem Zitat ein, daß die Nacht, sowohl eine Metahpher für den Tod, als auch für ein schönes Erlebnis am Würstelstand dienen können.

Das hat es eigentlich in sich und Hahnrei Wolf Käfer, der von Birgit Schwaner, als wieder sehr genau und präzise Schreibender vorgestellt wurde, las in seinem Nachtportrait von einer Melanie Nacht, einer alten Lehrerin an einer Privatschule, die sich von ihrem Partner namens Sunrise, ebenfalls Lehrer, der zwei Schüler zum Selbstmord bringt, langsam verfremdet.

Interessant der Sprachstil, die Ruth hat ihn mit Thomas Mann verglichen und dann ging es gleich zu den Graffitis, einem alten Widerstandskämpfer und einer Liebesgeschichte von Thomas Northoff, die wie Birgit Schwaner erklärte im letzten “Podium” erschienen ist und da überraschte mich die Sprache, denn Thomas Northoff hat ja einen sehr speziellen experimentellen Stil, wie er auch am Dienstag in Strobl präsentierte, aber jetzt war es umgangsprachlich realistisch und las von einem alten Widerstandskämpfer, den er zu einem Graffitisymposium einladen wollte.

“Hör ma auf mit Graffitis, das sind doch Schmierereien!”, fuhr er ihn an, hat aber in Nazizeiten selber Widerstandsparaolen auf die Straße gemalt und dabei die Liebe seines Lebens kennengelernt, jetzt ist die eine alte Frau und sehr krank und ist dann zwei Wochen bevor er auf dem Symposium auftrat gestorben.

Interessant die Vielfalt der Nachgeschichten. Am Mittwoch kommt die mir unbekannte Nathalie Rouanet und der mir bekannte Gerald Jatzek, mal sehen, ob ich da noch gehen kann, aber in dem Hinterzimmer ist man ja schnell drinnen. Dann gäbe es noch einen Montag mit Monika Vasik und Stefan Schmitzer, aber da werden wir wahrscheinlich in Harland in der Sommerfrische sein.

Wieder Cafe Prückl

Langsam scheint der Veranstaltungsreigen wieder zu beginnen, zumindestens was den Sommer betrifft, denn da ist es nach den Kurzausflug ins Salzkammergut gleich wieder zu der Sommerlesereihe des Podiums, zu der Nacht, beziehungsweise zur Dunkelheit, wie Birigit Schwaner in ihrer Einleitung eine Untergruppierung herstellte.

Dunkelheit das sind die Krisen, die Geheimnisse, sogar der Tod könnte man sagen. Birgit Schwaner bemühte sogar die Hundemetapher, da solche in beiden Texten sowohl in dem von Annett Krendelsberger als auch den von Constantin Göttfert vorkamen.

Die 1967 in Wien geborene Annett Krendelberger, die ich, glaube ich, schon bei einigen Lesungen hörte, begann den Reigen. Bei ihr hat Birgit Schwaner auch noch die bildreiche Sprache besonders gelobt.

Der Text hieß “Die Besucherin” und hatte tatsächlich schöne Wendungen, der erwähnte Hund kam kurz vor während bei dem 1979 ebenfalls in Wien geborenen Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte und dessen “Steiners Geschichte” ich sowohl in der “Alten Schmiede” bei den “Textvorstellungen” hörte, als auch das Buch Mitten in der Pandemie im Schrank gefunden habe, der Hund schon im Titel vorkam.

Birigt Schwaner deutete eine Vieldeutigkeit der Metapher an, die mir aber entgangen zu sein scheint, habe ich die Geschichte von den Beiden mit den Plan, wo der eine in dem Haus bei einer Frau wohnt, die ihn heraushaben will und der den Hund dann mit Hundekekse zum “Leidensweg” bringt, viel realistischer Verstanden und war recht froh darüber, als Birgit Schwaner in ihrer Ausleitung auch die neoliberale Deutungsweise erwähnte.

Hansjörg Liebscher war von den mir Bekannten im Publikum und das nächste Mal am Montag werden Wolf Käfer und Thomas Northoff lesen, die ich beide wohl diese Woche schon lesen hörte.

Krieg im Cafe Prückl

Zum zweiten und zum letzten Mal in dieser Saison in die Sommerlesereihe des Cafe Prückl, da ich ja am Donnerstag, wo es die letzte Veranstaltung geben wird, wieder zu den O Tönen gehe und diesmal war das Thema Krieg, wie Birgit Schwaner in ihrer Einleitung erklärte.

