Autorinnentreffen

Heute war das Vorbereitungstreffen für “Die Mittleren” in der Krongasse. Als ich 1998 die Frauenlesung mit Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und Katharina Riese in der alten Schmiede machte, habe ich mit einer Vorbereitungseinladung bei Kaffee und Kuchen, bzw. Cola und Knabbergebäck auf der Terrasse angefangen, damit die Texte durchgesehen und die offenen Fragen besprochen werden können. Ein Zusatzservice für das Gelingen. Beim Tag der Freiheit des Wortes habe ich das, da zu viele Lesende, nicht gemacht, bei den Frauenlesungen ist es aber eine gute Gelegenheit zum Tratschen. Bei den Mittleren I haben hauptsächlich Lesetheaterfrauen gelesen, so daß ich das Einleitungsreferat ins Cafe Engländer mitgenommen habe.
2007 gab es es “Arm, reich, Grundeinkommen, prekäre und andere Arbeitsverhältnisse”, eine Veranstaltung, die ich eigentlich für den Martin Potschka machte und für ihn auch zu einer Vorbereitung eingeladen habe. Er hat nur leider zwei Tage vorher abgesagt, so daß Elfriede Haslehner, Ruth Aspöck und ich allein gelesen und die Diskussion von mir geleitet wurde.
Für die Mittleren II, die in Vorarberg stattgefunden haben, gab es ein Treffen mit Anni Bürkl und Erika Kronabitter, an dem Tag, an dem Erika Kronabitter im Literaturhaus gelesen hatte. Petra Ganglbauer ließ sich entschuldigen, hat aber ohnehin Halsweh bekommen, so daß sie erst ein Jahr später gelesen hat. Da gabs auch ein Treffen mit dem inzwischen schon obligatorischen Fastenkuchen, den ich dafür backe. Ein viertel Liter Milch, ein Joghurt, hundert Gramm Vollgrieß, ein Ei und darauf kommen Äpfel, Zimt und Nüße. Schmeckt sehr gut und hat wenig Kalorien.
Dieses Treffen war sehr gut besucht. Das heutige ein bißchen weniger, da Andrea Stift in Graz zu Haus ist und Cornelia Travnicek unterwegs auf einer Lesereise zwischen Linz, Hall in Tirol und Leipzig, so daß es ein Heimspiel mit Susanne Schneider und Ruth Aspöck wurde. Aber trotzdem interessant und so lang, daß ich weder ins Literaturhaus zur Präsentation des neuen Buchs von Bernhard Strobl “Nichts, nichts”, noch ins Amerlinghaus zu Thomas Fuchs “Grenzverkehr” gekommen ist. Obwohl ich die Lesungszettel ins Amerlinghaus legen hätte können, im Amerlinghausprogramm ist es aber ohnehin angekündigt.
Es gab viel Tratsch und interessante Gespräche. Die Honorarnoten wurden ausgefüllt, ich habe mein Einleitungsreferat herumgereicht und Ruth Aspöck hat ein paar Verbesserungen angebracht. Habe ich ja ihren Verlag um zehn Jahre älter gemacht und wann wir uns kennengelernt haben, wissen wir nicht mehr so genau. Uns aber auf die späten Siebzigerjahre geeinigt. Susanne Schneider wußte sehr viel Intereressantes über ihren literarischen Werdegang zu erzählen und es war auch noch einiges bezüglich des Osterspaziergangs zu besprechen. Da soll ich ja ein paar Gedichte von Erika Mitterer lesen, die sie an Rainer Maria Rilke geschickt hat, der ihr auch geantwortet hat.
Ansonsten gibt es zu berichten, daß die Druckfahnen zur “Sophie Hungers”, diesmal ungebunden, gekommen sind und ich prompt zwei Fehler gefunden habe.
Das Fehlerteufelchen schlägt zu und man kann ihm nicht entkommen. So habe ich letzte Woche Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg für die Herbst Frauenlesung den Beginn der “Heimsuchung” geschickt, die sie mit Traude Veran besprochen hat, die mir ausrichten ließ, daß ich niemals einen Text ohne Namen aus der Hand geben soll. Habe ich auch nicht, hab ich geglaubt, denn es steht auf jeder Seite mein Name und das Copyright, als ich aber nachschaute, war die Fußzeile verschwunden….
Die Mittleren sind jetzt gut vorbereitet. Lesungszeit ist fünfzehn bis zwanzig Minuten pro Frau. Bevor ich nach Leipzig fahre, muß ich noch die Aussendung für die Tageszeitungen machen und wer wissen will, was am 24. 3. um 19 Uhr im Amerlinghaus passiert, dem rate ich hinzugehen und lade noch einmal ganz herzlich dazu ein.
Jetzt werde ich in die Badewanne gehen, hat mir doch Ruth Aspöck den neuen “Volltext” mitgebracht.

Literarischer Tag

Doch ein Studientag. Mit der großen Tasche in die Hauptbücherei, denn da gibt es Zeitungen und bequeme Lesesessel. Man kann das Drumherum beobachten und da war sehr viel zu sehen. Der etwas versandelte alte Mann, den ich immer bei Literaturveranstaltungen treffe, rief mir zu, daß es im Wienerwald schon Bärlauchspitzen gibt. Es waren überhaupt viele versandelte Männer da, die mir früher in der Hauptbücherei nicht so aufgefallen sind. Ein Beweis für die zunehmende Armut in Wien bei Kälte und bei Schneefall? Aber das Gespenst der Armut war erst Thema der Abendveranstaltung. So habe ich Charakterbögen für Mimi, Günther, Sandra, Johannes Staudinger und Frau Tunichtgut ausgefüllt und bin die Notizen durchgegangen. Die Protagonisten habe ich, den Shortlistenschriftsteller mit Plagiatsverdacht, die Minusfrau, Mimi mit dem Downsyndrom, den Bruder Günther, ihre Eltern, die Betreuerin. Die Begegnungen zwischen Mimi, Frau Tunichtgut und Johannes Staudinger. Der offene Bücherschrank und der Platz mit einer Bank davor, die es in Wirklichkeit nicht gibt, spielen ihre Rolle, viel mehr weiß ich noch nicht. Die spannende Handlung, die alle von den Sesseln reißt, muß ich erst erfinden, für Hinweise bin ich dankbar…
So habe ich mit Szene acht begonnen. Damit zum Mc Donald Mittagessen, dann zurück die Szene tippen, bevor ich mich um vier mit Susanne Schneider im Cafe Standard getroffen habe, weil die eine Vorbesprechung bezüglich des Lesetheater Osterspaziergangs einberufen hat. Da will ich, in der Erika Mitterer Gesellschaft “Was hatten wir an Literatur zu Haus” lesen.
Dann ist mir noch eingefallen, daß ich einen Text über Helmut Eisendle, der in der Schäffergasse gewohnt hat, schreiben könnte. Der war bis jetzt ja unberücksichtig. Es gibt schon einen dichten Ablaufplan und einen Herrn, der sich wunderte, daß die Autoren Geld für ihre Lesungen wollen….
Die Besprechung war nur kurz. Dann kamen Christina Mitaroff, mit der ich einmal Psychologie studierte und Heinz Granzer um “Das Bankhaus Nuncingen”, das sie morgen im Pelikanstüberl lesen, zu proben. Ich verkaufte Heinz Granzer meine Bücher, auch das Belegexemplar “Best of II” mit den Text über meine letzte Begegnung mit Erika Mitterer und war noch kurz in der Krongasse, bevor es zur Abendveranstaltung ging.
Da wollte ich eigentlich ins Literaturhaus zu Clemens Bergers “Streichelkonzert”. Dann lud aber der Rotpunkt zur Präsentation von Lutz Holzingers “Das Gespenst der Armut” ein, denn der KPÖ fehlen vierundzwanzig Stimmen, um in den Bezirksrat einzuziehen. Die wollen sie sich bei der nächsten Wahl holen, deshalb sammeln sie Unterschriften für einen Margaretner Sozialmarkt, für den schon Elfriede Mayröcker unterschrieben hat…
Ansonsten “Sophie Hungers” zweimal weggeschickt, einmal an den Digitaldruck, das zweite Mal an Paul Jaeg, der schon geantwortet hat, was zwar ein Fortschritt ist, aber von Vordrucken abriet, weil kein Verlag vorgedruckte Bücher nehmen wird. Was soll ich aber machen, wenn ich nicht bis Herbst warten will, um zu erfahren, daß sie das Buch 2011 doch nicht wollen? Ein Dilemma dem nicht zu entkommen ist. Ich kann es jedenfalls nicht, dafür kam vom Digitaldruck die Nachricht, daß das sogenannte Dummy schon weggeschickt wurde. Jetzt muß der Alfred noch die Leseprobe auf die Homepage stellen, damit man sich ein wenig einlesen kann.

Zehn Jahre Frauenraum

Am Frauentag Terminkollisionen. Ich wollte in die Kammeroper zur Wiener Vorlesung mit einer lyrischen Suite von Hanna Fuchs und Alban Berg, hatte aber eine Stunde, also dachte ich, geh ich zu den wilden Worten, dann schickte mir Hilde Schmölzer ein Mail, daß sie bei der langen Nacht der Künstlerinnen im Kosmos Theater liest und am Morgen gabs was im Leporello zur Kosmos Jubiläumswoche, so habe ich mir das Programm angesehen, umdisponiert und mich erinnert…
Denn wie die Geschichte lehrt, 1997 gabs das erste Frauen Volksbegehren, ein Jahr später einen Verein für weiblichen Spielraum namens Link unter Barbara Klein, die einen Frauenraum a la Virginia Woolf forderte. Als die Anfragen bei den Politikern nichts nützten, das leerstehende Pornokino Rondell in der Riemergasse besetzte und zehn Tage lang ein Non Stop Programm bot. Es kam die Polizei und räumte, der Verein machte auf der Straße weiter. Stellte, wie am Freitag eine Bühne auf den Ballhausplatz und forderte die Frauen auf zu lesen und Programm zu machen. Das drang zu mir, so habe ich “Die Verwechslung” mit einer tollen Lichtbeleuchtung gelesen, daß ich die Zuhörer nicht gesehen habe, Aloisie Roth kennenlernte, die glaube ich, einen Bachmann Text vortrug. Am Abend nach der Vorstellung ist Josef Hader gekommen und hat seine Solidarität erklärt. Grace M. Latigo, eine staatenlose Slowakin hat moderiert und irgendwann hat es geholfen…
Das Pornokino ist zwar an das Porgy und Bess gegangen, was Annas Schulfreundin Sarah, deren Mutter Jazzsängerin ist, selbstverständlich fand. Barbara Klein bekam das Kosmos Kino, 2000 wurde, mitten in der blau schwarzen Aufregung eröffnet, ich glaub, ich war bei dem berühmten Baustellenfest und hab der Barbara Klein geschrieben, daß ich lesen will.
Es gab Montags immer ein Frauentreffen, wo man seine Anliegen vortragen konnte, so daß ich einmal mit der Bruni eine Frauenlesung organisierte, die in ein Frauenfest der Grünen hineingepresst wurde. Das war kompliziert und mühsam, stattgefunden hat es an einem dieser Einkaufssamstage im Dezember, die Elfriede Gerstl hat unter anderen gelesen und die Bruni sich gesorgt, daß wir keine Zuhörer haben und wollte absagen.
Grace M. Latigo, eine sehr engagierte Kämpferin, hat anfangs mitgearbeitet, wurde aber irgendwann entlassen, was große Empörung auslöste und keine Unterstützung der KPÖ Betriebsrätin Heidi Ambrosch fand.
Ansonsten gabs im Kosmos Frauenraum, wie ich bei der Eröffnung hörte, engagierte Frauenkunst. Ein paar Mal bin ich dort gewesen, vor einer Wahl gab es eine politische Diskussion von welcher Partei, die Frauen am besten vertreten werden, ich glaub, es war die KPÖ, die ersten drei Jahre hieß es Frauenraum, dann wurde es in Kosmos Theater umbenannt. Die Milena Widerstandsanthologie wurde 2000, während der Poet Night vorgestellt und ich bin vom Siebenstern ins Kosmos gependelt und umgekehrt.
Frauen hatten in den ersten Jahren einen um 30 % verbilligten Eintritt, weil sie weniger verdienen, bis sich die Männer darüber beschwerten. Weil ich kaum ins Theater gehe und das mit dem Lesen nicht so recht klappte, war ich in den letzten Jahren nicht mehr dort. Das letzte Mal bei einer Aufführung der Lesefrauengruppe unter Hilde Schmölzer von Virginia Woolf.
So daß es fast ein deja vue Erlebnis war, kurz nach sieben die Stufen hinabzusteigen. Es hat aber erst um acht angefangen. Vorher gabs eine Straßeninstallation, wo Cynthia Schwertsik weiße Wäsche wusch und ich habe mich mit einer Frau vom Lesetheater unterhalten, bzw. beobachtet, wie sie mit einem der wenigen Männer flirtete.
Es gab eine Ausstellung zur Geschichte mit vielen bunten Fotos und ein Buch “Das Theater mit dem Gender”, richtig, das heißt jetzt so, das von Johanna Dohnal herausgegeben wurde. Die hätte am Mittwoch bei der Podiumsdiskussion auftreten sollen, jetzt gab es eine Schweigeminute und einen Ehrenplatz mit einer Rose und einer schwarzen Schleife.
Stadtrat Mailath-Pokorny und Stadträtin Sandra Frauenberger haben eröffnet. Barbara Klein habe ich fast nicht mehr erkannt, sie mich aber auch nicht.
In der Pause gabs ein paar Aufstrichbrote und zu wenig Sekt, ich erwischte gerade noch ein Gläschen, unterhielt mich mit Dagmar Fischer, Elfriede Haslehner und der Bruni und als ich bei Bettina Frenzl bedauerte, daß die Fotos so hoch aufgehängt waren, daß ich sie nur hüpfend betrachten konnte, antwortete sie “Der Stadtrat ist halt so groß…”
Nach der Pause wurde der Jubeläumsfilm gezeigt, in dem auf die Geschichte hingewiesen und ein paar Leute interviewt wurden: Barbara Klein, engagierte Mitarbeiterinnen, Josef Hader und als Buhmann, der Kritiker Wolfgang Kralicek vom Falter über den alle lachten, auch nicht sehr lustig.
Ansonsten aber feierlich. Barbara Klein bekam von ihrem Team eine Torte. Petra Unger präsentierte ihre neue Reihe über Pionierinnen und Zukunftsfrauen. Dann gabs noch eine Frauenband mit Life Musik, da bin ich aber schon gegangen und beim offenen Bücherschrank gabs was von Ilse und Fritz.
Von Ilse Kilic war übrigens auch etwas auf dem Ausstellungsvideo, das ich mir in der Pause angesehen habe. Bei der langen Nacht der Künstlerinnen am Samstag bin ich nicht dabei, vielleicht hätte ich aber lesen dürfen, wenn ichs gewußt und mich angemeldet hätte..?