Sven Daubenmerkl und Ditha Brickwell saßen schon am Vortragstisch und die1941 in Wien geborene und in Berlin lebende Ditha Brickwell ist wieder nicht so weit, wie das “Schutzengelchen” in die Vergangenheit gegangen mit ihren drei Texten zum Thema Krieg, das heißt beim ersten, einem Essay darüber und die Rolle, die die Frauen darin spielen ist sie, glaube ich, überhaupt in der Gegenwart geblieben und dann im “Angstsommer”, den ich mir ja erst kürzlich kaufte, in die Gegenwart des kleinen Kindes gegangen, das den Sommer 1945 erlebt und auch der dritte Text hat sich mit einem kleinen Mädchen beschäftigt, das mit der Mutter im Zug, glaube ich, nach Wien fährt und dabei eine Begegnung mit einem russischen Soldaten macht, der ihr erklärt, daß er nach dem Krieg studieren wird.

Der 1965 in Kemnath in Bayern geborene Sven Daubenmerkl, der schon lange in Wels lebt, hat zuerst Ditha Brickwell zu ihrer Affinität zum Thema Krieg befragt und dann aus seiner Novelle “Vom Kriege” gelesen, die wie “Angstsommer” bei “Mandelbaum” erschienen ist und vom napoleonischen Krieg handelt, den es 1796 in seiner Geburtsstadt gegeben hat und von dem fünfzig Jahre später ein ehemaliger Teilnehmer den Studenten in Wien bevor sie auf die Barrikaden steigen, erzählt.

Margit Heumann, Frau Elisabeth, die Stammbesucherin, Claudia Erdheim, Christl Greller, Hans Jörg Liebscher und noch einige andere waren da. Einen Büchertisch, wo man die erwähnten Bücher kaufen konnte, hat es auch gegeben.

Spurensuche im Cafe Prückl

Den ersten Cafe Prückl Leseabend am vorigen Donnerstag habe ich versäumt, weil ich bis acht Uhr Stunden hatte und wir dann nach Harland gefahren sind.

Bei der Eröffnung der “Podium-Sommerlesereihe” in der “Alten Schmiede” vor einer Woche bin ich gewesen, habe mich gewundert, daß Nils Jensen bei den “Fernen Spiegeln” gar nicht so weit in die Vergangenheit zurückgegangen ist, wie mir Birgit Schwaner mailte, daß man eigentlich sollte und heute hat sie in ihrer Einleitung verkündet, könnte man von einer Spurensuche in und von der Vergangenheit gesprochen und hat die beiden Autoren vorgestellt, die ich für sehr esperimentell halte.

Lisa Spalt und Helwig Brunner, Lisa Spalt habe ich durch das “Fröhliche Wohnhzimmer” und die xxxxxxx-small-Reihe, die Ilse Kilic und Fritz Widhalm lange im Amerlinghaus vor Weihnachten hatte, kennengelernt.

Dann ist die 1970 in Hohenems geborene und feste Mitarbeiterin des “Instituts für poetische Alltagsverbesserung” was immer das auch ist, literarisch aufgestiegen und hat bei “Czernin” zu verlegen angefangen.

Aus einem dieser Bücher, “Die zwei Henriettas” hat sie vorgelesen und da geht es, um eine digitale Spurensuche und ganz real hat sie, wie sie einleitete, nach einem nach Amerika ausgewanderten Onkel gesucht, ist dort auf ein Bild von einer gewissen Henrietta mit zwei Namen gestoßen und darauf gekommen, daß das zwei verschiedene Personen sind, was sie zu ihrem experimentellen Roman und der digitalen Spurensuche veranlaßte.

Den in Graz lebenden Helwig Brunner kenne ich vorwiegend als Lyriker, hat er doch, wie Brigit Schwaner betonte elf Gedichtbände herausgegen. Er betreut, glaube ich, auch die “KeiperLyrikreihe” und ich habe ihn schon bei einigen Lesungen gehört.