Zwischentraum

Nun die Besprechung eines Buchs aus dem offenen Bücherschrank, der in meinem neuen Roman eine Rolle spielen wird. Nämlich Reinhold Aumaiers Romanfantasie “Zwischentraum”, 2009, im Klever Verlag erschienen. Man könnte es als eines dieser Wortschwallbücher im Sinne Andrea Winklers und Richard Obermayrs bezeichnen. Aber das wär überheblich, arrogant und sicherlich ungerecht. Es ist ja auch sehr spannend, die psychoanalytisch Interessierten meiner Leser werden es bemerken, irgendetwas zieht mich an solchen Büchern an, da ich mich ja gern und freiwillig immer wieder in diese Wortduschen stelle, um mich von den schönen Worten ohne Ziel und Inhalt berauschen lassen. Und so habe ich das dünne blaue Büchlein auch sehr rasch gelesen, während Gegenständlicheres liegenbleibt…
Wenn ich mich während des Lesens auch wieder wieder etwas ratlos fragte, wie ich es besprechen soll?
Das Buch ist Wendelin Schmidt-Dengler gewidmet und wenn ich es flapsig beschreiben soll, hat es keine Handlung und das schreibt der Autor selbst auf Seite sechzehn: “Gebe hiermit zu, im buntschillernden, für meinen Geschmack zu verwirrenden Bereich am Roman gescheitert zu sein, an der Verfertigung eines oder gar mehrerer dieser Gattung. Für mich ist das Leben selber zu sehr Roman.”
Also wieder, wie es schon am Freitag Julian Schutting sagte, ein Handlungsverweigerer, der mich unter die schöne Dusche stellt.
Das Wort Zwischen(t)raum kommt in den hundertzwanzig Seiten mehrmals vor, regelmäßig wird es erwähnt, ist der rote Faden dieser Worträusche über Gott und die Welt, über das Leben und das Sterben…
Es gibt kein Thema, das nicht vorkommt in der Romanfantasie des Zwischentraums, womit sich für mich die Frage stellt, wie schreibt man sowas? Geht da einer her und setzt sich hin mit Bleistift oder Computerprogramm und notiert im Laufe des Tages, der Woche oder Monate alles, was ihm so auf- und einfällt? Philosophiert von allem über nichts?
So steht es auch auf Seite zweiundzwanzig “Kurzum dieser Zwischenzeitraum hier birgt für jeden und bringt jeden was”.
Die dreiundsiebzigjährige Mutter kommt vor und die verschiedene Geliebte im Geständnis Nr. 1: “Ich habe kurz vorm Weggang, Hinscheiden meiner Allerliebsten in die Hand versprechen müssen, ihr das eventuell weiter Erlebte schriftlich zu geben. Darum diese Zeilen hier.”
Das Ganze ist ein einziger Ich-Monolog, das Gespräch mit dem du, kommt auch manchmal vor und auch Alltägliches. Das Fußballspielen z.B. (Reinhold Aumaiers Passion? Habe ich ja auch “Rapid Rapid. Ein Match-Tage-Buch” des Autors aus dem Resistenz Verlag), sowie die “überstandene Fahrscheinkontrolle in der U-Bahn am hellichten Sonntag – meine gezückte Wochenkarte war zwar alt, doch anscheinend immer noch gültig.”
Die Sprache ist wieder wunderschön, eine Wortdusche mit Suchtcharakter, wobei sich die bekannte Frage stellt, warum verweigern soviele Autoren Handlung und Erzählstrang? Es müßte beides sein, denke ich schon wieder und weiß natürlich, daß diese Art zu schreiben, zumindest von den Kritikern und Germanisten, als wertvoller angesehen wird. Bei den Lesern ist es vielleicht anders. Die wollen ja das Spannende und Phantastische haben. Ich frag mich auch wieviele Leute werden “Zwischentraum” lesen? In der Buchhandlung Thalia auf der Mariahilferstraße liegt es auf dem Tisch mit den handgeschriebenen Empfehlungen der Verkäufer auf.
Ich kenne den 1953 geborenen Autor, der trotz seiner schönen Sprache vielleicht nicht so angesehen, wie Andrea Winkler ist, schon lang, habe mit ihm bei einem dieser Dichter Faschinge in der Gesellschaft für Literatur gelesen und sehe ihn manchmal bei Literaturveranstaltungen.
Ich komme nach dem Wortbad in meiner Badewanne, das ich zugegebenermaßen genossen habe, zu meinem Schreibplatz zurück, um kurz über “Mimis Bücher” zu berichten und davon, daß ich dabei bin, dieselben Fehler auch dieses Mal zu machen. Das Wochenende also vor mich hingeschrieben. Nach der sehr erfolgreichen Szene eins am Freitag, habe ich mir mit Szene zwei und drei wieder schwer getan und stand da auch vor dem Problem, wie mache ich es mit Mimis Sprache, wie komplex und detailreich darf die sein? Michaela Königs Texte, die im Internet zu finden sind, haben mir da sehr geholfen und bei der Szene vier, der Introduktion von Günther, Mimis Bruder, ist es mir wieder besser gegangen. Dann noch ein Wortbad aus dem offenen Bücherschrank, mal sehen, ob mir das bei meiner Sprache weiterhilft?

An den Schreibplätzen

Den ersten Teil des Julian Schutting Colloquiums in der alten Schmiede habe ich versäumt. Da wurden nämlich gestern, moderiert von Martin Kubaczek, “Nachtseitiges”, “Jahrhundertnarben” und “An den Mond” mit dem Literaturwissenschaftler Klaus Amann, dem Dichter Franz Josef Czernin und der Lektorin Astrid Graf, die lange beim Residenz Verlag tätig war, erkundet.
Heute ging es um das Schutting Buch “Am Schreibplatz”, das 2010 bei Jung und Jung erschienen ist und offenbar so neu ist, daß es Franz Josef Czernin kaufte, als ich es mir beim Büchertisch angesehen habe.
Julian Schutting ist ein sehr lyrischer Dichter und einer, der über sein Schreiben auf eine sehr sympathische Art und Weise viel erzählt. Ich kenne ihn noch aus der Zeit, als er Jutta hieß und ich habe auch einige Jutta Schutting Bücher “Baum in O.”, “Der Wasserbüffel”, “Am Morgen vor der Reise”, beispielsweise, wenn ich mich nicht irre.
Hilde Schmölzer hat in ihrem “Frau sein und schreiben” aus dem Jahre 1982, ein Jutta Schutting Interview.
Vom Julian habe ich vom “Tod meiner Mutter” und “Jahrhundertnarben” und ich war auch bei einigen Lesungen. Dann kann ich mich an eine GAV-GV erinnern, wo er für eine Aufnahme der neuen Mitglieder ohne Bewertung stimmte und ziemlich allein dabei war. Sonst scheint er, der an die vierzig Bücher geschrieben hat, hohe Ansprüche an sein Schreiben zu stellen und es ist bei dem Gespräch auch über den Manierismus gegangen, der laut Schutting von den Manieren kommen soll. Er ist auch so etwas, wie ein altmodischer Dichter, einer der zu Fuß die Stadt erkundet und den Seerosenteich im Pötzleinsdorfer Park beobachtet.
“Auf der Wanderschaft. Über das Vergnügen vom Gehen” ist voriges Jahr erschienen und einer, der auf einer elektrischen Schreibmaschine schreibt oder mit den Bleistiften, rechts und links auf seinem Schreibplatz ausgelegt, dort hat er auch einige Papierbögen und an denen scheint er, wie er erklärte, seine Texte zu montieren, seine Beobachtungen, die er in Schichten aufbaut. Er sieht auch viel aus dem Fenster und hat aus dem neuen Buch ein Stück gelesen, wie er frühmorgens im Türkenschanzpark sieben oder acht Arbeiter beobachtet und dann zwölf aus ihnen macht, von der Zwölftonmusik schreibt und von einem Hinrichtungskommando, das ihm dazu eingefallen ist, wie er bei seinen Kursen für die Schule der Dichtung ausführte. Ein Dichter, der nur beobachtet und nicht erzählt, wie er betonte, obwohl Klaus Amann dabei widersprach und meinte kein Trivialgedächtnis zu haben.
Um die Liebe ging es natürlich auch und um die Frage, ob Schuttings Liebe, nun die Geliebte oder das Schreiben sei, wobei Stellen zitiert wurden, wo die Geliebte so intensiv vorgestellt wurde, daß ihre Anwesenheit nur gestört hätte und daß er, als sie angerufen hat, enttäuscht war, daß es nicht der Mechaniker war, der die Schreibmaschine reparieren sollte. Es gab auch eine Diskussion über das Politische der Texte, wobei Klaus Amann meinte, daß das die Entscheidung des Dichters zum Schreiben sei und das ist der Übergang zu meinem Schreibplatz, wo ich nicht montiere und eine erzählende Schreiberin bin, mich aber ebenfalls sehr intensiv dafür entschieden habe und da ist in der letzten Woche viel passiert.
Die Vorarbeiten zu den ungedruckten Büchern fertig, Andrea Stifts Text gekommen, das Einleitungsreferat für die Mittleren geschrieben und die Lesungstexte abgestoppt.
Frei für das Neue und da wollte ich, habe ich vorige Woche, geschrieben, mindestens ein Monat, wie Julian Schutting in Wien herumspazieren und schauen, was sich diesbezüglich beobachten läßt…
Mitnichten, das klappt bei mir natürlich nicht. Mittwochmittag war ich so weit, habe mein Paper blank hervorgeholt, die bisherigen Notizen durchgelesen und die Materialsammlung bezüglich Downsyndrom und Plagiatsgeschichten hergerichtet. Über das Downsyndrom habe ich schon im Internet recherchiert und Ludwig Lahers Buch gelesen. Gestern Nachmittag hatte ich zwei Stunden Zeit zur Hauptbücherei zu marschieren und wollte heute den ganzen Tag herumfahren, um neue Personen und Themen zu finden.
Im Uni Festsaal hab ich dann gedacht, wozu herumrennen, wenn ich schon die ersten Szenen im Kopf habe?
Die habe ich heute geschrieben, das heißt aus den ersten zwei eine gemacht, nämlich Johannes Staudingers Besuch bei der Therapeutin und seine Begegnung mit Mimi, die ihm von ihren Büchern erzählt. Den Titel “Mimis Bücher” habe ich auch, noch ungefähr drei Szenen im Kopf und die Erkenntnis, daß ich eine schnelle Schreiberin bin. Eine, die eher spontan arbeitet und nicht viel auf dem Reißbrett skizziert, sondern wie gehabt, immer drei, vier Szenen im Voraus hat, die sich dann weiterentwickeln.
So lasse ich Frau Tunichtgut einen offenen Bücherschrank betreuen, bzw. ihre Lektüre von dort holen, dort kann sie auch mit Johannes Staudinger zusammentreffen.
Das Herumfahren schiebe ich auf später auf, wenn ich nicht mehr weiterweiß…
Den Vorsatz mir Zeit zu lassen, habe ich aber noch und meine Schreibprozesse will ich auch ernster zu nehmen, damit vielleicht wirklich etwas Neues und Besonderes entsteht.
2010 wird es wieder einen Ohrenschmaus und wahrscheinlich zwei neue Jurymitglieder, nämlich Andrea Stift und Ludwig Laher, geben. Am Welt Down Syndrom Tag, dem 21. 3. werden wir in Leipzig sein und am Tag der offenen Tür in der Karl Schubert Schule nächsten Donnerstag habe ich drei Stunden, dafür auf Elisabeth Pratschers Blog eine seltsame Diskussion mit einem Apotheker, der vehement gegen die Alternativmedizin wettert und sie als Scharlatanerie bezeichnet, was vielleicht auch eine Inspirationsquelle ist…