Jetzt schreibt er auch Prosa, beziehungsweise einen dystopischen Roman “Flimmern”, der bei “Droschl” erscheinen wird und der sehr kompliziert klingt, aber eigentlich ganz einfach ist, da ist jemand durch die Klimaveränderung, sehr aktuell und durch den Tod seiner Frau in die Psychiatrie gekommen und schreibt dort einen utopischen Roman, den Birigt Schwaner, wie sie betonte, nur ausnahmweise in ihr Programm aufgenommen hat, wahrscheinlich weil utopische Romane  in der Regel, als nicht sehr literarisch gelten.

Helwig Brunner ist aber sehr lyrisch und experimentell, so daß es wieder passte und es wieder, wie auch in den letzten Jahren, einige Störungen gab, so hat das Mikrophon nicht so ganz funktioniert und ein Stammbesucher hat sich auch eingemischt und nächsten Donnerstag, wo Christoph Janacs und Alexander Peer etwas von Mexiko lesen werden, wie Birgit Schwaner verriet, beginnen die O-Töne, so daß ich nur mehr an den Dienstagen ins Prückl kommen werden, den nächsten aber auch nicht, weil ich da ja bekanntlich im Cafe Westend aus einem leicht in der Vergangenheit angesiedelten, aber trotzdem derzeit sehr aktuellen Roman lesen werde.

Von der Sommerlesereihe ins Sommerkino

Die ersten drei  Podiums Sommerlesungen zum Thema “Lebenslang” im Cafe Prückl habe ich ja wegen meiner Stunden bezeihungsweise den Sommerfrischenfreitagen in Harland bei St. Pölten versäumt und bin heuer nur bei der Eröffnungsversantaltung in der “Alten Schmiede” gewesen, aber heute ist es sich ausgegangen ins Cafe Prückl zu gehen und da gab es Lesungen von zwei mir bekannten Autorinnen aus zwei unterschiedlichen Büchern.

Habe ich doch die  1957 geborene Patricia Brooks, die bei meiner letzten “Mittleren Veranstaltung” gelesen hat, für eine eher experimentelle Autorin gehalten, die ja im Amerlinghaus ihre Radio Rosa Reihe hat und auch einmal mit dem “Fröhlichen Wohnzimmer” im “Readingroom” aufgetreten hat, sie hat aber auch bei der” Edition Wortreich” einen eher realistischen Roman herausgebracht  “Der Flügelschlag einer<Möwe” in dem es um die Veränderungen, die ein Flügelschlag auslösen kann, geht.

Hat da doch eine junge Frau  bei ihrer Maturareise einen Mord beobachgtet und der hat ihr Leben verändert, Panikattacken und Angstzustände ausgelöst, so daß sie zu einer Therapeutin geht und ihr erzählt, daß sie dadurch ihren Freund verlassen hat und ihre Schwester hat dann ein Kind von ihm bekommen und die Therapeutin entdeckt, als sie nach der Stunde nach Hause fährt, im Auto ihres Mannes einen Slip der nicht ihr gehört, nun ja, vielleicht  ein wenig reißerisch, dafür war Gabriele Petricek, die auch bei den “Mittleren” gelesen hat, schon öfter WienStpendiatin und auch Besuchderin des Musas und anderer Literaturveranstaltungen ist,  viel sprachexperimenteller. Das Buch aus dem sie gelesen hat, wird demnächst bei “Sonderzahl” erscheinen, heißt die “Unerreichbarkeit von Innsbruck” und wird in der Verlagsvorschau, als ein Reigen von  Verfolgungsritualen angekündigt.

Danach habe ich noch ein bißchen mit der Ruth geplaudert, die trotz ihres Griechischkurses im Publikum war und bin dann wieder auf den Karlsplatz gegangen, wo bald der in im besetzten Nachkriegswien von 1955 spielende Film “O Rosalinda” beonnen hat, der nach der “Fledermaus”, die Hauptfiguren, als die vier Besatzungsmächte auftreten ließ. OskarSima war ein “Frosch” im Steiereranzug, es wurde auf Englisch gesungen und auf die Idee mir diesen Film anzuschauen, bin ich vorigen Mittwoch gekommen, wo ich auch im “Kino unter Sternen” war und es, als Vorgprogramm ein Quiz gegeben hat und weil ich die Melodie der “Fledermaus” und noch etwas anderes erkannte, habe ich zwei Bücher von und über Florian Flicker gewonnen und bin auf den Geschmack mir diese Fledermausversion anszusehen gekommen, die mir aber, schreibe ich hinzu, nicht sehr gefallen hat, weil sie mir zu klischeehaft war.