Bruno Kreisky Preis

Der erste Teil der Preisverleihung des Bruno Kreisky Preis für das politische Buch 2009 fand heute im großen Festsaal der Uni Wien statt und das war sehr interessant, feiern wir ja gerade 30 Jahre sozialistische Alleinregierung unter Bruno Kreisky und Johanna Dohnal ist vorige Woche auch gestorben.
Also wehmütige Erinnerungen an die Siebzigerjahre, wo alles schöner und viel besser war, die Wirtschaftskrise weitentfernt, der Hochschulzugang frei und 20 % Analphabeten haben die Schulen glaub ich, auch noch nicht erzeugt…
Morgen um vier gibt es eine Johanna Dohnal Gedenkveranstaltung auf dem Ballhausplatz und der Bruno Kreisky Preis wird seit 1993 jedes Jahr verliehen. Unter Alfred Gusenbauer, Hannes Swoboda und Christoph Mazettner werden da politische Bücher ausgezeichnet. Jetzt war ich schon länger nicht bei einer Preisverleihung, ich glaube, das letzte Mal vor zwei Jahren, als Ditha Brickwell ihn mit “Die Akte Europa” bekommen hat und 2000 war ich ein bißchen betroffen, denn da hat die Widerstandsanthologie des Milena Verlags einen Preis bekommen und da hatte ich den Text “Widerstand beim Zwiebelschneiden” drinnen und dafür vom Verlag ein Extrabuch bekommen.
Sonst bin ich ich auch gelegentlich hingegangen, obwohl die politischen Bücher nicht unbedingt das Meine sind. Der Preis wird immer in zwei Teilen und meistens an zwei verschiedenen Orten vergeben. Heute bekam Kurt W. Rothschild den Sonderpreis für sein publizistisches Werk und John Bunzl und Farid Hafez den Sonderpreis für “Islamophobie Österreich” und der Passagenverlag den Sonderpreis für seine verlegerischen Leistungen.
Als ich zur Uni kam, ich war vorher kurz im Amtshaus Margareten bei einer vorverlegten Veranstaltung zum Frauentag am 8. März, war es sehr voll, der Aufgang abgesperrt, die Leute wurden auf den Lift verwiesen.
Zuerst war es ein bißchen ungewöhnlich mich unter lauter Männern, die eine höhere Position bei der SPÖ einnehmen und sich zur Begrüßung küßten, zu befinden, ich bin nämlich ziemlich vorn gesessen, eine Stammbesucherin habe ich aber schon gesehen, dann hat Alfred Gusenbauer eingeleitet und erzählt, daß Bruno Kreisky zu seiner Promotion kommen wollte und anfragen ließ, ob es einen Lift gebe, nein sagte man ihm, für Bruno Kreisky wurde aber der, den es doch gegeben hat, schließlich aufgesperrt.
Ich habe mich durch die Ketten gewutzelt und bin wahrscheinlich schneller gewesen und das Buch über die Islamphobie ist sicher interessant, genauso wie das Gespräch mit Kurt M. Rothschild, obwohl ich mich für Nationalökonomie nicht sehr interessiere, er ist aber ein sehr humorvoller fünfundneunzigjähriger alter Herr und daher die Preisverleihung höchst beeindruckend.
Nachher sind alle aufgestanden und haben geklatscht und wenn ich mir die Namen der bisherigen Preisträger so anschaue, finde ich schon ein paar literarische dabei.
Milo Dor und Kathrin Röggla z. B. Bei der Preisverleihung an Kathrin Röggla war ich auch. Das war 2005, an dem Tag, an dem die Millionenshow gezeigt wurde, in der El Awadalla gewonnen hat. Sie hat uns ins Cafe Tschocherl eingeladen, aber nicht gesagt, daß sie die Million gewonnen hat, so habe ich mich entschuldigt, weil ich zur Preisverleihung wollte. Am Nachmittag war der Jour fixe der Frauenlesegruppe im Cafe Engländer, da bin ich noch hingegangen und vorher in der U-Bahnzeitung, so hieß das damals, glaube ich, gelesen, daß sie die Gewinnerin ist und es den Frauen erzählt, die Bruni hat es mir nicht geglaubt…
Ich bin kurz zur Preisverleihung und dann doch in den fünfzehnten Bezirk gefahren und die Elfriede Haslehner und die Bruni dort getroffen. Es hatte mich ja noch nie jemand zum Ansehen der Millionschow eingeladen, der die Million gewonnen hat…
Bezüglich Johanna Dohnal ist noch zu sagen, daß der wahrscheinlich einzige große Preis den ich je gewonnen habe und der noch lang die verschiedensten Auswirkungen hatte, der zu dem rollenunsspezifischen Kinderbuch “Buben dürfen pfeifen, Mädchen dürfen weinen”, veranstaltet vom Staatssekretariat für Frauenfragen und dem Verlag Jugend und Volk war. 1980 oder 1981 ist das, glaube ich, gewesen. Ich hab in der damals noch existierenden sozialistischen Frauenzeitschrift “Die Frau”, die meine Mutter immer gelesen hat, davon erfahren und die Geschichte “Güler will kein Kopftuch mehr” dafür geschrieben. Unter anderen war Christine Nöstlinger in der Jury und ich würde gerne wissen, ob sie mich vorgeschlagen hat. Das Buch hat mehrere Auflagen gehabt, ist als Taschenbuch erschienen, der Text war lange in Schulbüchern und eine Unesco Anthologie “Im Osten geht die Sonne auf”, gibt es mit diesem Text auch, es gab verschiedene Veranstaltungen zu denen ich diesbezüglich eingeladen wurde und den Kinder- und Jugendbuchpreis hat das Buch 1982 auch bekommen. Da habe ich ein bißchen miterleben dürfen, wie das laufen kann, leider bin ich seither nie mehr so nahe in den Literaturbetrieb hineingekommen.

Flaschenpost an Josy

“Flaschenpost an Josy” von Margot Koller ist eine nicht ganz seichte Lektüre zum Thema Wasser, wie auf dem Buchumschlag steht.
Die Schriftstellerin Sophie möchte ein Sachbuch über das virtuelle Wasser schreiben und fährt diesbezüglich, die frisch gedruckten Visitenkarten und das Manuskript in der Umhängetasche, siebenhundertfünfzig Kilometer zur berühmten Messe und stolziert von Stand zu Stand herum.
Zuerst beantwortet sie für einen imposanten Herrn mit weißer Haarmähne, die Frage eines Rundfunkreporters, was Bücher für ihn bedeuten, dann fragt sie das Verlagspersonal “Wissen Sie was virtuelles Wasser ist?, um den ratlosen Gesichtern zu erklären, daß das alles in ihrem brandneuen Manuskript “1000 Tropfen Wasser” stehen würde.
Danach verläßt sie die Regale mit den Krimis, den Comics und den Diätratgebern und besucht einen Kopierladen, weil der neue Farb-Laserdrucker versagte, sie aber kopierte Blätter braucht und lernt den vitalen wendigen Josy kennen, den sie mit derselben Frage überrascht, um ihm zu erklären, daß man für die Produktion einer einzigen Seite Papier zehn Liter Wasser braucht, was diesen sehr beeindruckt.
Da Weihnachten naht, braucht sie Lyrik zum Verschenken, sieht also Josy wieder, der sich als Sparengel erweist und die Kunden zu doppelseitigen Kopien überredet, während die nebenberufliche Lehrerin, ihr Sachbuchmanuskript offenbar doch noch nicht beendet hat, denn sie beginnt zu recherchieren, wohl ein Trick Margot Kollers, damit wir in der spannenden Dreiecksgeschichte einen Einblick über die aktuelle globale Wassersituation kriegen.
Sophie liest Bücher über die Papiergeschichte und beginnt in ihrer Badewanne solches zu recyclen und weil sie ein paar Kilo zuviel auf der Hüfte hat, für Josy aber schlank sein will, macht sie eine Diät aus Wasser und Karotten und sündigt nur am Ende des Karnevals mit ihren Freundinnen bei einem deftigen Brunch.
Dazwischen löst sie als Kommissarin Virtuella Aqua den Wasser Krimi, um von ihrem Literaturagenten zu erfahren, daß das Themas Wasser nicht aktuell genug ist, um einen großen Leserkreis zu interessieren, um so mehr, da sie keinen durch die Medien bekannten Namen hat…
So fährt Sophie, die sich im Laufe ihres Lebens von ihrem Bernard, der sie das Wasserpaddeln lehrte, trennte, in den Osterferien zu einer Freundin, um sich bei dieser zu erkundigen, ob sie sich dem am Wasser interessierten Josy nähern soll?
Die rät ihr nachzufragen, ob er Single ist, was die Erschlankte tut, um sich mit ihm, als der Test positiv ausfällt, am Donnerstag in einem Cafe zu verabreden.
Vorher fährt sie nach Venedig, beschließt dort ihren Wasserroman umzubenennen und ihn in eine Plastikflasche zu stecken, um ihn Josy als Flaschenpost zu überreichen…
Den Zeitraum von 2005-2015 erfährt man auf der Buchrückseite haben die vereinten Nationen zur Weltdekade “Wasser – Quelle des Lebens” ausgerufen, so daß das Buch flüßig lesbare Fakten und Daten dazu bringt. Man erfährt aber auch ein bißchen über den Frust einer Nebenerwerbsschriftstellerin, dem Literaturbetrieb und über die in Salzburg lebende Margot Koller, die eine begeisterte Wanderpaddlerin ist und schon über achtzig unterschiedliche Gewässer befahren hat und da ich sie schon lange über die GAV kenne, weiß ich noch ein bißchen mehr.
Nämlich, daß sie auch eine ist, die ihre Bücher selber macht, dieses mit einer schönen blauen Umschlagseite und zwölf Grafiken, die die Kapitel einleiten, hat sie in fünfzig Belegexemplaren herausgebracht und da ich es mir nicht verkneifen konnte, in der Badewanne mehr über das Wasser zu erfahren, ist es jetzt ein bißchen aufgelöst.
Ich weiß aber auch, daß das Thema Wasser noch andere ihrer Bücher füllt. So hat sie bei Arovell “Alles fließt wie der Fluß” herausgebracht und da sie bei Ruth Aspöcks Donau-Rad-Karawane, ein Stückchen mitgefahren ist und in Deggendorf gelesen hat, wird sie auch in einer dieser Anthologien einen Text über das Wasser haben.
Ansonsten habe ich sie bei einer GAV-GV in den Achtzigerjahren kennengelent und gemeinsam mit ihr die GAV-Anthologie zum Selbstmord herausgegeben.
Ich sehe sie immer bei den Generalversammlungen und habe sie 2005 zu der Veranstaltung “Selbstgemacht-Die Literatur neben dem Literaturbetrieb”, die damals noch problemlos im Literaturhaus stattfinden konnte, eingeladen und besitze noch andere selbstgemachte oder fremdverlegte Bücher von ihr. Scheint sie doch viel zu schreiben und eine originelle Person zu sein, die ebenfalls unter dem Literaturbetrieb leidet, wie man auf den GAV-GVs hören kann.
Das letzte Mal habe ich sie bei der Buch-Wien getroffen, da haben wir Bücher getauscht und ich finde es sehr spannend, in einem Sachbuch über Wasser soviel über das Schreiben zu erfahren.
Und ich habe schon wieder ein Buch gewonnen und zwar bei Dietmar Füssels monatlichen Gewinnspiel und nicht bei dem des Residenz-Verlages, hätte ich da doch unbedingt geglaubt, daß das Buch das unlängst auf Hindi übersetzt wurde, von Zdenka Becker ist. Es war aber Peter Roseis “Das große Töten”.

Der Nebelfürst

Der 2001 erschienene Roman “Der Nebelfürst” von Martin Mosebach ist eine Farce auf das Wilhelminische Deutschland von 1898.
Da stolpert der verhindete Reiseschriftsteller Theodor Lerner, der sich mit Aufträgen des Berliner Lokalanzeigers versucht, in eine üppige Dame namens Hanhaus und wird von ihr in einem schrottreifen Schiff nach Spitzbergen geschickt, um für Deutschland die Bäreninsel zu annektieren.
Die Dame möchte ihre Geschäfte machen und überredet Lerners Chefredakteur diesen den Auftrag zu übergeben, um einen verunglückten Ballonfahrer aus dem Eismeer zu retten und beginnt in Berlin und Frankfurt die Kohlevorräte der Insel zu verkaufen, während sich Theodor Lerner und Kapitän Rüdiger mit einem russischen Kapitän auf der Insel herumschlagen, da dieser gleichfalls einen Anspruch auf sie hat.
Die Regierungen lassen die wackeren Helden in Stich, so erhält Lerner von Redakteur Krusenstern vom Casseler Tagblatt den Spitznamen “Nebelfürst” und trifft auf der Rückfahrt im Zug ein Bankierehepaar aus Lübeck mit der rauchenden Nichte Ilse.
In Frankfurt wartet schon Frau Hanhaus mit ihrem Sohn Alexander, quartiert sich in Pensionen und Hinterhöfen ein und macht Geschäfte mit der Insel. Theodor stolpert mit und verliebt sich in die schwarze Varieteekünstlerin des Schumann-Theaters Mademoiselle Louloubou. Aus dieser Liebe wird nichts und auch nichts aus der zu der wiedergefundenen Ilse.
Dazu hält ihn Frau Hanhaus zu sehr auf Trab und auch Alexander intrigiert geschickt hinein. So wird das Geld knapp und die Polizei ist den dreien auf den Fersen, es gibt zwar einen Herrn Sholto Douglas, aber der verschwindet unverrichteter Dinge, so daß die geschäftstüchtige Dame auf die Idee kommt, den Zoodirektor Dr. Heck, die Eisbären der Bäreninsel zu verkaufen. Leider wird Alexander noch vor dem Abschluß verhaftet, so daß aus dem Geschäft nichts wird. Frau Hanhaus beschließt daraufhin Russin zu werden und lächelt sich einen russischen Botschafter an, während Theodor Lerner ins Reisebüro des Karl Riesel geht und sich von dem schönen Fräulein Ilse, die Verbindungen zur Bäreninsel mit der Hurtig Route heraussuchen läßt. Theodor Lerners geprellter Bruder, der Apotheker von Linz am Rhein, erhält daraufhin einen Brief, daß dieser mit dem Reisebüro einen Vertrag abgeschlossen hat, Gesellschaftsreisen und Sporttouren nach Norwegen, zur Bäreninsel und Spitzwegen zu arrangieren, während seine Gattin Ilse ihm einen kleinen Vaterlandsverteidiger gebären wird, obwohl es ja in Deutschland, wie sich Theodor sicher ist, nie mehr Krieg geben wird…
So weit so gut, die Farce des Martin Mosebachs über das koloniale Denken im Wilhelminischen Deutschland, wenn nicht in Wikepedia und in Meyers Konversationslexikon stehen würde, daß es wirklich einen Theodor Lerner gegeben hat, der 1989 im Auftrag eines Hamburgers Syndikats, die Bäreninsel in deutschen Besitz nahm.
Ob er dabei Ähnliches wie Mosebachs Romanfiguren erlebte, weiß ich nicht. Er hat jedenfalls 1902, die Dichterin Ilse von Stach geheiratet, von der er sich aber wieder scheiden ließ.
1931 ist er in Frankfurt am Main gestorben, eine Inselgruppe in der Liefde Bai und einem Kap am König Karl Land in Spitzbergen ist jedenfalls nach ihm genannt und der 1951 in Frankfurt geborene Jurist und Schriftsteller Martin Mosebach, der 2007 den Büchner Preis bekommen hat, ist, wie ich Wikipedia entnehme, in den verschiedensten literarischen Genres tätig.
Durch den Büchnerpreis bin ich auf ihn aufmerksam geworden, bei Buchlandung habe ich das Buch um einen Euro gekauft und noch eines, das “Mein Frankfurt” heißt und ein literarischer Stadtführer ist, das ich noch nicht gelesen habe, mir aber, als ich es vorhin durchblätterte, interessant erschienen ist. Das wäre die passende Lektüre für eine Frankfurt-Reise, aber das, habe ich mir vorgenommen, tue ich erst wieder, wenn mich jemand dorthin zum Lesen einlädt.
Von dem 2007 erschienenen Roman “Der Mond und das Mädchen”, in dem er, wie ich gerade gelesen habe, seine Hassliebe zu Frankfurt abgearbeitet hat, habe ich im Ex Libris gehört und Sigrid Löffler meint, habe ich weiter gelesen, “Mosebach schreibe in einem sehr verschmuckten und verspreizten Prunkstil mit affektierten Vokabeln und verzopften Phrasen aus der bürgerlichen Mottenkiste des neunzehnten Jahrhunderts…”
Ein wenig antiquiert habe ich Stil auch gefunden und vielleicht ein bißchen zu parodistisch ausformuliert. Gustav Seibt nennt das Buch “Einen brillanten Hochstaplerroman” und ich habe ein wenig gelernt über das neunzehnte Jahrhundert und auch etwas über eine Frankfurt-Liebe.

IG Autoren und andere Buchmesse

Wieder einmal Generalversammlung der IG Autoren. Da bin ich schon ziemlich lang Einzeldelegierte. Wann ich das erste Mal dabei war, weiß ich gar nicht mehr so genau. Gab es ja damals noch kein Literaturgeflüster und daher keine punktgenaue Dokumentation. Ich würde vermuten, daß es 1988 oder 1989 gewesen ist. Damals war es noch in einem Pressesaal in einer Seitengasse der Kärntnerstraße und ich kann mich erinnern, Gerhard Kofler mit einer Aktentasche gesehen zu haben, in denen seine Bücher aus der Herbstpresse oder aus einer anderen Editon waren. Hannes Vyoral hat mich gefragt, ob ich Fahrtspesen habe, ansonsten bin ich das ganze Wochenende ziemlich schüchtern dort gesessen. Am Abend gab es ein Abendessen in der goldenen Glocke in der Kettenbrückengasse und Utta Roy-Seifert von der Übersetzergemeischaft hat sich über meine Schüchernheit gewundert.
Inzwischen finden die Tagungen im Litereraturhaus statt. Gerhard Ruiss sitzt, seit dem Ausstieg von Johannes Vyoral allein am Podium und berichtet meistens sehr euphorisch, was das ganze Jahr geschehen ist, man kann Anträge stellen und am Schluß gibt es Statements, die an die Presse weitergegeben werden, damit man sieht, was sich die Autoren von der Öffentlichkeit wünschen.
Heuer gab es die Vorstandswahl dazu und das Ganze ist eine gute Gelegenheit Kollegen aus den anderen Bundesländern zu treffen, die man sonst nicht sieht und ein bißchen was vom Autorenleben mitzubekommen.
Begonnen hat es gestern, daß Gerhard Ruiss berichtet hat, was aus der Google Debatte geworden ist, die voriges Jahr das große Thema war. Inzwischen ist die Literar Mechana aktiv gewesen, hat zu einer Erklärung der Wahrung der digitalen Autorenrechte aufgefordert, so daß Gerhard Ruiss stolz verkünden konnte, daß die Debatte gelaufen ist, heute hat er noch einen Zusatzantrag formuliert und die US-Writers-Guild aufgefordert auch ihre Rechte wahrzunehmen.
Ludwig Laher berichtete was aus der Verständigungspflicht bezüglich der Schulbuchtexte geworden ist. Da gibt es inzwischen ein Formular, in dem man verlangen kann, von der Verwendung seiner Texte informiert zu werden. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich das unterschrieben habe. Im Augenblick ist das bei mir auch nicht aktuell. Vor Jahren hatte ich “Güler will kein Kopftuch mehr” in einigen Schulbüchern. Da gab es noch keine Verständigungspflicht und auch kein Honorar dafür. Ein paar Leute haben mir davon erzählt und auch, daß bei biografischen Daten “unbekannt” gestanden ist, dabei hätte man nur im Handbuch der IG Autoren nachschauen brauchen. Da hat sich also einiges verbessert und auch sonst hat Gerhard Ruiss von einigen Fortschritten berichtet. Bei der Autorensozialversicherung soll etwas verbessert werden, das betrifft mich ebenfalls nicht sehr. Zahle ich ja meine Sozialversicherung als neue Selbständige aus den Einträgen meiner psychologischen psychotherapeutischen Praxis und bei den Würdigungs-und Förderungspreisen, die, wie die Frau Minister bei der Diskussion im Republikanischen Club erzählte, umbenannt werden sollen, verlangt die IG ein Vorschlagsrecht.
Betrifft mich ebenfalls nicht wirklich, denn mich wird sie wahrscheinlich nicht vorschlagen und eine Stellungnahme gegen die Selbstzahlerverlage gab es ebenfalls wieder. Da verlangt die IG einen Eignungstest und fordert die Autoren auf, daß sie, bevor sie den Vertrag abschließen, sich erkundigen sollen, von welchen Buchhandlungen die Bücher geführt werden, auf welchen Medien sie besprochen werden und in welchen Bestsellerlisten die Bücher zu finden sind?
Die Autoren sind aber auch selbst aktiv und versuchen ihre Bücher zu vermarkten, denn es lag eine Einladung zu einer “anderen Buchmesse” auf, die am Sonntag im blauen Salon in der Rampersdorfer Straße veranstaltet wurde.
Am Sonntagvormittag gab es noch die Wahl, da war ich vor zwei Jahren im Wahlkomite und habe vergessen, die Namen der gewählten Autoren in alphabetischer Reihenfolge vorzulesen, aber diesmal habe ich mich ohnehin nicht mehr gemeldet, mich dafür viel mit Dorothea Merl aus Innsbruck unterhalten, die heuer neunzig wird und einen Blumenstrauß bekommen hat.
Nach der Wahl gab es eine intensive Diskussion über die Forderung nach einem allgemeinen Grundeinkommen und eine, die sich gegen die Umverteilung und die Verschlechterung der sozialen Situation richtet. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Alfred auf die Sophienalpe, um unseren obligatorischen Spaziegang auf die Mostalm zu machen, den wir meistens unternehmen, wenn wir am Wochenende in Wien sind. Dann war schon ziemlich neugierig auf “die andere Buchmesse”.
Um zwölf wurde sie musikalisch eröffnet und um acht mit einer Buchverlosung beendet, dazwischen gab es Lesungen, Diskussionen, Kinderprogramm, Kaffee und Kuchen…

Margit Kröll, Eva, Jancak, Nicole Engbers, Torsten Low

Margit Kröll, Eva, Jancak, Nicole Engbers, Torsten Low

Das genaue Programm gab es unter www.das-andere-buch.com und da gab es, haben wir auf der Mostalm gesehen, um siebzehn Uhr eine Diskussion, wie man Autor wird? Aber die haben wir versäumt, kamen wir erst knapp vor sieben hin.
In der Rampersdorffergasse gibt es auch das little stage und da machte Armin Baumgartner lange seinen literarischen Sonntag. 2000 gab es da eine Lesetheaterveranstaltung aus meinen Texten.
Der blaue Salon war mir noch nicht bekannt. Als wir hinkamen gab es gerade eine Lesung aus dem Fantasyprogramm des Verlags Torsten Low und ich hörte drei Fantasygeschichten aus verschiedenen Büchern, eine handelte von einem Mann, der nichts anderes zu tun hat, als acht Stunden einen Baum zu bewachen und als er in die reale Welt zurückkehren will, gibt es die nicht mehr.
Fünf, sechs Zuhörer und ich kannte mich nicht recht aus. Dann gab es die Verlosung und als ich mir ein Buch aussuchen konnte, begrüßte mich Margit Kröll aus Tirol, die ich von der Generalversammlung kannte und erzählte mir, daß das “andere Buch” eine Vereinigung verschiedener Autoren ist, die ihre Bücher im Internet vertreiben wollen und sich erst auf der Buchmesse kennengelernt haben. Das Buchprogramm ist vielseitig: Fantasy von Torsten Low. Margit Kröll schreibt Kinderbücher. Ich suchte mir einen Jugendroman “Hexen hexen heimlich” von Nicole Engbers aus. Alfred gewann “Erdenschwer aus dem Leben der Steinbergbäuerin” von Ingeborg Maria Ortner. Dann gab es noch einen philosphischen Roman, also ganz spannend, was sich so alles neben dem offiziellen Literaturbetrieb tut und vielleicht auch ein bißchen Digital- Eigen- oder Zuschußerzeugt wurde.

Zum neuen Roman

Die letzten zwei Monate war ich neben meiner psychologisch-psychotherapeutischen Praxis mit dem Korrigieren der “Sophie Hungers” und dem “Nanowrimo-Novel” beschäftigt, die nun fertig sind.
“Sophie Hungers Krisenwelt” ist fast Druckerei fertig. Das Foto ist am Umschlagentwurf, ich warte auf den Text, den mir Andrea Stift versprochen hat und hoffe nur, daß sie mit meiner Sprachmelodie nicht überfordert ist und ich ihren ästhetischen Kriterien nicht widerspreche…
Ich kann es natürlich auch selber machen und habe das bei der “Heimsuchung” schon getan. Da liegt der Text, es sind mit dem Nachwort, das ebenfalls geschrieben ist, 83 Seiten und 46.346 Worte, beim Alfred und eine Vorstellung für das Umschlagbild hab ich auch. Denn da gibt es das Teilnehmer- und das Winnerlogo und das Zertifikat, das zu dem Nanowrimo Projekt passt. Die “Sophie Hunger” kann also bald an die Druckerei gehen. Außerdem schicke ich das Manuskript an den Paul Jaeg, denn der wollte es für 2011 und das, denke ich, passt gut.
Denn wenn ich die fünfzig Exemplare für meine Dokumentation habe, bin ich entspannt und kann warten. Wenn er es 2011 macht, habe ich für die, die über das Selbstgemachte, die Nase rümpfen, ein Buch, kann damit beispielsweise in der Gesellschaft für Literatur lesen und theoretisch auch eine Buchprämie bekommen, wie das praktisch aussieht, habe ich vor eineinhalb Jahren erlebt….
Die “Heimsuchung” kann ich auch hinschicken. Jetzt hat sie der Alfred zum Fertigmachen und ich bin frei für das nächste Werk. Im März damit anfangen, habe ich geschätzt, so war es auch in den letzten Jahren.
Außerdem habe ich noch ein bißchen für die Frauenlesung gearbeitet. Da ist das Vorbereitungstreffen für den 12. März fixiert. Das Flugblatt ist gedruckt, ich teile es schon eifrig aus und bevor ich mit dem Neuen beginne, werde ich mich über das Einleitungsreferat machen. Das will ich ein bißchen umgestalten und vielleicht die Verlaufsgeschichte der Mittleren einbeziehen.
Zwei andere Frauenlesungen gibt es im Herbst auch. Am 4. Oktober ist die der Mariahilfer – Frauenwochen und am 16. November, die der Literaturtage der Galerie Heinrich. Aber die organisiere ich nicht, da muß ich nur den Text vorbereiten. Das muß ich auch für die Mittleren und da werde ich vielleicht den “Tintentraum”, meine Bachmannpreissatire wählen und aus der “Heimsuchung”, Szene 33, Barbara Winters Lesung aus “Kafkas Laterne” im Thalia vor den Sprachkunststudenten. Das wird mich noch Anfang der nächsten Woche beschäftigen.
Ansonsten bin ich frei für das Neue und das will ich diesmal bedächtig angehen, so daß der große Roman entstehen kann…
Ich schwanke diesbezüglich immer, soll ich über das Schreiben schreiben oder es ausklammern? Das nehme ich mir manchmal vor, dann denke ich wieder, daß das das Meine ist, das, was ich kann und meine Schreibwerkstatt ausmacht.
Die Plagiatsdiskussionen der letzten Wochen haben mich verstärkt, dabei zu bleiben. Also wieder das Milieu der Erfolglosen, Ausgegrenzten, Randfiguren wählen, weil mich das ja interessiert. Daß ich Sachbücher schreiben kann, die bei Fischer und bei Orac erscheinen, habe ich schon bewiesen. Aber das interessiert mich nicht so wirklich und auch das Krimischreiben für den großen Markt ist es nicht.
Es bleibt schon beim realistischen Schreiben mit meinen Themen und meiner Welt, dafür will ich mir mehr Zeit lassen, was auch heißen könnte, nach dem ersten Entwurf, wirklich mehr an der Sprache arbeiten.
Ob es, das Meine ist, weiß ich zwar nicht, denn wenn ichs versuche, kommt eine Parodie heraus.
Den März als Studien- und Recherchemonat nehmen. Am 31. noch nicht den ganzen Rohentwurf zu haben, wäre vielleicht ein Vorsatz und ein paar Wochen in Wien herumfahren und schauen, was sich so ergibt und über was ich schreiben könnte.
Im März fahren wir nach Leipzig, sonst will ich die Ideen kommen lassen und auch im Internet ein bißchen recherchieren.
Anni Bürkl hatte da unlängst einen Artikel, wo man mit seinen Romanfiguren mit Hilfe von Playmobilmännchen im Sinne einer Familienaufstellung spielen soll.
Dem kann ich was abgewinnen und habe im Spielzimmer auch eine Schachtel Playmobilfiguren und ein Familienbrett, Charakterbögen habe ich auch. Damit habe ich bei der “Radiosonate” und beim “Haus” ganz gut gearbeitet. Bei den letzten Beiden eigentlich nicht mehr. Aber bei der “Sophie Hungers” war ich zu Beginn blockiert und bei der “Heimsuchung” unter Nanowrimozeitdruck.
Die Schneeflockenmethode bietet sich vielleicht auch an und das ganz persönliche Nanowrimoschreiben.
Also mich die nächsten Wochen umschauen über was ich schreiben will. Ein bißchen was steht schon in Robert Eglhofers Paper blank. Da gibt es nämlich eine Frau Tunichtgut, das ist auch so eine Idee von mir, die ich schon lang herumschleppe, bzw. wird die von Mimi-Bella, die die Nachbarin ihrer Eltern ist, so genannt. Eine Therapeutin könnte es auch geben und zu der kommen zwei Klienten, ein erfolgreicher Schriftsteller, der beispielsweise auf irgendeiner Shortlist steht, aber unter Plagiatsverdacht geraten ist, bzw. Schreibschwierigkeiten hat und eben Mimi-Bella, die das auf ihre Art und Weise versucht und von ihrer Betreuerin zur Therapie geschickt wird. Mimi-Bella hat einen jüngeren Brüder, der möchte gern auf eine Elite Uni zum Medizinstudium und befüchtet, daß ihn seine lernbehinderte Schwester mit den schrägen Augen daran hindern kann und Mimi-Bella lebt in ihrer eigenen Welt, zieht in der herum und denkt sich ihre Geschichten aus….
Das könnte doch etwas ergeben und daran will ich, nehme ich mir vor, ein bißchen länger bleiben und mich nicht, wie vielleicht schon geschehen, über die Schwierigkeiten hinwegschummeln und auch schauen, daß es mit der Sprachmelodie stimmt.
Zeit lassen und die spannende Geschichte konstruieren. Mal sehen, wie es mir gelingt? Ich bin ein bißchen zuversichtlicher als im letzten Jahr, da ich mich diesmal nicht sehr ausgebrannt fühle, auch wenn ich den großen Entwurf noch nicht habe, aber vielleicht finde ich ihn und komme ein bißchen weiter…
Die Steuererklärung habe ich inzwischen auch gemacht und Roman Gutsch und Christoph Kepplinger haben zur nächsten Linken Wort Volksstimmefestlesung eingeladen.